Post aus Bayern

Diskutiere Post aus Bayern im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Lieber Helmut, ich möchte mich bei dir bedanken. Während des Lesens konnte ich meine Tränen auch nicht zurück halten. Diese Geschichte zeigt wie...
  • Post aus Bayern Beitrag #341
Lieber Helmut,

ich möchte mich bei dir bedanken. Während des Lesens konnte ich meine Tränen auch nicht zurück halten.

Diese Geschichte zeigt wie ganze Familie auseinander gerissen worden sind und ich freue mich das Fienchen ihre Familie wieder hat.

Liebe Grüße Sina
 
  • Post aus Bayern Beitrag #342
Das erste Mal helfen nach der Prüfung

Endlich ist meine Genehmigung gekommen das ich Tiere, ohne das der Tierarzt da ist, behandeln darf. Auch die gewünschte Bescheinigung das ich Narkosemittel und starke Schmerzmittel die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, ist dabei. Natürlich ist die Tierheim-Leiterin neugierig was ich denn nun alles machen darf und ich sage ihr einfach das ich alles machen darf. Darum gebe ich ihr die Sondergenehmigung die sie auch aufmerksam liest. Trotzdem stellt sie anschließend die Frage noch einmal.

Ich antworte darauf: „Nun darf ich alles machen, was auch der Tierarzt machen darf. Operieren, Medikamente spritzen, aber auch die letzte Spritze setzen. Aber das hoffe ich, brauche ich nie machen. Wichtig ist aber auch, das ich Betäubungsmittel dabei haben darf. Dafür ist diese Bescheinigung.“ Auch diese gebe ich ihr und sie liest sie durch. Dann sagt sie: „Hoffentlich wirst Du nicht deswegen einmal Überfallen. Da steht ja alles drauf was es gibt. Ich freue mich für dich! Was hast Du denn nun als nächstes geplant?“ fragt sie zum Abschluss noch.

Ich antworte ihr daraufhin, das Herbert und ich nun unsere Hochzeit angehen werden, aber erst nach unserem Urlaub wollen wir Heiraten. Noch etwa eine Stunde reden wir zusammen, dann gehe ich wieder zum Katzenhaus, wo ich vorher beschäftigt war. Auch den dort beschäftigten zeige ich nun meine Sondergenehmigung und alle gratulieren mir dazu.

Als endlich Feierabend ist, fahre ich schnell mit dem Rad nach Hause und zeige auch meinen Eltern die Bescheinigungen. Auch Herbert der einige Minuten später eintrifft schaut sich die Genehmigungen an. Anschließend sitzen wir uns alle in das Wohnzimmer an den Esstisch und meine Mutter serviert das Abendessen.

Am nächsten Tag bin ich zum Tierarzt und habe meine Notfalltasche komplett bestückt. Bisher war nur Verbandmaterial, Mullbinden, Pflaster, ein paar kleine Schienen, in dieser Tasche. Jetzt kommen dazu das Narkosemittel, Schmerzmittel und noch viele andere Medikamente. Auch gibt mir der Tierarzt das Medikament um die letzte Spritze zu geben. Ich will das nicht, doch er überredet mich dazu es doch mit zu nehmen. Dieses Mittel packe ich daher nach ganz unten. Zum Schluss kommt noch ein komplettes OP-Besteck in die Tasche. Auch eine Bestückungsliste der Tasche erstelle ich.

Noch muss ich ein paar Tage arbeiten, aber dann habe ich erst einmal eine Woche Urlaub. Herbert und ich wollen diese Zeit nutzen um zunächst drei Tage weg zu fahren und anschließend wird sich um die Hochzeit gekümmert. Für den Kurztrip haben wir uns den Campinganhänger meiner Eltern geliehen. Herbert macht den Anhänger am Samstag fertig, während ich noch zur Arbeit bin.

Endlich ist es soweit, gegen 13.30 Uhr mache ich Feierabend und fahre mit dem Rad nach Hause. Kurz mache ich mich frisch, dann starten Herbert und ich auch schon in unseren Kurzurlaub. Wir wollen bis zur Nordseeküste, wo wir für die paar Tage einen Stellplatz gebucht haben. Wenn alles gut läuft werden wir gegen 20.00 Uhr dort ankommen. Natürlich liegt meine Tasche nun auf dem Rücksitz von Herberts Auto.

Es ist etwa 19.30 Uhr als wir bei dem Campingplatz ankommen. Herbert geht zum Büro und meldet uns an, dann kommt er zurück und wir fahren zu dem Platz der uns zugeteilt wurde. Dort hinzukommen ist sehr einfach, da die Zufahrtswege alle eine Bezeichnung haben. Auch die Stellplätze sind so gekennzeichnet.

Nachdem der Anhänger steht, bauen wir das Vorzelt auf, wobei wir schon mit einigen Nachbarn ins Gespräch kommen. Anschließend gehen wir auf Empfehlung eines Nachbarn zu einem Restaurant um etwas zu Essen. Gegen 22.00 Uhr sind wir zurück und setzen uns noch etwas ins Vorzelt. Auch jetzt bekommen wir Besuch von zwei Nachbarn mit denen wir einige Zeit reden. Einer der beiden hat auch einen Hund dabei, der uns zunächst Argwöhnisch beäugt aber schon nach kurzer Zeit sich von Herbert und mir streicheln lässt.

Als wir am nächsten Morgen aufstehen, mache ich Kaffee während Herbert zum Geschäft auf dem Campingplatz geht. Dort gibt es auch am Sonntag Brötchen und als Herbert wieder zurück ist, frühstücken wir zusammen. Danach erledigen wir zusammen den Abwasch und anschließend geht es ans Wasser.

So vergehen die drei Tage wir im Fluge und am Mittwochmorgen machen wir uns wieder auf den Heimweg. Unterwegs reden wir schon über die Hochzeit und Herbert kommt auf die Idee, das wir unsere Hochzeitsreise doch mit einem Wohnmobil in den USA machen. Zunächst bin ich dagegen, weil diese Wagen mit Sicherheit eine Unmenge an Sprit verbrauchen, aber Herbert zerstreut meine Skepsis als er auf die Spritpreise in den Staaten hinweist. Also willige auch ich diesem Vorhaben zu. Herbert will dann gleich morgen im Reisebüro erst einmal Prospekte besorgen.

Wir sind noch etwa eine Stunde von zu Hause entfernt, als wir in einen Stau kommen. Nur noch sehr langsam geht es voran. Ich drehe auf meiner Seite das Fenster herunter und schaue gelangweilt aus dem offenen Fenster. Auf einmal meine ich eine Bewegung neben der Autobahn in einem Kornfeld zu sehen. Als ich genauer hin sehe, erkenne ich eine Katze die sich nur mit ihren Vorderbeinen vorwärts bewegt. Auch ein Hund ist in der Nähe zu sehen, der immer wieder zu der Katze läuft und diese mit der Nase anstößt.

Als ich Herbert darauf hinweise, fährt er sofort auf den Pannenstreifen und schaltet die Warnblinkanlage ein. Ich nehme meine Tasche vom Rücksitz und steige aus dem Wagen. Schnell überwinde ich den Grünstreifen neben der Autobahn und laufe zu der Stelle wo ich die beiden gesehen habe. Doch von beiden ist nichts mehr zu sehen. Jedoch höre ich das leise Jaulen eines Hundes. Sofort wende ich mich in die Richtung des Jaulen und gehe los. Das Jaulen kommt aus dem Kornfeld.

Nachdem ich etwa 3 Meter in das Kornfeld eingedrungen bin, sehe ich den Hund und die Katze. Die Katze liegt in einer kleinen Mulde und der Hund ist sie am abschlecken. Als dieser mich bemerkt fängt er an zu knurren, hört damit aber sofort wieder auf als er merkt das mich sein knurren überhaupt nicht beeindruckt.

Sofort knie ich mich bei den beiden hin und wende mich zunächst an den Hund. „Hallo mein kleiner! Deinem Kumpel scheint es wohl sehr mies zu gehen, so wie ich gesehen habe. Nun will ich aber mal schauen was los ist. Lässt Du mich bitte an deinen Kumpel?“ frage ich ihn zum Schluss, denn der Hund hat sich so hingesetzt, das ich nicht an die Katze kann.

Während ich mit ihm am Reden bin schaut er mich die ganze Zeit an, nun fängt er an, an mir zu schnuppern. Als er das erledigt hat, geht er etwas zur Seite und wedelt mit seinem Schweif. Die Katze liegt nun vor mir und schaut mich ebenfalls an. Dabei ist sie ganz leise am Miauen. Sofort fange ich an die Katze zu untersuchen. Zunächst höre ich sie ab, jedoch Herzschlag und Atemgeräusch klingen vollkommen normal. Darum fange ich an sie vorsichtig ab zu tasten. Ich beginne an den Vorderbeinen, dann sind die Hinterbeine dran. Als ich diese nun berühre und auch leicht bewege, kommt keine Reaktion von ihr. Auch die Rippen werden von mir untersucht, aber auch hier ist nichts fest zu stellen.

Bleibt nur noch der Rücken. Ich fange im Nacken an und arbeite mich langsam immer weiter nach hinten vor. Als ich etwa die Mitte der Wirbelsäule erreicht habe, bemerke ich eine dicke Beule auf dem Rücken. Diese Beule lasse ich zunächst aus und mache danach weiter. Hier scheint wieder alles in Ordnung zu sein, jedoch scheint die Katze gar nicht zu merken das ich sie weiter abtaste. Sollte etwa die Wirbelsäule verletzt sein oder sogar gebrochen? Hoffentlich nicht!

Jetzt muss die Katze aber erst einmal geröntgt werden! Ohne auf zu sehen rufe ich laut nach Herbert! Der antwortet sofort: „Schrei nicht so, mein Engel! Ich stehe direkt hinter dir!“ Erst jetzt schaue ich hoch und sehe Herbert, aber auch zwei Polizisten hinter mir stehen. Einer der Beamten will nun wissen, was hier eigentlich los ist. Doch beantworte seine Frage zunächst nicht sondern sage zu Herbert: „Ich brauche sofort eine harte Unterlage. Am besten wäre der Campingtisch. Darauf kann ich dann die Katze legen. Anschließend muss die Katze sofort geröntgt werden.“

Sofort geht Herbert zum Campinganhänger um den Tisch zu holen. Ich knie schon wieder neben der Katze und mache eine Schmerzspritze fertig. Nachdem ich die Katze damit versorgt habe, fange ich an Katze und Hund zu streicheln. Erst jetzt beantworte ich die Frage des Beamten und schildere wie ich auf die Katze aufmerksam geworden bin und warum wir angehalten haben. Auch sage ich, was ich bisher an Verletzungen bei der Katze festgestellt habe.

Da kommt auch schon Herbert mit dem Tisch zurück und legt diesen neben der Katze auf den Boden. Vorsichtig schieben wir beide dann unsere Hände unter die Katze und heben dies hoch. Einer der Beamten schiebt den Tisch, ohne das ich ihn aufgefordert hatte, unter die Katze und wir legen diese vorsichtig darauf ab. Ich wende mich nun wieder an den Beamten und frage ihn, wo eine TK ist, weil wir mit der Katze dort hin wollen.

Da meint der zweite Beamte: „Wäre es nicht besser, das Vieh zu erlösen? Wenn wirklich die Wirbelsäule gebrochen ist, kann man das Geld auch sparen!“ Hörbar ziehe ich die Luft zwischen meine Zähne ein, als mir Herbert eine Hand auf die Schulter legt. Er weiß das ich kurz vor dem Platzen bin und durch das auflegen seiner Hand beruhige ich mich schnell.

„Nein, warum einschläfern? Zunächst muss doch erst einmal festgestellt werden was die Katze hat. Dann kann man sich darüber Gedanken machen.“ antworte ich ihm. Dann bitte ich Herbert mit an dem Tisch an zu fassen und zusammen heben wir diesen hoch. Nun steht auch der Hund auf, der die ganze Zeit still neben der Katze gelegen hat. Ihn fordere ich auf uns zu folgen und zusammen gehen wir zu unserem Auto. Einer der Beamten öffnet die Heckklappe und Herbert und ich schieben den Tisch in den Wagen.

Dann erklärt uns der Beamte wie wir zur TK kommen die ganz in der Nähe ist. Ich öffne die Beifahrertür und der Hund springt in den Wagen. Ich selber setze mich auf die Rückbank um auf zu passen, das die Katze nicht vom Tisch rutscht während der Fahrt. Dann fährt Herbert los und an der nächsten Abfahrt verlässt er die Autobahn. Am Ende der Abfahrt biegt er links ab und als ich nun an dem Wohnanhänger vorbei schauen kann, sehe ich das die Autobahnpolizei uns folgt.

Ich mache Herbert darauf aufmerksam, doch er sagt mir das er das schon bemerkt hat. „Als wir losgefahren sind, haben die sogar ihr Blaulicht angemacht. Erst kurz vor der Ausfahrt wurde es wieder abgeschaltet. Jetzt ist es wieder an! Ich glaube, weil ich so langsam fahre.“ In der Tat fährt Herbert nur mit etwa 40 km/h in Richtung TK.

So dauert die Fahrt natürlich etwas länger, aber schon bald sehen wir das erste Hinweisschild zur TK. Etwa 5 Minuten später fahren wir auf den Parkplatz der TK und als ich aussteige, steht der eine Beamte der Polizei neben unserem Auto, während der andere schnellen Schrittes zur Tür der TK geht. Kurz darauf ist er im Gebäude verschwunden, kommt aber nach etwa einer Minute wieder, in Begleitung von zwei Personen aus diesem heraus.

Herbert und der andere Beamte haben inzwischen die Katze aus dem Auto genommen und gehen langsam auf das Gebäude zu. Auch der kleine Hund ist dabei. Als wir die beiden Mitarbeiter der TK erreichen fragen die sofort was los ist und ich schildere ihnen meine Untersuchungsergebnisse. Zusammen betreten wir nun das Gebäude. Wir kommen in einen Wartebereich wo einige Personen sitzen. Einige haben Tiere dabei und einige nicht.

Wir werden aber von dem Klinikpersonal direkt in einen Behandlungsraum geführt, wo der Tisch mit der Katze darauf auf dem Behandlungstisch abgelegt wird. Kurz fragt mich einer der Mitarbeiter was ich festgestellt habe, dann geht er zu einem Schrank und holt einige Medikamente aus diesem hervor. Eines der Medikamente erkenne ich sofort an der Verpackung. Dieses befindet sich auch in meiner Tasche. Aber ganz unten! Auch Herbert hat das Medikament erkannt und er legt mir wieder seine Hand auf die Schulter.

Anschließend nimmt er die Hand herunter und greift zu dem Campingtisch. Als er den hoch hebt fragt der vom Personal was das soll. Herbert antwortet: „Das sehen Sie ja! Hier sind wir total falsch! Komm Gerda, wir fahren zu Albert! Der soll sich erst einmal die Katze ansehen. Vorhin habe ich eine Telefonzelle gesehen und von dort werde ich ihn anrufen. Aber zunächst muss die Katze geröntgt werden und das macht Albert mit Sicherheit!“

Damit dreht er sich um und verlässt den Raum. Auch ich folge, während alle anderen in dem Raum nur dumm schauen können. Auch die beiden Beamten! Diese kommen sofort hinter uns her und fragen mich was denn los ist. Als ich ihnen erkläre was das für Medikamente waren, schütteln beide mit dem Kopf und wir verlassen das Gebäude.

An unserm Auto angekommen meint der eine auf einmal: „Kommen Sie mit zu unserem Wagen. Wir bringen Sie zu ihrem Tierarzt. Sie müssen nur die Katze festhalten, dann können wir schneller fahren.“ Sofort geht Herbert die paar Schritte zum Streifenwagen und der Beamte öffnet die hintere Tür. Dann geht er zum Kofferraum des Wagens und holt von dort ein kleineres Schild herbei. Darauf wird nun die Katze gelegt und ich setze mich auf den Rücksitz des Streifenwagens. Anschließend legt mir Herbert vorsichtig die Katze mit dem Schild auf meinen Schoß. Dann geht er zu seinem Wagen und steigt ein. Währenddessen hat der eine Beamte schon den Motor gestartet und ist los gefahren. Der kleine Hund fährt bei Herbert mit.

Wir haben noch nicht den Parkplatz der TK verlassen als der zweite Beamte zum Telefonhörer greift. Er ruft seine Zentrale und nachdem sich diese gemeldet hat, schildert er den Fall und bekommt auch sofort die Genehmigung zu unserem Tierarzt zu fahren. „Das hätte ich sowieso gemacht. Auch ohne Genehmigung!“ knurrt der Fahrer und gibt Gas. Dabei schaltet er das Blaulicht und das Martinshorn an.

Zwar sind es noch fünfzig Kilometer bis zu unserem Tierarzt aber schon nach etwas über eine halbe Stunde fährt der Wagen vor der Praxis des Tierarzt vor. Dieser wartet an der offenen Tür und kommt sofort zum Wagen und nimmt mir die Katze vom Schoß. Dann geht er schnell in den Behandlungsraum. Die beiden Beamten und ich folgen ihm.

Die Katze liegt schon auf dem Behandlungstisch und er fragt mich was die Katze hat. Ich schildere ihm meine Vermutung und er bringt die Katze in den Nebenraum wo das Röntgengerät steht. Anschließend macht er drei Aufnahmen. Bei der Auswertung der Aufnahmen stellen wir beide fest, das die Wirbelsäule nicht gebrochen ist. Darum greift der Tierarzt zu einem Rasierer und gibt mir diesen. Ich schneide schnell der Katze die Haare an der betreffenden Stelle ab und danach setzt der Tierarzt den Kopf des Ultraschallgerätes an. Jetzt kann man sehen, das nur ein starker Bluterguss auf die Wirbelsäule drückt und dadurch die Katze lähmt.

„Gott sei Dank!“ sagt einer der Beamten, dann fragen sie noch was nun geschieht und der Tierarzt sagt es ihnen genau. Anschließend verabschieden sich die beiden und steigen wieder in ihren Streifenwagen. In diesem Moment hält auch Herbert auf der Straße und kommt sofort schnellen Schrittes auf die Praxis zu.

Kurz bereden der Tierarzt und ich, welches Medikament nun benutzt werden soll, dann setzt er die erforderliche Spritze. Inzwischen ist auch der Hund in den Behandlungsraum gekommen und hat sich zu der Katze auf dem Behandlungstisch gelegt. Herbert fragt was die Katze hat und ich sage ihm unser Untersuchungsergebnis. Auch er ist froh das die Katze nicht schwerer verletzt ist.

Wir reden noch einige Minuten mit dem Tierarzt, wobei er erwähnt das Hund und Katze erst einmal bei ihm bleiben können. Zumindest solange bis die Katze wieder gesund ist. Auch will er den Hund untersuchen und hofft dabei einen Hinweis zu finden, wo die Tiere hin gehören. Dann fahren Herbert und ich nach Hause.
Der Hund wurde am nächsten Tag von seinen Besitzern abgeholt. Denen gehörte auch die Katze, aber sie hatten diese schon seit drei Wochen vermisst. Natürlich waren sie sehr glücklich die Katze wieder zu haben. Die Katze erholte sich vollkommen und wurde zwei Wochen später ihren Besitzern zurückgegeben.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #343
Clair

Seit 1,5 Jahren mache ich nun schon meine Ausbildung zur Tierarzt Helferin. Nach meiner Ausbildung zur Tierpflegerin hat mir damals der Tierarzt angeboten auch diese Ausbildung zu machen. Dabei lerne ich aber viel mehr, als für die Ausbildung nötig ist. Der Tierarzt bringt mir auch die Anatomie von Hund und Katze bei, was gar nicht so einfach ist. Auch versorgt er mich immer wieder mit Büchern die er aus der Universität Bibliothek holt. Er sagte mal zu mir, wenn ich alles begriffen habe und auch anwenden kann, will er bei mir eine Prüfung durchführen lassen, damit ich auch alleine Tiere behandeln kann.

Ich befinde mich zusammen mit Maria, der Frau des Tierarztes, in seinem Büro. Wir beide machen die Monatliche Abrechnung und Maria hilft mir dabei, da ich diese Abrechnung zum ersten Mal mache. Immer wieder weist sie mich auf kleine Fehler hin, die ich mache. Hierfür müssen die Ausgaben des Tierarzt aber auch die Einnahmen genau aufgeführt werden. Was mit sehr viel Papierkrieg verbunden ist.

Seit mehr als vier Stunden sitzen wir nun an der Abrechnung als das Telefon klingelt. Maria geht an den Apparat und meldet sich. „Tierarztpraxis Dr. yyyyyyyyyyyy! Guten Tag! Ah, sie sind es Herr Kkkkk! Was gibt es denn?“ Einige Zeit hört sie in den Hörer dann sagt sie wieder: „Mein Mann ist noch nicht da! Aber sie können gern schon mal kommen. Bis gleich!“ dann legt sie den Hörer wieder auf.

„Gleich kommt der Herr Kkkkk! Seine Katze benimmt sich ganz komisch. Albert soll mal einen Blick darauf werfen. Aber machen wir erst einmal weiter, schließlich sind wir gleich fertig!“ Es dauerte wirklich nur noch 10 Minuten, dann ist es geschafft.

Die Papiere werden wieder in Ordner gelegt und gerade als wir fertig sind, klingelt es an der Tür. Maria geht sofort dort hin und öffnet diese. Dann kommt sie mit Herrn Kkkkk zurück. Herr Kkkkk hat einen Katzentragekorb in der linken Hand und stellt diesen auf einen Behandlungstisch. Erst jetzt begrüßt er mich.

Sofort öffnet Maria den Tragekorb, indem sie den Deckel abnimmt. Dann holt sie die Katze, ihr Name ist Clair wie der Mann sagt, aus dem Korb und legt sie auf den Behandlungstisch. Sofort fällt mir auf, das die Katze ihren Kopf schief hält. Auch Maria bemerkt das, darum versucht sie die Katze auf ihre Pfoten zu stellen. Doch das gelingt nicht, weil die Katze sofort wieder um fällt.

„Ich glaube Ihre Katze hat einen Schlaganfall!“ sagt Maria zu Herrn Kkkkk. Ich vermute aber was ganz anderes, was ich auch sage: „Das glaube ich nicht, denn ein Schlaganfall kommt bei Katzen fast überhaupt nicht vor! Eher wird es eine vestibuläre Störung sein!“ Beide sehen mich nun ganz erstaunt an und Herr Kkkkk fragt mich: „Eine vesti…. Störung? Was ist denn das?“ Das er Schwierigkeiten hat mit dem Medizinischen Ausdruck verstehe ich, darum erkläre ich den beiden was ich meine.

„Das Vestibularorgan befindet sich im inneren des Ohres und ist das Gleichgewichtsorgan. Die Symptome ähneln dem des Schlaganfalles des Menschen. Aber wie schon gesagt kommt das bei Katzen nicht oder ganz, ganz selten vor! Wir müssen nun die Ursache dieser Erkrankung finden. Hierfür ist eine Vergiftung, Infektion aber auch eine Krebserkrankung verantwortlich. Nehmen wir ihr also etwas Blut ab und schicken das sofort zum Labor. Wir müssen uns aber beeilen, denn in ein paar Minuten kommt der Fahrer des Labors!“

„Das könnte möglich sein! Auf jeden Fall ist eine Probe des Blutes nicht verkehrt. Albert kommt auch gleich, dann soll er seine Meinung dazu sagen. Ich werde der Katze nun etwas Blut abnehmen. Mach Du schon mal die Aufkleber fertig, Gerda!“ Damit dreht sie sich um und holt zwei leere Spritzen aus einer Schublade.

