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Diskutiere Post aus Bayern im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Der Unfall Wieder einmal sitze ich zum Monatsende in meinem Büro und erledige den monatlichen Papierkram. Ich muss die Bedarfsmeldung für den...
  • Post aus Bayern Beitrag #381
Der Unfall

Wieder einmal sitze ich zum Monatsende in meinem Büro und erledige den monatlichen Papierkram. Ich muss die Bedarfsmeldung für den nächsten Monat aufstellen, eine Statistik erstellen über Zu- und Abgänge hier im Tierheim aber auch schon den vermuteten Zugang hier im Tierheim. Wobei letzteres nie genau vorhergesagt werden kann. Woher auch? Schließlich bin ich kein Hellseher. Trotzdem sitze ich hier seit vier Stunden und erledige den Papierkram.

Als ich einmal zum Fenster gehe um dieses zu öffnen, sehe ich einen Polizisten schnellen Schrittes auf mein Büro zu kommen. Irgendwie bin ich erstaunt. Ein Polizist, zu Fuß? Noch dazu bei uns im Tierheim? Ich schaue genauer hin, kann jedoch nirgends den Streifenwagen entdecken.

Dann klopft es auch schon an meiner Tür und gleichzeitig wird diese geöffnet. Ein junger Beamter den ich nicht kenne betritt den Raum und sagt zu mir: „Guten Tag! Wo ist die TÄ? Sie wird oben an der Kreuzung gebraucht! Schnell bitte!“

Zunächst bin ich etwas erstaunt. Dann frage ich ihn was er denn genau will. Er erklärt mir dann, während ich schon zu meiner Tasche greife, das es an der Straße, dort wo die Straße vom Tierheim auf die Hauptstraße trifft einen Unfall gegeben hat. Dabei sind mehrere Tiere verletzt worden. Ich frage nur noch wie viele Tiere es sind und als er mir antwortet das es über 100 sind greife ich sofort zum Telefon.

Zunächst rufe ich den Tierarzt an und setze ihn von dem Unfall in Kenntnis. Er verspricht sofort zu kommen und auch seinen Sohn mit zu bringen. Dieser ist ebenfalls Tierarzt und arbeitet in der Praxis seines Vaters. Dann rufe ich im Katzenhaus an und als abgenommen wird frage ich sofort nach Bernd.

Bernd ist ein Mitarbeiter der auch eine Ausbildung zum Tierarzt-Helfer hat, neben der Ausbildung zum Tier Pfleger. Er wird schnell ans Telefon geholt und sofort erzähle ich ihm von dem Unfall. Auch sage ich ihm um wie viele Tiere es sich handelt. Bernd sagt nur: „Alles klar. Du fährst sofort los?“ Das bestätige ich, sage ihm auch das ich mit meinem PKW los fahre.

Dann lege ich den Hörer wieder auf und sage zu dem Beamten, das er folgen soll. Ich nehme meine Tasche und laufe auf zu meinem Auto. Aus der Hosentasche ziehe ich schon meinen Schlüssel. Schnell öffne ich die Fahrertür und als ich im Wagen sitze, öffne ich sofort die Beifahrertür. Während der Beamte einsteigt, starte ich schon den Motor und sobald der Beamte sitzt, die Tür ist noch nicht geschlossen, gebe ich Gas.

Der Beamte sagt irgendetwas, doch ich kümmere mich nicht darum. Im Rückspiegel kann ich sehen wie unser Bulli beladen wird. Bernd wird schon das passende Material mitbringen zum Unfallort. Er weiß was gebraucht wird, darum habe ich ihm nicht gesagt was benötigt wird. Außerdem ist mir auch nichts über die Verletzung der Tiere bekannt.

Schon nach kurzer Zeit bin ich am Unfallort und sehe sofort den Tiertransporter der im Straßengraben liegt. Es ist nur der Anhänger der dort liegt. Die LKW selber steht noch auf den Rädern. Bei dem Hänger sind viele Leute der Feuerwehr und der Polizei. Die Feuerwehr versucht den Hänger zu öffnen. In dem Hänger sind in zwei Etagen etwa 120 Schweine untergebracht. Um die einzelnen Boxen zu öffnen, setzen die Männer Brecheisen ein. Einige der Boxen sind schon geöffnet und sobald mich die Feuerwehrleute sehen, holen sie die Schweine aus den Boxen.

Nun wird die Straße komplett gesperrt, da ab jetzt immer wieder Helfer auf die Fahrbahn treten. Dann kommt der erste Feuerwehrmann zu mir. Er hat ein Ferkel auf dem Arm, welches sich ängstlich an den Mann drückt. Er legt das Tier auf einen Tisch den die Feuerwehr oder die Polizei schon aufgebaut hat. Ich höre das Tier ab und taste es anschließend ab. Doch ich kann keine Verletzung fest stellen. Der Beamte nimmt das Ferkel und bringt es zum LKW, wo es in eine Box gelegt wird.

In diesem Moment kommt nicht nur Bernd, sondern auch der Tierarzt mit seinem Sohn. Sofort werden noch drei Tische aufgebaut. Auf zwei Tischen werden nun die Ferkel abgehört und auf zwei weiteren Tischen genauere Untersuchungen durchgeführt. Doch von den 120 Ferkeln sind nur drei (!) verletzt. Alle anderen haben nur den Schreck ihres bisherigen kurzen Lebens bekommen.

Sofort, als das erste verletzte Ferkel ermittelt wird, kommt es in den Bulli und Bernd und der Tierarzt fahren zum Tierheim. Dort will der Tierarzt das Ferkel behandeln. Bernd kommt sofort zurück und hört weiter die Ferkel ab. Der Sohn des Tierarzt untersucht nun genauer die Ferkel. Schon bald ist das zweite Ferkel gefunden und wieder fährt Bernd mit dem Tier zum Tierheim. Als er zurückkommt, wartet schon das dritte Tier auf ihn, welches auch sofort weg gebracht wird. Nun dauert es etwas länger bis Bernd wieder kommt, denn er muss zunächst den Tierarzt unterstützen.

Während wir die Ferkel noch untersuchen kommt der Fahrer des LKW zu mir und erzählt das plötzlich ein Hund über die Fahrbahn gelaufen ist. Er ist ausgewichen und dabei ist der Anhänger im Straßengraben umgestürzt. Ob er den Hund angefahren hat, glaubt er nicht, da er diesen noch hat weglaufen sehen.

Zwar werde ich hellhörig aber ich untersuche zunächst die Ferkel weiter. Irgendwann werde ich doch unruhig und ich sage zu einem Feuerwehrmann, der gerade mit einem Ferkel kommt, das er doch anschließend erst einmal die Umgegend absuchen soll, ob nicht irgendwo ein Hund verletzt in der Gegend herum liegt.

Der Mann legt das Ferkel auf den Tisch und wendet sich um. Er ruft noch drei Kameraden, dann gehen sie in die Richtung die der Fahrer ihnen gezeigt hat. Die vier wollen versuchen den Hund zu finden.
Schon nach kurzer Zeit kommt einer der Männer zurück. Sie haben das Tier gefunden, aber es ist kein Hund sondern ein Fuchs. Ich beende schnell die Untersuchung des Ferkels dann nehme ich meine Tasche und folge dem Mann. Zuvor habe ich den Sohn des Tierarzt noch informiert.

Es geht über ein Maisfeld wobei wir beide versuchen nicht auf die kleinen Pflanzen zu treten. Nachdem wird das Feld hinter uns haben gehen wir schneller und ich sehe schon nach kurzer Zeit die anderen Männer bei einem Busch stehen. Auch kann man das knurren eines Tieres hören.

„Du solltest doch den Tierarzt holen! Lauf sofort wieder los und hole ihn. Das ist der Mann dort an den Tischen.“ Bevor der Mann wieder los geht, halte ich ihn zurück: „Der Tierarzt braucht nicht geholt werden! Er kommt sobald er fertig ist! Wo ist denn nun der Fuchs?“ frage ich noch. Einer der Männer zeigt auf den Busch und sagt dabei: „Seien Sie vorsichtig! Das Biest ist bissig! Soll ich einen Polizisten holen, damit er den Fuchs abschießt?“

Ich schaue ihn nur an und schüttele dann mit dem Kopf. Als ich in den Busch blicke, sehe ich den Fuchs vor mir liegen. Das Alter von dem Tier schätze ich auf 5 Jahre. Ganz langsam bewege ich mich auf ihn zu und bin dabei am reden. Ganz dicht komme ich an ihn heran, dann wird sein knurren lauter. Jedoch immer wieder von leisem jaulen unterbrochen.

Nun mache ich etwas was ich vorher noch nie gemacht habe. Ich hole alle Materialien die ich vermutlich brauche und lege diese vor den Kopf des Fuchses. Dabei komme ich seinen Zähnen so nah, das er ohne weiteres hätte zu beißen können. Doch er macht nichts, sondern schaut mich nur an.

Ich setze mich auf den Boden und halte ihm nun meine Hände hin. Auch jetzt kann er zubeißen, aber der Fuchs macht wieder nichts. Nach kurzer Zeit lege ich eine Hand auf seinen Rücken. Zwar fängt der Fuchs an zu zittern aber er schnappt nicht nach der Hand, sondern schaut mich immer noch an. Jetzt fange ich an den Fuchs vorsichtig ab zu tasten. Als ich seinen rechten Hinterlauf berühre, fängt er lauter an zu jaulen.

Darum höre ich auf den Lauf weiter zu untersuchen und taste nun seine Rippengegend ab. Auch hier jault er lauter. Ich mache eine Spritze fertig und setze diese. Dabei sage ich zu dem Fuchs: „Jetzt wirst Du schlafen und bald wieder wach werden. Dann habe ich dir geholfen und Du kannst gesund werden. Wenn es dein Zustand zulässt werde ich dich wieder laufen lassen. Ansonsten werde ich eine Stelle für dich finden, wo Du weiter leben kannst. Aber nun schlaf erst einmal!“

Ich schicke einen der Männer zu dem Tierarzt damit er eine Trage holt. Der Mann macht sich auch sofort auf den Weg. Unterwegs kommt ihm der Tierarzt schon entgegen und als die beiden sich treffen, reden sie kurz zusammen. Dann dreht sich der Tierarzt um und geht zum Bulli aus dem er eine Trage hervor holt. Dann kommt zu uns. Als er da ist, stellt er die Trage direkt neben den Fuchs und zusammen legen wir den Fuchs darauf. Der Tierarzt und einer der Männer heben die Trage hoch und gehen zu unserem Bulli.

Dort angekommen wird die Trage auf der Ladefläche befestigt. Da der Tierarzt nicht mehr gebraucht wird, setzt dieser sich zu dem Fuchs und ich fahre langsam zu unserem Tierheim. Diese Fahrt dauert nur ein paar Minuten und als wir ankommen wird die Trage sofort aus dem Bulli geholt und in den Behandlungsraum gebracht. Dort kommt der Fuchs auf einen Rolltisch und wird anschließend geröntgt wobei ich mehrere Aufnahmen mache.
Beim Auswerter stellen wir nun fest, das der rechte Hinterlauf mehrfach gebrochen ist, sowie auch die Hüfte und 5 Rippen. Sofort wird die OP vorbereitet und dann operiere ich zusammen mit zwei TÄ den Fuchs. Leider muss der Hinterlauf komplett amputiert werden. Aber alle anderen Brüche können wir behandeln und richten. Nach der OP kommt der Fuchs in einen Nebenraum, wo schon ein Hund und zwei Katzen liegen. Diese schauen nur kurz hoch dann legen sie ihre Köpfe wieder auf die Pfoten.

Einer der Hunde steht jedoch auf, kommt langsam näher und schnuppert an dem Fuchs. Dann jault er leise und fängt an zu winseln. Ich schaue ihn an, dann lasse ich den Korb mit dem Fuchs neben den Korb des Hundes stellen. Nun ist der Hund wieder ruhig und er legt sich wieder hin.

Als der Fuchs aus der Narkose erwacht, bin ich auch bei ihm. Lange schaut er mich an, dann schaut er zu dem Hund der im Korb neben ihm liegt. Der Fuchs versucht an dem Hund zu schnuppern, aber er ist noch zu schwach um das zu schaffen. Nun steht der Hund auf und er geht vorsichtig zu dem Fuchs. Neben mir höre ich wie Annemarie scharf ein atmet, doch sie rührt sich nicht, da sie natürlich auch mit bekommt, das ich gar nichts unternehme um den Hund zu hindern zum Fuchs zu gehen.

Vorsichtig streckt nun der Hund seine Nase zu dem Fuchs und er schnuppert wieder an diesem. Aber auch der Fuchs fängt an zu schnuppern, dann legt er seinen Kopf auf seine Pfoten ohne einen Laut von sich zu geben. Nun springt der Hund in den Korb des Fuchses und legt sich zu diesem hin. Der Fuchs schaut mich an, dann fängt er an den Hund ab zu schlecken.

Nach 5 Minuten gehe ich wieder zu meinem Büro um kurz darauf wieder bei dem Fuchs zu sein. Annemarie hat mich angerufen und mir gesagt, das auch eine Katze bei dem Fuchs ist. Natürlich bin ich sofort zu dem Fuchs und habe erst einmal einen größeren Korb holen lassen. Dann haben Annemarie und ich den Fuchs in den größeren Korb gelegt und Hund und Katze gingen auch sofort in den Korb. Von nun an, waren die drei unzertrennlich und ich stand vor einem großen Problem. Wo soll ich die drei unterbringen. Denn der Fuchs kann nicht mehr in die Freiheit entlassen werden.

Erst am nächsten Tag habe ich bei einem befreundeten Mann angerufen der eine Tier Aussiedlung Station leitet. Ich schildere ihm, welches Problem ich habe und er verspricht mir, sofort zu kommen. Schon nach einer Stunde betritt er mein Büro und nachdem wir uns Begrüßt haben, erzähle ich von den Tieren. Aufmerksam hört er zu und anschließend gehen wir zum Katzenhaus.

Dort angekommen sehen wir sofort die drei in dem Korb liegen. Langsam tritt der Mann zu den Tieren und fängt an zunächst den Hund zu streicheln. Anschließend streichelt er auch die Katze um danach seine Hand dem Fuchs entgegen zu halten. Nachdem der Fuchs an der Hand geschnuppert hat, fängt der Mann an den Fuchs zu streicheln. Anscheinend gefällt das dem Fuchs denn er versucht sich auf den Rücken zu legen. Da er das noch nicht kann, streichelt der Mann den Fuchs nun an der Seite des Bauches.

Nachdem eine halbe Stunde vergangen ist, sagt er zu mir: „Weißt Du Gerda. Bei uns in der Station ist auch ein kleiner Zoo. In dem Zoo leben nur Tiere die nicht mehr in die Freiheit entlassen werden können, weil sie dort nicht überleben würden. Dorthin nehme ich die Tiere mit wenn sie gesund sind.“

Wir reden noch etwa eine Stunde zusammen, dann fährt er wieder davon. Sechs Monate später werden die drei Tiere zur Station gebracht wo sie zusammen in ein großes Gehege kommen. Immer wieder sind Schulklassen dort und besichtigen die Tiere. Dabei lässt sich auch der Fuchs gerne streicheln.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #382
Diese Woche ein bisschen früher, weil ich mich in ein paar Stunden aufmache nach Ungarn. Erst am Mittwoch werde ich wieder da sein!

Vermisst

Heute habe ich meinen freien Tag und mache einen Bummel durch die Stadt. Da es sehr warm ist, bin ich auch nur leicht bekleidet. Meine Notfalltasche führe ich trotzdem mit mir herum. Da die Tasche doch sehr schwer ist, habe ich diese auf einen Trolly befestigt und ziehe diesen nun hinter mir her. Auch jetzt ist ein Abzeichen auf der Tasche gut zu sehen.

Seit ein paar Wochen habe ich auch ein Mobiltelefon von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen. Bisher habe ich dieses aber sehr selten benutzt. Trotzdem habe ich auch dieses in meiner Handtasche dabei. Da meine Nummer aber nur sehr wenigen bekannt ist, rechne ich nicht damit angerufen zu werden.

Darum bin ich doch erstaunt als mein Telefon, ich habe gerade ein Cafe betreten, klingelt. Ich schaue zuerst auf die Anzeige und erkenne die Nummer vom ZH. Ich nehme ab und habe Bernd am anderen Ende. Er erzählt sofort weshalb er mich anruft:

„Hallo Gerda! Gerade habe ich einen seltsamen Anruf erhalten. Eine Frau, die mehrere hundert Kilometer von unserem Heim entfernt wohnt, hat angerufen weil sie ihre Katze vermisst. Sie hat mir die Katze beschrieben, danach ist die Katze bei uns im Tierheim. Wobei ich mir das nicht vorstellen kann. Was soll ich nun machen?“
Nur kurz überlege ich, dann frage ich ihn ob er die Rufnummer der Anruferin hat. Als er das bejaht sage ich zu ihm: „Rufe die Frau wieder an und lasse dir wenn möglich ein Foto der Katze schicken. Wenn sie kann soll sie es mit dem Fax machen, ansonsten per Post!“


Bernd meint auch das es eine gute Idee ist, damit die Frau nicht umsonst zu uns kommt, dann legt er wieder auf. Kurz bevor Bernd Feierabend macht, rufe ich wieder im Tierheim an und lasse Bernd an den Apparat holen. Auf meine Nachfrage was die Frau nun macht, antwortet er mir: „Die Frau schickt ein Foto per Post. Ein Fax hat sie nicht und sie weiß auch nicht wer eines hat.“

Ich rede noch etwas mit ihm, dann lege ich auf. Nun wird es auch langsam Zeit wieder nach Hause zu fahren. Darum begebe ich mich zur Bushaltestelle und als der Bus kurz darauf kommt, steige ich ein und fahre nach Hause. Dort angekommen lege ich zunächst meinen Einkauf weg, dann begebe ich mich in die Küche um mir ein Essen zu zu bereiten.

Herbert ist heute und morgen nicht da, weil er auf einer Fortbildung für Zahnärzte ist. Da diese Fortbildung nicht sehr weit von unserem Wohnort entfernt stattfindet hat sich Herbert doch entschlossen am Tagungsort zu übernachten, denn um jeden Abend nach Hause zu kommen ist der Weg doch zu weit. Immerhin müsste er auch jeden Morgen wieder dorthin fahren. Und das lohnt sich nicht für ihn.

Nachdem ich mein Essen vertilgt habe, räume ich das benutzte Geschirr weg und begebe mich anschließend ins Wohnzimmer wo ich noch etwas Fernsehen will. Da aber nichts vernünftiges läuft, entschließe ich mich dazu ins Arbeitszimmer zu gehen. Dort schalte ich das CB-Funkgerät an und lausche zunächst wo eine interessante Gesprächsrunde läuft. Bei einer höre ich länger zu denn bei der geht es um die Zucht von Tieren.
In einer Gesprächspause melde ich mich, sage jedoch nicht wer ich bin. Sondern stelle mich nur mit meinem Vornamen vor. Anscheinend habe ich genug Kenntnis von der Zucht von Tieren denn schon bald muss ich viele Fragen beantworten.

Als mein Telefon im Flur klingelt, verabschiede ich mich für ein paar Minuten aus der Runde und gehe zum Telefon. Als ich abnehme ist es Herbert und wir unterhalten uns etwa 15 Minuten lang. Dann verabschiedetet sich Herbert und sagt zu mir: „So mein Schatz! Ich gehe jetzt wieder auf das Treffen hier und morgen Abend gegen 19.00 Uhr bin ich wieder zu Hause.“ Danach legt er auf und ich gehe wieder zum Funkgerät.

Nachdem ich einige Minuten zugehört habe, stelle ich fest, das nun das Thema geändert worden ist. Jetzt ist es nicht mehr die Zucht von Tieren sondern die Unterbringung in Tierheimen. Nachdem ich mich wieder gemeldet habe, nehme ich an der Diskussion teil, sage jedoch nicht das ich die Leiterin eines Tierheim bin, sondern nur das ich dort gelegentlich arbeite. Natürlich beantworte ich wieder viele fragen nach unserem Tierheim betone aber immer wieder, das alles was ich sage, sich nur auf unser Tierheim bezieht.

So vergehen die Stunden schnell und schon bald bemerke ich, das auch Bernd sich an dem Gespräch beteiligt. Doch beide tun wir so als wenn wir uns nicht kennen würden. Als es 23.00 Uhr wird verabschiede ich mich endgültig aus der Runde.

Am nächsten Morgen stehe ich um 6.30 Uhr auf, frühstücke und mache mich dann mit dem Rad auf zum Tierheim. Dort komme ich gegen 8.00 Uhr an. Auch Bernd ist schon da und wir unterhalten uns zunächst über unser Funkgespräch vom gestrigen Abend. Dann geht er zu den Hunden und ich in mein Büro. Dort sehe ich zunächst die Post vom Vortag durch, doch ist nichts dabei was sofort bearbeitet werden muss. Zumeist handelt es sich um Werbung, aber auch um Anfragen nach bestimmten Tieren.

Von der Frau die gestern angerufen hat, ist noch kein Brief dabei, weil die Post für heute erst in ein paar Stunden kommt. Ich nehme mir die Listen der Tiere vor die im Tierheim sind und mache doch einige merkwürdige Entdeckungen. Es handelt sich hierbei aber durchweg um Hunde die auf sehr seltsame Art zu uns gekommen sind. Bei den Katzen ist alles ganz normal. Es sind Fundtiere oder wurden bei uns ab gegeben.

Als die Post kommt, fällt mir sofort ein Brief auf! Dieser ist als Eilbrief aufgegeben worden. Er stammt von einer Frau die etwa 300 Kilometer entfernt ihr zu Hause hat. Als ich den Brief öffne, fällt mir sofort das Foto einer Katze entgegen. Lange schaue ich mir dieses an, dann stehe ich auf und gehe zum Katzenhaus. Das Foto habe ich bei mir. Dort treffe ich auf Bernd und zusammen schauen wir uns alle Katzen genau an. Doch die Katze vom Foto ist nicht unter den Katzen hier im Tierheim.

Ich gehe wieder in mein Büro und rufe die Frau an. Dort sage ich ihr, das wir keine Katze die so aussieht wie die auf dem Foto bei uns haben. Sie ist hörbar enttäuscht, darum verspreche ich ihr bei jedem Tier weiter zu forschen ob nicht ihre Katze dabei ist.

Nachmittags werde ich vom Tierarzt angerufen: „Hallo Gerda! Kannst Du mal rüber kommen? Mir wurde gerade eine Katze gebracht der es sehr schlecht geht. Ich vermute eine Herzschwäche und auch eine beginnende Diabetes. Aber bei letzterem bin ich mir nicht sicher. Eigentlich müsste ich das, aber die Blutwerte sind schon sehr merkwürdig.“

Sofort sage ich ihm mein kommen in der nächsten halben Stunde zu, obwohl unser Tierheim nur 500 Meter von seiner Praxis entfernt ist. Aber ich will zunächst die restliche Post durchsehen. Bei der Post ist aber wieder nichts wichtiges dabei, welches sofort gemacht werden muss. Darum gehe ich zum Katzenhaus, sage Bernd das ich zum Tierarzt bin. Dann schwinge ich mich aufs Rad und fahre los.

Als ich beim Tierarzt ankomme sind gerade 25 Minuten vergangen. Ich betrete die Praxis und werde von der Frau des Tierarzt begrüßt. Sie bringt mich sofort zu einem Behandlungsraum in der eine Katze in einem offenen Korb liegt. Auch der Tierarzt erscheint kurz darauf.

Zusammen schauen wir uns nun die Blutwerte an. Beide kommen wir zu dem Ergebnis das die Werte nicht korrekt sind. Also muss noch einmal ein Test gemacht werden. Der Tierarzt nimmt noch einmal Blut ab und steckt dieses ins Auswertungsgerät. Während das Gerät nun arbeitet, unterhalte ich mich mit dem Tierarzt über die Katze. Irgendwie kommt mir das Tier bekannt vor. Jedoch weiß ich noch nicht woher.

Als das Auswerten fertig ist, weiß ich auch woher ich die Katze kenne. Es scheint die Katze vom Foto der Frau zu sein. Doch zunächst sind die Blutwerte wichtig. Jetzt kommen der Tierarzt und ich in der Tat zu dem Ergebnis, das bei der Katze eine beginnende Diabetes einsetzt. Sofort bekommt die Katze die erforderlichen Medikamente, dann beraten wir beide darüber, ob es die Katze vom Foto sein kann.

Da der Tierarzt das Foto nicht kennt. Schlägt er vor das ich das Foto schnell aus dem Tierheim hole. Ich mache mich sofort auf den Weg und bin schon nach 15 Minuten wieder zurück. Jetzt wird die Katze aus dem selben Winkel betrachtet die sie auf dem Foto eingenommen hat. Es scheint sich tatsächlich um die Katze zu handeln. Sofort schaut der Tierarzt nach ob die Katze eine Tätowierung hat, jedoch ist das nicht der Fall.

Trotzdem rufe ich bei der Frau an und nachdem sie sich gemeldet hat, sage ich ihr, das die Katze bei unserem Tierarzt ist und dort behandelt wird. Auf die Frage wie es den sein kann, das die Katze bei uns ist, kann ich keine Antwort geben, denn ich weiß es nicht.

Nach dem Telefongespräch, wo mir die Frau verspricht gleich am Wochenende zu kommen, frage ich den Tierarzt wie die Katze zu ihm gekommen ist. „Die Katze lag heute Morgen vor der Tür der Praxis.- Maria hat sie gefunden. Ich war schon unterwegs zu einem Bauernhof. Maria hat mich sofort informiert und bis ich zurück gewesen bin, hat sie sich um die Katze gekümmert.“

Wir beide kommen überein die Katze zunächst beim Tierarzt zu lassen und erst in zwei Tagen, am Freitag, zu uns ins Tierheim zu bringen. Dann verabschiede ich mich und fahre wieder zum Tierheim.
Am Freitagnachmittag bringt der Tierarzt dann die Katze und sie kommt sofort bei uns auf die Behandlungsstation. Dort untersuche ich noch einmal die Katze und bin Zufrieden über den Gesundheitszustand der Katze. Zwar wird sie für den Rest ihres Lebens Medikamente benötigen, wenn sie diese bekommt, wird sie aber noch ein langes Leben vor sich haben.

Am nächsten Tag klopft es an meine Tür und eine etwa 50 jährige Frau betritt mein Büro. Nachdem sie sich vorgestellt und ihr Anliegen vorgebracht hat, gehen wir zur Krankenstation. Sofort erkennt die Frau ihre Katze. Auch die Katze scheint sich zu freuen, denn als die Frau sie streichelt, beginnt sie sofort sich auf den Rücken zu legen. Auch fängt sie an zu schnurren.

