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Diskutiere Post aus Bayern im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Matjes Teil 2 Wie so oft sitze ich in meinem Büro. Doch diesmal nicht um irgendwelche Anforderungen oder Briefe zu schreiben. Ich sitze in meinem...
  • Post aus Bayern Beitrag #361
Matjes Teil 2

Wie so oft sitze ich in meinem Büro. Doch diesmal nicht um irgendwelche Anforderungen oder Briefe zu schreiben. Ich sitze in meinem Büro und schreibe an meinen Erinnerungen die ich bisher erlebt habe. Zwar habe ich schon seitdem ich wusste das ich im Tierheim angenommen werde, alles nieder geschrieben was passierte, aber auch so fallen mir immer wieder Gegebenheiten ein, die ich bisher nicht notiert hatte. Aber ich will für mich selber alles niederschreiben was ich bisher erlebt habe.

Gerade mache ich mir Notizen über meine Kindheit, an der mein Entschluss reift etwas für Tiere zu machen als mein Telefon klingelt. Sofort lege ich meinen Kuli zu Seite und greife zum Hörer. Nachdem ich mich gemeldet habe höre ich nur: „Moment, ich verbinde weiter.“, dann erfolgt ein klicken und eine mir bekannte Stimme meldet sich: „Hallo Gerda! Ich bin es Matjes. Entschuldige das ich anrufe, aber es ist irgendwie wichtig.“ Dann erklärt er mir, nachdem wir einige Minuten über alles andere Gesprochen haben, weswegen er anruft.

„Wie Du ja weißt, habe ich es sehr gerne wenn unser Maskottchen ein Hund ist. So auch hier in P……..! Aber irgendwie ist der Hund den wir seit ein paar Tagen haben sehr komisch. Natürlich ist ein Hund aus dem Tierschutz und man sagte uns, das er bisher immer allein gelebt hatte. Doch er liegt nur in einer Ecke herum und ist am Weinen. Kannst Du in etwa sagen was unser Hund hat, denn wir brauchen unseren Hund in drei Wochen, dann gebe ich mein Kommando schon wieder ab an meinen Nachfolger. Der Tierarzt der den Hund behandelt hat keine Ahnung und er kann es sich auch nicht vorstellen. Eine Freundin hatte er nicht im Tierheim. Also wir sind alle ratlos. Ich möchte aber das der Hund wieder glücklich ist.“

Da das nächste Wochenende ein langes ist, überlege ich nicht lange, sondern sage ihm zu das Herbert und ich mit unserem Wohnmobil bei ihm vorbei schauen werden. Auch werden wir unsere Tochter Monika mitbringen. Matjes ist hocherfreut darüber und wir reden noch einige Minuten zusammen. Dann beenden wir das Gespräch und ich lege meine Papiere wieder in meine Schublade.

Herbert hatte sowieso vor an diesem langem Wochenende einfach so durch die Gegend zu fahren. Jetzt haben wir aber ein Ziel. Ich beschließe erst heute Abend zu Hause etwas zu sagen. Nachdem ich meinen Schreibtisch aufgeräumt habe, gehe ich rüber zum Katzenhaus. Dort treffe ich Bernd und rede mit ihm. Natürlich auch über den Anruf. Der findet es gut mal wieder etwas von Mathias zu hören und fragt mich sofort aus was dieser gesagt hat. Ich erzähle ihm alles und er meint: „An deiner Stelle würde ich mal schauen, woher der Hund genau kommt. Du weißt ja das alles möglich ist!“

Ich stimme ihm zu meine aber, das ich genau das vorhabe. Dann sprechen wir noch darüber, was er an dem langen Wochenende, da er meine Vertretung ist, zu beachten hat, da genau dann ein Tag der offenen Tür stattfinden soll. Zwar wollte ich an dem Tag nicht frei nehmen, aber nicht nur Bernd sondern die ganze Tierheim Belegschaft hat mich überredet, endlich einmal nur Zeit für meine Familie zu nehmen.

Am Abend bespreche ich dann mit Monika und Herbert alles und nach kurzem Protest durch Monika stimmt sie doch meinem Vorhaben zu. Ich musste ihr nur sagen, das es in eine Kaserne geht wo der Hund lebt, da hörte sie zu und war bald einverstanden.

Am Freitag sind wir dann gegen 10.00 Uhr los gefahren. Bis zum Ziel sind es zwar etliche Kilometer aber wir hoffen trotzdem das wir am Nachmittag dort ankommen. Unterwegs machen wir nur eine Pause um etwas zu Essen dann geht es auch schon weiter. Gegen 18.00 Uhr kommen wir endlich an unserem Ziel an, da doch einige Staus unterwegs waren. An einer Telefonzelle hält Herbert an und ich gehe dort hin um Matjes an zu rufen. Dieser ist hocherfreut das wir schon da sind und verspricht sofort zu kommen. Ich gehe wieder zum Wohnmobil und wir warten auf Matjes.

Nur 10 Minuten später ist er da und wir begrüßen uns erst einmal. Dann folgen wir seinem Auto mit unserem Mobil bis zu seinem zu Hause. Dort angekommen verlasen wir unser Mobil und folgen Matjes in sein Wohnhaus. Dort werden wir von seiner Frau und den Kindern begrüßt. Wir gingen ins Wohnzimmer und unterhielten uns erst einmal. Als Monika müde wird, gehen auch wir zu unserem Mobil und legen uns schlafen.

Am nächstem Morgen treffen wir uns alle wieder und Frühstücken zusammen. Auch dabei wird über alles Mögliche geredet. Erst als die Kinder und Monika zum Spielen verschwinden, reden wir über den Hund der sich so eigentümlich verhält. Auch äußere ich schon einen Verdacht der mir gekommen ist, aber erst will ich den Hund sehen. Ich rufe nach Monika und als sie endlich kommt frage ich sie ob sie mit kommen will. Jedoch lehnt sie ab. Sie will lieber weiter spielen. Also fahren Herbert und ich in Matjes Auto zur Kaserne. Dort müssen wir unsere Ausweise vorzeigen und auch meine Notfalltasche wird kontrolliert. Da aber Matjes das Auto fährt, gibt es keine weiteren Probleme und wir fahren in die Kaserne. Kurz darauf haben wir das Gebäude erreicht, in dem Mathias sein Büro hat.

Als wir das Gebäude betreten wollen ist dieses verschlossen und so gehen wir zu einem weiteren Gebäude. Dabei erklärt uns Mathias das es korrekt ist, das das Gebäude verschlossen ist. Aber wir brauchen es auch nicht betreten, da der Hund bei dem Gebäude ist, auf das wir zu gehen.

Als wir zu dem Gebäude kommen sehen wir einige Männer auf einer Wiese liegen. Diese nehmen ein Sonnenbad, während andere Fußball spielen. Mathias meint dazu: „Die Soldaten haben Bereitschaft. Das heißt bei einem Alarm sind sie sofort Einsatz bereit und können schon einmal alle wichtigen Posten beziehen.“

Auf diese Männer gehen wir zu und sobald einer der Männer Mathias erkennt springt er auf und ruft laut: „Achtung!“. Dann kommt er auf uns zu und redet militärisch mit Mathias. Da dieser auch Zivil und keine Uniform an hat, nimmt er trotzdem die Rede des anderen entgegen, dann sagt er nur: „Weitermachen!“. Ich hatte mich in der Zeit umgesehen und bemerkt das alle Soldaten, egal ob am Fußball spielen oder nur faul in der Sonne liegen, aufgesprungen sind und stramm stehen.

Jedoch als Mathias sagt, das weiter gemacht werden kann, bewegen sich die Männer wieder. Mathias stellt uns einem Mann vor, der mit freiem Oberkörper vor uns steht. Dieser will sich bei mir Entschuldigen doch ich beruhige ihn und sage: „Glauben sie mir, ich habe schon öfters halbnackte Männer gesehen. Also ist es nicht schlimm das sie nur in Sporthose herum laufen. Wie steht es eigentlich bei dem Fußballspiel?“ frage ich ihn noch und nehme ihm so seine Unsicherheit mir gegenüber. Er sagt noch das es 1:1 steht, dann fragt Matjes wegen des Hundes nach.

Zusammen gehen wir nun zu einem großen Auslauf der ca. 200m2 groß ist. In dem Gelände steht ein Blockhaus und davor liegt der Hund, der „General“ heißt. Auch als wir das Gehege betreten bleibt er liegen. Sofort weiß ich das dieser Hund Trauert. Nur warum das weiß ich noch nicht.

Die anderen bleiben zurück und ich gehe alleine zu dem Hund. Als ich mich neben ihn hinsetze hebt er nur kurz den Kopf, schaut mich an und legt seinen Kopf wieder auf seine Vorderpfoten. Nun fange ich an mit ihm zu reden und schon nach kurzer Zeit schaut er mich wieder an. Ich kann in seinen Augen eine tiefe Traurigkeit erkennen und weiß sofort was der Hund hat. Da es ein Hund aus dem Tierschutz ist, muss er dort wo er war einen Freund haben und den vermisst er.

Ich wende mich an Mathias und frage ihn wo der Hund her kommt. Als er mir sagt, das der Hund aus dem benachbartem Tierheim ist, steht mein Entschluss fest. General muss sofort seinen Freund wieder haben. Ich stehe auf und sage zu General. „Komm mein kleiner! Wir holen deinen Freund!“ Kurz rede ich mit Mathias, dann sind wir unterwegs, während der Hund neben mir her läuft.

Als Mathias sein Auto aufschließt, springt der Hund sofort in den Wagen. Ich setze mich neben General und schon sind wir unterwegs zum Tierheim. Wir hoffen das es heute geöffnet hat. Während der Fahrt streichele ich den Hund der sich fest an mich presst. Als wir nach 15 Minuten auf den Parkplatz des Tierheim fahren, hat dieses geöffnet. Anscheinend wird hier ein Tag der offenen Tür abgehalten. Jedenfalls steht das auf einigen Plakaten die am Tor hängen. Jedoch sehe ich kaum Besucher die diese Gelegenheit wahrnehmen. Mir fällt auch der Grund dafür ein. Bisher hatte ich in der Stadt keine Schilder die über den Tag informieren gesehen.

Mathias nimmt General an die Leine und dieser fängt auch sofort heftig an daran zu ziehen. Mathias hat richtig Mühe den Hund zu halten so heftig zieht er. Darum gehe ich zu dem Hund und gehe vor ihm in die Hocke. Wieder fange ich an mit ihm zu reden. Als ich wieder aufstehe zieht General nicht mehr an der Leine sondern geht neben meinen Beinen. Darum nehme ich die Leine.

Nun gehen wir auf ein Gebäude zu aus der eine Frau tritt. Mathias spricht sie sofort an. Es ist die Tierheim-Leiterin und wir begrüßen uns. Da sie mir aber nur nebenbei die Hand gibt, scheint sie meinen Namen nicht zu registrieren. Mir soll es zunächst recht sein. Sie redet schon wieder mit Mathias und fragt diesen ob er den Hund zurück bringen will.

Mathias wert jedoch ab und schildert nun der Leiterin das General wohl hier einen Freund hatte den er nun vermisst. Daraufhin sagt die Leiterin: „Das kann gar nicht sein! Jeder Hund ist in seiner Box eingesperrt und hat keinen Kontakt zu den anderen. Nur wenn mit ihnen spazieren gegangen wird, sind mehrere zusammen. Aber jedes Mal sind es andere.“

Ich kann mir das nicht so vorstellen und frage nach den Katzen. Als ich erfahre das diese in kleinen Käfigen untergebracht sind platzt mir der Kragen. „Sie haben mich vorhin wohl nicht richtig verstanden! Ich bin Gerda Xxxxxxxxx und die Leiterin des Tierheim in Yyyyyyyyyy. Das was ich hier höre darf doch wohl nicht wahr sein. Kein Wunder das niemand da ist um das Tierheim zu besichtigen. Bei den Zuständen. Ich schätze mal das wenn Werbung für heute gemacht worden wäre, trotzdem keiner kommen würde. Haben sie denn noch nie etwas von den neuen Richtlinien gehört die für die Unterbringung von Tieren gelten?“

Ich redete mich richtig in Rage. Am liebsten wäre ich zu den Katzen gegangen und hätte die aus ihren Käfigen befreit. Leider weiß ich nichts über die weitere Unterbringung, aber das wird sich mit Sicherheit noch heute ändern. Schon drängele ich mich vorbei und betrete das Gebäude vor dem wir stehen. Als ich die Tür auf machen will legt sich eine Hand auf meine Schulter. Sofort weiß ich das es Herbert ist und ich beruhige mich wieder.

Die Leiterin hat mich die ganze Zeit erstaunt angesehen. Nun räuspert sie sich und sagt: „Wissen Sie, auch wir sind ein Stätisches Tierheim, genau wie ihres. Aber die Anordnung kommt von oben und ich kann nichts dagegen tun. Wenn Sie aber wollen, können Sie mit dem Verantwortlichem reden. Der sitzt bei mir im Büro!“

Sofort gehen wir beide zum Büro der Leiterin, während die Männer draußen bleiben. Als wir das Büro betreten erhebt sich von seinem Stuhl ein etwa 25jähriger Mann. Das dieser keine Ahnung von Tierhaltung hat, ist mir sofort klar. Nachdem ich mich vorgestellt habe kommen wir in ein sehr langes Gespräch, bei dem ich sogar vergesse warum ich eigentlich in dem Tierheim bin. Erst als ich aus dem Fenster sehe fällt es mir wieder ein. Denn draußen sehe ich General mit einer Katze spielen.

Auch die beiden haben das gesehen und wir gehen nach draußen. Dort begrüßt zunächst der Mann Herbert und Mathias. Dann kommen wir ins Gespräch warum General überhaupt mit der Katze zusammen sein konnte während er im Tierheim war. Doch eine Lösung hat keiner. Anschließend betreten wir alle das Katzenhaus wo die Katzen in ihren Käfigen sitzen. Da dieser Raum sehr groß ist schaue ich mich kurz um, dann steht mein Entschluss fest. Diese Tiere müssen hier und heute aus ihren Käfigen raus, denn es stehen mehrere Kratzbäume und auch Katzentoiletten in dem Raum herum.

Ich sage das dem Mann und der Leiterin und zusammen gehen wir jeder zu einem Käfig. Nachdem die Türen auf sind, passiert erst einmal nichts. Darum machen wir auch noch die restlichen dreißig Käfige auf. Dann treten wir bis zur Eingangstür zurück. Erst jetzt kommt die erste Katze aus ihrem Käfig, schaut jedoch immer wieder zu uns. Ich erkenne an ihrem Blick das sie glücklich ist aus dem Käfig zu kommen. Immer mehr Katzen verlassen nun ihren Käfig und erkunden den Raum. Die ersten gehen auch schon auf die wenigen Toiletten.

Dann kommt eine Katze auf mich zu. Sie schaut mich lange an und ich halte wie immer ihrem Blick stand. Nach einigen Minuten geht sie zu dem Mann und streift um seine Beine. Erstaunt sieht er mich an und fragt was die Katze will. Ich antworte ihm darum: „Diese Katze hat sie als neuen Dosi ausgesucht. Sie müssen sie nun mit nach Hause nehmen und Sie werden die beste Freundin haben die Sie sich vorstellen können. Aber ich empfehle auch noch eine zweite Katze mit zu nehmen. Mit Sicherheit gibt es noch eine zweite Katze die mit will.“

Während ich ihm das sage, hat er sich gebückt und ist die Katze am Streicheln. Von der Seite nähert sich eine weitere Katze und drängt sich an den Mann. Da sagt er: „Auch Du kommst mit!“ Da weiß ich, das sich in dem Tierheim alles ändern wird. Ich verspreche ihm und der Leiterin das ich Unterlagen senden werde damit sie das Tierheim entsprechend ausrüsten. Beide sind Feuer und Flamme. Er verspricht mir, gleich Montag ein Außengehege für die Hunde bauen zu lassen. Aber auch für die Katzen.

Nun wende ich mich wieder Mathias zu und er erzählt wie er zu der Katze gekommen ist. Sie wollten zum Hundegehege gehen, aber General fing auf einmal stark an zu ziehen. Darum sind sie zum Katzenhaus. Dort ist General sofort zu einem Käfig gelaufen und sie haben die Katze, da kein Mitarbeiter zu sehen war, einfach aus dem Käfig befreit Beide Hund und Katze sind dann angefangen zu toben, haben aber auch zwischendurch immer wieder geschmust.

Da sagt die Leiterin, das die beiden zusammen ins Tierheim gekommen sind. Sie sagt aber auch das es noch zwei weitere Katzen gibt die mit dem Hund abgegeben wurden. Diese beiden Katzen werden sofort von einer Mitarbeiterin geholt und General stimmt sofort ein Freudengebell an als er die beiden sieht. Auch die Katze fängt an mit den beiden zu schmusen. Alle schauen uns an und jedem wird klar, das die vier nie wieder getrennt werden dürfen. Wir reden noch etwas zusammen dann fahren wir wieder zur Kaserne. Ich sage unterwegs wie das Gehege des Hundes Katzenausbruchsicher gemacht werden kann, dann sind wir auch schon da.

Hund und Katzen werden ins Gehege gelassen dann fällt Mathias ein das kein Katzenfutter da ist. Sofort steigt er wieder ins Auto um dieses zu kaufen. Herbert und ich bleiben bei den anderen Soldaten die nun alle am Zaun des Geheges stehen und die Tiere beobachten. Auch wird immer wieder eines der Tiere gestreichelt. Ein Soldat sagt, das die Abstände im Zaun für die Katzen zu groß sind. Darum gehen er und noch drei andere Soldaten los um Material, so sagen sie, zu holen. Kurz darauf sind sie wieder da und haben mehrere Rollen Maschendraht dabei. Dieser wird nun am Zaun befestigt. Nur reicht der Draht nicht für das gesamte Gelände. Darum gehen nun fast alle Soldaten los um Holz zu suchen um die Lücken zu schließen.

Noch während sie unterwegs sind, kommt Mathias wieder. Sein ganzes Auto ist mit Futter, Kratzbäumen, Toiletten und weiteres Material beladen. Er hat richtig viel Geld für die Katzen ausgegeben. Zunächst helfen nun die Soldaten mit alles ins Gehege zu bringen und stellen auch die Kratzbäume Regensicher auf. Nach zwei weiteren Stunden intensiver Arbeit sind wir fertig. Wir beobachten noch eine Zeitlang die Tiere, dann fahren wir wieder zum Haus von Mathias.

Am nächsten Tag fahren Herbert und ich wieder nach Hause. Wir versprechen am Tag der Übergabe der Einheit wieder da zu sein. Mathias sagt dazu, das wir eine Einladung bekommen werden. Diese Einladung ist schon am Donnerstag in der Post und Herbert und ich freuen uns schon auf das Treffen.

Zweieinhalb Wochen später sind wir wieder bei Mathias. Wir kommen am Abend an und nachdem wir uns Begrüßt haben reden wir etwas zusammen. Dann kommt er auf die Übergabe zu sprechen. Er erklärt genau den Ablauf und wo wir auch stehen sollen. Nachdem alle Unklarheiten beseitigt sind, inzwischen ist es nach Mitternacht, begeben Herbert und ich uns in unserem Wohnmobil. Mathias hat leider keinen Platz im Haus, da er schon im Umzugsstress ist und die meisten Möbel abgebaut sind. Schon am Montag werden die Möbel abgeholt und zu seinem neuen Standort gebracht.

Am anderen Tag stehen wir auf einer erhöhten Plattform die extra für die Zuschauer errichtet wurde. Herbert steht neben mir und ist fleißig am Fotografieren. Natürlich hat er vorher gefragt ob er das darf Genehmigung vom Kasernenkommandanten, da ansonsten in der Kaserne ein Fotografier verbot herrscht. Jetzt bekam er aber die schriftliche Genehmigung vom Kasernenkommandant.


Dann ist es soweit, nachdem viele Reden gehalten wurden und Mathias auch befördert worden ist. Nun ist er Oberst. Dann kann man natürlich kein Bataillon befehligen. Nachdem dieses nun alles geschehen ist tritt Mathias nun an das Mikrofon und gibt das Kommando: „Bataillon stillgestanden! Begrüßen Sie nun unseren Bataillonshund General und seine Freunde!“

Nun traten vier Soldaten aus einem Zelt. Jeder hatte ein Tier an der Leine und langsam gehen sie an den Soldaten vorbei. Anschließend drückte Mathias alle vier Leinen dem neuen Kommandeur in die Hand. Dieser reicht die Leinen mit den Tieren an einen anderen Mann weiter und trat dann zum Mikrofon: „Erst als mir dieses Kommando übergeben wurde, das war vor ein paar Tagen, heute ist nur die offizielle Übergabe, erfuhr ich von den Tieren. Ich war ganz erstaunt um welche Tiere es sich handelt. Drei Katzen und ein Hund und diese sind die besten Freunde. Ich konnte es erst nicht glauben, aber nachdem ich hier hingekommen bin wurde ich vollkommen überzeugt. Auch erfuhr ich die Geschichte dahinter wie diese Freundschaft möglich ist. Euer alter Kommandeur sagte es mir und klärte mich auch über die Person auf, die das ermöglicht hat. Ich freue mich diese Person und ihren Mann heute hier begrüßen zu dürfen. Frau Gerda und Herr Herbert Xxxxxx, würden Sie bitte zu mir kommen.“

Nun sind Herbert und ich doch erstaunt das unser Name überhaupt genannt wurde. Jedoch gehen wir schnell zu der Bühne auf der die Soldaten stehen. Als wir dort ankommen werden wir vom neuen Kommandeur begrüßt, dann tritt er wieder ans Mikrofon: „Frau Gerda Xxxxxx ist schon Ehrengefreiter des Bataillons in YYYYYYYYYYY. Meine Herren Stillgestanden! Hiermit befördere ich Frau Gerda Xxxxxxxx zum Ehrengefreiten des Heeres! Rührt euch!“

Dann übergibt er mir die Ernennungsurkunde und setzt seine Rede fort. Noch etwa fünf Minuten redet er, dann ist die Veranstaltung vorbei. Alle Offiziere treffen sich anschließend im Offizierskasino und dort wird noch lange geredet. Auch muss ich nun schildern was damals in Mathias Kaserne vorgefallen ist. Alle hören zu und keiner unterbricht mich, obwohl die Soldaten viele Fragen haben. Diese werden aber erst nach meinen Schilderungen gestellt. Spät am Abend sind wir wieder bei Mathias zu Hause und fahren am nächsten Tag wieder zurück.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #362
Mykotoxikose

Endlich ist Feierabend und ich fahre mit dem Rad nach Hause. Ich freue mich richtig auf diesen Feierabend, denn heute haben Herbert und ich unseren dritten Hochzeitstag. Auch meine Eltern sind zu diesem Tag eingeladen worden. Ich befinde mich kurz vor unserem Haus als mich Herbert überholt. Laut hupend fährt er mit seinem Auto an mir vorbei und ich hebe meine rechte Hand um ihn zu grüßen.

Nachdem Herbert in unsere Straße eingebogen ist, hält er sofort an und wartet auf mich. Als ich bei ihm ankomme sagt er zu mir: „Deine Eltern haben mich angerufen! Vor 19.00 Uhr dürfen wir nicht zu Hause sein. Stell bitte dein Rad ab und wir fahren erst einmal in die Stadt und schauen uns bis dahin Schaufenster an.“
Ich stelle mein Rad an einen Baum, schließe es ab und steige in das Auto. Sofort gibt Herbert wieder Gas und schon nach fünf Minuten sind wir in der Innenstadt. Dort stellt Herbert das Auto auf einen Parkplatz und wir machen einen Schaufensterbummel. Um kurz vor 19.00 Uhr geht Herbert in eine Telefonzelle um zu telefonieren. Nur kurz telefoniert er, dann ist er aufgeregt am Winken.

Sofort zwänge ich mich auch in die Zelle und während Herbert eine Nummer wählt, sagt er mir das der Tierarzt angerufen hat und es sehr wichtig ist. Ich sehe aber, das er nicht die Nummer des Tierarzt wählt, sondern eine ganz andere Nummer. Nachdem am anderen Ende abgenommen wird, sagt er seinen Namen und verlangt den Tierarzt zu sprechen. Dann reicht er mir den Hörer.

Nachdem ich mich gemeldet habe, ertönt die Stimme des Tierarzt: „Hallo Gerda! Es tut mir leid das ich stören muss. Aber kannst Du schnell kommen. Ich habe hier einen Hund der anscheinend eine Vergiftung hat. Nur weiß keiner woher. Die Vergiftung scheint ganz langsam angefangen zu haben. Schon vor 5 Tagen fing der Hund an zu brechen. Heute spuckt er Blut und es geht ihm wirklich sehr schlecht.“

Sofort sage ich mein Kommen zu und frage nach der Adresse. Nachdem ich diese verlassen habe, gehen Herbert und ich schnell zu unserem Auto und sind bald unterwegs zu der Adresse. Das Haus liegt außerhalb der Stadt und wir brauchen etwa 45 Minuten bis dorthin. Unterwegs erzähle ich Herbert was mir der Tierarzt am Telefon gesagt hat. Sofort fangen wir an zu raten was es für eine Vergiftung sein kann die der Hund hat. Doch wir finden beide keine Lösung.

Dann sind wir beide bei dem Haus. Es scheint etwa 150 Jahre alt zu sein oder in dem Stil gebaut worden zu sein. Jedoch tippe ich darauf das es schon so alt ist. Als wir zum Eingang gehen kommt uns der Tierarzt entgegen. Noch einmal schildert er den Zustand des Hundes, dann betreten wir das Haus. Sofort fällt mir der muffige Geruch auf den das Haus verströmt. Dann öffnet der Tierarzt eine Tür und wir betreten das Wohnzimmer.
In dem Wohnzimmer befinden sich außer dem Hund der auf der Couch liegt, noch eine Frau von etwa 35 Jahren sowie ein etwa gleichaltriger Mann. Außerdem auch noch zwei Kinder im Alter von etwa 10 und 8 Jahren. Gleich auf den ersten Blick fällt mir auf, das auch die Kinder krank aussehen.

Ich mache Herbert darauf aufmerksam und auch er meint, das hier etwas nicht stimmen kann. Nachdem wir uns vorgestellt haben, fragt er sofort nach einem Telefon. Nachdem er erfahren hat wo eins steht geht er sofort zu dem Apparat. In der Zeit frage ich zunächst was der Hund hat. Genau lasse ich mir erklären welche Symptome der Hund hat. Nun erfahre ich, das der Hund das erste Mal vor etwa 5 Tagen gebrochen hat. Zwar hat er immer wieder etwas gefuttert, aber das blieb nicht lange in dem Hund. Auch Trinken hat er sehr schnell wieder aus gebrochen. Seit heute Morgen hat er nur noch apathisch auf dem Sofa gelegen.

Während die Frau mir das erzählte, beobachtete ich sie ganz genau. Denn auch sie schien krank zu sein. Auch ihr Mann zeigte dieselben Verhaltensmuster. Langsam machte ich mir doch ernste Gedanken über die Familie. Doch ich kümmerte mich erst um den Hund und hörte ihn ab. Sofort fiel mir das rasselnde Geräusch der Lungen auf. Sollte ich mich irren und der Hund nur eine Lungenentzündung haben? Doch als ich mir noch einmal die Familie anschaute, war ich wieder anderer Meinung.

In diesem Moment kam Herbert von seinem Anruf wieder zurück. Er flüsterte mir ins Ohr: „Ich habe die Vermutung das die ganze Familie vergiftet ist. Darum habe ich den Rettungsdienst angerufen der auch bald hier sein wird.“ Ich hatte inzwischen denselben Verdacht, doch zunächst muss ich wissen woraus die Vergiftung besteht. Da ich hier nichts weiter machen kann, gebe ich dem Hund eine Stärkungsspritze. Als ich sie gesetzt habe fällt mein Blick zufällig in eine Ecke des Raumes. Es scheint so als wenn alles in der Ecke schwarz ist.

Ich mache Herbert darauf aufmerksam, jedoch bevor er nachschauen kann, klingelt es an der Tür. Sofort geht er los und kommt nach kurzer Zeit mit einem Notarzt und zwei Rettungssanitätern zurück. Das Ehepaar und auch dessen Kinder sind ganz erstaunt. Nur der Tierarzt nicht, denn den hatte Herbert schon informiert. Sofort kümmert sich der Notarzt um das jüngste Kind. Schon nach kurzer Zeit sieht er sich das zweite an und bald darauf die Frau und den Mann.

Anschließend wendet er sich an Herbert: „Das war vollkommen richtig, das sie uns gerufen haben! Anscheinend handelt es sich tatsächlich um eine Vergiftung. Die Familie muss sofort ins Krankenhaus damit wir feststellen können wovon sie vergiftet wurden.“

Als er das sagt, fällt mir wieder der dunkle Fleck in der Ecke des Raumes auf. Sofort gehe ich dort hin und schaue mir den Fleck genauer an. Es ist ein Schimmelfleck! Ich frage den Mann ob es noch mehr Flecken im Haus gibt und als er mir sagt, das es im ganzen Haus diese Flecken gibt und auch der Keller fast ganz schwarz ist, weiß ich was für eine Vergiftung vorliegt. Es ist eine Mykotoxikose.

Eine Mykotoxikose ist eine Schimmelpilz Vergiftung hervorgerufen durch vergammelte Lebensmittel. Da ich aber nicht annehme das die Familie wissentlich mit Schimmel befallene Lebensmittel verzehrt frage ich die Frau wo sie, außer im Kühlschrank, Lebensmittel aufbewahrt. Nun erfahre ich, das es in der Küche eine Speisekammer gibt. Sofort geht Herbert dort hin und ruft aus der Küche: „ Hier im Raum ist alles voller Schimmelpilze.“

Nun geht alles sehr schnell. Die Familie wird in zwei Rettungswagen geladen. Den zweiten Wagen hatte der Notarzt zwischenzeitlich gerufen. Der Hund kommt in Herberts Wagen und der Tierarzt verschließt das Haus. Herbert und ich sind schon unterwegs zum Tierheim.

Dort angekommen holt Herbert Wäsche die ich hier immer in einem Schrank liegen habe aus dem Büro und ich verschwinde damit in einen Lagerraum und ziehe mich um. Die Sachen die ich vorher an hatte, stecke ich alle in einen Plastiksack. Als ich nun den Behandlungsraum betrete, der Hund liegt schon auf einem Tisch, verlässt Herbert sofort den Raum und fährt nach Hause. Auch er will sich umziehen und anschließend mit meinem Wagen zurückkommen. Auch dann bringt er mir Wäsche mit zum Wechseln.

Nun kümmere ich mich um den Hund und entnehme ihm zunächst etwas Blut. Dazu fülle ich vier kleine Spritzen mit dem Blut des Hundes. Anschließend rufe ich in dem für uns zuständigem Labor an und erkläre dem dort tätigen Arzt worum es geht. Er verspricht sobald das Blut des Hundes da ist, dieses zu Untersuchen. Anschließend rufe ich ein Taxi und als es da ist, erkläre ich der Fahrerin worum es geht und bezahle auch schon einmal die Fahrt. Sofort macht sie sich auf den Weg.

Nun schaue ich in einem Sachbuch nach, welche Schäden eine Schimmelpilzvergiftung alles anrichten kann. Es sind: Schädigung des Nerven und Immunsystems, Leber und Nierenschäden, allergische Reaktionen können erfolgen und sie ist Krebserregend. Nun suche ich die passenden Medikamente heran, lege einen Anschluss bei dem Hund und gebe ihm die benötigten Medikamente.

