Meine Katzen sind quasi Herzenskatzen.
Da muss ich wohl noch etwas weiter ausholen:
Als ich 12 Jahre alt war und natürlich noch bei meiner Mutter gelebt habe, hatte unsere
blau-creme-farbene Perserkatze (mit Näschen!) einen One-Night-Stand mit einem mir unbekannten, verwegenen Streuner.
Nunja, ein paar bezaubernde Perser-Mischlinge waren das Ergebnis.
Aus dem Wurf verliebte ich mich in ein buntes Mädchen, die ich mit der vollen Kreativität einer 12-Jährigen "Nicky" taufte.
Nicky war also fortan eine von unseren drei Katzen (eine dreifarbige Perser gehörte auch noch zu unserem Haushalt), eigentlich war sie mehr meine Katze, weil total auf mich bezogen (und ich auf sie).
Als ich dann 18 war, entschloss ich mich, nach Frankfurt zu meinem Freund zu ziehen. Leider waren in der WG, in die ich ziehen musste, keine Katzen erlaubt. Aus diesem Grund und damit meine Mutter nicht Tochter UND Katze verliert, habe ich Nicky zurückgelassen.
Doch der Wunsch nach einer befellten Gefährtin wurde so unermesslich groß, dass ich des nächtens nur noch am PC saß und mir süße Katzenbilder ansah. Und als wir endlich unsere eigene Wohnung hatten, las ich eine Anzeige: Blaues Briten-Bärchen abzugeben. Ich wusste nicht wieso, Briten gibt es wie Sand am Meer und sicherlich in näherer Umgebung, aber ich MUSSTE dieses Kätzchen haben. Das war irgendwie wie Liebe auf den ersten Blick... über Entfernung und ohne sich jemals gesehen zu haben.

Ich fuhr noch am selben Tag los, mit dem Zug, da wir kein Auto hatten, 500 km weit nach Berlin um eben dieses Kätzchen zu holen. Ohne einen Pfennig Geld standen wir vor der Tür der Züchterin.
Heute kommt es mir sehr verdächtig vor, dass jemand einem 19-jährigen Mädchen eine Katze in die Hand drückt, ihr sagt, die 400 Euro könne sie später überweisen. Aber damals war mir das alles noch nicht so bewusst und ich war vollkommen unerfahren was Zuchten betrifft.
Zum Glück ging trotzdem alles gut. Die Katzen der Züchterin waren zutraulich, ich konnte nicht erkennen, dass dort irgendetwas schief lief.
Naja... jedenfalls habe ich es keine Sekunde lang bereut! Baby ist wirklich das Allerbeste, das mir je passieren konnte!
Als ich mir dann mein Jeanchen holte, hatte ich schon mehr Erfahrung, nicht zuletzt durch meine Mutter, die 2004 mit ihrer Maine Coon Zucht begann. Aber auch hier waren es 600km Entfernung und wieder die Gewissheit, dass es DIESE Katze sein muss. Sofort Liebe auf den ersten Blick! Und wieder bereue ich kein bisschen. Die Züchter sind klasse, die Katzen wunderbar und Jeany ist ein so süßes Schneckchen.
Und zu guter Letzt habe ich mir jetzt Nicky zurückgeholt. Sie versteht sich nicht mit den Coonies meiner Mutter und nach all den Jahren, die wir uns teilweise wegen der Entfernung nicht gesehen haben, kennt sie mich noch. Sie ist jetzt wieder bei Frauchen und es geht ihr gut hier! Irgendwie so, als hat sie förmlich hierher zu mir zurück gewollt. Ist auf einmal viel lebhafter und schmusiger geworden. Bin ja auch froh, sie wieder bei mir zu haben.
Das war die Geschichte meiner drei Miezen.
Ich hatte noch ein Britenmädchen namens Belinda/Billy, die leider letztes Jahr verstorben ist und um die ich immer noch weine.
Ein Britenmädchen namens Toulouse, das inzwischen bei meiner Mutter lebt. Sie hat mal für mich auf sie aufgepasst, als ich im Krankenhaus war und seitdem gefällt es "Lucy" dort und meine Mutter mag sie total - also haben wir uns geeinigt, dass die dort bleiben kann. Ich hab Lucy gern, aber sie war eben keine "Herzenskatze", sondern wurde mir förmlich aufgedrängt.
Und ein cremefarbener Mischlingskater mitl langem Fell (sah nach Norwegermix aus), der uns total abgemagert und verwahrlost zugelaufen kam. Ich hab ihn zum Tierarzt geschleppt, aufgepeppelt und mittlerweile lebt er glücklich und zufrieden bei meinem Bruder, der ihn sehr liebt. War wohl auch sowas wie Schicksal. =)
Ich hab die drei in meiner "Katzengeschichte" nur deshalb nicht erwähnt, weil ich mir denke, dass es auch so schon kompliziert genug ist. *g*