Ich unterhalte mich sehr lange mit der Frau und die ganze Zeit über lässt sich die Katze von der Frau streicheln. Da die Katze noch etwa zwei Wochen bei uns bleiben muss, erkläre ich genau welche Behandlung die Katze für den Rest ihres Lebens bekommen muss. Das ist aber kein Problem, versichert mir die Frau. Dann verabschiedet sie sich und fährt wieder nach Hause.

Zwei Wochen später holt sie ihre Katze ab und holt diese zu sich nach Hause. Zweimal bin ich bei der Frau gewesen und habe mich überzeugt wie gut es der Katze geht. Diese hat ein Paradies bei sich zu Hause. Auch ein Spielkumpel ist bei ihr eingezogen. Diese ist aber nicht aus unserem Tierheim sondern aus einem anderen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #383
Schöne Geschichte und dir lieber helfen Helmut viel Spaß in Ungarn.

LG Sina
 
  • Post aus Bayern Beitrag #384
Wolfgang

Vor mir auf einem Stuhl sitzt in meinem Büro ein etwa 40 jähriger Mann. Seit etwa einer Stunde sitzt er bei mir im Büro. Er ist gekommen weil er Informationen für die Patenschaft bei einem Tier haben wollte. Normalerweise wird ihm dann Infomaterial gegeben. Doch hier habe ich eine Ausnahme gemacht. Denn dieser Mann ist blind. Einen Blindenhund hat er und dieser liegt neben ihm auf dem Boden.

Nicht weil er blind ist, habe ich die Ausnahme gemacht, sondern das genaue Anliegen bei dieser Patenschaft. Denn er will die Patenschaft für alle Tiere im Tierheim übernehmen. Mehrmals habe ich ihn auf den Kostenfaktor hingewiesen, aber das hat in nicht Interessiert.

„Sehen Sie Frau Xxxxx! Ich habe nur noch ein paar Monate zu leben. Wenn ich dann vor meinen Schöpfer trete, will ich zumindest einen Teil meines Vermögens für die Tiere hier im Tierheim lassen. Außerdem muss auch mein Brutus irgendwo bleiben. Brutus ist ein ganz spezieller Hund. Nicht nur, das er ein sehr guter Blindenhund ist, er hat auch noch eine besondere Ausbildung. Darum darf er auch nicht weiter vermittelt werden. Und wenn, dann nur in Hände die ebenfalls dieselbe Ausbildung gemacht haben wie ich seinerzeit bevor ich blind wurde. Sie müssen also immer nach der Ausbildung dieser Person fragen. Natürlich wird keiner zugeben das er diese Ausbildung hat, aber mit bestimmten Fragen die in diesem Umschlag nieder geschrieben sind, bekommen sie die richtige Antwort.“

Noch eine Stunde reden wir zusammen, doch welche Fragen ich stellen soll sagt er mir nicht. Immer wieder meint er nur, das wenn der Hund zu uns kommt, bekomme ich den Brief. Dann verlässt er das Tierheim wieder. Brutus kommt zu mir und lässt sich streicheln, dann fällt die Tür hinter ihm zu.

Kurz darauf erscheint Bernd und fragt mich, warum der Mann solange bei mir war. Er hatte ihn zu mir geführt, jedoch nicht den Grund erfahren warum der Mann da war. Nun fragt er mich und ich antworte ihm, das dieser Mann die Patenschaft für alle Tiere bei uns im Tierheim für ein Jahr übernehmen will und das wir seinen Hund zu uns nehmen sollen wenn er nicht mehr am Leben ist. Bernd ist zufrieden und geht wieder zu seiner Arbeit. Von den Bedingungen wegen des Hundes habe ich Bernd nichts gesagt.

Am Abend habe ich dann mit Herbert über den Mann gesprochen. Er findet die Sache auch sehr komisch. Besonders das der Hund nicht so ohne weiteres weiter vermittelt werden kann. Lange reden wir über den Mann mit seinem Hund Brutus. Dann gehen wir ins Bett.

Am nächsten Tag denke ich schon nicht mehr an den Mann, von dem ich noch nicht einmal die Adresse und auch nicht seinen Namen weiß. Doch im Hinterkopf bleibt er anwesend. Besonders am nächstem ersten als ich die Konten des Tierheim kontrolliere, denn es taucht auf den Auszügen eine Spende von 2000 Mark auf, die ich nicht zuordnen kann. Auch am nächstem ersten erscheint diese Spende wieder auf den Auszügen. Danach nicht mehr.

Drei Monate später klopft es an meiner Bürotür und auf mein „Herein“ betreten eine Frau und ein Mann das Büro. Neben ihnen kommt auch Brutus in mein Büro. Dieser kommt sofort zu mir und lässt sich streicheln. Dann legt er sich neben meinen Stuhl. Das Paar hat sich nur erstaunt in die Augen gesehen als Brutus mich begrüßte.

Dann stellen sie sich als Herr und Frau Meier vor. An ihren Namen glaube ich aber nicht, jedoch lasse ich mir das nicht anmerken. Wortlos übergibt mir die Frau einen Brief und erst jetzt fängt der Mann an zu reden: „Sie haben ja schon alles mit Wolfgang besprochen wie er mir kurz vor seinem Ableben sagte. Dort ist Brutus und der Umschlag der an Sie persönlich gerichtet ist. Hier habe ich einen weiteren Umschlag, der an das Tierheim gerichtet ist. Das war es von unserer Seite. Noch einen schönen Tag!“ Damit verlassen die Frau und der Mann mein Büro.

Ich muss wohl ziemlich doof aus meiner Wäsche geschaut haben, denn als ein paar Minuten später Alexandra, eine Mitarbeiterin, mein Büro betritt, fängt sie sofort an zu lachen. Erst jetzt rühre ich mich wieder und ich frage sie warum sie am Lachen ist. Als sie mir mein Gesicht vorführt muss ich auch lachen. Alexandra stellt noch eine Frage und nachdem ich diese beantwortet habe geht sie wieder zurück zum Hundebereich.

Nun schaue ich erst einmal nach Brutus der noch immer bei mir liegt. Als ich ihn streichele wedelt er mit seinem Schweif. Brutus ist ein Deutscher Schäferhund und etwa 3 Jahre alt. Warum er nicht in dem jugendlichen Alter vermittelt werden soll, erschließt sich mir nicht. Darum greife ich zu dem ersten, dem kleineren Umschlag. Neben einem Scheck über 10000 Mark enthält der Umschlag auch noch einen Brief.

„Liebe Frau Xxxx! Wenn Sie diese Zeilen lesen, bin ich schon nicht mehr auf dieser Welt. Bitte kümmern Sie sich um Brutus. Ich habe mir überlegt das Sie ihn doch weiter vermitteln sollen. Nur muss er dazu trainiert werden, denn bisher hat er nie mit anderen Hunden zu tun gehabt. Er ist als Einzelgänger erzogen worden, was aus meiner Sicht natürlich vollkommen falsch war. Aber er hat eine Ausbildung zum Sprengstoffhund hinter sich und da durfte er nicht mit anderen zusammen sein. Darum auch die Geheimnistuerei! Wenn er vermittelt wird, erzählen Sie bitte niemand davon. Sie haben sicher schon gemerkt, das Brutus noch jung ist, aber nach einer Sprengstoff Explosion bei der er verletzt wurde, ist er nun in Rente. Anbei ist noch ein Scheck über eine kleine Summe die hoffentlich reicht, um Brutus auf das Leben mit anderen Hunden vor zu bereiten.
Ihr Wolfgang P::::::::::::!“

Langsam lasse ich den Brief sinken und schaue Brutus an. Dann greife ich zu dem anderen Brief und öffne diesen. Darin geht es um das verhalten gegenüber Brutus und wie er weiterhin gehalten werden soll. Diesen Brief lese ich nicht bis zum Ende durch, sondern zerreiße ich und werfe ihn in den Papierkorb, denn an das was dort geschrieben steht, halte ich mich doch nicht.

Ich erhebe mich von meinem Stuhl und rufe nach Brutus. Dieser steht sofort auf und er folgt mir nach draußen. Langsam gehe ich auf den Hundebereich zu, doch bevor Brutus die anderen Hunde sehen kann, drehe ich ab und gehe zum Katzenhaus. Auch jetzt folgt Brutus. Vor der Eingangstür bleibe ich stehen und Brutus legt sich neben mir auf den Boden. Dabei legt er seinen Kopf auf seine Pfoten.

Als Bernd das Katzenhaus verlässt hebt Brutus wieder seinen Kopf und er schaut Bernd an. Sofort bemerke ich wie angespannt Brutus nun ist. Als Bernd zu mir treten will, halte ich ihn auf und mache Bernd auf den angespannten Zustand von Brutus aufmerksam. Sofort bleibt Bernd stehen und er mustert Brutus sehr genau. Dann fragt er was mit Brutus ist. Ich antworte jedoch nicht auf seine Frage sondern gemeinsam gehen wir zu meinem Büro. Sobald die Tür geschlossen ist, verhält sich Brutus ganz anders. Jetzt lässt er sich sogar von Bernd streicheln.

Bernd erklärt sich dazu bereit das er Brutus unter seine Tittiche nimmt und ich erkläre mich einverstanden. Als Bernd das Büro verlässt ruft er nach Brutus, jedoch liegt der bei mir. Ich rede mit Brutus und sage ihm, das er mit Brnd gehen soll. Brutus schaut mich an, dann jault er leise und er geht zu Bernd.

In den nächsten Wochen lernt ihn Bernd, sich auch von vollkommen fremden Menschen streicheln zu lassen. Denn bisher hat Brutus es nicht zu gelassen wenn ihn jemand anderes streicheln wollte außer von Bernd und mir. Aber nach 6 Wochen durfte ein jeder der Mitarbeiter im Tierheim Brutus streicheln.

Langsam wurde es nun Zeit, das Brutus auch andere Hunde kennen lernt. Dazu holte Bernd die Leine von Brutus legte sie ihm an und ging innerhalb des Tierheim-Geländes mit ihm spazieren. Ich nahm Leila, eine Mischlingshündin aus Schäferhund und Collie, Auch mit ihr, sie lief ebenfalls an der Leine, ging ich auf dem Gelände spazieren. Jedoch immer in einigem Abstand zu Brutus. Dieser schaute zwar neugierig zu Leila, machte jedoch keine Anstalten näher zu kommen.

Jeden Tag waren Bernd und ich nun mit den Hunden unterwegs und nach einer Woche ging ich näher zu Brutus. Dieser hatte aber anscheinend Angst vor Leila, darum hielt ich immer den gleichen Abstand zu ihm. Jeden Tag rückte ich nun näher an Leila und nach einer weiteren Woche waren Leila und Brutus nur noch etwa 2 Meter voneinander entfernt.

Erst am nächsten Tag lasse ich Leila zu Brutus. Lange schnuppert Brutus an ihr, dann schleckt er Leila über die Augen. Sofort gehen Bernd und ich nun mit den Hunden in den Hundebereich. Auch hier fing Brutus an zu zittern, aber er ließ es zu, das die anderen an ihm schnupperten. Nur kurz dauerte es, dann tobte er schon mit den anderen Hunden herum. Bernd und ich schauten uns an und mussten beide lächeln. Wir wussten, das es jetzt nicht mehr lange dauern würde um Brutus in liebe Hände zu geben.

Doch ein kleines Problem gab es doch noch mit Brutus. Er und Leila waren nicht mehr zu trennen. Immer lagen sie zusammen. Ging der eine irgendwo hin, folgte der andere sofort. Wir alle im Tierheim wussten, das die beiden nie wieder getrennt werden durften. Jedoch zwei Hunde in dieser größe zusammen vermitteln? Wir stellten es uns sehr schwer vor.

5 Wochen später veranstalteten wir einen Tag der offenen Tür! Wie immer durfte in jeden Bereich des Tierheim geschaut werden. Auch in den Bereich wo die schwer vermittelbaren Tiere untergebracht sind. Dort befanden sich auch Leila und Brutus. Die Türen waren gerade eine Stunde auf, als ein Ehepaar auf mich zu trat.
Zunächst stellten sie nur allgemeine Fragen über das Tierheim. Dann kamen sie jedoch zum eigentlichen Zweck ihrer fragerei. „Da vorn in der Box liegen zwei Schäferhunde zusammen. Es sieht so aus, als wenn sie ein Paar sind. Der Rüde ist wohl rein rassig, wohin Gegen das Weibchen wohl ein Mischling ist. Werden die beiden auch vermittelt?“

Ich bestätigte dem Paar das die beiden vermittelt werden und zusammen gingen wir zu der Box. Als ich die Tür öffnete hoben Leila und Brutus ihre Köpfe und schauten mich an. Auch das Paar ist mit in der Box. Ich setzte mich auf den Boden und nach einem erstaunten Blick des Paares machten diese es ebenso. Jetzt kam Brutus zu mir, schaute mir in die Augen dann ging er zu dem Paar. Sorgsam schnüffelte er an ihnen, dann kam er wieder zu mir.

Wieder schaute er mich an und plötzlich schleckte er mir durchs Gesicht. Da wusste ich, das er einverstanden ist. Nun ging auch Leila zu dem Paar, schnüffelte an ihnen und schleckte mir ebenfalls durchs Gesicht. Anschließend gingen beide zu dem Paar und ließen sich von den beiden Streicheln.

Nachdem ich dem Paar einiges über beide Hunde erzählt hatte, dabei verschwieg ich die Spezialausbildung von Brutus, ging das Paar mit Leila und Brutus zu ihrem neuen zu Hause. Später habe ich die beiden Hunde einmal besucht. Denen ging es prächtig und die Frau meinte zu mir: „Als wenn Brutus eine Ausbildung zum Wachhund hat. Manchmal kommt es mir so vor! Aber es stört mich und meinen Mann nicht.“ Auch jetzt schwieg ich über die Ausbildung. Jahre später, Brutus war verstorben und das Paar holte sich neue Hunde, erzählte ich dem Paar von der Ausbildung die Brutus hinter sich hatte.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #385
Die stürmische Nacht

Wieder mal ist ein langes Wochenende. Herbert und ich sind am heutigen Karfreitag einfach in unser Wohnmobil gestiegen und los gefahren. Es soll mal wieder ans Meer gehen. Nicht um zu baden, denn dafür ist es noch zu kalt. Aber da es in diesem Frühjahr des Öfteren stürmt, hoffen wir einfach das es auch an einem dieser Tage so ist.

Gegen etwa 15.00 Uhr kommen wir an unserem Ziel an und machen zunächst auf einem Campingplatz der schon geöffnet hat, einen Stellplatz fest. Nachdem uns der Platz zugewiesen ist, stellen wir dort unser Vorzelt auf. Das ist so konstruiert, das, nachdem wir die Halterungen mit denen das Vorzelt am Mobil befestigt ist, gelöst haben, einfach weg fahren können. Wieder auf dem altem Platz zu fahren ist nicht einfach, aber Herbert hat von einem befreundeten Trucker extra Fahrstunden genommen, so das er meistens nur einen Anlauf braucht, um wieder an der richtigen Stelle zu stehen.

Ein Nachbar, der wie wir erfahren einen Ganzjahres Stellplatz hat, kommt vorbei und sagt zu uns: „ Das Vorzelt würde ich aber wieder weg packen! Heute Abend soll ein derber Sturm kommen und dann fliegt es mit Sicherheit weg.“ Auch der Betreiber des Platzes, der gerade vorbei kommt, sagt dasselbe. Wir fragen darum wie lange der Sturm denn andauern soll und als sie uns sagen, das es mindestens bis morgen Mittag dauern soll, schauen Herbert und ich uns an.

Dann bauen wir mit Hilfe des Nachbarn das Vorzelt wieder ab. Nachdem es verstaut ist, helfen wir noch bei anderen die Vorzelte wieder ab zu bauen. Danach sitzen wir noch lange auf Stühlen vor unserem Wohnmobil und unterhalten uns.

Es ist kurz nach 22.00 Uhr als die erste Windböe zu bemerken ist. Herbert fragt ob es jetzt Sinn hat auf den Deich zu gehen damit wir auf das Meer hinaus schauen können. Keiner hat was dagegen, nur empfiehlt man uns, Regenkleidung mit zu nehmen, aber keine Regenschirme, denn die sind schnell kaputt. Danach verabschieden sich die anderen und Herbert und ich gehen ins Mobil um uns um zu ziehen. Danach geht es zum nahe Deich.

Obwohl es dunkel ist, kann man die Schaumkronen auf dem Wasser ausmachen. Da in der Nähe die Einfahrt zum Segelboothafen ist, gehen wir dort hin, denn hier brennen einige Lampen. Nun kann man richtig sehen wie die Wellen auf das Land treffen. Wir bleiben noch etwa 30 Minuten und als es anfängt zu regnen, gehen wir wieder zu unserem Mobil. Das Mobil ist doch ab und an derbe am wackeln, aber Sorgen machen wir uns deswegen nicht. Schon bald gehen wir ins Bett und Herbert löscht das Licht.

Als wir am nächsten Morgen wach werden, bläst der Wind noch immer sehr heftig, aber nicht mehr so fest wie am Abend vorher. Nachdem Herbert sich fertig gemacht hat, geht er zu einer in der Nähe liegenden Bäckerei um dort Brötchen zu holen. In der Zeit mache ich mich ebenfalls fertig und setze Kaffee an. Der Kaffee ist gerade fertig als Herbert zurückkommt. Zusammen Frühstücken wir, dann ziehen wir uns Regenkleidung an und machen uns auf den Weg zum Deich. Wie immer habe ich meine Tasche dabei.

Gleich als wir unser Mobil verlassen, treffen wir auf die Nachbarn von gestern Abend. Auch diese wollen zum Deich, darum gehen wir zusammen. Kurz darauf haben wir diesen erreicht und gehen auf die Deichkrone. Als ich übers Meer blicke sehe ich die hohen Wellen. Das die so hoch sind, habe ich mir nicht vorstellen können, denn immerhin ist es nur die Nordsee. Immer wieder laufen die Brecher auf den Strand auf. Herbert ist schon am Fotografieren. Auch von mir macht er einige Fotos wie ich vor dem wütenden Meer stehe. Aber auch ich nehme seinen Apparat und mache einige Fotos von ihm.

Unsere Nachbarn verabschieden sich von uns und gehen zur nahen Stadt. Herbert und ich wollen noch etwas am Meer bleiben und schlendern über den Deich. Oft bleibt Herbert stehen und macht ein Foto wenn es sich lohnt. Kurz darauf hat er seinen ersten Film voll und er legt einen neuen ein.

Während er das macht, schaue ich ein wenig in der Gegend herum. Dabei fällt mir eine Frau auf, die etwa 20 Meter entfernt ist. Immer wieder schaut sie auf und sieht den Deich herunter als wenn sie auf jemand warten würde. Doch irgendetwas ist komisch dabei. Denn sie scheint gleichzeitig etwas auf dem Boden zu machen, was ich aber nicht erkennen kann.

Langsam gehe ich auf sie zu und mache mich auch bemerkbar. Sofort schaut sie zu mir und sagt: „Kommen Sie schnell! Ich brauche Hilfe!“ Ich beschleunige meine Schritte und bin auch bald bei ihr. Nun kann ich erkennen was sie auf dem Boden gemacht hat denn dort liegt ein kleiner Hund der sehr schwer am Atmen ist. Ich schätze der Hund ist gerade erst ein paar Tage alt. Auch Herbert kommt dazu. Er sagt als er da ist: „Ach du dickes Ei!“

Dann meint er: „Wo einer ist, könnten auch die anderen nicht weit sein. Ich werde mal suchen!“ Damit steht er auf und fängt an den näheren Bereich ab zu suchen. Ich kümmere mich schon um den kleinen. Dieser sieht aus als wenn er im Wasser gelegen hat, denn er trieft vor Nässe. Auch ist er total erschöpft.

Ich rufe Herbert zu, das er näher am Wasser suchen soll und dieser geht sofort dort hin. Währenddessen unterhalte ich mich mit der Frau und frage sie, wo sie den Hund gefunden hat. Denn das der Hund nicht ihr gehört, habe ich sofort gemerkt. Während sie mir antwortet, taste ich den Hund ab. Jedoch kann ich nichts feststellen. Nirgends hat der Hund einen Bruch. Trotzdem muss er sobald wie möglich geröntgt werden um auszuschließen das ich etwas übersehen habe.

Als Herbert neben mir auftaucht schaue ich hoch und sehe das er einen weiteren Welpen auf dem Arm hat. Er legt den vorsichtig zu mir auf den Boden und sagt dabei: „Da vorn liegen noch drei Welpen. Aber diese sind nicht mehr am leben. Dieser kleine lag auf seinen Geschwistern und hat darum überlebt. Von der Mutti ist nichts zu sehen!“

Auch diesen Hund untersuche ich schnell. Auch er ist total erschöpft darum bekommt er, genau wie der andere Hund, zunächst eine Aufbauspritze. Als ich einmal in Richtung Wasser schaue, meine ich eine Bewegung dicht am Rand des Strandes zu sehen. Jedoch im Wasser! Sofort mache ich Herbert darauf aufmerksam und dieser schaut sofort in die angegebene Richtung. Dann springt er auf und rennt zum Wasser.

Kurz darauf ist er wieder da und hat diesmal einen großen Hund auf dem Arm. Auch diesen legt er bei mir ab. Da Herbert, um an den Hund zu kommen, ins Wasser musste ist er jetzt ganz nass. Ich sage zu ihm: „Gehe schnell zum Mobil und ziehe dich um. Unterwegs kannst Du noch Theo bescheid sagen. Er soll die Tierrettung benachrichtigen!“ Theo ist der Platzbetreiber!

„Bin unterwegs!“ sagt Herbert, dann dreht er sich um und rennt zu unserem Mobil. Ich kümmere mich inzwischen um den großen Hund. Auch dieser ist nur total erschöpft und er bekommt ebenfalls eine Stärkungsspritze.

Da meint die Frau auf einmal: „Bitte sei mal leise! Ich höre etwas!“ Beide lauschen wir nun und hören auch bald ein leises stöhnen. Ich stehe auf und schaue in die Richtung aus der das Stöhnen kommt. Doch ich sehe nichts.

Ich sage zu der Frau, das sie bei den Tieren bleiben soll und gehe langsam in Richtung des Geräusches. Dabei komme ich auf eine Senke zu. Als ich diese erreicht habe, sehe ich sofort die Frau dort liegen. Sofort laufe ich zu der Frau und knie mich bei ihr hin. Leise ist die Frau am stöhnen also lebt sie. Sofort höre ich sie ab. Noch während ich das mache erwacht die Frau aus ihrer Ohnmacht und fragt mich in einer fremden Sprache etwas.

Ich antworte auf Englisch und jetzt spricht sie auch in dieser Sprache mit mir. Nun erfahre ich, das sie in der Nacht mit einem Segelboot unterwegs waren als dieser Sturm aufkam. Sie und ihre Hündin wurden über Bord gespült. Wo ihr Mann mit dem Boot ist und auch wo der Hund geblieben ist, weiß sie nicht.

In diesem Moment höre ich Herbert, der wieder bei der anderen Frau angekommen ist. Sofort rufe ich nach ihm und schon bald ist er bei uns. Er hilft der Frau beim Aufstehen und zusammen stützen wir nun die Frau als wir zu ihrem Hund gehen. Dort angekommen rennt Herbert sofort wieder los um den Rettungsdienst zu informieren. Schließlich muss ein Notarzt und ein Rettungswagen zu uns und die Seerettung muss auch informiert werden.

Noch bevor Herbert wieder da ist, höre ich mehrere Martinshörner sich nähern. Aber auch ein Mann kniet sich zu den Tieren die von der zweiten Frau gestreichelt werden. Er stellt sich als Tierarzt vor und fragt was los ist. Kurz schildere ich ihm alles was ich weiß, dann nimmt er die zwei Welpen auf den Arm und läuft zu seinem Auto. Kurz darauf ist er wieder da und holt die Mutti. Dabei sagt er auch die Adresse, wo die Hunde nun hinkommen. Dann fährt er davon.

In diesem Moment hält nicht weit von uns ein Rettungswagen und sofort kommen die Sanis zu uns gelaufen. Auch ein Notarzt ist dabei. Aber auch die Polizei erscheint. Während die Frau nun von dem Notarzt untersucht wird, stellen die Beamten ihre Fragen und als sie erst einmal alles wissen, geben sie das sofort per Funk weiter an ihre Leitstelle. Dann kommt die Frau in den Rettungswagen und dieser fährt mit vollem Konzert davon.

Nun sind nur noch Die alte Frau, Herbert und ich an der Stelle wo alles stattgefunden hat. Ich bedanke mich bei der Frau dann trennen wir uns. Ich will nun zum Tierarzt der die Hunde geholt hat. Herbert und ich gehen zu Fuß dort hin, denn der Weg ist nicht sehr weit. Als wir dort ankommen staune ich doch, denn es handelt sich um eine TK die wir betreten. Am Empfang fragen wir nach dem Tierarzt und wir müssen uns etwas gedulden bis er zu uns kommt.

Zusammen betreten wir sein Büro und der Tierarzt sagt mir nun wie es den Hunden geht. Er vermutet, das die Hündin ins Wasser gefallen ist und erst an Land ihre kleinen geboren hat. Das nur die beiden überlebt haben, scheint daran zu liegen, das die Hunde noch im Wasser geboren wurden und nach und nach von der Hündin an Land gebracht wurden. Eine andere Möglichkeit sieht er nicht. Herbert und ich stimmen zu, dann gehen wir zu den Tieren.

Diese sind in einem extra Raum untergebracht Als die Hündin uns sieht fängt sie sofort an mit dem Schweif zu wedeln. Die zwei kleinen saugen gerade bei ihr, darum steht sie nicht auf. Herbert und ich gehen zu ihr und fangen an sie zu streicheln. Dabei sagt der Tierarzt: „Ich habe durch einen Mitarbeiter die toten Hunde holen lassen. Alle sind ertrunken. Nur die beiden haben es geschafft. Mit ihrem Einverständnis werde ich noch zwei Welpen zu der Mutti legen. Denn in der Nacht ist eine andere Hündin während der Geburt ihrer kleinen gestorben.“

Ich mache ihn darauf aufmerksam, das wir nicht die Besitzer der Hunde sind, meinen aber, das die Frau mit Sicherheit nichts dagegen hat, das ihre Hündin als Amme fungiert. Der Tierarzt lässt durch eine Mitarbeiterin zwei kleine Welpen holen und als die Hündin an diese geschnuppert hat, lässt sie zu das die kleinen bei ihr angelegt werden. Dabei fängt sie an leise zu jaulen.