Gerade ist das erledigt als mein Telefon klingelt. Es ist das Labor und dieses teilt mir mit, um welchen Schimmelpils es sich genau handelt. Jetzt kann ich die Medikamente genau anpassen und ich stelle dabei fest, das die Dosis die ich schon gegeben habe, zu gering ist. Aber noch einmal was nachgeben werde ich auch nicht. Erst beim nächsten mal wird der Hund die richtige Dosis bekommen. Anschließend kommt er auf die Quarantänestation. Dort liegt er alleine in einem Zimmer und erst wenn der letzte Schimmelpilz aus seinem Fell entfernt ist, darf er zu den anderen.

Kurz darauf ist auch Herbert wieder da. Ich gehe schnell unter die Dusche und ziehe dann die Sachen an, die Herbert mitgebracht hat. Anschließend fahren wir nach Hause und feiern dann endlich unseren Hochzeitstag.
Gleich am nächsten Morgen schaue ich wieder nach dem Hund und gebe ihm seine Medikamente. Bevor ich jedoch zu dem Hund bin, habe ich mir einen Schutzanzug so wie ihn auch Maler haben, angezogen. Da dieser Anzug ein Einmalanzug ist, wird er anschließend sofort in den Müll geworfen.

Nachdem es dem Hund etwas besser geht, wird er gebadet um auch den Schimmelpilz aus seinem Fell zu bekommen. Das wird nun mehrmals gemacht, bis ich sicher bin, das das Fell keine Pilze mehr enthält. Erst drei Wochen später darf er die Quarantänestation verlassen. Sofort freundet er sich mit den anderen Hunden an und hat auch bald eine feste Freundin. Mit dieser ist er von da an immer am Kuscheln.

Auch die Familie erholte sich vollkommen von der Vergiftung, nur die Nieren des Hundes mussten weiter behandelt werden. Das Haus der Familie, sie hatten es erst vor ein paar Wochen gekauft da war es aber schon mit dem Schimmelpilz befallen, wurde abgerissen und die Familie errichtete ein neues Haus. Beide Hunde wurden nach etwa 6 Wochen von der Familie abgeholt.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #363
5 Jahre Tierheimleiterin

Morgen bin ich seit 5 Jahren die Leiterin unseres Tierheimes. In dieser Zeit ist viel passiert. Unsere Krankenstation ist inzwischen Ausgestattet wie in einer Tierklinik. Alle möglichen Geräte wurden angeschafft. Natürlich meistens nur Geräte die von anderen Ausgesondert wurden, weil die sich neue beschafft haben. Das ist unter anderem das alte Röntgengerät des Tierarzt, aber auch ein Gerät welches Blutwerte auswertet und auch sofort die Ergebnisse ausdruckt. Beide Geräte habe ich schon sehr oft genutzt. Die Wartungskosten für beide Geräte werden von den Spendern übernommen.

Am meistens habe ich mich aber darüber gefreut, als mir mitgeteilt worden ist, das im nächsten Jahr ein Neubau errichtet und dafür das alte Katzenhaus abgerissen wird. Hier befindet sich auch unsere Krankenstation. Nur muss ich planen wie trotzdem der Betrieb weiter gehen soll. Denn während der Bauphase muss der Betrieb der Krankenstation weiter gehen. Einen vorläufigen Bauplan habe ich auch schon bekommen. Daraus geht hervor, das der Neubau etwa 150m2 größer wird wie der alte und über zwei Stockwerke gehen wird. Etwaige Änderungen können aber noch durchgeführt werden, ins besonders von uns.
Aus diesem Grund habe ich Bernd herbei gerufen. Er ist meine Vertretung, da Frau K…… krankheitshalber nicht mehr im Tierheim arbeitet. Sie war bis vor drei Monaten meine Vertretung. Gerade ist der Kaffee durchgelaufen und ich nehme die Kanne von dem Gerät und kippe den Kaffee in eine Isolierkanne. Dann gehe ich zum Tisch der zusätzlich in meinem Büro steht.

Bernd schaut sich gerade den Bauplan an und als ich Kaffee in seine Tasse kippe, schaut er nur kurz auf, dann vertieft er sich wieder in den Bauplan. Auch ich gieße mir Kaffee ein und setze mich dann in den zweiten Sessel. Eine weitere Tasse steht noch auf dem Tisch, denn auch der Tierarzt will dazu kommen, damit wir vernünftig planen können.

Ich sitze gerade als der Tierarzt die Bürotür öffnet. Wie immer ohne an zu klopfen. Er grüßt uns beide dann setzt er sich in den anderen Sessel und gießt sich auch erst einmal Kaffee ein. Nachdem er einen Schluck getrunken hat, schaut er sich ebenfalls den mit Plan an.

Nach ein paar Minuten sagt er dann: „Ist eigentlich nicht schlecht. Unten große Räume und oben die kleineren. Aber trotzdem finde ich die Aufteilung nicht gut. Schau mal hier Gerda! Da ist der OP hier unten geplant, der eigentliche Behandlungsraum aber oben. Der Röntgenraum ist ebenfalls oben, sowie die Intensivräume. Nee, also ich würde sagen, das muss alles nach unten. Dafür können die ganzen Lagerräume nach oben. Außerdem kann der Aufenthaltsraum oben eingerichtet werden. Hier unten sollten eigentlich nur die Krankenstation nebst Nebenräumen und das eigentliche Katzenhaus sein. Der Rest kann nach oben!“
Auch Bernd ist derselben Meinung. Ich habe mir bisher den Plan nicht richtig angeschaut, mache das jetzt aber. Auch ich komme zu demselben Ergebnis. Sofort ändert Bernd die vorgeschlagene Aufteilung der Räume. Auch reden wir über die Größe der einzelnen Abteilungen. Auch hier führen wir Änderungen durch, die sofort in den Plan eingearbeitet werden.

Bevor wir fertig sind, klingelt mein Telefon. Ich stehe auf und gehe zu dem Apparat. Nachdem ich abgenommen und mich gemeldet habe ertönt die Stimme von der Frau des Tierarzt: „Ah! Gut das Du gleich dran bist, Gerda! Vorhin hat die Autobahnpolizei angerufen. Es hat auf der Bahn einen schweren Unfall gegeben. Albert soll sofort dahin aber ich glaube es ist besser Du fährst auch mit! Jetzt gib mir bitte Albert.“

Ich reiche dem Tierarzt den Hörer und hole schon einmal meine Notfalltasche heran. Auch den Schlüssel für unseren Bulli nehme ich vom Haken. Dann warte ich auf den Tierarzt der gerade den Hörer wieder auflegt.
Als er sich umdreht sagt er: „Da hat es einen Auffahrunfall mit mehreren PKW gegeben. Es sollen etwa 20 PKW sein. Zum Glück ist kein LKW beteiligt. Aber es sind mindestens drei Hunde und zwei Katzen beteiligt. Also nehme genug Verbandmaterial mit. Ich mache schon einmal den Bulli fertig und bin auch gleich da.“ Dann stürmt er nach draußen, jedoch habe ich noch immer den Schlüssel des Bulli in der Hand. Kurz darauf ist der Tierarzt wieder da und lässt sich den Schlüssel geben. Bernd und ich sind nur am Grinsen!

Auch ich gehe nun zum Katzenhaus und lege noch einiges an Verbandmaterial aber auch einige Medikamente in eine Kiste. Nachdem das erledigt ist, nehme ich sie hoch und gehe zum Bulli. Dieser steht schon vor dem Katzenhaus und der Tierarzt legt gerade einige Tragekörbe in den Wagen. Ich stelle die Kiste mit dem Material in den Wagen, dann steige ich auf der Beifahrerseite ein. Der Tierarzt schwingt sich auf den Fahrersitz und startet den Motor. Dann fährt er los.

Nachdem er die Hauptstraße erreicht hat, fährt er darauf etwa 100 Meter, dann biegt er in einen Feldweg ein. Ich weiß das dieser Weg direkt zu einem Parkplatz an der Autobahn führt. Dort befindet sich jedoch eine Schranke die verschlossen ist. Darauf weise ich jetzt erst mal den Tierarzt hin, aber er sagt nur: „Was meinst Du wie viele Freunde ich bei dem Straßendienst der Autobahn habe? Natürlich habe ich mir einen Schlüssel für das Schloss an der Schranke nachmachen lassen. Also haben wir damit kein Problem. Ich hoffe nur, das die Bahn ganz gesperrt ist, denn wir müssen etwa 2 Kilometer gegen den Strom fahren. Aber vielleicht haben wir Glück!“

15 Minuten später sind wir bei der Schranke und der Tierarzt springt aus dem Wagen. Schnell öffnet er das Schloss an der Schranke und öffnet diese. Sofort kommt er zurück zum Wagen und schwingt sich wieder auf den Sitz. Anschließend fährt er zur Einfahrt des Parkplatzes. Aber hier läuft der Verkehr. Aber an der Einfahrt steht ein Einsatzfahrzeug der Polizei. Direkt daneben hält der Tierarzt an und springt wieder aus dem Wagen. Dann redete er mit einem der Beamten und schon nach kurzer Zeit greift dieser zu seinem Funkgerät und spricht hinein.

Es dauert nicht lange und es kommt kein Fahrzeug mehr aus der Richtung des Unfalls. Wieder steigt der Tierarzt in den Bulli und er folgt sofort hinter dem Einsatzwagen, der mit eingeschaltetem Blaulicht vor uns her fährt. Dabei sagt er: „Ich kenne die beiden auch. Darum ging es so einfach. In zwei Minuten sind wir da!“
Schon sehe ich die Unfallstelle. Inzwischen ist die linke Spur freigeräumt und dort wird im Moment der Verkehr gestoppt. Dann sind wir an der Stelle und der Tierarzt stellt den Bulli gleich in die richtige Fahrtrichtung ab. Dazu wendet er kurz vor dem Unfall und fährt dann die letzten Meter Rückwärts.

Nachdem der Wagen steht steigen wir beide aus dem Bulli und laufen zu den Fahrzeugen. Die beiden Beamten die vor uns her gefahren sind, holen in der Zeit die Materialkiste und die Körbe aus dem Bulli und bringen dieses zu uns. Neben der Unfallstelle liegen zwei Katzen und drei Hunde am Fahrbahnrand zu denen wir sofort gehen.

Während der Tierarzt sich um den ersten Hund kümmert, untersuche ich die erste Katze. Aber diese hat nur den Schock ihres Lebens erhalten wie ich feststelle. Auch bei der zweiten Katze ist es so. Beide Katzen kommen sofort in Transportkörbe. Dann gehe ich zum Tierarzt. Der ist schon den dritten Hund am Untersuchen. Er teilt mir mit, das die beiden anderen Hunde ebenfalls nur einen Schock haben. Der dritte Hund hat nur einen Hinterlauf gebrochen der schnell stabilisiert wird. Auch die drei Hunde werden in Körbe gelegt und werden von zwei Beamten in den Bulli getragen.

Nachdem die Katzen und die Hunde im Bulli sind, wollen wir sofort wieder los fahren und steigen in den Bulli. Aus irgendeinem Grund schaue ich in den Spiegel der Beifahrerseite und sehe einen Mann der heftig am Winken ist. Sofort verlasse ich den Wagen wieder, nehme meine Tasche und laufe dem Mann entgegen. Als ich ihn erreiche sagt er, ganz außer Atem: „Gott sei Dank, das ich sie noch erwische. Dahinten ist noch ein verletztes Tier. Jedenfalls ist ein leises Jaulen aus einem völlig zerstörtem Wagen zu hören!“

Sofort gehe ich mit dem Mann mit und auch der Tierarzt folgt. Er trägt die Kiste mit dem Material. Ein Beamter, der uns folgt, hat einen Tragekorb für Hunde. Wir müssen nur etwa 100 Meter laufen dann hält der Mann bei einem Transit. Dieser ist vorne und hinten schwer beschädigt. Er muss mit hoher Geschwindigkeit auf seinen Vordermann aufgeprallt sein. Aber auch der Hintermann konnte wohl nicht mehr rechtzeitig bremsen. Denn sein Heck ist bis zur Schiebetür an der Seite verformt.

Aus diesem Wagen kann ich nun auch das leise jaulen eines Tieres hören. Sofort versuche ich durch die Türen in den Wagen zu kommen, aber alle sind stark verzogen so das sie nicht mehr auf gehen. Auch ein Blick durch den Fahrerraum zeigt mir nur, das dort eine Metallwand ist. Also habe ich auch von dort keine Möglichkeit in den Laderaum zu kommen.

Als neben mir der Tierarzt auftaucht sage ich zu ihm: „Albert! Fahr schnell mit den anderen Tieren zum Tierheim und schicke anschließend Bernd mit dem Bulli wieder hier hin.“ Der Tierarzt versteht, er dreht sich um und läuft schnell zum Bulli.

Ich rede mit einem der Polizisten und sage ihm, das ich in den Wagen muss. Dieser schaut mich groß an und als er meine Notfalltasche sieht, greift er sofort zu einem kleinen Funkgerät. Er spricht mit einem anderen Beamten und ich höre nur die Frage, ob dort die Frau Gerda X…. ist! Ich nicke ihm zu und sofort kommen mehrere Kommandos über Funk. Kurz darauf stellen zwei Beamte die Materialkiste und die restlichen Körbe bei mir ab.

Zwei Minuten später hält ein Feuerwehrwagen neben mir und heraus springen sechs Mann. Einer der Männer fragt mich, was los ist und als ich ihm das gesagt habe, wird sofort ein Gerät aus dem LKW geholt. Mit diesem Gerät kann man auch Türen öffnen die total verklemmt sind. Zwar ist die Tür dann total kaputt, aber man kann in das Fahrzeug.

Endlich ist die Tür einen Spalt auf. Jedoch kann ich noch immer nicht in den Wagen. Da sagt ein etwa 15jähriger Junge aus dem Kreis der Neugierigen zu uns: „Also ich passe da durch, wenn mir jemand hilft.“ Ich schaue mir den Jungen genau an und bin auch der Meinung das er durch den Spalt passt. Darum gebe ich meine Zustimmung. Ich rede mit dem jungen während er von der Feuerwehr einen Kombianzug bekommt und diesen anfängt an zu ziehen. Im Anschluss wird wieder die Bahn komplett gesperrt, da jetzt auch einige Männer auf der freien Fahrspur stehen.

Der Junge tritt auf das Fahrzeug zu, wird von mehreren Männer hochgehoben und mit den Füßen zuerst in den Wagen gelassen. Er passt ganz knapp durch die Lücke. Bevor er ganz in dem Wagen verschwindet greifen zwei Feuerwehrleute nach seinen Armen und lassen ihn langsam in den Wagen.
Dann ruft er: „Alles klar! Ich stehe auf dem Boden. Reicht mir nun vorsichtig erst einmal eine Lampe runter!“ Einer der Männer reicht durch das Loch eine Lampe in den Wagen und schon nach kurzer Zeit hören wir wieder die Stimme: „Hier sind zwei Hunde die festgebunden sind. Ich brauche ein Messer damit ich die Leinen durchschneiden kann, denn die knoten sind zu fest und richtige Haken sind nicht an der Leine und auch nicht an den Halsbändern.“

Sofort reicht einer der Männer ein Messer in den Wagen und schon kurz darauf ruft der Junge: „Jetzt kommt der erste Hund. Er scheint nichts zu haben. Jedenfalls springt er mich immer wieder an.“ Kurz darauf wird ein Schäferhund Welpe aus dem Wagen gereicht. Sofort greifen zwei Männer zu und heben den Hund ganz aus dem Auto. Dann kommen sie sofort zu mir und ich taste den Hund erst einmal ab. Da ertönt auch schon wieder die Stimme: „Jetzt brauche ich aber eine Trage! Der andere Hund ist verletzt. Er blutet stark am Kopf! Auch scheint etwas nicht mit seinem Rücken zu stimmen, denn immer wenn ich ihn hochheben will, knurrt er mich an.“

Sofort rufe ich in den Wagen, das der Hund auf keinen Fall bewegt werden darf. Auf ein „OK“ des Jungen wende ich mich an den Einsatzleiter der Feuerwehr. „Ich muss in den Wagen. Egal wie! Meinetwegen reißt die Tür heraus.“ Kurz schaut er mich an dann gibt er seine Kommandos. Ein Drahtseil wird um den Teil gewickelt in dem sich die Heckscheibe befindet und das andere Ende an einem Einsatzfahrzeug. Auch ein dickes Stück Leder wird zwischen Drahtseil und Blech der Tür gelegt. Dann treten wir alle ein Stück zurück und das Einsatzfahrzeug fährt langsam zurück.

Immer größer wird die Lücke und nach ein paar Augenblicken springt die Tür ganz auf. Sofort bremst der Fahrer des anderen Autos und fährt wieder vor, wobei auch die Tür wieder etwas zu geht. Jetzt laufe ich wieder zu dem Unfallwagen und schaue zunächst durch die nun halbwegs offene Tür. Der Junge sitzt vorne an der Zwischenwand und bei ihm liegt ein Schäferhund. Da dieser Hund erheblich grösser ist wie der Welpe vermute ich, das es die Mutter ist.

Nun klettere ich ganz in den Wagen und bin auch sehr schnell bei den beiden. Zunächst bedanke ich mich bei dem Jungen, dann kümmere ich mich schon um den Hund. Dieser ist ohne Bewusstsein, so das eine Spritze gegen Schmerzen zunächst nicht sein muss. Ich schaue den Jungen fragend an und er sagt mir, das der Hund erst vor etwa vier Minuten sein Bewusstsein verloren hat. Vorsichtig taste ich nun den Hund ab. Zunächst am Kopf, da er dort die heftig blutende Wunde hat. Doch ich kann nichts feststellen. Darum hole ich aus meiner Tasche, die ich natürlich bei mir habe, Verbandmull hervor und lege dem Hund einen Verband um. Dann schaue ich nach seinen Pfoten aber dort kann ich nichts feststellen. Vorsichtig taste ich auch seinen Rücken ab und finde sofort die dicke Beule an seiner Wirbelsäule.

Als eine Bewegung neben mir entsteht schaue ich hoch. Es ist Bernd der neben mir kniet. Sofort sieht er was los ist und er geht wieder zur Tür. Dort sagt er, das sofort eine stabile Trage aus unserem Auto geholt werden muss. Kurz darauf wird diese in den Wagen gereicht und nachdem die Trage neben dem Hund liegt, heben wir drei zusammen den Hund an. Bernd und ich schieben nun die Trage mit unseren Beinen ganz unter den Hund. Dann schnallt Bernd den Hund fest.

Als das erledigt ist nehme ich die Tragegriffe und gehe zur Tür. Ich passe zwar da durch, aber nicht die Trage. Draußen sagt der Einsatzleiter zu einem anderen Feuerwehrmann: „Hol die Flex! Die Tür muss ganz raus. Frau Doktor, gehen Sie wieder in den Wagen zurück. Wir schneiden die Tür ganz raus!“

Kurz darauf höre ich schon wie die Flex an der Tür angesetzt wird. Nach einigen Minuten werden wir aufgefordert nun den Wagen zu verlassen. Jetzt geht es ohne Schwierigkeiten. Schnell laufen wir zu unserem Bulli und auch der junge läuft neben uns her. Als wir beim Bulli ankommen sagt Bernd zu dem jungen das er schnell den Tisch, dieses ist ein normaler Campingtisch, aus dem Wagen holen soll. Als der Tisch durch den jungen neben uns aufgebaut ist, legen wir den Hund mitsamt der Trage vorsichtig auf diesen ab.

Nun höre ich den Hund zunächst ab, kann jedoch nichts ungewöhnliches feststellen. Als ich ihn noch einmal abtaste stelle ich wieder die Beule auf seinem Rücken fest. Als ich hochsehe erkenne ich, das alle die nicht bei dem Unfall benötigt werden um uns stehen. Schnell trete ich nun zu unserem Bulli und entnehme der Materialkiste noch einige Verbände. Bernd versteht sofort was ich vorhabe und zusammen mit drei anderen Männern hebt er die Trage an, so das ich den Hund nun fest auf der Trage stabilisieren kann. Zur Sicherheit bekommt der Hund auch noch eine leichte Narkose. Dann wird die Trage in den Bulli verladen und an den vorgesehenen Stellen dort festgemacht. Auch der Welpe kommt in einen Käfig der auf der Ladefläche steht.
Bevor wir losfahren bedanke ich mich noch einmal bei dem jungen. Dieser will von mir wissen wo die Hunde nun hinkommen. Also gebe ich ihm eine Karte des Tierheim aus der auch hervorgeht, das dort eine Tier Nothilfe Station ist. Er bedankt sich ebenfalls und verspricht bald bei uns vorbei zu kommen.

Dann fährt Bernd los und da vor und hinter uns jeweils ein Polizeifahrzeug mit vollem Konzert her fährt, sind wir schnell beim Tierheim. Dort wird der Hund, aber auch der Welpe, sofort aus dem Wagen geholt. Der Welpe wird sofort auf die Hundestation gebracht, wo er zunächst alleine in eine Box kommt. Um ihn kümmere ich mich später.

Der verletzte Hund kommt ins Behandlungszimmer. Dort höre ich ihn noch einmal ab, dann wird geröntgt. Beim Auswerten stelle ich fest, das der Hund keinen Bruch hat. Sowohl der Kopf ist in Ordnung, außer der blutenden Wunde die ich mit fünf Stichen nähe, als auch die Wirbelsäule ist nicht gebrochen. Nur hat er dort einen großen Bluterguss. Sonst nichts! Also bekommt von mir eine Spritze gegen Schmerzen. Mehr nicht, denn der Hund soll von allein wieder wach werden.

Jeden Tag kommt der junge, sein Name ist Toni, zu uns ins Tierheim. Er wohnt in der Nachbarschaft wie er sagt, und besucht die beiden Hunde. Es hat sich herausgestellt, das die beiden zu einer Versuchsstation gebracht werden sollten, die im nahen Ausland liegt. Ich lasse sie aber nicht mehr aus unserem Tierheim. Auch als die Betreiber des Labors zu mir kommen, gebe ich die Hunde nicht heraus, sondern informiere die Polizei. Diese ist auch sehr schnell da und kümmert sich um die Herren. Seitdem habe ich Ruhe vor denen, denn anscheinend wollen sie sich nicht mit mir anlegen.

Nach drei Monaten kommt Toni mit seinen Eltern zu uns und sie nehmen beide Hunde zu sich nach Hause.


Nachtrag:

Zwei Jahre später macht Toni ein Praktikum bei uns im Tierheim und fängt dann im Zoo eine Ausbildung zum Tierpfleger an. Nachdem er mit der Ausbildung fertig ist, studiert er Tiermedizin und ist ein sehr guter Tierarzt in unserer Nachbarstadt.
 
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In der Badeanstalt

Es ist Samstag. Wir haben herrliches Wetter mit Temperaturen von 30 Grad im Schatten. Darum bin ich heute Nachmittag mit meiner 8jährigen Tochter zur Badeanstalt gefahren. Herbert konnte heute nicht mitkommen, da er auf einer Tagung ist. Um Monika brauche ich mir keine Sorgen machen. Sie ist eine ausgezeichnete Schwimmerin. Schon seit zwei Jahren ist sie in der Schwimmriege des Sportvereins und in der Jugendabteilung die beste.

Trotzdem schaue ich immer wieder wo sie gerade ist. Natürlich ist sie im Schwimmerbecken, aber auch sehr oft bei den Nichtschwimmern. Dort spielt sie dann mit ihren Freundinnen. Ich habe mich in die Nähe der Schwimmbecken hingesetzt und zwar im Schatten eines Baumes. Auch war ich schon mehrmals im Wasser und habe meine Runden gemacht. Dann hat immer Karin, eine gute Freundin, nach Monika aber auch zu ihrem Kind geschaut. Die Tochter von Karin kann aber auch sehr gut schwimmen. Auch sie ist in der Schwimmabteilung.

Ich sitze schon zwei Stunden mit Karin zusammen, als ich zufällig meinen Blick zu einem Zaun werfe der um die Badeanstalt gezogen ist. Dieser Zaun ist etwa 150m entfernt. Trotzdem erkenne ich den großen Hund der dort liegt. Aber auch die Bewegung neben ihm kann ich schwach erkennen. Jedenfalls meine ich, dort eine Bewegung zu erkennen.

Ich mache Karin darauf aufmerksam und sie schaut auch zu dem Zaun. Auch sie erkennt den Hund, jedoch eine Bewegung kann sie nicht erkennen. Ich wende mich wieder ab und schaue nach Monika. Doch immer wieder sehe ich zum Zaun hin. Der Hund ist aufgestanden und ist am Bellen. Jedenfalls nehme ich das, aufgrund der Bewegungen die er macht, an. Dann scheint er neben sich im Gras zu schnuppern.

Wieder wende ich mich ab, jedoch werde ich unruhig. Irgendwas muss der Hund haben. Als ich wieder hinsehe, steht der Hund ganz dicht am Zaun. Es scheint so als würde er mich fixieren. Was natürlich über die Entfernung nicht möglich ist. Nun senkt der Hund seinen Kopf und er scheint wieder an etwas zu schnuppern. Als er seinen Kopf danach hebt, scheint er etwas im Maul zu haben. Wieder habe ich das Gefühl, das mich der Hund fixiert. Langsam werde ich unruhig. Dann steht meine Entscheidung fest! Ich muss zu dem Hund. Das sage ich zu Karin, nehme meine Tasche, auch deswegen ist meine Freundin immer wenn ich im Wasser war, bei den Sachen geblieben, und gehe schnell auf den Hund zu.

Bei uns in der Badeanstalt gibt es auch mehrere Sportplätze. Man kann Federballspielen, oder Handball. Nur Fußball ist nicht erlaubt. Jetzt laufe ich auf ein Volleyballfeld zu. Direkt dahinter ist der Zaun. Ich will dieses Spielfeld schon umgehen als mich einer der Spieler sieht. Sofort schreit er: „Stopp, Gerda scheint Arbeit zu haben!“ Das Spiel wird sofort unterbrochen und alle Spieler schauen mich an. Ich sage nur: „Danke“ und laufe über das Spielfeld.

Dann bin ich am Zaun. Direkt dahinter ist der Hund und er bellt mich an. Dann läuft er wenige Meter zur Seite und hebt etwas hoch. Da das Gras hier sehr hoch ist, konnte ich vorher nicht sehen, das etwas im Gras gelegen hat. Nun erkenne ich eine kleine Katze. Auch bellt der Hund nun wie verrückt und läuft immer in eine Richtung, kommt aber sofort zum Zaun zurück. Ich muss auf die andere Seite des Zaunes und schaue mich um. Ein paar Meter weiter scheint eine Tür im Zaun zu sein. Darauf gehe ich zu und greife zur Klinke. Jedoch ist das Tor abgeschlossen.

Ich bin verzweifelt! Da legt sich eine Hand auf meine Schulter und als ich mich umsehe, erkenne ich ein Mitglied der DLRG, die hier in der Badeanstalt die Aufsicht hat. „Was ist los?“ will er wissen. Schnell erkläre ich es ihm und nachdem er einen Blick auf den Hund geworfen hat, nimmt er ein Funkgerät, welches er im Badehosenbund hat, zur Hand. Dann spricht er hinein und als sich die Gegenstation meldet, erzählt er, was hier los ist. Auch sagt er in das Funkgerät: „Ich brauche sofort den Schlüssel für das Schloss hier im Zaun. Es gibt hier hinter dem Zaun einen Notfall!“

Das es sich bei dem Notfall um Tiere handelt, sagt er nicht. Ich schaue ihn dankbar an, doch er sagt: „Ich weiß wer Sie sind. Auch meinen Hund haben sie schon einmal gerettet. Sie wissen es doch noch? Es war Klara!“ Nur kurz bin ich am überlegen, dann fällt mir Klara wieder ein.

Klara habe ich zwei Jahre vorher kennen gelernt. Es war schon später Nachmittag als ein junger Mann mein Büro betrat. Auf dem Arm hatte er einen kleinen Beagle der schwer am Atmen war. Der junge Mann erklärte mir, das er zusammen mit dem Hund am Joggen war, als dieser plötzlich umgefallen ist. Er war schon beim Haus des Tierarzt aber dort war nur die Frau anwesend und die hatte ihn zum Tierheim geschickt. Nicht ohne zu erwähnen, das dort eine TÄ arbeitet. Natürlich habe ich Klara sofort untersucht. Dabei stellte ich dann fest, das Klara einen Herzfehler hat und darum solche Strecken nicht mehr laufen kann. Natürlich bekam sie von mir die erforderlichen Medikamente und nach nur drei Tagen durfte sie wieder zu ihrem Besitzer. Nur musste Klara regelmäßig zum Tierarzt, was der Besitzer auch machte. Trotzdem ist Klara vor drei Monaten verstorben. Sie lag eines Morgens in ihrem Korb und war Tod.

Nun erkannte ich auch den jungen Mann wieder, aber so bin ich nun mal. Ich erkenne meistens erst das Tier und dann den Besitzer. Nun unterhalte ich mich mit Werner, so heißt der Besitzer von Klara. Dabei sagt er mir auch, das er im Herbst, wenn das Bad geschlossen worden ist, wieder einen Hund zu sich holen will. Natürlich aus unserem Tierheim.

Dann kommt ein weiterer Mann auf uns zu gelaufen. Als er bei uns ist, reicht er Werner den Schlüssel und will wissen was denn los ist. Jedoch nimmt Werner den Schlüssel, läuft zum Tor und schließt dieses auf. Auch ich begebe mich zum Tor. Als dieses endlich auf ist, laufe ich zu dem Hund.

Wieder schnuppert er im Gras und sofort schaue ich nach, was er da eigentlich an schnuppert. Sofort erkenne ich das Kätzchen. Dieses scheint erst ein paar Tage alt zu sein. Sofort höre ich die kleine ab. Doch ich kann nichts feststellen, außer das das Tier höchstens vier Tage alt ist.

Ich wende mich an den Hund und frage ihn, wo der Rest ist. Werner nimmt das kleine Kätzchen auf den Arm. Als der Hund losläuft, folgen Werner und ich dem Hund. Hinter der Badeanstalt ist ein großes Waldgebiet und darauf läuft der Hund zu. Auch der andere Mann folgt uns. Er scheint neugierig zu sein, denn immer wieder fragt er was los ist. Doch keiner gibt ihm eine Antwort. Werner und ich folgen stumm dem Hund.

Nachdem wir einige Minuten dem Hund gefolgt sind, verschwindet dieser in einem Busch. Werner bricht sofort Zweige von dem Busch ab, da dieser sehr dicht ist. Als genug Zweige abgerissen sind, schaue ich in das Gebüsch. Mit Schrecken erkenne ich eine Katze die noch fünf andere Kitten geboren hat, aber auch eine Hündin die fünf Welpen geboren hat. Die Kitten saugen im Moment bei der Hündin, während die Welpen alle am schlafen sind.

Die Hündin und auch die Katze schauen mich beide ängstlich an. Darum gehe ich zunächst in die Hocke, dann fange ich an mit den beiden zu reden. Dabei halte ich ihnen meine Hände hin, an denen auch beide schnuppern. Während sie das machen kommt Werner näher und legt das sechste Katzenkitten bei der Hündin an. Dann fragt er mich was nun passieren soll. Ich antworte daraufhin: „Lauf zur Badeanstalt zurück und rufe im Tierheim an. Sie sollen sofort mit dem Bulli nach hier kommen und das ganz große Besteck mitbringen. Auch wenn die sagen das keiner weg kann, es sind nur drei Mitarbeiter da, soll dann aber einer kommen. Helfer finde ich mit Sicherheit dann hier.“

Werner nickt mit dem Kopf und spricht sofort in sein Funkgerät. Der andere Mann sagt: „Bleib Du hier Werner! Ich bin schneller wie Du. Außerdem studierst Du doch Tiermedizin und dein Wissen kann vielleicht schon helfen!“ Nach diesen Worten dreht er sich um und äing sofort an sehr schnell in Richtung Badeanstalt zu laufen.