Anschließend entnimmt sie etwas Blut und ich befestige die Aufkleber die ich inzwischen fertig gemacht habe. Wir sind damit gerade fertig, als auch schon der Fahrer des Labors in die Praxis kommt. Wir geben ihm die Blutproben, aber auch die anderen Proben. Dann fährt er wieder davon. In 15 Stunden können wir das Ergebnis abfragen.

Kurz darauf kommt auch der Tierarzt herein und kümmert sich sofort um die Katze. Er bestätigt Marias aber auch meine Meinung. „Lass deine Katze bis Morgen hier, Werner! Sobald wir Näheres erfahren haben, rufe ich dich an. Ich werde sofort im Labor anrufen, damit ich das Ergebnis schon eher erfahre. Jetzt kommt Clair erst einmal auf die Intensivstation!“

Werner, Herr Kkkkk, streichelt noch einmal seine Katze dann geht er. Sofort greift der Tierarzt zum Telefon und ruft das Labor an. Er macht die Auswertung sehr dringend und man verspricht dem Tierarzt, sobald die Probe da ist, diese sofort zu untersuchen.

In der Zwischenzeit habe ich Clair in den nächsten Raum gebracht. In diesem Raum liegen schon zwei Katzen und ein Hund. Der Tierarzt schließt noch einen Tropf an, dann fragt er mich wie ich zu der Vermutung komme, das es eine Gleichgewichtsstörung ist. Ich wiederhole noch einmal was ich auch schon Maria und Werner erklärt habe und wieder gibt er mir Recht. Kurz darauf bin ich unterwegs nach Hause, denn inzwischen ist es 18.30 Uhr.

Gleich am nächsten Morgen frage ich den Tierarzt, ob das Ergebnis von Clair schon da ist und er reicht mir einen Zettel. Es ist genauso wie ich vermutet hatte. Claire braucht nun absolute Ruhe, denn die Krankheit die sie hat, neben der Gleichgewichtsstörung, ist eine Infektion. Diese Infektion wird nun mit Medikamenten behandelt. Gegen die Gleichgewichtsstörung gibt es kein Mittel. Diese Störung heilt auch so. Meistens tritt innerhalb von 48 Stunden eine Besserung ein. So ist es auch bei Clair. Nach nur zwei Tagen fängt sie schon wieder an selbstständig zu Futtern.

Insgesamt bleibt Clair sieben Tage beim Tierarzt, dann darf sie wieder nach Hause. Aber nicht alleine, denn sie hat sich mit dem Hund angefreundet der beim Tierarzt war. Dieser lebte zuvor schon etwa ein Jahr im Tierheim. Keiner wollte den Hund in der Zeit haben, da er nach einem Unfall behindert war. Ihm fehlte eine Pfote die nach dem Unfall amputiert werden musste. Dieser Hund ging noch am selben Tag als Clair in den Raum kam zu ihr und kuschelte sich ganz dicht an die Katze. Werner nahm natürlich auch den Hund mit zu sich nach Hause.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #344
Das Altenwohnheim

Seit mein Vater in Pension ist, geht er fast jeden Tag ins Altenwohnheim um dort den Bewohnern aus der Zeitung vor zu lesen, oder mit deren Tieren spazieren zu gehen. Denn in dem Wohnheim dürfen kleine Hunde aber auch Katzen gehalten werden. Fast jeder der dort lebenden älteren Personen hat ein oder aber auch zwei Haustiere. Auch meine Mutter geht öfters mit ins Wohnheim um dort zu helfen.

Es ist gegen 16.00 Uhr als ich mein Büro verlasse und zum Hundegehege gehe. Dort werden neue Boxen errichtet, damit wir für den Ansturm während der Urlaubszeit, die bald beginnt, gerüstet sind. Ich unterhalte mich mit den Arbeitern dort und gehe Anschließend zum Katzenhaus. Dort ist auch unsere Krankenstation untergebracht und dort will ich hin. Im Moment sind dort ein Hund der sich eine Pfote gebrochen hat und vier Katzen, alles Streuner, die kastriert worden sind.

Bevor ich mein Büro verlassen habe, habe ich das Telefon umgestellt, damit alle Anrufe die eingehen ins Katzenhaus umgeleitet werden. Nun klingelt das Telefon und ein Mitarbeiter nimmt ab. Nachdem er sich gemeldet hat, lauscht er einen kurzen Moment, dann reicht er mir den Hörer. Als ich mich melde antwortet mein Vater: „Hallo Gerda! Kannst Du nicht mal ins Seniorenheim kommen und die Tiere hier untersuchen? Die alten Leute können nicht alle zum Tierarzt gehen. Zwar kommt er regelmäßig hier hin, aber viele der älteren trauen sich nicht ihn an zu sprechen.“

Natürlich sage ich zu das ich ins Seniorenheim komme. Wir verabreden uns für den nächsten Tag, einem Samstag. Gleich am frühen Morgen will ich dort sein. Ich fange an Vorbereitungen zu treffen in dem ich Medikamente die häufig gebraucht werden in eine Transportkiste packe. Dazu kommt auch Verbandmaterial, denn schließlich weiß ich nicht, was alles auf mich zukommt. Auch einige Schienen lege ich dazu. Nachdem die Kiste fertig ist, bringe ich diese zu meinem Auto und stelle sie in den Kofferraum. Am Abend spreche ich mit Herbert darüber und spontan entschließt er sich mit zu kommen, obwohl er ein Klassentreffen hat. Er geht zum Telefon, wählt eine Nummer und als sich der Gesprächspartner meldet, sagt er seine Teilnahme am Klassentreffen ab. Noch etwa 5 Minuten reden die beiden zusammen, wobei Herbert auch erwähnt warum er absagt. Dann legt er auf und wir reden noch etwas zusammen bevor es Abendessen gibt.

Am nächsten Morgen sind wir beide schon um 8.00 Uhr im Seniorenheim. Dort treffen wir meinen Vater und nachdem wir uns begrüßt haben, geht es in den Aufenthaltsraum. Dort sitzen etwa 60 ältere Personen die fast alle ein Tier dabei haben. Kurz stellt mein Vater Herbert und mich vor, dann fange ich an ein Tier nach dem anderen zu untersuchen. Auch Herbert schaut sich jedes Tier an. Er schaut nach den Zähnen der Tiere, schließlich ist er Zahnarzt. Immer wenn wir etwas feststellen beraten wir die Besitzer des Tieres, damit diese Behandelt werden können. Einige Medikamente werden auch von mir sofort gegeben. Nach einer kurzen Mittagspause, auch wir bekommen ein Essen serviert, machen wir weiter und gegen 15.00 Uhr sind wir mit den Untersuchungen fertig.

10 Tiere müssen noch behandelt werden, aber das werde ich im Tierheim machen. Nun tritt mein Vater zu uns: „ Danke ihr beiden! Nun sind es noch drei Tiere, zwei Hunde und eine Katze die untersucht werden müssen! Die Besitzer sind leider Bettlägerig und konnten nicht hier sein. Aber sie wollten unbedingt bei der Untersuchung mit dabei sein weil sie natürlich Fragen haben.

Zusammen gehen wir nun zu dem Bereich in dem die Senioren wohnen. Mein Vater klopft an eine Tür und nach einem kurzen Moment öffnet er die Tür und wir betreten den Raum. Auf einem Sofa liegt ein älterer Mann. Auf seiner Brust liegt eine Katze und nachdem wir uns Begrüßt haben, schildert er den Zustand seiner Katze: „Das ist Kasimir. Er ist etwa 20 Jahre alt und bis auf seine Blindheit vollkommen gesund. Jedenfalls hoffe ich das. Er lebt seit dem ersten Tag seines Lebens bei mir. Bis vor drei Monaten lebte auch noch seine Schwester bei uns, aber diese ist leider verstorben.“

Bei seinen letzten Worten traten ihm Tränen in die Augen. Ich legte ihm meine Hand auf die Schulter und fing anschließend an die Katze zu untersuchen. Sie ist bis auf altersbedingte Zipperlein vollkommen gesund. Trotzdem nehme ich zur Sicherheit einige Tropfen Blut um diese zu untersuchen. Nachdem ich dem Mann mein vorläufiges Untersuchungsergebnis mitgeteilt habe, gehen wir zum nächsten Raum. Dort treffen wir auf einen kleinen Hund, der auch vollkommen gesund ist.

Dann klopft mein Vater bei dem letzten Besitzer eines Tieres an die Tür. Auch hier wartet er einige Sekunden, dann betreten wir den Raum. Gleich nachdem wir in dem Raum sind, fällt mir der Hund auf. Dieser liegt in seinem Korb und hebt noch nicht einmal seinen Kopf als wir eintreten. Darum gehe ich sofort zu dem Tier, während mein Vater uns vorstellt.

Bei der Untersuchung stelle ich fest, das der Hund eine Vergiftung hat. Irgendetwas muss er gefuttert haben, als mit ihm Gassi gegangen wurde. Sofort setze ich die erforderliche Spritze. Nun ist warten angesagt, darum bleiben wir noch etwa zwei Stunden bei der Frau dem der Hund gehört. Den Hund nehme ich mit ins Tierheim damit ich ihn dort genauer untersuchen und behandeln kann und nach etwa einer Woche kann er wieder zurück zu der Frau. Diese freut sich ungemein das ihr Hund wieder gesund ist, aber auch der Hund freut sich wieder bei seiner Besitzerin zu sein.

Alle Tiere die noch behandelt werden mussten, wurden wieder vollkommen gesund. Einige müssen zwar für den Rest ihres Lebens Medikamente bekommen, aber darauf achten auch die Bediensteten des Seniorenheimes.

Einmal im Monat bin ich nun im Seniorenheim und untersuche die Tiere. Viele ältere Tiere aus unserem Tierheim konnten in dem Seniorenheim untergebracht werden. Dieses wurde als offizielle Pflegestelle von mir geführt.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #345
Die Tierklinik

Endlich habe ich mir ein paar Tage frei genommen. Es sind zwar nur drei Tage aber diese werden mir mit Sicherheit gut tun. Herbert konnte leider nicht frei machen, weil ich zu kurzfristig meinen Urlaub angetreten habe. Aber auch so kann ich meine nun freie Zeit überbrücken.

Im Moment lese ich in der Tageszeitung. Dabei ist mir ein Artikel besonders aufgefallen. In dem Artikel wird über ein anderes Tierheim berichtet, welches neue Wege gehen will. Ich kann nur darüber lächeln, denn alles was dort neu gemacht wird, gibt es bei uns im Tierheim schon lange.

Ich lege die Zeitung zur Seite und schütte mir einen weiteren Kaffee ein, als mein Telefon klingelt.
Ich gehe in den Flur, wo unser Telefon steht, und nehme den Hörer ab. Nachdem ich mich gemeldet habe, höre ich die Stimme eines Mannes. Es ist der Leiter einer Tierklinik die etwa 50 Kilometer entfernt ist.

„Hallo Frau Xxxxx! Mein Name ist Professor Doktor Kkkkkkkk! Ich bin der Leiter der TK in Aaaaaaaaaaaa! Ein Bekannter hat mich auf Sie aufmerksam gemacht, nachdem ich ihn wegen eines dringenden Falles angerufen habe. Er sagte zu mir, das sie eine Spezialistin sind, für besonders schwere Fälle und bisher immer eine Lösung gefunden haben. Das machte mich natürlich hellhörig und ich fragte ihn wer Sie denn sind. Daraufhin erzählte er mir einige Stories die ich nicht glauben konnte, aber immer wieder versicherte er mir, das alles was er sagt auch so geschehen ist. Nun aber zu dem besonderen Fall: Ich habe hier einen mittelgroßen Hund dessen Blutwerte immer schlechter werden. Besonders der Wert der auf eine Entzündung im Körper hinweist, verschlechtert sich von Tag zu Tag. Wir können leider nicht die Ursache finden und die AB-Behandlung schlägt auch nicht an. Können Sie mir einen Tipp geben, wo wir noch suchen sollen?“

Schweigend habe ich ihm zu gehört, musste jedoch still vor mich hinlächeln das er mich, immerhin ist er ein Professor, fragt ob ich helfen kann. Ich stelle noch einige Spezifische Fragen die alle von ihm beantwortet werden. Als er erwähnt, das der Hund sich eine Akkupunkturnadel in eine Pfote getreten hatte, werde ich hellhörig. Wir reden noch einige Minuten zusammen, dann steht mein Entschluss fest, ich werde zu der TK fahren und mir den Hund persönlich ansehen. Das sage ich dem Professor und wir beenden unser Gespräch. Anschließend rufe ich meinen Mann Herbert an und sage ihm, das ich zu der TK fahren werde.

Dann mache ich mich fertig und gehe zu meinem alten Auto. Ich liebe diese alte Karre. Zwar ist sie schon 12 Jahre alt, aber noch nie hat mich der Kadett in Stich gelassen. Kurz darauf bin ich schon unterwegs. Da es etwa 50 Kilometer bis zu der TK sind, rechne ich damit das ich etwa 45 Minuten für den Weg brauche.

Tatsächlich brauche ich nur 40 Minuten um zu der TK zu kommen. Ich stelle mein Auto auf den Parkplatz der TK und nehme meine Tasche vom Beifahrersitz. Diese Tasche habe ich immer bei mir und auch jetzt nehme ich sie mit. Kurz darauf betrete ich die Tk und gehe zum Empfangsschalter. Dort ist eine Mitarbeiterin gerade am Telefonieren und ich warte bis sie fertig ist. Dabei schaue ich mich um. Sehr viel Betrieb ist hier. In einem Wartebereich sitzen fünf Personen von denen drei anscheinend ein Tier dabei haben. Jedenfalls sehe ich zwei Katzenträgekörbe und bei der dritten Person nur die Leine die sie in der Hand hat. Von einem Tier ist nichts zu sehen. Anscheinend versteckt sich dieses. Die beiden anderen Personen unterhalten sich leise, wobei eine immer wieder auf seine Uhr schaut.

Dann ist die Mitarbeiterin mit ihrem Telefonat fertig und sie fragt mich nach meinen Wünschen. Ich stelle mich vor und sage zu ihr, das ich einen Termin mit dem Professor habe. Als sie meinen Namen hört, greift sie sofort zum Telefon und sagt in den Hörer, nachdem am anderen Ende abgenommen worden ist: „Herr Professor, die Spezialistin die Sie erwarten ist da! OK, ich bringe sie sofort zu ihnen!“

Nachdem sie den Hörer wieder aufgelegt hat, kommt sie hinter dem Empfangstisch hervor und bittet mich mit zu kommen. Ich folge ihr und wir gehen durch zwei Glastüren in den hinteren Bereich der TK. Dort zeigt sie auf eine Tür, klopft an und öffnet die Tür sofort. Dann bittet sie mich herein und schließt die Tür von außen hinter mir.

Der Professor ist etwa 55 Jahre alt. Sofort erhebt er sich von seinem Stuhl und kommt zu mir. Wir reichen wir uns die Hände und begrüßen uns. Anschließend bittet er das ich mich hinsetze. Kurz bedankt er sich das ich so schnell kommen konnte, dann kommt er zu seinem Anliegen.

„Also Frau Doktor! Wir haben hier einen Hund, der zu uns gebracht wurde weil er sich etwas in seine linke hintere Pfote getreten hatte. Bei der Untersuchung fanden wir dann die Akkupunkturnadel. Nach dem entfernen überprüften wir seine Blutwerte und wir stellten fest, das seine Entzündungswerte sehr hoch waren. Darum bekam er AB von uns, doch diese scheinen nicht zu wirken, denn seine Werte stiegen weiter. Langsam wird es für ihn Lebensbedrohend darum habe Professor Lxxxx um seine Meinung gebeten. Er hat mich dann an Sie verwiesen als ausgesprochenen Experten. Tut mir Leid, aber ich hatte bisher nichts von Ihnen gehört, aber er überzeugte mich davon Sie doch an zu rufen. Nur hatte ich nicht damit gerechnet, Sie so schnell hier zu sehen Frau Doktor Xxxxx!“

Ich lächelte ihn an und sagte ihm erst einmal, das ich keinen Doktortitel habe. Gleichzeitig holte ich meine Sondergenehmigung hervor und reichte ihm diese. Erstaunt liest er diese durch und reicht mir sie anschließend zurück. Nach einem kurzen Räuspern fragt er mich ob wir nun zu dem Hund wollen und ich stimme zu. Wir verlassen den Raum und gehen wieder zum Empfang. Dort fragt er die Mitarbeiterin nach den Besitzern des Hundes und die Mitarbeiterin holt das Paar aus dem Wartebereich. Kurz stellen wir uns vor, dann geht es schon in einen Behandlungsraum.

Auf dem Tisch dort liegt ein Golden Retriever der nur schwach mit seinem Schweif wedelt als wir den Raum betreten. Ich lege meine Tasche auf einen Stuhl der in einer Ecke steht und trete dann zu dem Hund. Dieser schnuppert kurz an meiner Hand, dann fange ich ihn an zu streicheln.

Bevor ich anfange mich um den Hund zu kümmern frage ich zunächst was eigentlich mit dem Hund passiert ist. Die Frau antwortet mir: „Am Sonntag sind wir zusammen spazieren gegangen. Das war am Köhlergrund. Auf einmal fing Leila an zu jaulen und setzte sich hin. Dann hat sie an ihrer Pfote geleckt. Natürlich haben wir sofort nachgeschaut was sie hat, konnten aber nichts finden. Wir dachten das sie vielleicht auf eine Tannennadel getreten ist und diese gepickt hat. Aber am Montagmorgen war die Pfote geschwollen und wir sind sofort zum Tierarzt. Der konnte aber auch nichts feststellen darum sind wir hier zur TK. Dort wurde dann die Nadel auf dem Röntgenfoto entdeckt und sofort entfernt. Aber es wird nicht besser, eher schlechter.“

Ich ließ mir nun das Ergebnis der Blutuntersuchung zeigen. Die Entzündungswerte waren Katastrophal! Solch schlechte Werte hatte ich bisher nicht gesehen. Nun ließ ich mir auch die Röntgenaufnahmen zeigen. Zunächst die Aufnahme auf der man gut die Nadel sehen konnte, dann die Aufnahme nach der OP. Alles schien in Ordnung. Auf einer Röntgenaufnahme sind alle Knochen und Fremdteile heller wie das Umfeld. Doch es war nichts Ungewöhnliches zu sehen.

Gerade wollte ich mich von den Aufnahmen abwenden als mein Blick auf einen ganz kleinen Fleck auf der Aufnahme fiel. Trotzdem wandte ich mich ab, um aber sofort auf die Aufnahme zu sehen. Sollte es ein Staubkorn sein auf dem Foto? Ich trat näher und wischte über die Aufnahme. Doch der Fleck blieb. Nun wollte ich die Nadel sehen und hoffte, das diese noch da war.

Die Frau griff in ihre Tasche und sagte dabei, das sie die Nadel hat. Dann gab sie mir diese in die Hand. Ich betrachtete sie genau und stellte zunächst fest, das das Griffstück der Nadel fehlte. Eine Akkupunkturnadel hat an einem Ende ein kleines Kunststoffstück damit die Nadel griffig wird und sich der Akupunkteur sich nicht verletzen kann beim Setzen der Nadel. Dann betrachtete ich die Spitze der Nadel. Etwas stimmte nicht und ich ließ mir eine Lupe reichen. Nun kann ich sehen, das die Spitze der Nadel abgebrochen ist. Das muss der kleine helle Fleck auf der Aufnahme sein.

Ich erkläre den Anwesenden nun was ich entdeckt habe und schlage noch einmal eine Röntgenaufnahme vor. Sofort wird der Hund vorbereitet indem er eine Narkose bekommt und anschließend wird er zum Röntgen gebracht. Dort lege ich den Hund so auf den Tisch wie ich es brauche. Dabei wird die Pfote so hingelegt und arretiert wie ich es haben will. Anschließend wird die Aufnahme gemacht. Aber auch eine zweite wird gemacht, nachdem die Pfote auch noch anders hingelegt wird.

Bei der Auswertung der Aufnahmen kann man nun sehr gut die abgebrochene Spitze der Nadel erkennen. Diese hat sich in den Knochen gebohrt und lässt dadurch die Entzündung der Pfote nicht abklingen.
Sofort ordnete der Professor die OP an und der Hund wird in einen anderen Raum gebracht. Der Professor fragt ob ich die OP machen will und ich willige ein. Ich bereite mich vor und nachdem der Hund nun eine Narkose bekommen hat, die die vorhandene Narkose verstärkt, beginne ich mit der OP. Als Helfer fungiert nun nicht nur eine OP-Helferin und ein weiterer Tierarzt sondern auch der Professor.

Zunächst mache ich einen Schnitt in den Ballen der Pfote um an den Knochen zu kommen. Dann setze ich eine starke Lupe auf und kann auch bald die Spitze der Nadel sehen. Um diese zu entfernen muss ich nun den Knochen etwas aufschneiden, da ansonsten die Nadelspitze nicht entfernt werden kann. Nachdem dieses geschehen ist, greife ich mit einer Pinzette nach der Spitze und entferne diese. Vorsichtig lege ich die Pinzette mit der Nadelspitze in eine Schale. Anschließend schaue ich ganz genau ob nicht noch ein kleines Stück in dem Knochen sitzt. Aber das ist nicht der Fall.

Also schließe ich die OP-Wunde und lege einen Verband an. Dann ist die OP beendet und der Hund kommt in den Aufwachraum. Zusammen gehen wir wieder zu dem Paar, das im Vorraum gewartet hat. Der Professor erklärt nun, was im OP geschehen ist und das nun alle Rückstände der Nadel entfernt sind. Warum die Nadel abgebrochen ist, ob während der OP als die Nadel entfernt wurde oder schon als der Hund sich diese in die Pfote getreten hat, kann er jedoch nicht sagen.

Nachdem das Paar den Raum verlassen hat um zu ihrem Hund zu gehen, fragt mich der Professor nun wie ich zu der Sondergenehmigung gekommen bin. Alle Fragen die er stellt, beantworte ich genau. Anschließend bedankt er sich auch bei mir und nach etwas über drei Stunden bin ich wieder unterwegs nach Hause. Da Herbert schon da ist, erzähle ich ihm warum ich in der TK war.

Der Hund musste zwar noch zwei Wochen in der TK bleiben, wurde aber wieder ganz gesund. Etwa 2 Monate später besuchte mich das Paar mit ihrem Hund im Tierheim wobei sie sich noch einmal bedankten.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #346
Urlaub

Seit einer Woche sind Herbert mein Mann und ich nun unterwegs mit unserem Wohnmobil. Wir sind mal wieder in Frankreich unterwegs. Dieses Mal fahren wir nicht an die Küste, sondern bleiben weiter im Innenland. Seit wir von zu Hause los gefahren sind, haben wir bisher nicht die Autobahn benutzt sondern sind immer auf Bundesstraßen oder Landstraßen gefahren. Schließlich wollen wir auch etwas von der Landschaft sehen.

