So, da bin ich. Ich kann mir vorstellen, dass ihr bestimmt alle sehr gespannt seid
Die Therapeutin kam so gegen halb acht. Katja war schon hier und wir haben uns dann erstmal alle in mein Wohnzimmer gesetzt und ca. zwei Stunden nur über Kasi geredet. Sie hatte viele Fragen zu seinem Verhalten, die wir dann aus unseren Erfahrungen mit ihm beantwortet haben. Kurz kam auch noch mein Ältester dazu, der Kasi - glaube ich - am besten kennt.
Schon während des Gesprächs meinte sie, es wäre ein langer Weg mit Kasi, für den ich viel Geduld brauche :shock:
Ihr Therapievorschlag dreht sich rund um's Clickern. Ich muss ehrlich gestehen, davon hab ich überhaupt keine Ahnung. Sowas hab ich bei all meinen Katzen nie gebraucht.
Nach den zwei Stunden sind wir dann zur Gittertür gegangen. Kasi saß schon dahinter, er hatte uns wohl gehört, als ich in der Küche sein Futter zurechtgemacht habe.
Die Therapeutin hat dann versucht, ihn per Löffel durch das Gitter zu füttern. Die ersten Löffel gingen voll daneben, weil er sofort mit seinen Pfoten versucht hat, durch das Gitter an die Hände zu hangeln. Es war echt mühsam, ihn abzulenken, damit man den Löffel durchstecken konnte und er das Futter dann vom Löffel runternahm. Dann wurde geklickt. Mal abgesehen davon, dass das auf Kasis Seite der Tür 'ne Riesensauerei gab, hat das fast 'ne dreiviertel Stunde gedauert, bis der Teller leer war. Katja war inzwischen schon nach Hause gegangen, es war ja schon zehn.
Anschließend sind wir noch da sitzen geblieben, haben uns weiter unterhalten und die Therapeutin hat ihn durchs Gitter beobachtet. Genau wie ich ist sie der Meinung, dass die Lebensumstände bei mir nicht schön für ihn sind. Durch sein Eingesperrtsein richtet sich sein für Katzen natürliches Jagdverhalten auf uns Menschen.
Sie meint, selbst wenn ich dieses Jagdverhalten mit dem Training jetzt für mich/uns in den Griff bekomme, kann es bei der nächsten Familie wiederkommen, wenn er dort wieder in einer Wohnung lebt. Er muss unbedingt nach draußen, um sein ausgeprägtes Jagdverhalten draußen ausleben zu können.
Auch ist sie der Meinung, dass das Nach-Draußen-Gehen für ihn viel mehr Wert hat als menschliche Nähe, die er sicher auch braucht. Auf die er aber verzichten könnte, wenn er dafür draußen leben könnte. Zum Beispiel auf einem Bauernhof, wo die Landwirte sich ja eher nicht so viel Zeit für ihre Tiere nehmen.
Hätte Kasi quasi die Wahl zwischen Pest und Cholera (Rausgehen oder Menschen), würde er Rausgehen wählen.
Schöner wäre es natürlich, wenn er beides haben könnte :grin:
Abschließend habe ich dann noch Gunda angerufen und per Lautsprecher haben wir dann den gesamten Abend Revue passieren lassen, so dass Gunda auch über alles informiert ist.
Fotos habe ich jetzt heute keine gemacht. Der Tag war - obwohl ich frei hatte - wieder bis oben hin vollgestopft, da bin ich nicht zu gekommen
