Liebe Bärbel,
das Wegräumen der Gegenstände ist so eine Sache.
Was Annie betrifft, habe ich am nächsten Tag (und auch nur mit Unterstützung einer Freundin) erstmal Toilette, Kratzbaum, Näpfe und Schlafgelegenheiten weggeräumt. Auch mehr auf "Empfehlung" meiner Freundin. Ich habe 2 Stunden gebraucht, ehe ich mein "ok" dazu gegeben habe. Aber ich merkte, dass es ok für mich ist und wusste, ich kann die Sachen jederzeit wieder aus dem Keller holen und aufstellen, wenn ich möchte. Ich glaube aber, das war für mich auch nur hilfreich, weil ich eh erstmal eine Woche woanders geschlafen habe und als ich wiederkam, nicht dieses erschlagende Gefühl hatte, eben weil schon alles weggeräumt war. Das hätte ich selber nicht gedacht...
Zuvor habe ich aber von allem Fotos gemacht. Wo was stand u.s.w., damit ich mir die Bilder immer wieder anschauen kann, wenn ich möchte. Aber der Schmerz ist, so glaube ich, deswegen nicht mehr ganz so präsent.
Bei Mimi war es eher so, dass meine Mutter alles weggeräumt hatte (sie lebte ja bei ihr). Das war allerdings furchtbar schmerzhaft. Da, wo Mimi's Schlafplätzchen waren, war nun ein Krug oder auch gar nichts mehr (meist schlief sie auf einem Kissen auf einem der Fensterbänke). Ihr Körbchen, das man am Heizkörper befestigen konnte und in meinem Zimmer hing, war plötzlich auch weg. Die leere Ecke mit den Spuren des Körbchens hat mich die erste Nacht regelrecht um den Schlaf gebracht. Das war auch mein erster Beitrag hier. Ich kann ihn mir bis heute nicht richtig durchlesen. Das Wegräumen war damals besonders schlimm, weil mir dabei keine Zeit gelassen wurde, es aus eigener Kraft zu machen, wenn ich soweit war.
Alle kleinen Andenken habe ich auch behalten. Z.B. das Schweissband, das Annie zerfetzt hatte. Auch habe ich noch ein Stück Fell von ihr (das kommt leider daher, dass ich sie einmal mit meinem Bürostuhl erwischt habe, als sie ganz ungünstig dahinter stand :-/).
Obwohl alles weggeräumt ist, finde ich immer Trost in den kleinen Andenken, die ich liebevoll aufbewahre.
Ich denke, man fühlt selber, was einem gut tut. Evtl. kannst du ja einen vorsichtigen Versuch starten und sofort abbrechen, wenn du merkst, dass du noch nicht soweit bist.
Lieben Gruß und fühl' dich gedrückt