Wir sind kurz vor Lyon und wollen uns Morgen die Stadt ansehen. Anschließend wollen wir ins Languedoc fahren. Herbert hat kürzlich etwas von einem kleinen Dorf gelesen um das sich ein Geheimnis rankt. Dort soll ein Priester Anfang des Jahrhunderts einen Schatz gefunden haben. Nun will Herbert auch in dieses kleine Dorf fahren wo der Priester gewohnt hat. Aber auf Schatzsuche gehen will er nicht.

Nachdem wir in Lyon einen Stellplatz gefunden haben, begeben wir uns in die Innenstadt. Diese ist nicht weit von unserem Stellplatz entfernt und so brauchen wir nur etwa 30 Minuten bis wir in der Innenstadt ankommen. Da es noch früher Nachmittag ist, entschließen wir uns kurzfristig die Basilika in Lyon zu besichtigen. Das ist eine Kirche die auf einem Berg liegt und schon von weitem zu sehen ist. Wir sind erstaunt über die Wand- und Deckenmalereien, aber auch darüber das vieles mit Gold verziert ist.

Nach vier Stunden verlassen wir die Basilika und da es inzwischen fast 20.00 Uhr ist gehen wir ins nächste Restaurant um etwas zu Essen. Anschließend gehen wir wieder zu unserem Wohnmobil, wo wir noch einige Zeit vor diesem sitzen. Auch andere Wohnmobilbesitzer sitzen vor ihren Fahrzeugen und so kommen wir schnell ins Gespräch. Dabei stellt sich heraus, das unser direkter Nachbar, das sind Linda und Gerd, ebenfalls zu dem Dorf ins Languedoc wollen. Aber, so meint Gerd, haben sie Hinweise wo der Schatz liegen soll und darum fahren sie auch schon Morgen weiter. Wir wollen noch einen Tag in Lyon bleiben, doch verabreden wir uns zu einem Treffen in dem Dorf.

Am nächsten Tag schauen wir uns Lyon an. Dabei nehmen wir auch an einer geführten Besichtigungstour teil. Abends sitzen wir wieder vor unserem Wohnmobil und auch dieses Mal kommen wir mit anderen Fahrern ins Gespräch. Erst gegen 23.00 Uhr kommen wir ins Bett und fahren auch darum später los um ins Languedoc zu kommen. Es ist schon nach 10.00 Uhr als wir losfahren, aber dieses Mal benutzen wir die Autobahn, denn über Land- oder Bundesstraßen würde zu lange dauern. So legen wir die knapp 500 Kilometer in etwas über 6 Stunden zurück.

Als erstes suchen wir einen Stellplatz in Carcassonne. Da wir aber keinen finden fragt Herbert, während er am Tanken ist, bei dem Tankwart nach. Es gibt nur private Stellplätze und er bekommt eine Adresse wo wir hinfahren können. Nicht weit von der Tankstelle ist dieser Platz und nach kurzer Fahrt sind wir an dem Stellplatz der sich bei einem Restaurant befindet. Herbert fragt nach einem Platz und kurz darauf stehen wir unter einem Riesenbaum der sehr viel Schatten spendet.

Da dieser Stellplatz sich direkt an der mächtigen Stadtmauer von Carcassonne befindet entschließen wir uns zunächst eine kurze Besichtigung zu machen. Nach etwa drei Stunden sind wir wieder am Stellplatz und gehen nun in das Restaurant um etwas zu Essen. Etwa eine Stunde später sind wir mit dem Essen fertig und sitzen vor unserem Wohnmobil. Auch jetzt kommen wir mit anderen Fahrern ins Gespräch und Herbert erfährt sehr viel über das kleine Dorf das nur etwa 50 km entfernt liegt. Natürlich ist Herbert nun Feuer und Flamme näheres zu erfahren über das Dorf und seinen Priester. Bis etwa 01.00 Uhr sitzen wir zusammen mit den anderen Fahren, aber auch der Besitzer des Stellplatzes gesellt sich zu uns um noch mehr zu der Geschichte bei zu steuern.

Am nächsten Morgen machen wir uns gegen 10.00 Uhr auf den Weg zu dem kleinen Dorf. Als wir dort ankommen, mitten im Dorf gibt es einen großen Parkplatz auf dem schon mehrere Wohnmobile stehen, gehen wir nachdem das Wohnmobil auf dem Parkplatz steht, zuerst zu der kleinen Kirche um diese zu besichtigen. Dort treffen wir auch unsere Bekannten aus Lyon wieder und gemeinsam betreten wir die Kirche. Erstaunt sind wir, als uns direkt im Eingangsbereich, das große Taufbecken auf fällt. Dieses wird von einem Dämon getragen, was doch sehr ungewöhnlich ist. Dann besichtigen wir den Kreuzgang der Kirche und auch hier fallen uns Unregelmäßigkeiten an den dargestellten Bildern auf. Unsere Bekannten klären uns darüber auf, das auf den Bildern Hinweise zu dem verstecktem Schatz sind. Doch Herbert und ich können nichts entdecken.

Als wir die kleine Kirche wieder verlassen, fällt mir ein Hund auf, der mitten in der Sonne liegt. Irgendwie kommt mir das komisch vor und ich gehe zu dem Hund. Herbert folgt mir und auch unseren Bekannten folgen. Bei dem Hund knie ich mich hin. Von dem erfolgt keine Reaktion, kein Kopf heben, kein wedeln mit dem Schweif. Kein gar nichts. Auch als ich anfange den Hund zu streicheln, erfolgt keine Reaktion.
Ich hole mein Stethoskop aus meiner Tasche und als ich den Hund abhöre erfolgt eine Reaktion von ihm. Leicht bewegt sich sein Schweif und er schaut mich an. Dann schließt er die Augen und ist gestorben. Mit Schrecken stelle ich fest, das der Hund hoch trächtig ist. Sofort, ohne nach zu denken, entschließe ich mich für einen Kaiserschnitt. Ich hoffe das ich die ungeborenen Welpen noch retten kann.

Sofort lasse ich mein Stethoskop fallen und hole das OP-Besteck hervor. Daraus entnehme ich ein Skalpell und führe den erforderlichen Schnitt durch. Herbert hat sich sofort, als ich mich hin gekniet habe zu mir gekniet. Jetzt redet er auf Französisch mit den umstehenden Neugierigen, denn auch er hat mit mir zusammen Französisch gelernt und beherrscht die Sprache sehr gut.

Er sagt bzw. ruft es mehr: „Wir brauchen sofort ein Hündin hier, die gerade ihre Welpen geboren hat. Wenn das nicht vorhanden ist, brauchen wir sofort Milch und ein paar Trinkflaschen. Los Leute, kommt in die Gänge!“

Ich bin erstaunt als er das sagt, denn so habe ich ihn noch nie erlebt. Inzwischen habe ich den Bauchraum geöffnet und taste nach den Welpen. Es sind sechs Welpen die ich fühlen kann. Dann öffne ich die erste Plazenta, denn es muss sehr schnell gehen, wenn das Muttertier gestorben ist. Ich hole das erste Welpen aus dem Muttertier und reiche es an Herbert weiter. Dann das zweite und alle folgenden. Alle Welpen leben noch! Doch ich weiß, das sie nur eine kleine Chance haben.

Eine Frau im mittleren alter drängelt sich durch die Neugierigen und reicht mir eine Flasche mit Milch Sofort gebe ich dem ersten Welpen die Flasche und dieses fängt auch sofort an zu saugen. Doch noch immer fehlen Flaschen oder ein Muttertier. Doch kurz darauf ist dieses Problem auch gelöst, denn ein Mann schiebt sich nach vorn. Er hat eine Hündin dabei, die in der letzten Nacht ihre Welpen geboren hat. So wie er sagt, haben nur zwei der Welpen überlebt.

Kurz schnuppert die Hündin an den Welpen, dann legt sie sich hin und Herbert und ich legen die Welpen an. Auch das Welpen, welches bisher an der Flasche gesaugt hat, lege ich an. Am Schmatzen hört man, das die Welpen alle am Saugen sind.

Irgendwie habe ich das Gefühl, das mich die Hundemama dankbar ansieht und in mir keimt ein Verdacht auf. Sollten die anderen Welpen der Hündin getötet worden sein? Auf Deutsch sagte ich das zu Herbert und er schaute sich den Mann genau an. Dann sprach er ihn auf Deutsch an und der Mann antwortete ebenfalls auf Deutsch. Nun erfuhren Herbert und ich, das tatsächlich die Mutti sieben Welpen geboren hat und bis auf die zwei alle anderen von ihm getötet worden waren.

Ich kochte vor Wut und war kurz davor den Mann an den Kragen zu gehen. Aber ich beherrsche mich und sagte zu ihm: „Jetzt hören sie genau zu! In sechs, in zwölf und in einem Jahr sind wir wieder hier, denn leider sind wir nur Urlauber. Aber sollte eines der sechs Welpen dann nicht mehr da sein und bei ihnen im Haus leben, nehme ich persönlich sie auseinander. Wie kann man nur ein von Gott geschenktes Leben einfach so töten? Herbert halte mich fest, sonst gehe ich dem an den Kragen!“

All das hatte ich auf Französisch gesagt ohne mir darüber bewusst zu sein, das nun jeder der Neugierigen dieses mithören konnte. Sofort hebt starkes Gemurmel an und es gehen auch einige Männer auf den Hundehalter zu. Doch ich stoppe sie sofort indem ich nochmal wiederhole, das wir öfters zum Kontrollieren kommen werden. Einer der Männer sagt daraufhin zu Herbert und mir: „ Sie brauchen nicht so oft zur Kontrolle kommen! Das machen wir schon! Sofern die Welpen es schaffen, werde ich persönlich die Vermittlung der Hunde übernehmen. Auch werde ich Sie öfters anrufen, wenn Sie mir nur Ihre Telefonnummer geben. Aber solange wird Piere seine Wanja zur Verfügung stellen, damit die Welpen überleben.“

Bei seinen letzten Worten schaute er den Hundebesitzer fest an und dieser nickte nur mit dem Kopf. Anschließend werden die Welpen von anderen Bewohnern zum Haus von Piere gebracht und andere kümmern sich um die verstorbene Hundemama. Wir unterhalten uns noch lange mit dem Mann und ich gebe ihm auch die Telefonnummer meines Tierheim in Deutschland. Natürlich ist er erstaunt als er hört, das ich nur ein Tierheim leite, aber nachdem ich ihm alles erklärt habe nimmt er mich in den Arm und sagt dabei: „Madame, das hätte ich nie gedacht. Vieles habe ich schon gehört von den TÄ in Deutschland, aber das jemand operieren darf ohne ein Studium zu haben ist mir neu. Ich wünsche ihnen das Sie immer rechtzeitig zur Stelle sind, so wie heute.“
Noch lange reden wir mit dem Mann der sich als Marcel vorstellt. Auch reden wir über den Schatz der hier angeblich versteckt ist. Doch er glaubt nicht an die Geschichte des Priesters so wie diese bekannt ist. Aber er führt uns durch die Kirche und zeigt uns auch das Haus, welches der Priester gebaut hat. Das hat einen Turm der genau an einem Abgrund steht. Auch diesen Turm besteigen wir zusammen mit Marcel. Er hat ein großes Wissen über den Priester und seine Geschichte.

Als wir uns von ihm verabschieden haben wir einen neuen Freund gefunden, der uns auch in Deutschland besucht hat. Jede Woche rief er mich an und berichtete von den Welpen. Ein Jahr später waren wir wieder in dem kleinen Dorf. Als wir uns mit Marcel trafen hatte er einen Hund dabei. Es war einer der Welpen. Aber auch die anderen Hunde von vor einem Jahr trafen wir. Alle hatten überlebt und waren wunderschöne Tiere geworden. Aber auch mit Piere haben wir gesprochen. Er hatte inzwischen sich inzwischen komplett umgestellt und war einer der aktivsten Tierschützen in der Gegend.
Den Schatz hat Herbert natürlich nicht gefunden aber er interessierte sich sehr für Archäologie.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #347
Vestibulär Syndrom

Es ist Sommer 1986 und ich will Herbert, da er bald Geburtstag hat, überraschen. Er wird in ein paar Wochen 55 Jahre alt. Herbert ist 9 Jahre älter wie ich und ich habe nur wenige Tage später Geburtstag. Trotzdem soll es ein Geburtstagsgeschenk nur für ihn sein. Darum befinde ich mich in unserer Stadt. Bisher habe ich noch keine Ahnung was ich ihm Kaufen soll.

Da Herbert an diesem Wochenende auf einer Weiterbildung ist, habe ich den Freitag und den Samstag Zeit, ihm etwas zu besorgen. Da Herbert dem Fotohobby verfallen ist, bin ich unterwegs um etwas in dieser Richtung zu besorgen. Natürlich habe ich schon diverse Kataloge von Versandhäusern durch gesehen, doch habe ich nichts Passendes für ihn gefunden.

Da ich genau weiß, was er bei seiner Fotoausrüstung hat, suche ich etwas in der Art. Darum betrete ich ein großes Fotogeschäft. Nachdem ich mich umgesehen habe und nichts gefunden habe, spreche ich einen Verkäufer an. Der erklärt mir nun, das für den Fotoapparat den Herbert besitzt, keine Zubehörteile bei ihnen im Geschäft zu bekommen sind. Ich bin enttäuscht und drehe mich um damit ich das Geschäft verlassen kann. Da meint der Verkäufer: „ Wenn Sie mir genau sagen können, welche Ausrüstung ihr Mann hat, kann ich nach passenden Fremdprodukten schauen!“

Da ich die genaue Bezeichnung der Fotoausrüstung nicht kenne, sage ich das dem Verkäufer und fahre anschließend nach Hause. Dort schnappe ich mir den Fotoapparat und fahre wieder in die Stadt um nach etwa einer Stunde wieder in dem Laden zu sein. Sofort kommt der freundliche Verkäufer, nachdem er einen anderen Kunden beraten hat, zu mir und ich zeige ihm die Kamera.

Sofort weiß er, welches Zubehör es für die Kamera gibt. Er zeigt mir etliche Teile die passen und nach einiger Zeit entschließe ich mich ein 1000er Objektiv zu kaufen. Da dieses nicht vorrätig ist, wird es bestellt und mir wird versprochen, das dieses in etwa einer Woche da ist. Ich gebe ihm noch die Telefonnummer des Tierheim dann verlasse ich wieder das Geschäft.

Kaum habe ich dieses verlassen, fällt mir ein Hund auf der auf dem Bürgersteig läuft. Irgendwie läuft der Hund aber ganz komisch. Es sieht aus, als wenn ein Betrunkener dort lang läuft. Er schwankt von einer Seite zur anderen, kommt auch öfters ins Stolpern und fällt dabei um. Das das nicht normal ist weiß ich sofort.
Noch während ich hinter dem Hund hinterher laufe, hole ich mein Stethoskop aus meiner Tasche, die ich natürlich wie immer mitführe. Dann bin ich bei dem Hund und spreche ihn an. Auf mein Anreden bleibt er zwar stehen, ist aber stark am schwanken. Auch hält er seinen Kopf etwa schief. Das kann mehrere Ursachen haben! Zum einen kann es ein Vestibulär Syndrom aber auch eine Ohrentzündung, einen Fremdkörper aber auch um einen Tumor oder andere Ursachen haben.

Das Vestibulär Syndrom nennt man den Ausfall auf einer Seite des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Dadurch bekommt das Gehirn des Hundes keine Informationen mehr wo oben oder unten ist und der Hund hat das Gefühl ständig in Bewegung zu sein. Auch wenn er sitzt oder steht. Als Folge davon versucht der Hund die vermeintlich sich in Bewegung befindliche Horizontlinie zu fixieren. Auch tritt ein starker Brechreiz auf.

Ich tippe sofort auf das Syndrom, da Schlaganfälle die genau dieselben Symptome haben, bei Hunden sehr selten vorkommen.

Nun untersuche ich den Hund erst einmal, soweit ich das hier auf der Straße machen kann. Dabei überlege ich, wie der Hund ins Tierheim kommt, damit ich ihn richtig behandeln kann. In diesem Moment kniet sich der Verkäufer aus dem Fotoladen neben mir hin. Sofort frage ich ihn ob er im Tierheim anrufen kann, damit unser Wagen kommt. Er steht sofort auf und sagt das er anrufen wird. Dann entfernt er sich wieder.

Nun tritt ein älterer Herr zu mir und sagt, das es sein Hund ist den ich gerade untersuche. Natürlich fragt er was sein Hund hat und ich erkläre ihm dieses in schnellen Worten. „Ich war schnell in einem Laden um etwas ein zu kaufen. Benni blieb wie immer vor dem Laden sitzen. Als ich nach ein paar Minuten wieder aus dem Laden kam, war Benni weg. Ich habe dann sofort angefangen ihn zu suchen und als ich diese kleine Menschenmenge gesehen habe, bin ich hier hin. Nun hat er einen Schlaganfall! Wäre es nicht besser ihn einzuschläfern?“

Als er meint ob es nicht besser ist den Hund einzuschläfern, wehre ich ab. „Darüber brauchen sie sich erst einmal keine Gedanken machen. Zunächst kommt der Hund zu uns ins Tierheim damit er behandelt werden kann. Innerhalb von drei Tagen müsste Ihr Hund eigentlich soweit sein, das er wieder ein fast normales Leben führen kann. Sollte dieses nicht der Fall sein, können wir zusammen beraten was passieren soll.“

Dann erkläre ich ihm ganz genau wie die Behandlung nun erfolgen muss und nachdem er alles genau weiß, erklärt er sich dazu bereit jeden Tag ins Tierheim zu kommen um sich um seinen Hund zu kümmern. Ich habe ihm gesagt, das er in den ersten Tagen sich unter anderem darum kümmern muss wenn sein Hund Gassi geht. Dann muss er seinen Hund festhalten, damit dieser nicht umfällt. Das alles findet er aber nicht schlimm, er wünscht sich nur das sein Hund wieder gesund wird.

Kurz darauf hält auch unser Wagen neben uns und wir verladen den Hund in den Wagen. Der Mann und ich steigen ein und sofort geht es zum Tierheim. Dort entnehme ich dem Hund erst einmal etwas Blut um dieses zu untersuchen. Dann bekommt er eine Infusion. Über einen Zeitraum von drei Tagen müssen nun diese Infusionen gegeben werden. Außerdem bekommt er ein Antiemetikum gegen die Übelkeit und ein durch blutungsförderndes Mittel. Außerdem bekommt er noch Vitamin B Präparate. Das durchblutungsfördernde Mittel muss er nun für den Rest seines Lebens bekommen. Während ich den Hund behandle ist der Mann immer bei seinem Hund.

Bei der Blutuntersuchung kann ich dann keine anderen Ursachen feststellen die das Krankheitsbild des Hundes erklären. Also habe ich mal wieder recht mit meiner Diagnose. Jeden Tag kam der Mann um seinem Hund bei der Genesung zu helfen. Das Gleichgewichtsorgan kann zwar nicht heilen, aber durch intensive Pflege kann sich der Hund daran gewöhnen. Täglich sitze ich mit dem Mann zusammen um ihm zu erklären was er alles beachten muss und was er zu tun hat.

Nach einer Woche entlasse ich den Hund wieder nach Hause. Öfters ruft der Mann an um mir die neuesten Ergebnisse des Heilungsverlaufes mit zu teilen. Nach zwei Monaten klopft es an meiner Bürotür und der Mann kommt mit seinem Hund in mein Büro. Dem Hund geht es ausgezeichnet und ich hoffe, das er nie wieder an dieser Krankheit erkrankt. Das sage ich auch dem Mann, während ich den Hund streichele. Dann verlässt er mich wieder. Der Hund erkrankte nie wieder an dieser Krankheit und lebte noch lange Jahre bei seinem Herrchen.

Nach einer Woche rief der Verkäufer aus dem Fotogeschäft an und teilte mir mit, das das Objektiv gekommen ist. Noch am selben Tag hole ich das Objektiv ab, dabei fragt mich der Verkäufer nach dem Hund und ich sage ihm, das es diesem den Umständen entsprechend gut geht. Nachdem ich bezahlt habe verspricht der Verkäufer demnächst einmal das Tierheim zu besuchen, weil er ebenfalls einen Hund sucht. Was er auch machte! Zwei Wochen später kam er zusammen mit seiner Frau und holte sich einen Hund zu sich nach Hause.

Herbert freute sich über das Teleobjektiv und machte sofort einige Fotos mit seinem neuen Objektiv.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #348
Lena

Wieder einmal sitze ich in meinem Büro über dem Papierkram. Ich rege mich fürchterlich auf, weil gerade ein Anruf gekommen ist und mir ein neuer Mitarbeiter im Amt mitgeteilt hat, das ab sofort nur noch die Hälfte des Bedarfs für das Tierheim genehmigt wird. Das ist eigentlich nicht schlimm, weil ich sowieso immer 25% über den tatsächlichen Bedarf bestellt habe. Gestrichen wurde bisher auch nur 25% aber nun sind es noch einmal 25% mehr. Die haben doch einen Vogel dort im Amt. Aber ich bin auch schon am Überlegen wie ich doch alles bekomme was benötigt wird im Tierheim.

Gerade schaue ich aus dem Fenster uns sehe eine etwa 30jährige Frau auf mein Büro zukommen. Kurz darauf klopft es an meiner Tür und nach einem „Herein“ von meiner Seite betritt die Frau mein Büro. Sie grüßt und stellt sich als Petra Wxxxx vor. Nachdem wir uns wieder gesetzt haben kommt sie schnell zum Thema.

„Ich hätte gern ein oder zwei Katzen. Meine Großeltern haben sich vor über 20 Jahren aus diesem Tierheim eine Katze geholt und nachdem meine Großeltern gestorben sind, habe ich die Katze übernommen. Nun ist die Katze auch gestorben. Sie müssten die Katze im Übrigen kennen! Ihr Name war Lena!“

Nur kurz bin ich am überlegen, dann weiß ich um welche Katze es sich handelt. Zwar ist im Laufe der Zeit die eine oder andere Katze mit dem Namen Lena bei uns im Tierheim gewesen aber der Hinweis mit den 20 Jahren reichte um genau zu wissen um welche Katze es sich handelt. Zuletzt hatte ich Lena vor etwa 9 Monaten gesehen. Damals habe ich Lena bei den Großeltern in deren Haus untersucht, weil sie nur noch am Schlafen war. Gefunden was auf eine Krankheit hinweist habe ich nicht aber Lena war zu der Zeit auch schon über 22 Jahre alt und ich schob ihre Müdigkeit auf ihr Alter.

Lena kam als Fundtier zu uns. Sie wurde von zwei Mädchen im Straßengraben gefunden. Dort lag Lena und war laut am Mauzen weil sie Schmerzen hatte. Darum sind die beiden Mädchen auf Lena aufmerksam geworden. Da ich zu der Zeit noch nicht mit meiner Ausbildung fertig war, wurde der Tierarzt informiert und Lena wurde von mir ins Untersuchungszimmer gebracht. Dort hörte ich sie erst einmal ab und stellte dabei fest, das ihr Herz sehr unregelmäßig schlug. Außerdem stellte ich mehrere Brüche im Bereich der linken Seite fest. Doch machen durfte ich noch nichts, obwohl ich der Katze sehr gern etwas gegeben hätte gegen ihre Schmerzen.

Also war warten auf den Tierarzt angesagt. Ich fing an mit der Katze zu reden und streichelte sie auch dabei. Das schien ihr gut zu tun, den das Mauzen ließ nach und kurz darauf war nur noch ihr schnurren zu hören. Wohl eine halbe Stunde habe ich mit der Katze geredet und sie die ganze Zeit gestreichelt dann erschien endlich der Tierarzt.