Bevor wir nach einer Stunde wieder gehen, bitte ich darum das er mich doch öfters anruft. Zwar hatte ich schon meinen Namen gesagt, aber er hatte bisher nicht reagiert. Erst als ich ihm die Telefonnummer des Tierheim gab, fragte er mich doch ob ich dort die Leiterin bin. Das bestätigte ich und er drückte lange meine Hand. Dann gingen Herbert und ich wieder.

Am nächsten Tag fuhren Herbert und ich wieder nach Hause. Öfters rief der Tierarzt bei mir an und als die Hunde von ihrer Besitzerin abgeholt wurden, nahm diese auch die zwei anderen Welpen mit. Zwei Wochen später klopfte es an meiner Tür und als diese geöffnet wurde, stürmten zunächst fünf Hunde in mein Büro und fingen sofort an mich an zu springen. Dann betraten ein Mann und eine Frau mein Büro. Es sind die Besitzerin der Hunde mit ihrem Mann. Auch dieser konnte gerettet werden. Lange saßen wir zusammen, dann fuhren sie wieder nach Hause. Bevor sie jedoch gingen, ließ der Mann eine große Spende da.
 
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Krankheitsbedingte Freizeit

Bei einem meiner letzten Einsätze habe ich mir leider eine Lungenentzündung zugezogen. Den Krankenhaus Aufenthalt konnte ich glücklicherweise umgehen. Darum bin ich schon seit zwei Wochen zu Hause. Langsam fällt mir allerdings die Decke auf den Kopf.

Im Moment lese ich die Tageszeitung und trinke eine Tasse Kaffee dabei. In zwei Stunden muss ich zum Arzt. Dieser entscheidet dann, ob ich Montag wieder zur Arbeit darf. Aber bis es soweit ist, das Haus zu verlassen habe ich noch viel Zeit. Fertig gemacht für den Arztbesuch habe ich mich schon Ich brauche nur noch in mein Auto zu steigen und los fahren.

Ich schaue auf die Uhr, trinke noch den letzten Schluck Kaffee und lege die Zeitung zur Seite. Herbert wird diese lesen wenn er wieder nach Hause kommt. Ich gehe in den Flur, schnappe mir meine Handtasche und die Notfalltasche, dann verlasse ich das Haus. Obwohl es unter 0 Grad sind, ist mein Auto, das immer auf der Straße steht, dank Standheizung schon Eisfrei. Außerdem ist es mit Sicherheit auch schön warm im Innenraum.

Genauso ist es auch als ich mich in den Wagen setze. Ich lasse den Motor an und fahre langsam los. Da die Straße in der wir wohnen eine Sackgasse ist, findet darin kein Winterdienst statt. Also kann es glatt sein. Darum mache ich nach wenigen Metern einen Bremstest und stelle fest, das es tatsächlich glatt ist. Darum fahre ich bis zum Ende der Straße vorsichtig weiter.

Erst als ich die Hauptstraße erreicht habe gebe ich mehr Gas und bin nach etwa 15 Minuten Fahrzeit beim Arzt. Der Untersucht mich noch einmal genau, dann sagt er zu mir, das ab Montag wieder gearbeitet werden darf. Trotzdem soll ich mich noch etwas schonen.

Kurz darauf verlasse ich die Arztpraxis und ich entschließe mich spontan dazu noch etwas in der Stadt bummeln zu gehen. Ich lasse meinen Wagen darum einfach auf dem Parkplatz stehen und gehe die wenigen Meter zur Fußgänger Zone. Dort angekommen mache ich einen ausgiebigen Schaufensterbummel. Auch gehe ich in die verschiedensten Läden. Doch Geld gebe ich bei keinem der Geschäfte aus.

Zwei Stunden später, es ist inzwischen 16.00 Uhr begebe ich mich wieder zu meinem Auto, zahle die Gebühr für den Parkplatz und fahre in Richtung zu Hause. Doch ich komme nicht weit. Vor mir ist ein Stau, dabei ist hier doch keine Baustelle. Da ein Fußgänger mir entgegen kommt, kurbele ich die Scheibe herunter und frage ihn ob er weiß weshalb es nicht mehr voran geht. Als Antwort erhalte ich, das die Straße vorne gesperrt ist. Warum weiß er aber auch nicht.

Nach 10 Minuten bin ich schon 50 Meter weiter gekommen. Vor mir sehe ich eine Telefonzelle und endschließe mich dazu Herbert an zu rufen. Da auch ein Parkplatz genau vor der Zelle frei ist, fahre ich auf diesen und steige aus meinem Auto. Schnell gehe ich zur Telefonzelle und betrete diese. Nachdem ich die Nummer von Herberts Praxis gewählt habe, muss ich einen Moment warten, dann habe ich eine Mitarbeiterin am Apparat. Obwohl ich meinen Namen gesagt und nach Herbert gefragt habe, sagt mir die Frau am Apparat: „ Leider kann ich Sie im Moment nicht mit Herbert verbinden, weil er gerade eine kleine OP durchführt. Sie wissen ja, das heute Nachmittag der OP-Tag ist. Aber ich soll Ihnen was ganz anderes Ausrichten. Moment ich suche gerade den Zettel. Ah, da ist er ja. Also Sie sollen sofort den Tierarzt anrufen! Die Nummer haben Sie?“ fragt sie noch zum Schluss.

Natürlich habe ich die Nummer im Kopf, sage ihr das auch und lege den Hörer auf. Dann wähle ich die Nummer des Tierarzt. Sofort wird am anderen Ende abgenommen und Maria, die Frau des Tierarzt, ist am Apparat. Sie fragt mich sofort wo ich bin und als ich ihr das sage meint sie nur: „Gehe bitte sofort zu deinem Auto zurück, Du wirst gleich abgeholt!“ Dann legt sie auf. Irritiert schaue ich den Hörer an, dann lege ich auch diesen auf und gehe wieder zu meinem Auto.

Kurz darauf höre ich ein Martinshorn was auf der Gegenspur schnell näher kommt. Mit quietschenden Reifen hält ein Polizeifahrzeug auf der Gegenspur und ein Beamter springt aus dem Wagen. Kurz schaut er sich um, dann kommt er auf mein Auto zu gelaufen. Ich steige wieder aus meinem Auto und gerade als ich die Tür zu mache steht der Beamte neben mir.

„Sind Sie Frau Xxxxx?“ fragt er mich und als ich dieses bejahe sagt er zu mir: „Steigen Sie schnell bei uns in den Wagen! Weiter vorn hat es einen schweren Unfall gegeben und Ihre Hilfe wird benötigt!“ Damit dreht er sich um und rennt wieder zum Einsatzfahrzeug. Dieses ist inzwischen dabei zu drehen, was aber gar nicht so einfach ist, da auf unserer Spur ein Fahrzeug nach dem anderen steht.

Ich schließe inzwischen meinen Kadett ab und begebe mich auch zu dem Streifenwagen. Gerade als ich diesen erreicht habe, steht er wieder in Gegenrichtung und ich steige schnell in den Wagen. Sofort gibt die Fahrerin wieder Gas und ich werde förmlich in den Sitz gepresst. Dabei fahrt sie mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn an der Kolonne entlang.

Kurz darauf kommen wir an einer mit Ampeln gesicherten Kreuzung. Die Polizistin hält das Fahrzeug direkt neben einen total verbogenen Kinderwagen an. Kurz schaue ich sie an doch sie bittet mich nur ihr zu folgen. Nochmal schaue ich nach dem Kinderwagen und stelle mir die Frage was ich hier soll. Doch die Beamtin ruft schon nach mir.

Sie steht vor einem italienischen Sportwagen der halb auf einer Verkehrsinsel steht. Davor sehe ich einige Menschen in gebückter Haltung. Darunter auch unseren Tierarzt. Schnell gehe ich auf die Leute zu und als der Tierarzt mit sieht sagt er sofort, das nun alle etwas zur Seite treten sollen. Ich denke mir noch so, weil ich immer noch den demolierten Kinderwagen vor mir sehe, „Warum soll ich mich denn um Babys kümmern?“
Dann bin ich bei den Leuten. Nun sehe ich, das dort auf der Erde ein kleiner Hund liegt. Dieser scheint ohne Bewusstsein zu sein. Sofort knie ich mich zu dem Hund und schaue fragend den Tierarzt an. Dieser teilt mir mit: „Der Hund lief neben dem Kinderwagen her und wurde bei dem Unfall zwischen Sportwagen und Kinderwagen eingeklemmt. Keine Angst, der Kinderwagen war leer. Das Baby hatte die Mutter auf dem Arm und der Mann hat den Kinderwagen geschoben. Ich muss mir jetzt nur sicher sein, ob der Hund zu mir in die Praxis gebracht werden kann. Leider kann ich das nicht feststellen, darum dachte ich an dich. Entschuldigung, ich weiß schließlich das Du krank bist!“

Zunächst hörte ich den Hund ab und stellte sofort fest, das der Hund eine Herzprellung hat, ein Lungenflügel ist eingefallen. Dazu kommen der Beinbruch, der Hüftbruch, vier gebrochene Rippen, Bruch des Vorderbeines und Bruch des Unterkiefers fest. Ob der Hund noch mehr Verletzungen hat, kann ich allerdings auch nicht sagen, dazu müsste ich ein Röntgengerät haben.

All das sage ich dem Tierarzt und er sagt leise zu mir: „Da hilft glaub ich nur die Spritze! Für die Behandlung müsste ich über tausend Mark verlangen und ich glaub nicht, das das junge Paar so viel Geld über hat.“
Ich schaue mir das Paar an und schätze beide auf knapp über 20 Jahre. Nur kurz ist mein Zögern, dann steht meine Entscheidung fest. „Der Hund kommt ins Tierheim, dort werde ich ihn Behandeln. Aber zunächst muss ich seine Herzprellung und den Pneumotorax behandeln!“

Entschlossen greife ich zu meiner Tasche als hinter mir eine Stimme ertönt: „Hallo Gerda! Brauchst Du einen Rettungswagen? Dieser steht direkt hinter dir.“ Ich schaue hoch und erkenne Walter, ein Rettungssanitäter den ich schon etliche Jahre kenne. Sofort stimme ich zu und Walter rennt zum Rettungswagen um eine stabile Trage zu holen. Als er bei diesem ankommt redet er kurz mit dem Fahrer, dann geht das Blaulicht an dem Wagen an und dieser fährt langsam zurück.

Walter kommt schon wieder zu mir und kurz darauf hält auch der Wagen neben uns. Dann holt Walter die Trage aus dem Wagen und vorsichtig wird der Hund darauf gelegt. Dann nehmen Walter und der Fahrer die Trage und bringen diese zum Rettungswagen. Als erster steigt der Fahrer in den Wagen und nimmt die Trage mit dem Hund in Empfang. Nachdem Walter ebenfalls in dem Wagen ist, springt der Fahrer aus dem Fahrzeug und kommt zu mir.

„Ich fahre nur kurz an die Seite, dann kannst Du los legen!“ Schon läuft er wieder zum Rettungswagen und fährt diesen an die Seite. Auch ich begebe mich zu dem Fahrzeug. Kurz bevor ich in den Wagen steige, spricht mich der Besitzer des Hundes an.

„Können Sie mir sagen, was nun mit Waldi passiert. Wird er jetzt eingeschläfert, Frau Doktor?“ Neben ihm ist auch seine Frau und auch sie schaut mich mit Tränen in den Augen an. Gespannt warten beide auf meine Antwort. Auch der Tierarzt steht neben ihnen.

Bevor ich antworten kann, ergreift er das Wort: „Machen Sie sich bitte keine Sorgen! Ich hätte den Hund bei den Verletzungen eingeschläfert! Aber nicht Gerda! Die wird kämpfen bis ihr Hund wieder gesund ist. Darum liegt Waldi auch schon in dem Rettungswagen. Sie wird sofort, so wie ich sie Kenne, operieren und wenn alles gut geht, können Sie demnächst wieder mit Waldi spazieren gehen. Darum kommt der Hund auch nicht zu mir in die Praxis, sondern wird anschließend zur Tier Rettung Station gebracht. Dort wird Gerda alles Weitere machen!“

Damit drängelt er sich an dem Paar vorbei und begibt sich in den Wagen. Auch ich begebe mich in den Wagen aber erst nachdem ich dem Paar zu genickt habe. Dann schließt Walter die Tür. Sofort gehe ich zu dem Hund und setze zunächst eine Narkosespritze. Dann bekommt er von mir ein Herzstärkungsmittel und anschließend kümmere ich mich um den eingefallenen Lungenflügel.

Nach einer Stunde setzt sich der Rettungswagen in Bewegung und fährt mit vollem Konzert zum Tierheim. Dort kommt der Hund sofort in den Behandlungsraum. Ich mache mehrere Röntgenaufnahmen von Waldi und nach Auswertung der Aufnahmen werden die Brüche behandelt. Waldi muss die nächsten drei Wochen in einem Dämmerzustand gehalten werden. Darum lege ich auch gleich einen Zugang für die Verpflegung des Hundes.

Als ich den Raum wieder verlasse steht das Paar vor der Tür. Nun erkläre ich ihnen genau, welche Verletzungen ihr Waldi hat. Als mich die Frau fragt was die Behandlung kostet, sage ich zu dem Paar: „Wenn der Tierarzt Waldi mit in seine Praxis genommen hätte, müssten Sie mit etwa 1500 Mark rechnen. Da Waldi aber hier bei uns ist, kostet die Behandlung nichts! Nur Spenden können sie so viel Sie wollen! Ach ja! Und sollte Waldi hier einen Freund oder Freundin finden, müssen Sie diesen natürlich mitnehmen!“

Beide schauen mich erstaunt an und fragen noch einmal wegen der Kosten. Nun erkläre ich ihnen warum es Kostenlos ist, Waldi zu behandeln. Erst dann sind sie überzeugt und versprechen mir öfters zu kommen um sich um Waldi zu kümmern. Was auch geschieht! Jeden Tag sind die beiden bei ihrem Waldi und als dieser nach drei Woche aus dem Dämmerzustand aufwacht, sind die beiden auch da.

Vier Wochen später darf Waldi dann auch in den Außenbereich damit er andere Hunde kennen lernt. Dort freundet er sich mit einem Dalmatiner Mischling an und als Waldi wieder nach Hause darf, kommt natürlich der Mischling mit. Noch zweimal war das Paar mit Waldi zu einer Nachuntersuchung bei uns im Tierheim. Jedes Mal ist auch der Mischling mit dabei. Beiden ging es bei dem Paar sehr gut.
 
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Im Labor

Ich gehe wie jeden Tag meiner Arbeit nach. Seit zwei Jahren arbeite ich nun fest im Tierheim und muss auch nicht mehr so oft auf irgendwelche Lehrgänge zu denen mich der Tierarzt schickt. Als nächstes ist geplant das ich in ein Labor für etwa 4 Wochen gehe, damit ich auch dort die Arbeit erlerne. Schon am Montag soll ich diesen Lehrgang antreten.

Nun bereite ich das Futter vor für die Katzen die bei uns Leben. Ich muss 45 Futterbehälter vorbereiten. Da ein befreundeter Fleischer heute eine große Menge an frisches Fleisch angeliefert hat, gibt es natürlich das Fleisch. Dazu schneide ich das Fleisch und gebe in jeden der Näpfe etwa die gleiche Menge.

Aus dem Nebenraum höre ich schon das ungeduldige Miauen der Katzen. Trotzdem müssen sie noch warten, denn ich bin noch nicht fertig. Neben mir bereitet Hans ebenfalls Futter aus dem Fleisch zu. Doch er ist zuständig für die 63 Hunde die bei uns sind.

Die Hunde zu versorgen ist nicht schwer. Denn jeder Hund wird in seiner eigenen Box versorgt. Schwieriger wird es mit den Katzen, denn diese haben keine Boxen sondern leben alle in einem großen Raum. Nur die Katzen auf der Krankenstation sind von diesen getrennt. Darum werden diese auch als erste versorgt. Ebenfalls die 3 Hunde die dort im Moment sind.

Anschließend nehme ich den Korb in dem die Näpfe der Hunde sind, und gehe zu den Boxen. In jede Box wird ein Napf gestellt und als alle Näpfe verteilt sind, werden die Hunde in ihre Boxen gelassen. Dann findet sofort das große Fressen statt.

Nachdem die Hunde versorgt sind, stellen wir die Näpfe für die Katzen in Behälter und gehen dann beide zu dem Katzenhaus. Natürlich ist es jetzt schwerer die Näpfe zu verteilen, aber nach etwa 10 Minuten hat jede Katze ihren eigenen Napf mit dem Futter.

Kurz schauen wir den futternden Katzen noch zu, dann verlassen wir den Katzenraum wieder. Jetzt muss ich nur noch den Tisch, auf dem ich das Futter zubereitet habe, reinigen, dann geht es nach Hause weil ich Feierabend habe. Nachdem ich alles gesäubert habe, gehe ich zur Tierheim-Leiterin und rede kurz mit ihr. Dann verabschiede ich mich und fahre ins Wochenende.

Am Montag fahre ich mit dem Bus in die Stadt und habe von der Haltestelle, wo ich aus dem Bus steige, nur etwa 10 Minuten zu laufen um zum Labor zu kommen. Nachdem ich mich dort bei dem Leiter des Labors vorgestellt habe, geht es sofort ins eigentliche Labor. Zunächst werden mir dort die einzelnen Bereiche gezeigt. Dann bin ich dabei, wie das Blut einer Kuh untersucht wird, weil diese eine nicht klar definierte Krankheit hat. Genau wird mir erklärt was gerade gemacht wird. Nun wird auch die Krankheit der Kuh erkannt.

Sie hat Probleme mit ihren Nieren. Aber die richtigen Medikamente, und sie wird die Krankheit überleben. Nur darf die Milch die sie erzeugt nicht mehr in den Handel gelassen werden. Aber der Bauer, wo die Kuh herkommt, hat auch einen Gnadenhof auf dem schon 8 Pferde und drei Kühe leben.

Zwei Wochen bin ich jetzt schon in dem Labor und habe sehr viel gelernt. Auch habe ich schon mit dem Leiter des Labors ausgemacht, das wenn sie sich gelegentlich neue Geräte kaufen, die alten dann zu uns ins Tierheim bringen. Natürlich fragt er warum, und ich erzähle ihm dann von der Ausbildung die ich gerade mache. Er kann es nicht glauben jedoch verspricht er uns die alten Geräte zu überlassen. Nur im Moment ist keine Neuanschaffung geplant, da dieses erst gerade erfolgt ist.

Heute ist Montag und ich werte die Blutprobe eines Hundes aus, als Anne, die Mitarbeiterin des Labors mit der ich gerade zusammen arbeite, mich fragt: „Gerda, Du arbeitest doch in einem Tierheim. Warum willst Du das alles lernen? Dort brauchst Du das doch nicht alles.“ Also erkläre ich ihr, während ich weiter arbeite, warum ich die Ausbildung haben will. Auch erzähle ich ihr von meiner Ausbildung die ich mache.

„Jetzt verstehe ich dich. Du willst also ein eigenständiges Labor bei euch im Tierheim einrichten. Zumindest für Hund und Katze. Ich bin hier im Labor der Spezialist für diese Tiere und werde dir all mein Wissen in der kurzen Zeit vermitteln.“ Mit diesen Worten reicht sie mir ihre Hand die ich fest drücke.

Als der Chef des Labors zu uns kommt um mich zu einem anderen Bereich zu bringen, redet Anne nur kurz mit ihm, dann kann ich für den Rest der Zeit bei Anne bleiben. Anne bringt mir sehr viel bei. Bei vielen Proben die ins Labor kommen, machen wir die erforderlichen Test aber anschließend auch noch weitere. So lerne ich schnell auf was es bei dem Test ankommt.

Nun sind es nur noch zwei Tage die ich im Labor bin, als Anne mich fragt ob ich ihr wohl helfen kann. Natürlich sage ich ihr das zu und will wissen worum es sich handelt. Doch sie sagt nur, das ich in der Mittagspause mehr erfahre.

Es ist kurz vor der Mittagspause als auch der Chef des Labors zu uns kommt. Als die anderen Mitarbeiter den Raum verlassen setze ich mich mit Anne an einen Tisch und auch der Chef, er heißt Winfried, kommt dazu. Dann fängt Anne an zu erzählen: „Gerda, wie Du schon mit bekommen hast, sind Winfried und ich ein Paar. Nun ist es so, das Winfried einen Hund und eine Katze hat. Beiden geht es sehr schlecht. Der Tierarzt zu dem Winfried immer geht hat bisher nichts gefunden warum sie so krank sind. Als wir hörten das Du zu uns kommst waren wir erst erstaunt und als Du mir erzähltest warum Du die Ausbildung hier machst, habe ich mit Winfried darüber geredet. Doch er meinte nur, das Du keine Ahnung hast. Trotzdem, würdest Du mal nach den beiden Tieren sehen?“

Ohne sie einmal zu unterbrechen habe ich zugehört. Dabei habe ich nur ab und zu auch Winfried gemustert. Als Anne ihre Rede beendet schaut sie mich fragend an. „Natürlich sehe ich nach den Tieren. Aber ich sage gleich, das ich nicht viel machen kann. Untersuchen ja, aber zum Beispiel eine Spritze geben, darf ich nicht ohne das ein Tierarzt dabei ist.“

Ich bekomme mit wie Anne und Winfried sich einen Blick zuwerfen dann fragt sie ob wir sofort los fahren können. Ich stimme zu, nehme meine Notfalltasche und zusammen gehen wir zu Winfrieds Auto. Bisher hat Winfried nichts gesagt und auch jetzt sagt er keinen Ton. So fahren wir zu Winfrieds Haus. Nur Anne redet von den Anzeichen bei den Tieren. Beide sind schlapp und liegen nur noch in einem Korb. Dabei futtern beide sehr wenig und sie haben auch schon derbe Abgenommen. Die Katze soll nur noch 2,5 Kilo wiegen und der Hund nur noch 10. Für einen Schäferhund eindeutig zu wenig.

Nach wenigen Minuten sind wir am Haus von Winfried und er fährt vor die Garage. Dort steigen wir aus und gehen zum Haus. Bevor wir die Tür erreichen wird diese schon geöffnet. Im Eingang steht eine etwas ältere Frau und Anne stellt diese als die Mutter von Winfried vor. Dann betreten wir den Raum in dem die beiden Tiere sind.

Sofort sehe ich beide in einem Korb liegen. Nun lasse ich mir die Blutwerte von den Tieren zeigen. Es sind die Werte die ich am Freitag ausgewertet habe, sowie Werte die schon 5 Wochen alt sind. Zunächst vergleiche ich beide und stelle fest, das in den Werten kaum eine Veränderung stattgefunden hat. Dann schaue ich nach den Nierenwerten, nach den Eiweißwerten und noch weitere. Doch alle Werte sind im normalen Bereich.

Jedoch fällt mir auf, das die Entzündungswerte leicht erhöht sind. Also müssen auch noch andere Werte nicht stimmen. Am Freitag hatte ich bei dieser Probe nur das sogenannte kleine Blutbild erstellt. Nun brauche ich aber das große Blutbild. Das sage ich zu den drei Personen und sofort greift Winfried zum Telefon und ruft im Labor an. Er sagt das er von bestimmten Proben sofort das große Blutbild braucht und das ihm dieses per Fax sofort zu gesendet werden soll. Am Freitag wurde auch das große Blutbild erstellt obwohl das nicht der Auftrag des Tierarzt war.

Wir warten nur fünf Minuten, dann kommt das erwartete Fax. In der Zwischenzeit habe ich die Tiere abgehört und auch abgetastet. Auch habe ich in ihre Mäuler geschaut um dort eine Entzündung zu suchen. Doch Erfolg habe ich nicht mit meiner Untersuchung.

Nun schaue ich mir das Fax mit den Blutwerten an. Mehrere Werte, die bisher nicht berücksichtigt wurden, sind erhöht. Ohne etwas über die Werte zu sagen, bitte ich darum den Raum ab zu dunkeln. Alle drei schauen mich an, dann geht Winfrieds Mutter zu den Fenstern und lässt die Jalousie herunter. Nun ist es dunkel in dem Raum, aber man kann, da noch genug Helligkeit aus dem angrenzenden Raum fällt, alles in dem Raum erkennen. Darum bitte ich auch darum die angrenzende Tür zu schließen. Gleichzeitig schalte ich eine Taschenlampe an, damit die Mutter etwas sieht.

Sobald sie wieder bei uns ist, bitte ich Winfried darum das Maul des Hundes mit einem speziellen Griff, dem ich ihm zeige, zu öffnen. Nachdem Winfried das Maul genauso öffnet wie ich es will, leuchte ich mit der Lampe in den Rachenraum. Sofort sehe ich die Entzündung dort. Auch die Katze, hier öffnet Anne das Maul, zeigt diese Entzündung.

Ich bin gerade mit meiner Diagnose fertig als es an der Tür klingelt. Winfried geht zur Tür und kommt kurz darauf mit einem älteren Mann wieder zurück. Das ist der Tierarzt der bisher die Tiere untersucht hat. Die Mutter macht inzwischen die Jalousien wieder auf und nun brauche ich meine Taschenlampe nicht mehr. Ich schaue mich in der Zwischenzeit in dem Raum um und reagiere nicht darauf, als der Tierarzt mich anspricht.

In einer Ecke und auf den beiden Fensterbänken in dem Raum stehen überall Pflanzen. Als ich aufstehe schaue ich mir diese genauer an. Bei einer werde ich fündig, jedoch sehe ich mich weiter um. Dann finde ich noch zwei Pflanzen die angefressen wurden. Nun habe ich die Ursache der Entzündung im Rachenraum der Tiere.

Ich wende mich an den Tierarzt, entschuldige mich bei ihm, weil ich ihn ignoriert habe, und sage genau was die Tiere haben. Anschließend wende ich mich an Winfried und sage ihm, das die Pflanzen die angefressen wurden für Tiere giftig sind und beide davon gefressen haben. Die Tiere müssen immer wieder an den Pflanzen genagt haben, denn ansonsten wäre die Entzündung nach ein paar Tagen wieder abgeklungen. Ich rate dazu, die Pflanzen zu entfernen.

