Huhu!
Herzlich willkommen im Barf Club. Also, erstmal, dein Vorgehen ist löblich, erst einlesen, dann loslegen! :smile:
Zu deinen Fragen: Es ist so, dass Katzen nicht DEN einen unumstößlichen Bedarfswert an sich haben, sondern sich der jeweilige Nährstoffbedarf in einem bestimmten Spektrum bewegt (der von Katze zu Katze auch durchaus unterschiedlich ist). Insofern sind die Bedarfsangaben nur grobe Orientierungspunkte, und du wirst ziemlich unterschiedliche Bedarfsangaben in der Fachliteratur finden. Genauso ist es mit dem Fleisch an sich: Der angegebene Nährstoffgehalt ist nur ein Mittelwert, das heißt, in dem konkreten Stück Fleisch ist vielleicht ein bisschen mehr oder weniger von X, Y, Z usw. drin. Hinzu kommt, dass die "Bioverfügbarkeiten" der einzelnen Nährstoffe durch eine wahnsinnig große Menge an Faktoren beeinflusst wird. Also: Der Kalkulator (egal welcher) wird dir niemals genau den Bedarf deiner speziellen Katze berechnen können, sondern nur näherungsweise einen Sollwert bieten.
Daher ist es sinnvoll, langfristig mit unterschiedlichen Kalkulatoren zu arbeiten, die unterschiedliche Referenzwerte haben.
Warum hier trotzdem so viel Wert darauf gelegt wird, sich recht genau an die Vorgaben des Kalkis zu halten: Er bietet dir einfach einen guten Orientierungspunkt, um dauerhaft Über- und Unterversorgungen zu vermeiden. Es macht bei Leber jetzt nicht so einen wahnsinnigen Unterschied, ob du ein Gramm mehr oder weniger nimmst. Bei Bierhefe oder noch schlimmer Seealgen sehr wohl!
(Wenn du mit verschiedenen Kalkis arbeitest, werden dir zwar Abweichungen auffallen, aber eben im Kern nur graduelle. Also bei den guten Kalkis!)
Erstmal kannst du dich auf den Dubarfst-Kalki eigentlich verlassen. Vielleicht kannst du mal ein einfaches Rezept (eine einzige Fleischsorte) per Kopf und Hand und Nährstofftabelle durchrechnen (ist eine echt langwierige Sache, aber eine super Übung zum besseren Verstehen, was du da machst!) und die Ergebnisse mit dem Rezept vergleichen. Wichtig sind die Verhältnisse Calcium-Phosphor, Kalium-Natrium, und Magnesium-Phosphor.
Zu deiner zweiten Frage: Knochen kann gefüttert werden. Wichtig: Nur ungekocht (weißt du sicher!)
Warum da eine gewisse Skepsis ist, man das ganze ganz vorsichtig angehen sollte: Erstens, es gibt Katzen, die sind einfach zu doof, Knochen zu essen. (Ja, ich hab so ein Exemplar. Da steckt das Knöchelchen im Rachen fest.)
Zweitens, und das ist definitiv das größere Risiko: Es besteht die Gefahr, dass sich der sogenannte Knochenkot bildet. Ein bisschen zu viel Knochen gegeben, und deine Katze kann ein ziemliches Problem mit Verstopfung bekommen. Der Kot ist sehr hell, und sehr mürbe und fest, wenn er denn rauskommt. (Barf-Kot ist wegen der guten Verwertbarkeit der Ausgangsstoffe sowieso tendenziell fester und weniger voluminös als Industriefutter-Ausscheidungen).