Ich teilte ihm meine Untersuchungsergebnisse mit und er meinte dazu: „Das hast Du gut gemacht, Gerda! Nun wollen wir schnell zu meiner Praxis damit die Katze geröntgt werden kann. Was hältst Du eigentlich davon, wenn hier demnächst mein Röntgengerät aufgebaut wird. Ich will mir ein moderneres Kaufen und das alte könnte dann hier im Nebenraum aufgebaut werden.“

Ich fand die Idee sehr gut sagte aber auch, das dann hier dann aber jemand mit einer Röntgenausbildung sein muss. „Genau das wird dann auch passieren. Du wirst diese Person sein und schon bald geht es auf einen Lehrgang!“

Ich schaute ihn nur an, dann holte ich eine Trage für die Katze und legte anschließend die Katze darauf. Dann gingen wir zu seinem Auto und er fuhr sofort zu seiner Praxis. Dort wurde die Katze sofort von Maria, die Frau vom Tierarzt, geröntgt. Bei der Auswertung der Aufnahmen wurde dann festgestellt, das die Katze drei Rippen, eine Vorderpfote und die Hüfte auf der linken Seite gebrochen waren. Also hatte die Katze einen Autounfall gehabt.

Sofort wurde die Katze operiert. Dabei musste ich die Hauptarbeit machen und der Tierarzt kontrollierte meine Arbeit. Wenn ich mal einen Fehler gemacht hatte, griff er sofort ein und wies mich auf den Fehler hin. Nach zwei Stunden waren wir fertig und die Katze kam auf die Intensivstation beim Tierarzt.

Anschließend saßen der Tierarzt und ich noch einige Zeit zusammen und redeten über den Röntgenlehrgang. Auch Maria die Frau vom Tierarzt kam dazu. Sie fand es auch eine gute Idee das ich diesen Lehrgang mache. Dann brachte mich der Tierarzt wieder zum Tierheim. Lena musste noch in der Praxis bleiben.

Drei Wochen später machte ich dann den Lehrgang der über vier Wochen ging. Als ich dann wieder ins Tierheim kam, besuchte ich sofort das Katzenhaus. Dort traf ich auch Lena, so wurde sie inzwischen genannt, wieder. Lena war nur noch leicht am Humpeln, was sie auch Zeit ihres Lebens weiter machte. Lena war eine richtige Schmusekatze. Auch war sie sehr sozial eingestellt. Sie kümmerte sich um jeden Neuzugang der ins ZH kam.

Später kam der Tierarzt und ich redete lange mit ihm über den Lehrgang aber auch über Lena. Dabei erfuhr ich das Lena wohl ein Streuner gewesen ist, sich aber Pudelwohl unter Menschen fühlte. Nur wenn es laut wurde, verschwand sie immer.

Nach einem halben Jahr wurde Lena an ein älteres Ehepaar vermittelt. Auch ihr Freund durfte mit zu dem Paar. Kurz darauf bestand ich meine Prüfung und auch das Röntgengerät wurde bei uns im Tierheim installiert.
Nach drei Monaten erhielt ich einen Anruf von dem Paar. Sie fragten mich, ob ich wohl einmal den Freund von Lena untersuchen könnte. Eigentlich ist dafür der Tierarzt zuständig und darum rufe ich ihn zunächst an. Wir verabreden uns bei dem Paar für den nächsten Tag gegen Mittag. Ich informiere das Paar darüber und mache anschließend an meiner Arbeit weiter.

Am anderen Tag bin ich um 12.00 Uhr bei dem Paar. Auch der Variant des Tierarzt steht schon vor dem Haus. Darum klingle ich an und werde auch kurz darauf ins Haus gelassen. Im Wohnzimmer treffe ich dann auf den Tierarzt und wir begrüßen uns erst einmal. Dann hören wir uns an, warum ich die Tiere untersuchen soll und nicht der Tierarzt.

„Es geht nicht gegen dich, Albert. Aber Du bist ein viel beschäftigter Mann und hast auch mal ein bisschen Ruhe verdient. Wir wissen, das Du Gerda ebenfalls Tiere behandeln darfst obwohl Du keine TÄ bist. Trotzdem möchten wir, das Du die Tiere behandelst. Schließlich kennst Du die beiden auch am besten. Natürlich darf uns Albert weiterhin die Rechnung schicken. Albert hat uns schon gesagt das Du vom Tierheim her keine Rechnung ausstellen darfst. Wir machen folgenden Vorschlag: Albert schickt uns die Rechnung und wir spenden das Geld dann ans Tierheim. Was haltet ihr davon?“

Während der Mann, ich nenne ihn der einfach halber Kurt, uns den Vorschlag unterbreitete, waren die beiden Katzen zu dem Tierarzt und mir auf das Sofa gesprungen. Beide ließen sich abwechselnd von uns streicheln. Jedoch schon nach kurzer Zeit lagen beide bei mir und ich durfte sie nun alleine streicheln. Das bemerkte sowohl Kurt und seine Frau, aber auch der Tierarzt. Die Frau meinte nur: „Seht euch das an. Die beiden wissen wo sie hin müssen.“ Dabei fing sie laut an zu lachen und legte ihre Hand auf den Arm des Tierarzt.

Nun ergriff der Tierarzt das Wort: „Die Idee ist gar nicht so schlecht. Aber ich sehe Steuerliche Schwierigkeiten dabei. Zwar sind die nicht sehr groß aber……. Egal, genauso machen wir es wenn Du einverstanden bist Gerda!“ Natürlich bin ich einverstanden.

Anschließend untersuchen der Tierarzt und ich den Kater weil er leicht am Humpeln ist. Dabei stellen der Tierarzt und ich fest, das er sich eine Pfote verstaucht hat, als er vom Kratzbaum herunter gesprungen ist. Zur Sicherheit will ihn der Tierarzt aber noch röntgen. Kurt meint noch, das auch für diese Untersuchung eine Rechnung ausgestellt werden muss. Auch verspricht er mit dem Kater noch heute in die Praxis des Tierarzt zu kommen, damit die Aufnahme gemacht werden kann. Dann verabschieden wir uns wieder und ich fahre zum Tierheim.

In den folgenden Jahren habe ich immer die beiden Katzen untersucht, doch eine schlimme Krankheit habe ich nie festgestellt. Trotzdem untersuchte ich die beiden Katzen jedes Jahr. Der Kater starb nach etwa 12 Jahren im Alter von ca. 15 Jahren. Das Paar holte sich einen anderen Mitbewohner im gleichen Alter wie Lena, doch auch dieser starb weit vor Lena. Da Lena zu diesem Zeitpunkt schon 20 Jahre alt war, holten die beiden keine neue Katze mehr dazu. Lena war auch so glücklich wie ich auch festgestellt habe.

Nun saß Petra vor mir und schaute mich erstaunt an. Ich sagte ihr daraufhin: „Entschuldigung! Aber ich habe mir gerade Lenas Leben bei deinen Großeltern zurück gerufen. Lena war sehr glücklich bei deinen Großeltern, so wie ich es selten erlebt habe. Nun willst Du also zwei Katzen haben! Wie alt sollen die beiden denn sein?“
Sie sagte mir daraufhin ohne darauf einzugehen das ich sie nun geduzt hatte: „ Gerda, am liebsten wären mir zwei Katzen die sich sehr gut verstehen, die viel kuscheln und auch mal für ein paar Stunden allein zu Hause sein können oder die Bude zu zerlegen.“

Zusammen gingen wir dann zum Katzenhaus und sie wurde von zwei Katzen ausgewählt. Als wir das Katzenhaus betraten waren alle 43 Katzen in einem Raum. Petra hatte sofort ihre Auswahl getroffen, doch auch diesmal kam es anders wie sie dachte. Denn zwei Katzen näherten sich ihr und setzten sich vor ihr hin. Petra hatte die beiden noch gar nicht bemerkt. Erst ein leises „Miau“ ließ sie auf die beiden Aufmerksam werden. Natürlich durften die beiden in Petras Haus einziehen. Auch diese beiden untersuchte ich im Laufe der Jahre regelmäßig.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #349
Ungarnurlaub

Wieder einmal sind wir mit unserem Wohnmobil unterwegs. Diesmal haben wir vor zum Balaton, auch genannt Plattensee, in Ungarn zu fahren. Wir, das sind Herbert und ich, sind schon seit etwa 5 Stunden wieder unterwegs. Losgefahren sind wir schon am gestrigen Mittag, haben aber schon einmal mit unserem Mobil übernachtet. Nun geht es über Passau nach Österreich hinein. Nachdem ich meine Genehmigungen vorgezeigt habe, dürfen wir ohne weitere Kontrolle weiter fahren. Wir haben vor zunächst bis in die Nähe von Wien zu fahren und uns Morgen die Stadt an zu sehen.

Am nächsten Morgen fahren wir in die Innenstadt und Herbert stellt das Wohnmobil bei einer Tankstelle ab. Dann fahren wir mit dem Bus weiter in die City. Dort schließen wir uns einer geführten Stadtbesichtigung an. Diese dauert mehrere Stunden und als sie zu Ende ist, gehen Herbert und ich erst in ein Restaurant um was zu essen aber auch um unsere Füße etwas zur Ruhe kommen zu lassen. Nach dem Essen und nachdem unsere Füße nicht mehr schmerzen, schauen wir uns noch alleine die Innenstadt an.

Am Abend besuchen wir ein Musical welches gerade aufgeführt wird. Gegen 23.00 Uhr sind wir wieder bei unserem Wohnmobil und legen uns auch schnell schlafen. Als wir am nächsten Morgen aufstehen, Herbert ist wir immer der erste, duscht er und kleidet sich anschließend an. Danach geht er los um Brötchen zu holen. Während er das macht, stehe ich auf und mache mich fertig. Anschließend stelle ich die Kaffeemaschine an und bereite alles für unser Frühstück vor. Kurz darauf kommt Herbert zurück und wir beide Frühstücken zusammen. Dabei reden wir darüber wie es weiter mit unserer Tour zum Balaton geht.

Um etwa 10.00 Uhr fahren wir weiter und sind schon bald am Grenzübergang in Klingenbach. Auf der Ungarischen Seite heißt dieser Übergang Sopron. Da dieser Grenzübergang in der Nähe des Neusiedlersees ist, bleiben wir für den Rest des Tages dort und gehen auch baden. Um 22.30 Uhr sind wir im Wohnmobil und gehen auch schnell schlafen.

Mittlerweile ist es 9.30 Uhr als wir weiter fahren. Nun sind es noch etwa 180 KM bis zum Balaton. Gegen 12.00 Uhr sehen wir zum ersten Mal Wasser und vermuten sofort das es der Balaton ist. Schon bald haben wir eine Ausgezeichnete Sicht auf den See und sind doch erstaunt, wie groß dieser ist. Auch sind überall Hinweisschilder angebracht die auf Campingplätze verweisen. Als wir dicht am See entlang fahren, zeigt Herbert auf ein weiteres Schild und meint dazu: „Dort werden wir versuchen einen Standplatz zu bekommen.“
Schon kurz darauf sind wir bei dem Platz und Herbert geht ins Bürogebäude. Dieses ist ein Holzhaus an dem auch ein kleiner Laden angeschlossen ist. Nach einigen Minuten kommt Herbert wieder zurück: „Gleich kommt jemand, der uns zu unserem Platz bringt. Im Moment ist er unterwegs um einen anderen Camper seinen Platz zu zeigen. Anscheinend handelt es sich hier um ein sehr großes Gelände und ich habe einen schönen Platz mit hervorragender Aussicht auf den See bekommen. Warten wir es mal ab.“

Etwa 5 Minuten später kommt ein Motorradfahrer zu uns und bittet ihm zu folgen. Er bringt uns zu unserem Platz von dem man wirklich eine gute Aussicht hat. Außerdem sind hier auch jede Menge Bäume unter denen wir unser Mobil abstellen. Nachdem das Mobil steht, kurbelt Herbert die Markise aus, während ich schon einen Tisch und auch zwei Stühle aus einem Stau Fach nehme. Anschließend gehe ich wieder ins Wohnmobil und setze erst einmal Kaffee an.

Nachdem wir diesen Getrunken haben, machen Herbert und ich auf den Weg zum See. Am Ufer angekommen kann ich nicht anders, ziehe meine Schuhe aus und gehe ins Wasser. Herbert muss darüber lachen, aber auch er kommt ins Wasser. Langsam gehen wir weiter, bis zu einem Gitter welches etliche Meter in den See hinein reicht. Beide gehen wir wieder aus dem Wasser und reden darüber was das Gitter hier zu suchen hat. Da redet uns ein Mann an und sagt: „Dahinter befindet sich eine Badeanstalt. Nur dort wird der See von Rettungskräften überwacht. Natürlich dürfen Sie auch an anderer Stelle baden, aber dann eben ohne Rettungsschwimmer.“

Wir bedanken uns bei dem Mann und gehen weiter. Als wir wieder an den Uferrand kommen, sehe ich ein langes Tier im Wasser schwimmen. Erstaunlich finde ich es nur, das dieses Tier ein anderes im Maul hat. Der Mann, er war die ganze Zeit hinter uns, sagt dazu: „Das ist eine Wasserschlange und die hat sich ihr Futter gefangen. Vor denen brauchen Sie keine Angst haben. Die Schlangen haben mehr Angst vor Ihnen als Sie vor den Schlangen.“

Wir gehen zu einer nahen Parkbank und setzen uns darauf. Auch jetzt kommt der Mann mit und erzählt uns einiges über den Balaton. Auf einmal sagt er zu mir: „Haben Sie eigentlich Angst vor Schlangen?“ Als ich mit dem Kopf schüttele redet er weiter und zeigt neben mir auf den Boden. Als ich hinschaue erkenne ich eben eine dieser Wasserschlangen die dort in der Sonne liegt. Sie befindet sich keine 20 cm neben meinem rechten Fuß.

Ich sehe nur kurz hin, dann rede ich mit dem Mann weiter. Meinen Fuß, bewege ich aber nicht. Erstaunt sieht er mich an, schweigt aber zu der Sache. Kurz darauf steht er auf und geht, nachdem er gesagt hat das er jetzt nach Hause muss, davon. Herbert und ich gehen weiter.

Auf einmal sagt Herbert zu mir: „Sei mal ganz ruhig! Ich höre da was!“ Nun lauschen wir gemeinsam doch kann ich nichts hören. Herbert geht schon langsam auf eine Buschreihe zu ist aber immer wieder am Lauschen. Da höre ich es auch. Es hört sich an als wenn irgendwo ein kleines Kind am Weinen ist. Nun gehe ich auch in die Richtung aus der das weinen kommt. Ich habe Herbert noch nicht erreicht, als dieser auf einmal los läuft um kurz darauf in die Hocke zu gehen. Dabei ruft er schon nach mir: „Gerda, komm schnell! Eine kleine Katze!“

Nun beginne auch ich zu laufen und bin kurz danach bei Herbert. Sofort sehe ich die Katze die übel zu gerichtet ist. Das rechte Vorderbein steht in einen unnatürlichen Winkel ab, ebenso das linke Hinterbein. Aber auch das rechte Hinterbein scheint verletzt zu sein, sowie der Schwanz der Katze. Sofort höre ich zunächst die Katze ab, während Herbert sich nach einem Haus umschaut. Ganz in der Nähe ist eins und schon geht Herbert, nachdem er es mir gesagt hat, darauf zu. Er will herausfinden wem die Katze gehört.

Ich kümmere mich weiter um die Katze. Beim Abhören habe ich nichts Ungewöhnliches festgestellt. Nun taste ich sie vorsichtig ab. Wie ich schon beim ersten Hinsehen vermutet hatte, sind das rechte Vorderbein und das linke Hinterbein gebrochen. Als ich nun das verletzte rechte Hinterbein untersuchen will, fängt die Katze an zu fauchen. Ich schaue sie an und fange an mit ihr zu reden. Tief schaut sie mir in die Augen und schon nach kurzer Zeit höre ich ein leises jaulen von ihr.

Da weiß ich, das ich weiter machen kann. Wieder fange ich an das verletzte Hinterbein ab zu tasten. Doch bevor ich sie richtig untersuchen kann, stößt sie mich mit ihrem Kopf an und ist leise am knurren. Also hat sie an der Stelle starke Schmerzen. Ich greife zu meiner Tasche und als ich diese öffne, ist Herbert auch wieder da. Er hat eine Frau und den Mann von vorhin dabei. Sofort sagt er: „Das ist unsere Katze. Wir vermissen sie schon seit gestern. Ich hatte gedacht das sie in den See gefallen ist und daher dort gesucht. Was hat denn unsere kleine Petra? Oh, Entschuldigung! Das ist meine Frau Vera, leider kann sie kein Deutsch! Ich bin der Klaus!“

Da er mir seine Hand hinhält, ergreife ich diese und stelle mich ebenfalls vor. Dann sage ich ihm, was ich bisher festgestellt habe, aber ich auch nicht mit der Untersuchung fertig bin, da die Katze zunächst eine Narkose braucht. Gleichzeitig mache ich die Spritze fertig und setze diese sofort an. Kurz darauf ist die Katze am Schlafen und ich setze meine Untersuchung fort.

Das Hinterbein hat einen Trümmerbruch, auch der Schwanz ist mehrfach gebrochen. Als ich das Klaus sage meint er: „In Marcali ist unser Tierarzt! Bis dahin sind es etwa 30 Kilometer. Ich werde ihn sofort anrufen und fragen ob er helfen kann. Mache unsere Petra soweit klar, das sie transportiert werden kann.“ Damit dreht er sich um und rennt zu seinem Haus. Da Petra in Narkose liegt, richte ich ihr Vorderbein und auch die beiden Hinterbeine werden von mir gerichtet. Wobei das linke sofort in die richtige Lage gebracht wird. Das andere stelle ich nur ruhig. Zuerst muss ich wissen was genau dieses Bein hat. Auch der Schwanz wird von mir zunächst nur gerichtet. Dann lege ich die Katze auf meine kleine Trage und umwickele sie darauf mit einer Mullbinde, damit sie nicht herunter fallen kann.

Gerade bin ich fertig als Klaus wieder da ist: „Wir sollen sofort kommen. Auch Du Gerda sollst mitkommen. Als ich ihm sagte, das eine TÄ aus Deutschland schon am Behandeln ist meinte er das sofort, weil er noch nie eine Deutsche TÄ gesehen hat. So sagte er zumindest am Telefon.“ Sofort willige ich zu und schon kurz darauf sitzen wir alle vier in seinem Wagen und fahren nach Marcali.

Als wir nach etwa 30 Minuten Fahrt vor dem Haus des Tierarzt anhalten, kommt uns dieser schon entgegen. Da ich hinten im Auto sitze, öffnet er meine Tür und nimmt mir die Trage vom Schoß. Dann läuft er in sein Haus und wir folgen ihm. Vor einem Behandlungszimmer stoppt er kurz und sagt in perfektem Deutsch: „Nur die TÄ soll mit kommen und wenn sonst noch jemand eine ärztliche Ausbildung hat.“ Dann betritt er den Behandlungsraum und Herbert und ich folgen ihm.

Als wir den Raum betreten muss ich doch staunen. Alles ist da, selber ein Röntgengerät steht im Raum. Darauf wird die Katze gelegt und trotz fehlenden Röntgenschutzes macht der Tierarzt acht Aufnahmen. Nachdem diese entwickelt sind, betrachten wir die Aufnahmen. Bei dem Trümmerbruch hilft nur eine Amputation und auch der Schwanz, da abgerissen ist, muss amputiert werden.

Der Tierarzt geht zur Tür und erzählt Klaus das Ergebnis der Untersuchung. Gleichzeitig fragt er, ob die OP gemacht werden soll. Klaus schaut seine Frau an, dann sagt er: „Wenn Du es machen kannst, dann mache es. Wenn nicht hilft wohl nur die Spritze!“ Der Tierarzt sagt daraufhin: „ Also ich habe solch schwere OP`s noch nicht gemacht. Ich glaube Du hast Recht Klaus. Ich werde deine Petra erlösen müssen!“

Kaum hat er das gesagt und bevor ich was sagen kann, ertönt Herberts Stimme: „So wie ich das sehe, scheint es keine Kostenfrage zu sein, sondern nur eine Behandlungsfrage. Wenn Sie gestatten wird meine Frau die OP durchführen. Nur die Nachsorge musst Du dann machen Igor, weil wir doch nur Urlauber sind. Klaus, dir verspreche ich das deine Petra noch lange Leben wird, wenn Du der OP zu stimmst.“

Nun schaut mich Igor lange an, dann fragt er nach meinem Namen, denn bisher hatten wir uns noch nicht vorgestellt. Das der Tierarzt Igor heißt, haben wir von Klaus auf der Fahrt zum Tierarzt erfahren. Nachdem ich meinen Namen gesagt habe, reicht er mir die Hand und sagt: „Dann man los Gerda! Und Klaus, was Herbert gesagt hat, wird genauso eintreten. Deine Petra wird nun von der besten TÄ der Welt operiert!“ Klaus schaut erst mich erstaunt an, dann wieder Igor und anschließend auch Herbert. Dann nickt er mit dem Kopf und setzt sich auf einen Stuhl.

Igor schließt die Tür und kurz darauf beginne ich die OP. Zunächst werden die gebrochenen Beine noch einmal nach gerichtet soweit es möglich ist, erst dann beginne ich mit der Amputation des Hinterbeines. Als dieses geschehen ist, amputiere ich auch den Schwanz. Nachdem alles erledigt ist, wird Petra in einen Nebenraum gebracht. Dort wird sie rund um die Uhr von zwei Helferinnen überwacht.

Als wir alle im Wartezimmer sitzen, ergreift Igor das Wort: „Deinen Namen Gerda kenne ich durch meinen Freund Albert. Er hat mir schon viel erzählt von dir und deinem Wirken. Darum sagte ich auch vorhin zu Klaus, das Du die beste TÄ der Welt bist auch wenn Du keinen Doktortitel hast.“

Noch zwei Stunden saßen wir zusammen und redeten über meine Erlebnisse. Auch über Petra redeten wir und ihre Behandlung. Klaus und seine Frau hörten sich alles an und versprachen uns öfters an zu Rufen und über die Genesung von Petra zu informieren.

Natürlich war ich nun jeden Tag beim Tierarzt um nach Petra zu sehen. Aber auch Budapest besichtigten wir mehrmals. Nach einer Woche fuhren wir wieder nach Hause. Doch darüber folgt eine andere Geschichte.
Petra wurde wieder ganz gesund und ein Jahr später besuchten wir sie. Petra kam sofort angelaufen als sie mich sah. Das ihr ein Hinterbein und der Schwanz fehlte, störte sie nicht im geringsten. Immer wieder kam sie und ich musste sie streicheln. Auch mit dem Tierarzt redete ich noch etwas, dann fuhren wir weiter nach Kroatien. Aber auch das ist eine eigene Geschichte wert.
 
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Rückfahrt vom Plattensee

Acht Tage waren wir nun am Plattensee. Wir haben Budapest mehrmals besucht, weil es zu viel in dieser Stadt zu besichtigen gibt. Aber auch in der Umgegend vom Plattensee haben wir viel besichtigt. Auch war ich jeden Tag bei Petra um sie zu untersuchen. Dabei bin ich natürlich auch mit Igor mehrmals ins Gespräch gekommen. Der war ganz erstaunt als er erfuhr das ich keine ausgebildete TÄ bin, sondern nur über eine Sonderausbildung verfüge.

