Hallo Mädels,
ich war heute Morgen schon mit Misto beim Not-Tierarzt.
Vor ein paar Tagen hing sie wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Hat nur geschlafen, nicht gut gefressen, das Fell wurde glanzlos und struppig... Ich dachte, sie hätte eine Erkältung, weil sie auch des öfteren genießt hat. Dann war es mal 2 Tage wieder besser und ich dachte, sie hat das "schlimmste" überwunden und es geht wieder bergauf. Gestern war sie mal wieder draußen und als sie wiederkam, hat sie so komisch gehumpelt, hat das linke Hinterbeinchen immer entlastet. Man hat es aber kaum gemerkt, wenn man nicht wirklich ganz genau hingeschaut hat. Als sie aber dann am Abend aufs Bett springen wollte, kam sie kaum hoch. Sie hatte keine Kraft. Die ganze Nacht lang hat sie neben mir auf dem Kopfkissen geschlafen, was sie sonst NIE (!) macht. Sie liegt normalerweise immer am Fußende.
Habe kaum geschlafen. Um 5 Uhr morgens wieder wach gewesen und festgestellt, dass es Misto schlechter ging. Sie konnte kaum laufen, war immer in so einer Art "Schutzhaltung", dh. sie hat immer so nen leichten Katzenbuckel gemacht, als müsste sie sich zusammenkrümmen. Es lag also nicht (nur) an ihrem Beinchen, da war noch irgendwas anderes faul. Gefressen hatte sie kaum was und hat sich stattdessen direkt wieder hingelegt.
Tja, was hätte ich machen sollen... Katze eingepackt und zum Tierarzt gefahren. Zum Glück zu dem Tierarzt, der auch Jelly behandelt hat. Der ist ja ganz lieb. Trotzdem meinte er auch, es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder, er gibt mir "auf gut Glück" für Misto ein Antibiotikum mit, in der Hoffnung, dass das ausreicht - oder aber wir legen sie in eine kurze Narkose, um sie vernünftig behandeln zu können. Es ist wirklich zum heulen; sie lässt sich überhaupt nicht behandeln, es gab keine Chance, sie ist viel zu ängstlich und panisch vor fremden Menschen....
Ich stand also vor der Entscheidung, Sedierung oder nicht. Ich hab in meiner Panik erstmal angefangen zu heulen. Das Trauma sitzt eben tief. Als ich das letzte Mal so eine Entscheidung treffen musste, ist meine geliebte Pounci nicht mehr aufgewacht. Was, wenn Misto auch was am Herzen hat? Was, wenn sie auch entzündete Organe hat?! Wie gesagt, äußerlich ist absolut nix zu sehen, es muss also von innen kommen. Was also, wenn sie die Sedierung auch nicht packt? Was tun?!
Letztendlich entschied ich mich für eine Kurznarkose. Ich wollte mitkommen; wollte Misto nicht alleine lassen, aber der Tierarzt war bald am Ende mit seiner Geduld. Er meinte, das geht so nicht. Entweder wir machen es nach seinen "Regeln", oder ich muss mir nen anderen Tierarzt suchen. Ich war völlig aufgelöst. Im Nachhinein tut der arme Mann mir furchtbar leid. Kein Wunder, dass er so reagiert hat; hätte jeder. Mir blieb nichts anderes übrig, als Misto in seine Hände zu geben und darauf zu vertrauen, dass sie die Narkose so gut wie möglich überwachen, damit auch ja nichts passiert und mein geliebtes Tier hinterher auch wieder aufwacht...
Ich wartete über ne halbe Stunde im Wartezimmer und hab nur geheult dort, ich konnte nicht anders; die Gedanken kreisten nur um Pounci und was "damals" passierte. Die Angst sitzt einfach zu tief. Ich stellte mir vor, Misto das letzte Mal gesehen zu haben... Ich bekam Panik, sie auch zu verlieren. Undenkbar. Unvorstellbar. Unerträglich.
Mir purzelten tausende von Steinen vom Herzen, als der Tierarzt wiederkam und zu plaudern anfing. Ich musste ihn erst einmal unterbrechen: "Geht es ihr denn gut?! Ist sie wach, lebt sie noch?!" - "Aber ja, alles in Ordnung." - Puhh... Sie lebt. Sie lebt. Sie lebt.
Letztendlich konnte der Doc nichts feststellen. Sie hat kein Fieber, sie hat nichts am Beinchen, sie ist in einem guten Nährzustand. Am Herzen hat sie auch offenbar nichts, zumindest von den Herzgeräuschen her nicht. Er hätte jetzt das Bein zwar noch röntgen können, was aber Schwachsinn gewesen wäre. Gebrochen hat sie nichts und alles andere hätte der Arzt ertastet. Ich meinte, dass es was an den Organen sein muss. Schon allein wegen der gekrümmten Haltung, etc. Sie entlastete später nicht nur das linke Bein, sondern irgendwie beide Hinterbeine. Die ganze Haltung, bzw. der Gang war verändert, als müsste sie alles schonen. Nun, dafür wurde ihr Blut abgenommen. Ein großer Bluttest wird gemacht und nächste Woche weiß man mehr...
Der Arzt spritze ihr noch ein Antibiotikum und Schmerzmittel. Jetzt muss ich abwarten.
Das alles war heute Morgen. Inzwischen geht es ihr etwas besser; sie hat was gefressen und - was mich am allermeisten überrascht: Ihr Fell ist wieder schön. Es war zuvor sooo zerrupft und schon fast "kratzig"... Jetzt liegt es wieder schön am Körper an, ist glänzend und weich. Das zeigt mir, dass es ihr wieder besser geht. Sie hat aber immer noch Probleme, zB. aufs Sofa zu springen, etc. Ich hab deswegen Angst, sie könnte vielleicht auch eine Nierenentzündung haben oder sowas in der Art. Was sollte es sonst sein? Ich rätsel schon die ganze Zeit. Nur der Bluttest wird mir mehr sagen können. Und bis dahin wird die süße Maus in warme Decken gehüllt und liebevoll bekuschelt.