In der Zwischenzeit räumen Anne und die Mutter die Pflanzen aus dem Raum. Dann berate ich den Tierarzt welche Medikamente er in der nächsten Zeit nehmen soll. Dieser gibt den beiden sofort jeweils eine Spritze mit dem richtigen Mittel. Noch etwa 15 Minuten sitzen wir zusammen und ich erkläre genau, was alles gemacht werden muss, damit die Tiere wieder komplett gesund werden. Auch rate ich dazu für die Katze einen Spielkumpel zu besorgen. Auch die Gründe erkläre ich genau und Winfried verspricht mir, eine weitere Katze zu holen wenn sie wieder ganz gesund ist. Dann fahren wir wieder zum Labor.

Am Freitag bedankt sich Winfried noch einmal bei mir und sagt, das Hund und Katze schon zugenommen haben. Im Moment dürfen die beiden so viel futtern wie sie wollen. Für beide Tiere sind die Näpfe immer gefüllt.

Ich rate ihm jedoch, nicht all Zuviel Futter auf einmal zu geben sondern immer etwas mehr als normal. Genau das hat auch der Tierarzt geraten und so machen sie es. Die Rationen die die beiden bekommen sollen sind über den ganzen Tag verteilt. Überfressen ist also nicht möglich.

Drei Wochen später ruft mich Winfried an und lädt mich zu sich nach Hause ein. Natürlich sage ich zu und schon am nächsten Wochenende bin ich bei Winfried. Den beiden Tieren geht es inzwischen wieder ausgezeichnet und auch eine weitere Katze läuft im Haus herum.
 
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Das zweite Trucker Treffen

Ein Jahr ist es nun her, das Herbert und ich zu einem Trucker treffen eingeladen waren. Durch einen Zwischenfall kurz vor dem Beginn des Rennens haben wir von dem eigentlichen Rennen nichts gesehen. Damals wurde mir versprochen das neue CB-Funkgeräte für das Tierheim und für mich besorgt werden. Genau diese Geräte sind etwa drei Wochen nach dem Trucker treffen per Post geliefert worden. Bernd hat sowohl die Station als auch das Gerät in mein Auto installiert. Natürlich habe ich die Geräte sofort aus probiert. Die Reichweite hat sich erhöht und es macht viel mehr Spaß mit den Truckern zu reden.

Leise läuft das Gerät in meinem Büro mit, aber es ist nur ein leichtes Rauschen zu hören. Vor 10 Minuten ist die Post gekommen die ich nun durch sehe. Ein Brief ist vom Verband der Trucker. Diesen öffne ich zuerst und nachdem ich ihn gelesen habe, rufe ich sofort Herbert an um ihm mit zu teilen, das wir beide wieder zu einem Treffen eingeladen worden sind. Das Treffen soll in vier Monaten stattfinden und ist wieder auf der alten Rennstrecke. Herbert sagt sofort zu das wir dorthin fahren.

Was mir jedoch auffällt, sind die drei Eintrittskarten für das Rennen. Also soll Monika wohl ebenfalls eingeladen worden sein. Ich beschließe sie am Abend zu fragen ob sie mit will. Dann lese ich die andere Post, doch hier ist nichts Wichtiges dabei. Darum entschließe ich mich dazu zum Katzenhaus zu gehen um dort nach den Tieren auf der Krankenstation zu sehen. Dort liegen zwei Hunde und drei Katzen. Beide Hunde wurden bei einer Treibjagd angeschossen und von mir operiert. Nun sind sie seit vier Wochen auf der Station und dürfen diese bald wieder verlassen. Die Katzen sind alles Streuner und von mir kastriert worden. Auch sie können bald wieder in die Freiheit.

Nur haben sich die Katzen inzwischen an die Hunde gewöhnt. Schon mehrfach lagen sie bei den Hunden mit im Korb. Trotzdem werden wir versuchen sie wieder bei den anderen Streunern frei zu lassen. Sollte es dabei Schwierigkeiten, wie Protest von den Hunden oder den Katzen, geben, sollen die Katzen wieder zurück ins Tierheim und dann auch an Menschen gewöhnt werden.

Bisher ist es in unserem Tierheim so gewesen, das die Streuner alleine für sich in einem Raum liegen. Im Moment wird aber in dem Raum die ganze Elektrik neu gemacht, da nach einem Kurzschluss diese total zerstört wurde und somit der Raum nicht zur Verfügung steht.

Nachdem ich Feierabend habe, schwinge ich mich auf mein Rad und fahre nach Hause. Dort ist auch schon Monika und ich erzähle ihr, während wir beide das Abendessen zubereiten, von dem Treffen. Natürlich will sie diesmal mit, fragt aber gleichzeitig ob ihr Kai mit kommen kann.

Kai ist seit etwa einem halben Jahr ihr neuer Freund. Dieser kommt zwar nur am Wochenende zu uns, ist aber schon komplett in unsere kleine Familie aufgenommen worden. Kai ist Polizeibeamter in der Nähe des kahlen Asten und somit etliche Kilometer von unserem Wohnort entfernt. In unserem Haus hat Kai ein eigenes Zimmer, jedoch wissen Herbert und ich das die beiden in einem Zimmer die Nacht verbringen. Doch wir beide sagen nichts dazu, obwohl unsere Tochter erst 17 Jahre alt ist!

Ich verspreche Monika das ich am nächstem Tag, es ist ein Samstag, beim Verein an zu fragen, denn eine Telefonnummer steht mit auf der Einladung. Auch die Zeiten wann jemand erreichbar ist. Kurz darauf kommt auch Herbert und nachdem das Essen nach einer halben Stunde fertig ist, sitzen wir am Tisch und Essen. Dabei reden wir über das bevor stehende Treffen, aber auch über das vergangene.

Am folgenden Tag rufe ich zur angegebenen Zeit in dem Verein an. Nachdem sich die andere Seite gemeldet hat, erfahre ich das erst in etwa einer Stunde von dem Verein jemand erreichbar ist. Ich lege wieder auf und mache meine Arbeit weiter. Nach etwa einer Stunde klingelt mein Telefon und als ich abnehme ist es ein Sprecher des Vereins. Dem schildere ich zunächst wer ich bin und worum es geht. Mein Gesprächspartner verspricht die Angelegenheit mit dem Vorsitzenden des Vereins zu besprechen und wir legen beide den Hörer auf.

Nur 10 Minuten später klingelt wieder mein Telefon und als ich mich melde, erfahre ich das eine weitere Karte zu uns auf den Weg ist. Ich bedanke mich und nachdem ich Feierabend habe, erzähle ich Monika von meinen Gesprächen. Monika ist hoch erfreut und ruft sofort ihren Kai an. Dieser hat an diesem Wochenende Dienst und darum nicht zu uns gekommen. Auch er freut sich auf das Truckrennen.

Ein paar Wochen später ist es soweit und wir vier fahren mit unserem Wohnmobil am frühen Morgen los. Heute fährt Kai unser Wohnmobil, da Herbert sich einen Arm gebrochen hat. Das ist geschehen als er bei uns im Garten, vor zwei Wochen, einen Baum beschneiden wollte. Dafür ist er auf eine Leiter und mit dieser umgefallen. Dabei ist er unglücklich auf seinen Arm gefallen so das dieser am Unterarm gebrochen ist. Aber mitfahren will er unbedingt.

Kai kommt sehr gut mit dem großen Wagen zurecht, obwohl er solch ein Fahrzeug zum ersten Mal fährt. Aber während seiner Ausbildung zum Polizisten ist er auch öfters LKW gefahren. Von daher stammt auch seine Begeisterung für LKW.

Nun haben wir noch etwa 30 Kilometer auf der Landstraße zu fahren als uns ein PKW auffällt der halb im Graben neben der Straße steht. Sofort hält Kai an und bevor wir aus dem Wagen sind, springt Kai schon aus dem Mobil. Schnell rennt er zu dem PKW und wirft einen Blick in den Wagen. Dann hebt er seinen Arm und als wir bei ihm ankommen sehen wir das keiner in dem PKW ist. Der Wagen ist vorne stark verbeult und qualmt aus dem Motorraum. Also kann der Unfall noch nicht lange her sein, denn bei dem Qualm handelt es sich um die heiße Kühlflüssigkeit des Motors.

Sofort fängt Kai an zu rufen und schon nach dem dritten Ruf erhalten wir eine Antwort. Es kommt aus dem Waldstück das vor uns liegt. Sofort bewegen wir uns alle vier auf das Waldstück zu und noch einmal ruft Kai nach der Person. Dann sehen wir eine Frau die bei einem Tier kniet. Da ich meine Tasche mit aus dem Wohnmobil genommen habe laufe ich schnell zu der Frau. Sie kniet bei einem Wildschwein das sich nicht regt.

Als ich bei ihr ankomme sagt sie: „Plötzlich war es auf der Straße. Außerdem auch noch vier junge Tiere. Wo die sind weiß ich aber nicht.“ Ich hole mein Stethoskop aus meiner Tasche und höre das Schwein ab. Jedoch kann dem nicht mehr geholfen werden. Es ist schon verendet. Auch Herbert, Kai und Monika sind inzwischen bei uns und ich sage ihnen das noch vier Frischlinge hier in der Gegend sein müssen. Sofort fangen die drei an zu suchen, während ich mich nun um die Frau kümmere. Jedoch ist diese vollkommen in Ordnung nur hat sie eben einen derben Schrecken bekommen.

Auf der nahen Straße nähert sich inzwischen ein Martinshorn und ich nehme an, das die Polizei bald da ist. Gerade wende ich mich mit der Frau in Richtung Straße als Kai mit zwei kleinen Wildschweinen wieder erscheint. Auch Monika hat ein Wildschwein auf dem Arm und auch Herbert trägt eines. Wobei dieses Wildschwein sehr ruhig ist. Zusammen gehen wir nun zur Straße und sehen auch sofort das die Polizei bei dem Unfallwagen und unserem Mobil stehen. Kurz bevor wir die Wagen wieder erreichen, dreht sich einer der Polizisten um und geht wieder zu seinem Auto. Dort greift er zum Funkgerät und ich sehe wie er ins Mikrofon spricht.

Da wir bei dem anderen Beamten angekommen sind, fragt er: „Mein Kollege hat schon den Förster in dieser Gegend informieren lassen. So! Wer ist denn der Besitzer des Unfallwagens und was ist genau passiert. Auch der Kollege ist inzwischen wieder da und macht die Unfallaufnahme. Wir warten weiterhin mit den Schweinen auf den Armen auf den Förster.

Nach etwa 30 Minuten hält ein PKW mit Anhänger bei uns und ein Mann steigt aus. Das ist der Förster und wir legen die kleinen Schweine in dafür vorgesehene Käfige. Kurz reden wir noch mit dem Mann dann fährt wer wieder. Da der Abschleppwagen inzwischen den PKW der Frau verladen hat, verabschieden wir uns und Kai setzt sich wieder hinters Lenkrad des Wohnmobils. Dann fahren wir weiter.

Von uns war geplant, das wir noch eine Pause, vor Erreichen des Zieles, machen, doch nun fährt Kai an einem Stück durch bis zur Rennstrecke. Dort werden wir schnell zu unserem Standplatz gebracht und sobald unser Mobil steht, gehen wir zu dem uns schon bekannten Hügel und setzen uns zu den anderen Männern und Frauen die dort schon sind und das Training der Rennboliden beobachten.

Herbert und ich werden besonders begrüßt und wir vier sitzen noch lange mit den Truckern zusammen. Am nächsten Tag schauen wir uns das Rennen an. Jedes Mal wenn die LKW an uns vorbei rauschen ist keine Unterhaltung mehr möglich, so laut wird es. Kein Wunder, denn an dieser Stelle wo wir sind, fahren die LKW 160 Km/h und müssen kurz darauf scharf Bremsen um eine Kurve mit etwa 60 zu nehmen.

Auch einen Crash können wir sehen, jedoch gibt es nur Blechschaden und das Rennen wird für kurze Zeit an dieser Stelle langsamer gefahren. Natürlich gewinn t der Favorit das Rennen und bei seiner Ehrenrunde wird er viel bejubelt. Nach dem Rennen sitzen wir noch etliche Zeit zusammen und es ist schon nach Mitternacht als wir in unser Wohnmobil gehen.

Am nächsten Morgen fahren wir um 10.00 Uhr wieder los um nach Hause zu kommen. Diesmal fahre ich das Mobil. Kurz vor der Autobahn halten wir auf einem Parkplatz an, damit Kai weiter fahren kann, denn auf der Autobahn fahren traue ich mir noch nicht zu. Obwohl ich schon öfters auch auf Autobahnen das Mobil gefahren habe. Doch bisher konnte ich mich damit immer zwischen LKW klemmen und in diesem Strom mit fahren. Heute jedoch nicht, da ja Feiertag ist.

Ich gehe um das Mobil herum um noch einmal zu kontrollieren ob alle Staufächer verschlossen sind als ich das jaulen eines Tieres höre. Sofort bleibe ich stehen und fange an zu lauschen. In diesem Moment startet Kai den Motor und ich kann nichts mehr hören. Sofort rufe ich, das der Motor wieder aus muss und nachdem das geschehen ist höre ich wieder das jaulen. Es kommt aus einer Buschgruppe die nicht weit entfernt ist.
Auch Kai, Herbert und Monika gesellen sich zu mir. Wobei Kai schon meine Tasche mitgebracht hat. Ich bedanke mich bei ihm, dann laufe ich schon auf das Gebüsch zu und die anderen folgen. Nur Kai nicht, der verschließt zunächst das Mobil und kommt dann nach. Je näher wir dem Gebüsch kommen umso lauter ertönt das jaulen des Tieres.

Als ich beim ersten Busch bin und diesen umrunde sehe ich sofort das Tier. Es ist ein großer Schäferhund und daneben liegen noch 5 Welpen sowie eine Katze mit 6 kleinen. Sobald der Schäferhund uns sieht, stellt er sein jaulen ein und wedelt freudig mit seinem Schweif. Jedoch bleibt sie liegen, da die Welpen gerade am Saugen sind.

Kai bemerkt aber sofort die Schlinge die dem Hund um den Hals gelegt worden ist. Bevor er diese lösen kann, stoppe ich ihn: „Lass das Seil erst einmal dran. Darum kümmern wir uns später. Jetzt muss ich erst einmal nachsehen wie es den Tieren geht.“

Ich entnehme aus meiner Tasche mein Stethoskop und höre zunächst die Hunde Mutti ab. Auch taste ich vorsichtig über ihren Körper um Verletzungen aus zu schließen. Diese hat sie zwar nicht, aber noch hat sie nicht alle Welpen geboren. Ich sage zu Kai: „Fahre sofort mit dem Mobil zur Ortschaft zurück und alarmiere den Tierschutz. Ich hoffe das im Telefonbuch die Nummer steht. Dann komme wieder zurück.“

Kai steht auf und rennt schnell zum Wohnmobil. Kurze Zeit später ist er schon mit dem Wagen unterwegs. In der Zeit kümmere ich mich schon um die Katze. Diese ist total erschöpft hat aber ebenfalls keine Verletzungen. Darum bekommt sie von mir sofort eine Stärkungsspritze.

In diesem Moment höre ich zwei Autos auf den Parkplatz fahren und als ich hinsehe ist es unser Wohnmobil und noch ein anderer Wagen. Ich kümmere mich aber schon wieder um die kleinen Katzenkitten als Kai mit zwei Männern neben mir auftaucht. Das sind zwei Polizisten die in Zivil auf Streife waren. Diese hatten Kai angehalten als er zu schnell durch eine Baustelle fuhr. Erst glaubten sie ihm nicht, als er was von den Tieren sagte, aber als er seinen Dienstausweis zeigte sind sie sofort hinterher gefahren.

Nun rennt einer der Männer zu seinem Auto und greift zum Mikrofon. Es dauert nur fünf Minuten dann fahren zwei Streifenwagen auf den Parkplatz. Aus jedem Wagen steigen zwei Beamte aus und erst jetzt lasse ich die Leinen, mit denen sie am Gebüsch gefesselt sind, abmachen. Aber die beiden Muttis machen keine Anstalten dazu um weg zu laufen.

Ganz im Gegenteil! Beide kommen zu uns und lassen sich von allen streicheln. Jedoch legen sie sich sehr schnell zu ihren kleinen. Aber auch jetzt fordern sie Streicheleinheiten ein. Somit sind ein jeder Mal dran die Tiere zu streicheln. Wobei die Welpen am meisten gestreichelt werden. Aber auch die Katzenwelpen werden verwöhnt. Obwohl ich davon abgeraten hatte. Auf Nachfragen eines der Beamten sagte ich das dabei Krankheitskeime übertragen werden könnten. Doch die Beamten schauten mich nur komisch an und streichelten auch die kleinen Katzen. Aber nicht so intensiv wie die Hunde.

Nach etwa zwanzig Minuten fährt ein Transit auf den Parkplatz und heraus steigen zwei Frauen. Sie kommen sofort zu uns, fragen kurz was los ist und holen anschließend mehrere Körbe aus dem Transit. Darin werden die Hundewelpen gelegt und diese anschließend mitsamt der Mutti zum Wagen gebracht. Dann kommen sie noch einmal zurück um auch die Katzen zu holen.

Dabei komme ich mit einer der Frauen ins Gespräch, weil sie mich fragt, wie wir zu den Tieren gekommen sind. Nachdem ich sie darüber informiert habe und ihr auch gesagt habe wer ich bin, sie schaute ganz komisch auf meine Tasche und stellte auch eine dem entsprechende Frage, redeten wir noch zehn Minuten zusammen, dann fuhr sie mit den Tieren wieder davon.

Auch wir fuhren nun weiter, diesmal fuhr jedoch Kai, und kamen am späten Nachmittag auch zu Hause an. Dort räumten wir zunächst das Mobil wieder auf, dann setzten wir uns zusammen ins Wohnzimmer und redeten noch etwas zusammen. Doch immer wieder kommen wir auf die Tiere zu sprechen. Darum entschließe ich mich dazu in dem Tierheim, eine der Frauen hatte mir die Telefonnummer gegeben, an zu rufen.
Als sich jemand dort meldet nenne ich meinen Namen und werde sofort weiter verbunden. Nun bin ich erstaunt, aber da meldet sich schon die Frau vom Parkplatz. Ich erzähle kurz die Situation bei uns und sie fängt an zu lachen. Dann erzählt sie, das es allen Tieren gut geht, Hunde und Katzen in einem Raum leben und nicht getrennt sind. Auch hat man schon den Besitzer der Tiere ausfindig gemacht jedoch konnte er nachweisen das die Tiere entführt worden sind und er auch schon die Polizei informiert hatte und das einen Tag vorher. Nun läuft die Fahndung nach dem Übeltäter und schon Morgen werden alle Tiere wieder nach Hause entlassen.

Zwei Tage später klopft es an meiner Bürotür und auf mein „Herein“ betritt eine etwa 50 jährige Frau mein Büro. Neben ihr laufen ein Hund und eine Katze ohne an der Leine zu sein. Sofort kommen Hund und Katze zu mir und lassen sich von mir streicheln. Es sind die beiden Muttis von dem Parkplatz. Auch die Welpen sind mit dabei, jedoch liegen diese in Körben im Auto der Frau. Zusammen gehen wir dort hin und ich bin hoch erfreut, als mir die Frau den Vorschlag macht, einen Hund und eine Katze einen Namen zu geben.

Erst weiß ich nicht welche Namen ich nehmen soll. Doch die Frau meint: „Wie wäre es denn mit Gerda und Herbert?“ Ich schaue sie an, dann nicke ich mit dem Kopf. Ich darf einen Hund und eine Katze aussuchen und dabei benenne ich einen der Hundewelpen mit Herbert. Also wird eine Katze Gerda genannt. Genau diese beiden Tiere durften bei der Frau bleiben als die anderen Welpen vermittelt werden.
Auch die vier kleinen Wildschweine wurden nach einer gewissen Zeit wieder in die Freiheit entlassen. Aber eines der Schweine war am nächsten Tag wieder bei dem Förster und folgte ihm nun wie ein Hund.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #389
Erdbeeren

Heute sind wir mal mit dem PKW unterwegs. Wir das sind Monika, meine Tochter, Herbert mein Mann und natürlich ich. Wir wollen in das Nachbar Dorf um dort frische Erdbeeren zu pflücken. Monika freut sich schon riesig darauf weil sie dabei immer mehr futtert als sie in den Korb legt. Natürlich warne ich immer davor die Erdbeeren direkt von der Pflanze zu essen ohne die Beeren zu waschen. Darum hat Monika eine Flasche mit Wasser und einen kleinen Eimer dabei um die Erdbeeren zu waschen. Zwar ist das noch immer nicht das wahre, aber besser wie nichts.

Nur 15 Minuten dauert die Fahrt, dann biegt Herbert auf den Parkplatz vor dem Erdbeerfeld ein. Als der Wagen steht und ich ausgestiegen bin, öffne ich die hintere Tür des Wagens und Monika springt sofort aus dem Auto. Mit dabei hat sie ihren Rucksack mit der Flasche und in einer Hand den Eimer.

Zusammen gehen wir dann zu dem kleinen Verkaufsstand der am Rande des Feldes steht und melden uns an. Wir bekommen jeder einen Korb und anschließend werden wir zu unseren Reihen gebracht. Sofort fängt Monika an nach reifen Erdbeeren zu suchen und hat auch schon bald einige gefunden. Dann sehe ich wie sie die Flasche mit dem Wasser hervorholt und dieses in den Eimer schüttet. Anschließend nimmt sie jede Erdbeere einzeln aus dem Korb und wäscht sie in dem Wasser. Erst dann schiebt sie die Erdbeere in den Mund. Auch ich nehme eine Erdbeere und wasche diese in dem Eimer um sie anschließend zu essen. Genauso macht es Herbert. Auch er geht mehrmals zu Monika um Erdbeeren zu waschen.

Wir sind fast an Ende unserer Reihen angekommen als ich auf einmal meine ein leises jaulen zu hören. Sofort schaue ich hoch kann jedoch nichts entdecken. Da ich mich in der Hocke befinde, stehe ich auf und schaue mich weiter um. Auch Monika steht und scheint am Lauschen zu sein. Nur Herbert pflückt noch Erdbeeren.

Auf einmal rennt Monika los. Sie springt über mehrere Reihen von Erdbeerpflanzen um kurz danach hinter einem Busch zu verschwinden. Schon kurze Zeit später taucht sie wieder auf und ruft mir zu: „Mama, komm schnell!“ dann verschwindet sie wieder hinter dem Busch. Jetzt wird auch Herbert aufmerksam und er fragt was los ist. Doch ich sage nur zu ihm: „Lauf schnell zum Auto und hole meine Tasche!“ Herbert schaut mich nur kurz an, dann dreht er sich um und rennt innerhalb der Reihe zu unserem Auto. Meine Tasche hatte ich im Auto gelassen, weil sie hier auf dem Feld nur gestört hätte.

Ich begebe mich schon zu Monika die wieder hinter dem Busch auftaucht. Dabei ist sie heftig am Winken. Es dauert nur ein paar kurze Augenblicke dann bin ich bei ihr. Sie ergreift meine Hand und zieht mich mit. Dann sind wir hinter dem Busch jedoch läuft Monika die mich inzwischen los gelassen hat, auf eine Bodensenke zu. Ich folge ihr und als ich ebenfalls an der Senke ankomme sehe ich sofort den Fuchs der vor einem Loch liegt. An der rechten Seite ist das Tier stark am Bluten.

Sofort knie ich mich zu dem Tier. Dieses schaut mich an, macht jedoch keine Abwehrbewegungen. Ich lasse das Tier an meinen Händen schnuppern, dann taste ich das Tier vorsichtig ab. Außer der blutenden Wunde scheint der Fuchs nichts zu haben. In diesem Moment höre ich Herbert rufen und ich schicke Monika los ihren Vater zu holen. Kurz darauf erscheinen die beiden und Herbert gibt mir sofort die Tasche.

Ich hole das Stethoskop aus der Tasche und höre den Fuchs zunächst ab. Außer einem schwachen Herzschlag kann ich jedoch nichts feststellen. Da der Fuchs noch immer leise am jaulen ist, gebe ich ihm eine leichte Narkose und als der Fuchs schläft, untersuche ich nun auch die blutende Wunde. Es sieht so aus, als wenn der Fuchs von einem Schrottschuss getroffen worden ist.

Nach der Untersuchung schaue ich hoch und sehe das Herbert ein Brett bei sich hat. Dieses legt er nun neben dem Fuchs ab und als ich den Fuchs anhebe schiebt er das Brett unter das Tier. Als er das Brett mit dem darauf liegendem Fuchs hoch hebt, höre ich ein knurren neben uns. Ich sehe dort hin und erkenne einen weiteren Fuchs. Dieser steht dort und ist am knurren. Dabei fletscht er auch seine Zähne.

Nun wird es etwas kompliziert, darum sage ich zu Monika, das sie schon einmal langsam weg gehen soll. Anschließend wende ich mich an den knurrenden Fuchs: „ Hallo mein kleiner! Nun stelle mal dein knurren ein und höre mir zu. Ich weiß das Du mich nicht verstehst aber ich hoffe das Du begreifst das ich nur helfen will.“
Da der Fuchs nicht mehr knurrt sondern nur noch meiner Stimme zu hört, halte ich ihm meine Hände hin.

Nun kommt der Fuchs vorsichtig näher, beobachtet aber gleichzeitig Herbert der immer noch neben mir steht. Dann ist er bei mir angekommen und er schnuppert an meinen Händen. Herbert geht in die Hocke, hat jedoch noch immer das Brett mit dem Fuchs auf dem Arm. Nun geht der Fuchs auch zu Herbert, schnuppert an ihm und an dem anderen Fuchs, dann schaut er mich an.

„Wir werden deinen Freund nun mitnehmen und sobald er wieder einigermaßen gesund ist, bringe ich ihn dir persönlich zurück.“ Lange schaut mich der Fuchs nach meinen Worten an. Dann legt er sich vor das Loch im Boden und nun weiß ich, das wir den anderen Fuchs mitnehmen können. Noch einmal schaue ich nach dem Fuchs, dann gehen Herbert und ich in Richtung unserem Auto. Monika wartet schon am Ende der Erdbeerreihen auf uns.