Werner schaut mich an: „Der kennt dich wohl nicht, habe ich das Gefühl! Aber recht hat er. Schließlich bin ich schon im sechsten Semester und fange bald das Probejahr in einer TK an. Also! Wo kann ich helfen Gerda?“ Ich weiß natürlich nicht das Werner am Studieren ist, trotzdem bin ich froh das er da ist. Ich sage ihm was er zunächst machen kann. Das ist Abhören aller Tiere, während ich mich schon um die Katzenmutti kümmern werde.

Dazu gebe ich ihm mein Stethoskop und wende mich dann zu der Katzenmutti. Zunächst taste ich sie ab, kann jedoch nichts Ungewöhnliches feststellen. Darum lasse ich mir von Werner mein Stethoskop geben und höre die Katze ab. Sofort höre ich den stark erhöhten Herzschlag. Darum bekommt sie von mir ein Herzstärkungsmittel.

Kurz darauf kommt der andere Mann zurück. Er hat auf unseren Bulli gewartet und ist anschließend mitgefahren um nach hier zu kommen. Schnell werden alle Tiere in den Bulli verladen und nachdem das erledigt ist, fahre ich natürlich mit zum Tierheim. Werner verspricht mir das er Karin und Monika informieren wird, dann fahren wir los.

Als wir beim Tierheim ankommen werden alle Tiere sofort in den Behandlungsraum gebracht. Da alle schon untersucht worden sind, Werner hat sehr gut gearbeitet, spare ich mir das alles und kümmere mich zunächst um die kranke Katze. Ihr geht es nach meiner Spritze schon viel besser. Darum untersuche ich sie nun genauer. Aber ich stelle nur fest, das sie durch die Geburt der sechs Kitten total erschöpft ist. Darum bekommt sie auch noch eine Aufbauspritze von mir.

Inzwischen sind die kleinen Katzen wieder am mauzen. Anscheinend haben sie Hunger. Die Mutti ist aber noch nicht in der Lage ihre Kitten zu versorgen. Darum lasse ich schnell zwei andere Mutterkatzen mit ihren kleinen holen. Ich hoffe, das nun auch die kleinen der schwachen Mutti versorgt werden. So ist es auch! Sobald die zwei Muttis die kleinen sehen, werden diese angenommen und können nun Katzenmilch trinken.

Ich lege die Mutti zwischen die anderen beiden und nun fängt sie an zu schnurren. Dann steht sie auf und köpfelt die beiden anderen Muttis. Anschließend fällt sie wieder um wie ein nasser Sack. Sofort bin ich bei ihr, aber es ist nur die Erschöpfung. Ich hole etwas zu futtern und zu trinken und versorge sie damit. Nur ganz kleine Stücke ist sie am Futtern und immer wieder macht sie kleine Pausen während sie Trinkt und Futtert. Dann legt sie sich wieder hin und ist kurz darauf am Schlafen. Noch einmal schaue ich nach den anderen Katzen, aber die sind alle in Ordnung.

Nun schaue ich auch noch einmal nach der Hundemutti und ihren Welpen, aber auch hier ist alles klar. Ich verlasse den Raum, die Türen schließe ich aber nicht und gehe zu den Mitarbeitern die Dienst haben. Kurz rede ich mit denen, dann bitte ich darum wieder zur Badeanstalt gebracht zu werden.

Als ich dort ankomme ist Monika noch immer mit der Tochter von Karin am Spielen. Ich bedanke mich bei Karin und da diese nun wissen will, was denn los war, erzähle ich ihr von dem Vorgefallenden. Daraufhin sagt mir Karin: „Also Monika hat gar nicht mitbekommen das Du weg warst. Aber ich werde nun doch bald in dein Tierheim kommen und mir vielleicht eine Katze aussuchen.“ Daraufhin sage ich ihr: „Eine Katze gibt es nicht, sondern mindestens zwei! Denn Katzen brauchen einen Kameraden!“

Noch etwa 30 Minuten erzähle ich ihr warum Katzen bei uns nur zu zweit abgegeben werden, dann kommt Monika endlich aus dem Wasser. Kurz darauf, es ist fast 18.00 Uhr, fahren wir nach Hause.
Am Sonntag fahre ich zum Tierheim um nach den Tieren zu sehen. Bei meinem Eintreffen sind alle Tiere in einem Raum und liegen in ihren Körben. Besonders der Hund der mich geholt hat wird natürlich ausgiebig gestreichelt. Dabei sehe ich auch nach ob er eine Tätowierung hat, doch das ist nicht der Fall. Auch die anderen Tiere sind nicht Tätowiert.

Nach etwa 6 Monaten werden alle Tiere, da sich kein Besitzer gemeldet hat, vermittelt. Karin holt sich zwei Katzen aus dem Wurf der Mutti und Werner nimmt die beiden großen Hunde zu sich. Alle anderen Tiere kommen nur paarweise in gute Hände.
 
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Zwei Hunde in der Falle

Herbert und ich sind an diesem Wochenende mit dem PKW unterwegs. Es geht mal wieder zu seinen Eltern. Dort wollen sie den Berufsaustieg feiern, da sie sich endlich zur Ruhe gesetzt haben. Das wurde aber auch langsam Zweit, denn beide sind schon über 70 Jahre alt. Auch der Zahnarzt der nun die Praxis übernommen hat soll anwesend sein. Herbert ist schon ganz gespannt auf den Kollegen.

Wir haben die Autobahn schon verlassen und fahren nun über eine Bundesstraße. Es sind noch etwa 20 Km die wir fahren müssen. Zwar lese ich im Moment mal wieder eine Tierwissenschaftliche Abhandlung die auch sehr interessant ist, trotzdem schaue ich in den letzten 10 Minuten des Öfteren hoch.

Als ich wieder einmal hochsehe erkenne neben der Straße einen Hund auf einer eingezäunten Weide. Dieser scheint den Straßenverkehr zu beobachten. Als er unser Auto sieht steht er auf. Ich habe das Gefühl das er mir direkt in die Augen schaut. Sein Blick ist irgendwie ganz traurig.

Während wir an der Weide vorbei fahren drehe ich mich immer weiter um, bis ich den Hund nicht mehr sehen kann. „War da was?“ will Herbert wissen, jedoch sage ich nur: „Da war nur ein Hund auf der Weide.“ Herbert nickt mit dem Kopf, dann schweigt er. Ich fange wieder an zu lesen, jedoch merke ich mir den nächsten Kilometerstein, außerdem schweifen meine Gedanken immer wieder zu dem Hund.

30 Minuten später sind wir bei Herberts Eltern und ich vergesse den Hund. Auch Herberts Schwester mit ihrem Mann ist da. Später soll auch noch der neue Zahnarzt zu uns stoßen. Auf den sind sowohl Herbert als auch ich neugierig. Auch Claudia, Herberts Schwester, ist neugierig.

Als es um etwa 20.30 Uhr klingelt schauen wir alle zur Wohnzimmertür. Gerda, Herberts Mutter, ist sofort aufgestanden und zur Tür gegangen. Wir hören einige Stimmen, dann betritt der neue Zahnarzt mit seiner Frau das Zimmer. Er stellt sich allen vor, denn bisher ist er nur Gerda und Walter bekannt.

Der neue Zahnarzt heißt Günter und die Frau von ihm Ivone. Er hat sehr viel Humor denn in den nächsten Stunden müssen wir doch oft lachen, wenn er über sich erzählt. Er hat als bester seines Jahrganges das Studium abgeschlossen und dann erst 5 Jahre in einer Zahnklinik gearbeitet. Erst im letzten Jahr hat er angefangen sich Gedanken darüber zu machen eine eigene Praxis zu gründen. Darum hat er sich auf die Suche begeben und ist hier fündig geworden.

Ausgerechnet als er hier in der Stadt war, hat er sich einen Zahn abgebrochen und ist natürlich sofort zum ZA. Das war dann die Praxis von Walter. Bei einem Gespräch während der Behandlung erfuhr er dann, das die Praxis einen Nachfolger sucht und so hat er sich unter dem Bohrer entschieden genau diese Praxis zu übernehmen. Bei seinem letzten Satz mussten doch alle herzhaft lachen.

Gegen 23.30 Uhr verabschiedet sich Günter wieder und auch Herbert und ich gehen bald auf Herberts altes Zimmer. Viel hat sich seit der Jugendzeit von Herbert nicht verändert. Noch immer stehen dieselben Möbel in dem Zimmer und auch das Bett ist noch dasselbe. Aber bei uns ist es genau dasselbe. Seit Monika zu ihrem Kai nach Bayern gezogen ist, haben wir ihr Zimmer auch nicht mehr verändert.

Als Herbert und ich im Bett sind, schläft er sehr schnell ein. Ich jedoch kann einfach nicht einschlafen. Denn nun kommt mir der Hund auf der Weide wieder in den Sinn. Immer wieder sehe ich seinen traurigen Blick vor meinem geistigen Auge. Etwa 30 Minuten liege ich so, dann steht mein Entschluss fest. Muss sofort zu der Weide und schauen ob der Hund noch da ist!

Leise stehe ich auf und kleide mich an. Doch als ich gegen einen Stuhl stoße ist Herbert sofort wach. Verschlafen fragt er mich: „Wo willst Du denn hin, Gerda?“ Ich sage ihm daraufhin, das ich zu dem Hund will, der auf der Weide war. „Hat das nicht bis nach dem Aufstehen Zeit?“ fragt er nun, ist aber schon hellwach. Denn er kennt mich. Wenn ich etwas vorhabe, mache ich es auch, egal was es ist und wer gerade vor mir steht.

„Ich muss es jetzt machen!“ antworte ich. „Warte! Ich ziehe mich schnell an, dann fahren wir!“ sagt er nun und steht sofort auf. Schnell kleidet er sich auch an, sucht nur kurz den Autoschlüssel, dann gehen wir leise aus dem Zimmer. Walter muss jedoch einen sehr leichten Schlaf haben, denn auf einmal geht die Schlafzimmertür auf und er schaut durch die geöffnete Tür. „Wo wollt ihr denn jetzt hin, mitten in der Nacht?“ Schnell erkläre ich es ihm und er schließt wieder die Tür um sie aber sofort wieder zu öffnen. „Wartet, wir kommen mit! Acht Augen sehen mehr wie vier.“

Herbert und ich gehen schon zu unserem Auto und warten nun auf Gerda und Walter. Schon nach kurzer Zeit kommen sie aus dem Haus und steigen bei uns ein. Herbert fragt mich noch wo das etwa war und als ich ihm den Kilometerstein nenne ist er doch etwas erstaunt. Aber er kennt mich und mein Gedächtnis.

Nun wollen auch Gerda und Walter wissen was denn genau los ist. Ich erzähle ihnen warum Herbert und ich nachts um 1.00 Uhr unbedingt irgendwo hinfahren wollen. Beide meinen, das wir den Hund wohl nicht finden werden in dieser Nacht, denn da Neumond ist, ist es natürlich sehr dunkel.

Wir brauchen, da in der Nacht kaum Verkehr herrscht, nur 20 Minuten bis zu dem Kilometerstein. Im Scheinwerferlicht des Autos erkennt Herbert eine Einfahrt zu der Wiese die nur einige Meter weiter ist. Langsam fährt Herbert zu der Einfahrt und biegt in diese ein. Da er jetzt die Fernscheinwerfer an hat und das Licht daraus über die Wiese streicht, erkennen wir alle sofort den Hund. Er sitzt noch immer an derselben Stelle und steht wieder auf.

Sofort, als der Wagen steht, steige ich aus dem Wagen. ich mache die Taschenlampe, die ich aus meiner Tasche genommen habe, an und gehe zu dem Zaun. Auch Herbert und Walter die zu mir kommen, haben jeweils eine Taschenlampe an. Nur Gerda ist ohne Lampe. Herbert öffnet das Weide Tor und da keine weiteren Tiere auf der Weide sind, lässt er dieses einfach auf. Ich laufe schon zu dem Hund, den ich im Licht der Taschenlampe erkenne.

Als ich bei ihm ankomme erschrecke ich doch, denn neben ihm liegt noch eine Hündin. Beide hängen mit ihren Hinterpfoten in Tellereisen fest. Das sind Fallen die aus zwei gezahnten Bügeln bestehen und nur mit großer Mühe von Hand gespannt werden können. Wenn nun ein Tier in diese Fallen tritt, schnappen zwei Bügel die von starken Federn bedient werden, zu. Dadurch werden die Tiere nicht nur sehr schwer verletzt, sondern sie können sich auch nicht mehr aus eigener Kraft befreien.

Sofort reiche ich meine Lampe an Gerda weiter, die inzwischen auch da ist. Natürlich auch die beiden Männer. Alle drei sind Entsetzt was sie da sehen, denn diese Art Falle ist in Deutschland nicht zulässig und seit 1934 verboten. Auf einmal bemerke ich, ein rotierendes Blaulicht. Als ich hochsehe erkenne ich ein Polizeifahrzeug welches bei unserem Auto steht. Auch Herbert hat das gesehen und er gibt seine Lampe an Walter ab, dann läuft er schnell zu dem Polizeifahrzeug.

Ich kümmere mich nun um die Hunde. Zunächst streichele ich dem stehenden Hund über den Kopf, mit der anderen Hand drücke ich leicht auf seinen Rücken. Das ich dabei Rede ist klar. Der Hund begreift auch sofort und legt sich hin. Dabei ist er leicht am jaulen. Dann kümmere ich mich erst einmal um die Hündin. Als ich zu ihrer Pfote sehe erkenne ich sofort, das sie viel Blut verloren hat und bewusstlos ist. Doch zunächst höre ich sie ab. Ich höre einen leichten Herzschlag, der aber schon sehr schwach ist. Da die Hündin aber sehr dick ist, höre ich zur Sicherheit auch ihren Bauch ab. Und richtig! Ich kann mindestens 5 verschiedene Herzschläge hören. Also ist die Hündin trächtig, was natürlich die Behandlung stark einschränkt, denn Schmerzmittel oder gar eine Narkose sind jetzt erst einmal nicht möglich. Trotzdem bekommt sie zunächst eine Herzspritze, mehr aber erst einmal nicht.

Als ich einmal hochsehe, da es auf einmal sehr viel heller wird, erkenne ich die beiden Polizisten die starke Handscheinwerfer halten. Auch höre ich schon mehrere Martinshörner näher kommen. Einer der Beamten reicht nun seinen Handscheinwerfer an Herbert weiter und er bückt sich zu mir. Dann greift er zu der Falle die den Hund festhält. Langsam, mit großer Kraftanstrengung, öffnet er die Falle soweit das ich den Fuß des Hundes aus der Falle befreien kann. Dasselbe macht er bei der Hündin.

Nun steht der Hund wieder auf, kommt zu uns und bevor der Beamte es verhindern kann, leckt er ihm durch das Gesicht. Dasselbe macht er bei mir. Alle die dabei sind müssen lachen als der Hund sich beim Beamten bedankt, denn inzwischen stehen drei Feuerwehrautos, ein Rettungswagen und ein Notarztwagen auf der Straße und die Männer und eine Frau stehen um uns herum, haben uns aber nicht gestört.

Nun fragt mich die Frau, nachdem sie gesagt hat das sie die Notärztin ist, was denn eigentlich los ist, während einer der Beamten Herbert fragt wie er den Hund denn von der Straße aus sehen konnte. Herbert erklärt, das wir den Hund schon vor ein paar Stunden gesehen haben und ich nicht schlafen konnte. Darum ist dann die ganze Familie wieder hier hin gefahren. Ich beantworte die Fragen der Notärztin. Als sie fragt was nun geschehen soll sage ich ihr: „Jetzt müssen die Hunde sofort behandelt werden, denn mit Sicherheit sind sie durch die Fallen sehr stark verletzt. Auch wenn der Hund stehen kann, aber sehen Sie selbst. Er steht nur auf drei Beinen:“

Nun schaut die Ärztin zu dem Hund der neben uns auf drei Beinen steht. Auch jetzt ist er leicht am jaulen. Sofort gibt die Ärztin einige Kommandos und die beiden Rettungssanitäter laufen zu ihrem Fahrzeug. Dort holen sie zwei Tragen heraus und kommen sofort wieder zu uns. Dann legen sie sehr vorsichtig die Hündin auf die eine Trage und der Hund geht selber zur anderen Trage wo er sich hinlegt. Sofort heben sie eine Trage hoch und die andere Trage wird von zwei Feuerwehrmännern hochgehoben. Damit gehen die vier zu dem Rettungswagen und schieben diese in das Fahrzeug.

Auch ich steige die zwei Stufen hoch und betrete den Rettungswagen. Herbert und die Rettungsärztin kommen ebenfalls in den Wagen. Dann wird die Tür von außen geschlossen. Ich kümmere mich inzwischen um die Hündin. Durch den hohen Blutverlust ist ihr Herzschlag noch immer stark erhöht. Die Hündin braucht sofort eine Bluttransfusion oder erst einmal, als erste Maßnahme, Blutersatzstoff, also Kochsalzlösung damit der Bluthaushalt wieder etwas ausgeglichen wird.

Ich frage die Ärztin ob sie mir die Kochsalzlösung geben kann, da ich weiß, das diese Lösung im Rettungswagen vorhanden ist. Sehr erstaunt bin ich als sie sagt: „Sie können alles benutzen was in diesem Wagen vorhanden ist. Ich werde das verantworten, aber da mein Mann der Einsatzleiter in dieser Nacht ist, dürfte es keine Schwierigkeiten geben. Wissen Sie, ich habe selber zwei Hunde und wenn ich das hier sehe, bekomme ich einen sehr dicken Hals. Machen Sie Frau Doktor! Ich heiße im übrigen Caroline!“

Mit diesen Worten reicht sie mir ihre Hand die ich sofort nicht nur aus Dankbarkeit ergreife. Dabei nenne auch ich meinen Vornamen. Als ich diesen genannt hatte, sagte sie zu mir: „Die beiden alten Herrschaften habe ich schon erkannt. Das sind meine Zahnärzte. Sie erzählten mir einmal von ihrer Schwiegertochter die zwar keine TÄ im eigentlichen Sinne ist, aber genau so handeln darf. Ich nehme an das Du diese Schwiegertochter bist und der Mann daneben ist dein Ehemann Herbert.“ „Genau die bin ich, aber jetzt wollen wir erst die Hunde versorgen. Willst Du helfen?“ frage ich sie. „Natürlich! Ich freue mich schon!“ gibt sie zur Antwort.

Dann kümmern wir uns zunächst um die Hündin. Da bei dem Hinterlauf der Knochen gebrochen ist, richtete ich sehr vorsichtig, damit ich der Hündin nicht zu große Schmerzen hat, die Pfote und verbinde ihn anschließend. Da die Hündin trächtig ist, passe ich die Medikamente, die sie bekommt an ihren Zustand an. Der Hund bekommt eine leichte Narkose und ich richte schnell die Pfote. Anschließend bekommt auch er einen Verband. Immer geht mir die Ärztin zur Hand. Herbert braucht diesmal nicht helfen, obwohl er es wollte.
Nachdem die beiden Tiere versorgt sind fragt mich Caroline: „Wo soll ich die Tiere nun hinbringen? Ich nehme an zur nächsten TK. Diese befindet sich aber 40 Kilometer von hier entfernt. Aber wie wäre es mit unserem Tierarzt. Das ist mein Bruder der dich auch vom Hörensagen kennt.“

Ich frage noch wie er ausgestattet ist, denn wir brauchen ein Röntgengerät, und als sie mir sagt das alles da ist, machen wir uns auf den weg. Vorne im Wagen sitzen die beiden Rettungssanitäter, der Wagen fährt mit vollen Konzert wenn es nötig ist, und hinten bei den Hunden sind Caroline und ich. Herbert und dessen Eltern folgen mit unserem Pkw. Erst dahinter fährt der Notarztwagen, ebenfalls mit vollem Konzert. Die Feuerwehr die dahinter fährt fällt immer weiter zurück, so schnell wird gefahren. Nach kurzer Zeit geht auch bei denen das Blaulicht aus.

Etwa 10 Minuten später fährt der Wagen auf einen Parkplatz. Als der Wagen hält wird sofort von außen die Tür aufgemacht und ein Mann sagt: „Hallo ihr schönen! Ich meine nicht die Hunde! Sofort mit den Tieren in den Behandlungsraum!“ Während er mir seine Hand reicht sagt er auch noch: „Hallo Gerda! Schön dich kennen zu lernen! Ich bin Michael! Grüß dich Herbert!“ Auch mein Mann ergreift die Hand, dann packen beide bei einer Trage an und bringen diese in den Behandlungsraum.

Die beiden Rettungssanitäter die ebenfalls eine Trage ins Haus bringen stellen sich an die Seite und warten was nun passiert. Der erste Hund wird unter Röntgengerät gelegt und Michael macht mehrere Aufnahmen von ihm. Als er fertig ist, kommt der zweite Hund dran. Anschließend entwickele ich die Aufnahmen.
Nachdem das erledigt ist, betrachten wir die Aufnahmen. Beide Hunde haben die Pfote, mit der sie in die Falle geraten waren, gebrochen. Bei dem Hund der gestanden hat, ist der Bruch schon korrekt gerichtet. Über den Verband wird ein dünner Gipsverband gelegt, dann kommt die Hündin dran.

Noch einmal höre ich sie ab, dann bekommt auch sie einen Gipsverband. Erst am Nachmittag will der Tierarzt entscheiden ob eine Transfusion gemacht wird. Ich bin einverstanden, dann kommen die Hunde in einen Raum. Anschließend sitzen wir uns ins Büro des Tierarzt und reden etwa 45 Minuten zusammen. Auch Herbert und seine Eltern nehmen an dem Gespräch teil. Natürlich werden bei diesem Gespräch auch der Tierarzt und die Ärztin zur Feier durch Walter eingeladen. Anschließend fahren wir wieder nach Hause. Da die Nacht schon vorbei ist, inzwischen ist es 6.00 Uhr, fährt Walter zum Bäcker um Brötchen zu holen. Herbert und ich fahren schon zum Haus der Eltern.

Am Abend findet die Feier in einem nahen Lokal statt. Es sind etwa 100 Personen gekommen. Auch Caroline und Michael sind mit ihren Angehörigen dabei. Lange unterhalte ich mich mit Michael und er sagt mir auch woher er meinen Namen kennt: „Vor kurzem habe ich in einer alten Tierarzt-Zeitung geblättert und da ist mir ein Artikel aufgefallen über Tierarzt-Helferinnen die handeln dürfen wie ein Tierarzt. Auch dein Name wurde dabei genannt und das Du immer eine prall gefüllte Tasche mit dir herum schleppst. Als meine Schwester dann anrief, da war sie gerade bei den Hunden eingetroffen, und mir sagte das am Ort eine TÄ ist, die eben jene Tasche hat, da wusste ich das kannst nur Du sein und ich habe sofort gesagt das die Hunde zu mir können. Im Übrigen habe ich der Hündin keine Transfusion gegeben da schon die Lösung gereicht hat.“

Noch lange reden wir an diesem Abend, beteiligen uns aber auch bei den anderen Gesprächen. Es wird sehr spät in der Nacht und als Herbert und ich ins Bett fallen ist es schon fast 5.00 Uhr. Erst am Spätnachmittag fahren wir wieder nach Hause, machen aber den kleinen Umweg zu Michael. Den Hunden geht es den Umständen entsprechend. Beide Hunde freuen sich als sie Herbert und mich sehen. Nach etwa 30 Minuten fahren wir endgültig wieder los.

Immer gegen Mittag hat Michael mich dann angerufen und mir den Gesundheitszustand der beiden Hunde mitgeteilt. Zwei Wochen später bekam die Hündin 5 Welpen. Alle 7 Hunde durften zunächst beim Tierarzt bleiben und kamen erst nach 6 Wochen in ein Tierheim von wo sie auch nach weiteren drei Monaten vermittelt wurden. Caroline nahm die Hündin und den Hund zu sich, der Tierarzt behielt selber einen der Welpen. Alle anderen wurden unter den Feuerwehrleuten vermittelt.

Im Übrigen bedankte sich Michael noch einmal bei mir. Als ich ihn fragte warum, sagte er: „Seit deinem Auftritt bei den Hunden habe ich doppelt so viele Patienten. Erst recht als die Leute erfuhren, das mitten in der Nacht den beiden Hunden geholfen wurde. Den Fallensteller hat man auch ermittelt, es war der Bauer. Er wollte damit Wildschweine von seinen Feldern abhalten. Der Bauer hatte noch 6 andere Fallen aufgebaut, diese aber sofort entfernt als er von den Hunden erfahren hat. Selbst die Behandlungskosten hat er komplett übernommen. Demnächst wirst Du deinen Anteil davon bekommen.“ Dieses wollte ich nicht, aber Michael bestand darauf und schon zwei Tage später ging auf das Konto des Tierheim dieser Betrag ein. Auch der Bauer spendete einen hohen Betrag für unser Tierheim.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #366
Denelly

Wieder ist ein langes Wochenende. Jedoch haben Herbert und ich diesmal beschlossen nicht mit dem Wohnmobil weg zu fahren, sondern einfach Mal ein ruhiges Wochenende zu haben. Wir wollen nur etwas spazieren gehen, aber jeden Abend wieder zu Hause sein. Ansonsten will Herbert sich um unseren Garten kümmern.

Denn der Rasen ist schon sehr hoch. Natürlich wollen wir nicht heute am Freitag wo Feiertag ist, in den Garten, sondern erst Morgen. Auch ich werde dann mal meine Blumenbeete bearbeiten und Unkraut entfernen, vielleicht ein paar neue Blumen pflanzen, aber auch das Gemüsebeet bearbeiten. Dort habe ich Bohnen, Salat, Gurken und auch einige Reihen mit Kartoffeln angepflanzt.

Heute wollen wir es ganz ruhig angehen lassen. Erst einen Schaufensterbummel in der Stadt, dann soll es zum Ausflugslokal gehen welches etwa 20 Kilometer von unserem Ort entfernt ist. Dort wollen wir gegen etwa 16.00 Uhr eintreffen, Kaffee und Kuchen zu uns nehmen und anschließend noch im nahen Wald etwas spazieren gehen.

Es ist 9.30 Uhr und Herbert und ich machen uns auf den Weg zu unserem Schaufensterbummel. Bis zur Innenstadt ist es etwas weit, darum fahren wir mit dem Bus dorthin. Im Bus treffen wir viele bekannte Gesichter und schnell kommt ein Gespräch zwischen uns auf. Als der Bus in der Innenstadt hält, steigen fast die meisten der Mitfahrer aus.

Herbert und ich gehen mit zwei Ehepaaren durch die Fußgängerzone wo wir vor vielen Geschäften stehenbleiben und die Auslage betrachten. Besonders vor Fotoläden bleiben wir länger stehen, weil Herbert sich genau die Auslage anschaut. Auch heute hat er seine Fotoausrüstung dabei und ich natürlich meine Notfalltasche. Schon bald verabschieden sich unsere Bekannten, weil sie auch noch wo anders hinwollen und so gehen Herbert und ich alleine weiter.

Es ist etwa 14.30 Uhr als wir uns wieder in den Bus setzen und nach Hause fahren. Nun wollen wir zu dem Ausflugslokal. Nachdem wir den Bus verlassen haben, gehen wir zu unserem Haus und Herbert holt das Auto aus der Garage. Als er neben mir hält, steige auch ich ein und langsam fährt Herbert los.

Es ist 15.40 Uhr als wir bei dem Lokal ankommen. Wie immer ist der Parkplatz sehr gut belegt, aber wir finden noch einen Parkplatz. Kaum haben wir unseren Wagen verlassen und gehen in Richtung des Restaurants als ein Hund an uns vorbei läuft. Dicht gefolgt von einem etwa 8jährigem Mädchen. Ein kleiner Junge in demselben alter kommt zwischen den Autos hervor gelaufen und rennt mich fast um. Sofort entschuldigt er sich bei mir und läuft dann hinter dem Mädchen und dem Hund hinterher.

Ich muss lächeln und sage zu Herbert: „Ein sehr gut erzogener Junge. Das sieht man selten in der heutigen Zeit.“ Herbert gibt mir Recht und wir gehen weiter auf das Restaurant zu. Als wir es betreten stellen wir fest das es doch sehr voll ist. Aber schon kommt Mechthild, eine Bedienung in dem Restaurant, auf uns zu. „Hallo Herbert, Hallo Gerda! Ich bringe euch zu einem Platz. Folgt mir einfach!“

Wir gehen hinter Mechthild, die wir schon seit Jahren kennen, hinterher und können uns auch schon bald an einen freien Tisch setzen. Zwar ist noch das Geschirr vorhanden von den Leuten die vorher hier gesessen haben, aber Mechthild fängt sofort an, dieses ab zu räumen. Ohne das wir etwas bestellt haben, bringt uns Mechthild den Kaffee und für jeden zwei Stück Kuchen. Sie weiß, das wir immer Kaffee und Kuchen, hier die Tagesempfehlung, nehmen. Auch weiß sie, das wir immer zwei Stück des Kuchens nehmen. Wir trinken unseren Kaffee und essen den Kuchen.

Nachdem wir beides vertilgt haben bezahlt Herbert die Rechnung und wir verlassen wieder das Restaurant. Auf dem Weg kommen uns wieder der Hund und auch die beiden Kinder entgegen. Gerade ist der Hund an uns vorbei, als ich einen dumpfen Knall höre. Sofort drehe ich mich um und sehe den Hund neben einem geparkten Auto liegen. Der Hund rührt sich nicht mehr. Auch kann ich keine Atembewegung mehr erkennen.

Sofort gehe ich zu dem Hund der nur einige Meter neben mir liegt. Als ich mich bücke sind auch das Mädchen und der Junge da. Beide lasse ich sofort von Herbert weg bringen. Die beiden sollen ihre Eltern holen. Doch sie wollen nicht und Herbert redet auf die beiden ein. Dann drehen sich beide um und laufen zum Restaurant.
Währenddessen kümmere ich mich schon um den Hund. Ich muss wissen, warum dieser vor das Auto gelaufen ist, was nun eine Beule in der Tür hat. Also muss der Hund in vollem Tempo dagegen gelaufen sein. Aber bei der Geschwindigkeit die er drauf hatte, nehme ich das an. Außerdem liegt ausgerechnet an dieser Stelle auch noch nasses Laub, so das der Hund mit Sicherheit ins Rutschen gekommen ist.

Gerade will ich den Hund abhören als hinter mir eine Stimme ertönt: „Was hat den unsere Denelly? Wer sind sie eigentlich und was haben Sie mit unserem Hund gemacht?“ Nach den Worten werde ich brutal hochgerissen. Sofort will Herbert eingreifen aber auch er wird von einem Mann angegangen. Zwischen Herbert und dem Mann entsteht eine richtige Rangelei.

Ich schaue mir mein gegenüber an. Es ist ein Mann von etwa 20 Jahren. Neben ihm steht eine Frau die ich auf 35 Jahre schätze. Immer wieder versucht sie dem Mann vor mir zu beruhigen. Doch der hört gar nicht zu. Als er auch noch vor meine Notfalltasche tritt und dadurch fast alles aus der Tasche fällt, reicht es mir.
Schon vor etlichen Jahren bin ich dem örtlichen Karate-Verein beigetreten und kann mich natürlich wehren. Darum schlage ich jetzt dem Mann vor die Brust, schnappe mir einen seiner Arme und drehe diesen so, das er vor mir auf die Knie muss. Natürlich versuche ich ihm keine Schmerzen zu zufügen, sofern er meiner Drehbewegung an seinem Arm folgt.

Als er dann vor mir kniet sage ich zu ihm: „Hör genau zu kleiner! Ich bin Gerda Xxxxxx, und ich will eurem Hund helfen! Wenn Du jetzt nicht schleunigst verschwindest und den anderen Kerl mit nimmst, werdet ihr beide erleben, wie es ist wenn sich jemand nicht herum stoßen lässt, sondern sich wehrt. Also seh zu das Du Land gewinnst sonst setzt es was!“

Während ich mit ihm geredet habe, schaue ich einmal zu Herbert. Aber auch er ist Herr der Lage und hat seinen Gegner am Boden liegen. Nun lässt er den Mann los. Auch ich lasse den Mann los und stehe wieder auf. Als ich zu der Frau sehe, steht sie mit offenem Mund an ihrem Platz.

