Geduld, Geduld, Geduld, das kann ich – ebenfalls eine Ultra-Anfängerin – Dir auch nur raten. Und wenn möglich: etwas weniger „Erwartungen“ an die Katzis richten! ;-)
„Ankommen“ kann mehr oder weniger lange dauern und auch unterschiedlich aussehen. Gib Dir und euch mal ein paar Monate Zeit. Beobachte sie nicht ständig und denke nicht gleich: Die werden NIE so, wie ich es mir vorgestellt habe. Lass sie im Kontext freundlicher Menschenruhe und Menschengelassenheit selbst bestimmen, was läuft. Egal ob sie Dir mal das Hinterteil oder den Kopf zuwenden. Und mach Dir vielleicht auch eines klar: Katzen sind Katzen. Die eine springt auf den Schoß und will ständig gekrault werden. Die andere mag das nur manchmal. Die dritte findet „Schoß“ doof und holt sich eher selten einen Krauler ab. Und die vierte lebt ein Leben lang glücklich und zufrieden ganz ohne Kraul-Kontakt. Da steckst Du nicht drin.
Ich habe vor gut einem Jahr auch zwei erwachsene Katzen (meine zwei Zwucks), die ich zuvor nur ein Mal live gesehen hatte, adoptiert: einen BLH-Kater (Lucky) und eine BKH-Katze (Daisy). Toller Kratzbaum, Bettchen und hassenichgesehn – alles war vom Feinsten hergerichtet und vorbereitet. Mein Daisy-Mupfelchen habe ich 3 Tage gar nicht gesehen (klar, ich war deswegen damals panisch), die kam nur nachts raus. Hat äußerst wenig gefressen. Die Züchterin sagte mir: Nur die Ruhe, ist alles noch im grünen Bereich! Daisylein brauchte einfach IHRE Zeit und dafür MEINE Ruhe. Für Monate war ihr Lieblingsplatz ein oller Pappkarton mit Kuscheldecke; Hängematte, Höhle und Bettchen: nee! Daisy-Mupfelchen springt auch heute NIE auf meinen Schoß, aber sie sitzt – manchmal – gerne neben mir am Schreibtisch auf „ihrem“ Stuhl und will dann ausgiebig gekrault werden. Sie ist die liebste Katze, die ich kenne, mit ihren Pfötchen könnte ich häkeln, aber sie braucht ihre Distanz, die ich ihr lasse. Bis heute frisst sie wenig, aber der Tierarzt ist mit ihrem Gewicht voll zufrieden.
Mein Lucky-Prinzchen hingegen taute viel früher auf, hatte und hat aber auch sein „Eigenleben“. Auch er springt nie auf den Schoß, sucht aber täglich auf der Couch oder im Bett (er kam aber erst nach Monaten ins immer offene Schlafzimmer; Daisy hingegen hat noch nie im Bett geschlafen) meine direkte Nähe. Kurzkraulen ist dann angesagt (und mit einer enormen Schnurrgeräuschkulisse verbunden), nie zu lange, sonst ruckt die Rute unruhig hin und her, und das heißt für mich: STOP! Er hat nach dem Einzug relativ schnell gefressen, aber auch nie übermäßig viel. Er hält wie Daisy sein Gewicht, und der Tierarzt ist sehr zufrieden.
Ich bin damit gut gefahren, an meine Mäuse keinerlei Erwartungen zu stellen, vor allem nicht in Bezug auf Kuscheln, Anfassen, Kraulen etc. Das soll jetzt nicht belehrend klingen, aber jede Katze ist ein Individuum, das Nähe und Distanz am liebsten selbst bestimmt. Darüber hinaus sind BKH ja auch insgesamt nicht als die großen Kuschelbären bekannt. Ist nicht böse gemeint, aber versuche mal, die beiden jetzt einfach ohne wenn und aber als DEINE (im Sinne von „Familie“) zu betrachten, ohne sie mit einem Ideal- oder Optimalbild abzugleichen. Wenn Du ihnen Ruhe, Zeit und Zuwendung gibst, werden sie sich so entwickeln, wie sie sich eben entwickeln können. Vielleicht wird das Püppchen immer etwas scheu sein, so what? Vielleicht auch nicht.
Nimm die Mäuse so an, wie sie sind, dann wird es ihnen gut gehen, und sie werden euer Leben bereichern. Und so wie Du Deine Kinder beschreibst, das wird schon!!!
Herzliche Grüße
von den zwei Zwucks und mir