Der Jahresrückblick fällt mir wie wohl vielen dieses Jahr schwer. Für mich selbst hat die Pandemie bisher nicht so große Einschnitte gebracht wie für andere, ich bin nicht so betroffen und bisher zum Glück auch gut und gesund dadurch gekommen. Trotzdem hat das Jahr viele Veränderungen gebracht, viel Kraft gekostet. Es war sehr arbeitsreich, aber auch sehr erfolgreich.
Angefangen mit dem Umbau des Hauses für Marek und seine Eingewöhnung in meine Gruppe – was beides nicht einfach war und viel Zeit und einiges an Nerven gekostet hatte.
Zeitgleich lief zu beginn des Jahres mein beruflicher Neuanfang, der mich unendlich viel Kraft kostete – bin ich doch nicht mehr die Jüngste und alles nochmal neu lernen war nicht einfach. Zwar hat das keinen direkten Bezug zu meiner Pflegestelle, aber doch tatsächliche Auswirkungen, da ich dort sehr viel mehr Zeit und Kraft investieren mußte, die mir dann zu Hause oft gefehlt hat und so mich immer mal wieder an den Rand meiner Kräfte brachte alles und allem gerecht zu werden. Zwar hat sich das nach und nach gut eingependelt, doch das Pendel ist nach wie vor nicht mehr so einfach in Richtung Katzen schiebbar wie früher und daher wird auch weiterhin das nicht mehr ganz so easy laufen wie in den Jahren zuvor. Auch ist dadurch privat einiges an Problemen zutage gefördert worden, deren Auswirkungen ich jetzt zu spüren bekomme und für die ich im nächsten Jahr den Preis zahlen werde. Doch das ist das Leben und ich finde den Weg…
Was die Pflegekatzen betrifft war das Jahr ebenso sehr arbeitsam, aber erfolgreich. Bestimmt wurde dieses Jahr erst durch die Ludwigsfelder Gruppe, die in Zusammenarbeit mit einer anderen Tierschützerin lief und zum Ende des Jahres jetzt durch die Oderbruchkatzen, die mich bestimmt auch noch im nächsten Jahr einige graue Haare kosten werden. Dazwischen wieder einige Katzen aus Jena und Sachsen-Anhalt und aus Berlin, aber auch von weiter weg.
Aus 2019 waren noch 7 Katzen zum Jahresanfang bei mir, die ich auch zeitnah in ein gutes Zuhause vermitteln konnte:
Ilja, der süße schwarz-weiße Berliner, der sich ganz langsam in sein Zuhause einschleicht
Laura, das niedliche Tigerhäschen, die jetzt zufrieden mit ihren Kumpels durch ihre kleine Freiheit flitzt
Philmore, der süße rote Fratz, der nun glücklich mit seinem Kumpel kuschelt
Irina, die hübsche Rote, die nun ihre neuen Menschen becirct statt mir das Herz zu brechen
Georgia und Tabea, die beiden hübschen Bunten, die sich hier gefunden hatten und nun zusammen im neuen Glück sind
Und die kleine rote Cassy mit dem Herzfehler, die wenigstens ein paar schöne Monate erleben durfte und nicht draußen einsam im Gebüsch sterben mußte wie ihr Geschwisterchen… Du bist unvergessen meine Süße…
Das Jahr begann dann mit Jade und Kendra, die beiden Jenaer Mädels, die zusammen ein tolles Zuhause fanden, das sich als wirklich kompetent und geduldig mit den scheuen Mäusen erwies.
Lawrenz, der superscheue Futterstellenkater, der jetzt mit seinen Dosis kuschelt
Banjo, der einäugige Spatz, der nun zusammen mit Stös Dachbodenkater Mäxchen ein tolles Zuhause hat.
Der intelligente Rover, der jetzt mit seinen neuen Kumpels im Garten rumflitzt.
Die hübsche Langhaarmaus Yasmara, die sich die neue Welt der Menschen im neuen Zuhause Stück für Stück erobert.
Jungspund Kaled aus Jena, der nun mit seinen vielen Kumpels glücklich rumtobt und Unfug anstellt.
Onisha, die nun statt ängstlich zitternd im Müll zu sitzen im neuen Zuhause glücklich sich rumrollt.
Luca, der nun versucht Bryan zu sozialisieren und dabei zeitgleich von seiner neuen Dosine auf den Menschen sozialisiert wird.
Schiefköpfchen Mineli, die mich einige graue Haare gekostet hat mit ihrer Problematik – und nun zahnlos im neuen Zuhause endlich einer schmerzfreien Zukunft entgegenspielt.
Das Überraschungspaket Macia, die ihr Mitbringsel bei mir auspackte und mir so nach vielen Jahren mal wieder das Wunder einer Kittengeburt und Aufzucht bescherte (wenn ein kastrierter Kater Kitten gebärt… Jaja… grins). Ihre drei kleinen Ü-Eier Yuam, Inola und Takira durften dadurch ohne Überlebenskampf großwerden und flitzen nun in ihren Zuhauses um die Wette. Und auch Macia hatte nach langer Zeit sich dann mit den Menschen angefreundet und taut jetzt im neuen Zuhause auf.
Dann kamen die Müllkatzen, deren Zukunft dort auf der Deponie wohl alles andere als rosig gewesen wäre:
Der süße rote Paco von der Mülldeponie, der schneller vermittelt war als ich ihn kennlernen konnte und nun im neuen Zuhause seine Familie beglückt statt in der Müllpresse zu enden…
Brüderchen Tamo, der ein schweres Erbe antreten mußte und diese Fußstapfen aber gut ausfüllt und dabei viel Freude (und Unfug) verteilt.