Am dritten Tag kam ich zu ihm und er hatte einen sehr schwer atmenden Hund auf seinem Tisch. Er wollte ihn schon, so wie er später sagte, erlösen. Aber da er wusste das ich noch zu ihm komme hat er damit gewartet. Ich habe den Hund schnell untersucht und festgestellt, das der Hund einen zusammen prall mit einem Auto hatte und von daher neben anderen Verletzungen auch ein Lungenflügel eingefallen war. Sofort wurde er von mir operiert, wobei natürlich Igor geholfen hat.

Wie ich Wochen später erfuhr, war der Hund wieder ganz der Alte. Igor selbst, schloss vorübergehend seine Praxis und arbeitete in einer Tierklinik, wobei er sich nur um Hund und Katze kümmerte. Denn das waren seine Hauptpatienten. Auch bildete er sich immer weiter und wurde ein Experte für die beiden Tierarten. Nachdem Igor seine Praxis wieder eröffnet hatte, hat er nie wieder einen Hund oder eine Katze erlöst.
Heute soll es langsam zurückgehen nach Hause. Da wir noch eine Woche Urlaub haben planen wir auch München einen Besuch ab zu statten. Darum fahren wir einen anderen Weg um nach Österreich zu kommen. Nur eines hat Herbert nicht berücksichtigt bei unserer Rückfahrt nach Deutschland.

Ich bemerkte es zuerst als wir nur noch einen Kilometer von der Grenze entfernt waren. Denn die Strecke die Herbert ausgesucht hatte, führte auch durch die Tschechoslowakei. Nun gibt es ein Problem, denn meine Genehmigung gilt nicht für dieses Land. Zwar ist meine Genehmigung nach dem Fall der östlichen Grenzen erweitert worden, aber nicht für die Tschechoslowakei. Trotzdem fährt Herbert bis zum Zollgebäude und wir beide steigen aus und betreten das Haus. Natürlich habe ich meine Tasche mit den Medikamenten dabei.
In dem Raum befinden sich vier Schalter. Nur einer ist frei und darauf geht Herbert zu. Ich folge ihm, wobei ich meine Tasche eng an mich presse. Hinter dem Schalter sitzt eine etwa 30jährige Frau. Auf einem Schild das am Schalter steht, geht hervor das sie mit Namen Gerda Txxx heißt. Herbert und ich schauen uns erstaunt an, denn diese Frau trägt nicht nur meinen Vornamen, sondern auch der Nachname stimmt mit meinem Und Herberts überein.

Freundlich lächelnd schaut sie uns beide an und sagt etwas in ihrer Sprache. Darum versucht Herbert es auf Englisch, doch sie schüttelt nur mit dem Kopf und sagt dann in perfektem Deutsch zu uns: „Sie können ruhig auf Deutsch mit mir reden. Das beherrsche ich besser als Englisch. Sie kommen doch aus Deutschland oder Österreich?“ fragt sie zum Schluss. Herbert bestätigt das wir aus Deutschland kommen, dann fragt die Frau nach unserem Begehren.

Ich erzähle nun welches Problem wir haben und zeige ihr auch meine Sondergenehmigungen. Diese liest sie genau durch dann sagt sie „Moment“, steht auf und geht in ein anderes Büro. Kurz darauf kommt sie mit einem Mann in alter von etwa 50 Jahren zurück. Noch einmal erzähle ich unser Problem und auch er liest sich genau die Genehmigung durch. Dann fordert er uns auf ihm zu folgen.

Zusammen mit der Dame vom Zoll gehen wir nun zum Büro des Mannes. Dort bittet er uns, nun auch in perfektem Deutsch, Platz zu nehmen. Nachdem Herbert und ich sitzen entschuldigt er sich dafür das er im großen Raum nicht deutsch gesprochen hat. Aber seine Kollegen dort brauchen nicht zu wissen das er Deutsch kann. Dann fordert er mich auf die Notfalltasche zu leeren. Während ich das mache fragt er was es mit der Tasche auf sich hat. Herbert erklärt ihm das sehr genau und der Mann nickt mehrmals mit dem Kopf.
Dann schaut sich der Mann genau die Medikamente an. Immer wieder fragt er was das für ein Mittel ist, welches er gerade in der Hand hat. Jedes Mal stehe ich Rede und Antwort. Dann sagt er: „Entschuldigung! Aber ich muss noch einen Mediziner dazu holen, der sich besser mit Medikamenten auskennt.“ Dann greift er zum Telefon und wählt eine Nummer. Kurz ist er am Reden, dann legt er wieder auf. Nun schaut er sich mein OP-Besteck an und auch die kleine Trage die in der Tasche ist.

Anschließend fragt er mich wofür ich das OP-Besteck gebrauche und ob ich es oft benutze. Auch das erkläre ich ihm und auch von der Katze und dem Hund am Balaton erzähle ich ihm. Als er das hört sieht er mich ganz komisch an, sagt aber nichts. In diesem Moment klopft es an seiner Tür und eine Frau betritt den Raum. Der Mann redet mit ihr und die Frau schaut sich die Medikamente an. Dabei redet sie die ganze Zeit mit dem Mann. Nachdem sie fertig ist, scheint der Mann noch etwas zu ihr zu sagen, denn sie schaut mich ganz erstaunt an. Dann greift sie zu meiner Genehmigung und liest diese genau durch.

Nachdem sie diese gelesen hat, legt sie die Genehmigung wieder auf den Schreibtisch und tritt etwas zur Seite. Nun ergreift der Mann wieder das Wort und er sagt: „Gerda, mache bitte ein Formular fertig, das alle Medikamente und Gerätschaften in dieser Tasche korrekt angemeldet worden sind. Im Übrigen darf ich vorstellen: Das ist deine Namensschwester Frau Gerda Xxxxxx.“

Bisher hatte die Zöllnerin beim Studieren meiner Genehmigung nicht auf den Namen geachtet, denn nun schaut sie mich doch erstaunt an. Noch einmal nimmt sie die Genehmigung zur Hand und studiert diese genau. Dann fängt sie an zu lachen und reicht mir die Hand: „Herzlich willkommen Gerda! Das darf ich doch sagen, oder? Es freut mich ungemein eine Namensvetterin zu treffen!“ Natürlich ergreife auch ich die Hand und drücke diese fest.

Dann geht sie nach nebenan um das Formular fertig zu machen. Während sie das macht, sitzen Herbert und ich bei dem Mann, der sich als Peter vorstellt. Auch nachdem Gerda das Formular fertig und zu uns gebracht hat, reden wir noch etwa eine Stunde zusammen. Dann fahren wir weiter. Aus dem Formular geht hervor, das alle Medikamente und sonstigen Gerätschaften die ich bei mir führe um Tieren zu helfen, korrekt angemeldet worden sind und frei durch die Tschechoslowakei geführt werden dürfen.

An der Grenze nach Österreich legen wir das Formular vor und dürfen nach nur 5 Minuten weiter fahren. Heute fährt Herbert noch bis Schörfling am Attersee wo wir auch schnell einen übernachtungsplatz finden. Die Restlichen 200 Kilometer nach München wollen wir am nächsten Tag fahren.

Wir sitzen vor unserem Wohnmobil, ich trinke ein Glas Wein und Herbert eine Flasche Bier und unterhalten uns darüber, was wir noch alles in München besichtigen wollen. Auf einmal hören wir beide das laute rufen einer Frau. Es sind Hilferufe! Sofort springt Herbert auf und läuft in die Richtung aus der die Hilferufe gekommen sind. Auch jetzt ertönt wieder der Hilferuf. Ich schnappe mir meine Tasche und laufe auch in die Richtung der Rufe.

Kurz darauf höre ich Herberts Stimme wie er „Stehenbleiben“ ruft, dann ruft er nach mir. Kurz sehe ich eine Taschenlampe vor mir aufblitzen. Hier ist die dunkelste Stelle des Weges, weil eine Laterne an dieser Stelle nicht brennt. Kurz darauf bin ich bei Herbert und sehe sofort den Hund auf dem Boden liegen. Aus einer Wunde am Hals ist er stark am Bluten. Herbert versucht schon die Blutung mit seiner Hand ab zu drücken. Neben ihm steht eine etwa 20 Jährige Frau und ist am Weinen.

Sofort knie ich neben dem Hund und Herbert nimmt seine Hand weg. Der Hund hat eine Stichwunde am Hals. Jetzt muss ich erst einmal die Blutung stillen. Da so wie es aussieht keine Ader verletzt worden ist, nehme ich mehrere Mullbinden aus meiner Tasche und lege drei davon unter den Hals des Tieres. Dann bitte ich Herbert den Kopf und die Mullbinden an zu heben. Anschließend lege ich eine nur von dem Plastik, in dem sie verpackt ist, befreite Binde auf die Wunde. Danach kommt ein Verband um den Hals an dem sich nun die drei anderen Binden befinden. So kann ich den Verband anlegen ohne das der Hund Atembeschwerden bekommt. Als dieses erledigt ist, sehe ich hoch und bin doch erstaunt das so viele Leute um uns stehen. Auch ist die Polizei schon da und befragt die Frau. Auch Herbert wird befragt, da er den wahrscheinlichen Täter gesehen hat.

Ich höre nun aber erst einmal den Hund ab. Die Atemgeräusche sind normal, also ist die Luftröhre nicht zusammen gequetscht. Der Herzschlag ist zwar leicht erhöht muss aber nicht behandelt werden. Nun muss der Hund sofort in eine TK gebracht werden, damit die Stichwunde weiter versorgt werden kann.

Als ein weiteres Auto neben uns hält erkenne ich das Fahrzeug einer Tierrettung. Heraus steigen eine Frau und ein Mann. Sie kommen sofort zu mir und fragen was der Hund hat. Ich erkläre es ihnen genau und sie legen den Hund auf eine Trage. Dann fahren sie in Begleitung der Besitzerin des Hundes davon. Herbert und ich gehen zu unserem Mobil zurück und setzen uns wieder auf unsere Stühle. Eigentlich wollten wir bald schlafen gehen, aber wir sind zu aufgeregt nach dem Vorfall.

Nach einer Stunde tritt die junge Frau zu uns und bedankt sich für die Hilfe von Herbert. Dann erzählt sie: „Ich bin mit Petra Gassi gegangen als dieser Kerl auf einmal auf mich zu gelaufen kam. Petra fing sofort an zu bellen, da hat er einfach zugestochen und ist wieder weg gelaufen. Ich bedanke mich natürlich auch bei Ihnen für die erste Hilfe. Petra wird dank ihnen Leben, wenn es auch noch etwas dauern wird das sie wieder herum Toben kann. Die in der Klinik waren ganz erstaunt als sie die Fachmännische Arbeit mit den Verbänden gesehen haben. Erst als ich denen sagte, das dort eine Frau die eine Erste Hilfe Tasche mit dem Abzeichen eines A darauf geholfen hat, wussten sie sofort wer geholfen hat. Denn einer sagte nur: „Gerda“ und alle stimmten zu. Sie sollen morgen zu der Station kommen. Hier ist die Adresse.“

Noch einmal bedankt sie sich bei mir, dann geht sie wieder. Auch wir beschließen nun endlich ins Bett zu gehen und räumen die Stühle und den Tisch weg. Dann gehen wir ins Mobil und legen uns Schlafen.
Am nächsten Tag fahren wir zu der Station und bleiben dort etwa 2 Stunden. Dabei besuch ich auch den Hund, dem es inzwischen sehr gut geht. Anschließend fahren wir weiter nach München, wo wir mehrere Tage bleiben. Dann geht es weiter nach Hause. Doch auch für die Rückreise gibt es eine eigene Geschichte.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #351
bitte weiterschreiben... das ist so spannend
 
  • Post aus Bayern Beitrag #352
Ab nach Hause (Plattensee Teil 3)

Als wir in München ankommen müssen wir erst einen Stellplatz für unser Mobil suchen, was gar nicht so einfach ist. Denn alle Stellplätze die wir anfahren sind belegt, weil in der Stadt der Auftritt eines berühmten deutschen Schlagerstars ist. Zwar sind es noch einige Tage bis dahin, trotzdem sind alle Plätze belegt. Dann erfahren wir von einem Mann, den wir nach dem Weg gefragt haben, wo mit Sicherheit noch ein Stellplatz frei ist. Sofort fahren wir dort hin und bekommen unseren Stellplatz auf einem Bauernhof etwas außerhalb von München, genauer in Garching.

Als wir den Hof befahren glauben wir zunächst, das wir am falschen Hof sind. Denn nirgends ist ein Wohnmobil zu sehen. Trotzdem steigen wir beide aus und gehen zu einem Paar, das vor dem Haus auf einer Bank sitzt. Als wir bei dem Paar ankommen, fragt Herbert ob wir auf dem richtigen Hof sind, weil wir einen Stellplatz suchen. Die Frau bestätigt das wir richtig sind und ihr Mann steht auf und fordert uns auf, ihm zu folgen.

Während wir ihm folgen, erzählt er uns die Bedingungen damit wir auf seinem Hof stehen dürfen. Aber alles kennen wir schon, da wir schon öfters auf privaten Stellplätzen gestanden haben. Als wir um eine Scheune kommen sehen wir drei andere Mobile stehen. Der Mann, Benno, zeigt uns genau wo wir stehen sollen, damit unser Mobil nicht den ganzen Tag in der Sonne steht.

Herbert geht zum Mobil zurück um dieses zu holen und ich unterhalte mich mit Benno. Dabei erfahren ich, das jeden Morgen auf der Terrasse gefrühstückt wird. Frühstück gibt es ab 8.30 Uhr und wir können gerne dabei sein, müssen es aber nicht. Nun bin ich erstaunt und sage es ihm auch: „Wau, ein Stellplatz mit Frühstück! Damit haben wir nicht gerechnet. Gleich hätte ich gefragt wo der nächste Bäcker ist. Das hat sich nun erledigt. Natürlich Frühstücken wir gerne mit Ihnen und den anderen zusammen!“

Dann kommt auch schon Herbert mit dem Mobil um die Scheune gefahren. Zusammen mit Benno weisen wir Herbert ein und schon kurz darauf steht das Mobil auf seinem Platz. Das es nicht ganz gerade steht, stört weder Herbert noch mich.

Zu unserem Wohnmobil haben wir uns ein Vorzelt gekauft, welches wir nun aufstellen. Dabei helfen neben Benno auch noch zwei andere Männer von den anderen Mobilen. Auch die Frauen der Männer stehen in der Nähe und ich unterhalte mich mit ihnen.

Nachdem das Zelt steht, wir können einfach weg fahren und das Zelt bleibt stehen, dazu müssen wir nur ein paar Halterungen lösen, treffen wir uns mit Benno und seiner Frau die Anna heißt, vor dem Haus. Neben ihnen sitzt der Mann den wir nach dem Weg gefragt haben. Er ist der Sohn von Benno und sein Name ist Karl. Zusammen sitzen wir dann vor dem Haus und auch die anderen Wohnmobilfahrer mit ihren Angehörigen kommen dazu.

Als es Zeit wird das wir etwas Essen, sagt Anna zu uns: „Wenn Sie noch etwas warten, mache ich schnell einen Eintopf. Dann brauche Sie nicht in die Ortschaft fahren.“ Natürlich sind Herbert und ich einverstanden und auch die anderen Fahrer stimmen zu etwas zu warten.

Anna steht auf und geht ins Haus, während wir uns weiter unterhalten. Auch kommt die Frage auf, warum ich meine Notfalltasche, natürlich wissen die anderen nicht was es ist, bei mir habe. Bevor ich antworten kann, ergreift Herbert das Wort: „Wissen Sie, meine Frau will allen Tieren helfen die irgendwie Krank sind. Darum hat sie studiert und darf es auch. Nur dafür ist die Tasche da. Es ist also eine Notfalltasche die mit allem ausgestattet ist, was im Notfall gebraucht wird!“

Mit dem studieren hat Herbert noch nicht einmal gelogen, da ich mir alles im Selbststudium beigebracht habe, wobei mir natürlich unser Tierarzt geholfen hat. Nur das ich nie eine Uni besucht habe, das erwähnt Herbert nicht. Anschließend reden wir noch über alles Mögliche und ich bin froh, das keiner fragt ob ich die Tasche denn schon mal gebraucht habe.

Etwa 30 Minuten später taucht Anna wieder auf und sagt zu uns: „Es steht schon alles auf der Terrasse bereit. Folgt mir!“ Alle erheben sich und folgen nun Anna. Auf der Terrasse die wir nun betreten steht ein großer Tisch und dieser ist schon mit Geschirr und Besteck eingedeckt. Anna geht noch einmal ins Haus und wir setzen uns hin. Dann erscheint Anna wieder mit einem großen Kochtopf in den Händen. Es gibt heute einen Gemüse Eintopf der uns sehr gut schmeckt. Als alle fertig sind, ist noch immer was in dem Topf und Anna klärt uns auf: „Natürlich brauchte ich nicht alles frisch zu bereiten. Ich brauchte den Eintopf nur warm machen. Das es für so viele Personen ist, habe ich mir schon gedacht, denn angekommen seit ihr alle heute.“
Noch einmal bedanken wir uns für das gute Essen, dann helfen wir Frauen den Tisch wieder ab zu räumen während die Männer ein Gespräch beginnen. Nachdem auch wir Frauen wieder am Tisch sitzen, steht Benno auf und kommt kurze Zeit später mit einer Kiste Bier und zwei Flaschen Wein zurück. Dann geht er noch einmal ins Haus um Gläser zu holen. So sitzen wir noch mehrere Stunden zusammen und nun muss ich auch erzählen warum ich immer meine Notfalltasche, auch jetzt hängt sie über meiner Stuhllehne, mit mir führe. Ich erzähle es ihnen, erwähne auch das ich keine TÄ bin aber über eine Sondergenehmigung verfüge. Es ist schon nach Mitternacht als wir in unser Mobil gehen.

Am Morgen Frühstücken wir alle zusammen, dann leiht uns Benno Fahrräder damit wir mobil sind. Dabei sagt er: „Wenn ihr zum Bahnhof fahrt und die Fahrräder deklariert, könnt ihr damit bis zum Hauptbahnhof in München fahren. Alle 30 Minuten fährt ein Zug. Allerdings könnt ihr auch mit den Rädern fahren. Es sind nur 20 Kilometer bis zur Stadtmitte. Viel Spaß dann! Bis heute Abend!“

Herbert und ich schwingen uns auf die Räder und fahren los. Unterwegs meint Herbert zu mir: „Wenn wir wieder zu Hause sind, kaufen wir uns zwei Räder. Die werden wohl in den Kofferraum des Mobiles passen. Was hältst Du davon?“ Ich finde die Idee nicht schlecht, aber wir haben schon zwei Fahrräder und das sage ich ihm auch. Woraufhin er sagt: „Du hast recht, aber die Räder passen nicht in den Raum, darum sollen es Räder sein die passen.“

Da wir mit dem Rad nach München fahren und nicht mit der Bahn, sind wir etwa eine Stunde 30 Minuten unterwegs bis wir die Innenstadt erreichen. Dort stellen wir die Räder ab, verschließen diese und machen uns zu Fuß auf den Weg. Wir besichtigen mehrere Kirchen und ältere Häuser die dazu freigeben worden sind. Dann stehen wir vor dem Hofbräuhaus. Kurz entschlossen betreten wir dieses um etwas zu Essen und zu trinken.

Etwa 2 Stunden später stehen wir wieder vor dem Hofbräuhaus und gehen langsam in Richtung unserer Räder. Da es schon 16.15 Uhr ist, entschließen wir uns langsam wieder nach Garching zu fahren. Kurz darauf sind wir bei den Rädern und wir fahren los. Unterwegs halten wir immer wieder an, weil Herbert etwas Fotografieren will.

So ist es schon 18.00 Uhr als wir nur noch etwa 2km von unserem Stellplatz entfernt sind. Wieder halten wir an, da Herbert ein Foto machen will. Diesmal schraubt er ein großes Teleobjektiv und ein Stativ an die Kamera. Er stellt die Kamera auf das Stativ und schaut durch den Sucher. Auf einmal sagt er: „Was ist das denn? Kannst Du das Erkennen Gerda?“ Er tritt einen Schritt zurück und nun schaue ich durch den Sucher der Kamera. Doch ich erkenne nur einen schwarzen Klumpen der dort liegt.

Da dort aber die Hauptstraße lang führt, kommt mir ein Verdacht. Ich sage Herbert was ich vermute, steige auf mein Rad und fahre etwa 100 Meter zurück. Dort ist eine weitere Straße die den Radweg quert und zur Hauptstraße führt. In diesen Weg biege ich ein und bin bald an der Hauptstraße. Obwohl hier keine Räder fahren dürfen, darum der Radweg in einiger Entfernung, biege ich auf die Hauptstraße ein und fahre zu dem schwarzen klumpen. Direkt daneben halte ich an, stelle das Fahrrad an einen Leitpfosten und nehme meine Tasche. Dann gehe ich zu dem Klumpen.

Wie ich vermutet habe, ist es ein großer Hund der dort liegt. Als ich ihn erreiche gehe ich sofort in die Knie und taste erst einmal den Hund ab. Wie ich an den Bewegungen der Brust sehe, lebt der Hund noch. Darum hole ich sofort mein Stethoskop aus meiner Tasche und höre den Hund zunächst ab. Er ist schwer am Atmen und auch sein Herzschlag ist sehr schwach. In diesem Moment kommt auch Herbert dazu. Er fragt mich was los ist und ich sage was ich bisher festgestellt habe.

Ich taste den Hund weiter ab und stelle auch noch einige Knochenbrüche fest. Auf der linken Seite sind alle Rippen gebrochen, ebenso der Hinterlauf und die Hüfte. Zudem scheint der linke Lungenflügel eingefallen zu sein. Auch das sage ich Herbert und er steht sofort auf, wobei er sagt: „Ich hole schnell einen Wagen. Benno wird mit Sicherheit sein Auto herausrücken wenn ich ihm das hier erzähle.“ Dann dreht er sich um und schwingt sich wieder auf sein Rad. Er folgt dem Verlauf der Straße und schon nach ein paar Hundert Metern entschwindet er meinem Blick.

In der Zwischenzeit gebe ich dem Hund eine Narkosespritze, damit er nicht wieder wach wird und herum toben kann. Gerade habe ich die Spritze wieder zur Seite gelegt als neben mir ein Schatten fällt. Als ich hoch sehe erkenne ich Karl der vor mir steht. Erfragt was los ist und ich erkläre es ihm. Da sagt er: „Als ich heute Morgen zur Arbeit bin, stand hier ein LKW. Ich habe den Fahrer gefragt ob er Probleme hat, doch er sagte das er ein Tier erwischt hat und die Polizei schon verständigt ist. Darum bin ich weiter. Nun staune ich aber doch, denn ich glaube nicht, das die Polizei den Hund hier hätte liegen gelassen hätte, noch dazu wo er lebt. Was willst Du denn nun machen?“

Neben ihm tauchen auf einmal zwei Polizisten auf, die mit ihrem Wagen hinter Karls Auto stehen: „Ist etwas passiert? Brauchen Sie einen Krankenwagen? Zeigen Sie mal ihre Papiere!“ sagt einer der Beamten zu Karl. Ich blocke sofort ab und erkläre den Beamten was hier los ist. Dann kümmere ich mich weiter um den Hund. Wieder höre ich ihn ab und stelle fest, das sein Herzschlag immer schwächer wird. Also gebe ich ihm eine Herzstärkungsspritze. Gleichzeitig überlege ich, ob ich nicht schon an Ort und Stelle mit der OP beginnen soll. Denn dadurch das die Lunge eingefallen ist, wird auch sein Herz stark beansprucht.