Ich kümmere mich aber schon nicht mehr um den Mann und die Frau, sondern gehe zu meiner Tasche, räume all das was heraus gefallen ist, wieder in die Tasche. Dann nehme ich sie hoch und trete zu dem Hund. Dieser liegt nun vor mir und wedelt leicht mit seinem Schweif. Auch ist er leise am jaulen. Als ich mich wieder zu dem Hund bücke ist Herbert neben mir. Wir schauen uns kurz in die Augen und lächeln uns an. Dann holt er das Stethoskop aus der Tasche und reicht es mir. Sofort höre ich den Hund ab, kann jedoch nichts Ungewöhnliches feststellen.

Erst als ich ihn Abtaste und dabei seine Schulter berühre wird sein jaulen lauter und er versucht auch nach mir zu schnappen. Sofort höre ich auf ihn ab zu tasten und fange an mit ihm zu reden. Gleichzeitig hole ich ein Schmerzmittel aus meiner Tasche und mache die Spritze fertig. Gleich im Anschluss setze ich die Spritze und nach einem kurzen Moment stellt der Hund sein Jaulen ein. Jetzt versucht er auch auf zu stehen, was ich jedoch verhindere. Dazu halte ich einfach seine Hinterbeine fest und er gibt sein Vorhaben auch bald auf.

Wieder fange ich an ihn ab zu tasten. Sehr vorsichtig auch an der Schulter, kann jedoch keinen Bruch feststellen. Ich hoffe das es nur eine Prellung ist, aber das kann ich erst nach einer Röntgenaufnahme sagen. Da ich das letzte laut gesagt habe, fragt Herbert mich: „Soll ich das Auto holen oder soll er woanders hin?“
Bevor ich antworte schaue ich zunächst hoch und frage die Leute die um uns stehen: „Wem gehört denn nun der Hund? Ihr beide müsstet es eigentlich wissen, schließlich habt ihr mit Denelly getobt!“ Nun tritt die Frau einen Schritt nach vorn und antwortet: „Eigentlich gehört der Hund meinem Sohn den sie vorhin so wunderbar fertig gemacht haben. Das meine ich nicht ironisch, sondern ist mein voller Ernst. Da ich weiß wer Sie sind, können Sie Denelly gerne mitnehmen damit er die richtige Behandlung bekommt.“

Herbert geht sofort los um unser Auto zu holen. In dieser Zeit treten die beiden Männer auf mich zu und wollen sich entschuldigen. An den jüngeren der beiden gewandt sage ich: „ Greife nie wieder eine Frau an die Du nicht kennst. Es könnte noch viel schlimmer kommen als es vorhin gewesen ist. Wenn es nach mir gehen würde, bliebe der Hund bis zu seiner vollkommenen Genesung bei mir im Tierheim und würde anschließend vermittelt werden, damit er es nicht mehr mit solch einem Dummkopf wie dir zu tun hat. Deine Entschuldigung kannst du dir im Übrigen woanders hinschieben. Und nun hau ab!“

Auf den jungen Mann bin ich besonders sauer, daher auch meine harten Worte an ihn. Aber auch der ältere Mann bekommt sein Fett von mir ab: „Das gleiche gilt für dich! Auch Du kannst mit deiner Entschuldigung machen was Du willst. Aber sie hier loswerden fällt Dir sehr schwer. Anscheinend bist Du der Vater von den beiden kleinen und sowas fängt vor den Augen der beiden eine Schlägerei an. Du solltest mal in Behandlung gehen!“

Damit drehe ich mich um und sage zu den beiden kleinen Kindern, da Herbert inzwischen mit dem Auto da ist: „Ihr könnt Denelly natürlich begleiten, wenn eure Mutter nichts dagegen hat. Ich werde sie bei mir im Tierheim versorgen und dann dürft ihr sie wieder mitnehmen, wenn kein Bruch vorliegt, was ich aber nicht glaube.“ Die beiden willigen ein und schauen ihre Mutter an. Diese jedoch den älteren Mann, der noch immer mit offenem Mund vor mir steht. Dann gibt sie die Erlaubnis!

Sofort legen Herbert und ich den Hund vorsichtig in unseren Kombi und die beiden Kinder steigen hinten ein. Nachdem wir beiden vorne Platz genommen haben gibt Herbert Gas und fährt zum Tierheim. Dort angekommen röntge ich den Hund sofort und stelle dann fest, das der Hund nur eine starke Prellung an der Schulter hat. Ich gebe ihm ein anderes Mittel gegen seine Schmerzen und etwas gegen seine Prellung, lege einen Verband an, so das der Hund nicht mehr seine Pfote benutzen kann, dann wende ich mich an die beiden Kinder: „Eure Denelly hat nur eine stark geprellte Schulter, also nichts gefährliches. Diesen Verband muss er etwa eine Woche tragen und diese Tabletten müsst ihr ihm täglich geben. Dann springt er bald wieder herum. So nun kommt, wir bringen euch drei wieder zurück!“

Als ich die Tür vom Behandlungszimmer öffne, steht der junge Mann vor mir. In der Hand hat er einen großen Blumenstrauß. Er hält mir diesen hin und sagt dabei: „Entschuldigen Sie noch einmal. Ich hoffe Sie nehmen meine Entschuldigung nun an. Es tut mir wirklich leid, wie ich mit ihnen umgegangen bin. Aber was sie gesagt haben hat bei mir einen Schalter umgelegt. Aber Sie müssen mich verstehen! Mein Hund ist für mich Heilig und ich dachte zunächst da Sie oder ihr Mann meine Denelly getreten haben. Daher meine Reaktion. Erst als ich mir ihre Tasche genauer angesehen habe und mir auch meine Mutter den Kopf gewaschen hat, wusste ich das es falsch war, was ich angestellt habe. Nochmals: Ich Entschuldige mich in aller Form bei Ihnen und hoffe das Sie nun meine Entschuldigung annehmen.“

Schon die erste Entschuldigung von ihm hat mir gereicht, aber ich wollte ihn zappeln lassen. Nun steht er vor mir wie ein bedröppelter Hund. Ich lächle ihn an und sage zu ihm das alles klar ist. Nur den zweiten Mann kann ich nicht sehen. Ich trete etwas zur Seite und er geht zu seinem Hund. Vorsichtig hebt er ihn hoch und zusammen verlassen wir das Gebäude. Jetzt sehe ich auch den zweiten Mann. Gerade reichen er und Herbert sich die Hand. Also scheint auch zwischen den beiden wieder Frieden zu sein.

Als der Mann mich sieht, kommt er auch zu mir und entschuldigt sich bei mir. Auch seine Entschuldigung nehme ich nun an. Wir reden noch einige Minuten zusammen, dann fahren die fünf mit ihrem Hund davon.
Drei Wochen später, an einem Freitag sind sie wieder da. Nun bringen alle Blumen mit und geben mir diese. Der Hund tobt auch schon wieder herum. Während die beiden Kinder zum Hundegehege laufen, fragt mich der junge Mann, ob wir nicht ab und zu Hilfe hier im Tierheim brauchen, da er sehr gerne Tierpfleger werden möchte. Nun schaue ich ihn erstaunt an, sage ihm das er vielleicht eine Ausbildung im Zoo machen kann. „Einfach nachfragen! Vieleicht klappt es ja! Gehe einfach zu Herrn Gxxxxx! Der kann dir Auskunft geben.“ Ist mein Rat an ihn.

Etwa ein halbes Jahr später kann er dann eine Ausbildung im Zoo anfangen. Fast jeden Samstag kommt er zu uns ins Tierheim und kümmert sich um die Hunde. Aber auch Vater und Mutter, beide sind tatsächlich erst 35 Jahre alt und sie hat den jungen Mann mit erst 15 bekommen, sind öfters bei uns und helfen aus.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #367
Bellinda

Es ist 7.40 Uhr am Morgen und ich fahre mit dem Rad zum Tierheim. Heute soll es wieder 25 Grad warm werden. Darum mein Entschluss mit dem Rad zu fahren. Obwohl das heute eigentlich keine gute Idee ist. Am Nachmittag muss ich zur Verwaltung und die sehen es nicht gern wenn ihre Leitenden Mitarbeiter mit einem Fahrrad durch die Gegend fahren. Aber so bekomme ich wenigstens mit Sicherheit einen Parkplatz. Mit dem PKW müsste ich auf einen öffentlichen Parkplatz ausweichen, denn den Mitarbeiterparkplatz der Verwaltung darf ich nicht benutzen.

Gerade fahre ich durch das kleine Waldstück, welches etwa einen Kilometer vor unserem Tierheim liegt. Da fällt mir ein Mann auf der zwischen den Bäumen herum geht und dabei immer wieder „Bellinda“ ruft. Ich verlangsame meine Fahrt und sehe eine Frau neben dem Mann auftauchen. Kurz reden sie zusammen dann gehen sie tiefer in den Wald. Trotzdem halte ich an und rufe hinter ihnen hinter her. Jedoch scheinen sie mich nicht zu hören, denn sie gehen weiter wobei sie immer wieder am Rufen sind.

Ich zucke mit den Schultern und schwinge mich wieder auf mein Rad und fahre weiter. Nach ein paar Minuten bin ich am Tierheim, stelle mein Rad in den Fahrradständer und gehe zum Katzenhaus. Das ist jeden Tag mein erster Weg. Im Katzenhaus, wo auch die Krankenstation ist, schaue ich immer nach den kranken Tieren, hier wird kein Unterschied zwischen Hund, Katze oder anderen Tieren gemacht. Sind es schwere Fälle leben sie während der Genesungszeit zusammen in einem Raum. Bisher hat es noch nie Ärger deswegen gegeben. Zwar wurde mal hier und mal dort von einem Tier geknurrt, aber Beissereien hat es noch nie gegeben. Ganz im Gegenteil: Oft haben Hund und Katze in ein und demselben Korb gelegen und zusammen gekuschelt.
Auch zu den gesunden Katzen gehe ich. Anschließend begebe ich mich zum Hundebereich wo ich sehr oft von lautem Bellen begrüßt werde. Wie alle Mitarbeiter des Tierheim. Dann ist erst einmal das große Streicheln angesagt. Natürlich begrüße ich auch alle Mitarbeiter in den entsprechenden Abteilungen. Erst danach begebe ich mich in mein Büro.

So auch heute und nach einem kurzen Moment habe ich das Paar aus dem Wald wieder vergessen. Zuerst setze ich eine Kanne Kaffee an, da ich weiß das der Mitarbeiter der Nachtschicht gleich kommt. Aber auch der Tierarzt kommt jeden Morgen und erkundigt sich was es neues gibt im Tierheim.

Kaum ist der Kaffee zur Hälfte durch gelaufen als es schon an meiner Tür klopft und der Mitarbeiter erscheint. Während wir beide auf den Kaffee warten, erzählt er, ob etwas Ungewöhnliches in der Nacht war. Doch diese Nacht ist es ruhig gewesen im Tierheim.

Nachdem der Kaffee fertig ist, gieße ich ihm seine Tasse voll und auch meine Tasse fülle ich auf. Dann reden wir noch etwas zusammen, während wir noch über allgemeines reden. Nachdem seine Tasse leer ist verabschiedet er sich und fährt nach Hause.

Kurz darauf erscheint auch der Tierarzt. Ich informiere ihm über die Lage im Tierheim und er erzählt mir das neueste aus dem Tierbereich. Auch erwähnt er fast beiläufig das heute Morgen schon ein Paar bei ihm war, das ihren Hund sucht. Dieser ist schon seit drei Tagen verschwunden und sie machen sich große Sorgen um ihn. Ich beschreibe ihm daraufhin das Paar welches ich auf der Hinfahrt gesehen habe und er sagt: „Genau das sind die beiden. Ich staune das sie noch nicht hier waren. Sage aber dem Mitarbeiter der nachher zu den Streunern fährt, das er die Augen aufhalten soll. So, ich muss wieder los. Bis später mein Engel!“

Damit steht er auf und verlässt das Büro. Ich trinke noch meinen Kaffee zu Ende, dann gehe ich zum Katzenhaus um mit dem Mitarbeiter zu sprechen, der heute die Streuner versorgen soll. Die Streuner leben in einem kleinen Wald der sich etwa 500 Meter von unserem Tierheim befindet. Im Sommer fährt einmal täglich ein Mitarbeiter dort hin und versorgt die dort lebenden Tiere. Im Winter wird morgens und abends Futter zu den Tieren gebracht.

Heute sage ich dem Mitarbeiter, das er die Augen besonders aufhalten soll wegen des Hundes des Paares. Von einer Fleischerei haben wir gestern sehr viel Fleischreste bekommen. Er fragt ob er davon etwas für die Streuner mitnehmen soll. „Natürlich! Es ist schließlich genug da. Schließlich brauchen auch mal unsere Streuner etwas Abwechslung auf ihrer Speisekarte.“

Dann helfe ich ihm beim verkleinern des Fleisches und schon nach einer Stunde sind wir fertig und das Futter für die Streuner ist in mehreren Körben verstaut. Natürlich muss jetzt noch jemand mithelfen die Körbe zu verladen und auch später die Hundert Meter vom Bulli bis zum Lagerplatz zu schleppen. Dazu suche ich zwei Mitarbeiter aus, dann gehe ich wieder zum Büro.

Kurz darauf sehe ich unseren Bulli wie er das Gelände verlässt. Ich gieße mir noch einen Kaffee ein und wende mich wieder dem Papierkram zu. Als ich nach ein paar Minuten mal wieder aus dem Fenster schaue sehe ich das Claudia, sie ist mit dem Bulli mitgefahren, durch das Tor gelaufen kommt. Sie läuft direkt auf das Bürogebäude zu in dem ich mich befinde. Darum stehe ich auf und gehe schnell zur Tür.

Als ich diese öffne steht Claudia schon vor der Tür. Noch ganz außer Atem keucht sie: „Du musst sofort zum Lager kommen! Dort liegt ein Hund in dem Verschlag. Er scheint krank zu sein und die Katzen kümmern sich um ihn.“ Sofort laufe ich zu dem Stuhl auf dem meine Tasche liegt und nehme die hoch.

„Bleib Du hier und komm erst mal wieder zu Atem! Ich nehme das Rad!“ sage ich zu ihr und bin schon auf dem Weg nach draußen. Aus dem Ständer nehme ich das Rad, welches zum Tierheim gehört, und fahre los. Da es nur 500m bis zum Lager der Katzen sind, bin ich sehr schnell da. Als ich absteige lasse ich das Rad einfach los so das es auf den Boden fällt und laufe schnell die paar Meter bis zum Verschlag. Davor stehen die anderen beiden Mitarbeiter.

Sie sprechen mich an, doch ich kümmere mich schon um den Hund in dem Verschlag. Dieser ist nicht sehr groß. Zwar können dort etwa 30 Katzen Unterschlupf finden ohne sich gegenseitig zu stören, aber nach oben ist der Verschlag nicht sehr hoch. Selber ich muss mich bücken in dem Raum, obwohl ich nur 1,52m groß bin.
Zunächst höre ich den Hund ab. Dabei fällt mir der sehr leise Herzschlag auf. Auch sein schwaches Atmen bemerke ich. Erst bin ich am überlegen ob ich schon Medikamente spritze, aber mir kommen bedenken. Doch ich entscheide mich dagegen, denn von einem Unfall scheinen die Symtome nicht her zu kommen. Bei dem Hund muss eine organische Krankheit vorliegen. Darum bitte ich einen der Mitarbeiter darum sofort eine Trage aus dem Bulli zu holen und anschließend den Hund sofort ins Tierheim zu bringen.

Ich fahre nachdem der Hund im Bulli liegt mit dem Fahrrad wieder zum Tierheim. Unterwegs fällt mir wieder das Paar auf, wie es nach Bellinda sucht. Diesmal halte ich an und frage was sie suchen. Natürlich sind sie auf der Suche nach einem Hund, der vor ein paar Tagen mit ihnen spazieren gegangen und seitdem verschwunden ist. Als sie mir eine Beschreibung des Hundes geben, gerade ist unser Bulli an mir vorbei gefahren, bin ich sicher das es sich bei Bellinda um den Hund handelt, der bei den Katzen Unterschlupf gefunden hat. Ich sage das dem Paar und bitte sie darum zum Tierheim zu kommen um nach zu sehen, das wirklich Bellinda nun bei uns ist. Dann fahre ich weiter.

Im Tierheim angekommen untersuche ich den Hund noch einmal. Er wird geröntgt aber auch mit dem Ultraschallgerät schaue ich nach möglichen Uhrsachen seines Zustandes. Auch Blut nehme ich ihm ab und untersuche das. Dabei fällt mir eine Unregelmäßigkeit auf. Darum widerhole ich den Bluttest, jetzt jedoch speziell auf die Unregelmäßigkeit bezogen. Anschließend bin ich mir sicher über die Diagnose. Vermutlich hat der Hund eine Herzwurmerkrankung. Diese Erkrankung ist sehr schwer behandelbar und verläuft zumeist tödlich.

Diese Erkrankung kommt meistens in den südlichen Ländern vor und nur dort kann sich normalerweise ein Hund mit den Parasiten dieser Krankheit anstecken. Als Überträger der Krankheit kommt eine besondere Mückenart die es bei uns nicht gibt in Frage. Da das Paar vor der Tür steht, gehe ich zu denen und frage ob sie im letztem halben Jahr Urlaub im Süden gemacht haben. Als dieses Bejaht wird, erkläre ich den beiden genau was ihr Hund hat. Anschließend sage ich ihnen: „Ich kann den Hund hier nicht behandeln, da ich nicht alle Geräte dafür habe. Ich plädiere dafür, den Hund sofort in eine spezielle TK zu bringen wo er vernünftig behandelt wird. Allerdings sind die Kosten sehr hoch und die Chance das Bellinda überlebt sind sehr gering.“
Das Paar schaut sich nur kurz an, dann sagt die Frau: „Frau Xxxxxx! Ich weiß das jedes Tier welches Sie behandeln eine Chance hat zu überleben. Obwohl Bellinda nicht von Ihnen behandelt werden kann, vertrauen wir auf Ihre Meinung. Rufen Sie bei der Klinik an damit Bellinda bald wieder herumlaufen kann. Kosten spielen keine Rolle.“

Nachdem sie das gesagt hat, gehe ich mit ihnen zusammen zu meinem Büro um von dort die TK an zu rufen. Vom Behandlungszimmer kann man zwar auch Telefonieren, aber dort habe ich nicht die Telefonnummer der TK. Im Gedanken beschließe ich aber, die wichtigsten Telefonnummern auch dort zu hinterlegen.
Im Büro angekommen suche ich nur kurz nach der Nummer dann rufe ich auch schon an. Als am anderen Ende abgenommen wird, bitte ich darum mit Dr. Lxxxxxxx verbunden zu werden. Es dauert nicht lange, bis sich der Dr. meldet. Nachdem ich mich vorgestellt habe und wir uns kurz persönlich unterhalten haben, komme ich auf das wesentliche zu sprechen:

„Hier bei uns liegt ein Hund der vermutlich eine Herzwurmerkrankung hat. Er muss in eurer Klinik behandelt werden. Kosten sind laut Angabe der Besitzer egal. Wann kann der Hund, dem es schon sehr schlecht geht, zu euch kommen.“ „Aber nur, wenn Du uns unterstützt Gerda! Dann kann der Hund noch heute zu uns kommen. Gebe ihm erst einmal was für seinen Kreislauf und dann komm sofort mit dem Hund hier hin!“ antwortet er mir. Ich bedanke mich und lege auf.

Während wir wieder zum Behandlungsraum gehen sage ich dem Paar was mir am Telefon mitgeteilt worden ist. Beide stimmen sofort zu, das der Hund dort hingebracht wird. Etwa 30 Minuten später bin ich und ein Mitarbeiter zusammen mit dem Hund unterwegs zur TK, die wir nach zwei Stunden erreichen. Sofort wird der Hund dort von Dr. Lxxxxxxx untersucht und auch er kommt zum selben Ergebnis wie ich es bin. Zusammen bereden wir nun die Behandlung und ich verspreche alle drei Tage zur TK zu kommen um bei der Behandlung von Bellinda mit zu wirken.

So fahre ich zweimal in der Woche zu der TK und lasse mich von der Behandlung des Hundes unterrichten. Aber auch von mir werden Tipps entgegen genommen und nach etwa 6 Monaten kann der Hund wieder nach Hause. Gleich an dem Tag wo er seinen Besitzern, die jeden Tag in der TK gewesen sind, wieder übergeben worden ist, sind sie zu mir gekommen. Dabei freut sich der Hund ungemein und sie versprechen ab sofort immer einen Schutzimpfung für sich und den Hund in Anspruch zu nehmen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #368
´Die Geiselnahme

Gerade ist die Mittagspause zu Ende die ich wie immer mit den anderen im Aufenthaltsraum verbracht habe. Also mache ich mich wieder auf den Weg zu meinem Büro. Bevor ich das Gebäude verlasse gehe ich noch einmal zur Krankenstation. Dort liegen zwei Katzen die ich heute Morgen Kastriert habe. Kurz untersuche ich die beiden und bin zufrieden. Zwar haben sie mich während der Untersuchung die ganze Zeit angeknurrt, aber das war es auch schon. Ich werde noch bis morgen warten, dann können die beiden wieder zurück zum Streunerlager.

Auf dem Weg zu meinem Büro werde ich noch einmal von einer Mitarbeiterin aufgehalten. Sie will aber nur wissen, ob sie am nächstem Montag und Diensttag frei haben kann. Nur kurz rufe ich mir die Planung der nächsten Woche zurück ins Gedächtnis, dann gebe ich mein OK.

Als ich dann in meinem Büro ankomme schalte ich das Radio ein das bei mir im Regal steht. Gerade laufen die Nachrichten und es wird darüber berichtet, das es in einer Großstadt einen Banküberfall mit Geiselnahme gibt. Wo genau habe ich allerdings nicht mit bekommen.

Ich setze mich hin und gehe die Post durch, die kurz vor der Mittagspause gekommen ist. Diesmal ist nichts Wichtiges dabei und als ich alle Briefe durchgelesen habe, werfe ich zwei in den Papierkorb, da sie nur Werbung enthalten und die anderen lege ich zunächst in die Ablage. Einen Brief behalte ich jedoch und lese ihn noch einmal. Darum bittet ein Mann darum, das wir seinen Hund bei ihm abholen.

Ich sehe mir das Datum an, wann der Brief geschrieben worden ist und stelle fest, das er vor über einer Woche verfasst wurde. Dann schaue ich auf den Absender. Aufgegeben wurde der Brief etwa hundert Kilometer von unserem Tierheim entfernt in XXXXXXXXXXX, am selben Tag wo er geschrieben wurde. Das erkenne ich an dem Poststempel. Warum der Brief nun aber über eine Woche gebraucht hat um bei uns zugestellt zu werden, erschließt sich mir nicht. Auch eine Telefonnummer steht in dem Brief und ich entschließe mich, dort an zu rufen.

Nachdem ich gewählt habe, warte ich einige Augenblicke doch am anderen Ende nimmt keiner ab. Darum lege ich den Hörer wieder auf. Den Brief lege ich an die Seite weil ich später noch mal anrufen will. Den Umschlag lege ich in einen Karton. Alle Briefumschläge die ich erhalte sammele ich und bringe sie einmal im Monat zu einem Behindertenheim in der Stadt. Dort werden die Marken von den Umschlägen abgelöst und verkauft. Für gebrauchte Briefmarken scheint es wohl einen großen Bedarf zu geben. Ich vermute das es Sammler sind.

Im Radio läuft gerade ein Bericht von der Geiselnahme und ich höre genauer hin. Bisher ist am Ort des Geschehens nicht viel passiert. Die Polizei scheint mit dem Räuber in telefonischem Kontakt zu stehen. Welche Forderungen gestellt wurden, wird aber nicht gesagt. Nur das sich die Polizei über die Forderungen in Schweigen hüllt.

Da ich einem anderen Tierheim versprochen habe, das sie Unterlagen von mir zugesandt bekommen damit das Tierheim alles erfährt was alles getan werden muss bei einem Tag der offenen Tür, setze ich mich an meine Schreibmaschine und fange an, einen Begleitbrief zu schreiben.

Ich habe gerade den ersten Satz dieses Briefes geschrieben, als mein Telefon klingelt. Ich greife zum Hörer und als ich mich gemeldet habe, höre ich die Stimme eines Mannes: „Guten Tag Frau Xxxxx! Mein Name ist Kxxxxx und ich bin Kriminaloberkommissar. Wir haben hier bei uns eine Geiselnahme und die einzige Forderung die bisher von dem Geiselnehmer gestellt worden ist, sie werden es nicht glauben, ist ein persönliches Gespräch mit ihnen. Nun zu meiner Frage: Darf ich dem Gangster Ihre Telefonnummer geben damit er Sie anrufen kann. Ich weiß das es eine ungewöhnliche Frage ist, aber so ist die Forderung von dem Knaben. Antworten müssten Sie mir aber leider sofort, denn in ein paar Minuten läuft ein Ultimatum von dem Kerl ab.“

Nun bin ich doch etwas erstaunt, aber ich gebe dem Beamten die Nummer des Tierheim. Daraufhin sagt er: „Vielen Dank Frau Xxxxxx! Wenn der gleich anruft, gebe ich die Nummer weiter. Wenn er dann anruft, hören Sie sich an, was er will. Ich gebe Ihnen jetzt meine Nummer und wenn Sie fertig sind mit dem Gespräch rufen Sie mich einfach an und erzählen mir was der Spinner will. Ist das OK für Sie?“

Ich schreibe mir seine Nummer auf und dann lege ich wieder auf. Natürlich mache ich mir Gedanken darüber was der Gangster ausgerechnet von mir will. Doch ich komme nicht darauf. Kurz nach dem Gespräch betritt Bernd mein Büro und ich erzähle ihm von dem Anruf. Auch er kann sich nicht vorstellen was das bedeuten soll.

Als mein Telefon klingelt nehme ich sofort den Hörer ab. Jetzt meldet sich ein anderer Mann: „Hallo Frau Xxxxxx! Es ist zwar gut das ich Sie anrufen darf! Aber ich hatte ein persönliches Gespräch gefordert. Das heißt für Sie, das Sie sofort hier hin kommen. Ich möchte mit Ihnen von Auge zu Auge sprechen. Nur so kann ich sicher sein, das meine Forderungen erfüllt werden. Ich erwarte Sie in 3 Stunden!“

Bevor ich antworten kann, beendet der Mann das Gespräch. Kurz erkläre ich Bernd was mir der Mann am Telefon gesagt hat, dann wähle ich die Nummer des Polizisten. Nachdem der sich gemeldet hat schildere ich ihm, was der Mann am Telefon gefordert hat. „Schon komisch! Aber nachdem er Ihre Telefonnummer bekommen hat sind drei Geiseln frei gelassen worden. Ich kann es nicht verantworten, das Sie zu dem Verrückten gehen. Aber wenn Sie trotzdem kommen wollen, lasse ich Sie abholen. Vielleicht reicht es dem Kerl dann ja, wenn er Sie hier sieht. Im Übrigen hat er noch neun Geiseln.“

Noch kurz reden wir zusammen, dann steht mein Entschluss fest! Ich werde dorthin fahren. Dieses sage ich dann auch dem Beamten und er verspricht mir, sofort einen Einsatzwagen zu meinem Tierheim zu schicken. Anschließend rufe ich Herbert an und Teile ihm die Gespräche mit und auch meine Entscheidung. Da heute Mittwoch ist, hat er seine Praxis schon geschlossen und ist zu Hause. Sofort sagt er, das er mitfahren will und darum sofort zum Tierheim kommt.

Ich lege den Hörer nach dem Gespräch wieder auf und rede noch mit Bernd als auch schon Herbert mit seinem PKW vor fährt. Auch ist schon ein Martinshorn zu hören. Herbert betritt den Raum, grüßt Bernd kurz, dann wendet er sich an mich: „Das ist aber ein komischer Anruf. Das der Verbrecher direkt hier anruft und Forderungen stellt! Frechheit!“

Da hält auch schon ein Einsatzwagen der Polizei vor meinem Büro. Ich nehme meine Notfalltasche und gehe nach draußen. Herbert und Bernd folgen mir. Kurz begrüßen wir die beiden Beamten, dann steigen Herbert und ich in den Wagen, der sofort los fährt. Nun geht es mit vollem Konzert in Richtung des Einsatzortes. Unterwegs muss ich einige Fragen beantworten, die sowohl von den Beamten aber auch von Herbert gestellt werden.

Insgesamt sind etwas über 2 Stunden vergangen, als wir vor der Bank ankommen. An der Autobahnabfahrt sind wir von einem anderen Einsatzwagen abgeholt worden und hinter diesem hinterher gefahren. Sobald wir vor der Bank ankommen steige ich aus dem Fahrzeug und werde von einem Mann empfangen der etwa 50 Jahre alt ist. Das ist der Kriminalbeamte der mich und Herbert in Empfang nimmt.

Langsam gehen wir zu dem Bankgebäude und der Beamte erzählt mir, was sie bisher über den Mann in Erfahrung gebracht haben. Dann kann ich das Gebäude sehen, aber auch sehr viele Einsatzkräfte. Ich sage zu dem Beamten das er nun den Gangster anrufen kann, jedoch sagt dieser: „Das geht nicht! Wir haben schon mehrmals versucht die Nummer an zu rufen, aber der Kerl geht nicht an den Apparat. Bisher hat er immer angerufen. Wir müssen also noch etwas warten!“

Während wir nun warten gibt mir der Beamte, der Martin heißt, noch etliche Verhaltensregel wenn ich mit dem Verbrecher spreche. Auch Herbert stellt viele Fragen in die Richtung und bekommt auch immer eine Antwort von Martin.

Als die restliche Zeit um ist, klingelt ein Telefon in einem großen Einsatzwagen. Sofort geht Martin zu dem Wagen und nimmt den Hörer ab. Dabei winkt er mich zu sich hin. Als ich bei ihm eintreffe reicht er mir den Hörer: „Hallo Frau Xxxxxx! Schön das Sie da sind! Wenn Sie jetzt noch ins Gebäude kommen würden sind meine Forderungen fast alle erfüllt. Die nächste Forderung stelle ich Ihnen persönlich. Ach Übrigens, Sie haben 15 Minuten Zeit!“ Danach legt er auf, noch bevor ich antworten kann.

Ich erzähle Martin sofort von der neuen Forderung. Zusammen bereden wir dann das weitere Vorgehen. Natürlich will er mich nicht in das Gebäude lassen. Auch Herbert ist strikt dagegen. Bis kurz vor Ablauf der Zeit reden wir. Es wird ein richtiger Streit, weil ich in die Bank will. Michael und Herbert wollen das nicht. Ich nehme ihnen einfach die Entscheidung ab indem ich mich zu dem Bankgebäude begebe. Natürlich versuchen alle mich auf zu halten. Doch keinem gelingt dieses.

Nun stehe ich alleine vor dem Eingang der Bank und schaue in Richtung Tür. Hinter mir sind laute Rufe zu hören die mich auffordern sofort zurück zu kommen. Doch wie immer höre ich nicht auf die Rufe sondern gehe weiter auf die Tür zu.

Diese öffnet sich und eine Frau tritt heraus. Sie kommt zu mir und sagt: „Gehen Sie einfach weiter. Er wartet hinter der Tür auf Sie. Danke das Sie gekommen sind, denn im Gegenzug lässt er mich frei.“ Ich sage ihr: „Das ist doch selbst verständlich. Gehen sie nur weiter, ich gehe weiter zu der Bank.“

Sie reicht mir die Hand und wünscht mir „Viel Glück“, dann geht sie langsam weiter. Ich begebe mich weiter zur Bank und als ich vor der Tür stehe, wird diese von einer weiteren Frau geöffnet. Nachdem ich an ihr vorbei bin, geht sie auch nach draußen. Ich schaue mich um und gehe auf einen Mann zu, der mitten im Schalterraum steht. Das er eine Waffe hat, kann ich nicht sehen.