Brüderchen Salem, der sich nach einer Ehrenrunde in der falschen Familie nun in der richtigen Familie um die Zähmung der Kinder bemüht
Schwesterchen Nehele, die Powerelfe, die ihren Elfenstaub über ihr neues Zuhause verteilt und so Love Peace and Harmony bringt
Dann kam Dairo wieder zurück und lernte hier erneut, dass das Leben auch schön sein kann – und setzt dies nun im neuen neuen Zuhause fort.
Seine Ex-Kumpeline Ivory, die ihm hier geholfen hat wieder Fuß zu fassen, kümmert sich nun im neuen Zuhause um Ex-Pflegi Carley – zwei die sich nicht kannten und doch dasselbe erlebt haben…
Sein Kumpel Olios durfte dem nächsten Rückkommer des Jahres beim wieder Fuß-fassen helfen: Yuri, der 2 mal tolle Zuhauses fand, aber dort mit den anderen Katzen nicht warm wurde, fand nun in Olios den passenden Kumpel und durfte mit ihm zusammen zu tollen Menschen mit Geduld ziehen, wo sie sich Stück für Stück ihr Leben erobern.
Der zersauste Jenaer Bandit darf nun als stolzer Räuber das Herz von 2 Ex-Pflegidamen stehlen und bemüht sich fleißig dabei.
Der Messikater Peti mit dem Grummelblick bemüht sich fleißig um die Gunst seiner neuen Kumpels und zeigt dabei sein erlerntes können.
Sein Sohn Modou erlebt im neuen Zuhause zum ersten mal wie ein Katzenleben sein soll und findet es toll.
Der ungewollte Streuner Lazlo hat in seinem neuen Zuhause das passende Gegenstück gefunden, dass er umköpfeln darf.
Der kleine Oderbruch-Herzensbrecher Bambam darf nun im warmen glücklich kuscheln und mit seinen Kumpels rumflitzen, statt allein in der Kälte zu sitzen
Und Angsthäschen Vivien muß nie mehr im Schatten des Waldes wie ein Geist herumhuschen, sondern darf nun sicher im neuen Zuhause offen herumstolzieren.
Schönling Armando braucht nie mehr für Futter und Zuwendung die Autobahn zu überqueren, sondern liegt nun zufrieden im Bett der neuen Besitzer.
Und Oderbruch-Schwarzling Sanchez sammelt jetzt glücklich Streicheleinheiten im neuen Zuhause statt Zecken im Gestrüpp.
Hier sind nun noch Baxter, Graven, Inui, Jordy, Simeon, Cyro, Gerome, Geza, Wenya und der kleine Rowdy, der aber „auf Absprung“ ins neue Zuhause ist.
Und ein Neuzugang wartet darauf seinen Platz einzunehmen: der ältere Kater Kamon sitzt im geheizten Holzhaus statt in der Kälte. Kamon tauchte bei einer sehr abgelegen wohnenden jungen Frau auf und bettelte dort um Futter. Er ist bereits kastriert und hat die klassische „Kastrakerbe“ im Ohr, (fast) keine Zähne mehr und wird auf ca. 10 Jahre geschätzt. Allem Anschein nach also ein Streuner, der irgendwann mal bei einer Kastra-Aktion kastriert wurde und nun aufgrund fehlender Zähne und Kälte nicht mehr weiter wußte und sich daher an die Menschen gewandt hat. Da auf dem Hof auch der scharfe Vermietershund wohnt, konnte die junge Frau ihn nicht behalten und hat auf FB verzweifelt nach Hilfe gesucht. Von den örtlichen Vereinen hat sie den üblichen Spruch zu hören bekommen: das ist ein Streuner, geben Sie kein Futter, dann geht der auch wieder… Danke – und wie soll ein Streuner ohne Zähne draußen ohne Futter überleben??? Soll er die Mäuse Tot-lutschen?? Deshalb hab ich nicht gezögert und ihn aufgenommen. Er ist völlig ausgehungert, frißt wie ein Scheunendrescher und ist zahm und dankbar für jede Zuwendung.
Mit Rowdy sind es 36 Katzen, die den Überlebenskampf gegen ein Zuhause eintauschen durften. 10 Katzen hoffen nun noch auf ihr Glück, müßen noch etwas lernen, vielleicht auch etwas gesünder werden, bevor sie dann im nächsten Jahr in ihr neues Leben starten können.
All dies ist nur möglich, weil ich die Unterstützung bekomme, die ich brauche um dies überhaupt schaffen zu können. Zusammen kann man soviel erreichen, allein hat man keine Chance. Ich bin dankbar für alles was ich habe, für die viele Unterstützung, das Netzwerk, die Kontakte...
Und so sitze ich jetzt hier in meinem schick und Marekgerecht umgestalteten Wohnzimmer mit einem glücklich im Kissen kuschelnden Marek nebst allen anderen meiner Mietzen um mich rum. Dieser Frieden hier in meinem Haus ist mein Ruhepol und gibt mit die Kraft die ich brauche.
Das neue Jahr wird hart starten, neben Corona wird es auch privat wieder Veränderungen für mich geben, die mich einige Kraft kosten werden. Doch ich werde mein bestes geben um das nicht auf dem Rücken der Katzen auszutragen. Eventuell werde ich zeitweilig die Menge der Tiere wieder etwas kleiner halten müßen, aber die Pflegestelle gehört zu meinem Leben dazu, ist ein fester Bestandteil geworden und wird dies auch im nächsten Jahr bleiben.
Auch wenn mir derzeit - wie so vielen anderen auch - nicht zum jubeln ist, so weiß ich doch, dass nach schweren Zeiten wieder Gute kommen… es wird Frühling werden und die Sonne wird scheinen – darauf freue ich mich und wünsche daher allen das Beste fürs neue Jahr – packen wirs an, es wird werden!