Erfahrungsbericht von vor 8 Jahren:
Ich bin nach einer Trennung wieder in eine eigene Wohnung gezogen und konnte und wollte mir endlich den Traum erfüllen und eine Katze zu mir holen. Naiv und nicht gut genug informiert bin ich los zum
Tierschutz und habe den kleinen Pinsel, grade einmal 9-10 Wochen zu mir geholt.
Ein Schmuser ohne gleichen und mein absoluter Traumkater. Wir waren ein super Gespann! Meine Arbeitszeiten waren ok, dachte ich mir, und wir haben gespielt und gekuschelt und hatte Spaß. Das ging 2 Jahre gut. Dann merkte ich ihm an, das er nicht mehr so viel spielen wollte, er ging an die Tapeten im Flur (ich mußte neu renovieren) und wurde immer schläfriger auf der einen Seite, auf der anderen ganz extrem aufgekratzt, so das ich eigentlich ständig zerkratzt war. Ich liebte diesen Kater abgöttisch und bin zum
Tierarzt um ihn durchchecken zu lassen. Alles in Ordnung, kerngesunder Kater.
Dann wurden meine Arbeitstage immer länger und ich war abends hundemüde. ALso auf's Sofa und Kater kuscheln für 'ne Stunde, dann ab ins Bett. Das Kratzen wurde immer schlimmer, das Jaulen vor der Schlafzimmertür, die immer zu war wurde immer heftiger und dann ging das Gepiesel los. Er hat sich als bevorzugte Stelle im Badezimmer die Waschmaschine und Umgebung ausgesucht. Da der Boden leicht abschüssig war, lief alles hinter die Waschmaschine in die Nische und zog in die Fugen. Jeden Tag morgens und abends und teils auch nachts also die Waschmaschine herauswuchten aus der Nische und schrubben. Ich wußte nichts von Myrthenöl und ähnlichem und bekam den Gestank auch nicht weg. Wenn ich keine Zeit hatte durch die Arbeit (teils mit Übernachtungen) kam meine Mutter und hat ihn versorgt und mit ihm gespielt, aber das reichte nicht mehr. Er fing an immer weniger zu fressen, nur noch wenn ich daneben saß und dann auch nur Häppchen. Das Fell wurde schlechter und er immer "komischer", nicht mehr mein Kater.
Irgendwann habe ich geheult weil ich nicht wußte , was los war und es ihm sichtlich nicht gut ging. Bis ich das aber gemerkt habe, hat es 3 volle Jahre gedauert, bzw bis es so deutlich wurde. Vorher hätte ich (und viele Bekannte) geschworen, das er ein zufriedener glücklicher Kater ist.
Da es so nicht weiterging, habe ich mir Rat geholt beim
Tierschutz und dann kam Tarzan dazu.
Dieses kleine Plüschmonster war ebenfalls grade 9 Wochen alt! Und mir hat damals niemand gesagt, das es mit einem inzwischen fast 4 Jahre alten Kater und einem Kitten auch zu großen Problemen kommen könnte.
Mit dem Tag, wo der kleine Knopf einzog, hatte ich meinen "alten" schmusigen, ausgeglichen Kater wieder, der mir so gefehlt hat! Er war sooo wahnsinnig zufrieden, das es mir schon fast wehtat dran zu denken, was ihm die ganze Zeit gefehlt hat und das ich Schuld daran war. Es hätte auch gut sein können, das ich ihn durch mein falsches Verhalten zu einem Einzeltier gemacht hätte und bin unwahrscheinlich glücklich gewesen, das solche Bilder ab dem zweiten Tag (!!!) an der Tagesordnung waren!
Nie wieder würde ich ein Kitten alleine holen! Sie scheinen vermeintlich zufrieden und glücklich zu sein, aber sie sind es nicht. Wenn eine Katze zeigt, das sie sich unwohl fühlt, ist es schon sehr spät.
Ein Kitten ist und bleibt ein Tierchen, was Gesellschaft braucht von anderen Raufbolden und Kuschelkumpeln und nicht nur den Menschen! Tarzan war das perfekte Beispiel: ich weiß nicht, was er mit seinen paar Wochen schon erlebt hat, aber er hatte Angst vor der Hand und Menschen im allgemeinen. Es hat fast 1,5 Jahre gedauert, bis ich ihn enspannt anfassen durfte. Hätte er Pinsel nicht gehabt, wäre er 1000% ein total verstörter und panischer Kater geworden. Pinsel und Tarzan waren trotz des ALtersunterschiedes ein Herz und eine Seele, die beiden brauchten sich zum glücklich sein!
Mit das Schlimmste waren für mich diese traurigen Augen. Das mag mancher für Blödsinn halten, aber wer den Unterschied mal gesehen hat, weiß was ich meine, wenn ich sage, sie haben traurige und "leblose" Augen und dann plötzlich blitzt und blinken sie wieder.......