Genau in diesem Moment erscheint Herbert wieder in meinem Blickfeld. Auch Benno ist mit dabei. Sie sind in einem großen Kombi gekommen aus dem Benno ein großes Brett holt und damit zu uns kommt. Vorsichtig wird der Hund auf das Brett gelegt und anschließend sofort zum Auto gebracht. Karl sagt, da er auch einen Kombi fährt, das er sich um mein Rad kümmert, dann gehe ich auch zum Auto. Herbert führt gerade eine Diskussion mit dem jüngeren der Beamten und sagt Laut: „Warum wollen Sie denn nicht vor uns herfahren. Der Hund muss sofort operiert werden und da ist jede Minute kostbar.“ Ich kümmere mich nicht weiter um die beiden und steige zu Benno in den Wagen. Auch Herbert kommt nun heran und setzt sich, da ich hinten sitze, auf den Beifahrersitz. Nun fährt der Polizeiwagen vor uns und schaltet sein Blaulicht ein. Kurz winkt der Fahrer dann geht es hinter dem Einsatzfahrzeug, das mit vollem Konzert fährt, zum nächsten Tierarzt.

Als wir dort ankommen steigt Herbert aus dem Wagen und holt den Hund von der Ladefläche. Ich gehe schon zum Haus des Tierarzt und da dieser anscheinend in seiner Praxis ist, betrete ich diese. In dem Raum den ich betrete scheint der Empfang zu sein, denn hinter einem Tresen sitzt eine ältere Frau. Sie sieht mich fragend an und ich begrüße sie zunächst. Dann schildere ich die Verletzungen des Hundes genau in dem Moment als Herbert, er trägt das Brett mit dem Hund, ebenfalls den Raum betritt.

Sofort steht die Frau auf und öffnet eine weitere Tür. Durch den Spalt erkenne ich einen Mann in etwa dem gleichen Alter der Frau. Der Mann scheint gerade eine Katze zu untersuchen. Kurz spricht die Frau mit dem Mann, dann sollen wir in einen anderen Raum gehen. Wir betreten den Raum und Herbert legt das Brett mit dem Hund auf den Behandlungstisch. Sofort höre ich den Hund wieder ab. Dank meiner Herzstärkungsspritze ist der Herzschlag viel kräftiger geworden.

Wir warten nur etwa zwei Minuten in dem Raum als der Mann diesen Betritt. Er stellt sich als Tierarzt vor und fragt was der Hund hat. Genau sage ich ihm das. Da meint er: „Die Lunge ist auch zusammen gefallen? Dann ist es am besten wir erlösen ihn von seinem Leiden!“ Er dreht sich um und tritt zu einem Medizinschrank. Ich hingegen trete zu einem Waschbecken und wasche mir die Hände.

Herbert sagt in dieser Zeit zu dem Tierarzt: „Das glaube ich nicht, das der Hund von seinen Leiden erlöst werden muss. Machen Sie nur all das, was Ihnen meine Frau sagt. Die ist nämlich Spezialistin für solche Fälle.“ Auch er tritt neben mir und fängt an sich die Hände zu waschen. Dabei schaue ich den Tierarzt an. Dieser steht mit offenem Mund vor seinem Medizinschrank. Dann schlie0t er diesen wieder, ohne ein Medikament aus dem Schrank zu holen.

„Also Frau? Was soll nun geschehen?“ fragt er mich. Zunächst stelle ich mich ihm kurz vor dann sage ich das der Hund zunächst geröntgt werden muss. Sofort nickt er mit dem Kopf und sagt zu der älteren Frau: „Frage mal nach, was mit den Tieren ist die noch im Wartezimmer sind. Wenn es nicht wichtig ist, sollen sie warten oder morgenfrüh wieder kommen. Das hier ist ein Notfall und der geht vor!“ Die Frau verlässt den Raum und kurz darauf ist sie wieder da und sagt das die Besitzer bis auf einen Morgen wieder kommen wollen. Bei dem einen scheint es sich um etwas Wichtiges zu handeln.

Ich erkläre der Frau, sie macht auch immer die Röntgenfotos, welche Aufnahmen ich genau brauche und Herbert geht mit ihr zusammen zum Röntgen. Nun betritt der eine Tierbesitzer den Raum und stellt einen Katzentragekorb auf den Tisch. Er erklärt, das seine Katze, sie ist 18 Jahre alt, von einem Fensterbrett gefallen ist und nun sehr schwer atmet. Der Tierarzt schaut mich an und ich frage nach einem Ultraschallgerät. Dieses steht in dem anderen Behandlungszimmer und er holt das Gerät sofort heran. Ich höre inzwischen die Katze ab, kann jedoch nichts Ungewöhnliches feststellen.

Trotzdem fange ich an die Katze zu rasieren und kann bald den Tastkopf aufsetzen. Nun erkenne ich, das die Katze nur eine starke Prellung im Rippenbereich hat. Ein stabiler Verband für ein paar Tage, einige Medikamente und der Katze geht es bald wieder gut. Während der Tierarzt sich nun um die Katze kümmert, verlasse ich den Raum und gehe wieder in den anderen wo der Hund inzwischen auf dem Behandlungstisch liegt. Herbert hat schon den Hund rasiert und ich beginne, nachdem ich mir wieder die Hände gewaschen habe, sofort mit der OP.

Zunächst kümmere ich mich um die Lunge und mache das erforderliche Röhrchen an die richtige Stelle. Das war die wichtigste Baustelle. Nun kommt der Hüftbruch dran. Da dieser aber ein einfacher Bruch ist, wird die Hüfte von mir nur stabilisiert indem ich dort eine Schiene anbringe. Gleichzeitig wird damit der Pfoten Bruch stabilisiert. Nachdem der Verband an dieser Stelle richtig sitzt kümmere ich mich um die gebrochenen Rippen. Auch diese werden gerichtet und mit einem strammen Verband fixiert. Dann bin ich fertig und der Hund kommt in einen separaten Raum, in dem schon mehrere Tiere untergebracht sind. Es sind drei Hunde und zwei Katzen die durch einen Drahtzaun getrennt sind. Sehr erstaunt bin ich über die Abtrennung in dem Raum und frage den Tierarzt danach. Er meint: „Öfters liegen hier Hund und Katze zusammen in dem Raum und ich will keine Beisserei hier haben.“

Nun muss ich lachen und kläre ihn darüber auf, das die kranken Tiere nicht getrennt werden müssen, da es mit Sicherheit keinen Streit geben wird. Dazu sind sie zu beschäftigt mit ihrer eigenen Krankheit. Er schaut mich ungläubig an und ich frage nach zwei Tieren die in den nächsten Tagen wieder zu ihren Besitzern können. Er zeigt auf einen Hund und im Nebenraum auf eine Katze. Ich nehme den Korb in dem sich die Katze befindet hoch und trug diesen zu dem Hund. Dort stellte ich den Korb direkt neben den Korb des Hundes.

Dabei beobachtete ich Hund und Katze aber auch den Tierarzt und seine Frau. Der Hund schaute mich an, dann stand er auf und schnupperte an der Katze. Auch die Katze schnupperte an dem Hund. Als der Hund sich wieder hinlegte, stand die Katze auf und legte sich zu dem Hund. Immer größer wurden die Augen des Tierarzt und seiner Frau. Sie konnten es nicht begreifen, denn der Hund war als Katzenhasser bekannt. Dieses wusste ich aber vorher nicht.

Nun erklärte ich dem Tierarzt das Hund und Katze sich in Notfällen sehr wohl vertragen. Wie hier nun zu sehen war. Wir redeten noch etwas zusammen, dann fuhren Herbert und ich mit Benno zu unserem Wohnmobil. Der Aufenthalt hatte gut vier Stunden gedauert und trotzdem mussten wir nun erzählen was denn los war. Auch bekamen wir etwas zu Essen. Nach Mitternacht kamen Herbert und ich ins Bett.

In den nächsten Tagen fuhren wir noch öfters nach München und besichtigten mehrere Museen. Auch zu dem Hund fuhren wir täglich. Am zweiten Tag kam auch der Besitzer des Hundes zur Tierarzt-Praxis. Er hatte seinen Hund schon gesucht und wollte einen Zettel ans schwarze Brett hängen. Er war sehr glücklich seinen Hund wieder zu haben.

Bevor wir nach Hause fahren besuche ich noch einmal den Hund und rede noch etwas mit dem Tierarzt. Täglich habe ich den Tierarzt angerufen um nach dem Gesundheitszustand des Hundes zu fragen. Dem ging es immer besser und nach acht Wochen war er wieder ganz geheilt. Nur war er jetzt leicht am Humpeln. Den Besitzer störte das nicht und auch der Hund kam damit zurecht.

Ein paar Wochen später klopfte es an meiner Bürotür und auf mein „Herein“ kam der Hund und der Besitzer betraten den Raum. Der Hund freute sich sichtlich mich zu sehen, denn immer wieder kam er zu mir und ließ sich streicheln. Mehrmals bedankte sich der Besitzer des Hundes bei mir und als sie wieder fuhren, nahmen sie noch einen Hund aus unserem Tierheim mit zu sich.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #353
Kämpf kleiner, Kämpf

Ich befinde mich im Hundefreigehege und mache dort sauber. Es ist keine schöne Arbeit, aber trotzdem muss diese gemacht werden. Wenn das erledigt ist, werde ich die Hundeklos im Hundehaus sauber machen. Nicht jeden Tag geht jemand mit den Hunden spazieren, dazu haben wir zu viele Hunde bei uns im Tierheim. Momentan sind es 65 Hunde die bei uns leben. Eigentlich für diese Jahreszeit viel zu viel, aber in den letzten Wochen konnten nicht sehr viele Tiere vermittelt werden.

Ich und auch alle anderen im Tierheim vermuten das es an der Aktion läuft, die wir im Moment machen. Dabei wird bei Leuten, die ein Tier zu sich nehmen, genau erzählt, welche Folgen es hat ein Tier zu sich zu nehmen. Wenn wir alles den Leuten gesagt haben, springen sehr viele von den Leuten ab. Ob sie dann in ein anderes Tierheim gehen um sich ein Tier zu holen wissen wir natürlich nicht.

In 8 Wochen wollen Herbert und ich heiraten und darum planen wir auch schon fleißig. Die Gästeliste ist fast komplett und am Wochenende wollen wir diese dann noch einmal durchgehen. Nicht das wir jemanden vergessen haben. Ein Hochzeitskleid suche ich auch schon für mich, was aber nicht einfach ist. Dabei unterstützt mich meine Mutter, schließlich weiß sie welchen Geschmack ich habe.

Gerade bin ich im Außenbereich fertig als ganz aufgeregt die Tierheim-Leiterin zu mir kommt. „Gerda, ich habe vorhin einen ganz komischen Anruf erhalten. Da scheint es irgendwo einen Unfall gegeben haben. Dabei sollen auch mehrere Hunde und Katzen mit bei gewesen sein. Der Unfall ist irgendwo auf der Bundesstraße nach Hxyxyxxy. Die Polizei habe ich schon informiert. Mach Du schon mal alles fertig, ich sage dir dann bescheid.“

Sofort stelle ich mehrere Hunde und Katzenkörbe in unseren Bulli, dazu noch eine Kiste mit Verbandmull und Medikamenten. Aber auch noch zwei zusätzliche Tragen, diese haben wir vom THW bekommen als sie ausgemustert wurden, packe ich in den Wagen. Als ich fertig bin, gehe ich zum Büro der Leiterin. Doch sie kommt mir schon entgegen.

Fahr schon mal los Gerda und nimm Peter mit. Bisher hat sich die Polizei nicht gemeldet.“ Anschließend geht sie wieder ins Büro. Ich rufe nach Peter und nach etwa zwei Minuten sind wir unterwegs. Als wir das Gelände verlassen sehe ich noch einmal in den Rückspiegel und sehe die Leiterin heftig winken. Sofort halt ich an und steige aus dem Wagen. Sie ruft mit zu: Da ist nichts. Die Polizei ist zweimal die Strecke gefahren und hat nichts gefunden. Wie ich es aber sehe, willst Du trotzdem da hin. Komm aber sofort wieder wenn Du auch nichts findest!“

Sofort steige ich wieder in den Bulli und fahre los. Kurz darauf bin ich auf der betreffenden Strecke und Peter sowie ich, schauen genau auf den Straßenrand. Wir fahren bis zu der Ortschaft und drehen dort um noch einmal die Strecke ab zu fahren. Wieder können wir nichts entdecken, aber mein Bauchgefühl sagt mir, das dort etwas ist.

Darum steige ich aus dem Wagen und gehe los. Peter fährt mit dem Bulli hinterher. Zwar sind es bis zur nächsten Ortschaft 8 Kilometer, aber wenn es sein muss, laufe ich die eben. Natürlich muss ich auch den ganzen Weg wieder zurück. Da ich sehr langsam gehe und dabei genau den Fahrbahnrand beobachte, muss Peter immer wieder stehen bleiben um mich nicht zu überholen. Dann meine ich etwas zu hören.

Sofort bleibe ich stehen und hebe meine rechte Hand. Peter versteht sofort und macht den Motor aus. Da aber gerade einige anderen PKW und auch ein LKW kommen, kann ich nichts hören. Der LKW bleibt neben mir stehen und der Fahrer spricht mich an: „Hey, bist du nicht aus dem Tierheim? Was suchst Du denn?“ Bevor ich antworten kann, hat auch er den Motor ausgeschaltet und steigt aus dem LKW. Dann tritt er zu mir. Da nun der LKW steht und auch Peter seinen Motor aus hat, kann man wieder ganz leise das jaulen eines Tieres hören.

Da aber noch immer PKW an uns vorbei fahren, kann ich nicht feststellen aus welcher Richtung das jaulen kommt. Auch Peter steigt aus dem Bulli und zusammen mit dem Fahrer suchen wir nun den Fahrbahnrand ab. Doch wir finden nichts. Als ich wieder zu unserem Bulli gehe erkenne ich Polizei die sich von hinten nähert. Direkt hinter unserem Bulli bleiben sie stehen und der Fahrer schaltet das Blaulicht an.

Zwar läuft der Verkehr nun sehr langsam an uns vorbei, aber eben er läuft. Einer der Beamten kommt mir entgegen und als er bei mir ist fragt er mich ob etwas passiert ist. Ich erzähle ihm den Grund unserer Suche und er ist ganz erstaunt darüber. Denn die Zentrale hat bisher nichts von einem Unfall erzählt. Zwar ist vor einer halben Stunde die Anweisung an einen anderen Wagen gegangen hier eine Kontrollfahrt durch zu führen, doch von einem Unfall wurde nichts gesagt.

Da wir inzwischen wieder bei dem Wagen der Polizei angekommen sind, greift er zum Funkgerät und ruft die Zentrale. Kurz schildert er was hier gerade los ist, dann hören wir auch schon das ein weiterer Wagen nach hier beordert wird. Keine fünf Minuten später ist er da. Die Beamten sprechen sich ab und dann wird die Straße in beiden Richtungen im Abstand von jeweils 200m gesperrt. Diese Vollsperrung soll aber nur für ein bis maximal zwei Minuten bestehen bleiben. Nun ist Ruhe und jetzt kann man auch wieder das jaulen hören. Es kommt aber nicht vom Straßenrand sondern aus einer Buschgruppe die etwa 20m neben der Straße ist.

Sofort laufe ich darauf zu. Peter, der LKW Fahrer und die Polizisten, nachdem die Vollsperrung wieder vorbei ist, folgen mir. Ich laufe um den ersten Busch und pralle zurück. Vor mir liegen oder stehen vier Hunde. Zwei von Ihnen fletschen sofort ihre Zähne und knurren mich an. Auch kommen sie langsam auf mich zu.
Hinter mir höre ich die anderen Männer näher kommen und darum hebe ich meine rechte Hand. Die Männer bleiben sofort stehen und auch ihr Gespräch verstummt. Nur Peter sagt: „Sei vorsichtig Gerda!“ Ich trete noch einige Schritte nach vorn und stehe nun etwa 5 Meter vor den beiden Hunden. Nun fange ich an mit den Hunden zu reden. Dabei gehe ich in die Hocke, jedoch setze ich mich nach ein paar Augenblicken auf den Boden.

Die Hunde stehen noch immer drohend vor mir und fletschen ihre Zähne. Jedoch kommen sie nicht näher. Von den beiden anderen Hunden kommt nun ein leises Kläffen, woraufhin die beiden anderen zunächst nach hinten schauen. Sofort schauen sie aber wieder zu mir, stellen jedoch ihr Knurren ein. Nun horchen sie nach meiner Stimme. Etwa 2 Minuten später steht einer der Hunde auf und kommt zu mir. Ich strecke ihm meine Hände entgegen und er macht sich ganz lang um daran zu schnuppern. Dann tritt er etwas zurück.

Nun kommt der andere Hund näher. Auch er schnuppert an meinen Händen, dann tritt auch er zurück und setzt sich zu dem anderen Hund. Nun schauen mich beide an, während ich weiter mit ihnen rede. Dann stehen beide auf und kommen noch einmal zu mir. Beide schnuppern jetzt an mir und nach einer Minute stoßen mich beide mit ihren Schnauzen an. Nun darf ich zu den anderen Hunden.

Sofort stehe ich auf, sage aber zu den Männern das sie erst einmal an ihrem Platz bleiben sollen. Dann gehe ich schnell zu den beiden anderen Hunden die auf dem Boden liegen. Bei dem ersten gehe ich wieder in die Hocke und hole aus meiner Tasche ein Stethoskop hervor und höre den Hund ab. Sein Lungengeräusch und sein Herzschlag sind vollkommen normal. Auch den zweiten Hund höre ich sofort ab. Hier stelle ich jedoch den stark erhöhten Herzschlag und auch die unregelmäßigen Atmung fest. Nun taste ich wieder den ersten Hund ab. Bis auf eine gebrochene Hinterpfote kann ich nichts feststellen. Jedoch scheint der Hund dadurch starke Schmerzen zu haben.

Darum bekommt er von mir zunächst eine leichte Narkose und als diese wirkt, richte ich schnell die Hinterpfote. Nachdem ich die Pfote dann stabilisiert und verbunden habe, gebe ich ihm noch eine Schmerzstillende Spritze und ein Mittel damit er wieder aufwacht. Jetzt kommt wieder einer der anderen Hunde und schnuppert an den ohnmächtigen Hund. Dann schleckt er mir durch das Gesicht.

Peter, er hatte inzwischen schon zwei Körbe aus dem Bulli geholt, tritt nun vorsichtig näher und stellt den Korb neben mir ab. Ich hebe den Hund hoch und er schiebt den Korb unter den Hund. Nachdem der Hund in dem Korb liegt, kümmere ich mich um den zweiten Hund. Peter bleibt bei dem ersten Hund und ist diesen am Streicheln. Da geht auch der Hund der mir durchs Gesicht geschleckt hat zu Peter und legt sich neben ihn auf den Boden. Nun streichelt Peter beide Hunde.

Ich taste den zweiten Hund ab, der leise jaulend vor mir liegt. Dieser ist schwer verletzt. Beim abtasten stelle ich fest, das er im Brustbereich mehrere Rippen gebrochen hat. Auch die vordere linke Pfote ist gebrochen. Da ich schon bei dem Hund den unregelmäßigen Herzschlag festgestellt habe, bekommt er von mir zunächst Herzstärkungsspritze. Seine unregelmäßige Atmung kann ich hier nicht behandeln, weil ich n nicht weiß was der Hund hat. Dazu muss ich ihn röntgen, was ich aber nur im Tierheim kann. Eine Narkose kann ich ihm aber auch nicht geben wegen des Herzschlages und aber auch wegen der Atmung.

Trotzdem richte ich vorsichtig seine Rippen und lege auch einen Verband an. Bei dem Bruch der Vorderpfote scheint es sich um einen glatten Bruch zu handeln. Ich weiß das das richten auch hier Schmerzen verursacht, darum lege ich nur einen Verband an. Dann schiebt Peter einen Korb unter den Hund und hebt diesen hoch. Nun kommt der zweite Hund und schaut mich an. Ich streichele ihm einmal über den Kopf und er schleckt an der Hand. Dann gehe ich wieder zu dem anderen Hund. Der LKW Fahrer hebt den Korb hoch und geht mit diesem zum Bulli. Ich fordere die anderen Hunde auf mir zu folgen, jedoch bleiben beide sitzen.

Nun rede ich wieder mir den Hunden und lege beiden jeweils eine Hand auf den Kopf. Beide lassen das zu. Nach einem kurzen Augenblick drücke ich die Hunde in Richtung Bulli. Nun stehen beide auf und gehen zum Bulli, wobei noch immer die Hände auf den Köpfen der Hunde liegen. Beim Bulli angekommen führe ich die Hunde zur Tür und beide springen auch in den Wagen. Peter hat schon zwei weitere Körbe fertig gemacht in denen sich nun die Hunde legen. Dann schließe ich die Tür und Peter und ich steigen in den Wagen. Die Polizei sperrt die Straße und wir können sofort unseren Bulli drehen.

Als wir im Tierheim ankommen springe ich sofort aus dem Wagen, während Peter den schwer verletzten Hund in den Behandlungsraum bringt. In der Zeit holen Claudia und Gabi den anderen Hund aus dem Bulli und bringen ihn ebenfalls in den Behandlungsraum. Die beiden unverletzten Hunde werden in einen anderen Raum gebracht, von dem sie aber in den Behandlungsraum schauen können.

Ich hole nun das Ulraschallgerät heran und setze den Tastkopf an um die Lunge damit zu überprüfen. Jedoch ist an der Lunge nichts fest zu stellen. Darum schaue ich mir gleich das Herz an. Aber auch hier ist alles in Ordnung. Nun mache ich mehrere Röntgenfotos von dem Hund und stelle beim Auswerten fest, das vier Rippen gebrochen sowie der linke vordere Lauf gebrochen ist.

Das weitere richten des Vorderlaufes erspare ich mir, da ich schon sehr gut vorgearbeitet habe. Also muss ich nur noch die Rippen richten. Dazu gebe ich dem Hund eine leichte Narkose und richte sofort die Rippen. Anschließend bekommt er einen strammen Verband umgelegt. Danach höre ich ihn wieder ab. Sein Herzschlag und die Atemgeräusche klingen schon viel besser. Nun kommt der Hund auch auf die Krankenstation. Hier wird er einige Zeit verbringen. Die beiden gesunden Hunde lasse ich nun zu ihren Kollegen. Beide schauen mich, nachdem sie an ihren Freunden geschnuppert haben, dankbar an.

Beide Hunde wurden wieder vollkommen gesund und da sich keine Besitzer gemeldet haben, wurden sie zur Vermittlung frei gegeben. Aber sie blieben noch etwa ein Jahr bei uns im Tierheim, bis alle vier zusammen von einem Ehepaar geholt wurden.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #354
Kroatien Teil 1


Wieder einmal steht Urlaub an. Darum haben wir uns wieder einmal ein Mobil gemietet. Nun wollen wir nach Kroatien fahren. Dort in der Nähe von Split wollen wir Freunde besuchen die sich dort ein Haus gekauft haben. Unsere Fahrstrecke ist beträgt etwa 1570 Km, darum wollen wir drei Tage für die Strecke brauchen. Unsere Route wird uns neben Deutschland durch Österreich und Slowenien nach Kroatien führen. Heute wollen wir bis nach Regensburg und Morgen geht es dann weiter nach Durmanec in Kroatien. Vorher haben Herbert und ich uns um alle Formalitäten gekümmert, so das wir an den Grenzen keine Probleme haben werden.

