So, jetzt etwas ausführlicher.
Zuerst mal: wie läuft eine richtige Quarantäne ab (rein theoretisch, ist jetzt nicht auf Deinen Henri bezogen!). Oberstes Prinzip ist: keine andere Katze hat mit der Quarantänekatze Kontakt. Weder direkt noch indirekt. Was heisst, Quarantänetier sitzt in seinem Quarantänezimmer, welches immer geschlossen ist und wo man auch nicht von draußen an der Tür schnüffeln kann etc.
Idealerweise liegt also das Quarantänezimmer in einem Raum, der durch einen Flur oder so von den Räumen, in denen die anderen Katzen sind, getrennt ist (so dass noch ein „Zwischenraum“ davor ist). Das ist vor allem bei Katzenseuche absolut notwendig.
Jeder, der das Quarantänezimmer betritt, wäscht sich vorher die Hände (damit man den kranken Katzen nicht noch was reinschleppt). Bei Katzenseuche zieht man vorher alles aus, und zieht in dem Raum was anderes an. Niemals darf ein Gegenstand oder eine Klamotte, die man in dem Seuchenzimmer berührt hat, da raus. Schuhe, Kleider, alles muss da drin bleiben, und beim Rausgehen desinfiziert sich jeder von oben bis unten mit dem geeigneten Desinfektionsmittel (Oberflächen mit Virkon S, Haut mit Sterillium Virugard).
Soweit das Programm, das beispielsweise bei einer Katzenseuchequarantäne ablaufen muss bzw. bei sehr kranken Tieren, bei denen man nicht weiss, was sie haben.
AAAAABER … so schlimm ist es bei Henri ja nicht. Bei Euch kanns also entspannter zugehen. Erster Schritt ist aus meiner Sicht, Henri gut abzuchecken. Also wirklich herauszufinden, WAS er überhaupt hat. Sind das Bakterien, oder Viren … kommt das mit der Nickhaut von Würmern oder ist es eine Bindehautentzündung (diese kann ebenfalls viral oder bakteriell sein, das findet man durch einen Abstrich heraus).
Wenn Du dann weißt, „wer der Feind ist“, kannst Du ganz gezielt vorgehen und auch die Ansteckungsgefahr für Deine Meggie einschätzen. Das heisst für Henri aber auch, dass er ein paar Tage in der Tierklinik zubringen sollte, damit die rausfinden, was er hat. Gerade diese Schnupfenkomplexe sind oft hartnäckig, und können die Katze sehr quälen. Ist also ganz wichtig, die richtige Behandlungsmethode herauszufinden (bei Bakterien das passende Antibiotikum, bei bestimmten Viren Feliserin oder Zylexis, manchmal auch Interferon – das kommt darauf an).
Wenn Henri dann bei Euch zuhause ist: ab ins Bad und dort schön alles rein für ihn, Bettchen, Klo etc. Bei mir ist das Bad für die Quarantäne sehr praktisch, denn ich hab das Klo getrennt davon nebendran. Man muss also nicht andauernd ins Bad, wenn hier mal wer „muss“. Aber das geht auch mit dem Klo im Bad mit der Quarantäne. Ich würd Dir raten (wenn noch akute Ansteckungsgefahr besteht - das sagt dir die Tierklinik), einfach eine „Überzieh-Garnitur“ bereitzulegen (ein großer Schlafanzug oder Trainingsanzug und Pantoffeln/Socken, die Du später bei mindestens 60°C waschen kannst), die vor dem Bad unerreichbar für Meggie auf dich wartet – die ziehst Du über Deine Klamotten drüber, gehst rein zum Süßen, knuddelst den ordentlich etc. – danach die Über-Garnitur ausziehen, verstauen, ausgiebig Hände waschen und gut ist.
Weiss nicht, ob Du allein lebst: allein ist das gar kein Problem, mit Männe und eventuell Kindern wird es komplizierter, das seh ich ein.
Wenn dir die Klinik sagt, die Ansteckungsgefahr ist nicht sooo dolle, dann muss das mit der Überziehgarnitur nicht unbedingt sein, aber Pfotenwaschen und Trennen ist aus meiner Sicht ganz wichtig. So lang, bis der Süße gesund ist, also auf jeden Fall symptomfrei.
Jedenfalls würde ich es so machen - hab es auch schon gemacht, es ist echt keine Hexerei und es geht vorüber.
Aber wie gesagt: an erster Stelle steht eine gute Untersuchung von Henri, damit Du weisst, was der Süße hat und wie Du es in den Griff kriegst.
Viel Glück!!