Sofort kommt sie uns entgegen und als sie bei den Körben mit den von uns gepflückten Erdbeeren erreicht, nimmt sie diese hoch und wartet auf uns. Herbert bitte sie die Geldbörse aus seiner Hosentasche zu holen und die gepflückten Erdbeeren zu bezahlen. Monika nimmt die Geldbörse und läuft mit den Erdbeerkörben zu dem Verkaufsstand. Kurz redet sie mit dem Verkäufer dann kommt dieser schon hinter dem Stand hervor und zu uns. „Ich will nur mal einen Fuchs aus der Nähe sehen und wenn sie nichts dagegen haben auch einmal streicheln.“

Dieses sagt er zu mir und nachdem ich mit dem Kopf genickt habe, streichelt er vorsichtig den Fuchs. Dann fragt er mich wo wir den Fuchs gefunden haben und ich überlege mir schon ob ich ihm das sagen soll. Da sagt er zu mir: „Das es hier Füchse gibt, wissen wir alle hier. Jeden Morgen wenn wir kommen bringen wir auch etwas Futter für die Tiere mit. Aber wir legen es immer hinter den Stand und wenn Feierabend ist, ist das Fleisch meistens verschwunden. Wann die Füchse das Futter holen wissen wir nicht, denn keiner hat sie bisher gesehen.“

Nun sage ich ihm wo die Füchse leben. Der Mann läuft schnell zu seinem Stand und kommt kurz darauf mit einer Tüte zurück. Er zeigt mir den Inhalt und ich erkenne neben ein paar Kühl Akkus auch noch einige große Fleischstücke. Nachdem ich einen Blick in die Tüte geworfen habe, läuft der Mann schnell auf den Busch zu.

Ich laufe schon weiter zu unserem Auto wo Herbert schon den Fuchs auf die Ladefläche gelegt hat. Nur Monika fehlt noch. Sie steht immer noch bei dem Verkaufsstand und eine andere Frau wiegt gerade unsere Körbe. Dann sehe ich das Monika bezahlt und als dieses geschehen ist, kommt auch Monika mit den Erdbeeren zu uns.

Herbert startet den Motor und fährt sofort los als Monika ebenfalls im Auto ist. Er schlägt die Richtung zum Tierheim ein und schon nach zwanzig Minuten sind wir dort. Ich laufe schon in Begleitung von Monika zum Behandlungsraum, während Herbert den Fuchs herein bringt. Er legt den Fuchs sofort auf den Röntgentisch und Monika fängt an, die Haare an der blutenden Stelle zu entfernen.

Ich bereite inzwischen schon alles für die Aufnahme vor und nachdem das geschehen ist, verlassen wir den Röntgenraum. Insgesamt mache ich zwei Aufnahmen von dem Tier, dann trägt Herbert das Tier in den Behandlungsraum und legt ihn auf den Tisch ab. Ich entwickle in der Zeit die Aufnahmen und nachdem das geschehen ist, betrachte ich die Fotos.

Nun kann ich sehen, das sieben Geschoße in dem Tier steckten. Ich drehe mich um und nehme den Kopf des Ultraschall Gerätes zur Hand. Diesen setze ich auf und kann nun genau sehen wie die Schrottladung in das Tier eingedrungen ist. Wichtige Organe sind dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.

Nun vertiefe ich die Narkose und fange nach einigen Minuten an den Fuchs zu operieren. Alle Geschosse hole ich aus dem Tier. Da ich die Einschusslöcher nicht großartig vergrößert habe, reicht für jedes Loch zwei Stiche mit Nähgarn. Anschließend verklebe ich die Wunden mit Pflaster. Danach kommt der Fuchs in einen gesonderten Raum wo er über Nacht bleiben soll. Wenn das Tier morgen wieder top ist, werde ich ihn wieder zu seinem Revier zurück bringen.

Am nächsten morgen fahren wir drei zum Tierheim um nach dem Fuchs zu sehen. Diesem geht es schon wieder ausgezeichnet, so das Herbert losgeht um einen großen Tragekorb zu holen. Der Fuchs geht ohne zu mucken in den Korb und Herbert bringt ihn sofort zu unserem Auto. Als wir drei im Auto sitzen fährt Herbert sofort wieder zu dem Erdbeerfeld.

Auch heute Morgen ist der Mann wieder in seinem Verkaufsstand und als er uns sieht, kommt er sofort zu uns. Noch einen Blick wirft er in den Korb, dann gehen wir alle zusammen zum Bau des Fuchses. Dort angekommen sehen wir sofort den anderen Fuchs, aber auch noch drei jung Füchse. Also hat unser Fuchs eine Familie. Der Mann, Monika und Herbert bleiben am Rand der Bodensenke stehen. Nur ich gehe mit dem Korb weiter. Kurz vor dem anderen Fuchs bleibe ich stehen und stelle den Korb auf die Erde. Dann öffne ich die Klappe an dem Korb und der Fuchs kommt langsam aus dem Korb.

Noch einmal schaut er mich an, dann geht er zu seiner Familie. Der Mann hatte, als er zu uns kam, schon eine Tüte mit gebracht. Diese öffnete er nun und holte daraus etliche Fleischstücke hervor. Langsam kommt er näher und legt die Stücke alle auf eine Baumwurzel. Dann zieht er sich wieder zurück. Beide großen Füchse gehen zu dem Fleisch und nachdem sie daran geschnuppert haben, fressen sie das Fleisch.

Auch ich gehe langsam zurück und nachdem ich bei den anderen bin, bleiben wir noch einige Minuten stehen und schauen der Familie zu. Dann gehen wir alle wieder zurück und verabschieden uns. Noch mehrmals bin ich bei den Füchsen um nach ihnen zu sehen. Doch habe ich mich nie zu sehr genähert. Den Fuchs den ich operiert habe, konnte ich aber noch einmal untersuchen als er mich sah und zu mir gekommen ist. Da war er wieder komplett gesund.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #390
Sommerferien

Bei uns im Tierheim laufen die Vorbereitungen für den großen Ansturm der Tiere die bald kommen werden. Denn in einer Woche beginnen die Sommerferien und da wir zum zweiten Mal anbieten die Tiere während der Zeit des Urlaubes zu pflegen, haben wir diesmal insgesamt fast 100 Anmeldungen. Zwar sind dann die Tiere nicht alle auf einmal bei uns, doch schon in der ersten Woche sind 20 Tiere angemeldet. So geht es die ganze Zeit über. Immer werden Tiere für einige Zeit bei uns sein, um dann wieder zurück zu ihren Besitzern zu kommen.
Für diesen Zweck haben wir einen besonderen Bereich abgetrennt in dem die Tiere untergebracht werden.

Diese sollen einen Tag vor Reiseantritt gebracht werden und ich werde die Tiere dann zunächst Untersuchen. Sollte ich dabei eine Krankheit feststellen wird diese natürlich von mir behandelt. Kosten fallen für diese Behandlung wie immer nicht an, nur für die Medikamente. Auch für die Pflege der gesunden Tiere fallen keine Kosten an, nur muss ein kleiner Betrag gezahlt werden für die Verpflegung.

Nun sitze ich also in meinem Büro und versuche eine Belegungsliste zu erstellen. Dabei sollen Wohnungskatzen und Freigänger strikt getrennt werden. Im Obergeschoß des Katzenhauses haben wir dafür vier Räume vorbereitet und im Untergeschoß, dort können die Katzen auch nach draußen, sollen die Freigänger untergebracht werden.

Aber auch für die Hunde die kommen sollen muss ich einen Plan erstellen. Dabei sind Hunde die sich nicht mit anderen vertragen, aber auch einige die ohne ihre Menschen nicht leben wollen. Auch sind Hunde dabei die bei ihren Besitzern mit im Bett schlafen. Dieses sind in meinen Augen die größten Problemfälle. Aber auch das werden wir hin kriegen.

Einige der Halter gerade dieser Tiere haben mich gefragt, ob das richtig ist das die Tiere mit im Bett schlafen. Aber ich habe die Halter beruhigt. Öfters das Bett neu beziehen, immer die Decken jeden Morgen ausschütteln und schon steht dem Vergnügen, das der Hund oder die Katze mit im Bett liegt, nichts mehr im Wege.

Auch sind zwei Tierhalter dabei, die zwar Katzen haben, diese leben jedoch nicht im Haus. Nicht das die Halter das nicht wollen, sondern die Tiere wollen nicht. Bisher war es bei dem Personenkreis so, das die Nachbarn sich dann um die Tiere gekümmert haben. Jedoch fahren diese auch in den Urlaub und so ist die Versorgung der Tiere nicht gegeben.

Gerade um diese Tiere, es sind fünf Katzen, werde ich mich persönlich kümmern. Schon Morgen werden ich die Schlüssel für die Häuser bekommen, denn gefuttert wird immer im Haus, nie draußen. Auch wurde mir schon gesagt wo Futter für die Katzen ist und vor allem, wo die Katzen ihre Futterplätze haben.

Natürlich habe ich mir schon die beiden Häuser und die Katzen angesehen und dabei festgestellt, das bei einer Familie eine Katze lebt, die schon 16 Jahre alt ist. Gerade diese Katze habe ich an Ort und Stelle untersucht. Bis auf eine Sehschwäche beider Augen, ist die Katze aber vollkommen gesund. Diese Katze ist ihnen etwa ein Jahr zuvor zugelaufen. Trotz einer Anzeige in der Zeitung, meldete sich kein anderer Besitzer. Ich vermute, das diese Katze ein Streuner ist, der sich, da er nun älter wurde, den Menschen zugewandt hat. Darum werde ich diese Katze genauer beobachten um mehr über sie heraus zu finden.

Aber auch bei den Hunden gibt es Problemfälle, außer dem im Bett schlafenden Hunde. Zwei Hunde sind dabei, die noch nie mit anderen Tieren zusammen gekommen sind. Separieren will ich die Tiere nicht, darum waren genau diese Hunde schon mehrmals für einige Stunden bei uns im Tierheim. Dabei wurden sie auch mit anderen Hunden zusammengebracht. Aufgefallen ist mir dabei, das ein Hundehalter genau der Nachbar von der alten Katze ist. Dieser Hund trägt den Namen Bella. Natürlich habe ich gefragt, ob die beiden sich kennen was dieses bejaht wurde. Die beiden sind beste Freunde! Von daher vermute ich, das es keine Schwierigkeit mit dem Hund geben wird.

Der andere Hund, der Name ist Luna, scheint mir aber vermutlich mehr Schwierigkeiten machen, weil dieser weder andere Hunde noch Katzen kennt, da er immer in einer Wohnung gehalten wurde und nur wenn Gassi gegangen wurde, kam er nach draußen. Ich habe mir vorgenommen mit den Haltern nach Ende ihres Urlaubs ein ernstes Wort zu reden. Doch meistens kommt es anders wie geplant.

Schon am nächsten Tag kamen genau diese beiden Hunde zu uns. Sofort wurden die beiden Hunde zunächst in Boxen untergebracht, aber so, das sie sich sehen konnten. Luna schaute immer wieder zu Bella, machte jedoch nichts was ein Eingreifen von uns erfordert hätte. Darum ließen wir Bella, nachdem die Besitzer wieder unser Tierheim verlassen hatten, in den Außenbereich. Dabei konnte sie auch an die Box von Luna.

Beide beschnupperten sich, dann legte sich Bella vor die Box von Luna. Da auch nun keine Reaktion von Luna erfolgte, öffnet ein Mitarbeiter die Box und nun können beide Hunde zusammen kommen. Luna bleibt jedoch in ihrer Box und beobachtet Bella genau. Doch diese bleibt einfach liegen. Da geht auch Luna aus ihrer Box und schnuppert noch einmal an Bella. Anschließend erkunden beide ihr vorläufiges zu Hause. Anschließend gingen beide in eine Ecke und legten sich hin.

Die beiden Hunde sind die besten Freunde, dabei bemerkte ich, das Luna doch etwas schüchtern gegenüber Bella ist, jedoch legt sich das von Tag zu Tag. Auch mit anderen Hunden aus dem Tierheim kommen die beiden zusammen und es gibt nie Ärger. Aber auch hier zeigte sich das Verhaltensmuster von Luna. Erst ist sie schüchtern, sobald sie jedoch mitbekommt das Bella keine Berührungsängste hat, legt sie auch ihre Scheu ab.
Am nächsten Wochenende kommen dann die anderen Hunde und Katzen. Natürlich sind diese zunächst gegenüber den Mitarbeitern sehr scheu, aber das legt sich schon nach ein paar Stunden. Dann kann auch mit den Mitarbeitern gekuschelt werden.

Die Tiere sind schon eine Woche bei uns und es kamen auch schon neue hinzu. Auch hierbei gab es keine Schwierigkeiten. Luna und Bella sind immer noch zusammen. Auch bei den Häusern bin ich morgens und abends. Dort halte ich mich dann immer etwas länger auf und spiele mit den Katzen. Wenn sie Lust haben. Am ersten Tag sind es nur eine Katze gewesen, inzwischen jedoch vier. Nur die alte Katze konnte ich bisher nicht zum kuscheln überreden. Obwohl sie immer sehr interessiert ist, wenn ich da bin.

Es ist Samstagmittag und ich befinde mich zu Hause als das Telefon klingelt. Als ich abnehme meldet sich eine Mitarbeiterin des Tierheim. Sie berichtet mir, das sich Bella aber auch Luna ganz komisch verhalten. Sofort sage ich mein Kommen zu und bin auch schon ein paar Minuten später unterwegs. Nach nur 3 Minuten bin ich am Tierheim und begebe mich sofort zu den beiden Hunden.

Beide stehen am Zaun und blicken in eine Richtung. Dabei ist besonders Bella ganz aufgeregt. Als die beiden mich bemerken, stürmen beide sofort auf mich zu. Dabei sind sie am Bellen und als sie mich erreichen laufen sie wieder zum Zaun. Ich folge ihren Blicken, kann jedoch außer ein paar Bäumen nichts erkennen.

Ich wende mich an Bella und fange an mit ihr zu Reden. Dabei frage ich auch: „Bella, ist es die alte Katze? Geht es ihr nicht gut?“ Bella hat mir aufmerksam zu gehört und als ich die Katze erwähne, fängt sie noch heftiger an zu Bellen. Sofort steht mein Entschluss fest. Ich muss zu der Katze denn irgendetwas muss mit denen sein.

„Sofort zwei Leinen und dann die beiden zum Bulli. Eva und Annemarie ihr kommt mit.“ Die beiden gehen sofort los um die Leinen und einen Katzenkorb zu holen. Dann treffen wir uns am Bulli. Nachdem die Hunde in dafür vorhandene Boxen eingesperrt sind, fahren wir sofort los. Zu diesem Zweck muss ich quer durch die Stadt. Leider muss es auf der Autobahn eine Sperrung geben, denn es geht nur sehr langsam voran. So dauert es fast eine Stunde bis wir bei dem Haus ankommen.

Nachdem wir den Bulli verlassen haben, hänge ich zunächst meine Tasche um. In dieser Zeit holt Eva die Hunde aus den Boxen und Annemarie nimmt Korb und Leinen an sich. Dann gehen wir auf das Haus zu. Bella und Luna sind stark an den Leinen am Ziehen. Die beiden wollen sofort los stürmen.

Kurz vor dem Haus ziehen beide nach Links. Sofort ändern wir unsere Richtung. Nun fängt Eva an schneller zu gehen. Hinter dem Grundstück befindet sich ein kleines Waldgelände und darauf steuern die Hunde zu. Auch Annemarie und ich sind kurz hinter Eva mit den Hunden.

Immer heftiger zieht Bella an der Leine und Eva lässt nun die Leine los. Sofort stürmt Belle auf das Waldstück zu und verschwindet kurz darauf laut Bellend in diesem. Luna fängt noch heftiger an zu ziehen, jedoch lässt Eva die Leine nicht los, damit uns Luna zu Bella führt.

Wir hören von Bella nur noch das Bellen, denn sehen können wir sie nicht mehr. Aber Luna läuft immer in die Richtung aus der wir Bella hören können. Kurz darauf hören wir nur noch wie Bella am jaulen ist. Luna zieht noch heftiger so das Eva anfängt zu rennen. Auch Annemarie und ich fangen nun an zu rennen und nach kurzer Zeit sehen wir Bella halb aus einem Busch heraus ragen. Die andere Hälfte steckt im Busch.

Nun lässt Eva auch die Leine von Luna los und auch diese steckt nun ihren Kopf in das Gebüsch. Ich bin schon auf den Knien und drücke mit der Hand die Zweige auseinander. Dann kann ich die Katze sehen. Sie liegt auf dem Boden und ist ganz schwer am Atmen. Mit glanzlosen Augen schaut sie in unsere Richtung.
Ich greife nach der Katze und hole sie aus dem Gebüsch hervor. Als sie dann vor mir auf dem Boden liegt, sind sofort beide Hunde da und schnuppern an der Katze. Ich hole schon mein Stethoskop aus der Tasche und höre sofort die Katze ab. Die Hunde sitzen daneben und beobachten genau was ich mache. Jedes Mal wenn ich zu meiner Tasche greife sind sie wieder da und schnuppern an der Katze.

Bei meiner Untersuchung stelle ich zunächst fest, das die Katze ausgetrocknet ist und die Lungen nicht richtig funktionieren. Sofort lege ich einen Zugang und gebe ihr darüber eine Kochsalzlösung. Auch eine Stärkungsspritze bekommt sie. Dann legen wir die Katze in den Transportkorb den ich sofort hoch hebe. Bella und Luna gehen neben mir als es wieder zum Bulli geht. Nachdem der Korb mit der Katze im Bulli ist, springen auch die beiden Hunde in den Wagen und begeben sich in die Boxen. Sofort fahre ich los. Dieses Mal kommen wir schneller voran, da in unserer Fahrtrichtung der Verkehr normal läuft.

Als wir im Tierheim ankommen nehme ich sofort den Korb mit der Katze und laufe zum Behandlungsraum. Die Hunde folgen mir und kommen gleichzeitig mit an. Ich stelle den Korb auf den Behandlungstisch und die Hunde setzen sich neben den Tisch. Können jedoch nichts sehen, darum springen beide auf den anderen Behandlungstisch. Jetzt haben sie freien Blick auf die Katze.

Ich entnehme der Katze inzwischen etwas Blut und lasse dieses dann durch ein Gerät analysieren. Zu diesem Zweck gibt man etwas Blut auf einen Teststreifen und steckt diesen in das Gerät. Das Gerät untersucht dann selbstständig das Blut und nach einer gewissen Zeit wird das Ergebnis ausgedruckt.

Als das geschehen ist schaue ich mir das Ergebnis an. Ich stelle fest, das die Nierenwerte viel zu hoch sind. Also versagen die Nieren der Katze. Sofort bekommt die Katze von mir die nötigen Medikamente. Dann wird die Katze auf die Intensivstation gebracht, wobei die beiden Hunde folgen. Ich lasse zwei Hundekörbe holen und als diese auf dem Boden stehen, stelle ich den Korb mit der Katze dazu. Kurz schnuppern die beiden an der Katze, dann gehen sie zu ihren Körben.

Während der ganzen nächsten Woche liegt die Katze auf der Intensivstation, wobei die beiden Hunde immer bei ihr sind. Am Freitag stelle ich dann fest, das es der Katze schon viel besser geht. Darum kommt die Katze nun in einen anderen Raum, wo auch die Hunde hin gehen.

Am Samstag kommt dann der Besitzer von Luna wieder zu uns. Lange rede ich mit ihm um dann zu sagen: „Luna hat hier zwei Freunde gefunden. Es wäre gut wenn Sie öfters zu ihren neuen Freunden gehen würden. Ich glaube nämlich nicht, das Luna wieder ganz die alte wird wie vor Ihrem Urlaub.“

Anschließend gehen wir zusammen zur Krankenstation wo Luna, Bella und die Katze in einem Raum untergebracht sind. Alle drei liegen in einem großen Korb, wobei die Katze zwischen den Hunden liegt. Natürlich freut sich Luna das ihre Halter wieder zurück sind, doch hält sich die Freude in Grenzen, denn immer wieder geht sie zu ihren neuen Freunden.

In diesem Moment betritt der Besitzer von Bella den Raum. Er ist ganz erstaunt als er die Tiere erblickt. Bella bleibt im Korb liegen und wedelt nur mit dem Schweif. Dabei rückt sie noch näher zu der Katze. Der Mann geht zu dem Korb und streichelt Bella über den Kopf. Auch die Katze wird gestreichelt. Erst dann schaut er auf.

„Klaus? Was machst Du denn hier?“ wendet er sich dann an den anderen Mann. Es stellt sich heraus, das beide alte Schulkameraden sind und schon seit einigen Jahren in derselben Straße wohnen ohne sich jemals getroffen zu haben.

Schnell werden die zwei sich einig und so verlasen sie zusammen mit ihren Tieren, aber auch der Katze unser Tierheim. Jeden Tag ist Luna nun bei ihren Freunden. Als die Nieren der Katze nach zwei weiteren Jahren endgültig versagen holen sich beide Männer eine Katze zu sich nach Hause. Auch diese freundeten sich bald mit den Hunden an und waren oft am Spielen oder am kuscheln.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #391
In der Schule

Ich bin in meinem Büro und suche einige Unterlagen zusammen. Diese benötige ich, da ich morgen früh in die Schule kommen soll um dort an einer Unterrichtsstunde teil zunehmen. Dabei soll ich den Schülern und Schülerinnen etwas über die Pflege und die Handhabung von Tieren erzählen. Zu diesem Zweck habe ich mir auch überlegt Schneewittchen mit zu nehmen.

Die Stunde, eigentlich sind es zwei mit einer Pause von 15 Minuten, in der ich da bin, ist Klassenübergreifend. Es sind die Klassen 3 bis 5 an dem ich mein Wissen weitergeben soll. Ich freue mich schon auf die zwei Unterrichtsstunden.

Von der Schule habe ich einen Diaprojektor zur Verfügung gestellt bekommen. Auch entsprechende Dias sind dabei. Diese habe ich mir bisher angesehen und eine gr0ße Auswahl getroffen. Da ich den Projektor nicht bedienen kann, wird das ein Lehrer der Schule machen.

Von einem Freund der alle seine Fotos auf Dias hat, habe ich mir auch einige Dias geliehen. Das sind Dias die Tiere in einer witzigen Situation zeigen. Auch beim Betrachten dieser Dias musste ich schon mehrfach lachen.
Nun lege ich alle Unterlagen und Dias in einen Korb und bringe den schon zu meinem Auto. Zurück im Büro erledige ich die Post die inzwischen gebracht worden ist. Als Feierabend ist, fahre ich nach Hause.

Am nächsten Morgen fahre ich um kurz nach acht Uhr los. Zunächst fahre ich zum Tierheim um Schneewittchen zu holen und anschließend zur Schule. Während der Fahrt hat sich Schneewittchen im Fußraum der Beifahrerseite hingelegt. Dabei ist sie laut am Schnurren.

Der Unterricht soll zwar erst nach der großen Pause um 10.00 Uhr losgehen aber es müssen auch noch Vorbereitungen getroffen werden. Schneewittchen beobachtet mich bei den Vorbereitungen genau. Auch der Lehrer der mich Unterstützen wird ist schon da und zusammen sprechen wir den Unterricht ab. Als er das erste Dia anschaut, muss er laut lachen. Das Bild ist aber auch komisch. Es zeigt eine Katze die sich ganz lang an einer Anrichte macht. Oben auf der Anrichte liegt eine große Ente und ein Flügel hängt über der Anrichte nach unten. Und daran zieht die Katze.

Als die Pause vorbei ist, füllt sich die Aula, die im Obergeschoss des Gebäudes liegt, in dem der Unterricht stattfindet. Nachdem alle Kinder ihren Platz eingenommen haben begrüße ich diese zunächst, aber auch die Lehrer der Kinder. Dann lasse ich das erste Dia zeigen. Sofort fangen alle Kinder an zu Lachen und nachdem sich die Kinder beruhigt haben, kommt auch Schneewittchen in den Unterrichtsraum. Bisher hatte sie hinter einem Vorhang gelegen und dort gewartet. Sofort sind alle Kinder nur noch an Schneewittchen interessiert und diese geht während des Unterrichts auch von Kind zu Kind und holt sich ihre Streicheleinheiten.

Währenddessen erzähle ich erst einmal allgemeines über Tiere und ihre Art zu leben. Jedes Mal wenn ich ein Zeichen gebe, erscheint ein anderes Dia, aber immer passend zu den Tieren die gerade genannt werden. Natürlich sind es nicht nur Hund und Katze sondern alle Arten von Tieren die als Haustiere gelten. Ich bin kurz vor dem Ende des ersten Teiles meines Unterrichtes als mein Blick zufällig aus dem Fenster fällt.

Direkt vor dem Fenster steht ein Baum. Darin befinden sich mehrere Vogelnester In jedem Nest sitzt zumindest ein Vogel und ist am Brüten. Nur in einem Nest nicht, denn dort sitzt eine Katze! Diese scheint sich aber nicht um die anderen Vögel zu kümmern, denn sie sitzt ganz ruhig in dem Nest.

Auch ein Lehrer hat die Katze entdeckt: „Ist das blöde Vieh schon wieder da. Schon fünfmal haben wir die Katze verjagt, aber immer ist sie zurückgekommen. Gleich in der Pause werde ich dem Hausmeister sagen, das er die Katze fangen soll.“ Das hat er laut gesagt und darum schauen nun alle Kinder aus dem Fenster.
Ich finde es hingegen nicht gut was der Lehrer vorhat. Darum sage ich zu ihm: „ Das sollte nicht geschehen. Denn dort findet gerade ein Wunder der Natur statt. Aus irgendeinem Grund scheint die Katze dort zu sitzen. Dieser Grund sollte zunächst gefunden werden. Ich werde mich in der Pause mal darum kümmern. Nur wäre es nett, wenn der Hausmeister eine Leiter bringen würde, damit ich nach sehen kann.“

Kurz sieht mich der Lehrer an dann verlässt er die Aula um zum Hausmeister zu gehen. Ich rede mit den Kindern und erzähle ihnen nun, das es sehr oft vor kommt, das sich ganz unterschiedliche Tiere zusammen tun. Als bestes Beispiel führe ich natürlich Schneewittchen an. Ich erzähle das unsere Katze nur Freunde hat im Tierheim. Auch die dort untergebrachten Hunde sind sehr gute Freunde von ihr.

Da die Kinder mir das nicht glauben, lade ich alle ein uns mal im Tierheim zu besuchen, damit sie sich davon überzeugen können. An die Lehrer gewandt sage ich zu ihnen, das dafür natürlich ein Termin ausgemacht werden muss. Dann klingelt es auch schon zur Pause.