Als ich bei dem Mann ankomme, sagt dieser ´nur „Danke“ dann geht er auf eine Sitzgruppe zu, die an einer Wand steht. Dort setzt er sich auf die Bank und setze mich ihm gegenüber. Noch immer kann ich keine Waffe bei ihm entdecken obwohl ich ihn genau mustere.

Dann sagt er zu mir: „Nochmals Danke das Sie gekommen sind. Suchen Sie nicht weiter! Ich habe keine Schusswaffe, nur den Karton dort auf der Theke.“ Dabei zeigt er auf einen Schuhkarton der direkt neben der Tür auf der dort befindlichen Theke steht. Langsam wird mir doch mulmig, denn dort steht mit Sicherheit eine Bombe.

Er redet weiter: „Keine Angst! In dem Karton befindet sich außer einem paar alte Schuhe kein Sprengstoff. Ich habe den Karton nur dort hingestellt um meine Kreditkarte heraus zu holen. Da ist bei denen sofort eine Sicherung durchgebrannt. Sofort wurde geschrien das dort eine Bombe ist und alles hat sich auf den Boden geschmissen. Dabei wollte ich nur Geld abheben um damit eine Rechnung beim Tierarzt zu bezahlen. Alle hier im Raum können eigentlich sofort gehen. Ich werde sie nicht hindern. Aber kommen wir nun zu meinen, von den Beamten aufgedrückten Forderungen.“

Ich unterbreche ihn und frage nochmals ob er das ernst meint, das jeder sofort gehen kann. Dieses bestätigt er. „Wenn ich jetzt also sage, das alle gehen können, passiert nichts?“ frage ich ihn und er sagt dann: „Sie können alle gehen. Entschuldigen sie bitte die Unannehmlichkeiten.“ Daraufhin sage ich zu den Geiseln das sie gehen können.

Die restlichen Geiseln schauen zu uns hin, dann steht als erstes eine Frau auf und geht zum Ausgang. Als sie aus dem Gebäude gegangen ist und nichts passiert ist, stehen auch die anderen auf und verlassen schnell den Schalterraum. Der Mann unternimmt nichts um sie zu hindern.

Ich gehe zu dem Karton, öffne diesen und sehe ein paar alte Schuhe darin. Also ist die Geschichte des Mannes richtig! Nun will ich von ihm wissen, warum ich eigentlich hier hinkommen sollte. Daraufhin sagt er: „Als hier das Theater los ging, wollte ich, wie gesagt nur etwas Geld holen für den Tierarzt. Jetzt werde ich wohl für lange Zeit in den Knast gehen, denn ich nehme nicht an, das mir ein Richter glaubt. Obwohl ich hier mehrmals gesagt hatte, das ich keine Bombe habe. Trotzdem ist es so gelaufen.

Wissen Sie, ich habe einen Hund der sehr krank ist. Von Ihnen habe ich gehört das noch nie ein Tier durch Ihre Hand getötet wurde. Darum kam mir die Idee meinen Hund von Ihnen zu versorgen zu lassen. Sicherlich finden Sie woran mein Wotan leidet. Mein Tierarzt hat es bisher nicht herausgefunden. Natürlich dürfen Sie den Hund anschließend vermitteln. Nur ist es sehr schön, wenn ich erfahren würde, woran Wotan denn erkrankt ist.“

Ich frage nach seinem Hund und erfahre, das dieser bei ihm zu Hause ist. Dort wartet auch seine Frau auf ihn. Nun beraten wir, wie die Situation gelöst werden kann und ich sage ihm: „Wir rufen jetzt den Kommissar an und er soll auch hier hin kommen. Wenn er da ist, werden wir ihm den Fall schildern so wie Du es geschildert hast. Wenn ich dann hier weg komme, fahre ich sofort zu deiner Frau und werde mich um deinen Hund kümmern. Ich werde gleich von hier, bevor wir den Kommissar anrufen zunächst in meinem Tierheim anrufen, damit unser Wagen kommt. Du musst mir nur deine Adresse nennen, dann geht alles einen Weg und ich hoffe, das ich deinen Hund behandeln kann.“

So machen wir es auch und ich rufe zu nächst bei uns im Tierheim an. Bernd nimmt sofort den Hörer ab und ich schildere ihm was hier los ist. Dann nenne ich die Adresse und Bernd verspricht sofort los zu fahren. Dann beenden wir das Gespräch und ich rufe Martin an und bitte ihn in die Bank zu kommen. Kurz darauf ist Martin da und er setzt sich zu uns. Das er seine Schusswaffe dabei hat, kann man sehen, denn er trägt sie in der Hand.

Er legt die Waffe vor sich auf den Tisch, dann hört er Daniel, so heißt der Geiselnehmer, zu wie dieser seine Geschichte erzählt. Auch Martin geht anschließend zu dem Karton und schaut hinein. Dabei lässt er seine Waffe auf dem Tisch liegen. Daher vermute ich, das er der Geschichte von Daniel Glauben schenkt. Als er zu uns zurückkommt, sagt er wie es nun weiter geht.

Natürlich muss er Daniel zunächst verhaften und dem Haftrichter vorführen. Der wird dann alles Weitere entscheiden. Daniel ist einverstanden und alle gehen wir zur Tür des Gebäudes. Unterwegs nimmt Martin noch den Karton mit. Handschellen bekommt Daniel nicht angelegt. Während wir die paar Meter zum Ausgang gehen erzählt Martin: „Schon komisch! Alle Geiseln, die sie frei gelassen haben, sagten immer wieder, das Sie nie von einer Bombe gesprochen haben, sondern immer nur von alten Schuhen!“

Dann verlassen wir das Gebäude. Sofort stürmen einige Beamten herbei und werfen Daniel zu Boden. Nun greift aber Martin ein und die anderen Beamten lassen von Daniel ab. Danach steigen beide in einen Wagen und während sie das machen sagt Martin zu mir: „Ich brauche noch deine Aussage! Aber kümmere dich erst um den Hund! Wenn Du damit fertig bist, komme zu mir auf die Wache.“ Danach fährt er zusammen mit Daniel davon.

Zuvor hat er noch angeordnet, das wir mit einem Einsatzwagen zur Wohnung von Daniel gebracht werden. Auch das der Wagen anschließend dort warten soll und wir anschließend zur Wache gebracht werden. Kurz darauf sitzen wir in einem Zivilwagen der Polizei und fahren zur Wohnung von Daniel. Dort stehen schon weitere Einsatzfahrzeuge und die ganze Gegend ist abgeriegelt. Jedoch können wir ohne Schwierigkeiten bis zu dem Haus, ein Mehrfamilienhaus, in dem Daniel mit seiner Frau und dem Hund wohnt, fahren.

Auch dort gibt es keine Schwierigkeiten und schon bald sehe ich die Frau und den Hund. Die Frau sitzt verängstigt auf einem Stuhl in der Küche und der Hund liegt zu ihren Füßen. Auch steht ein Beamter in der Küche. Den fordere ich auf, die Küche zu verlassen, was er auch anstandslos macht. Nun schauen Herbert und ich uns doch erstaunt an, schließlich bin ich nur die Leiterin eines Tierheim. Vermutlich hält mich aber der Beamte für einen höheren Vorgesetzten. Trotzdem schließt Herbert die Küchentür und ich beuge mich zu dem Hund. Dieses ist ein Mischlingshund von mittlerer Größe.

Ende Teil 1
Geht sofort weiter
 
  • Post aus Bayern Beitrag #369
Herbert redet dabei mit der Frau und versucht diese zu beruhigen. Ich unterbreche die beiden nach einiger Zeit, ich habe den Hund abgehört und auch abgetastet, jedoch nichts gefunden. Denn nun muss ich wissen welche Symptome der Hund gezeigt hat. „Wotan fing an zu schwanken, dann fiel er um. Stand jedoch nach ein paar Minuten wieder auf und war ganz der Alte. Kurz darauf fiel er wieder um. Das geht schon seit drei Tagen so. Immer fällt Wotan einfach um, steht nach kurzer Zeit wieder auf und verhält sich so als wäre nichts gewesen. Er futtert normal und auch Trinken ist völlig normal. Mein Mann Daniel war darum mit Wotan schon beim Tierarzt und auch in einer TK, doch keiner hat was festgestellt. Dort ist Wotan auch immer ganz normal gewesen so das alle Untersuchungen ergebnislos gewesen sind.“

Ich frage sie dann ob schon mal ein Bluttest gemacht wurde, woraufhin sie mir antwortet: „In der TK haben sie das Blut untersucht. Was dabei raus gekommen ist, weiß ich leider nicht. Es wurde nur gesagt, das alles im normalen Bereich ist.“

Ich muss den Hund mitnehmen und sage es auch der Frau. „Hören Sie! Ich werde den Hund mit zu mir in das Tierheim nehmen. Keine Angst, Sie bekommen ihn wieder. Aber bei uns im Tierheim ist auch eine Tiernotfall Station. Dort wird Ihr Hund genau untersucht. Er wird unter ständiger Beobachtung stehen und wenn er wieder umfällt kann sofort untersucht werden. Aber so wie Sie es schildern, habe ich schon einen Verdacht. Sollte sich der Bestätigen werden Sie und Ihr Mann noch sehr viel Freude an Wotan haben.“

Mein Verdacht ist, das Wotan epileptische Anfälle hat. Aber dazu muss ich besondere Untersuchungen durchführen die ich aber nur im Tierheim machen kann. Diesen Verdacht teile ich ihr auf Nachfrage mit und sie gibt ihre Zustimmung, das ich Wotan mitnehmen darf. Darauf sage ich zu Herbert, das er sich erkundigen soll ob unser Bulli schon da ist. Herbert geht sofort nach draußen um nach zu sehen.

Nach etwa fünf Minuten kommt Herbert in Begleitung von Martin und Daniel wieder zurück. Sofort fällt die Frau Daniel um den Hals und fängt heftig an zu weinen. In der Zeit sagt Martin zu Herbert und mir: „Der Haftrichter hat sich schon alles angehört. Er muss jedoch erst Aktenlage genau prüfen um ein Endgültiges Urteil zu fällen. Jedoch darf Daniel bis zur Entscheidung erst einmal unter Aufsicht nach Hause, da keine Fluchtgefahr besteht. Ach ja! Ihr Wagen ist noch nicht da, wird aber sofort durch die Absperrung gelassen wenn er eintrifft. Was hat denn der Hund?“

Mit diesen Worten kniet er sich zu Wotan und fängt an diesen zu streicheln. Wotan wedelt mit seinem Schweif und schleckt auch an seiner Hand. Während wir auf unseren Wagen warten, stellt Martin einige Fragen an mich. Diese betreffen alle mein zusammen Treffen mit Daniel in der Bank. Dabei macht er sich Notizen.
Nachdem er fertig ist, beteiligt sich auch Daniel an unserem Gespräch. Nun reden wir über unser Tierheim. Nun erfahre ich auch, woher Daniel meinen Namen kennt. Er war mit Wotan in der TK und dort haben sich zwei andere Hundebesitzer über unser Tierheim und mich unterhalten.

Kurz darauf betritt Bernd die Wohnung. Er hat eine Trage dabei, die aber nicht gebraucht wird, da Wotan schließlich herum läuft. Er nimmt Wotan an die Leine und zusammen mit Daniel und seiner Frau gehen sie zu unserem Bulli und Bernd fährt sofort wieder los. Herbert und ich werden von Martin zu unseren Autos gebracht, während ein anderer Beamter bei Daniel bleibt. Bei unseren Autos angekommen verabschieden wir uns von Martin und dieser verspricht demnächst mal unser Tierheim zu besuchen. Dann fahren Herbert und ich zu unserem Tierheim.

Dort angekommen entnehme ich Wotan sofort etwas Blut und untersuche dieses. Dazu gebe ich die Blutprobe in ein spezielles Gerät welches die Werte berechnet und anschließend ausdruckt. Nachdem das geschehen ist, schaue ich mir zusammen mit Herbert die Werte an. Bestimmte Werte haben sich verändert und dadurch bestätigt sich mein Verdacht. Ich mache noch einige Röntgenaufnahmen vom Kopf aber dort ist nichts zu sehen.

Sofort anschließend rufe ich in einer TK an, da noch einige Untersuchungen gemacht werden müssen, die ich hier im Tierheim aber auch nicht in der Praxis des Tierarzt machen kann. Wotan soll gleich morgen in der TK erscheinen, dann werden sofort die Test gemacht, erfahre ich nach einem kurzem Anruf in der TK .

Am Morgen fährt Bernd dann mit Wotan zu dieser TK wo die speziellen Untersuchungen gemacht werden. Nachdem Bernd wieder da ist, natürlich hat er Wotan wieder mitgebracht, werte ich die Ergebnisse aus. Dabei stelle ich auch fest, warum Wotan diese Anfälle bekommt. Wotan hatte wohl mal einen Unfall, wobei er eine schwere Verletzung des Schädels erlitten hat. Dadurch werden nun in unregelmäßigen Abständen die Anfälle ausgelöst. Eine OP um dieses ab zu stellen ist nicht möglich, sondern nur die Einstellung mit Medikamenten.
Drei Monate blieb Wotan bei uns im Tierheim. In dieser Zeit wurde er medikamentös eingestellt, so das er ganz selten noch einen Anfall bekommen hat. Daniel musste nicht ins Gefängnis, bekam jedoch eine Bewährungsstrafe, weil er das ganze jederzeit hätte beenden können.

Auch Martin besuchte zusammen mit seiner Frau unser Tierheim. Zunächst zeigte ich ihnen alle Bereiche, weil er mich darum gebeten hatte. Dann suchte er sich einen Hund aus. Aber auch die Frau kam zu zwei Tieren. Als wir zum Hundegehege gegangen sind, kamen wir auch am Katzenhaus vorbei.

An einem Fenster haben zwei Katzen gesessen und als sie die Frau gesehen haben, kratzten sie sofort am Fenster. Also durften auch die beiden Katzen mit. Das zusammen treffen zwischen Hund und Katzen erfolgte ohne Schwierigkeiten. Zunächst schnupperte der Hund an den fauchenden Katzen, dann schleckte er diese einfach ab. Darüber waren die Katzen so erstaunt, das sie ihr knurren einstellten und nun ebenfalls an dem Hund schnupperten. Anschließend köpfelten sie den Hund und das war es dann.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #370
Gretel und Satan

Wieder einmal sitze ich in meinem Büro und erledige den Büro kram. Diesmal will die Verwaltung wissen, wie lange ein Tier im Schnitt hier bei uns im Tierheim untergebracht ist. Ebenfalls wollen die eine Aufstellung darüber wie lange die einzelnen Tiere denn nun schon hier sind.

Während ich die Aufstellung mache, fallen mir doch zwei Tiere auf die besonders lange im Tierheim sind. Jedenfalls steht auf der Übersichtstafel, die an der Wand hängt, ein Datum welches 5 Jahre zurück liegt. Ich vermute jedoch, das es sich um einen Schreibfehler meiner Vorgängerin handelt.

Darum stehe ich auf und gehe zum Karteischrank. Dort suche ich nach den beiden Karteikarten und habe diese auch schnell gefunden. Auch auf den Karten steht dasselbe Datum, also scheint es sich doch nicht um einen Fehler zu handeln.

Um das genau ab zu klären, verlasse ich mein Büro und begebe mich zum Katzenhaus. Dort arbeitet Ingrid, die schon seit 20 Jahren hier im Tierheim beschäftigt ist. Als ich bei ihr bin, reinigt sie gerade die Futternäpfe der Katzen. Auf dem Tisch stehen neben den gereinigten Näpfen auch das Katzenfutter und eine ganze Palette Katzenmilch. Ich weiß, das bei Ingrid nichts über Katzen geht. Darum wird sie wohl die Milch privat gekauft haben um diese hier im Tierheim an die Katzen zu verteilen. Wenn sie mir die Einkaufsquittung gibt, bekommt sie natürlich den Betrag zurück. Aber nicht immer gibt sie mir den Einkaufsbeleg.

Ich stelle ihr die Frage nach den beiden Tieren und sie antwortet: „Ach, Du meinst Gretel und Satan. Ja die beiden sind schon so lange bei uns im Heim. Damals waren beide in einen Unfall verwickelt und wurden zusammen zum Tierarzt gebracht. Der hat sich um die beiden gekümmert. Satan fehlt seit dem Unfall leider eine komplette Hinterpfote und Gretel ist blind. Außerdem hat sie keinen Schwanz mehr.“

„Weißt Du denn wo die Tiere sind?“ will ich von ihr wissen, da mir nicht bekannt ist das in unserem Tierheim Hund und Katze zusammen in einer Box sind. Sie sagt daraufhin, das Gretel sich hier im Katzenhaus befindet und Satan natürlich bei den Hunden. Nun werde ich hellhörig. „Wurden nicht beide zusammen beim Tierarzt abgegeben?“ frage ich sie und Ingrid bestätigt meine Frage. „Hat man denn einmal versucht, ob die beiden nicht zusammen gehören?“ ist meine nächste Frage. „Das hat die alte Tierheim-Leiterin nicht zugelassen. Sie meinte immer, das Hund und Katze grundsätzlich getrennt gehören.“

Jetzt erkundige ich mich welches der Katzen denn nun Gretel ist und Ingrid zeigt mir sofort die Katze. Hierbei handelt es sich um eine schwarz weiße Katze. Diese liegt in einem Korb. Ich gehe in die Hocke und nachdem ich sie gestreichelt habe schaut sie mich mit ihren glanzlosen Augen an. Ich weiß das sie mich nicht sehen kann wegen ihrer Blindheit aber es scheint mir so zu sein als wenn sie tief in meine Seele schauen würde.

Dann kommt ein leises „Miau“ von ihr und sie steht auf. Indem sie sich fest gegen meinen Arm presst kommt sie langsam näher. Als sie nur noch wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt ist, bleibt sie stehen und noch einmal kommt ein leises „Miau“ von ihr. Ich nehme sie auf den Arm und stehe wieder auf.

Gretel macht keine Anstalten von meinem Arm zu springen und darum meint Ingried ganz erstaunt: „Bisher konnten wir nur Gretel streicheln. Aber auf den Arm nehmen war nicht. Irgendwas hast Du an dir, was das Vertrauen der Tiere zu Dir verstärkt.“

Mit Gretel auf dem Arm gehe ich nun auf die Tür zu. Dabei sage ich zu Ingrid: „Würdest Du jetzt so freundlich sein und mir auch noch Satan zeigen. Ich werde versuchen die beiden wieder zusammen zu bringen und hoffe, das die beiden sich noch aneinander erinnern.“ Sofort folgt mir Ingrid und geht mit mir zusammen zum Hundegehege.

Das nicht alle Hunde Katzenfreunde sind ist mir bekannt, doch ich hoffe allein auf meinen Auftritt mit Gretel. Denn so kann jeder Hund sehen, das die Katze von mir geschützt wird. Hoffentlich verstehen es die Hunde auch. Sollte dieser Versuch nicht klappen und die Hunde zu wild werden, muss Satan aus dem Hundebereich herausgeholt werden und dann mit Gretel in einer separaten Box zusammen geführt werden.

Als wir beim Hundegehege ankommen schaut Ingrid zunächst ob Satan in seiner Box liegt. Da das nicht der Fall ist betreten wir das Gebäude an dem die Hundeboxen liegen. Ingrid öffnet die Tür zum Hundebereich und ich betrete mit Gretel auf dem Arm den Raum. Hier in diesem Raum haben die Hunde auch ihre Körbe stehen in dem sie sich legen können wenn sie nicht in ihrer Box oder draußen sind. Meistens sind alle des Nachts in diesem Raum.

Natürlich gibt es auch noch einen anderen Bereich in dem Hunde leben. Aber das sind dann Tiere die sich nicht mit anderen verstehen. In diesem Bereich leben aber nur drei Hunde.

Genau auf diesen Bereich steuert Ingrid zu. Hier ist ein kleiner Vorraum in dem sich bis zu vier Personen aufhalten können. Ich schließe die Tür, nachdem ich den Vorraum betreten habe und anschließend öffnet Ingrid die andere Tür zum Bereich der drei Hunde.

Die drei Hunde, komischer Weise vertragen sich die drei, liegen im hinteren Bereich des Geheges in der Sonne. Langsam gehe ich auf die drei zu. Als ich noch etwa 3 Meter vor den Hunden bin, bleibe ich stehen. Noch immer liegt Gretel auf meinem Arm. Jedoch schnuppert sie ganz interessiert die Hunde an. Besonders ein Hund scheint es ihr angetan zu haben.

Alle drei Hunde schauen mich an und sehen auch die Katze auf meinem Arm. Jedoch macht keiner Anstalten aggressiv zu werden. Nachdem alle Hunde sich die Katze aus der Entfernung angesehen haben steht ein Hund auf. „Das ist Satan“, sagt mir Ingrid. Ganz langsam kommt er näher. Dabei bleibt er immer wieder stehen und schaut zunächst mich und dann die Katze an.

Ich gehe in die Hocke und setze Gretel auf den Boden. Jedoch halte ich sie noch immer so fest, das ich sie jederzeit hochheben kann. Etwa 50 Zentimeter vor Gretel bleibt Satan stehen und schnuppert nun in die Richtung von Gretel. Auch diese schnuppert zurück.

Nun macht Gretel einige kleine Schritte auf Satan zu. Dabei fängt sie leise an zu Miauen. Immer näher kommt sie zu Satan. Dieser schnuppert nun, als Gretel bei ihm ist, lange an Gretel. Dann fängt er leise an zu jaulen. Auch Gretel verändert die Tonlage ihres Mauzens. Jetzt klingt es sehr tief.

Da fängt Satan an, Gretel ab zu schlecken. Auch Gretel ist nun am köpfeln. Da weiß ich, das die beiden sich wieder gefunden haben. Als ich Satan in die Augen schaue, sehe ich das dieser am Weinen ist. Auch Gretel weint. Bei beiden ist es Freude darüber, das sie nach fünf langen Jahren wieder zusammen sind.

Nun stehen auch die anderen zwei Hunde auf und kommen zu uns. Dabei ist auch Bernd. Das ist ein besonders großer Hund, aber ein Mischling. Trotzdem ist er eigentlich sehr sanft. Nie hat er Schwierigkeiten gemacht, wenn mit ihm spazieren gegangen wurde. Nun kommt er näher und hat seinen Schweif zwischen die Hinterpfoten geklemmt. Er macht sich richtig klein. Dann ist er bei Gretel und Satan. Vorsichtig stößt er Satan in die Seite und als dieser sich umdreht, jault Georg einmal leise auf. Satan tritt etwas zur Seite und nun schnuppert Georg an Gretel. Dann schleckt er sie ab. Ich weiß sofort, das Georg Gretel nichts antun wird. Auch der dritte Hund kommt näher und legt sich zu Gretel. Dabei wedelt er mit seinem Schweif.

Diese fängt nun an alle Hunde ab zu schnuppern. Alle werden nach der Untersuchung von Gretel an geköpfelt. Als Satan Gretel mit seiner Schnauze anstößt, folgt sie diesem sofort. Satan springt in einen Korb und Gretel folgt ihm nach. Als sie sich zu Satan legt, kommen auch die anderen beiden Hunde und legen sich zu Gretel und Satan.

Ich frage Ingrid: „Warum sind die drei von den anderen getrennt? Anscheinend sind die doch ganz friedlich.“ Darauf antwortet mir Ingrid: „Jeder der Hunde hat, als er hier ankam, sofort die anderen Hunde angegriffen, darum wurden sie getrennt.“

Ich glaube jedoch nicht daran, das die drei gegenüber anderen Hunden gewalttätig sind. Vielmehr vermute ich, das die drei nur nervös waren als sie die anderen Hunde gesehen haben und darum nach den anderen gebissen haben.

Auch hier macht nur ein Versuch klug. Darum lasse ich von Ingrid den wildesten Hund holen, der im anderen Bereich ist. Als Ingrid mit dem anderen Hund zurückkommt, hat sie den Hund an der Leine. Ich lasse aber zunächst die Leine entfernen, dann darf der Hund zu den anderen dreien. Der Name des Hundes ist Georg.
Ein kurzes Knurren erfolgt, dann wird sich ausgiebig beschnuppert. Erst danach darf Georg auch zu Gretel. Nun ist mir alles klar. Diese drei Hunde brauchen nicht mehr von den anderen getrennt werden. Nein! Das muss wirklich nicht sein. Alle drei Hunde sind nur sehr ängstlich gegenüber ihren Artgenossen und daher kommt ihr Verhalten.

Ich sage zu Ingrid das sie sämtliche Türen schließen soll, die auf dem Gang sind um zum Hundegehege zu kommen. Nun schaut sie doch komisch, sagt aber nichts und verlässt den Raum. Ich rufe nun die Hunde und alle, auch Gretel, kommen zu mir.

Noch etwas wird gewartet, dann öffne ich die Tür um alle Tiere in den Vorraum zu lassen. Nachdem alle in dem Raum sind, schließe ich die Tür und öffne die andere. Nun verlasse ich den Vorraum und die Tiere folgen mir. Dann öffne ich die Tür zum Hundebereich.

Nachdem ich als erstes in den Raum getreten bin, folgt mir zunächst Satan. Als zweites folgen die Hunde, erst dann kommt auch Gretel in den Raum. Satan geht zu Gretel und stößt sie mit seiner Schnauze an. Da kein anderer Hund in dem Raum ist, öffne ich die Tür zum Außenbereich.

Georg geht sofort nach draußen. Satan geht ganz vorsichtig zu der Tür und schnuppert erst einmal nach draußen. Dann erfolgt ein leises jaulen von ihm und er senkt seinen Schweif zwischen die Hinterbeine. Nun trete ich neben ihn und lege zur Beruhigung eine Hand auf seinen Rücken.

Zunächst sieht er mich an, dann macht er einen Schritt nach draußen. In diesem Moment kommt Gretel zur Tür und geht einfach nach draußen. Dort setzt sie sich etwa 2 Meter entfernt wieder hin. Alle Hunde in diesem Bereich können nun Gretel sehen, doch keiner der Hunde macht Anstalten näher zu kommen. Nur haben alle ihren Kopf erhoben und schauen interessiert zu Gretel.

Nun schiebe ich Satan auf Gretel zu und als wir bei ihr sind, fordere ich Satan auf sich zu setzen. Auch die beiden anderen Hunde werden von Ingrid heran geführt. Alle drei sitzen nun neben Gretel und sind stark am Zittern. Da kommt Georg , und setzt sich auf die andere Seite von Gretel. Nun ist zwischen Satan und Georg nur noch Gretel.

Erst jetzt kommen alle anderen Hunde näher und schnuppern an den dreien. Auch Gretel wird ausgiebig beschnüffelt, wobei sie sich das gefallen lässt. Ich schaue zu Ingrid und muss leise lachen. Denn Ingrid steht neben mir und hat vor erstaunen ihren Mund weit offen stehen. Langsam dreht sie nun ihren Kopf und sie sieht mich an.

„Nun bin ich platt! Seit über 20 Jahren bin ich nun hier. Habe das aber noch nie gesehen! Wie ist das denn möglich? Keiner der Hunde ist am Bellen oder will Gretel jagen. Alle scheinen Gretel als eine der ihren akzeptiert zu haben. Das gibt es doch gar nicht, oder?“ sagt sie nach kurzer Zeit.

„Doch das gibt es! Als Gretel zunächst alleine hier rein ist, waren alle Hunde sehr nervös. Alle hätten sie am liebsten gejagt. Aber sie haben uns gesehen, darum ist nichts passiert. Als dann Satan zu ihr ging, wurde die Nervosität noch größer. Erst Georg neben Gretel gesetzt hat, haben die anderen Hunde begriffen das es so sein muss und ihre Aufregung hat sich wieder gelegt. Jetzt ist Gretel aufgenommen und keiner der Hunde wird ihr etwas tun. Beobachte die Tiere ruhig ein wenig. Du wirst merken, keiner will etwas von Gretel. Nur wird sie wohl von allen abgeschleckt, was aber nicht schlimm ist. So, ich muss wieder ins Büro!“ sage ich zu ihr, dann gehe ich zu meinem Büro und schmeiße die Aufstellung die ich bisher gemacht habe in den Papierkorb. Sollen die vom Amt doch herkommen wenn sie das wissen wollen. Schriftlich gibt es das nicht. Wer weiß, was die sonst vorhaben..

Gretel, Satan und die anderen beiden Hunde dürfen ab sofort im Hundebereich bleiben. Nie gibt es Ärger deswegen das nun eine Katze dort mit im Bereich ist. Auch Gretel scheint glücklich zu sein und wir entschließen uns dazu, Satan und Gretel, sowie Georg zusammen zu vermitteln.

Nur vier Wochen später finden die drei ein schönes zu Hause bei einer Familie die sich schon immer gewünscht hatte, genauso eine Rasselbande zu haben. Denn die drei sind unzertrennlich und haben immer zusammen getobt oder geschlafen. Obwohl jeder der Hunde seinen eigenen Korb hatte und wir diese sehr dicht zusammen geschoben haben, lagen alle drei irgendwie in einem Korb. Wobei Gretel immer den meisten Platz hatte. Satan ist im Übrigen ein Schäferhund und Georg eine Dogge.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #371
Mausi

Heute ist Freitag und ich sitze wie so oft über dem Papierkram der im Tierheim anfällt. Im Moment telefoniere ich mit dem Tierarzt. Aber der hatte Langeweile und mich einfach angerufen. Klar das er Langeweile hat, denn seine Praxis ist wegen Urlaub geschlossen. Das aber schon seit zwei Wochen. Er ist heute Mittag von seiner Urlaubsfahrt wieder nach Hause gekommen. Jetzt langweilt er sich.

Seit 10 Minuten sind wir am Telefonieren als es an meiner Bürotür klopft. Auf mein „Herein!“ betritt eine etwa 50jährige Frau mein Büro. Diese hat eine schwarze Katze auf dem Arm. Da ich am Telefonieren bin, bleibt sie in der Tür stehen. Ich ermuntere sie mit Handbewegungen näher zu treten und sich zu setzen. Was sie auch macht. Ich beende mein Gespräch mit dem Tierarzt und wende mich der Frau zu.

Nachdem sie sich vorgestellt hat, sagt sie zur mir: „Das ist Mausi! Sie ist jetzt 6 Jahre alt und hat bisher immer draußen gelebt. Ich vermute das sie sechs Jahre alt ist, weil sie mir damals zugelaufen ist. Der Tierarzt meinte damals das sie etwa ein halbes Jahr alt ist. Darum die sechs Jahre. Im Haus wollte Mausi nie leben, ganz egal wie das Wetter gewesen ist. Selbst im starken Winter vor zwei Jahren blieb sie draußen. Vor kurzem ist sie von einem Auto angefahren worden und braucht seitdem sehr viel Pflege. Natürlich auch sehr viele Medikamente. Mein Tierarzt sagte, es ist nicht ihr Tierarzt da ich aus einer Stadt komme die etwa 200 Kilometer von hier entfernt ist, das in Ihrem Tierheim jedes Tier aufgenommen wird. Auch wenn es Todkrank ist. Unser Tierarzt scheint sehr viel von diesem Tierheim zu halten. Er hat förmlich davon geschwärmt. Darum habe ich mich heute einfach ins Auto gesetzt und bin hier hin. Nun hoffe ich das die Fahrt nicht umsonst war und meine kleine Mausi bei ihnen bleiben darf.