Am Abend kommen wir ins Regensburg an. Schnell haben wir in der Nähe eines Restaurants einen Parkplatz gefunden. Wir gehen noch etwas Essen und anschließend etwas spazieren. Es ist einfach noch zu früh dazu, sich schon jetzt hin zu legen.

Da wir in einem Vorort von Regensburg unseren Stellplatz gefunden haben, gehen wir nur ziellos durch den Ortsteil. Da fast alle Schaufenster der Geschäfte beleuchtet sind, schauen wir uns natürlich die Auslagen darin an. Unterwegs kommen uns einige Hunde mit ihren Besitzern entgegen. Da wird fleißig Gassi gegangen. Auch ein Ehepaar mit zwei Hunden die an der Leine gehen und zwei Katzen, ebenfalls an der Leine, kommen uns entgegen.

Da wir jedoch gerade an einer Zoo Fachhandlung vorbei kommen, bleiben wir stehen und schauen uns die Auslage an. Auf einmal bemerke ich eine Bewegung an meinen Beinen und als ich nach unten schaue, sehe ich eine der Katzen wie sie um meine Beine Streicht. Sofort bücke ich mich und halte der Katze meine Hände entgegen Diese schnuppert daran und dann drängt sie sich richtig an meine Hand. Sofort fange ich sie an zu streicheln und auch die zweite Katze kommt um gestreichelt zu werden. Herbert streichelt indessen die Hunde.

„Entschuldigen Sie! Aber das haben die Tiere noch nie gemacht. Bisher haben sie um Fremde immer einen großen Bogen gemacht. Selbst bei uns zu Hause sind sie nicht zu sehen wenn Besuch da ist.“ sagt die Frau zu uns, während ihr Mann mit offenem Mund daneben steht. Ich schaue sie nur lächelnd an und streichele nun ebenfalls die Hunde. Anschließend erkläre ich ihr, das ich die Leiterin in einem Tierheim bin und sehr Tierlieb. Das merken Tiere sofort, daher die Reaktion von ihnen. Noch zehn Minuten haben wir zusammen geredet wobei auch der Ehemann seine Sprache wiederfand. Denn er fragte nach meiner Tasche weil er wohl die Aufkleber gesehen hatte. Ich erklärte ihm Sinn und Zweck der Tasche, dann trennten wir uns wieder.

Wir sind gerade 100 Meter weiter als wir eine Frauenstimme hören: „Jule! Jule! Was hast Du denn?“ Sofort beschleunige ich meine Schritte und auch Herbert geht schneller. Dann sehen wir eine Frau die neben einem Schäferhund kniet. Als ich bei ihr ankomme knie ich mich zur dem Hund und hole sofort mein Stethoskop aus der Tasche. Auch Herbert kniet schon neben mir und holt sofort eine Spritze aus meiner Tasche. Dann wartet er auf das Ergebnis der Untersuchung.

Beim Abhören stelle ich sofort den unregelmäßigen Herzschlag des Hundes fest. Aber mir fällt auch auf, das der Hund ein Geschirr trägt, welches von Blindenhunden getragen wird. Sofort schaue ich mir die Frau an. Sie scheint tatsächlich Blind zu sein. Ich mache Herbert darauf aufmerksam und er legt sofort einen Arm um sie. Dann beruhigt er sie und sagt, das Hilfe für ihr Hund da ist.

Noch einmal höre ich den Hund ab und stelle wiederrum den unregelmäßigen Herzschlag fest. Da Herbert schon eine Spritze hervor geholt hat, nehme ich diese und ziehe diese mit einem Herzstärkung Mittel auf. Dann setze ich die Spritze. Da gerade ein Polizeifahrzeug, schließlich knien da drei Personen auf dem Boden, neben uns hält, frage ich sofort einen der Beamten ob er eine TK kennt die in der Nähe ist.

Als die Beamten erfahren, das hier ein Hund um sein Leben kämpft, scheint sie das nicht zu interessieren, denn sie drehen sich um und steigen wieder in ihr Auto. Dann starten sie den Motor und fahren weg. Ich bin sprachlos und auch Herbert schaut irgendwie nicht geistreich. Ich schaue Herbert an und der schüttelt nur mit dem Kopf.

In diesem Moment hält ein Bulli neben uns an und eine Stimme fragt, ob er helfen kann. Herbert fragt sofort nach einer TK. Der Motor des Autos geht aus und sofort steigt der Beifahrer aus dem Auto. Dann ist er bei mir und sagt das er Tierarzt in der Örtlichen TK ist. Ich erkläre ihm was der Hund hat und sage ihm auch, welches Mittel ich schon gespritzt habe. Erstaunt sieht er mich an, sagt aber nichts dazu.

„Bitte helfen Sie mir den Hund sofort in den Bulli zu laden. Wir fahren sofort zur TK. Auch der Besitzer kann mit fahren. Wenn Sie wollen sie auch Frau Xxxxxx.“ Nun bin ich erstaunt das er mich kennt, doch ich gehe auch zunächst nicht darauf ein. Zusammen mit Herbert wird der Hund in den Bulli geladen. Dann steigt die Blinde Frau ein und auch Herbert und ich steigen in den Wagen. Sobald die Tür geschlossen ist, wird der Motor gestartet und der Wagen fährt sofort los. Nach einer Fahrt von etwa 10 Minuten halten wir vor der TK. Der Tierarzt steigt aus dem Wagen und schließt ein Rolltor auf. Nachdem dieses auf ist, fährt der Bulli sofort auf das Grundstück.

Anschließend tragen Herbert und der Tierarzt den Hund in ein Gebäude, während die Fahrerin des Bulli der blinden Frau aus dem Wagen hilft. Darum laufe ich auch zu dem Gebäude um komme kurz hinter dem Tierarzt und Herbert in einem Behandlungsraum an. Der Tierarzt kümmert sich schon um den Hund und untersucht ihn nochmals. Er hört ihn ab und misst auch seinen Blutdruck. Weitere Untersuchungen die bei einem Herzfehler gemacht werden, führt er auch durch. Nur das Blutabnehmen will er erst Morgen machen und dann untersuchen lassen.

Anschließend kommt er zu folgendem Ergebnis: „Der Hund hat einen stark ausgeprägten Herzfehler! Aber das kann gut behandelt werden. Nur kann er nicht mehr als Blindenhund eingesetzt werden. Oder was meinst Du Gerda?“ Ich stimme ihm zu. Da ich dem Hund schon eine Spritze gegeben habe braucht zunächst nichts weiter gemacht werden.

Gemeinsam gehen wir zu der Besitzerin des Hundes und teilen ihr unser Untersuchungsergebnis mit. Diese ist ganz entsetzt darüber, das ihr Hund so krank ist. Sie fragt uns was sie denn nun machen soll und der Tierarzt antwortet: „Ich kenne jemand der bildet Blindenhunde aus. Gleich morgen werde ich ihn Anrufen und fragen ob er sofort einen Hund zur Verfügung stellen kann. Alles andere werde ich dann mit ihrem Arzt besprechen. Ihr Hund muss zunächst erst einmal hier bleiben damit wir ihn weiter untersuchen können. Wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind und es ihm auch wieder besser geht, können sie ihn, wenn Sie wollen, zurück haben. Im übrigen ist alles für sie Kostenlos!“

Noch etwa zehn Minuten redeten wir mit der Frau, dann wurde sie von der Fahrerin des Bullis nach Hause gebracht. Herbert und ich redeten noch lange mit dem Tierarzt und er sagte mir auch, woher er weiß wer ich bin. Er ist ein guter Freund unseres Tierarzt. Nachdem der Wagen des Tierarzt wieder da war, beteiligte sich auch die Frau an dem Gespräch. Nach etwa einer Stunde brachte sie uns zu unserem Wohnmobil und Herbert und ich legten uns auch schnell hin. Der Hund wurde auch wieder vollkommen gesund, jedoch wurde er von der Frau nicht mehr als Blindenhund eingesetzt sondern war nur noch ihr Kuschelhund. Auch der neue Blindenhund wurde in die Familie aufgenommen.

Am nächsten Tag fahren wir weiter unserem Ziel entgegen. Jedoch ist dieses eine weitere Geschichte wert.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #355
Kroatien Teil 2

Nach einem sehr guten Frühstück machen wir uns um 9.00 Uhr wieder auf den Weg nach Kroatien. Heute wollen wir bis nach Durmanec fahren. Erst morgen soll es dann weiter gehen. Inzwischen sind wir mitten in Österreich. An der Grenze hat es keine Probleme gegeben. Wir sind, als wir dort angekommen sind, sofort zum Zoll. Dort habe ich all meine Papiere vorgelegt und schon nach 5 Minuten konnten wir weiter fahren.

Jetzt steuert Herbert einen Rasthof an, da es schon nach 13.00 Uhr ist und wir etwas essen wollen. Als er den Motor ausgeschaltet hat, verlassen wir das Mobil und vertreten uns erst einmal die Beine. Da ich meine Tasche schon dabei habe, verschließt Herbert das Mobil und wir gehen zunächst erst einmal den Parkplatz lang. Im hinteren Teil des Parkplatzes ist auch ein Schnellimbiss der sehr gut besucht ist. Darauf geht Herbert zu und schaut kurz auf die Speisekarte die dort hängt. Doch er schüttelt den Kopf und kommt wieder auf mich zu. „Lass uns ins Restaurant gehen, dort ist die Auswahl mit Sicherheit besser.“ sagt er zu mir. Aufgefallen ist mir schon, das die Leute mich anstarren. Eine solch auffällige Tasche wie ich sie umgehängt habe, sehen sie auch nicht alle Tage.

Zusammen steuern wir auf das Restaurant zu. Im Vorraum des Restaurants hängt eine Speisekarte die wir kurz überfliegen. Schnell haben wir uns entschieden was wir essen, dann betreten wir das Restaurant. An der Theke ist Selbstbedienung, nur das Hauptgericht muss angegeben werden. Sehr schnell bekommen wir dieses und kurz darauf sitzen wir schon an einem Tisch und sind am Essen.

Wir sind fast fertig als ein Mann an unseren Tisch tritt. Er spricht Herbert an: „Sie sind doch der Tierarzt oder? Ich habe Sie bei der Pommes Bude gesehen! Können Sie helfen. Ich hatte meine Katze im Wohnmobil gelassen. Jetzt liegt sie völlig apathisch auf dem Tisch. Ich weiß nicht was sie hat.“

Herbert meint noch, das er nicht helfen kann, sondern das ich dafür zuständig bin. Dann steht er auf und auch ich erhebe mich. Zusammen mit dem Mann gehen wir zu seinem Wohnmobil. Das steht direkt neben unserem Mobil. Da die Tür des Wohnmobils offen ist, besteige ich sofort den Wagen. Nur kurz schaue ich mich um dann sehe ich auch schon die Katze. Bei ihr sind eine Frau und ein etwa 16jähriges Mädchen. Beide schauen mich an und eine stille Frage steht in ihren Augen. Ich kümmere mich jedoch nicht um die beiden sondern wende mich sofort der Katze zu.

Nachdem ich meine Tasche neben der Katze abgestellt habe, hole ich sofort mein Stethoskop hervor und höre die Katze ab. Doch ich kann nichts feststellen. Herzschlag und Atemgeräusch sind vollkommen normal. Da ich schon einen gewissen Verdacht habe, frage ich die Frau ob das die erste Fahrt der Katze ist. „Richtig! Wir haben Petra erst vor sechs Wochen aus dem Tierheim geholt. Petra ist etwa 5 Monate alt und wurde im Tierheim geboren.“ antwortet sie mir.

Nun bin ich sicher das die Katze unter der Reisekrankheit leidet. Darunter ist zu verstehen, das Bewegungen die man, in diesem Fall die Katze, selber macht, richtig erkannt werden. Das passiert im Innenohr wo das Gleichgewichtsorgan ist. Wird nun eine Bewegung registriert die nicht von sich aus geht, kann das als Sinnestäuschung wahrgenommen werden und das Gleichgewichtsorgan reagiert entsprechend empfindlich. Diese Bewegungskrankheit, auch Kinetose genannt, bewirkt eine Reizung des vegetativen Nervensystems.
Da die Katze diese Fortbewegung nicht kennt, hat sich dieses nun verstärkt. Dieses führte nun zur Reiseangst. Aber man kann das sehr gut behandeln. Darum gebe ich der Katze ein Antiemetikum gegen Übelkeit und Erbrechen. Danach wende ich mich an das Paar und auch an die Tochter, denn anscheinend gehört ihr die Katze.

„Am besten ist es, wenn die Katze sofort zu einem Tierarzt kommt. Aber nicht um die Katze dort noch einmal untersuchen zu lassen, sondern um ein Bestimmtes Mittel zu holen. Sie können dem Tierarzt sagen, das ihre Katze schon untersucht wurde und diese Diagnose festgestellt wurde. Lassen sie sich nicht irgendein Mittel andrehen, sondern nur Gesichtspheromone = Wohlfühlbotenstoffe. Gesichtsphermone werden von Katzen im unteren Gesichtsbereich gebildet. Zusätzlich gegeben vermitteln sie ein Gefühl von Geborgenheit und beruhigen die Katze. Nur dann können sie weiter fahren.“

Da die Katze sich schon wieder erholt hatte, war sie zu mir gekommen und ließ sich streicheln. Alle drei schauten erstaunt, weil sie nicht damit gerechnet hatten, da ihre Katze sich noch nicht einmal von ihnen richtig streicheln ließ. Anschließend fuhr das Parr weiter und auch wir gingen zu unserem Mobil. Herbert fuhr noch zur Tankstelle und anschließend ging es weiter in Richtung Kroatien.

Auch an der Grenze hatten wir keine Schwierigkeiten. Wir fuhren noch bis zu unserem Ziel und fingen an dort einen Stellplatz für unser Mobil zu suchen. Doch wir hatten kein Glück, darum fuhr Herbert zu einer Tankstelle um nach zu fragen. Es dauerte nicht lange und er kam zurück zum Mobil. „Etwa zwei Kilometer weiter ist eine kleine Straße, da müssen wir rein. Dann kommen wir zu einem Stellplatz der privat betrieben wird.“

Sofort fuhr Herbert los und nach etwa 15 Minuten hatten wir den Stellplatz erreicht. An der Straße stand ein kleines Hinweisschild was man bei schneller Fahrt übersehen hätte. Wir wussten aber das es diese Straße gab und von daher war es kein Problem den Stellplatz zu finden. Herbert ging los und meldete uns an, dann fuhren wir auf den Stellplatz. Hier hatten wir freie Auswahl, denn kein anderes Mobil war dort. Darum stellte Herbert unser Mobil unter einen mächtigem Baum ab.

Noch bevor wir unser Mobil verlassen hatten, hörte ich das Aufgeregte Bellen eines Hundes. Dieser kam auch auf unser Mobil zu gelaufen. Immer wieder kam er an, bellte und rannte davon. Um aber nach wenigen Metern wieder zurück zu kommen. Herbert und ich hatten das Gefühl, das er uns etwas zeigen wollte. Darum nahm ich meine Tasche und stieg aus dem Mobil.

Nun kam der Hund, ein kleiner Mischling, zu mir, sprang mich an und lief dann wieder davon. Nach wenigen Metern blieb er stehen, bellte und kam wieder zurück. Sofort setzte ich mich in Bewegung und folgte dem Hund. Herbert war neben mir. Auch den Mann, bei dem wir einen Stellplatz bekommen hatten, kam angelaufen. Als er sah wie Herbert und ich dem Hund folgte, schloss er sich uns an. Dabei sagte er in einigermaßen gutem Deutsch: „Das ist mein Hund! Ich vermisse ihn schon seit zwei Tagen!“

Da der Hund immer schneller wurde, verloren wir ihn des Öfteren aus den Augen. Doch jedes Mal tauchte er wieder auf, bellte und lief dann weiter. Er verschwand in einem Wald was das verfolgen noch erschwerte. Doch auch hier kam er immer wieder und wir konnten ihm folgen. Auch ging es leicht bergan. Immer tiefer ging es in den Wald.

Wir waren dem Hund wohl schon 30 Minuten gefolgt, als sich sein Bellen veränderte. Jetzt klang es ganz aufgeregt. Als erstes war ich bei ihm dicht gefolgt von dem Mann und Herbert. Letzterer war leicht am Humpeln, aber als ich nachfragte winkte er nur ab.

Darum wendete ich mich wieder den kleinen Hund zu. Dieser bellte noch immer ganz auf geregt. Jedoch konnte ich nicht erkennen warum. Dann lief er zu einem dichten Busch und verschwand darin. Nun fing er an zu jaulen. Sofort gingen der Mann und Herbert zu dem Busch und bogen die Zweige auseinander. Ich hörte nur wie Herbert sagte: „Ach Du dickes Ei!“ Dann fing er an Zweige an dem Busch ab zu brechen. Auch der Mann beteiligte sich daran. Schon nach kurzer Zeit hatten sie so einen Zugang in das Innere des Busches geschaffen.

Jetzt sah ich einen Schäferhund auf dem Boden liegen. Neben dem Schäferhund lag ein Welpe, der erst wenige Minuten alt war. Sofort kümmerte ich mich um den Welpen, doch nach einer kurzen Untersuchung stellte ich fest, das ihm nicht mehr zu helfen war. Darum kümmerte ich mich nun um den Schäferhund.

Zunächst hörte ich ihn ab und stellte sofort den erhöhten Herzschlag fest. Aber auch die flache Atmung bemerkte ich. Trotzdem tastete ich den Hund weiter ab. Der Hund war hoch trächtig und müsste eigentlich seine Welpen gebären. Doch aus irgendeinem Grund ging das nicht mehr. Kurz überlegte ich, ob es sinnvoll ist, den Hund zum Haus zurück zu bringen und erst dann die weitere Behandlung durch zu führen. Doch der kleine Hund, er tauchte nun in meinem Blickfeld auf, meinte wohl das ich sofort helfen muss. Denn er stieß meine rechte Hand an und dann die Hunde Mama.

Kurz schaute ich dem kleinen in die Augen, dann stand mein Entschluss fest. Hier und jetzt musste ich einen Kaiserschnitt durchführen um die noch ungeborenen Welpen zu retten. Darum wurde der Hund vorsichtig aus dem Busch geholt und davor abgelegt. Entschlossen griff ich zu meiner Tasche und holte das OP-Besteck hervor. Sofort bückte sich Herbert und ohne eine Frage zu stellen holte er weiteres Material aus meiner Tasche. Das sind Nahtmaterial, Nähnadeln und Verbandmull. Ich hatte schon eine Spritze aufgezogen und dem Hund eine leichte Narkose gegeben. Dabei fiel mein Blick auf den Mann der neben uns stand.
Mit offenem Mund stand er dort und starrte mich an. Auf einmal ging ein Ruck durch ihn und er zog seine Jacke aus. Daraus formte er so etwas wie einen Tragebeutel. Dann trat er neben mir und ging ebenfalls in die Hocke. Bisher hatte er nichts gesagt, doch jetzt wollte er wohl los legen. Doch Herbert sagte nur zu ihm: „Später! Jetzt ist keine Zeit dafür!“

Ich setzte das Skalpell an und machte einen Schnitt. Dann holte ich noch vier Welpen aus der Mama. Alle vier waren am Leben! Schnell vernähte ich den Schnitt wieder und legte nun die Welpen bei der Mutter an. Sofort fingen sie an zu saugen. Der kleine Hund kam zu mir und fing an meine Hände ab zu schlecken. Darum strich ich ihm über den Kopf.

Der Mann stellte sich nun erst einmal vor. Sein Name ist Dario. Er erzählte, das er nicht damit gerechnet hatte eine TÄ zu sehen. Denn Herbert hatte nur gesagt bei der Buchung des Platzes, das er Zahnarzt ist und seine Frau mit im Auto sitzt. Mit keinem Wort erwähnte er, das ich TÄ bin. Erst als er meine Tasche sah, war in ihm der Verdacht gekommen. Aber er war doch erstaunt als er sah, welche Ausrüstung in der Tasche ist und vor allem, das sofort geholfen wurde. Er selber wäre erst wieder nach Hause gelaufen und er hätte einen Handwagen geholt.

Das mit dem Handwagen fand ich eine gute Idee und sagte es auch. Sofort lief er los um den Handwagen zu holen. Noch einmal untersuchte ich den Hund und die vier Welpen. Doch denen ging es soweit gut. Dann wandte ich mich an Herbert und fragte weswegen er Humpelt. Doch er meinte, das er nur einen Stein im Schuh hatte, dieser aber inzwischen heraus ist. Nun musste ich doch lachen. Da hat er einen Stein im Schuh, aber trotzdem rennt er weiter um Tiere in Not zu helfen. Ganz fest nehme ich ihn daraufhin in den Arm. Da stößt mich die Mama mit ihrer Nase an und legt mir eine Pfote auf den Schoß.

Dankbar schaut sie mir in die Augen als ich mich zu ihr wende. Ich streichele ihr über den Kopf und auch dem kleinen Hund streichele ich über den Kopf. Die Welpen liegen dicht bei der Mutter und sind am Schlafen.
Es sind etwa 45 Minuten vergangen als wir das Motorgeräusch eines Treckers hörten. Als ich hochschaute erkannte ich das es Dario war, der mit einem Trecker und einem daran befestigten Anhänger war. Auch die Frau von Dario ist mit gekommen. Dario fährt so dicht wie es geht an den Busch und dann werden Hundemama und ihre Welpen auf den Anhänger gelegt. Auch der kleine Hund wird auf den Anhänger gehoben. Dann steigen Herbert und ich auf und kurz darauf fährt Dario sehr vorsichtig wieder zurück zu ihrem Hof.

Dort angekommen werden die Hunde sofort ins Wohnhaus gebracht. Nun stellt sich auch die Frau vor. Ihr Name ist Asja. Sofort erklärt sie sich bereit die Hunde zu versorgen. Auch dürfen diese im Haus bleiben. Auch ihr Hund hat bisher immer im Haus gelebt, was man auch an dem Hundekorb sieht, der im Raum steht.
Nachdem die Hunde zunächst versorgt sind, die Hundemama liegt mit ihren Welpen auf einer großen Wolldecke und auch der kleine Hund liegt neben ihr, unterhalten wir uns noch etliche Stunden zusammen. Auch werden wir zum Abendessen eingeladen. Natürlich nehmen wir die Einladung gerne an. Erst bei dem Essen erfahren die beiden von mir, das ich im eigentlichem Sinne keine TÄ bin, aber eben Tieren in Not helfen darf.

An den nächsten Tag fahren wir erst gegen 10.00 Uhr weiter. Die Hunde dürfen alle auf dem Hof bleiben. Die Mama läuft auch schon wieder herum. Für die Welpen ist extra ein kleiner Verschlag im Haus errichtet worden, wo sie die nächsten Wochen bleiben sollen. Erst dann dürfen sie den Verschlag verlassen. Alle Tiere Waren Gesund und hatten auf dem Hof ein schönes zu Hause gefunden, teilte mir Dario ein paar Wochen später mit.