Ich begebe mich ebenfalls nach draußen und komme kurz darauf schon bei dem Baum an. Auch der Hausmeister ist da und er hat auch eine Leiter mitgebracht, die schon am Baum lehnt. Gerade will ich die Leiter hoch als ich einen Vogel auf das Nest mit der Katze zufliegen sehe. Ganz dicht vor der Katze landet der Vogel und die Katze rückt etwas zur Seite. Anscheinend werden die kleinen Vögel nun gefüttert, denn man kann nun mehrfaches Vogelgezwitscher hören.

Nachdem der Vogel wieder weg ist, steige ich die Leiter hoch und kann bald richtig in das Nest sehen. Aus den Augenwinkel bemerke ich, das in der Aula sich die Kinder die Nasen an den Fensterscheiben platt drücken. Jedes der Kinder will etwas sehen. Auch Schneewittchen sitzt auf der Fensterbank.

Ich bin so dicht bei der Katze das ich vorsichtig eine Hand ausstrecke. Die Katze schnuppert an der Hand dann darf ich sie streicheln. Gerade als ich ihr über den Kopf streichele erscheint der Vogel wieder und landet zwischen mir und der Katze. Nun bin ich doch sehr erstaunt das der Vogel keine Scheu zeigt. Doch zur Sicherheit bewege ich mich nicht mehr. Die Katze steht auf und der Vogel füttert zwei Küken mit dem was er mitgebracht hat. Dann legt sich die Katze wieder zu den kleinen.

Erst jetzt scheint der Vogel mich zu bemerken, denn er fängt an zu flattern. Dabei hüpft er immer wieder auf mich zu.

Ich rühre mich jedoch nicht. Nach einem kurzen Moment hört der Vogel auch auf zu flattern. Nun kommt er dicht zu mir und hüpft sogar auf meinen ausgestreckten Arm. Dabei ist er heftig am Zwitschern. Als der Vogel sich hinsetzt weiß ich, das er total erschöpft ist, denn er muss für zwei Arbeiten um Futter heran zu schaffen. Irgendwie scheint der Partner des Vogels zu fehlen der normalerweise bei der Versorgung der kleinen Vögel hilft.

In mir reift ein Entschluss. Dem Vogel muss geholfen werden. Aber auch die Katze sieht nicht sehr gut ernährt aus. Ich bitte einen der Lehrer im Tierheim an zu rufen damit sofort Katzen und Vogelfutter gebracht wird. Dabei sage ich auch zu dem Lehrer das er erwähnen soll, das es sich hierbei um gerade geschlüpften Vögel handelt. Sofort läuft der Lehrer los um zu Telefonieren. Ich bleibe auf der Leiter stehen, obwohl die Pause inzwischen vorbei ist.

Also setze ich meinen Unterricht, da inzwischen alle Schüler um den Baum herum stehen oder auch sitzen, hier draußen fort. Nur erzähle ich jetzt von der Vogelhaltung, von der Freundschaft Vogel und Katze. Aber ich schildere auch, was sich momentan im Nest abspielt.

Als der Mitarbeiter vom Tierheim da ist, lasse ich sofort Katzenfutter auf einen Teller legen und dieser wird zu mir hoch gebracht. Auch ein Teller mit Vogelfutter wird herauf gebracht. Den Teller mit dem Katzenfutter halte ich zu der Katze. Sofort hüpft auch der Vogel zu der Katze und diese nimmt den Kopf zurück, so das sich der Vogel bedienen kann. Dann rückt die Katze wieder zur Seite und der Vogel füttert die kleinen.

Beide Teller mache ich nun in Verzweigungen der Äste des Baumes fest dann steige ich wieder die Leiter herunter. Unten angekommen spreche ich mit dem Hausmeister und den anwesenden Lehrern. „Futter ist erst einmal genug für die Vögel da! Nur für die Katze muss öfters was bereitgestellt werden." Der Hausmeister aber auch alle Kinder und die Lehrer versprechen sich um Katze und Vögel zu kümmern. Zunächst planen sie einen Wetterschutz für die Katze zu bauen und diesen dann zu installieren.

Wir bleiben einfach draußen und ich setze hier den Unterricht vor. Auch jetzt wird hauptsächlich über ungewöhnliche Freundschaften im Bereich der Tiere gesprochen. Ich erzähle von all den Tieren mit denen ich bisher in Berührung gekommen bin. Gleichzeitig warne ich aber davor diese Freundschaften mit Gewalt zu erzwingen. Selbst bei Hund und Katze klappt es nicht immer das sie sich vertragen.

In den nächsten Wochen bin ich täglich bei der Schule und sehe nach der Katze und den Vögeln. Die Kinder haben ihre Idee wahr gemacht und ein Dach über die Katze gebastelt. Die kleinen Vögel werden auch immer größer und als sie die ersten Flugversuche unternehmen kümmert sich die Katze darum, das sie wieder zu dem Nest zurück finden. Nicht einmal ist ein Vogel dabei verletzt worden.

Auch den Besitzer der Katze habe ich kennen gelernt. Dieser war ganz erstaunt als er davon hörte, das sich seine Katze um die Vögel kümmert. Erst als die Vögel richtig fliegen konnten ist die Katze wieder nach Hause. Oft kamen die Vögel und haben die Katze besucht.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #392
Bibi

Ich sitze im Garten unseres Hauses und nehme ein Sonnenbad. Neben mir liegt Monika, unsere 10 jährige Tochter. Wenn mein Mann Herbert in einer Stunde kommt, wollen wir ein paar Tage ans Meer fahren. Herbert ist im Moment unterwegs um das Mobil vom Händler zu holen. Sobald Herbert zurück ist, wollen wir unsere Sachen ins Mobil laden und anschließend sofort los fahren. Alles was wir für den Urlaub brauchen haben wir schon in der Garage bereitgestellt. Genau davor wird Herbert das Mobil parken und zusammen packen wir alles ein. Betten beziehen wollen wir in einer Pause die unterwegs eingelegt wird.

Nach etwa 30 Minuten stehen Monika und ich auf, räumen die Liegestühle weg und ziehen uns um. Anschließend gehen wir zusammen in die Garage und stellen schon einmal alle Utensilien vor das Tor. Es sind neben einem großen Koffer noch ein etwas kleinerer für Monika. Dazu kommt noch unsere Verpflegung die nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden muss, sowie noch ein paar Decken die wir nicht in die Koffer gepackt haben.

In diesem Moment biegt Herbert mit dem Wohnmobil vor die Garage ein und nachdem er uns begrüßt hat, räumen wir alles ins Mobil. Auch kontrolliere ich ob auch die gewünschte Anzahl an Stühlen und Tische im Mobil ist. Erst dann gehe ich zusammen mit Herbert ins Haus um die restlichen Sachen zu holen. Auch Monika ist noch einmal in ihr Zimmer und kommt nach kurzer Zeit mit einem vollen Rucksack zurück. Herbert und ich schauen uns nur an, stellen aber nicht die Frage was sie noch anschleppt.

Als alles in der Küche auf dem Tisch liegt, packt Herbert alles in eine Wanne und bringt die Sachen zum Mobil. Monika geht mit. Ich kontrolliere noch einmal alles im Haus, Fenster, Türen, dann nehme ich meine Tasche und schließe das Haus ab. Sobald ich sitze startet Herbert den Motor und wir verlassen unsere Siedlung. Nachdem wir auf der Hauptstraße sind, gibt Herbert mehr Gas. Kurz darauf sind wir auf der Autobahn und Herbert beschleunigt das Mobil auf 100 Km/h. Dieses Tempo hält er nun, dank eines Tempomaten, nun die ganze Zeit.

Nach zwei Stunden machen wir unsere erste Pause, fahren aber schon nach 30 Minuten wieder weiter. Noch eine Pause ist geplant bis wir unser Ziel erreicht haben. Ohne große Behinderungen sind wir die nächsten zwei Stunden unterwegs. Monika hat sich auf der Bank wo sie sitzt hingelegt und ist am Schlafen. Herbert und ich unterhalten uns während der Zeit. Dabei meint er: „Ich glaube wir kaufen uns doch ein eigenes Mobil. Beim Händler steht ein sehr günstiges das werden wir uns nach der Rückkehr mal ansehen.“

So vergeht die Zeit und nachdem wir unsere zweite Pause, die diesmal länger dauert weil wir noch etwas gegessen haben, dauert es auch nur noch eine Stunde bis wir unser Ziel erreicht haben. Schnell wird der Stellplatz, den wir schon vorher gemietet haben, angesteuert. Als wir das Vorzelt aufgebaut haben, hilft uns auch eine benachbarte Familie. Diese findet unser Vorzelt klasse, weil es zwar mit dem Mobil verbunden ist, aber nicht abgebaut werden muss wenn wir mal mit dem Mobil fahren wollen. Nur drei Halter müssen gelöst werden, dann ist das Zelt vom Mobil getrennt.

Anschließend gehen wir mit der Familie zum nahen Strand. Der Mann davon trägt den Namen Gerhard, die Frau heißt Petra und ihre Tochter Veronika. Auch einen kleinen Hund mit Namen Bibi haben sie und dieser läuft neben uns her. Schon als wir das Vorzelt aufgebaut haben hat Bibi mit Veronika und Monika gespielt. Natürlich gehen die Kinder auch ins Wasser, denn obwohl es inzwischen nach 19.00 Uhr ist, brennt die Sonne noch immer vom Himmel. Auch Bibi tobt mit im Wasser herum.

Nach einer Stunde gehen wir wieder zu unseren Mobilen. Auf dem Rückweg dorthin lade ich unsere Nachbarn zum Abendessen ein. Als wir bei den Mobilen ankommen hilft mir Petra bei den Vorbereitungen zum Essen und die Männer stellen Tisch und Stühle auf. Da wir nur vier Stühle haben geht Gerhard mit Herbert zusammen zum anderen Mobil und sie holen die fehlenden Stühle.

Als alles auf dem Tisch ist, machen wir uns übers Essen her. Anschließend sitzen wir noch gemütlich zusammen. Als es Zeit wird für die Kinder schlafen zu gehen bringt Petra ihre Tochter und ich Monika in ihr Bett. Danach sitzen wir noch lange vor unserem Mobil und unterhalten uns. Dabei fragt Petra auch nach meiner Tasche die wie immer über meiner Stuhllehne hängt. Kurz sage ich ihr was es damit auf sich hat, dann reden wir schon wieder über was anderes.

Am nächstem Morgen stehen wir um 8.00 Uhr auf und nachdem wir gefrühstückt haben, dazu hat Herbert Brötchen von einem nahem Kiosk geholt, gehen wir an den Strand. Dort treffen wir auch Gerhard und Petra mit Veronika und Bibi wieder. Mehrmals geht es ins Wasser und als es Mittagszeit wird, holen wir uns was vom Kiosk zu Essen. Nichts großartiges, aber eine Wurst mit Brötchen reicht vollkommen aus.

Später holen wir uns auch noch etwas Kuchen von dort und natürlich auch Kaffee. Davon lasse ich unsere Thermoskanne füllen und bin doch erstaunt über den niedrigen Preis den ich dafür entrichten muss. Mindestens ein Liter passt in die Kanne, jedoch brauche ich nur für 5 Tassen Kaffee bezahlen.

Auf einmal fällt mir Bibi auf. Diese verhält sich ganz komisch. Mal ist sie am Humpeln, mal dreht sie sich im Kreis. Auch fällt sie mehrmals einfach auf die Seite. Sofort greife ich zu meiner Tasche und gehe zu Bibi. Die verzweifelt versucht wieder auf die Beine zu kommen. Dort knie ich mich hin und hole zunächst mein Stethoskop aus der Tasche. Am Rande bekomme ich mit wie Petra fragt was denn eigentlich los ist. Doch sofort antwortet Herbert: „Irgendetwas hat dein Hund. Meine Frau hat es sofort gesehen. Lass sie nur machen, dann wird alles gut!“

Nun streichele ich zunächst Bibi und sie gibt auch sofort ihr Vorhaben auf, auf zu stehen. Als ich in ihre Augen blicke, sehe ich das diese immer wieder von einer Seite zur anderen Laufen. Sofort vermute ich das es sich hierbei um eine Augenbewegungsstörung handelt. Dadurch tritt ein Schwindel auf und sie fällt immerzu um.
Die Störung der Augenkontrolle hat mehrere Ursachen. Dazu zählen eine Erkrankung im Hirnstamm oder auch im Kleinhirn. Auch das vestibuläre System (Gleichgewichtsorgan) kann erkrankt sein. Nicht immer ist es ein Tumor der diese Krankheitszeichen hervorruft. Aber ausschließen kann man es nicht.

Da ich hier ohne genaue Diagnose nicht helfen kann, kümmere ich mich darum warum er humpelt. Dabei stelle ich einen Verstauchung einer Hinterpfote fest. Diese Verstauchung ist nicht das schlimmste, darum lasse ich sie zunächst unbehandelt.

An Gerhard und Petra gewandt sage ich: „Eure Bibi muss sofort in eine TK! Hier kann ich nicht helfen denn entweder hat sie einen Tumor im Kopf oder ihr Gleichgewichtsorgan ist gestört. Dazu muss sie aber geröntgt werden.“

Sofort nimmt Gerhard den Hund auf den Arm und im weggehen sagt er: „Komm Petra! Wir beiden fahren sofort nach Dr. Kxxxxx! Der kann helfen. Danke Gerda! Ihr beiden kümmert euch doch um Veronika? Wir holen sie später ab.“ Und schon läuft er zu seinem Mobil. Auf dem Weg dorthin erklärt mir Petra wer dieser Doktor ist. So erfahre ich, das es der Leiter einer TK ist, der etwa hundert Kilometer entfernt ist. Bevor Gerhard und Petra losfahren frage ich aber noch den Platzbetreiber nach einer TK. Doch in der näheren Umgebung gibt es keine. Dieses teile ich Gerhard mit, der dann sofort los fährt.

Herbert und ich gehen wieder an den Strand, wo noch immer die Kinder sind. Wir bleiben noch etwa eine Stunde am Strand, dann gehen wir wieder zu unserem Mobil um dort auf Nachricht von Gerhard oder Petra zu warten.

Wir warten schon zwei Stunden als ich vom Betreiber des Platzes zum Telefon gerufen werde. Sofort gehe ich zu seinem Büro und warte dort noch etwa 5 Minuten bis der nächste Anruf von Petra erfolgt. Nachdem das Telefon geklingelt hat und der Betreiber des Platzes sich gemeldet hat, reicht er mir den Hörer. Am Apparat ist Petra. Sie sagt mir, das Bibi am Gleichgewichtsorgan erkrankt ist und etwa zwei Wochen in der Klinik bleiben muss.

Wir reden noch etwa 10 Minuten, dann verabschieden wir uns. Sofort erzähle ich Veronika, die natürlich wie auch Monika und Herbert, mitgekommen ist von dem Anruf. Auf die Frage von Veronika ob Bibi denn wieder ganz gesund wird sage ich ihr: „Ganz Gesund wird deine Bibi nicht mehr. Aber ihr könnt genauso herum toben wie bisher. Aber diese Störung im Gleichgewichtsorgan kann immer wieder auftreten, was aber nicht immer sein muss.“ Dann erkläre ich ihr was das Gleichgewichtsorgan ist und wo es sich befindet.

Zwei Stunden später sind Gerhard und Petra wieder da. Inzwischen ist es aber so spät, das sie sich entscheiden zumindest bis zum nächsten Morgen zu bleiben. Beide erzählen nun wie es Bibi geht und schon bald geht Veronika und Monika ins Bett. Dabei schläft Veronika in dieser Nacht bei Monika.

Nach dem Aufstehen am nächsten Morgen Frühstücken wir noch zusammen, dann fahren unsere Nachbarn nach Hause. Petra verspricht mir aber öfters an zu rufen und mir über Bibis Gesundheitszustand zu berichten.
Bibi wurde wieder gesund. Noch einmal gab es diese Störung bei ihr nicht und als Bibi nach 10 Jahren starb, holte Veronika sich aus unserem Tierheim einen neuen Hund mit Behinderung.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #393
Der Kegelausflug

Einmal im Monat gehen Herbert und ich zum Kegeln. Wir treffen uns dann mit fünf befreundeten Ehepaaren um einen Abend in gemütlicher Runde zu verbringen. Natürlich wird an solchen Abenden nicht nur gekegelt, sondern auch viel geredet. Zur kleinen Kegelrunde gehören die verschiedensten Berufsgruppen. Neben Herbert, der Zahnarzt ist, und mir gehören noch ein Anwalt mit seiner Frau, die auch Anwältin ist, ein Bänker mit Frau, auch sie arbeitet in der Bank, ein Ärzte Ehepaar, ein Automechaniker, wobei die Frau im Moment nur Hausfrau ist, sowie ein Bauarbeiter mit Frau dazu.

Klar das der Bänker unsere Clubkasse verwaltet. In diese zahlt jeder der ein Spiel verloren hat, einen kleinen Beitrag ein. Aus dieser Kasse wird dann die Kegelbahn bezahlt. Aber auch der jährliche Ausflug wird aus dieser Kasse bestritten.

Also sind wir eine bunt gemischte Gruppe die sich trifft. Herbert ist im Moment vorne im Gastraum und bestellt das Essen für uns alle. Nicht das Herbert alles bezahlt, aber einer geht immer nach vorn um das Essen zu bestellen. Heute macht es Herbert. Nach fünf Minuten ist er wieder da und lacht über das ganze Gesicht. Dann erzählt er: „Der Wirt hat einen Papagei und dieser läuft frei auf dem Tresen herum. Als ich die Bestellung aufgegeben habe, sagt dieser Papagei doch zu mir: Oller Fresskopp, oller Fresskopp! So gelacht habe ich schon lange nicht mehr!“ Auch wir lachen lange über den Papagei, dabei wird weiter gekegelt.

An diesem Wochenende machen wir eine geneinsame Radtour. Dazu sind wir am Samstagmorgen losgefahren. Getroffen haben wir uns alle an dem Restaurant wo wir immer kegeln. Nachdem alle da sind, wird noch kurz geredet dann schwingen wir uns auf die Räder und fahren los. Georg, der Autoschrauber, hat unsere Tour geplant. Heute soll es zu einem kleinen Ausflugslokal gehen, wo wir auch ein Schloss besichtigen werden. Bei dem Lokal ist auch ein Übernachten möglich und das werden wir machen. Morgen geht es dann auf einem anderen Weg wieder zurück nach Hause.

Wir sind schon seit 2,5 Stunden unterwegs und haben gerade ein kleines Waldstück durchquert. Als ich aus diesem heraus komme, sehe ich in etwa 100m Entfernung zwei Männer auf ein Tier einschlagen. Dazu benutzen die beiden dicke Holzknüppel. Sofort halte ich an, schnappe mir meine Tasche und laufe auf die beiden zu. Dabei bin ich laut am schreien. Einer der Männer schaut auf während der andere weiter auf das Tier einschlägt.

Dann bin ich bei den beiden und stoße den Mann der schon wieder zuschlagen will zur Seite. Wütend schaut er mich an und hebt schon wieder die Hand mit dem Knüppel. Da sagt Herbert, der inzwischen auch mit den anderen da ist: „An deiner Stelle würde ich den Knüppel ganz langsam wieder herunter nehmen und auf die Erde legen. Das ist mit Sicherheit gesünder für dich!“

Langsam dreht sich der Mann um und als er meine Begleiter sieht, lässt er seinen Arm sinken und legt tatsächlich den Knüppel auf die Erde. „So ist es richtig!“ sagt Herbert dann wendet er sich an mich: „Und weißt Du schon was das Wildschwein hat?“

In der Tat liegt vor mir ein männliches Wildschwein das übel zugerichtet ist. Sofort knie ich mich auf den Boden und fange an das Tier zu untersuchen. Dabei bekomme ich mit wie Mechthild, die Frau des Autoschlossers fragt: „Wieso hauen Sie eigentlich auf das Schwein ein. Einfach verjagen hätte auch gereicht!“

Der andere Mann antwortet darauf: „Dieses blöde Vieh frisst mein ganzes Maisfeld leer. Was soll ich denn machen?“ Nun mischt sich der Anwalt ein: „So, so! Ein Wildschwein frisst ihr ganzes Maisfeld leer! Sie wissen doch hoffentlich das es verboten ist, das eine nicht berechtigte Person ein Tier töten darf. Ich glaube wir holen mal die Polizei dazu!“

Kaum hat er das gesagt versucht der zweite Mann schnell davon zu gehen. Doch sofort wird er vom Autoschrauber und vom Bauarbeiter auf gehalten. „Langsam, mein Freund! Wo willst Du denn so schnell hin? Passt mal auf den Burschen auf, ich fahre schnell zum nächsten Telefon und rufe die Polizei. Soll ein Förster auch kommen?“ fragt der Arzt mich.

Ich nicke nur mit dem Kopf, da macht sich Klaus, so ist sein Name, schon auf den Weg. Noch zweimal versucht der eine Mann ab zu hauen, dann hält ihn der Bauarbeiter am Arm fest. In dieser Zeit untersuche ich das Wildschwein. Sofort merke ich die dicke Beule auf seinem Kopf. Aber auch die gebrochenen Rippen stelle ich fest. Dazu noch die gebrochenen Läufe auf der rechten Seite.

Vorwurfsvoll schaue ich die beiden Männer an, doch das Schwein fängt nun an sich zu bewegen. Auch fängt es nun an zu quicken. Schnell hole ich eine schmerzstillende Spritze aus meiner Tasche und setze diese sofort an. Schon nach kurzer Zeit beruhigt sich das Schwein und es schaut mich an.

In diesem Moment tritt die Polizei zu uns und fragt was los ist. Der Anwalt antwortet und erklärt was vorgefallen ist. Auch erwähnt er das der eine Mann abhauen wollte als er erfuhr, das die Polizei gerufen wird. Sofort kümmert sich einer der Beamten um diesen Mann und nachdem er über Funk eine Abfrage mit der Zentrale gemacht hat, holt er Handschellen heran und legt diese dem Mann an. Dabei sagt er: „Der Kerl wird wegen schweren Diebstahl gesucht! Danke das Sie ihn festgesetzt haben!“

Nachdem der Mann im Streifenwagen sitz, wollen Sie ganz genau wissen was los war. Wieder erzählt der Anwalt genau was vorgefallen ist. Auch macht er auf die Gesetzeslage aufmerksam. Während er das macht, hält ein weiterer Wagen bei den Fahrrädern und dem Streifenwagen. Auch dieser Mann kommt zu uns und nachdem er da ist, stellt er sich als Förster vor. Auch ihm wird erzählt was los ist.

Als er sich an mich wendet schaut er erst einmal ganz erstaunt darüber, das Spritzenmaterial herum liegt. Dann fragt er mich gezielt was das Wildschwein hat. Ich erzähle ihm was ich bisher festgestellt habe. „Das Schwein müsste eigentlich sofort in eine TK. Aber ich weiß leider nicht wie Du in diesem Fall handeln wirst. Das Tier ist schwer verletzt und bei der richtigen Behandlung kann es bald wieder herum streifen. Vorausgesetzt es wird nicht noch etwas anderes festgestellt was ich nicht bemerkt habe.“

„Natürlich wird das Wildschwein erst einmal in eine TK gebracht. Die sollen dann genau feststellen was das Tier hat. Schließlich sind in dieser Gegend erst drei Schweinepaare zu Hause. Nur muss ich warten bis ein Arzt von denen da ist, denn ohne Narkose wird das Schwein wohl nicht in die TK kommen.“ Antwortet der Förster.

Sofort erkläre ich mich bereit, das Schwein zu narkotisieren. Wieder schaut der Förster erstaunt, sagt aber nur das ich das machen soll. Dann kann er sofort zur TK fahren. Ich hole die dafür benötigte Spritze hervor und nachdem das Schwein diese bekommen hat, dauert es nur wenige Minuten bis das Schwein schläft.

In dieser Zeit hat der Förster ein stabiles Brett aus seinem Wagen geholt und das Schwein wird auf das Brett gelegt. Dann tragen vier Männer das Tier zum Wagen des Försters. Als alles im Wagen verstaut ist, schreibe ich noch schnell auf einen Zettel welche Medikamente ich gegeben habe. Auch die Höhe der Dosierung schreibe ich dazu. Diesen Zettel gebe ich dem Förster mit der auch sofort los fährt. Zuvor verspricht er mir aber, mich am Montag anzurufen und mir alles, was mit dem Wildschwein anschließend geschehen ist, zu berichten.

Auch die Polizei, die inzwischen die Anzeige gegen die beiden Männer aufgenommen hat, fährt mit dem verhafteten davon. Wir schwingen uns wieder auf die Räder und fahren jetzt ein bisschen schneller unserem Ziel entgegen.

Der Aufenthalt dort und ins besonders der Rückweg ist aber eine weitere Geschichte wert.

Am Montag informiert mich der Förster gegen Mittag, das das Wildschwein wieder genesen wird und in ein paar Wochen wieder in die Freiheit entlassen wird. Ich bedanke mich bei ihm und nur fünf Wochen später sind wir beim Förster der das Schwein wieder frei lässt. Sofort verschwindet es im nahen Gebüsch um aber nach einem kurzen Moment wieder zu erscheinen. Dabei steckt es nur den Kopf aus dem Gebüsch und schaut uns noch einmal an. Dabei scheint der Blick des Schweines länger auf mir zu ruhen. Dann verschwindet es endgültig.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #394
Kegelausflug Teil 2

Nun fahren wir nicht mehr so gemütlich mit den Rädern weiter. Vorher wurde immer wieder ein Halt eingelegt. Jetzt ist es anders, denn in zwei Stunden wollen wir an unserem Ziel sein. Natürlich fahren wir kein Rennen darum gibt Georg nun das Tempo vor. Es ist aber noch immer gemütlich.

Es ist ein paar Minuten vor 13.00 Uhr als wir an dem Lokal ankommen. Sofort werden unsere Zimmer aufgesucht, die Georg schon lange vorher bestellt hatte. Nachdem wir uns frisch gemacht haben, treffen wir uns alle im Speisesaal um zu Mittag zu Essen. Dabei reden wir über den Vorfall mit dem Wildschwein. Heftig wird diskutiert welche Strafe die beiden Männer wohl bekommen werden.

Nach dem Mittagessen gehen wir zum nahen Schloss und besichtigen dieses. Dabei werden wir von einer netten Dame durch das Schloss geführt. Vieles was wir nicht wussten, versetzt uns ins Staunen. Angeblich soll es in einem Zimmer des Schlosses spuken, jedoch als wir dieses Zimmer betreten merken wir alle nichts von einem Geist.