Während des Gespräches hat sie Mausi die ganze Zeit auf dem Schoß und streichelt ihre Katze. Die liegt aber völlig apathisch auf ihr. Keine Reaktion erfolgt von der Katze. Darum entschließe ich mich, die Katze zunächst zu untersuchen. „Haben Sie noch Zeit oder müssen Sie sofort wieder weg?“ frage ich die Frau.

Da sie noch jede Menge Zeit hat, so wie sie sagt, gehen wir zusammen zum Katzenhaus. Dabei hat sie Mausi auf dem Arm. Im Katzenhaus angekommen gehe ich sofort zum Behandlungsraum und die Frau folgt mir. Als wir den Raum betreten meint sie: „Fast wie bei uns beim Tierarzt. Der hat seine Behandlungszimmer genau so ausgestattet, nur hat er auch noch ein Röntgengerät in einem Nebenraum stehen. Natürlich hat er auch nicht so große Glasflächen in seiner Praxis. Das ist wohl ein neues Gebäude?“ fragt sie mich zum Schluss.

Daraufhin antworte ich ihr: „Richtig! Das Gebäude ist erst ein paar Monate alt. Aber wir haben alles hier was gebraucht wird. Auch ein Röntgengerät!“ Nun schaut sie doch etwas erstaunt sagt aber zunächst nichts sondern legt Mausi auf einem Behandlungstisch ab.

Ich greife zum Stethoskop und höre zunächst die Katze ab. Schon dabei fällt mir der erhöhte Herzschlag der Katze auf. Auch das Lungengeräusch hörte sich nicht so wie bei einer gesunden Katze an. Darum fragte ich sie, wer die Katze nach dem Unfall behandelt hat.

„Das war in unserer TK die wir im Ort haben. Nach dem Unfall bin ich sofort mit Mausi hin und die haben sie genau untersucht. Anschließend haben sie gesagt, das es nicht schlimm ist und unser Tierarzt weiter machen kann. Dann haben sie mir ein Schreiben für den Tierarzt mitgegeben aus dem genau dieses hervor ging. Mein Tierarzt meinte aber, das mit dem Untersuchungsergebnis der TK nicht alles stimmen kann. Darum ist Mausi in eine andere TK gebracht worden. Auch dort stellte man fest, sie war eine Woche in der TK, das der Unfall nicht so schwer war. Der Unfall ist nun etwa 2 Monate her und seitdem war sie schon mehrmals in einer TK, da es ihr einfach nicht besser geht.

Darum hat ja auch unser Tierarzt gesagt das ich unbedingt hier hin fahren soll. Er meint, wenn noch etwas Hoffnung besteht das meine Mausi wieder gesund wird, dann nur wenn die Tier Chirurgin sich um Mausi kümmert. Wo ist denn diese Frau und was hat denn nun meine Mausi?“

Zunächst kläre ich sie darüber auf, das die Chirurgin schon da ist und sich gerade um Mausi kümmert. Jetzt ist sie sehr erstaunt, sagt aber wieder nichts dazu. Ich will nun wissen was in der TK genau diagnostiziert wurde. Da holt sie ein Schreiben aus ihrer Tasche und reicht es mit herüber.

Aus dem Schreiben geht hervor, das die Katze an der linken Seite von einem Auto erfasst wurde. Dabei sind sowohl ein Vorderbein, aber auch drei Rippen gebrochen. Die Lunge wurde dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Nun sehe ich etwas klarer. Noch einmal frage ich sie: „Habt Du noch mindestens zwei Stunden Zeit, denn solange wird es mit Sicherheit dauern, bis ich ein Ergebnis habe!“ Auch jetzt sagt sie zu mir: „Natürlich habe ich die Zeit Gerda! Ich bleibe hier, bis ich weiß was Mausi hat und wenn es bis morgen Abend dauert.“

Das wir beim „Du“ angekommen sind, merken wir erst jetzt. Darum reichen wir uns die Hand. Dabei sagt sie: „Mein Name ist Andrea!“ Anschließend bringe ich Mausi nun zum Röntgen und mache mehrere Aufnahmen. Beim Auswerten stelle ich sofort den Schatten neben ihrem rechten Lungenflügel fest. Darum setze ich auch das Ultraschallgerät ein. Auch hier kann man die Veränderungen feststellen.

Langsam kommt in mir der Verdacht auf, das in keinem der TK jemals eine Röntgenaufnahme von der anderen Seite des Aufpralls gemacht wurde. Doch warum nicht? Ich nehme mir noch einmal den Befundbericht einer der TK vor und studiere diesen nun genau. Jetzt weiß ich die Lösung!

Bei dem Unfall will der Unfallgegner nach eigenen Angaben nur Schrittgeschwindigkeit gefahren sein. Doch die Aufnahmen sagen was ganz anderes aus. Danach, so vermute ich, ist der Fahrer mindestens 30 Km/h schnell gewesen. Das ergibt sich alleine aus der Auswertung der Aufnahmen von den Rippenbrüchen.
Nun nehme ich die Katze und lege sie noch einmal unter das Röntgengerät. Zunächst mache ich drei Aufnahmen von der linken Seite des Tieres. Anschließend auch vier Aufnahmen von der rechten Seite. Jedes Mal wenn eine Aufnahme gemacht wird, liegt die Katze in einer anderen Stellung unter dem Gerät.

Unter einem Computertomographen brauchte ich die Stellung nicht verändern. Aber sowas habe ich nicht zur Verfügung. Ich bitte Andrea darum mit ihrer Katze in den Nebenraum zu gehen und entwickle die Aufnahmen.
Beim erneuten Betrachten stelle ich nun fest, das Mausi einen inneren Bluterguss hat, der auf die Lunge drückt. Darum nehme ich noch einmal das Ultraschallgerät und untersuche nun die rechte Seite von Mausi. Innere Blutungen hat sie nicht. Alles ist inzwischen abgeheilt, nur der Bluterguss ist noch da, wahrscheinlich hat er sich eingekapselt, und muss behandelt werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten! Zu einem ist es möglich den Bluterguss, sollte er wirklich verkapselt sein, heraus zu operieren oder es mit Medikamenten zu versuchen.

Beide Arten der Behandlung nenne ich natürlich Andrea. Dann beraten wir zusammen, welche Möglichkeit die bessere ist. „Also, eine OP wäre natürlich jederzeit möglich, wenn Mausi ansonsten vollkommen gesund ist. Aber zunächst sollten wir es mit Medikamenten versuchen. Wenn das nicht klappt, muss eben operiert werden.“

Andrea und ich einigen uns darauf, das es zunächst Medikamentös versucht wird. Dazu soll Mausi eine Woche bei uns bleiben, damit ich den Fortschritt der Behandlung selber Kontrollieren kann. Anschließend wird sich wieder zusammen gesetzt und weiter beratschlagt.

Andrea ist einverstanden und nachdem ich ihr gesagt habe, das die Behandlung kostenlos ist, kann sie es gar nicht fassen. „Kostenlos? Das gibt es doch nicht! Wieso kostenlos? Mausi soll doch eine Woche behandelt werden und die Medikamente sind nicht gerade billig. Gibt es einen Haken dabei?“ fragt sie mich.
„Es gibt keinen Haken dabei. Wir sind ein Tierheim und ich darf für die Behandlung keine Rechnung ausstellen. Außerdem werden alle Medikamente durch unseren Tierarzt besorgt. Der Rechnet dann mit dem Zulieferer ab. Ich weiß aber, das er für unser Tierheim einen Sonderpreis bekommen hat. Aber auch die Medikamente kosten dich nichts. Nur für das Futter muss etwas bezahlt werden. Ansonsten freuen wir uns über jede Spende, egal wie hoch diese ist. Diese Spendengelder werden dann auch meist dazu benutzt um eben Medikamente zu besorgen.“

In diesem Moment kommt auch unser Tierarzt dazu und nachdem er gegrüßt hat, schaut er sich sofort die Aufnahmen an. Auch er kommt zu demselben Ergebnis wie ich es bin. Anschließend redet er auch noch einmal mit Andrea und auch jetzt erklärt er ihr das die Behandlung hier kostenlos Ist. Ich versorge Mausi mit den nötigen Medikamenten, dann kommt sie auf die Krankenstation. Dort liegen noch drei andere Katzen und auch zwei Hunde.

Andrea ist erstaunt darüber, das wir keine Abtrennung zwischen den unterschiedlichen Tieren haben und ich kläre sie auf. „Weißt Du Andrea, die Tiere sind viel zu viel damit beschäftigt ihre eigenen Krankheiten zu verarbeiten. Darum gibt es kein Knurren oder Fauchen. Oft kommt es vor, das alle Tiere zusammen in einem großen Korb liegen. Darum ist auch dieser Korb hier. Darin passen neben den beiden Hunden auch noch die Katzen. Aber bisher haben sich die fünf nur beschnuppert. Komm wir gehen wieder nach draußen und schauen noch ein bisschen durch die Scheibe. Ich kann mir vorstellen das dann alle zu Mausi gehen und diese beschnuppern.“

So machen wir es dann auch. Wir verlassen den Raum und schauen durch die große Scheibe was jetzt in dem Raum passiert. Es dauert nicht einmal zwei Minuten bis sich der erste Hund erhebt und langsam zu Mausi geht. Nachdem der Hund genug geschnuppert hat, schleckt er sogar Mausi ab. Auch Mausi ist am schnuppern und nachdem sie fertig ist, schleckt sie dem Hund über die Augen.

Danach steht sie auf und geht auf wackligen Beinen zum Korb des Hundes und legt sich dort hin. Der Hund legt sich vorsichtig daneben. Nun kommen auch die anderen Tiere um an Mausi zu schnuppern. Anschließend gehen sie wieder zu ihren Körben und legen sich hin.

Andrea ist nun ganz erstaunt darüber was sie sieht und fragt mich, warum ihre Mausi sich zu dem Hund gelegt hat. „Mausi hat einen neuen Freund! Wenn sich in einer Woche nichts geändert hat, musst Du wohl auch den Hund zu dir nehmen.“ Erst schaut sie ungläubig dann sieht sie unseren Tierarzt an. Aber auch dieser ist der gleichen Meinung wie ich. „Wenn es so ist!“ meint Andrea, dann verabschiedet sie sich und fährt nach Hause.

Andrea ruft jeden Tag morgens und abends bei mir an und ich berichte von den Fortschritten bei Mausi. Schon am zweiten Tag konnte ich eine Besserung feststellen. Der Bluterguss wird immer kleiner. Am Freitagmorgen sagt Andrea mir, nachdem ich ihr gesagt habe das Mausi wieder abgeholt werden kann, das sie erst am Samstag kommen kann. Ist mir egal, ich habe sowieso Dienst.

Am Samstag gegen 14.00 Uhr klopft es an meiner Tür und Andrea kommt auf mein „Herein“ in mein Büro. Zu ihrer Begleitung zählen auch noch zwei Männer. Diese stellt mir Andrea nun vor. Das eine ist ihr Ehemann und der andere der Tierarzt der seine Neugier nicht zurück halten konnte. Darum ist er heute mit.

Ich kläre nun alle Anwesenden über den Verlauf der Krankheit auf und wie gut sich Mausi inzwischen Entwickelt hat. Zwar muss sie noch etwa zwei Wochen lang Medikamente in Pillenform bekommen aber der Bluterguss ist fast weg. Ich zeige dem Tierarzt die Aufnahmen von Mausi und nun erkennt er auch den Bluterguss. Andrea und ihre Begleitung bleiben noch etwa zwei Stunden im Tierheim, dann fahren die drei wieder davon. Natürlich wird Mausi und ihr Hundefreund mitgenommen. Mausi wird wieder vollkommen gesund und nach etwa acht Wochen ist Andrea wieder bei uns. Sie erzählt, das Mausi inzwischen im Haus lebt und nur raus geht, wenn auch ihr Freund nach draußen will. Sie übergibt mir einen Scheck und nimmt noch zwei Katzen und einen Hund zu sich. Klar das es die Tiere sind, mit denen Mausi eine Woche verbracht hat.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #372
Lucy

Heute ist der erste Abend an dem ich am Keyboard Unterricht teilnehme Um 20.00 Uhr soll es losgehen und bis 21.30 Uhr dauern. Schon in meiner Kindheit habe ich mich fürs Klavierspielen interessiert. Meine Mama gab mir damals auf unserem Klavier Unterricht. Natürlich nicht wie ein professioneller Lehrer, aber ein paar Lieder kann ich schon auf dem Klavier.

Bei einer Hochzeit von Freunden habe ich dann ein Gerät gesehen, was sich anhörte wie ein Klavier. Der Mann der das Gerät spielte, konnte damit aber auch eine Orgel nachspielen. Auch hörte es sich zeitweise an, als wenn aus dem Gerät auch noch ein Schlagzeug spielen würde.

Darum bin ich zu dem Mann und habe mir das Gerät erklären lassen. Das machte er sehr genau und ich durfte auch ein Lied spielen, welches ich zu Hause auf dem Klavier spielte. Dasselbe Lied spielte er dann ebenfalls, jedoch hat er an dem Gerät ein paar Schalter betätigt und nun hörte es sich an, als wenn ein ganzes Orchester auf der Bühne steht.

Ich war fasziniert von dem Gerät und habe beim nächsten Einkaufsbummel nach solch einem Gerät Ausschau gehalten. Schon bald hatte ich es auch gefunden, aber der Preis hat mich doch geschockt. Soviel hat unser 2 jähriger Rekord noch nicht einmal gekostet wie dieses Teil.

Also habe ich es sein gelassen das Gerät, der Verkäufer sagte Keyboard dazu, mirl zu kaufen. Natürlich war ich nun enttäuscht und habe mich darum öfters an unser Klavier gesetzt um zu spielen. Jedoch hörte es sich nicht so gut an, wie mit einem Keyboard.

Jahre später habe ich dann ein Prospekt der VHS in die Finger bekommen und die haben einen Kurs zum Erlernen von Keyboardspielen angeboten. Also habe ich dort angerufen und nachgefragt, weil es mich interessierte, ob man solch ein Gerät in der VHS zur Verfügung gestellt bekommt. Denn spielen wollte ich noch immer.

Als ich meine Frage gestellt hatte, wurde mir versprochen, das neben den Anmeldeformularen auch eine Übersicht mitgeliefert wird, aus dem hervorgeht wo es solch Geräte zu kaufen gibt. Ich sagte am Telefon: „Aber die Teile sind doch so teuer. Dafür bekommt man schon ein Auto!“ Woraufhin die Frau am anderen Ende der Leitung laut lachen musste: „Heute gibt es ein Keyboard schon für unter 300 Mark und nicht mehr zu Preisen wie vor 10 Jahren. Ich schicke Ihnen alles zu und wenn dann noch Interesse besteht, melden Sie sich einfach wieder.“

Schon nach drei Tagen hatte ich einen dicken Briefumschlag vor mir liegen. In dem Umschlag waren nicht nur das Anmeldeformular für die VHS sondern auch mehrere Prospekte verschiedener Keyboards. Aber auch ein Begleitschreiben war dabei aus dem hervor ging, das es diese Geräte auch bei diversen Versandhändlern gibt.
Also war mal wieder ein Besuch in der Stadt nötig und ich ging in die großen Kaufhäuser Hier stellte ich nun fest, das viele Geräte die im Fachhandel angeboten wurden, dort erheblich billiger waren. Noch einmal habe ich bei der VHS angerufen und mich erkundigt auf welchem Gerät der Lehrgang stattfindet. Es war ein Gerät der mittleren Preisklasse und darum habe ich das gekauft.

Auch Herbert war bei dem Kauf dabei und er trug dann das Paket mit dem Gerät zu unserem Auto. Zu Hause habe ich natürlich sofort, nachdem das Gerät ausgepackt und ans Stromnetz angeschlossen war, etwas gespielt. Das Keyboard ist im Übrigen ein Leichtgewicht, trotz der Größe die es hat. Doch ich freute mich schon auf den Lehrgang.

Nun ist es soweit! Das Keyboard liegt auf dem Rücksitz und ich bin unterwegs zur VHS. Dort angekommen bin ich doch erstaunt wieviel Fahrzeuge vor dem Gebäude der VHS stehen. Doch mir fällt ein, das auch noch andere Lehrgänge von der VHS angeboten werden und diese mit Sicherheit auch heute stattfinden.

Ich schnappe mir mein Gerät und betrete das Gebäude. An einer Wand gegenüber des Einganges hängt ein Zettel der darauf hinweist, das der Keyboardlehrgang im ersten Stock stattfindet und dort im Zimmer 8. Ich gehe die Treppe hoch und gehe direkt zum Zimmer 8. Die Tür steht weit auf und als ich den Raum betrete sehe ich noch drei andere Personen die an Tischen sitzen. Vor ihnen steht jeweils ein Keyboard. Ich geselle mich dazu und stelle mich nur mit Vornamen vor. Auch die anderen machen das.

Wir warten noch fünf Minuten als dann der Lehrer den Raum betritt. Er heißt uns herzlich willkommen, stellt sich mit Namen Martin vor und sagt, das nur wir vier an dem Lehrgang teilnehmen. Auch meint er: „Dadurch das Sie nur zu viert sind, habe ich natürlich die Möglichkeit viel intensiver mit Ihnen zu proben. Aber nun wollen wir erst einmal mit der trockenen Theorie beginnen.“

Dann erklärte er die Funktionsweise eines Keyboard und auch wie man es reparieren kann, sollte es einmal nicht spielen. Doch gleichzeitig weist er daraufhin, das dieses nur eine Überprüfung des Keyboards ist und keine Reparaturanleitung.

Anschließend bringt er uns, alle Teilnehmer haben schon Erfahrung mit einem Klavier oder Orgel, ein Lied bei. Dieses sollen wir bis zum nächsten Treffen mit Begleitmusik unterlegen und beim nächsten Mal vortragen. Die Begleitmelodie sollen wir uns selber ausdenken. Dann ist der Abend vorbei und alle unterhalten wir uns noch einige Minuten. Dann nehme ich mein Keyboard und fahre wieder nach Hause. Unser nächstes Treffen ist in einer Woche.

Wieder soll der Lehrgang um 20.00 Uhr beginnen, doch unser Lehrer erscheint nicht zur rechten Zeit. Nach 15 Minuten kommt er endlich und entschuldigt sich dafür das er zu spät gekommen ist: „Entschuldigen Sie bitte. Aber meine Katze ist plötzlich sehr krank geworden und ich musste mit ihr erst zu einer TK. Lucy und meine Frau sind noch immer dort. Bisher ist noch nicht festgestellt worden was sie hat. Aber beginnen wir nun mit dem Unterricht.“

Anschließend stellt jeder der Teilnehmer sein Lied vor, welches er aus der Vorgabe gemacht hatte. Auch ich stellte mein Lied vor. Danach wurde wieder weiter auf die Möglichkeiten des Keyboards eingegangen. Zum Schluss lernen wir wieder ein Lied, welches wir wieder mit den Mitteln unseres Keyboards verbessern sollen. Nur gibt uns Martin diesmal die Instrumente vor, die wir einbauen sollen.

Drei Tage später sitze ich in meinem Büro und lese gerade eine Medizinische Abhandlung über mögliche Darmerkrankungen bei Hunden. Als mein Telefon klingelt lege ich die Abhandlung zur Seite und hebe den Hörer ab. Nachdem ich mich gemeldet habe höre ich die Stimme eines Mannes. Die Stimme kommt mir bekannt vor, doch ich kann sie nicht zu ordnen. „Guten Tag! Ist dort die Tierrettungs Station?“ Nachdem ich das bestätigt habe, redet der Mann weiter: „Meine Katze ist sehr krank und die von der TK haben mir Lucy wieder mit nach Hause gegeben, damit sie im gewohnten Umfeld ihre letzten Tage verbringen kann. Aber es muss doch eine Möglichkeit geben meiner Lucy zu helfen. Ein Mitarbeiter der TK hat mir heimlich Ihre Adresse gegeben. Darum rufe ich an!“ Ich frage ihn nur noch, wann er hier bei uns sein kann. Ich merke das er ganz erstaunt ist über meine Frage und er sagt: „Wie jetzt? Ich kann sofort kommen? Ohne vorher einen Termin zu machen?“

Ich bestätige das und sage ihm noch, das er auf jeden Fall den Befund der TK mit bringen soll. Dann beenden wir unser Gespräch und ich gehe zu unseren Behandlungsräumen um dort schon mal alles vor zu bereiten. Dazu gehört auch, das ich das Röntgengerät an schalte. Auch das Ultraschallgerät schalte ich schon einmal an. Dann warte ich auf Lucy!

Nach 10 Minuten fährt ein PKW auf den Parkplatz vor dem Gebäude und eine Frau steigt aus dem Wagen. Auf der Fahrerseite steigt Martin aus. Jetzt weiß ich auch, woher ich die Stimme am Telefon kenne. Die Frau nimmt noch einen Katzenkorb aus dem Wagen, während Martin schon auf dem Weg zu meinem Büro ist. Darum öffne ich ein Fenster und rufe ihn an. Als er stehen bleibt sage ich zu ihm das er zu mir kommen soll. Da er gegen die Sonne sehen muss, hat er mich wohl nicht erkannt aber er und seine Frau kommen sofort zu mir in das Behandlungszimmer.

Dort ist er erst einmal erstaunt als er mich sieht, dann stellt er seine Frau Margret vor. Diese stellt den Katzenkorb auf den Behandlungstisch und ich öffne die Tür am Korb. Sofort kommt langsam die Katze aus dem Korb und legt sich vor die Tür auf den Behandlungstisch. Dann nimmt Martin den Korb vom Tisch und stellt diesen auf den Boden. Ich streichele schon die Katze denn zunächst muss ein Vertrauensverhältnis zwischen ihr und mir hergestellt werden.

Dann gibt mir Martin den Befundbericht der TK den ich sehr genau studiere. Jedoch schließt dieser damit ab, das keine Krankheit bei Lucy festgestellt werden konnte und diese wieder nach Hause darf. Jedoch weisen sie daraufhin, das die Katze wohl sterben wird. Auch einen Zeitraum nennen sie. Dieser beträgt vermutlich vier Wochen.

Ich beschließe bald mit der TK zu sprechen, damit die nicht wieder solch einen Unsinn in ihrem Bericht schreiben. Dann fange ich an die Katze ab zu tasten. Martin meint dazu: „Müsste das nicht ein Tierarzt machen. Soviel wie ich weiß, bist Du nur Tierarzt-Helferin. Ich weiß schließlich nicht wie weit Du Ausgebildet bist, aber mit Sicherheit nicht soweit, wie ein Tierarzt!“

Ich stelle meine Arbeit ein und sage ihm, das er sich doch mal die Diplome die an der Wand hängen anschauen soll. Dort hängt auch eine Kopie meiner Sondergenehmigung. Dann untersuche ich die Katze weiter. Schon kurz darauf sagt Martin: „Entschuldige Gerda! Das habe ich nicht gewusst. Dann scheint Lucy ja in gute Hände gekommen zu sein. Aber sollte nicht doch der Tierarzt dazu geholt werden, damit er deine Diagnose bestätigt?“

Ich sehe gar nicht hoch sondern sage zu ihm: „Ruf bitte beim Tierarzt an und frage ihn ob er kommen will. Die Nummer liegt neben dem Telefon.“ Martin schaut mich lange an, dann geht er zum Telefon und wählt die Nummer des Tierarzt. Kurz schildert er das Problem mit Lucy, dann fragt er ob der Tierarzt nicht bei der Untersuchung dabei sein will. Ungefähr zwei Minuten lauscht er dann was der Tierarzt ihm sagt, dann legt er auf.

Ungläubig schaut er mich an und als seine Frau fragt was denn n nun los ist, sagt er: „Der Tierarzt hat mir eine tolle Story erzählt. Danach bist Du Gerda, erheblich besser wie er es ist. Immer wenn er nicht weiter weiß, fragt er dich und Du findest immer eine Lösung. Obwohl Du schon seit über 10 Jahren Tieren hilfst, musstest Du erst einmal ein Tier einschläfern. Du sollst schon über 300 Tiere behandelt haben und alle haben überlebt.“ Ich antworte darauf nur: „Siehste! So ist es nun mal!“

Nun schaut auch Margret erstaunt, doch ich kümmere mich schon nicht mehr um die beiden. Jetzt ist nur noch Lucy wichtig! Darum bringe ich sie zu unserem Röntgengerät und mache mehrere Aufnahmen. Während ich diese entwickle, trägt Margret ihre Katze wieder zurück in den Behandlungsraum. Da auf den Aufnahmen nichts zu sehen ist, nehme ich das Ultraschallgerät und setze dieses an. Aber auch dabei kann ich nichts feststellen.

Nun bleibt nur noch eine Blutuntersuchung und ich entnehme etwas Blut von Lucy. Dieses kommt anschließend ins Gerät welches das Blut untersucht. Diesmal habe ich das Gerät so eingestellt, das alle Werte untersucht werden. Als der Ausdruck vor mir liegt und ich diesen betrachte, fällt mir der erhöhte Entzündungswert auf. Doch eine Entzündung kann ich bei Lucy nicht feststellen.

Noch einmal taste ich Lucy ab. Wenn es eine Entzündung ist, muss Lucy bei der Untersuchung reagieren. Doch nichts geschieht. Von Lucy erfolgt keine Reaktion. Jedenfalls hat sie keine Entzündung in ihren Gliedmaßen wie ich zunächst vermutet habe.

Wo sitzt die blöde Entzündung frage ich mich! Darum wende ich mich wieder an Magret und Martin und frage die beiden wie sie festgestellt haben, das Lucy krank ist. „Eigentlich frisst und trinkt sie ganz normal. Auch streicheln konnten wir sie. Nur wenn wir sie auf den Arm genommen haben, fing sie an zu fauchen. Das hat sie vorher nicht gemacht.“

Ich rufe nach einem Mitarbeiter und lasse durch den eine andere Katze holen. Nun soll Martin mir zeigen, wie sie Lucy auf den Arm nehmen. Als er die Katze auf den Arm nimmt, bin ich nicht schlauer. Darum bitte ich Margret darum die Katze auf den Arm zu nehmen. Margret nimmt die Katze und greift dabei unter ihre Brust um sie auf den Arm zu nehmen.

Nun taste ich nochmal Lucy ab und als ich im Brustbereich etwas fester drücke, fängt Lucy an zu fauchen. Jetzt weiß ich was Lucy hat! Ich lasse die andere Katze wieder von dem Mitarbeiter zurück bringen, jedoch ist dieser nach einem kurzen Moment mitsamt der Katze wieder da. „Petra fing fürchterlich an zu mauzen als ich sie wieder in den anderen Raum gebracht habe. Erst als ich sie wieder auf den Arm genommen habe und hierhin zurück bin, hörte sie auf. Ich weiß nicht was sie hat!“

Aber ich weiß was los ist! Petra darf nun auf dem Schreibtisch bleiben und wird dort von Magret aber auch von Martin gestreichelt. Nun untersuche ich Lucy noch einmal und als ich wiederrum im Brustbereich etwas fester zugreife, knurrt Lucy wieder. Noch einmal setze ich das Ultraschallgerät an und diesmal stelle ich es anders ein. Jetzt können auch die kleinsten Unregelmäßigkeiten angezeigt werden. Ich erkenne das Lucy eine Entzündung der Nerven unter ihrem Rippenbogen hat.

Diese Entzündung wird als Interkostal Neuralgie bezeichnet und ist sehr leicht zu behandeln. Entweder man gibt normales Schmerzmittel oder man gibt eine Spritze direkt in die Nervenbahn um den Schmerz zu unterbinden. Ich entschließe mich für die Spritze und schon nach nur 20 Minuten kann wieder etwas stärker zu gepackt werden.

Ich erkläre den beiden an welcher Krankheit Lucy leidet und empfehle die Schmerzbehandlung mittels Pillen weiter fort zu führen. Auch bekommt Lucy von mir ein AB-Medikament welches sie noch einige Tage nehmen muss. Dann darf Lucy wieder zu ihren Besitzern.

Als diese gehen wollen fängt Petra laut an zu mauzen. Margret und Martin schauen mich an und fragen mich warum Petra so laut ist. Ich erkläre es ihnen und sie nehmen Petra mit zu sich nach Hause. Dazu wird Petra einfach in den Tragekorb zu Lucy gelassen.

Lucy wurde wieder ganz gesund und auch Petra blühte richtig auf. Beide lebten noch über 15 Jahre bei Margret und Martin sehr glücklich zusammen. Den Lehrgang machte ich anschließend weiter und bekam, wie auch die anderen zum Abschluss ein Diplom.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #373
Georg

Heute sind wir zu Georg eingeladen. Das ist ein sehr guter Freund von Herbert und mir. Georg hat vor kurzem seinen 70 Geburtstag gefeiert und nun will er mit seinen engsten und besten Freunden seinen Geburtstag nach Feiern.

Georg hat in seiner aktiven Zeit bei der Autobahnpolizei gearbeitet. Dort war er zuletzt Leiter der Autobahnpolizei in unserem Bereich. Schon sehr oft hat er mir bei meinen Einsätzen geholfen. Das natürlich ohne sich um irgendwelche Vorschriften zu kümmern. Immer wenn es nötig war, hat er alles Mögliche Veranlasst um Tieren zu helfen.

So auch damals, als wir uns kennen lernten, da war er noch Streifenbeamter und fuhr täglich mit seinem Dienstwagen auf der Autobahn. Georg hat gerade zusammen mit einem Kollegen einen LKW angehalten um diesen zu kontrollieren. Dabei werden die Frachtpapiere, das Gewicht, der Zustand des Fahrzeuges aber auch der Führerschein überprüft. Diesen LKW haben sie angehalten weil er sie überholt hat. Zwar fuhr Georg mit dem Dienstwagen etwa 90 km/h, trotzdem brauste der LKW an ihnen vorbei. Dabei sagte Georg zu seinem Kollegen: „Das gibt es doch nicht! Noch nie bin ich, wenn ich auf Streife bin, von einem LKW überholt worden. Den Knaben schnappen wir uns mal!“

Sofort hat Georg Blaulicht und Martinshorn angeschaltet und ist hinter dem LKW her. Schon kurz darauf fuhren sie hinter dem LKW und obwohl noch immer Blaulicht und Martinshorn angeschaltet waren, machte der Fahrer keine Anzeichen etwas langsamer zu fahren. Erst als Georg sich vor den LKW setzte, wurde der LKW langsamer und er blendete einmal mit der Lichthupe auf.

Darum ist Georg sofort auf den nächsten Parkplatz gefahren. Der LKW folgte ihm und kurz darauf blieben beide auf dem Parkplatz stehen. Georg schaute in den Rückspiegel und sah schon den Fahrer aus dem LKW springen. Dabei ist er wohl falsch mit den Füßen auf gekommen, denn Georg konnte sehen wie der Fahrer mit einem Bein um knickte und stürzte.

