Hallo Frank,
Deine Frage ist durchaus berechtigt. Was hat ein Schlittenhund in unseren Breiten zu suchen und was macht das Krokodil in einer Terrarieanlage, oder was hat der Vogel im Käfig zu suchen ?
Das alles sind von Menschen gemachte Probleme, da sie dieses oder jenes gerne besitzen zu wollen. Das Tier wurde über diese Entscheidung, die wir für sie treffen, bis zum heutigen Tage noch niemals gefragt.
Bei den Maine Coons ist es zum Glück so, dass sich diese Katzen zum allergrößten Teil geradezu ausgezeichnet in der Wohnung halten lassen, meiner Meinung nach sogar besser wie unsere Siamkatzen und Hauskatzen die wir bisher hatten, solange sie ausreichend abwechslungsreiche Beschäftigung finden. Lassen wir sie nicht raus, vermissen sie es auch nicht weil sie es nicht anders kennen.
Dennoch unterscheide ich diese Katzen in ihrem Verhalten je nachdem ob es sich dabei um europäische Hochzucht-Maincoons handelt, oder um die meiner Meinung nach ganz erheblich lebhafteren und schreckhafteren foundation Maine-Coons.
Anfangs war ich richtig verblüfft, wie anpassungsfähig und genügsam diese großen foundation farmer cats- Nachkommen sind, wenn sie sich erst einmal mit ihrer Umgebung vertraut gemacht haben. Fremden Besuch oder geruchsmässige Veränderungen in meiner Wohnung schätzen sie jedoch garnicht. Die Nachbarin wurde während ihres ersten und somit auch letzten Besuches massiv angegriffen und wo der Heizungsmonteur gesessen hat wurde markiert.
Geht ein Fremder, oder anderer Mieter an meiner Wohnungstüre vorbei, krurren sie wie zwei alte Rottweiler und starren Richtung Türe. Andererseits sind sie unglaublich anhänglich, verschmust und geradezu fanatisch auf mich fixiert. Sie weichen mir niemals mehr wie 1 oder 2 Meter von meiner Seite. Egal ob ich Dusche, im Bett liege oder in der Küche stehe. Meine Maine Coons sind ausnahmslos immer bei mir. Wenn ich das Haus verlasse, sitzen sie oft stundenlang auf der Fensterbank und warten darauf, das ich nach Hause komme.
Wenn ich meinen Katzen dagegen Freigang gewähren würde, wäre ich mir dagegen nicht mehr so ganz sicher, ob ich die nochmal wieder sehen würde. Ich denke der angeborene Flucht und Jagdinstinkt ist bei meinen beiden Katzen genetisch fixiert und wird sich so leicht nicht dressieren lassen. Ihre Natur ist stärker wie ihre Liebe zu mir.
Meine Sternenkatze Jenny, ebenfalls Maine Coon, wies übrigens ähnliche Eigenschaften und Verhaltensweisen auf, wie die Beiden und dafür liebe ich sie.
Dennoch bin ich froh, dass ich sie überall mit hinnehmen kann, sogar zum Tierarzt, solange die Beiden zusammen bleiben dürfen und ich in ihrer Nähe bin.
In fremden Wohnungen dagegen scheinen sie sich gleich heimisch zu fühlen, was den Katzen meiner Freundin garnicht gefällt, sie haben schreckliche Angst vor meinen großen Katzen. Nataschas Hunden zeigten die Beiden gleich, das ein Coon niemals Angst vor einer Töle hat und die uneingeschränkte Macht im Hause hat.
Diese diametralen und zum Teil recht komplizierten Verhaltensweisen wirken zunächst einmal verwirrend oder gar befremdend wenn man nicht darauf steht, sind aber eigentlich geradezu typisch für die Hundkatze Maine Coon wenn man mal nach der Charakterbeschreibung googelt. Und das ist ja eigentlich auch einer der Hauptgründe warum Hundeliebhaber Maine Coons kaufen und eben keine Katze.
Ein Maine Coon ist keine Katze. Ein richtiger Maine Coon ist ein richtiger Maine Coon und ist mit nichts anderem zu vergleichen.
So etwas kann man aber auch schlecht beschreiben. Jeder der mal einen Maine Coon gehabt hat, wird immer Coons haben. Das lässt niemanden mehr los.
Gruss Frank