Auch ist auf einem Tisch, unter Glasvitrinen, das Porzellan und Besteck ausgestellt, welches die damaligen Schlossbesitzer benutzt haben. Das Schloss selber wurde 1769 erbaut und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Seit etwa 10 Jahren kümmert sich der Heimatverband um das Schloss. Auch werden in einem anderen Teil des Schlosses Tagungen abgehalten. Nur ein kleiner Teil des Schlosses kann nicht besichtigt werden, denn obwohl sich der Heimatverband um das Schloss kümmert, leben die Besitzer des Schlosses in dem gesperrten Teil des Schlosses. Diese sind aber schon sehr alt und darum haben sie das komplette Schloss an den Heimatverband abgegeben.

Nach drei Stunden ist die Führung beendet und wir begeben uns wieder auf unsere Zimmer. Dort ruhen wir uns ein wenig aus und treffen uns um 18.30 Uhr zum gemeinsamen Abendessen. Danach sagt Georg nur, das wir ihm folgen sollen. Es geht durch einen langen Gang und als Georg eine Tür öffnet, sind wir in einem großen Festsaal. Hier findet an diesem Abend ein großes Tanzfestival statt. Auch Herbert, der eigentlich ein Tanzmuffel ist, geht öfters mit mir auf die Tanzfläche. So vergeht der Abend wir im Flug und erst nach Mitternacht geht es wieder auf die Zimmer.

Am nächsten Morgen treffen wir uns alle wieder im Speisesaal, Frühstücken zusammen dann begeben wir uns wieder auf die Zimmer um unsere Sachen zu holen. Etwa 30 Minuten später sind wir bei unseren Rädern und nach einem kurzen Moment fahren wir wieder in Richtung zu Hause. Der Rückweg wird ein ganz anderer sein wie der Hinweg. Georg hat uns noch einige Überraschungen versprochen.

Nach nur einer Stunde machen wir eine Bootspartie auf einem See. In der Mitte des Sees befindet sich eine Burgruine die wir wieder mit Führung , besichtigen. Anschließend treffen wir uns bei den Rädern und wollen weiter radeln. Zufällig fällt mein Blick zu einem Papierkorb der in der Nähe ist. Dieser Papierkorb ist sehr voll. Der ganze Müll in dem Behälter ist sich am bewegen.

Neugierig wie ich bin gehe ich zu dem Behälter. Je näher ich komme umso sicherer bin ich aus dem Korb auch ein leises Miauen zu hören. Ich beschleunige meine Schritte und rufe gleichzeitig nach Herbert. Dann bin ich bei dem Behälter.

Sofort fange ich an den Behälter zu leeren. Dabei nehme ich vorsichtig nur etwas Müll in die Hand und werfe den einfach neben den Müllbehälter hin. Wenn ich falsch liege, kann ich den immer noch wieder einräumen. Schon nach kurzer Zeit stoßen meine Hände auf ein Tier. Vorsichtig hole ich das Tier aus dem Korb. Es ist ein ganz kleines Kätzchen. Vielleicht ein paar Minuten alt.

Das Kätzchen drücke ich einfach jemand in die Hand der neben mir steht. Sofort fange ich an weiter in dem Behälter zu suchen und finde auch kurz darauf ein weiteres Kätzchen. Auch bei diesem Kätzchen scheint es sich um ein sehr junges Tier zu handeln. Auch das gebe ich einer neben mir stehenden Person.

Herbert meint zu mir: „Kümmere Du dich um die Tiere. Ich suche weiter!“ Sofort drehe ich mich um und erkenne Betina die etwas abseits steht. Ihr habe ich das erste Kätzchen in die Hand gedrückt. Sofort bin ich bei ihr und fange an das Tier zu untersuchen. So wie ich feststelle hat das Tier neben einem großen Hunger nichts. Nur versucht es an den Fingern von Betina zu nuckeln.

Neben mir steht Anna, die ein weiteres Kätzchen auf dem Arm hat. Auch dieses scheint nicht verletzt zu sein, wie ich nach einer Untersuchung feststellen kann. Auch dieses Kätzchen nuckelt schon heftig an einem Finger von Anna.

Als ich mich umdrehe kommt auch schon Herbert auf mich zu. Er hat eine große Katze auf dem Arm. Das ist wohl das Muttertier. Als Herbert mir die Katze gibt, sagt er dabei: „Sei vorsichtig! Ich glaube die Katze hat nicht nur ihre Vorderbeine gebrochen.“

Neben mir zieht Michael, der Anwalt, laut die Luft durch seine Nase ein. Dann fragt er, ob er was machen kann. „Natürlich! Suche sofort ein Telefon und rufe das Tierheim an. Die sollen sofort mit dem großen Besteck kommen!“ Schon läuft er zu seinem Fahrrad und fährt los. Ich sehe noch, das er nach etwa 50 Meter in einen Feldweg einbiegt. Am Ende des Weges erkenne ich ein Bauernhaus, dort will er wohl hin.

Ich kümmere mich aber schon um die Katzenmutti, die ich vorsichtig auf den Boden lege. Dann taste ich sie ab, während die Katze mich mustert. Ich fange mit ihr an zu reden, während ich sie weiter untersuche. Jedoch kann ich außer den Verletzungen an den Vorderpfoten nichts weiter feststellen. Darum entschließe ich mich dazu, die beiden kleinen Kätzchen bei der Mutti an zu legen. Zuerst gibt mir Anna das kleine und als ich es angelegt habe, fängt es sofort an zu saugen.

Auch Bettina gibt mir ihr Kätzchen und auch dieses lege ich an. Auch das kleine saugt sofort. Noch immer schaut mich die Mutti an und ich streichele ihr über den Kopf. Dabei duckt sich die Katze obwohl sie auf dem Boden liegt. Nach einem kurzen Moment drückt sie aber fest ihren Kopf gegen meine Hand.

Kurz darauf fängt sie leise an zu Miauen. Ich weiß sofort das ein neuer Geburtsvorgang beginnt. Doch das kleine kommt nicht und das Miauen wird immer lauter. Ich versuche so gut wie es geht zu helfen, aber es bringt nichts. Darum entschließe ich mich nach wenigen Minuten für einen Kaiserschnitt. Als ich das sage, schauen mich alle groß an, jedoch keiner will mich von meinem Vorhaben abbringen. Nur bekomme ich mit, wie Michael schon wieder zu seinem Rad rennt und schnell weg fährt. Wieder fährt er zu dem Bauernhof.

Ich bereite schon mal alles vor. Dazu hole ich mein OP-Besteck aus der Tasche. Da ich keine vernünftige Narkose setzen kann, gibt es nur eine ganz leichte Narkose, damit die noch ungeborenen kleinen nicht in Gefahr kommen. Ich ziehe noch schnell Handschuhe an und auch Kurt, der Arzt, zieht Handschuhe an. Herbert sowieso. Ich mache einen kleinen Schnitt und hole das erste Kitten aus dem Mutterleib. Ich reiche es an Marion und sage dabei: „Achte auf den Herzschlag und wenn dieser aussetzt massiere vorsichtig die Brust.“ Kurt zeigt Marion was ich meine und ich hole das nächste Kitten auf die Welt. Dieses bekommt Kurt und er kümmert sich sofort um das Kitten, da bei diesem kein Herzschlag fest zu stellen ist. Noch ein Kitten kommt auf die Welt, dann ist es geschafft.

Inzwischen ist auch Michael wieder da. Er hat einen Milchbehälter und einen Kanister mit Wasser dabei. Auch hat er drei fremde Personen mitgebracht. Alle kümmern sich jetzt um die Kitten und da die letzten drei nicht in der Lage sind, bei dem einem Kitten hat der Herzschlag wieder eingesetzt, bei der Mutti zu saugen, nehme ich drei Spritzen und ziehe diese mit einem Milch-Wassergemisch auf. Dann gebe ich die Spritzen weiter und die Kitten werden damit vorsichtig gefüttert.

Inzwischen ist auch unser Wagen da. Sofort wird ein Korb vorbereitet und nachdem alle Kitten ihren ersten Hunger gestillt haben, werden diese zusammen mit der Mutti in den Korb gelegt und kommen anschließend in den Bulli. Auch mein Rad wird eingeladen, weil ich mit fahren werde. Ich verabschiede mich von der Radgruppe, bedanke mich bei den drei Personen die die Milch gegeben haben und schon setzt sich unser Bulli in Bewegung.

Nach kurzer Fahrt sind wir im Tierheim. Sofort werden die Katzen in ein Behandlungszimmer gebracht. Dort untersuche ich zunächst die Kitten, wobei ich feststelle, das eines der Kitten inzwischen verstorben ist. Aber die anderen vier leben noch und bekommen sofort durch Mitarbeiter Milch zu trinken.

Ich kümmere mich in der Zeit um die Verletzung der Mutti. Dazu wird die Katze zunächst geröntgt. Dabei stelle ich dann fest das beide Vorderpfoten einfach gebrochen sind. Die Katze bekommt an jeder Pfote einen festen Verband, dann bringe ich sie wieder zu ihren Kitten. Sofort fangen die kleinen bei der Mutti an zu saugen, jedoch zwei schaffen es wiederrum nicht und werden von Mitarbeitern versorgt.

Alle vier Kitten werden schöne Katzen oder Kater und auch die Mutti erholt sich sehr schnell. Als es soweit ist, nimmt Michael alle Katzen zu sich nach Hause. Aber auch die anderen aus unserem Kegelclub holen sich Tiere. Zwar waren das Hunde aber trotzdem habe ich mich gefreut. Besonders für Bello, ein kleiner Münsterländer Mischling. Dieser Hund hat nach einem Unfall nur noch drei Pfoten, außerdem ist er blind. Damit er nicht so allein ist, wurde auch noch sein bester Freund, ebenfalls ein Münsterländer, mitgenommen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #395
Das andere Tierheim

Ich bin unterwegs um zu einem benachbarten Tierheim zu fahren. Der Leiter dieses Tierheim hatte mich angerufen damit ich ihm hilfreiche Tipps gebe, weil sie einen Tag der offenen Tür abhalten wollen. Darum habe ich ihm zugesagt persönlich vorbei zu kommen und natürlich auch einige Unterlagen mit zu bringen. Diese Unterlagen habe ich neben mir in einer alten Aktentasche liegen. In etwa 10 Minuten werde ich an dem Tierheim ankommen und bin schon sehr gespannt was mich dort erwartet.

Laut der Wegbeschreibung die ich vom Leiter des Tierheim bekommen habe, müsste die Einfahrt zum Tierheim gleich kommen. Jedoch so sehr ich auch Ausschau halte, nirgends kann ich ein Hinweisschild finden. Darum biege ich einfach in eine kleine Straße ein die der Beschreibung entspricht.

Nachdem ich noch einige Minuten auf dieser Straße gefahren bin, sehe ich vor ein durch einen Maschendrahtzaun gesichertes Gelände. Kurz darauf stehe ich vor der Einfahrt und ein Hinweisschild deutet darauf hin, das ich am Tierheim angekommen bin.

Neben dem Zaun ist ein Parkplatz auf dem ich meinen PKW abstelle. Nachdem ich die Aktentasche und meine Notfalltasche aus dem Wagen genommen habe, gehe ich zum Tor, welches sich an der Einfahrt befindet. Als ich zum Türgriff greife und versuche die Tür zu öffnen, stelle ich fest das die Tür verschlossen ist. Aber neben der Tür ist ein Klingelknopf angebracht und diesen drücke ich.

Nachdem ich etwa drei Minuten gewartet habe, kommt eine etwa 50 jährige Frau zum Tor und fragt mich was ich will. Ich erkläre ihr das ich vom Leiter des Tierheim angerufen worden bin und mit ihm einen Termin habe. Daraufhin holt die Frau einen Schlüssel aus ihrer Hosentasche und öffnet die Tür. Dabei sagt sie das ihr Name Ingeborg ist.

Zusammen gehen wir dann in das Gelände. Dabei frage ich sie ob die Tür immer abgeschlossen ist. Sie antwortet mir: „Ja das ist richtig! Seitdem immer wieder von jugendlichen versucht wird, auf unser Gelände zu kommen wird die Tür immer verschlossen gehalten.“ Ich frage sie was es mit den jugendlichen auf sich hat und sie antwortet: „ Bisher sind die 5 mal auf das Gelände gekommen. Dabei haben sie schon drei Mal die Türen zu den Hundeboxen geöffnet. Einmal sind sie sogar bis zu den Katzen vorgedrungen und haben dort die Tür zu dem Raum geöffnet. Natürlich gab es dann eine große Jagd von den Hunden. Dabei wurden zwei Katzen getötet und mehrere schwer verletzt. Nachts haben wir extra einen Wachdienst eingerichtet der das Gelände bewacht. Trotzdem versuch die jugendlichen auf das Gelände zu kommen. Die Polizei war auch schon da. Aber erreicht haben die nichts!“

Dann haben wir die Gebäude erreicht und Ingeborg klopft an eine Tür an. Sofort macht sie daraufhin die Tür auf und zusammen mit ihr betrete ich einen Büroraum. Dort werde ich von dem Leiter des Tierheim begrüßt: „Hallo Gerda! Schön das Du so schnell kommen konntest! Mein Name ist Leonard und ich bin der Leiter hier. Ich habe bei dir angerufen weil wir in ein paar Wochen einen Tag…“

Weiter lasse ich ihn nicht aussprechen den mich interessiert viel mehr, was Nachts vorgeht. Hilfesuchend schaut er nun nach Ingeborg und diese erzählt mir nun ausführlicher was los ist.
„Jede Nacht kommen jugendliche, randalieren vor dem Tor und versuchen aufs Gelände zu kommen. Wenn wir dann die Polizei rufen, sind sie ganz friedlich und verhalten sich so als wenn alles in Ordnung wär. Sobald die Polizei wieder weg ist, geht die Randale von vorne los. Wir sind vollkommen hilflos gegenüber den jugendlichen und wissen einfach nicht mehr weiter.“

Kurz bin ich am überlegen, dann frage ich ob ich mal telefonieren darf. Natürlich darf ich und sofort wähle ich die Nummer eines Freundes von Herbert und mir. Der Freund verspricht sofort zu kommen. Danach wähle ich die Nummer von Herbert und sage ihm wo ich bin. Auch er verspricht sofort zu kommen. Im Anschluss bespreche ich mit den beiden schon einmal wie solch ein Tag der offenen Tür abläuft. Dabei fragt Ingeborg wen ich denn angerufen habe. Ich sage nur das es ein Freund ist und das zweite Gespräch meinem Mann gegolten hat. Dabei erwähne ich nicht wer der Freund ist.

Eine Stunde ist vergangen als eine Klingel ertönt. Sofort geht Ingeborg los um zum Tor zu kommen. Schon nach wenigen Minuten sehe ich sie mit Klaus, einem ehemaligem Polizist, zurückkommen.
Bevor die beiden das Gebäude erreichen öffnet sich die Tür des Büros und ein Mädchen von etwa 16 Jahren erscheint. „Leo, komm schnell! Patrizia geht es schlechter!“ Damit dreht sie sich wieder um und läuft zu einem anderen Gebäude, wie ich durch die nun offene Tür sehen kann. Leonard steht schon von seinem Stuhl auf und sagt zu mir: „Das ist eines der verletzten Tiere. Ich schaue mal schnell nach was los ist.“

Auch ich erhebe mich und folge ihm nach. Dabei habe ich natürlich meine Tasche. Zusammen kommen wir in einem Raum, wo drei Tiere in Körben liegen. Das junge Mädchen steht bei einem Korb und schaut Leonard hilflos an. Sofort als ich das Tier erkenne, es ist eine Katze, hole ich ein Stethoskop aus meiner Tasche und höre die Katze ab.

Sofort bemerke ich den stark erhöhten Herzschlag der Katze. Aber ich stelle auch fest, das auf einer Seite der Katze kein Atemgeräusch zu hören ist. Als ich hochschaue um eine Frage zu stellen sehen mich das junge Mädchen, Ingeborg und Leonard erstaunt an. Nur Klaus steht daneben und ist am Grinsen. Ich stelle meine Frage und erfahre nun, das die Katze seit drei Tagen hier im Raum ist. Auch die anderen Tiere sind seit dem letzten Überfall durch die jugendlichen hier im Raum.

„War denn kein Tierarzt da?“ will ich wissen. „Doch der war da, hat aber nichts schlimmes feststellen können!“ antwortet das junge Mädchen. „Mit dem werde ich wohl mal ein Wörtchen reden! Stellt noch nicht mal einen Pneumothorax fest! Das geht gar nicht!“ Langsam rede ich mich in Rage, bis mir Herbert eine Hand auf die Schulter legt. Ihn habe ich gar nicht kommen sehen.

Nun kümmere ich mich erst einmal schnell um Klaus und sage ihm warum ich angerufen habe. Er hört zu, dann will auch er telefonieren. Während er das macht, ist nun endlich die Katze dran.
Ich lege eine Narkose und fange sofort an zu operieren. Zunächst muss ich feststellen warum ein Lungenflügel zusammen gefallen ist. Sehr schnell habe ich die Ursache gefunden. Es scheint wegen eines Trittes gegen den Brustkorb der Katze gewesen zu sein. Denn weitere Verletzungen stelle ich bei der Katze nicht fest.

Ich nehme ein kleines Röhrchen, setze es in den Brustkorb so ein, das etwas davon aus dem Brustkorb hervor schaut. Dadurch wird nun beim Atmen der Katze die zusammen gefallene Teil der Lunge wieder aufgebaut. Sorgfältig vernähe ich anschließend die kleine OP- Stelle, dann kommt die Katze wieder in einen Korb. Anschließend kümmere ich mich noch um die anderen Tiere, kann bei denen aber nichts Schlimmes feststellen. Hier hat der andere Tierarzt gut gearbeitet.

Nachdem alles erledigt ist, schaue ich wo Klaus ist. Dieser ist in einem anderen Raum in dem sich neben Herbert, Ingeborg und Leonard, alle Mitarbeiter des Tierheim auch noch 8 etwas ältere Männer befinden. Gerade sagt Klaus: „Hat noch jemand eine Frage? Gut! Dann lasst jetzt eure Autos verschwinden! Am besten ihr stellt dies hinter den Gebäuden ab, damit sie nicht vom Tor gesehen werden können. Ich werde in der Zwischenzeit die Pizzen bestellen.“

Die anderen Männer verlassen den Raum und Klaus kommt zu mir. „Lass mich eben die Pizzen bestellen, dann erkläre ich dir alles. Herbert, Du kannst ja schon mal anfangen.“ Dann geht er schnellen Schrittes davon.
Ich setze mich an einen Tisch und Ingeborg gibt mir eine Tasse Kaffee. Dankbar schaue ich sie an und sie gibt Herbert ebenfalls eine Tasse Kaffee. Danach gießt sie sich selber Kaffee und setzt sich zu uns. Nachdem ich einen Schluck genommen habe schaue ich Herbert erwartungsvoll an.

„Wir wollen den Jungs eine Falle stellen. Heute Abend bleibt das Tor auf und wir verstecken uns alle in der Nähe des Tores. Sobald die Jugendlichen das Tierheim betreten haben und nicht mehr im Bereich des Tores sind, wird dieses verschlossen. Zwei der Männer, im Übrigen alles ehemalige Polizisten, werden dann am Tor bleiben. Die anderen sind dann schon hinter den anderen hinterher. Und sobald die anfangen Unfug zu treiben, werden die Männer eingreifen. Anschließend wird sich hier in diesem Raum mit den jugendlichen getroffen und dann werden mal ein paar ernste Worte mit denen geredet.“

Auch Klaus, der inzwischen von seinem Anruf wieder zurück ist, erläutert noch etwas die Ausführungen von Herbert. Ich finde das eine klasse Idee, was die Männer planen frage aber was denn passiert, wenn die jugendlichen heute nicht kommen. Darauf antwortet Klaus: „Dann versuchen wir es eben morgen Abend wieder. Es wird auf jeden Fall so lange versucht die Burschen zu schnappen bis wir sie haben! Für euch beide habe ich übrigens ebenfalls Pizza bestellt. Ich weiß das ihr gerne Thunfisch esst, darum habe ich zwei zusätzlich bestellt. Statt des Weines gibt es aber nur Aloloholfreies zu trinken!“ Bei dieser Aussage müssen wir alle Lachen.

Nachdem die Pizza verspeist worden ist, haben wir noch etliches an Zeit. Die jugendlichen sind immer gegen 21.00 Uhr aufgetaucht. Trotzdem sind wir ab 19.00 Uhr bereit. Alle Männer haben sich versteckt. Das Tor ist nur angelehnt und neben zwei Männern hat sich auch Herbert bei dem Tor versteckt. Ich bin in der Zeit bei der frisch operierten Katze.

Erst um 21.15 Uhr hören wir die jugendlichen kommen. Sofort wird es still im Tierheim. Keiner der Anwesenden im Tierheim macht mehr ein Geräusch. Alle warten nun auf die jugendlichen, die auch schon nach kurzer Zeit auftauchen. Es sind 5 junge Männer und zwei Mädchen die vor dem Tor anfangen laut zu werden. Dann entdeckt eines der Mädchen das offene Tor. Sofort begeben sich alle 7 auf das Gelände und zusammen gehen sie in Richtung der Gebäude.

Als sie nicht mehr in Sichtweite des Tores sind, schließt Herbert das Tor und einer der Männer zieht einen Schlüssel aus der Tasche und schließt das Tor auch noch zu. Dann postieren die drei sich bei dem Tor. Jeder hat einen dicken Knüppel in der Hand. Aber nur zur Abschreckung! Keiner wird die Knüppel einsetzen. Das ist auch nicht geplant. Sie sollen nur zur Abschreckung dienen.

Inzwischen sind die jugendlichen bei den Gebäuden angekommen. Sofort versuchen sie an dem Katzenhaus die Tür zu öffnen. Diese ist aber verschlossen. Da hebt einer der Mädchen einen Stein auf und wirft diesen durch ein Fenster. Obwohl es sehr laut ist, scheinen die 7 keine Angst zu haben, das sie entdeckt werden. Sofort klettert einer der jungen Männer durch das Fenster, wird jedoch im inneren von zwei Männern in Empfang genommen.

Als die anderen jugendlichen das mit bekommen, wenden sie sich sofort zur Flucht und laufen in Richtung Tor. Fünf Männer laufen ihnen nach, können sie jedoch nicht erreichen. Dazu sind die jugendlichen zu schnell. Aber durch das Tor können sie nicht, denn davor stehen die anderen Männer. Auch einfach über den Zaun klettern geht nicht, da dieser zu hoch ist.

Als immer mehr unserer Männer auftauchen geben die jugendlichen auf. Besonders als sie die Knüppel in den Händen sehen. Anstandslos lassen sie sich zu den Gebäuden führen.

Als die 7 auf Stühlen sitzen, gehen bis auf Klaus, Leonard, Ingeborg, Herbert und ich, alle aus dem Raum. Als erster ergreift Klaus das Wort und stellt sich erst einmal vor. Dabei erwähnt er zwar seinen Dienstgrad bei der Polizei, verschweigt allerdings das er im Ruhestand ist. Da Klaus im gehobenen Polizeidienst tätig war, hat er auch den entsprechenden Dienstgrad innegehabt. Als er diesen nennt, zucken die jugendlichen erst einmal zusammen und schauen sich nun ängstlich an.

Wir haben aber nicht vor die jugendlichen der Polizei aus zu liefern, sondern wollen das durch ein aufklärendes Gespräch regeln. Das erwähnt aber zunächst keiner von uns. Klaus putzt die 7 richtig runter und auch Ingeborg und Leonard gehen nicht gerade schonend mit den 7 um.

Auf einem Tisch hinter mir steht ein kleiner Sichtschutz. Dahinter befindet sich die von mir operierte Katze. Der es eigentlich schon gut geht. Natürlich habe ich sie für die Vorführung hier etwas präpariert. Dazu habe ich zum Schein einen Zugang gelegt. Natürlich ohne direkt einen zu legen. Nur Schläuche und auch ein Behälter mit Kochsalzlösung, der leer ist, habe ich so gelegt, das es aussieht als wäre der Echt. Aus dem Röhrchen welches in der Brust implatiert ist, kann man natürlich genau den Luftzug spüren, der beim ein Atmen aus diesem kommt.

Nun nehme ich den Sichtschutz weg und die sieben können die Katze sehen. Entsetzt schlagen die Mädchen ihre Hände vor die Augen. Auch die jungen, alle 7 sind im Alter zwischen 16 und 17 Jahre, müssen schlucken. Dann fordere ich die 7 auf näher zu treten, jedoch keiner der sieben macht Anstalten meiner Anordnung Folge zu leisten. Erst als Klaus sich räuspert stehen die sieben auf und kommen näher.

Sofort fange ich an, die Verletzungen der Katze zu schildern. Natürlich übertreibe ich etwas bei meinen Ausführungen, aber das wissen die ja nicht. Als eines der Mädchen die Katze berühren will, stoppe ich sie mit den Worten: „Nicht berühren! Die Kleine hat starke Schmerzen. Jede Berührung verstärkt diese noch!“

Schnell zieht das Mädchen ihre Hand zurück und sie geht wieder zu ihrem Stuhl zurück. Als sie sitzt bricht sie in Tränen aus. Mir tut sie nicht leid, darum schaue ich nur die anderen an. Alle gehen zu ihren Stühlen zurück und ich bringe den Korb mit der Katze wieder in den Katzenraum. Dort entferne ich den falschen Zugang und Untersuche nochmals die Katze. Doch dieser geht es immer besser. Sie ist schon leise am Schnurren als ich sie streichele.

Als ich wieder in den Raum komme wo die sieben jugendlichen sind erzählen sie gerade, das sie Langeweile hatten und darum auf die Idee gekommen sind hier im Tierheim zu randalieren. Aber das wollen sie nicht mehr, sondern gerne bei der Pflege der Tiere helfen. „OK!“ sagt Klaus „dann will der Tierheim-Leiter zunächst von einer Anzeige absehen. Aber sobald noch einmal sowas vorkommt, läuft die Anzeige wegen Sachbeschädigung und Randalierens vor dem Tierheim.“

Die jugendlichen versprechen an nächstem Tag wieder zu kommen. Jedoch schon weit vor der Zeit wie bisher, dann dürfen sie nach Hause. Auch die Männer verabschieden sich nachdem der Tierheim-Leiter sich bei ihnen bedankt hat. Auch Herbert und ich fahren nach etwa 30 Minuten nach Hause.