Sofort stiegen Georg und der Kollege aus dem Streifenwagen und liefen zu dem Fahrer. Als sie bei ihm ankamen, saß dieser schon wieder auf dem Boden und versuchte auf zu stehen. Georg half dem Fahrer dabei und als der Fahrer stand sagte dieser: „Entschuldigen Sie das ich so schnell unterwegs bin! Aber ich habe dort einen verletzten Hund im Wagen liegen. Damit will ich zu Gerda damit sie dem Hund hilft.“

Bevor Georg was sagen kann, mischt sich sein Kollege ein: „Ja ist klar! Sie sind mit mindestens 100 km/h an uns vorbei. Zeigen Sie mal….“ Da unterbricht Georg seinen Kollegen und fragt: „Wo ist der Hund?“ Dann geht er auf den LKW zu. Der Fahrer humpelt hinter ihm her und sagt dabei: „Der Hund liegt bei mir hinten in der Koje. Am besten kommen sie von der Beifahrerseite zu ihm.“

Sofort kletterte Georg, nachdem er die Tür geöffnet hatte, die paar Stufen hoch in verschwindet im Wagen. Schon kurz darauf streckt er seinen Kopf aus dem Fahrerraum und sagt: „Komm hoch und erzähl mir was passiert ist. Vor allem sage mir, wer diese Gerda ist!“

Auch der Fahrer klettert die paar Stufen hoch und setzt sich dann auf den Beifahrersitz. Dann erzählt er: „Den Hund habe ich auf dem Parkplatz bei B…… gefunden. Er lag dort in der Ausfahrt mitten auf der Fahrbahn. Ich habe angehalten und wollte ihn von der Fahrbahn nehmen. Als ich bei ihm war, habe ich gemerkt das er noch lebt. Darum habe ich ihn ganz vorsichtig hochgehoben und in meinen LKW gelegt. Ich bin auf dem Weg zu Gerda, der besten TÄ die es gibt. Die Arbeitet im Tierheim in Yyyyyy. Noch nie hat sie uns Trucker abgewiesen wenn wir mit einem Tier gekommen sind. Also was ist, kann ich nun weiter? Schließlich sind es noch 25 Kilometer bis ich sie über Funk erreichen kann!“

Georg und der Fahrer kletterten wieder aus dem Wagen, ließen den Hund jedoch im LKW. Vor dem Wagen unterhielten sie sich noch einige Minuten zusammen, dann fällte Georg eine Entscheidung. Sofort wurde der Hund aus dem LKW geholt und in den Streifenwagen gelegt. Anschließend fuhr Georg zusammen mit dem Kollegen los. Unterwegs schaltete Georg noch Blaulicht und Martinshorn an. So konnte er fast Höchstgeschwindigkeit fahren.

Öfters meinte der Kollege, das die Leitstelle informiert werden muss, doch Georg sagte nur: „Später!“ Kurz vor dem Tierheim sagte er dann: „Gib mir mal das Mikrophon!“ zu seinem Kollegen. Dieser gab ihm das Mikro und Georg rief die Leitstelle. Als diese sich meldete, sagte Georg was er und sein Kollege gerade machten. Dabei erwähnte er auch, das er kurz vor dem Tierheim ist und nur noch etwa 2 Minuten benötigt werden bis sie da sind. Von der Leitstelle kam nur ein: „OK“ dann war das Gespräch beendet.

Kurz darauf war er auf dem Gelände des Tierheim. Noch immer brannte das Blaulicht. Da Georg nicht wusste wo er hin sollte, blieb er etwa 25 Meter vor einem Gebäude stehen. Erst als eine Frau aus dem Gebäude ihm zu winkte, fuhr er schnell dort hin. Die Frau die ihm zugewunken hatte, war ich.

Bei mir angekommen holte er sofort den Hund aus dem Auto und kam auf mich zu. Als er bei mir ankam fragte er: „Sind wir hier richtig in der Tier Rettungsstation? Dieser Hund ist auf der Autobahn gefunden worden. Der Fahrer der ihn gefunden hat, sagte das er schwer verletzt ist. Können Sie den Tierarzt oder die TÄ rufen die hier arbeitet?“

Ich lächle ihn nur stumm an, dann gehe ich zum Untersuchung Zimmer. Dort bitte ich darum den Hund auf den Tisch zu legen und fange ihn an zu Untersuchen. Dabei stelle ich fest, das der Hund keine Verletzung hat, sondern nur seit ein paar Tagen nichts mehr gegessen hat. Darum gehe ich nach nebenan und hole einen Napf mit Futter. Sofort macht sich der Hund darüber her und futtert den Napf in kürzester Zeit leer.

Georg, inzwischen hatte er sich vorgestellt wollte es nicht glauben, das der Hund keine Verletzung hat. Da in diesem Moment der Tierarzt den Raum betrat, bat ich ihn darum den Hund ebenfalls zu untersuchen. Natürlich stellte er dasselbe fest wir ich es auch schon gemacht hatte. Da fragte Georg: „Ja wer sind Sie denn dann? Also das ist der Tierarzt, aber hier soll doch auch eine TÄ arbeiten. Wo ist die denn nun?“

Der Tierarzt und ich fingen laut an zu Lachen, dann sagte der Tierarzt: „Darf ich Ihnen vorstellen? Das ist Frau Gerda Xxxxx, die Leiterin dieses Tierheim und gleichzeitig die TÄ dieser Station. Frau Xxxxx ist die beste TÄ die ich bisher kennen gelernt habe, denn sie hat immer Recht mit ihren Diagnosen. Außerdem hat sie, seit dem sie hier arbeitet, erst ein Tier einschläfern müssen.“

Anschließend redeten wir noch etwa 30 Minuten zusammen, dann meinte Georg: „Ich glaube es ist besser ich melde mich mal wieder in der Leitstelle. Immerhin habe ich uns vor 1,5 Stunden abgemeldet wegen der Rettungsfahrt. Ich schätze mal, das ich ganz schön was zu hören bekomme. Schließlich habe ich keinem gesagt das ich nach hier unterwegs bin. Erst kurz vor dem Tierheim habe ich denen das mitgeteilt. Bis dem nächst mal!“

Damit gingen er und sein Kollege zu ihrem Wagen und verließen das Tierheim. Der Tierarzt und ich schauten noch nach, ob der Hund eine Tätowierung hatte und nachdem wir diese gefunden hatten, riefen wir bei der Registrierungsstelle an. Anschließend wurde der Besitzer des Hundes angerufen und dieser freute sich ungemein das sein Hund wieder gefunden wurde. Noch am selben Tag kam er und holte seinen Hund ab.

Am nächsten Wochenende kam Georg wieder zu uns ins Tierheim. Auch seine Frau war mit dabei. Georg erzählte mir dann, was passierte nachdem er sich wieder gemeldet hatte. Er musste sofort zur Leitstelle kommen, wo er vom Leiter der Dienststelle herunter geputzt wurde. In einer Sprechpause sagte Georg: „Jetzt sagen Sie mir einmal, wie Sie gehandelt hätten! Den Fahrer bestrafen, weil er ein Leben retten wollte? Mich bestrafen weil ich ein Leben gerettet hatte? Oder einfach nur ganz normal fragen was denn eigentlich los gewesen ist? Daraufhin schaute ihn der Leiter lange an und ließ sich anschließend alles genau schildern. Dann segnete er die Fahrt ab.“

Mit Georg habe ich noch eine andere Geschichte erlebt die eine Erwähnung wert ist, doch das ist eine andere Geschichte.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #374
Helmut, Deine Geschichten über Gerda sind einfach nur immer wieder große Klasse!

ein klitze keines Wenig übertreibst Du es mit der Darstellung ihrer Fähigkeiten, dies aber nur, weil es aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Würdest Du es als "neutraler Beobachter" schreiben, wäre es völlig in ok! :mrgreen::mrgreen::mrgreen:

Ich mag Deine Geschichten! :-D:-D:-D und lese sie immer gern! :-D

Danke Dir! :a066:
 
  • Post aus Bayern Beitrag #375
Judith danke für deinen kritischen Beitrag! (Kritik ist immer herzlich willkommen!!:cry::mrgreen::lol:)

Aber was soll ich machen. Mit Sicherheit ist dir bekannt, das alle Geschichten von Gerda vor gegeben sind. Soll heißen: Ich schreibe nur das nieder, und lasse ein klein wenig meine Fantasie spielen, was Gerda mir zu ihren Lebzeiten an Unterlagen gegeben hat. Und dort steht dann eben drin, was gerade über sie gesagt wurde. Dabei kürze ich das schon erheblich.
Das beste Beispiel hierfür, sind folgende Geschichten:
"Späte Ehrung" oder aber auch die Geschichte "Meine Krankheit"
In diesen beiden Geschichten wird viel über Gerdas wirken gesprochen. Ich habe das auf das wichtigste zusammen gestrichen. Bei beiden Geschichten sind es zusammen über 60 DIN A4 Seiten die ich schreiben müsste. Und das will ich keinem antuen.
Ich habe hier die Reden von den entsprechenden Leuten als CD vorliegen. Die originale sind mit einem kleinen Diktiergerät aufgenommen worden. Wer die Reden auf CD gebrannt hat, ist mir nicht bekannt, aber ich habe auch in die originale rein hören dürfen. Alle Originale hat die Tochter Monika. Auch sie hat mir versprochen, da sie auch alles nieder schreibt, mir ihre Aufzeichnungen gelegentlich zu kommen zu lassen. Zwei Geschichten hat Monika mir schon geschickt! Mal schauen ob ich diese gelegentlich hier mit einfließen lasse. (Sind im übrigen 10 DIN A4 Seiten mit viel Gerede)

Auch bei der letzten Geschichte steht erheblich mehr bei, wie in die Geschichte eingeflossen ist. Hier meine ich die Antwort des Tierarzt. Es sind, glaub ich nur vier Sätze die der Tierarzt auf die Frage von Georg antwortet. Bei den Notizen von Gerda sind es über 20! Auch sind hier beide Seiten von einem und eine Seite von einem anderen DIN A4 Blatt von Gerda geschrieben worden.
Gib mir einen Tipp was ich machen soll.

Gruß Helmut
 
  • Post aus Bayern Beitrag #376
Von der Polizei gesucht

Herbert und ich wollen an diesem Wochenende wieder zu seinen Eltern fahren. Der Hauptsächliche Grund ist aber die Hochzeit von Herberts Schwester die am Samstag heiraten will. Die Einladung kam für uns sehr überraschend, aber das lag nur daran, das der Brief mit der Einladung fast vier Wochen unterwegs war. Der Brief kam erst in der letzten Woche am Montag an.

Herbert hat alle Termine für den heutigen Freitag abgesagt, was bei einigen Leuten leider nicht geklappt hat. Aber die Termine auf den Vormittag zu verlegen das klappte dann doch noch. So können wir doch am frühen Nachmittag los fahren, denn ich habe einfach mir für den ganzen Freitag frei genommen.

Natürlich war es bei mir viel einfacher, weil ich brauchte nur meinen Stellvertreter informieren und dann war schon alles erledigt. Mit der Stadt gab es keine Probleme als ich sie informiert habe. Trotzdem habe ich die ganze Belegschaft des Tierheim während der Mittagspause informiert. Alle wünschten mir viel Spaß bei der Feier.
Heute ist der Tag an dem wir los fahren wollen. Herbert ist schon zur Praxis um die Patienten zu versorgen bei denen eine Terminverschiebung um ein paar Tage nicht möglich war. Ich kümmere mich um unser Gepäck und mache alles fertig. Beim Packen von unserem Koffer fällt mir auf einmal Siedeheiß ein, das wir kein Hochzeitsgeschenk für Claudia und ihren Mann haben.

Sofort hänge ich mich ans Telefon um Herbert zu informieren. Die freundliche Mitarbeiterin am Telefon sagt mir, das sie Herbert informiert und dieser mich dann gleich anrufen wird. Kurz darauf klingelt mein Telefon und Herbert ist am Apparat! Ich erzähle ihm von dem fehlendem Hochzeitsgeschenk und er meint dazu: „ Ich kann um etwa 12.30 Uhr Feierabend machen. Komm zu dieser Zeit in die Praxis, danach gehen wir schnell in die Stadt und kaufen etwas. Mach dir schon mal Gedanken was wir holen.“

Um 12.30 Uhr bin ich in der Praxis und muss noch etwa 15 Minuten warten In der Zeit unterhalte ich mich mit dem Personal von Herbert Auch sie wünschen mir und natürlich auch Herbert viel Spaß bei der Feier. Dann ist Herbert mit dem letzten Patienten fertig und er kommt zum Empfangsschalter. Er reißt noch einige Witze, dann geht er in sein Büro um sich um zu ziehen. Nach kurzer Zeit ist er wieder da und gemeinsam verlassen wir die Praxis.

Wir nehmen Herberts Auto und fahren in die Innenstadt. Dort stellt Herbert das Auto in ein Parkhaus und wir machen uns auf den Weg zu einem Besonderen Geschäft. Natürlich hat Herbert mich gefragt was ich mir habe einfallen lassen und als ich ihm es sage, ist er einverstanden. Schnell sind wir bei dem Laden, denn dieser liegt nur etwa 200 Meter von dem Parkhaus entfernt. Jetzt hoffen wir, das genau dieses Teil auch da ist, welches wir wollen.

Als wir den Laden betreten wenden wir uns sofort an eine Verkäuferin. Denn warum sollen wir suchen, wenn die Mitarbeiter hoffentlich wissen, wo das Teil ist welches wir kaufen möchten. Die Dame führt uns sofort zu dem Regal in dem das Teil ist und wir kaufen es sofort. Schon nach 10 Minuten verlassen wir den Laden wieder und gehen zum Parkhaus. Anschließend geht es nach Hause.

Als wir dort ankommen ruft eine Nachbarin ganz aufgeregt nach uns: „Hallo, Ihr zwei. Vorhin war die Polizei da und hat nach euch gefragt. Wir wussten aber nicht wo ihr seid, darum sind sie weiter. Habt ihr eine Bank überfallen? Fragt sie zum Schluss unter lautem Lachen.

Auch Herbert und ich müssen lachen und verneinen die Frage natürlich. Dann betreten wir unser Haus und während Herbert Duschen geht, telefoniere ich mit der Polizei. Doch diese wissen nichts davon, das eine Streife bei uns war.

Auch ich mache mich nun fertig und während Herbert sich ebenfalls fertig macht, bringe ich schon unseren Koffer zum Auto. Dann koche ich noch schnell einen Kaffee für uns und gerade als ich damit fertig bin, ist auch Herbert fertig. Wir trinken den Kaffee und als wie Tassen leer sind, spüle ich diese schnell und räume sie wieder in den Schrank. Dann geht es zum Auto und wir fahren los.

Unterwegs erzähle ich Herbert von dem Anruf bei der Polizei. Er findet es schon komisch und sagt: „Hoffentlich haben da nicht ein paar Einbrecher in Polizeiuniform unser Haus aus spioniert. Nicht das wir am Sonntagabend eine böse Überraschung erleben.“ Dabei fährt er zur Autobahn Auffahrt.

Nachdem wir die Autobahn erreicht haben gibt Herbert Gas und wir können uns schnell vorwärts bewegen. Da Herbert aber nie schneller wie 130Km/h fährt, unser Auto läuft fast 200, stellt er bei genau dieser Geschwindigkeit den Tempomat ein und nimmt den Fuß vom Gaspedal. Jetzt hält der Wagen immer diese Geschwindigkeit außer Herbert greift, sei es durch Bremsen oder durch Beschleunigen, ein.

Wir sind schon etwa eine Stunde unterwegs und haben dank eines Staus erst 75 Kilometer zurückgelegt, als uns ein Polizeiauto mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn überholt. Direkt vor unserem Auto schert er ein und schon geht der Leuchtbalken an der uns auffordert dem Streifenwagen zu folgen.

Herbert ist ganz erstaunt und fragt mich: „Was soll das denn? Habe ich einen Patienten vergessen? Oder hast Du etwas vergessen? Bezahlt haben wir doch auch in dem Laden. Aber deshalb die Polizei zu verständigen, finde ich doch etwas übertrieben!“

Als der Pannenstreifen etwas breiter wird, dort ist eine Brücke und darum wird der Streifen breiter, hält das Einsatzfahrzeug an. Herbert stoppt unser Auto direkt hinter der Streife und macht die Scheibe herunter. Dann warten wir auf die Beamten die auch schon auf unser Fahrzeug zu kommen.

Als sie bei uns sind stellen sie sich zuerst vor, dann entschuldigt sich einer der Beamten. „Entschuldigen Sie bitte das wir Ihre Fahrt unterbrechen. Aber wir haben auf der Brücke etwa 10 Kilometer zurück gestanden und den Verkehr beobachtet. Auf einmal wurde ihre Autonummer durchgegeben mit dem Hinweis sie sofort an zu halten. Warum ist uns leider auch nicht bekannt. Am besten ist es, Sie folgen uns nach bis zu unserer Dienststelle. Das sind nur noch drei Kilometer. Dann können wir klären was eigentlich los ist.“

Herbert schaute mich kurz an, dann willigte er ein den Beamten zu folgen. Sofort gingen die beiden wieder zu ihrem Einsatzfahrzeug. Kurz darauf fuhren sie los und wir folgten ihnen. Während der Fahrt sahen Herbert und ich, wie einer der Beamten in ein Telefon sprach.

Etwa 5 Minuten später waren wir bei der Dienststelle der Beamten. Wir verließen unser Auto und gingen zusammen mit den beiden Beamten in das Gebäude. Dort wurden wir von einem älteren Mann empfangen und er bat uns ihm in sein Büro zu folgen.

Dort angekommen erzählte er uns zunächst warum wir angehalten worden sind: „Vor etwa einer Stunde bekam ich einen Anruf von einem anderen Dienststellenleiter. Er bat mich darum nach ihnen Ausschau zu halten. Auch sagte er den Grund hierfür. Ich machte ihn darauf Aufmerksam das wohl der korrekte Dienstweg ein zu halten ist. Er meinte dazu nur das dafür keine Zeit ist und er alles auf seine Kappe nimmt, was nach folgt. Der Kollege ist im Übrigen der Dienststellenleiter in Ihrer Gegend. Herr Georg Ppppp.“

Nun waren Herbert und ich doch sehr erstaunt und Herbert fragte was denn los ist. „Da muss irgendwas auf einem Parkplatz in seinem Einzugsbereich los sein. Darum hat er sofort diese Fahndung ausgerufen, nachdem bei Ihnen zu Hause niemand angetroffen wurde. Aber jetzt rufe ich ihn erst einmal an.“

Damit greift er zu seinem Telefon und wählt die Nummer. Als sich der andere Gesprächspartner meldet gibt er nach einem Augenblick mir den Hörer: „Hallo Gerda! Gut das ich euch noch erwische. Ich suche euch schon seit drei Stunden. Zu Hause wart ihr nicht und auch in der Stadt hat keiner euer Auto gesehen. Dann erfuhr ich, das ihr beide nochmals zu Hause wart aber schon wieder unterwegs. Darum habe ich Kollegen entlang eurer Route um Hilfe gebeten.

Es geht um folgendes: Bei uns an der Dienststelle liegt ein großer Hund. Der Tierarzt ist schon da und kümmert sich um das Tier. Doch er kann nichts machen und auch bewegen will er ihn nicht. Er sagte zu mir, das Du unbedingt kommen sollst. Darum mein Aufstand. Kannst Du sofort kommen?“ fragt er mich zum Schluss.
Sofort sage ich mein Kommen zu und nachdem wir uns von den Beamten verabschiedet haben gehen wir zu unserem Auto und fahren sofort los. Es dauert nicht lange, dann werden wir von einem Einsatzfahrzeug der Polizei überholt. Dieses fährt mit vollem Konzert und als es vor uns ist, geht die Leuchtschrift am Heck des Fahrzeugs an das uns auffordert dem Wagen zu folgen. Auch hinter uns ist ein Einsatzfahrzeug welches mit vollem Konzert fährt. Daraufhin gibt Herbert mehr Gas und wir fahren mit fast Höchstgeschwindigkeit hinter dem Polizeifahrzeug her.

So sind wir schon nach 35 Minuten an der Dienststelle der Polizei. Als Herbert anhält steige ich sofort aus dem Auto. Georg kommt auf mich zu und ohne ein Wort zu sagen zieht er mich in das Gebäude. Dann öffnet er die Tür nach hinten und als ich durch die Tür trete sehe ich sofort unseren Tierarzt der bei einem großen Hund kniet.

Ich gehe sofort zu ihm und ohne etwas zu sagen greife ich zum Stethoskop welches er mir reicht. Dann höre ich den Hund ab. Sein Herzschlag ist normal und auch Lungengeräusche sind zu hören. Danach sagt mir der Tierarzt das irgendetwas mit seinem Rücken nicht stimmt. „Ich habe ihn schon ab getastet, jedoch bin ich mir nicht sicher ob er was an der Wirbelsäule hat. Darum habe ich ihn auch noch nicht zur nächsten TK gebracht. Ich will erst dein Ergebnis abwarten. Entschuldige Gerda! Ich weiß ja das ihr zu Herberts Schwester unterwegs seid. Aber ich wusste nicht weiter!“

Nun taste ich den Hund entlang der Wirbelsäule ab. An einer Stelle finde ich eine dicke Beule. Diese taste ich genauer ab, kann jedoch keinen Bruch feststellen. Das sage ich zum Tierarzt und zusammen mit einigen Polizisten wird der Hund auf eine große Holzplatte gelegt. Dann wird der Hund in unseren Bulli, der auch da ist, gelegt und dieser fährt sofort zur nächsten TK. Herbert, der Tierarzt und ich fahren hinterher.

In der TK angekommen werden wir alle vom Leiter begrüßt, dann kommt der Hund unter das Röntgengerät. Beim Auswerten der Aufnahmen stellt sich dann tatsächlich heraus, das der Hund nur eine derbe Prellung der Wirbelsäule hat. Auch hat er einen Schädelbruch. Darum muss der Hund in der TK bleiben.

Herbert und ich fahren dann endlich los um unser Reiseziel zu erreichen. Auch jetzt fährt Herbert wieder mit Tempo 130. Als wir bei Herberts Eltern ankommen erklären wir schnell unsere Verspätung, dann helfen wir bei den Vorbereitungen der Hochzeit.

Am nächsten Tag sind wir alle gegen 11.00 Uhr in der Kirche und die Trauung wird vollzogen. Anschließend ist die Feier wobei wir auch unser Hochzeitsgeschenk überreichen. Bis spät in die Nacht wird gefeiert. Am Sonntag fahren Herbert und ich wieder nach Hause.

Gleich am Montag rufe ich in der TK an und erkundige mich nach dem Hund. Diesem geht es den Umständen entsprechend gut. Vier Wochen später war er wieder vollkommen genesen und kam zu uns ins Tierheim. Dort blieb er dann ein halbes Jahr, bevor Georg kam und ihn mit zu sich nach Hause nahm.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #377
Vulkaneifel

Herbert und ich sind mit unserem Wohnmobil in der Eifel unterwegs. Da Pfingsten ist, haben wir ein langes Wochenende vor uns und da unsere Tochter Monika lieber zu Hause bleiben wollte um mit ihrem Freund Kai zusammen zu sein, werden wir jeden Tag eine Radtour machen.

Das Monika mit Kai zusammen ist, bereitet mir keine Sorgen, denn unsere Tochter ist alt genug um zu wissen was sich gehört. Außerdem lässt sich sowieso nicht verhindern, was dann eben an anderer Stelle passiert. Also lassen wir sie mit ihren 17 Jahren machen was sie gern möchte.

Heute sind wir zunächst zum Maria Laach See gefahren. Wir wollen uns diesen Kratersee etwas genauer ansehen, denn in einem Fernsehbericht wurde gesagt, das dieser Vulkan noch immer aktiv ist, nur im Moment schläft.

Gleich nachdem wir unser Mobil vor einem Campingplatz, dort ist extra ein Bereich für Wohnmobile eingerichtet, abgestellt haben, gehen wir zu dem kleinen Laden der dort ist. Herbert kauft eine Radwegkarte und wegen meiner auffälligen Tasche, vorne und hinten sind Embleme eines Veterinärs aufgeklebt, kommen wir mit einem Hobby Vulkanologen ins Gespräch. Dieser erzählt uns das der Fernsehbericht stimmt, denn an einer Stelle kann man die Aktivität des Vulkans unter dem See noch sehen.

Er zeigt uns den Weg dorthin und Herbert und ich fahren los. Schon bald sind wir an der Stelle an der noch immer Gase an die Oberfläche kommen. Dabei handelt es sich aber um ungefährliches Kohlendioxid welches an die Oberfläche kommt. Dabei ist das Wasser des Sees in diesem Bereich stark am blubbern. Herbert macht ein paar Fotos, dann fahren wir weiter.

Etwa eine Stunde später sind wir am Kloster Maria Laach und wir nehmen an einer geführten Besichtigung teil. Diese dauert etwa 2 Stunden und als diese zu Ende ist, reden wir noch kurze Zeit mit dem Ordensbruder der die Besichtigung geleitet hat. Während des Gespräches kommt noch ein älterer Mann dazu und wir fragen ihn einfach ob wir auch noch andere Bereiche besichtigen können. Das ist zwar nicht der Fall, wie er sagt, aber für den morgigen Tag verspricht er uns eine Sonderführung.

Als er wieder geht sagt uns der Bruder: „Das war der Abt und gelegentlich macht er sowas. Wir sehen uns also Morgen gegen 10.00 Uhr?“ fragt er noch dann verabschieden wir uns und fahren zu unserem Mobil.
Am nächsten Tag sind wir um 10.00 Uhr wieder im Kloster und der Ordensbruder führt uns fast 5 Stunden durch das Kloster. Wir kommen in sehr viele Bereiche die für die Öffentlichkeit gesperrt sind. Aber in den eigentlichen Bereich des Klosters kommen wir nicht.

Am nächsten Tag unseres langen Wochenendes wollen wir noch eine Radtour machen und fahren schon sehr früh los. Immer wieder bleiben wir stehen, da Herbert Fotos schießen will. Mich stört das nicht, denn auch ich habe mein Hobby welche ich während der Radtour nachgehe. Es ist die Ornithologie und oft genug bitte ich Herbert das er irgendeinen Vogel fotografiert. So haben wir beide Spaß an der Tour, doch ich überlege schon, ob ich mir nicht eine eigene Fotoausrüstung zulege. Nicht solch eine Ausrüstung wie Herbert sie hat, mir würden schon ein Apparat und ein kleines Teleobjektiv reichen.

Als wir mit unseren Rädern durch eine kleine Ortschaft fahren, fällt mir doch die Stille auf die hier herrscht. Kein Kindergeschrei, kein Hundegebell und auch kein Motorgeräusch von einem Auto oder Trecker sind zu hören.

Als wir etwa die Mitte der Ortschaft erreicht haben, bleibt Herbert stehen und steigt vom Rad. Auch ich steige ab und schaue mich um. Aber nichts ist zu sehen oder zu hören. Herbert bittet mich sein Rad zu halten, dann geht er auf eine Gaststätte zu, dessen Tür weit aufsteht. Nur kurz ist er in dem Gebäude dann kommt er zurück.

„Komisch! Die Tür ist weit auf, doch nirgends ist jemand zu sehen. Selbst in einem Nebenraum ist niemand. Wo sind denn alle hin?“ fragt er zum Schluss. Doch ich kann seine Frage nicht beantworten. Als wir an einem Gebäude vorbei kommen über dessen Tür ein Schild hängt und darauf hinweist das hier die Feuerwehr ist, geht auch Herbert dort hin.

„Alle Fahrzeuge sind weg und auf einer Tafel neben einer Tür steht das die im Einsatz sind. Scheint also was Größeres zu sein wenn der ganze Ort wie ausgestorben wirkt. Komm lass uns weiter fahren.“
Wir schwingen uns wieder auf die Räder und fahren los als uns ein Feuerwehrwagen entgegen kommt. Dieser hat nur sein Blaulicht an, jedoch als der Fahrer uns sieht schaltet er das Martinshorn an. Wir machen dem Wagen Platz, obwohl die Straße breit genug ist um ohne Schwierigkeiten an uns vorbei zu kommen.

Kaum ist der Wagen an uns vorbei, hören wir die Bremsen des Wagens quietschen. Dann wird mit Gewalt der Rückwärtsgang eingelegt und der Wagen kommt sehr schnell auf uns zu. Herbert und ich treten etwas zur Seite, da wir nicht wissen warum der Wagen so schnell Rückwärts fährt.

Als der Wagen neben uns hält fragt uns ein Mann ob wir Tierärzte sind. Das schließt er wohl aus meiner Tasche, die ich wie immer bei mir habe. Herbert hat dafür extra eine Halterung gebaut und an meinem Rad befestigt. In dieser Halterung steckt nun meine Tasche und dadurch sind die Abzeichen des Veterinärs sehr gut zu sehen.

Herbert bestätigt das, sagt aber auch das nur ich über genug Erfahrung verfüge und er nur Zahnarzt ist. Der Mann bittet uns in den Wagen einzusteigen und als wir sitzen gibt aber sofort wieder Gas. Dabei schaltet er wieder das Martinshorn an. Kurz nach der Ortschaft biegt er in eine kleine Straße ein und gibt nun noch mehr Gas. Kein Wort sagt er während der Fahrt, obwohl Herbert fragt was denn los ist.
Dann bremst er scharf und biegt in einen kleinen Feldweg ein der durch ein Waldstück führt. Nun kann er nicht mehr so schnell fahren. Trotzdem sind wir nach ein paar Minuten wieder aus dem Wald heraus und können nun die Bewohner der Ortschaft sehen. Diese sind alle bei einem Hang. Viele sind am Schaufeln. Wieder andere füllen das Material welches anfällt in Behälter und bringen es zur Seite wo sie die Behältnisse leeren.

Gleich als das Feuerwehrfahrzeug steht, steigen Herbert und ich aus. Der Fahrer des Wagens geht zu einem Mann und redet mit ihm. Dabei zeigt er mehrmals auf uns. Dann kommt der Mann herüber und stellt sich zunächst vor. Dann sagt er uns den Grund, warum wir hierhin gebracht worden sind.

„Der Fahrer sollte in die Nachbar Ortschaft fahren um den Tierarzt zu holen. Da hat er sie gesehen und sofort die Tasche gesehen. Darum hat er sie mitgenommen. Dort vorn wo die ganzen Leute buddeln war ein Höhleneingang und durch einen Erdrutsch ist der Eingang verschüttet worden. In der Höhle sind drei Kinder und auch drei Hunde. Wie sie sehen ist der Rettungswagen und ein Notarzt schon da, aber eben kein Tierarzt, falls den Tieren auch etwas passiert ist. Wenn Sie also Zeit haben?“ fragt er zum Schluss.

Natürlich haben wir Zeit und warten darauf, das der Eingang der Höhle wieder frei gelegt wird. Schon nach einer Stunde ist der Eingang soweit frei, das ein Feuerwehrmann in die Höhle kriechen kann. Kurz darauf kommen die Kinder aus der Höhle und werden sofort von den Sanitätern versorgt. Doch keines der Kinder hat eine Verletzung davon getragen.

Nun kommen auch zwei Hunde aus dem Loch. Diese werden von mir untersucht. Die beiden Hunde sind vollkommen in Ordnung, haben aber einen gewaltigen Schreck bekommen. Aber noch fehlt der dritte Hund. Kurz darauf kommt der Feuerwehrmann wieder aus dem Loch gekrochen. Er schleift den Hund hinter sich her.
Kaum ist der Hund neben dem Loch, bin ich schon bei ihm und fange an diesen zu Untersuchen. Bei ihm stelle ich nun fest, das er eine starke Prellung der hinteren Hälfte seines Körpers hat. Die Hüfte sowie der rechte Hinterlauf sind gebrochen. Ich gebe dem Hund sofort eine Schmerzstillende Spritze, da er leise am jaulen war. Kurz darauf hört er auf zu jaulen und fängt nun an, an meinen Fingern zu knabbern.

Neben mir entsteht eine Bewegung und als ich hoch sehe, ist es eines der Kinder aus der Höhle: „Was hat Mumpitz denn? Ist er sehr krank?“ Auch eine Frau steht neben ihm und diese schaut mich fragend an. Ich mache jedoch erst einmal weiter und stabilisiere die Pfote aber auch die Hüfte des Tieres.

Dann stehe ich auf und wende mich dem Kind und der Frau zu: „Dein Mumpitz wird in ein paar Wochen wieder mit dir herum tollen. Aber geht nie wieder in eine Höhle ohne das ein Erwachsener dabei ist. Versprichst Du mir das?“ Zum Schluss halte ich ihm meine Hand hin und diese ergreift der Junge und verspricht mir nie wieder eine Höhle ohne seinen Papa zu betreten.

Dann wende ich mich an die Frau und nachdem ich weiß das der Junge ihr Sohn ist und auch der Hund ihr gehört kläre ich sie über den Zustand des Hundes auf. Ich sage ihr das Mumpitz sofort in eine TK muss um dort richtig behandelt zu werden. Auch kläre ich sie über die Kosten auf die anfallen können. Doch alles ist ihr egal wenn nur der Hund wieder gesund wird.

