Meine drei sind Freigänger und passionierte Mäusejäger, daher muss ich regelmäßig entwurmen, wobei ich versuche, es so gering wie möglich zu halten. Aber 2x im Jahr ist eigentlich ein Muss, auch wenn meine TÄ für 4x plädiert.
Aaaaber, bei unsere Kleinen habe ich letztes mal zugewartet und dann fing sie an auf dem Popo zu rutschen, also - Wurmkur. Das hat sie dann fast mit dem Leben bezahlt. Die TÄ hat mir erklärt, dass die Würmer bei einer Wurmkur Gift absondern, wenn sie sterben. Sie war dermaßen verwurmt, dass sie quasi durch die Menge an absterbenden Würmern vergiftet wurde. Sie hat es fast nicht überlebt. Nur durch Infusionen, Antibiotika und eine Woche Klinik hat sie es mit Ach und Krach überstanden (und ich war einen Tausender los). Zusätzlich dürfte sie auch noch allergisch auf die Wurmtablette reagiert haben, die meine beiden Großen seit Jahren problemlos vertragen.
Durch diese unschöne Erfahrung bin ich wirklich im Dilemma. 4x im Jahr ohne Indikation oder doch gering halten mit dem Risiko, dass die Verwurmung sehr hoch ist? Ich weiß es wirklich nicht.
Manche Würmer sondern tatsächlich Gifte ab, die für Katzen schädlich sind.
Allerdings treten die oben genannten Probleme eher auf, weil die Katze auf das Gift der Wurmkur reagiert, das noch ungleich stärker ist.
Deswegen wird ja gerade von regelmäßigen Wurmkuren abgeraten.
Weil diese Auswirkungen wesentlich öfter auftreten als man denkt.
Ich würde bei Freigängern dazu raten, statt einer vierteljährlichen Wurmkur lieber vierteljährlich den Kot kontrollieren zu lassen. Dafür den Freigänger nicht hinaus lassen, bis im KaKlo Kot abgesetzt ist. Würmer sind meist schon mit bloßen Auge zu erkennen, Bandwürmer sitzen meist am After. Und den Rest erledigt ein Test beim Tierarzt, der etwa 20 Euro kostet.
Dafür ist keine umfangreicher Kotuntersuchung notwendig, dass kann der Tierarzt unter dem Mikroskop machen.
Und es muss dafür in der Regel auch nicht 3 Tage gesammelt werden.
Das gilt für andere Parasiten, wie z.B.
Giardien, die nicht bei jedem Kotabsatz ausgeschieden werden. (Ein Giardienschnelltest kostet auch etwa 20 Euro. Ein positives Testergebnis ist immer zutreffend, während ein negatives Testergebnis auch fehlerhaft sein kann. Wenn der Verdacht besteht empfiehlt sich eher eine gründliche Kotuntersuchung.)
Ist der Kottest negativ, braucht es auch keine Wurmkur.
Wenn dann doch Würmer vorhanden sind, kann man auf die biologische oder chemische Variante zurückgreifen. Man muss bedenken, dass gerade die Wurmkuren auf Kräuterbasis für Katzen auch nicht ohne sind, denn Katzen reagieren sehr sensibel.
Auch wenn es pflanzliche Mittel sind, heißt es nicht, dass diese ungefährlich sind.