Noch dreimal bin ich in dem Tierheim. Dabei entferne ich auch das Röhrchen bei der kleinen Katze. Zwei Wochen später ist die Katze wieder ganz gesund. Auch die jugendlichen kommen öfters ins Tierheim um zu helfen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #396
Helmut, das ist eine wunderbare Geschichte! Gut gemacht!


liebe Grüße, argon
 
  • Post aus Bayern Beitrag #397
Danke !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gruß Helmut

P.S. es folgen noch weitere!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #398
Auch ich möchte mich für die tollen Geschichten bedanken.
Ich habe sie alle schon mehrmals gelesen und freue mich
die ganze Woche darauf.

LG
Mondhexe
 
  • Post aus Bayern Beitrag #399
Allein unterwegs

Es ist 9.00 Uhr am Samstagmorgen und ich mache mich fertig um zu Herberts Eltern zu fahren. Diese Fahrt mache ich alleine, weil Herbert schon dort ist. Er hatte eine Tagung ganz in der Nähe seiner Eltern und ist mit der Bahn dort hin. Sein Auto ist steht in der Werkstatt, weil ihm einer hinten in das Auto gefahren ist. Der Schaden ist nicht sehr groß gewesen, aber trotzdem musste der Kofferraumdeckel erneuert werden. Auch eine komplette Rückleuchte war kaputt und musste neu gemacht werden. Dazu kam noch das Blech welches den Kofferraum abschließt. Seit gestern Nachmittag steht er beim Lackierer und heute soll der Wagen lackiert werden. Vor kommenden Mittwoch wird der Wagen nicht fertig.

Eigentlich war dieser Besuch nicht geplant aber Herbert wurde von seiner Mutter am Bahnhof abgeholt und hat auch bei seinen Eltern übernachtet. Auch hat er das Auto seiner Mutter während der Zeit des Aufenthaltes dort bekommen.

Monika wollte auch diesmal nicht mit. Sie ist lieber mit ihrem Kai zusammen den sie vor 1,5 Jahren kennen gelernt hat. Kai hat an diesem Wochenende keinen Dienst bei der Polizei und ist schon gestern Nachmittag bei uns angekommen.

Nun bin ich seit etwa einer Stunde unterwegs mit meinem alten Kadett. Zwar hat die Kiste nur 60 PS, aber trotzdem bin ich sehr flott unterwegs. Ich schätze das ich gegen 16.00 Uhr an meinem Ziel bin. Da ich Montag und Diensttag Urlaub habe, bleiben Herbert und ich bis Montag bei seinen Eltern, denn auch Herbert hat seine Praxis bis zum Mittwoch geschlossen.

Momentan geht es durch eine 10 Kilometer lange Baustelle. Hier ist nur Tempo 60 erlaubt. Trotzdem fahre ich mit etwa 70 hinter einem LKW hinterher, während immer wieder PKWs vorbei rauschen. Ich verstehe diese Leute nicht. Tempo 60 ist schließlich nicht umsonst in einer Baustelle vorgeschrieben, denn einen Unfall kann man sehr schnell bauen.

Kurz darauf wird der LKW vor mir langsamer. Ich schalte das Funkgerät an, welches in meinem Auto ist und höre schon, das es tatsächlich einen Unfall vor mir gegeben hat. Langsam geht es weiter und kurz darauf komme ich an der Unfallstelle vorbei. Ein PKW steht auf der Überholspur und hat die ganze rechte Seite verbeult. In einer Ausfahrt, etwa 50 Meter weiter steht ein LKW. Personen scheinen nicht zu Schaden gekommen sein.

Nachdem die Baustelle zu Ende ist, gebe ich wieder mehr Gas. Doch schneller wie 110Km/h fahre ich nicht. Natürlich ging das, aber schneller wie 140 läuft mein Auto nicht und dann braucht er auch zu viel Sprit.
Zwei Stunden später entschließe ich mich dazu erst einmal eine Pause zu machen. Darum verlasse ich die Autobahn und fahre zum nächsten Autohof. Dort tanke ich zunächst mein Auto voll und begebe mich dann in das Restaurant dort. Da ich auch Hunger verspüre bestelle ich mir etwas zu Essen. Nach dem Essen vertrete ich mir noch etwas die Beine.

Dabei komme ich auch an einem PKW vorbei auf dessen Rücksitz ein Schäferhund liegt. Der Hund scheint fest zu schlafen, denn obwohl ich den Wagen berühre, rührt sich der Hund nicht. Der Parkplatz sehr groß ist und nur zur Hälfte belegt ist, trotzdem steht dieser PKW ganz am Ende des Parkplatzes. Ich sehe mich nach den Besitzern des Autos um, kann jedoch niemand sehen. Etwas verwundert bin ich schon, denn der Wagen steht in der Sonne.

Langsam gehe ich zur Raststätte zurück. Ich will versuchen den Besitzer des Wagens zu finden, damit der Hund aus dem Wagen kommt. Als ich das Gebäude wieder betrete, wende ich mich zunächst dem Kiosk zu, der im Eingangsbereich ist. Dort will ich zunächst fragen ob jemand die Besitzer gesehen hat. Denn aus dem Kiosk heraus hat man freien Blick auf den Wagen.

Ich gehe zur Kasse des Kiosks und frage die Frau dahinter, ob sie etwas von den Besitzern des Autos gesehen hat. „Der Wagen steht schon seit zwei Tagen da. Irgendwann in der Nacht vorher wurde er dort abgestellt. Ich habe schon die Polizei informiert, aber die war bisher nicht hier gewesen.“ antwortet sie mir.

„Seit zwei Tagen?“ frage ich noch einmal nach was sie bestätigt. Sofort sage ich ihr, das die Polizei informiert werden muss, da sich noch der Hund in dem Wagen befindet. Sie schaut mich nur kurz an, dann greift sie zu einem Telefon und ruft sofort die Polizei an. Ich laufe schon wieder nach draußen.

Als ich beim Auto angekommen bin, versuche ich zunächst ob die Türen des Wagens auf sind. Doch das ist nicht so. Leider sind alle Türen des Wagens verschlossen. Darum suche ich nach einem Stein der aber nicht zu finden ist. Mein Blick fällt dabei auf einen LKW wo der Fahrer gerade einsteigen will. Sofort fange ich laut an zu rufen und der Fahrer wird aufmerksam.

Dann kommt er zu mir gelaufen und fragt was los ist. Ich zeige ihm den Hund und sage ihm, das dieser schon seit mindestens zwei Tagen dort eingesperrt ist. Laut flucht der Fahrer dann rennt er wieder zu seinem LKW um einen Hammer zu holen.

Gleichzeitig mit ihm kommt auch die Polizei an. Beide Beamte steigen aus ihrem Wagen und ich informiere sie schnell was los ist. Da der LKW Fahrer schon wieder da ist und einen großen Hammer in der Hand hat, ordnen sie an das der eine Scheibe des Autos einschlägt.

Weit holt der Fahrer mit seinem Hammer aus, dann schlägt er gegen die Scheibe der Fahrertür. Diese zerspringt mit einem lauten Knall. Sofort greift einer der Beamten in den Wagen und öffnet so die Tür hinter dem Fahrersitz. Bevor der zweite Beamte die Tür öffnen kann, bin ich schon da und mache die Tür auf. In meiner linken Hand habe ich schon mein Stethoskop und sofort höre ich den Hund ab. Dieser ist noch ganz schwach am Atmen.

Ich atme auf, denn ich hatte das schlimmste erwartet. An einen Beamten gewendet sage ich, das der Hund sofort aus dem Wagen muss. Da sich dieser nicht rührt, drängelt ihn der Fahrer zur Seite und holt den Hund aus dem Auto. Vorsichtig ist er nicht dabei und der Hund schlägt mit seinem Kopf an den Türpfosten. Auch jetzt kommt keine Reaktion von dem Tier.

Als der Hund aus dem Wagen ist und auf dem Boden liegt, taste ich den Hund zunächst ab. Doch eine Verletzung, außer der kleinen Beule die er sich gerade zugezogen hat, kann ich nichts feststellen. Nur ist der Hund kurz vor dem Verdursten.

Wieder greife ich zu meiner Tasche und als ich dabei hoch blicke, stelle ich fest, das sehr viele Leute um uns herum stehen. Aus meiner Tasche hole ich einen Plastikbehälter in dem sich Kochsalzlösung befindet. Auch ein Verteilerstück an dem man mehrere Leitungen anschließen kann, hole ich aus der Tasche. Dann lege ich diesen Zugang und schließe sofort die Lösung an. Den Behälter drücke ich einer Frau die neben mir steht in die Hand. Jedoch lässt diese den Behälter einfach fallen. Als ich nach der Lösung greifen will, bückt sich schon ein etwa 10 Jahre alter Junge nach dem Behälter und hält ihn anschließend hoch.

Ich bedanke mich bei dem Jungen jedoch winkt dieser ab. „Bei uns in der Schule wird gerade ein erster Hilfe Kurs durchgeführt! Von da her weiß ich was gemacht werden muss mit der Lösung.“ sagt er zu mir. Ich bin erstaunt über seine Worte, kümmere mich aber zunächst nicht weiter darum sondern wende mich an einen der Beamten.

„Wo finde ich die nächste TK, denn die müssen den Hund weiter behandeln. Er braucht noch viele Medikamente in der nächsten Zeit.“ Kurz überlegt der Mann, dann geht er zu seinem Streifenwagen und greift zum Mikrofon seines Funkgerätes. Ich kümmere mich schon wieder um den Hund und gebe zur Sicherheit eine Herzstärkungsspritze.

Dann tritt der Beamte wieder zu mir und sagt:“ Ein Wagen der TK kommt hier hin. Sie sollen sich weiter um den Hund kümmern. Der Wagen braucht etwa 20 Minuten bis hier.“ Ich schaue wieder nach dem Hund und höre ihn wieder ab. Sein Herzschlag ist schon viel besser, aber noch immer braucht er viel Flüssigkeit die ich aber leider nicht mehr habe. Denn ich habe nur einen Behälter mit Lösung in meiner Tasche. Leider ist die Flüssigkeit auch schon durchgelaufen und ich entferne den Schlauch durch den die Lösung bisher in den Hund gelaufen ist.

Als ein Auto neben uns hält, springen zwei Männer aus dem Wagen. Einer greift auf den Rücksitz und holt eine Tasche hervor, während der andere schon zu mir kommt. Kurz wird gegrüßt dann fragt er sofort was los ist. Ich schildere es ihm und sofort holt er aus seiner Tasche einen weiteren Behälter mir Kochsalzlösung heran. Schnell schließt er diesen an, dann gibt er wiederum dem Jungen den Behälter in die Hand.

Erst jetzt stellen wir uns vor und als ich meinen Namen nennen will, winkt er ab. „Ich weiß schon wer sie sind. Gerda, richtig?“ Ich nicke mit dem Kopf und er unterrichtet seinen Kollegen. Dieser schaut zunächst ungläubig, aber schon nach kurzer Zeit fängt er auch an Fragen zu stellen. Erst als der zweite Behälter mit der Lösung durchgelaufen ist, wird der Hund in den PKW der TK gelegt. Einer der TÄ steigt zu dem Hund hinten ein, dann fahren sie davon.

Auch ich packe meine Utensilien zusammen, bedanke mich nochmals bei dem Jungen und gehe langsam zu meinem Auto. Als ich dieses erreicht habe, verstaue ich meine Tasche und fahre wieder los.

Bei meiner Ankunft bei Herberts Eltern rede ich nicht von dem Vorfall, sondern wir verbringen entspannte Tage bei diesen. Aber auch hier musste ich einmal helfen, doch das ist eine eigene Geschichte wert.

Der Hund wurde wieder vollkommen gesund und fand auch kurz darauf einen neuen Besitzer. Der Junge holte ihn zusammen mit seinen Eltern aus dem Tierheim, dorthin war er nach der Genesung gekommen, aus dem Tierheim ab.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #400
Allein unterwegs
Teil II

Etwa eine Stunde später wie geplant komme ich an meinem Ziel an. Freudig werde ich nicht nur von meinem Mann Herbert sondern auch von Walter und Gerda begrüßt. Walter und Gerda sind Herberts Eltern. Herbert holt meinen Koffer aus dem Wagen, dann gehen wir zusammen ins Haus. Gerade rechtzeitig denn kaum haben wir das Haus betreten fängt es an zu regnen.

Nachdem wir im Wohnzimmer uns an den Tisch gesetzt haben, wird erst einmal über alles Mögliche geredet. Während des ganzen Aufenthalts erzähle ich nichts von dem Vorfall den ich auf der Fahrt nach hier erlebt habe.

Gegen 19.00 Uhr fängt Gerda an den Esstisch fertig zu machen. Sofort stehe ich auf und helfe ihr dabei, während Walter und Herbert sich weiter unterhalten. Natürlich sind es Gespräche die mit dem Zahnarztberuf zusammen hängen. Obwohl Gerda auch Zahnärztin ist, nimmt sie nicht an diesem Gespräch teil.

Wir gehen in die Küche wo schon das Essen am Kochen ist. Aus einem Schrank entnehme ich, nachdem ich in die Töpfe geschaut habe, Geschirr und aus einer Schublade Besteck heraus und bringe dieses in die Essecke, wo ich alles verteile. Als Herbert fragt: „Was gibt es denn?“ antwortet Gerda: „Lass dich überraschen!“

Ich weiß es aber schon, denn schließlich habe ich in die Töpfe geschaut. Es gibt Spagetti mit Tomatensoße, was eines der Lieblingsessen von Herbert aber auch von Walter ist. Ich hole noch eine Warmhalteplatte aus der Küche und nehme schon einmal die Soße mit. Beides stelle ich auf den Tisch und Walter und Herbert setzen sich an den Tisch. Sofort will Herbert in den Topf schauen, doch ich haue ihm lachend auf die Hand. Trotzdem sagt er: „Das ist Tomatensoße! Dann gibt es auch Spagetti!“

In diesem Moment kommt Gerda in den Raum und stellt den Topf mit den Nudeln auf den Tisch. Herbert bedient sich sofort an den Nudeln und macht einen derben Schlag Soße auf diese. Dann fängt er an zu Essen. Auch wir anderen bedienen uns und während wir Essen, reden wir über das neue Einkaufszentrum welches Montag eröffnet wird. So wie Walter sagt ist das ein Riesenkomplex in dem mehrere Geschäfte untergebracht sind. Wir beschließen am Montag dahin zu fahren und uns dieses Mal an zu sehen.

Nach dem Essen setzen wir uns wieder, nach dem das benutzte Besteck und Geschirr wieder in der Küche ist, im Wohnzimmer an den Tisch. Dort sitzen wir noch einige Zeit zusammen bevor es ins Bett geht.

Auf einmal werde ich durch das Klingeln eines Telefons wach. Ich höre das klappen der Schlafzimmertür von Gerda und Walter und wie jemand die Holtreppe nach unten geht. Kurz darauf hört das Klingeln auf, dafür höre ich eine leise Stimme. Es ist Gerda die an den Apparat gegangen ist.

Ich drehe mich wieder auf die Seite um weiter zu schlafen als es an unserer Tür klopft. Sofort bin ich hellwach und auch Herbert wird wach. Ich stehe schon auf, ziehe einen Morgenmantel an, dann gehe ich zur Tür. Als ich diese öffne steht Gerda vor der Tür und flüstert mir zu: „Kannst Du mal ans Telefon gehen? Da ruft jemand an, der unseren Tierarzt nicht erreichen kann, aber weiß das Du hier bist.“

Ich schlüpfe aus dem Raum und zusammen mit Gerda gehe ich zum Telefon. Ich nehme den Hörer in die Hand und melde mich. Eine aufgeregte Frauenstimme ist am anderen Ende der Leitung und sie entschuldigt sich zunächst für den späten Anruf. Dann kommt sie zum Zweck des Anrufes: „Wir haben einen Hund und eine Katze. Beide leben seit ihrer Geburt bei uns im Haus. Nur Hasi, unsere Katze darf des Nachts nach draußen. Sie kommt immer um diese Zeit zurück und kann durch eine Klappe wieder ins Haus. Nur heute nicht! Bello, unser Dalmatiner fing auf einmal an laut zu bellen und weckte uns dadurch. Sofort ist mein Mann los um zu schauen warum der Hund bellt. Doch er konnte nichts finden, darum holte er Bello und dieser fing sofort an, an der Tür zu kratzen. Er wollte raus und mein Mann öffnete die Tür. Bello lief in eine Gartenecke und war dabei am Bellen. Doch mein Mann hat nichts gesehen. Darum hat er eine Taschenlampe geholt und ist dann in die Ecke. Dort lag unsere Hasi und war Blutüberströmt. Sofort kam mein Mann wieder ins Haus und unterrichtete mich. Ich versuchte den Tierarzt an zu rufen, jedoch ging dort nur der Anrufbeantworter an. Dann erinnerte sich mein Mann daran das Sie heute kommen wollten und darum rufe ich an.“

Ich ließ mir die Adresse geben und legte den Hörer wieder auf. Dann eilte ich wieder nach oben weil ich mich anziehen musste. Walter und Gerda kamen schon angezogen aus ihrem Zimmer und auch Herbert war schon angezogen. Schnell kleidete ich mich an, schnappte mir meine Tasche und lief wieder nach unten. An der Haustür stand Gerda und hielt diese auf. Ich eilte durch die Tür und sah sofort den Wagen von Walter mit laufendem Motor vor der Tür stehen. Schnell stieg ich ein und als auch Gerda eingestiegen war, fuhr er sofort los. Erst dann fragte er wo es hingehen soll. Ich nannte ihm die Adresse und sofort wusste er wo er hin muss.
Das Haus von Gerda und Walter liegt in einer Sackgasse und am Ende der Straße bog er nach links ab. Dann gab er richtig Gas. Der Wagen fing richtig an zu zittern so beschleunigte der Wagen. Aber ein Auto mit 12 Zylindern beschleunigt nun mal schneller wie mein alter Kadett.

„Die wohnen etwa 25 Kilometer von uns entfernt und sind gute Freunde von uns. Ich hatte denen irgendwann mal erzählt von dir, daher wissen die beiden von deiner Ausbildung, Gerda. Im Übrigen heißen die beiden Gerald und Monique.“ sagte Walter während der Fahrt.

Nach etwa 20 Minuten hielt er vor einem großen Tor an. Nur kurz blinkte er mit der Lichthupe, schon öffnete sich das Tor. Sobald der Wagen durch die immer größer werdende Lücke passte, gab Walter wieder Gas und hielt kurz darauf vor der geöffneten Haustür. Als wir aus dem Wagen ausstiegen kam eine Frau aus dem Haus und rief: „Kommt schnell! Hier durch das Haus!“ Damit drehte sie sich um und lief in einen Raum des Hauses. Es war das Wohnzimmer und als ich in den Raum kam, lief sie schon wieder zur Terrasse raus.

Ich lief hinterher und als ich das Haus wieder verlasse, sehe ich sofort die beiden in einer Ecke des Gartens. Durch mehrere Scheinwerfer die am Haus angebracht wird, ist es sehr hell im Garten. Gerald kniet auf dem Boden und als ich bei ihm ankomme, sehe ich sofort die Katze die vor ihm im Gras liegt.

„Ich habe sie nicht bewegt, damit ich nicht noch mehr Schaden anrichte. Moment ich mache noch mehr Platz. Hier wo ich drücke ist Hasi stark am Bluten. Soll ich los lassen?“ fragte er noch zum Schluss. Ich sage zu ihm das er die Stelle zunächst weiter abdrücken soll, will aber wissen seit wann er das macht. Als er sagt, seitdem sie die Katze gefunden haben bin ich erst einmal zufrieden.

Jetzt höre ich erst einmal die Katze ab. Das Herz schlägt noch sehr schwach darum lege ich zunächst einen Anschluss. An diesen Anschluss können nicht nur gleichzeitig mehrere Medikamente gleichzeitig gegeben werden, er hat auch den Vorteil das nicht jedes Mal wenn es eine Spritze gibt neu zu gestochen werden muss. Dann schließe ich einen Beutel mit Kochsalz an und drücke den Beutel Gerda in die Hand.

Sofort wende ich mich nun der stark blutenden Stelle zu. Gerald nimmt seine Hand weg und sofort fängt die Katze wieder an zu bluten. Die Katze hat eine tiefe Wunde an der Seite aus dem sie heftig am Bluten ist. Die Wunde befindet sich in Höhe der rechten Hüfte. Sofort lege ich einen Druckverband an und die Blutung steht.
Als ich sie weiter untersuche stelle ich fest das auch an einigen Stellen das Fell fehlt. Jedoch ist sie an keiner weiteren Stelle am Bluten. Auch scheint sie keine weiteren Verletzungen zu haben. Trotzdem taste ich vorsichtig die Pfoten ab. Aber auch hier ist kein Bruch fest zu stellen.

Bisher wurde um mich herum in normaler Lautstärke gesprochen bis Walter sagt: „Seit mal Leise! Da jault doch ein Tier!“ Sofort verstummen die Gespräche und nun kann man tatsächlich ein leises Jaulen hören. Es kommt aus einem Busch der ein paar Meter entfernt ist. Sofort geht Herbert zu dem Busch und schaut in diesen. Da scheint aber nichts zu sein, darum geht er um den Busch herum.

Als Herbert nach mir ruft, erhebe ich mich sofort und gehe schnell zu ihm. Der steht an einem Zaun der um das Grundstück ist und versucht einen Hund zu befreien der mit den vorderen Pfoten in diesem Zaun fest hängt. Auch alle anderen sind nun da und anscheinend keiner mehr bei der Katze. Jedoch dreht sich Monique sofort wieder um als sie gesehen hat, was los ist und läuft wieder zu der Katze.

Da der Hund alle anknurrt und auch versucht Herbert zu beißen entschließe ich mich dazu ihm eine leichte Narkose zu geben. Darum mache ich schnell eine Spritze fertig und gebe ihm diese, indem ich durch den Zaun greife und die Spritze ansetze. Natürlich so, das der Hund mich nicht erreichen kann.

Als das erledigt ist, rufe ich nach Monique die auch sofort kommt. Ihr sage ich, das sie nach der Telefonnummer einer TK suchen soll. Denn die Katze muss dort hin. Sofort dreht sie sich wieder um und rennt ins Haus. Ich schaue mich schon um wie ich auf die andere Seite des Zaunes komme.

In der Nähe ist ein Tor im Zaun und sofort laufe ich darauf zu. Herbert hält den Hund fest, der inzwischen am Schlafen ist. Dabei hilft Walter. Gerald kommt mit mir mit. Die Tür ist verschlossen, wie ich feststelle, jedoch reißt Gerald so feste an der Tür das diese aufgeht und wir hindurch können.

Kurz darauf bin ich bei dem Hund und sofort befreit Gerald die Pfoten aus dem Zaun. Da es hinter dem Busch dunkler ist als daneben, wo das Licht der Lampen voll hin scheint, wird der Hund ins volle Licht gelegt. Sofort beginne ich damit die Vorderpfoten des Hundes zu untersuchen. Außer Hautabschürfungen an der rechten Pfote entdecke ich nichts. Bei der linken Pfote sieht es anders aus.

Diese ist, neben den Hautabschürfungen, auch gebrochen. Sofort lege ich einen strammen Verband an und stabilisiere so die Pfote. Als ich einmal zu Kopf des Hundes schaue, dieser ist leise am jaulen, sehe ich das er schon wieder aus der leichten Narkose erwacht ist. Er macht jedoch keine Abwehrbewegungen. Als ich fertig bin erhebe ich mich wieder und auch der Hund steht auf. Er steht zwar auf wackligen Beinen, aber er knurrt und bellt nicht.

Ich wende mich schon wieder der Pforte zu um zur Katze zu kommen die noch immer auf der anderen Seite des Zaunes liegt. Kurz darauf bin ich bei der Katze und als ich mich zu ihr bücke, schiebt sich der Hundekopf zwischen mir und der Katze. Der Hund schnuppert an dem Tier dann fängt er an zu jaulen. Aber er sieht mich auch an, darum streichele ich ihm über den Kopf.

Nun kommt auch Bello dazu. Kurz knurrt er, woraufhin der andere Hund leise anfängt zu jaulen. Dann legt er sich auf den Boden und er schaut Bello an. Dieser kommt noch näher, dann schnuppert er an dem Hund um anschließend an der Katze zu schnuppern. Dasselbe macht der Hund. Auch er schnuppert wieder an Hasi, dann legt Bello sich ebenfalls auf den Boden. Nun schauen mich beide an und ich fange an mit ihnen zu reden.

Dabei verspreche ich ihnen auch das Hasi bald wieder herum toben wird. Beide Hunde wedeln mit ihrem Schweif. Da sagt Monique: „Erstaunlich! Dieser Hund gehört einem Nachbarn und ist schon öfters Ausgerissen. So muss es auch jetzt sein. Immer wenn er unterwegs ist, jagt er alle anderen Tiere und er beißt auch zu. Selber Menschen hat er schon angefallen, aber bisher ist nichts passiert. Jetzt liegt er so ruhig neben anderen Tieren und uns Menschen als wäre das schon immer so gewesen.“

Ich frage nach der TK und bekomme zur Antwort, das diese unterwegs ist und in ein paar Minuten eintrifft. In diesem Moment klingelt es schon und Monique geht sofort los um die Einfahrt zu öffnen und die Leute von der TK zu empfangen, die kurz darauf zu uns kommen.

Ich sage ihnen schnell was Hasi hat und was ich bisher unternommen habe. Auch erwähne ich, das Hasi sofort frisches Blut braucht. Die Ärztin die dabei ist schaut auch noch nach dem Hund dann nimmt sie Hasi hoch und ein Mitarbeiter der TK schiebt eine Trage unter die Katze. Dann verlasen sie wieder das Haus.
Am nächsten Morgen kommt der Nachbar um seinen Hund ab zu holen. Erstaunt ist er, als er ins Haus kommt und sein Hund so friedlich neben Bello liegt. Zum Abschied kommt der Hund noch einmal zu mir und lässt sich streicheln. Auch zu den anderen geht er, dann verlässt er wieder das Haus.

Bello und der Hund waren seit dem Tag gute Freunde. Der Hund hat nie wieder andere Tiere gejagt oder Menschen belästigt. Auch als Hasi nach einer Woche wieder aus der TK kam, freute sich nicht nur Bello sondern auch der Hund. Alle drei tollten oft herum und nach einer gewissen Zeit, wurde der Zaun zwischen den Grundstücken entfernt. Nur die Pfosten blieben stehen, als sichtbares Zeichen wo die Grundstücksgrenzen verlaufen.

Herbert und ich waren noch in dem großen Einkaufszentrum, dann fuhren wir wieder nach Hause. Aber auch die Fahrt verlief nicht ohne Zwischenfall und ist eine eigene Geschichte wert.
 
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