Zwei Männer legen den Hund auf ein Brett und tragen ihn zu einem PKW. Dort legen sie ihn auf die Ladefläche des Autos und der Junge sowie die Frau steigen zu den beiden Männern ins Auto. Dann fährt der Wagen davon. Auch Herbert und ich werden wieder zu unseren Rädern gebracht und wir setzen unsere Fahrt fort.

Am nächsten Tag fahren wir noch nach Andernach und besichtigen den dortigen Geysir. Auch eine kurze Schifffahrt gehört zu dem Programm. Dann geht es wieder zurück zum Mobil und wir fahren nach Hause.

Am nächsten Tag erhalte ich einen Anruf von der Frau und sie teilt mir mit, das der Hund bald wieder genesen wird. Samstags fahre ich dann mit Herbert in die Stadt und als wir an einem An- und Verkauf vorbei kommen, fällt mir die Fotoausrüstung im Schaufenster auf. Kurz entschlossen betreten wir beide das Geschäft und lassen uns die Ausrüstung zeigen. Ich bin erstaunt was alles dazu gehört und nach etwa 30 Minuten bin ich stolzer Besitzer einer Spiegelreflex Kamera, eines Teleobjektiv sowie eines Weitwinkel Objektives. Auch 10 Filme und eine Kameratasche gehören dazu.

Fünf Wochen später kommt der Hund zu uns ins Tierheim, zusammen mit der Frau und dem Kind. Der Hund ist wieder vollkommen gesund und die Frau lässt eine große Spende für das Tierheim da.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #378
Das Baby

Herbert und ich sind wieder auf den Weg in unseren verdienten Urlaub. Es soll an die Ostsee gehen. Genauer in die Nähe von Rostock. Dort haben wir ein Ferienhaus für 2 Wochen gemietet. Bisher geht die Fahrt zügig voran. Es gibt keinen Stau und auch sonst keine Behinderungen. Nun sind wir an Hamburg vorbei und Herbert steuert einen Autohof an. Dort wollen wir etwas Essen um anschließend bis zu unserem Ferienhaus durch zu fahren.

Als wir auf den Parkplatz fahren fällt uns ein LKW auf, den wir beide sehr gut kennen. Es ist der Truck von Sebastian. Dieser ist ein guter Funkfreund von uns. Sebastian war schon mehrmals bei uns im Haus, da er auch aus unserer Stadt kommt. Zuerst schauen wir bei dem Truck nach ob wir nicht Sebastian dort vor finden. Doch das ist nicht der Fall.

Als wir das Restaurant betreten sehen wir sofort Sebastian. Er sitzt alleine an einem Tisch und ist am Essen. Dabei liest er in einer Zeitung. Da er mit dem Rücken zu uns sitzt, schleiche ich mich leise an und lege ihm meine Hände auf die Augen. Sofort fängt er an zu raten: „Also das kann kein Mann sein! Solch feine Hände haben die nicht, wenn ich mir meine Kohlenschaufeln anschaue. Hmh. Vielleicht Claudia, Petra oder Monika? Es gibt eigentlich nicht viele Möglichkeiten und wenn ich es richtig überlege, kann es nur eine Person sein. Hallo Gerda, Hallo Herbert!“

Klar das er mich sofort erkennt, aber alle die er anscheinend kennt haben andere Hände wie ich. Außerdem nannte er die Namen seiner Frau und seiner Kinder. Darum lasse ich ihn wieder los und anschließend begrüßen wir uns. Noch etwa eine Stunde sitzen wir zusammen, dann muss er weiter nach Hannover. Auch wir fahren weiter um unser Ziel zu erreichen, jedoch in die andere Richtung.

Als wir bei unserem Wagen ankommen fällt mir ein Kindertragekorb auf, der ganz allein auf dem Parkplatz steht. In seiner Nähe steht kein Fahrzeug. Ich mache Herbert darauf aufmerksam und er schaut in die Richtung. Dann öffnet er die Türen dank Zentralverriegelung und ich steige in den Wagen. Herbert geht inzwischen zu dem Kinderkorb.

Als er dort ankommt, fängt er heftig an zu winken und ruft auch etwas. Sofort bin ich aus dem Auto und laufe zu Herbert. Bei ihm angekommen schaue ich in den Korb und erkenne sofort das Baby welches darin liegt. Dieses schaut uns mit großen Augen an, ist aber nicht am Schreien.

Herbert sagt zu mir: „Als wir gekommen sind, stand hier noch ein Wohnmobil. Ich glaube es war aus Schweden. Jedenfalls hatte es ein Ausländisches Kennzeichen. Die Leute waren gerade am Einsteigen. Wie kann man nur sein Baby vergessen? Was sind das bloß für Leute?“

Ich stimme ihm zu und nehme den Korb mit dem Baby hoch. Dann gehen wir wieder zum Rasthaus um von dort die Polizei an zu rufen. Als wir das Rasthaus betreten steuert Herbert sofort auf einen Kiosk zu der dort ist. Zu der jungen Frau die an der Kasse sitzt sagt er, das er ein Telefon braucht. Die Frau verweist ihn auf die öffentlichen Telefone, doch diese sind alle belegt.

Nun sagt Herbert: „Wir haben da draußen ein Baby gefunden und müssen sofort die Polizei informieren. Vielleicht sind die Eltern noch nicht weit.“ Sofort zeigt die junge Frau wo das Telefon ist, dann kommt sie zu mir und schaut in den Tragekorb. Dabei fängt sie an in der Babysprache mit dem Baby zu reden. Sofort fängt das kleine an zu weinen. Die Frau schaut mich erstaunt an, doch ich zucke nur mit der Schulter. Dann geht die Frau wieder weg und das Baby hört auf zu weinen. Erstaunt schaut mich die Frau wieder an, doch dann geht sie wieder zu ihrem Platz.

Herbert kommt zu mit und teilt mir mit: „Die Polizei ist sofort da. Auch ist schon eine Fahndung nach dem Camp Mobil raus. Hoffentlich werden die Eltern bald gefunden.“

In diesem Moment stürmen zwei Polizisten durch die Tür und gehen sofort zum Kiosk. Die Frau zeigt auf uns und die Beamten drehen sofort wieder um und kommen zu uns. Dann fragen sie uns aus, wo wir das Baby her haben. Der eine Beamte fragt dann ob es nicht mein Baby ist und ich dieses nun auf diese Art und Weise loswerden will.

Ich bin empört über diese Verdächtigung, jedoch bevor ich reden kann, legt Herbert los: „Darf ich mal fragen ob Sie noch alle Tassen im Schrank haben? Das ist eine Frage und keine Beleidigung möchte ich nur feststellen! Da finden wir ein Baby das offensichtlich von den Eltern vergessen wurde und dann fragen Sie ob das nicht unser Baby ist? Ich glaube meine Frage hat sich erübrigt. Das ist meine persönliche Feststellung und keine Beleidigung!“

Nun schaut der Beamte ungläubig Herbert an, dann mich. Anschließend entschuldigt er sich bei uns und will nun näheres über die Fundumstände wissen. Alles erklären wir ihm nun genau, wann wir gekommen sind, das wir den Trucker Kollegen getroffen haben, sogar was wir gegessen haben erwähnt Herbert. Auch nennt er den ungefähren Zeitpunkt als wir zu unserem Wagen gegangen sind.

Dann fällt ihm siedeheiß ein, das wir ein Ferienhaus gemietet haben. Sofort geht er zu einem Telefon und ruft den Vermieter an. Kurz schildert er was los ist, dann hängt er den Hörer wieder ein. Als er zu uns zurück kommt erzählt er mir, warum er telefoniert hat: „Wir müssen in einer Stunde den Schlüssel für das Ferienhaus abholen. Doch das schaffen wir nicht mehr. Jetzt können wir den Schlüssel in dem Lebensmittelladen im Ort abholen, wenn wir es bis 22.00 Uhr schaffen. Aber das hoffe ich doch. Was ist denn nun mit dem Baby?“ fragt er jetzt den Beamten.

Bevor dieser antworten kann, öffnet sich die Tür und eine junge Frau kommt aufgeregt in den Raum. Als sie mich sieht, ich halte noch immer den Korb, kommt sie sofort zu mir und fragt in Englisch ob wir das Kind gefunden haben. Dann fängt sie an mit dem Baby zu reden und nimmt dieses aus dem Korb. Sofort weiß ich, das ist die Mutter.

Auch ein junger Mann kommt zu uns und erklärt auf Englisch, das sie bevor sie ins Wohnmobil sind den Korb mit dem Baby abgestellt hatten da das Schloss am Wohnmobil geklemmt hat. Nachdem endlich die Tür auf war, ist er in den Wagen und seine Frau ist auch eingestiegen. Beide haben gedacht das der andere das Baby auf dem Sitz festgeschnallt hat. Als sie etwa 50 Kilometer entfernt waren sind sie von der Polizei angehalten worden und erst jetzt ist das Fehlen aufgefallen. Mit Hilfe der Polizei sind sie dann wieder hier hin und sind überglücklich ihr Baby wieder zu haben.

Wir reden, nachdem die Polizei wieder weg ist, noch etwa 30 Minuten mit dem Paar. Dabei laden sie uns ein sie in Schweden zu besuchen. Sie wohnen nur 20 Minuten vom Fährhafen in Schweden entfernt und von Rostock geht eine Fähre dort hin. Wir sagen ihnen zu, sie während unseren Urlaubes zu besuchen. Dann fahren sie davon und auch wir fahren zu unserem Zielort.

Im Lebensmittelladen müssen wir den Mietvertrag unterschreiben und bekommen den Schlüssel für das Ferienhaus. Auch erklärt man uns genau wie wir dorthin kommen. Wir kaufen noch einige Artikel in dem Laden, dann fahren wir die letzten zwei Kilometer zum Haus. Zunächst besichtigen wir dieses und sind sehr zufrieden. Nachdem wir unser Gepäck aus dem Auto geholt haben, setzen wir uns noch etwas zusammen dann geht es schlafen.

Es ist ein sehr schöner Urlaub und in der zweiten Woche fahren wir auch mit der Fähre nach Schweden und besuchen das Paar. Dazu sind wir früh am Morgen auf die Fähre und sind nach 6,5 Stunden in Trelleborg. Schwierigkeiten mit dem Zoll wegen meiner Tasche gibt es nicht. Am Zoll bekomme ich das Erforderliche Dokument, dann geht es auch schon weiter. Die Wegbeschreibung die wir bekommen haben ist vorzüglich und so sind wir schon nach einer Fahrtzeit von 55 Minuten an unserem Ziel. Das Paar hat ein schönes Anwesen etwas außerhalb einer Ortschaft.

Da wir uns telefonisch angemeldet haben wartet das Paar schon auf uns. Anna und Björn, so sind die Namen der beiden, kommen sofort zu unserem Auto als wir anhalten. Freudig begrüßen wir uns, dann geht es auch schon ins Haus wo die Eltern von Anna und Björn auf uns warten. Auch diese werden von uns begrüßt, dann gibt es erst einmal Kaffee und leckeren Kuchen. Dabei sind wir uns am unterhalten Natürlich in Englisch weil das alle sprechen.

Nach einiger Zeit fragt Lars, der Vater von Anna, nach meiner Tasche die wie immer über meiner Stuhllehne hängt. „Bist Du Tierärztin?“ will er wissen. Da ich mit einem Tierarzt aufgrund meiner Sondergenehmigung gleichgestellt bin, bejahe ich seine Frage sage ihm aber gleichzeitig das ich die Leiterin eines Tierheimes in Deutschland bin.

Wir sitzen schon eine ganze Weile zusammen als wir Lärm von der Straße vernehmen. Björn meint noch, während er aufsteht, „Komisch!“ dann geht er nach draußen. Schon nach kurzer Zeit ist er wieder da und sagt: „Da hat es einen Unfall auf der Straße gegeben. Ein Trecker ist mit seinem Anhänger in den Graben gefahren und umgestürzt. Dabei sind auch Menschen verletzt worden!“

Dann eilt er weiter und greift zum Telefon. Wir anderen sind schon nach draußen um zu helfen. Sofort sehen wir den umgestürzten Trecker im Straßengraben liegen. Zwei andere Männer versuchen schon eine Person darunter hervor zu ziehen. Darum eilen wir alle dort hin.

Kurz bevor wir dort ankommen sehe ich eine Bewegung bei dem ebenfalls umgestürzten Anhänger. Darum laufe ich darauf zu, ohne zu wissen was es ist. Herbert ruft hinter mir hinterher, jedoch ich winke erst einmal ab. Dann bin ich bei dem Anhänger und sehe nun den Grund der Bewegung die ich gesehen habe.

Es ist eine Hündin die kurz zuvor ihre fünf Welpen geboren hat. Sofort stelle ich meine Tasche ab und greife zu meinem Stethoskop. Dabei sehe ich auf und schaue nach Herbert. Doch der ist beschäftigt, aber die Mutter von Björn steht nur daneben und schaut zu. Nach dieser rufe ich und sie kommt auch sofort zu mir.

Ich höre inzwischen schon den ersten Welpen ab. Alles scheint bei ihm in Ordnung zu sein. Auch Brüche kann ich nicht feststellen als ich ihn abtaste. Als Agneta bei mir ist, bitte ich sie aus dem Stroh den der Anhänger geladen hat eine weiche Unterlage zu formen. Während sie das macht kümmere ich mich um die anderen Welpen. Auch bei denen kann ich nichts feststellen. Dann wende ich mich der Hündin zu.

Diese hat die ganze Zeit mit leisem knurren meiner Arbeit zugesehen. Jetzt da ich sie abhören will wird ihr knurren lauter und sie fletscht auch die Zähne. Damit kann ich nichts anfangen und ich beginne zu reden ohne den Hund zu berühren. Schon nach kurzer Zeit fletscht er nicht mehr die Zähne, knurrt jedoch weiter. Nun halte ich ihr meine Hände hin und sie schnuppert daran. Noch immer knurrt sie, schaut mich aber an.

Langsam rücke ich näher zu ihr, dabei bin ich immer noch am Reden. Als ich direkt bei ihr bin, setze ich mich auf den Boden und halte ihr wieder meine Hände hin. Diesmal habe ich mein Stethoskop in der linken Hand woran die Hündin auch schnuppert. Erst jetzt stellt sie ihr knurren ein und ich kann sie abhören. Dabei stelle ich nichts fest. Erst als ich sie abtaste fängt sie wieder an zu knurren, jedoch mache ich weiter. Bis ich zu ihrem rechten Hinterlauf komme. Da schnappt sie nach meiner Hand und ich höre sofort auf sie dort weiter zu untersuchen. Jetzt nehme ich den anderen Hinterlauf und auch hier schnappt sie nach meiner Hand.

Jetzt ist auch Herbert bei mir und er fragt ob er eine Narkosespritze fertig machen soll, was ich bejahe. Als er damit fertig ist, setze ich die Spritze und nach einem kurzen Moment ist die Hündin am Schlafen. Nun kann ich genauer nachsehen was sie hat. Beide Hinterläufe sind gebrochen. Aus meiner Tasche hole ich zwei kleine Schienen hervor und auch einige Verbände.

Bisher hat Agneta nichts gesagt, jetzt will sie jedoch wissen was mit der Hündin ist und als ich ihr das gesagt habe, meint sie ob es nicht besser ist den Hund ein zu schläfern. Ich schaue sie nur an und richte dann den ersten Hinterlauf. Nur Herbert antwortet: „Warum das denn? Die Hündin wird in ein paar Wochen wieder genauso herum toben wie bisher. Nur die Welpen müssen in den nächsten Tagen von einer anderen Hündin versorg werden. Das kann aber auch der Mensch übernehmen indem die Hunde mit der Flasche versorgt werden.“

In diesem Moment kommen die Polizei und auch ein Krankenwagen. Schnell werden die verletzten in den Wagen geladen und der fährt wieder davon. Jetzt kommt auch einer der Beamten zu mir und fragt was mit den Hunden ist. Ich gebe ihm die gewünschte Auskunft und er fragt was denn nun passieren soll, denn keiner weiß wem die Hunde gehören. Zu dem Trecker Fahrer gehören sie auch nicht. Bevor er in den Krankenwagen geschoben wurde, hat man ihn gefragt.

Nun sagt Björn: „Alle Hunde kommen zu mir ins Haus! Ich werde gleich den Tierarzt anrufen damit er nach den Tieren schauen kann. Jetzt aber erst einmal los!“ Nach diesen Worten bückt er sich zu der Hündin und nimmt sie vorsichtig auf den Arm. Auch die Welpen werden auf den Arm genommen und es geht wieder zum Haus. Dort legt Björn die Hündin auf das Sofa was ihm einen missbilligenden Blick seiner Mutter einbringt. Doch sie sagt erst einmal nichts.

Schon eilt Björn wieder aus dem Raum um nach einem kurzen Moment mit Futter und Wasser für die Hündin zurück zu kommen. Ich sage ihm jedoch, das die Hündin in den nächsten zwei Stunden nichts zu sich nehmen darf. Darum stellt Björn beide Schüsseln erst einmal außerhalb der Reichweite der Hündin ab.

Kurz darauf ist der Tierarzt da und auch er untersucht die Hündin und die Welpen. Dann verabredet er mit Björn noch, das dieser am Abend in die Praxis kommen soll, damit die Hündin auch noch geröngt werden kann. Dann fährt er wieder davon. Kurz vor der angegebenen Zeit fährt Björn mit der Hündin zum Tierarzt. Nach einer Stunde ist er wieder da und bringt auch die Hündin wieder mit.

Die Hinterläufe brauchen jetzt nur noch wieder richtig zusammenwachsen, dann ist die Hündin wieder vollkommen gesund. Die Welpen werden nun zunächst mit der Flasche groß gezogen. Auch dafür bringt Björn das nötige Futter mit. Jetzt darf die Hündin auch was futtern. Das macht sie im liegen. Als sie unruhig wird, nimmt Björn sie auf den Arm und geht nach draußen. Kurz darauf ist er wieder da und wäscht sich erst einmal die Hände.

Am nächstem Tag fahren Herbert und ich wieder zu unserem Ferienhaus und als es Zeit wird wieder nach Hause zu fahren, machen wir uns auf den Weg. Täglich rufe ich bei Björn an und erfahre das die Hündin schon nach einer Woche ihre Welpen selbst versorgen konnte. Nach drei Wochen lief sie auch schon wieder herum. Alle Hunde durften bei Björn bleiben und wurden richtig schöne Hunde. Wem die Hündin zuvor gehört hat, ist nie festgestellt worden.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #379
Annemarie

Heute sollen sich zwei Frauen bei uns im Tierheim vorstellen. Da in nächster Zeit drei Leute unser Team verlassen, brauchen wir natürlich Ersatz dafür. Darum heute die Zwei und Morgen kommen noch einmal drei Personen.
Jetzt warte ich auf die erste Person die heute kommen soll. In 15 Minuten erwarte ich sie. Ihr Name ist Annemarie, 32 Jahre alt und von Beruf Tierpflegerin. Sie ist die letzten 8 Jahre zu Hause geblieben um sich ihrer Tochter zu widmen. Darum hat sie sich auch nur auf eine halbtagsstelle beworben, obwohl eigentlich eine Ganztagsstelle ausgeschrieben worden ist. Aber es haben sich nur diese fünf beworben. Vielleicht will ja noch jemand nur einen halbtags Job.

Als ich aus dem Fenster sehe, erkenne ich eine junge Frau die am Katzenhaus steht und durch die Scheibe dort sieht. Als Bernd aus dem Gebäude tritt spricht er sie an. Nach einer kurzen Antwort zeigt Bernd auf das Bürogebäude. Die Frau schaut aber nur auf ihre Uhr und redet mit Bernd weiter. Sofort komme ich auf die Idee das sich dort Annemarie mit Bernd unterhält.

Ich verlasse mein Büro und gehe zum Hinterausgang raus. Dann wende ich mich in Richtung Katzenhaus. Als ich die beiden erblicke reden sie noch immer zusammen- Bernd schaut genau in meine Richtung und ich lege schnell einen Finger auf meine Lippen. Bernd durchschaut sofort was ich vorhabe und lässt sich nichts anmerken.

Ich trete näher und schaue auch in das Katzenhaus. Jetzt kann ich dem Gespräch der beiden zu hören. Natürlich ist das nicht korrekt aber so hoffe ich etwas über Annemarie`s verhalten gegenüber Tieren zu erfahren. Gerade fragt sie Bernd wie viele Tiere denn hier im Tierheim sind und Bernd gibt bereitwillig Auskunft. So läuft das Gespräch zwischen Bernd und Annemarie hin und her und auch ich mische mich in dieses Gespräch ein.

Ich erfahre das Annemarie sehr Tierlieb ist und auch um jedes Tier kämpfen würde, wenn es darum geht einem Tier zu helfen. Doch viel zu schnell gehen die paar Minuten um und ich gehe wieder in mein Büro. Als es klopft stehe ich vor einem Regal in dem viele Ordner sind.

Auf mein „Herein“ betritt Annemarie das Büro und ich fordere sie auf, ohne sie anzusehen, sich zu setzen. Nachdem sie das gemacht hat, drehe ich mich um. Es ist wie ich es geplant habe. Sie sitzt nun vor mir und kann mich nicht sehen.

Zunächst stelle ich einige Fragen zu ihrem Leben. Erst dann gehe ich zu meinem Stuhl und setze mich hin. Nun ist sie erstaunt als sie mich erkennt: „Aber Sie sind doch die Frau vom Katzenhaus! Das hätte ich ja nun nicht gedacht!“ Ich reiche ihr meine Hand die sie auch vorsichtig ergreift und schüttelt. Ich merke sofort das sie etwas schüchtern mir gegenüber ist.

Darum sage ich zu ihr: „Annemarie, jetzt sag mir vollkommen ehrlich warum willst Du in diesem Tierheim anfangen. Es gibt doch so viele anderen Möglichkeiten für dich. Der Zoo, oder das andere Tierheim in XXXXX. Warum ausgerechnet dieses ZH? Schließlich liegen Zoo und das andere Tierheim viel näher an deinem Wohnort!“
Bevor sie antworten kann klingelt mein Telefon. In letzter Zeit hatte ich mir angewöhnt den Hörer nicht abzunehmen sondern nur den Lautsprecher des Telefons anzuschalten. Auch so wird das Gespräch entgegen genommen. Genau das mache ich jetzt.

„Hallo! Ist dort die Tier Rettung Station? Sie müssen sofort kommen! Hier sind mehrere Hunde und Katzen denen es sehr schlecht geht! Der Tierarzt oder die TÄ muss auf jeden Fall mitkommen!“ Auf meine Frage um wie viel Tiere es sich handelt antwortet der unbekannte Teilnehmer: „Es sind vier Hunde und eine große Katze sowie 6 junge Katzen. Diese sind erst drei Tage alt!“

Jetzt werde ich hellhörig und frage wo die Tiere sind. Es ist am Rande des Übungsgeländes der Bundeswehr. Anschließend frage ich woher er weiß, das die kleinen Katzen noch so jung sind. Da wird einfach der Hörer am anderen Ende aufgelegt.

Ich lege den Hörer auf und drücke die Taste der Hausrufanlage. Danach rufe ich nach Bernd.
Kurz darauf geht meine Tür auf und Claudia kommt herein: „Bernd ist mit Maria und Peter zum Nachbar Tierheim. Dort müssen sie einige Tiere abholen.“ Jetzt fällt mir ein, das ich die drei ja los geschickt hatte um eben in das andere Tierheim zu fahren.

Nur kurz überlege ich, dann steht mein Entschluss fest. Ich fahre mit meinem PKW. Das ist ein alter Kadett Kombi. Die Rücksitze können mit wenigen Handgriffen umgelegt werden. Ich sage zu Claudia das sie sofort mehrere Tragekörbe zu meinem Auto bringen soll. Sofort ist Claudia aus dem Raum und geht zum Lager.
Jetzt spricht auch Annemarie wieder: „Wenn ich helfen kann, ich bin bereit! Was soll ich machen?“ Nur kurz schaue ich sie an, dann sage ich zu ihr: „Eigentlich darf ich das nicht! Aber ich kann nicht anders. Du bist für den heutigen Tag als Freiwillige Helferin eingestellt. Das ist wegen der Versicherung. Den Papierkram machen wir Später. Jetzt währe es gut, wenn Du zum Katzenhaus gehst und Claudia hilfst. Ich komme sofort nach!“
Die Reaktion von Annemarie hatte ich nicht erwartet, sondern ich dachte das sie später noch einmal wieder kommt. Doch jetzt ist die Situation anders. Da drei Mitarbeiter unterwegs sind, kann ich nicht noch einen Mitarbeiter abziehen, denn außer mir sind es nur noch zwei die hier sind. So bin ich wegen der Hilfe sehr dankbar.

Annemarie verlässt sofort mein Büro und läuft zum Katzenhaus. Ich schnappe mir meine Notfalltasche und gehe hinterher. Im Katzenhaus ist auch die Behandlungsstation und dort gehe ich hin. Im Behandlungsraum steht auch eine Kiste in der eine Notfallausstattung ist. Nur Medikamente müssen noch hinzu gefügt werden, was ich sofort mache. Dann nehme ich die Kiste und gehe zu meinem Auto.

Dort wartet schon Annemarie auf mich. Sofort wird das gesamte Gerät in den Kofferraum geladen, dann steigt Annemarie in mein Auto. Sofort fahre ich los als sie meint: „Müssen wir nicht den Tierarzt oder die TÄ benachrichtigen? Einer der beiden soll doch unbedingt mit kommen.“
Ich antworte ihr nur darauf: „Das habe ich schon gemacht. Alles läuft seine
n richtigen Weg. Mein Name ist im übrigen Gerda! Du kannst mich ruhig duzen. Wie Du mit Sicherheit schon gemerkt hast, mache ich das auch.“ Dabei reiche ich ihr meine freie Hand und Annemarie ergreift diese. Jetzt greift sie fester zu wie beim ersten mal.

Nach einer Fahrzeit von etwa 40 Minuten kommen wir an dem Punkt an, wo die Tiere sein sollen. Das niemand da ist und uns die Tiere zeigt, verwundert mich nicht. Damit hatte ich inzwischen, nach dem abrupten Ende des Telefonats, gerechnet!

Aber wir sehen die Tiere sofort. Alle liegen neben der Straße im Gras. Sofort bin ich bei ihnen und fange an, erst einmal die kleinen Katzen zu untersuchen. Annemarie holt inzwischen die Kiste mit den Medikamenten aus dem Auto und bringt sie zu mir. Auch Tragekörbe bringt sie heran.

Dann steht sie neben mir und schaut zu wie ich die Tiere untersuche. Als ich mit den kleinen Katzen fertig bin, legt sie diese in einen Tragekorb. Inzwischen untersuche ich schon die Katzenmami. Bei ihr stelle ich eine Prellung des Schädels fest. Es sieht so aus, als wenn die Katze mit einem Gegenstand geschlagen wurde. Schon während ich sie untersuchte, kommt sie zu sich und schaut mich an. Ich streichele ihr über den Kopf und die Katze fängt an zu schnurren.

Noch immer hat Annemarie kein Wort gesprochen, doch ich sehe das sie viele Fragen hat. Doch stumm verrichtet sie ihre Arbeit. Sie nimmt die Katze und legt sie in den Tragekorb. Jetzt schaue ich mir den ersten Hund an. Auch dieser ist mit irgendetwas geschlagen worden. Es ist der größte von den Hunden.

Bei ihm stelle ich auch einen Bruch des Unterkiefers und des Oberkiefers fest. Sowie ist sein ganzes Gesicht geschwollen. Da er leicht jaulend vor mir liegt, mache ich eine Betäubungsspritze fertig und setze diese. Als der Hund am schlafen ist, laden wir beide den Hund in einen Korb und anschließend in mein Auto.

Nun schaue ich nach dem zweiten Hund. Dieser ist erheblich jünger wie der erste Hund. Ich frage Annemarie ob sie weiß ob der andere Hund männlich oder weiblich war. Sie hat auch keine Ahnung und geht zum Auto um nach zu sehen. Kurz darauf ist sie zurück und sagt mir, das der große Hund weiblich ist aber auch, das die Hündin wohl vor kurzem geworfen hat.

Mir kommt der Verdacht, das jemand hier seine Tiere Entsorgt hat. Bei dem Hund den ich gerade Untersuche kann ich keine Verletzung, außer der dicken Beule am Kopf, feststellen. So ist es auch bei den nächsten zwei jungen Hunden.

Bei dem letzten Hund stelle ich dann einen vermuteten Schädelbruch, Bruch des Ober und Unterkiefers sowie des rechten Schulterblattes fest. Auch dieser Hund bekommt von mir eine Betäubungsspritze. Dann bringen Annemarie und ich auch diese Welpen ins Auto. Anschließend fahren wir sofort wieder zum Tierheim.
Dort angekommen werden zunächst die Hündin von uns beiden in den Behandlungsraum gebracht und auf einen Rollwagen abgelegt. Während ich den Hund nun röntge, holt Annemarie zusammen mit Bernd die anderen Tiere herein und stellen die Körbe auf den Boden.

Da ich mit dem Röntgen der Hündin fertig bin, wird sofort der junge Hund unter das Gerät geschoben. Auch hier mache ich die Aufnahmen. In dieser Zeit entwickelt Bernd schon die Aufnahmen der Hündin. Ihm habe ich beigebracht wie die Aufnahmen entwickelt werden.

Ich kümmere mich schon um die Hündin, richte vorsichtig den Ober und Unterkiefer. Auch lege ich schon einen Anschluss zur Versorgung des Hundes, denn in den nächsten Wochen wird er nicht selbstständig futtern und trinken können.

Dann betrachte ich die Aufnahmen. Alles was ich mit meinen Händen festgestellt habe, wird nun auf den Aufnahmen sichtbar. Dabei bemerke ich aber auch einen Haarriss in der Schädeldecke. Hier kann ich nicht viel machen, darum behandle ich den Haarriss nicht. Er wird auch so wieder heilen.

Nun wende ich mich dem anderen verletzten Hund zu. Ich richte auch hier den Kiefer, behandle den Schulterbruch und lege einen strammen Verband um den Kopf des Welpen. Dann bekommt auch er einen Zugang gelegt.

Anschließend bringen Bernd und Annemarie den Hund in den Nebenraum, wo schon die anderen Tiere sind. Erst jetzt fragt mich Annemarie: „Was war das denn? Moment! Da war doch die Frage nach der Tier Rettung Station? Bist Du die TÄ hier?“

Bevor ich antworten kann, ergreift Bernd das Wort und erklärt Annemarie genau wer ich bin. Immer wieder schaut sie zu mir und kann es anscheinend nicht glauben was sie dort hört. Bernd redet wohl 15 Minuten auf Annemarie ein, dann ist er fertig.

Da ich mir bei diesem Einsatz der nicht geplant war, auch das Verhalten von Annemarie angesehen habe spreche ich sie nun an: „Annemarie! Wenn Du willst, kannst Du am nächsten ersten bei uns anfangen. Ich bin bereit dir eine Vollanstellung zu geben. Denn auch Du hast die goldene Hand für Tiere!“

Annemarie ist hoch erfreut und sagt sofort zu nun doch einen ganztags Job zu übernehmen. Ihre Tochter wird dann eben von der Oma solange betreut.

Am nächsten Ersten tritt sie ihren Job an und freundet sich schnell mit Bernd an. Später heiraten die zwei. Die Hunde und auch die Katzen wurden prachtvolle Tiere. Annemarie bzw. die Mutter, nahm nachdem die Tiere gesund waren, zwei Katzen und die Hundemutti zu sich. Alle anderen Tiere wurden an Tierliebhaber vermittelt.
 
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Einfach super! :-D
 
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