Hey Nicole!
Die Geschichte mit Joy lief 11 Monate nach Diagnosestellung. Aber wie gesagt: Jedes Tier ist ein Individuum und daher läuft es bei jedem anders. Wenn die OP bei Euch erfolgreich war, versprengte Zellen durch die Chemo erwischt werden, kann es bei Euch ganz anders laufen. Ich will keine falschen Hoffnungen wecken, aber bei Joy war´s schließlich ein Rezidiv. Sie hatte den Krebs schon im Körper, als sie zu uns kam. Das wusste nur keiner. Ist einfach eine Scheißkrankheit.
Wichtig ist, daß Deine Miez in regelmäßigen Abständen untersucht wird. Lymphdrüsenkrebs metastasiert vornehmlich in die Lunge. Von daher ist es wichtig, neben den Blutuntersuchungen, die wegen der Behandlung notwendig sind, auch auf die Lunge zu achten. Das ist bei Joy gemacht worden, also Lungenröntgen, sobald sie irgendwelche Anstalten gemacht hat, bzw. es ihr nicht so prickelnd ging.
Klar, muß man sich damit beschäftigen, daß es einen tödlichen Verlauf nehmen kann. Dessen waren mein Mann und ich uns auch vollauf bewußt. Wir haben alles für Joy getan, was möglich war und sie nicht zu sehr geärgert hat. Wir hatten ihr Wohl immer im Auge und sind lieber einmal zu viel in die TK gefahren, als daß wir etwas übersehen hätten. Wir hatten wenige Monate zuvor erst unseren Whisky verloren.
Ich denke, Du bist in Hofheim in sehr guten Händen. Sie werden Dich da gut beraten und bei den Entscheidungen unterstützen. Solange Du in Pitú´s Sinn entscheidest - und das wirst Du sicher tun - ist es in Ordnung. Ihm soll es gut gehen und er soll ein tolles Leben führen. Jawoll! Mit unseren Gefühlen müssen wir irgendwie zurechtkommen. Das kann uns leider auch keiner abnehmen.
Ich habe jeden Tag mit Joy genossen in dem Wissen, alles Nötige für sie zu tun. Vorbereiten auf das Schlimmste kann man versuchen, hat bei mir aber nicht wirklich gegriffen. Ich denke, die Zeit gut zu nutzen ist das Beste, was man für sich und sein krankes Näschen tun kann. Wir wissen eh nie, was kommt. Also genießt Eure gemeinsame Zeit, schmust was das Zeug hält, verwöhn den Süßen. Alles ist möglich!
Ich drück´ Dich ganz lieb und schicke Pitú einen feinen Bauchwuschler und alle guten Wünsche!
Sisja
Hallo Sisja,
danke für die lieben Worte und die Unterstützung.
Es ist viel, wenn einem Menschen verstehen.
Auch wenn ich lieber über ein freudigeres Thema sprechen würde.
Bei welcher Ärztin seid ihr in Hofheim gewesen?
LG
Nicole
So, jetzt noch mal alles zu gestern.
Meine Ärztin meinte, wie ich es auch schon gesehen habe, dass Pitù momentan von der Klinik die Schnauze voll hat. Ich denk das mit dem Übernachtung in der Klinik von Freitag auf Samstag war einfach zu viel für ihn.
Er muss jetzt erst einmal runter kommen. Deshalb hab ich auch den nächsten Termin erst in zwei Wochen.
Medizinisch gesehen wäre wohl jede Woche besser, aber wenn das Tier so gestresst ist würde es keinen Sinn machen. Die Leukozyten waren jetzt im unteren Normalbereich. Blutbild habe ich ja vorher schon gepostet.
Pitù hat gestern dann über die Vene eine Chemo bekommen und zwar Vincristin.
In zwei Wochen soll er dann wieder das Endoxan bekommen.
Prednisolon bekommt er jeden Tag 0,5 mg.
Das Vincristin hat er auch am 29.12. bekommen. Da war eigentlich Vincristin in einer Sitzung zusammen mit Endoxan geplant, aber da die Leukozytenzahl zu niedrig war, hat er nur das Vincristin bekommen.
Am 06.01. hätte er dann das Endoxan bekommen sollen, da waren aber seine Leukozyten zu weit im Keller. Da hat er dann das Antibiotikum Synulox 250 mg zur Vorsorge bekommen und sollte dies für 5 Tage kriegen. Damit er keine Infektion bekommt.
Am 9. + 10.01. hat Pitù morgens gleich nach dem Essen und nach Tablettengabe gebrochen.
Am 10.01.12 hat er dann oral das Endoxan bekommen.
Mittwochs war alles ok.
Am 12.01.12 hat er dann als ich Abends heim kam weißen Schleim gebrochen und hat sich immer mitten ins Wohnzimmer gesetzt und gepresst. Das gleiche am Freitag 13.01. und da sind wir ja dann gleich in die Klinik und er blieb dort bis zum Samstag.
Verstopfungen auf das Endoxan wären nicht bekannt und die Vincristin Gabe am 29.12. war schon zu lange her. Von daher gehen wir davon aus, dass es wirklich vom Antibiotikum kam.
Es war ja bei den Untersuchungen auch am Wochenende alles in Ordnung.
Wir müssen jetzt halt von mal zu mal sehen.
Pitùs Ärztin ist so eine Liebe. Sie hat auch gesagt, dass sie ihn schon ins Herz geschlossen hat und auch alle auf der Station sich freuen würden wenn er da wäre. Er wäre so ein lieber und würde alles mit machen.
Das hat mich gestern so gerührt, dass mir die Tränen im Gesicht waren.
Ist wirklich schön, zu wissen, dass man nicht nur ein Geschäft ist, sondern es wirklich um die Gesundheit und das Wohlbefinden meines Kleinen geht.
Liebe Grüße
Nicole