Gegen Abend kamen wir bei unseren Freunden an und hatte eine sehr schöne Woche. Doch irgendwann geht auch der schönste Urlaub zu Ende und wir fuhren wieder zurück in Richtung Heimat. Doch das ist mal wieder eine andere Geschichte.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #356
Kroatien Teil 3

Nun waren wir 5 Tage bei unseren Freunden in der Nähe von Split. Diese haben uns die Stadt gezeigt, waren mit uns aber auch am Meer. Auch in der näheren Umgebung haben wir uns umgesehen. Abends haben wir immer bei ihnen auf der Terrasse gesessen und geredet. Da unsere Freunde auch mehrere Tiere haben, untersuchte ich diese natürlich. Aber die drei Katzen und vier Hunde waren vollkommen gesund.

Heute Morgen sind wir um zehn Uhr los um wieder nach Hause zu fahren. Da Montag ist, vermutet Herbert das wir am Mittwoch wieder zu Hause sind. Dann haben wir noch ein paar Tage frei und erst am darauf folgenden Montag müssen sowohl Herbert als auch ich wieder arbeiten. Heute wollen wir genau wie auf dem Hinweg etwa 550 Km fahren, dann übernachten und am nächsten Tag wird es erst weiter gehen. So machen wir uns keinen Stress und werden wohl ausgeruht unseren Urlaub beenden. Am Freitag wollen wir das Wohnmobil wieder zurückgeben.

Am späten Nachmittag erreichen wir unser erstes Etappenziel und haben auch schnell einen Stellplatz gefunden. Dieser ist auf der Rückseite eines Restaurants in dem wir auch zu Abend essen. Anschließend sehen wir uns noch etwas in der Stadt um, dann gehen wir wieder zu unserem Mobil. Inzwischen sind noch zwei weitere Mobile angekommen und kurz darauf sitzen wir alle zusammen und unterhalten uns. Erst gegen 23.00 Uhr kommen wir ins Bett.

Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück gegen 9.00 Uhr weiter und haben schon bald die Grenze hinter uns. Nun gibt Herbert mehr Gas und wir kommen flott voran. Gegen Mittag machen wir eine Pause in einer Raststätte und sind nach etwa einer Stunde wieder unterwegs. Einen kleinen Stau nehmen wir auch mit, aber ansonsten geht es schnell voran. Gegen Abend haben wir wieder deutschen Boden erreicht und Herbert sucht einen Stellplatz. Auch dieses Mal ist es bei einer Raststätte.

Anschließend sitzen wir wieder vor unserem Mobil und unterhalten uns noch über die vergangenen 10 Tage. Auch heute geht es erst gegen 23.00 Uhr ins Bett, weil ein anderer Wohnmobilfahrer sich neben uns stellt und wir schnell mit ihm ins Gespräch kommen.

Mitten in der Nacht werden wir durch Lärm, der draußen ist, wach. Nachdem Herbert sich angezogen hat, ich bleibe liegen, verlässt er das Mobil um nach zu sehen was los ist. Sobald er das Mobil verlassen hat, entschließe ich mich dazu, doch auf zu stehen und ziehe mich daher auch an. Ich bin gerade fertig als Herbert die Tür öffnet. Ganz außer Atem sagt er: „Gerda komm schnell! Da ist was passiert! Es scheinen mehrere Tiere verletzt zu sein!“ Sofort greife ich nach meiner Tasche und verlasse auch das Mobil. Herbert schließt noch schnell ab, dann laufen wir beide zur Straße.

Dort angekommen läuft er auf einen Kastenwagen zu, aus dem das Bellen mehrerer Hunde zu hören ist. Auch ist das jaulen von mindestens einem Hund zu hören. Andere Verkehrsteilnehmer versuchen schon den Wagen hinten auf zu bekommen, doch da er auf der Seite liegt, ist die Tür total verzogen. Ich frage nach dem Fahrer, jedoch bekomme ich zur Antwort: „Der ist gleich nachdem es gekracht hat abgehauen. Wo er jetzt ist weiß hier keiner.“

Ein LKW Fahrer hatte eine Brechstange dabei die er nun ran holte. Damit versuchten dann zwei Mann die Tür zu öffnen. Nach etlichen Minuten gelang das auch und die Tür ging einen Spalt breit auf. Der Spalt war groß genug das ein Hundewelpe durch diesen passte. Sofort kam einer der kleinen aus dem Wagen. Ein Mann nahm ihn sofort auf den Arm und fing an ihn zu streicheln. Dadurch beruhigte sich der Hund wieder etwas. Auch die anderen vier Hunde wurden gleich nachdem sie den Wagen verlassen hatten, von anderen Leuten auf den Arm genommen. Bei den Hunden handelte es sich um kleine Mischlinge von der Größe einer ausgewachsenen Katze. Aber noch immer hörten wir jaulen aus dem Kastenwagen. Da musste also noch mindestens ein Hund in dem Wagen sein.

Jetzt versuchten mehrere Männer an der Tür zu reißen, damit diese weiter auf ging. Doch sie rührte sich einfach nicht. Dazu war sie zu sehr verbogen. Doch wir hörten schon Martinshörner näher kommen. Kurz darauf hielt ein Polizeiwagen neben uns und kurz darauf ein Feuerwehrwagen.

Sofort springen die Feuerwehrmänner aus dem Wagen und einer der Männer erkundigte sich was los ist. Herbert sagte ihm sofort das sich auf der Ladefläche noch mindestens ein Hund befinden muss. Sofort gab der Einsatzleiter ein paar Kommandos und zwei Mann liefen zu ihrem Fahrzeug um ein Gerät zu holen, mit dem die Tür ganz geöffnet werden kann.

Nachdem sie wieder da waren und das Gerät Einsatz bereit war, setzten sie das Gerät an und fingen langsam an die Tür unten weiter auf zu machen. Die ging dabei ganz kaputt, denn nur unten ging sie aus einander, während oben nichts passierte. Kurz darauf war die Lücke groß genug, das einer der Männer ins Innere des Wagens kriechen konnte.

„Mein Gott!“ hörten wir die Stimme des Mannes sagen, „hier liegen noch drei Hunde und alle scheinen verletzt zu sein. War draußen nicht eine TÄ?“ fragte er noch. Natürlich meldete ich mich nun sofort und fragte was los ist. Dabei schaute ich auf die Ladefläche und konnte nun die Hunde sehen, die im Licht einer Lampe zu sehen waren.

Nachdem er mir gesagt hatte was er sehen kann, bin ich auch in den Wagen. Schnell war ich bei den Tieren und holte sofort mein Stethoskop aus der Tasche. Inzwischen kamen noch mehr Männer in den Wagen und auch Herbert war mit dabei. Da alle der Männer eine Lampe dabei hatten, wurde es nun sehr hell. So konnte ich die Tiere untersuchen. Beim Abhören konnte ich nichts feststellen. Alle hatten weder Herz noch Atem Beschwerden.

Darum fing ich an die Welpen ab zu tasten. Zwei der Welpen schienen nur Prellungen zu haben. Jedoch beim dritten stellte ich einen gebrochenen Hinterlauf fest. Sofort gab ich dem Hund eine leichte Narkose und nachdem der Hund schlief, richtete ich den Hinterlauf und legte einen strammen Verband an. Anschließend bekam der Hund ein Mittel gegen die Schmerzen und auch die anderen beiden bekamen dieses Schmerzmittel.
Anschließend wurden die Welpen vorsichtig aus dem Wagen gebracht und auch ich verließ diesen wieder. Draußen wurden alle Welpen in einen Kombi eines Tierheim geladen. Der Fahrer fragte mich noch was die Hunde haben, dann fuhr er mit den Tieren davon.

Natürlich dachte ich nun, das mein Einsatz vorbei ist und wendete mich wieder unserem Stellplatz zu. Doch kaum war ich einige Meter entfernt, als ein Mann aufgeregt rief: „Ist die TÄ noch da? Hier liegt noch ein Tier! Ich glaube das ist ein Fuchs der noch lebt aber fürchterlich am knurren ist.“ Nachdem ich das gehört hatte lief ich sofort zu dem Mann und sah dann einen Fuchs im Straßengraben liegen. Der Graben war halb mit Wasser gefüllt und der Fuchs war fast ganz unter Wasser. Nur sein Kopf und ein Teil der Schulter schauten noch aus dem Wasser.

Obwohl der Fuchs stark am knurren war, ging ich zu ihm hinunter. Kurz vor ihm blieb ich stehen, aber noch aus der Reichweite von ihm. Ich ging in die Hocke und fing an mit ihm zu reden. Schon nach kurzer Zeit hörte er auf zu knurren und lauschte meiner Stimme. Langsam näherte ich mich dem Fuchs. Sein Verhalten änderte sich nicht, auch als ich ihn nun berührte. Langsam schob ich meine Hand unter den Körper des Fuchses, doch ich konnte ihn nicht hoch heben.

Kurz entschlossen stieg ich nun in den Graben. Das meine Beine dabei nass wurden, störte mich nicht. Da ich noch immer meine Tasche um hatte, gab ich diese an Herbert weiter und der gab sie einem der Männer die um uns standen. Dann kam er auch zu mir in den Graben und rutschte erst einmal aus. Jetzt saß er im Graben und war bis zur Brust nass, während ich nur bis zu den Knien nass war.

Herbert und auch ich konnten uns ein Lachen verkneifen, jedoch mehrere der Männer fingen an zu Lachen. Da fing der Fuchs wieder an zu knurren. Sofort trat wieder Ruhe ein und auch der Fuchs beruhigte sich wieder. Diesmal schob Herbert seine Hände unter den Körper des Fuchses und hob ihn vorsichtig hoch. Ich stieg aus dem Graben und half Herbert aus diesem heraus. Auch noch zwei andere Männer halfen mir, indem sie Herbert an den Armen fassten.

Nachdem wir auf der Straße waren, legte Herbert den Fuchs auf den Boden und ich fing an den Fuchs zu untersuchen. Dabei stellte ich fest, das der Fuchs mehrere Rippen sowie die linke Hüfte gebrochen hatte. Ob noch mehr Brüche vorlagen konnte ich ohne Röntgengerät nicht feststellen. Darum wandte ich mich an einen Polizeibeamten und fragte ihn nach einer TK. Die war nur etwa einen Kilometer entfernt. Sofort gab ich dem Fuchs etwas gegen seine Schmerzen und legte ihn ebenfalls in eine leichte Narkose. Anschließend kam der Fuchs in einen Mannschaftstransporter der Feuerwehr. Nachdem Herbert und ich eingestiegen waren, gab der Fahrer Gas.

Schon nach zwei Minuten waren wir an der TK. Diese war schon von der Polizei informiert worden. Als wir dort eintrafen sagte uns die Mitarbeiterin der TK das wir noch auf einen Arzt warten müssen. Als Herbert jedoch mit meiner Tasche den Raum betrat in dem wir waren, wurde er sofort gefragt ob er Arzt ist, was Herbert bejahte. Jedoch wies er daraufhin, das er nur Zahnarzt war. Doch der Mitarbeiter hörte schon gar nicht mehr zu.

Er schob den Tisch auf dem der Fuchs lag in den Röntgenraum und legte ihn unter das Gerät. Dann sagte er: „Machen Sie mal Herr Doktor! Ich helfe Ihnen!“ Daraufhin meinte Herbert nur, das ich das machen werde, da ich die Ausbildung zur Röntgenschwester habe. Dann machte ich mehrere Aufnahmen und während ich die entwickelte wurde der Fuchs wieder in den Behandlungsraum gebracht.

Als ich diesen nun mit den Aufnahmen in der Hand betrat, sah ich sofort einen Mann der eine Spritze aufzog. Ich gab dem TK-Helfer die Aufnahmen und schaute nach, welche Spritze aufgezogen wurde. Es war die letzte Spritze! Ohne mich! Ich trat zu dem Fremden und nahm ihm die Spritze aus der Hand. Bevor er was sagen konnte, war ich am Reden: „Der Fuchs braucht diese Spritze nicht! Was bilden Sie sich eigentlich ein? Ohne etwas zu machen sofort die Spritze setzen, nur weil es ein wildes Tier ist! Hauen Sie ab! Ich kann Sie nicht mehr sehen!“

Er starrte mich nur mit großen Augen an, dann fand er seine Sprache wieder: „Das ist mir noch nie passiert. Das ich aus meiner eigenen TK raus geschmissen werde soll. Wer sind Sie junge Frau? Ich glaube ich weiß es aber schon. Sie sind Frau Gerda????? Nun fällt mir der Nachnahme nicht ein aber wie ich an ihrem Gesichtsausdruck feststellen kann, habe ich Recht. Also was ist mit dem Tier und wie haben Sie ihn hier hin bekommen?“

Ich stellte mich zunächst vor und nachdem wir uns die Hand gegeben haben, sagte ich ihm was der Fuchs hat. Zusammen schauten wir uns die Aufnahmen an und auch er sah die Brüche sofort. Dann fingen wir mit der OP an. Zusammen richteten wir die Rippenbrüche und auch die Hüfte wurde stabilisiert. Nach zwei Stunden waren wir fertig. Wir redeten noch etwas zusammen, wobei Ferdinand, so heißt der Arzt, erwähnte, das der Fuchs zunächst bei ihm bleibt und später in ein Außengehege kommt. Wenn er ganz genesen ist, wird der Fuchs wieder in die Freiheit entlassen.

Am nächsten Morgen haben Herbert und ich etwas länger geschlafen und sind darum auch erst am späten Abend zu Hause gewesen. Mehrmals rief ich in der TK an um mich nach dem fuchs zu erkundigen. Nach zehn Wochen wurde der Fuchs in die Freiheit entlassen. Herbert und ich sind extra dafür zu der TK gefahren. Als das Gitter des Käfigs aufging in dem der Fuchs transportiert wurde, kam der Fuchs langsam heraus und schaute uns noch einmal lange an. Besonders Herbert und mich musterte er lange. Dann drehte er sich um und verschwand im Wald.
 
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Feuer

Heute war ein anstrengender Tag. Drei Katzen und zwei Hunde wurden von mir Kastriert. Bei einem Unfall, bei dem ein Hund schwer verletzt wurde musste ich helfen. Diese OP hat mehr als drei Stunden gedauert. Aber der Hund wird, sofern nichts Unvorhergesehenes passiert, vollkommen gesund. Darum bin ich erst um 21.15 Uhr nach Hause gekommen. Aber da Herbert auch sehr gut kochen kann, habe ich mich auf das Essen sehr gefreut. Und richtig! Herbert hat sich richtig Mühe gegeben, denn er überraschte mich mit einem Hackbraten. Dazu gab es Bohnensalat und natürlich Kartoffeln. Ich bin immer wieder erstaunt, woher er das kann. Um 22.15 Uhr geht Monika, unsere 15jährige Tochter ins Bett.

Inzwischen ist es 23.00 Uhr und Herbert und ich beschließen ins Bett zu gehen. Kurz darauf ist das Licht aus und wir beide schlafen, denn auch Herbert hatte einen schweren Tag. Irgendwann fange ich an zu Träumen. Ich träume davon, das unser Haus am Brennen ist und wir von einem Streuner geweckt werden.

Ich werde wieder wach, weil jemand an unserer Haustür hämmert. Auch Herbert ist schon wach und zieht gerade seine Hose an. Dabei sagt er, nachdem er gemerkt hat das ich auch wach geworden bin: „Was soll denn der Quatsch? Wir haben doch eine Klingel! Mann, Mann der kann was hören!“ Dann öffnet er unsere Schlafzimmertür und geht auf den Flur. Hinter sich schließt er die Tür wieder, um sie jedoch kurz darauf wieder auf zu reißen.

„Schnell zieh was an! Es brennt!“ ruft er, dann ist er wieder weg um Monika zu wecken. Schnell springe ich aus dem Bett und fange an mich an zu ziehen. Kurz darauf ist auch Herbert wieder da um sich auch weiter an zu ziehen. Dabei sagt er: „Ich habe Monika auch schon geweckt. Sie macht sich auch fertig und kommt dann gleich hier hin. Nach unten können wir nicht, da ist alles Verqualmt. Ob es richtig brennt weiß ich nicht, aber zur Sicherheit springen wir hinten aus dem Fenster auf das Garagendach. Das sind nur zwei Meter und von dort geht es weiter nach unten.“

Es dauert auch nicht lange, da erscheint Monika bei uns im Schlafzimmer. Schnell greife ich zu meiner Notfalltasche, die ich immer neben meinem Bett habe wenn ich darin liege, und zusammen verlassen wir das Schlafzimmer. Auch der Gang ist schon stark verraucht, doch es sind nur wenige Meter bis zum Fenster. Herbert öffnet dieses und hilft zunächst Monika heraus. Diese springt ohne zu zögern auf die Garage und eilt sofort zum Rand. Danach springe ich aus dem Fenster und Herbert folgt sofort. Kurz darauf erfolgt ein heftiger Knall und sämtliche Fenster gehen zu Bruch.

Dann stehen wir am Rand der Garage und schauen nach unten. Wir sehen einen fremden Mann auf die Garage zukommen. Da Herbert die Garage nicht zugeschlossen hat, das Schloss ist kaputt, ruft er sofort, das in der Garage eine Leiter ist. Der fremde Mann öffnet daraufhin das Tor und kommt sofort mit der Leiter wieder hervor. Er stellt diese an die Garage und zunächst klettert Monika herunter. Dann folge ich und sofort auch Herbert. Dann laufen wir alle zur Straße. Erst dort bedanken wir uns bei dem fremden Mann.
Anschließend läuft Herbert zum Nachbarn, klingelt diesem aus dem Bett und kann die Feuerwehr rufen. Es dauert etwa 5 Minuten, dann ist sie da. Doch es ist zu spät! Unten aus dem Haus schlagen schon die Flammen aus den Fenstern und auch im Obergeschoß sieht man schon Flammen lodern.

Nochmals bedanken wir uns bei dem Fremden und erfahren nun, das dieser auf der nahen Hauptstraße gegangen ist und den Brandgeruch gerochen hat. Darum hat er sich umgesehen und den Rauch gesehen der aus unserem Haus kam. Daraufhin hat er immer wieder an die Haustür gehämmert. Auch einen Stein, der im Garten lag, hat er benutzt. Als er dann mit kriegte, Herbert hat laut gerufen, ist er nach hinten. Dort hat er uns auf der Garage gesehen und ist sofort hin gelaufen. Eigentlich war er unterwegs zum Tierheim um Hilfe zu bekommen, denn er hat mehrere Hunde unterwegs gefunden, die wohl Krank sind.

Während die Feuerwehr unser brennendes Haus versuchte zu retten, unterhielt ich mich mit dem Mann. Er sagte zu mir: „Ich hatte einen Bauer gefragt, ob ich in der Scheune die an seiner Weide ist, übernachten darf. Sofort gab er seine Zustimmung und ich bin in die Scheune. Dort habe ich meinen Schlafsack ausgebreitet und hörte dabei schon ein seltsames Geräusch. Doch zunächst habe ich mich nicht darum gekümmert, bis ich einen Hund in einer Ecke gesehen habe. Den habe ich angesprochen doch er reagierte nicht, sondern war die ganze Zeit am jaulen. Darum bin ich dahin und habe 6 Hunde gefunden, die irgendwie krank sind. Darum habe ich mich sofort auf gemacht um zum Tierheim zu kommen, da ich weiß, das dort geholfen wird.“

Während wir uns unterhielten schauten wir zu, wie die Feuerwehr, die inzwischen da war, das Feuer bekämpfte. Bis Herbert zu mir trat. „Ich habe gehört, das es kranke Tiere irgendwo sind. Willst Du nicht los?“ fragte er mich. Ich schaute ihn nur kurz an, dann nehme ich meine Tasche die neben mir steht und wende mich an Monika und fordere sie auf mir zu folgen. Dann mache ich mich mit dem Mann auf den Weg zur Scheune wo die Tiere sind.

Wir laufen etwa 20 Minuten dann sind wir bei der Scheune. Ich hole eine Taschenlampe aus meiner Tasche und gebe diese Monika. Sofort schaltet sie die Lampe an und wir betreten zusammen die Scheune. Als Monika mit der Lampe in eine Ecke leuchtet, sehe ich sofort die Hunde. Alle liegen dicht beieinander. Nur einer hebt seinen Kopf und schaut uns an. Dabei ist er leise am jaulen. Sofort gehe ich zu den Hunden und Monika und der Mann folgen mir.

Als ich bei den Tieren bin, gehe ich sofort in die Hocke und nehme aus meiner Tasche als erstes mein Stethoskop. Während Monika mit der Taschenlampe leuchtet, höre ich zunächst die Hunde ab. Bei zweien bemerke ich eine unregelmäßige Atmung und bei dreien einen erhöhten Herzschlag. Der letzte Hund ist leider schon verendet. Sofort weiß ich, das die Hunde in Lebensgefahr schweben.

Kurz bin ich am überlegen, dann sage ich zu Monika: „Lauf sofort nach Hause! Erkläre Papa was hier los ist! Ich brauche sofort ein Fahrzeug hier. Beeil dich, es geht um Sekunden!“ Ohne eine Frage zu stellen gibt sie die Taschenlampe an den Mann weiter und ist dann auch schon verschwunden. Ich gebe den Hunden erst einmal eine Spritze mit denen ich sie stabilisieren kann. Das ist Herzschlag und Atmung, dann ist nur noch warten angesagt. Zusammen mit dem Mann bringe ich die Tiere zum Eingang der Scheune und wir legen sie dort ab. Immer wieder höre ich die Hunde ab. Atmung und Herzschlag haben sich etwas verbessert, doch ich muss herausfinden warum sie diese Erkrankungen haben.

Kurz darauf höre ich Motorengeräusche und sehe auch schon die Scheinwerfer eines Fahrzeuges. Ich hoffe das es Herbert ist. Und richtig! Der Wagen hält neben uns und Herbert springt aus dem Fahrzeug. Auch Monika steigt aus. Zusammen legen wir die Hunde auf die Ladefläche des Autos. Nur den verendeten Hund lassen wir zunächst in der Scheune. Der wird später geholt. Nachdem wir alle im Wagen sitzen gibt Herbert Gas und fährt in Richtung Tierheim. Während der Fahrt erzählt er, das unser Haus inzwischen auf der gesamten Fläche am Brennen ist. Meine Eltern sind auch vor Ort.

Sobald wir im Tierheim ankommen springt Monika aus dem Wagen und öffnet das Tor. Herbert fährt zum Katzenhaus und nachdem Monika das Tor wieder geschlossen hat, kommt sie sofort zu uns. Herbert, der Mann und ich haben inzwischen die Hunde in den Behandlungsraum gebracht. Sofort höre ich die Tiere wieder ab. Bei allen hat sich der Zustand etwas gebessert, aber noch haben sie es nicht geschafft.

Von allen entnehme ich etwas Blut und untersuche es. Dabei stelle ich fest, das alle Hunde eine Vergiftung mit Rattengift haben. Irgendwo müssen sie an das Gift gekommen sein. Ich nehme mir vor, am nächsten Tag mit dem Bauern zu reden. Vielleicht kann er mit weiter helfen. Nun gebe ich ihnen etwas gegen die Vergiftung. Dann kann nur noch gewartet werden.

Ich rede kurz mit dem Nachtpersonal des H dann fahren wir wieder zu unserem Haus. Als wir dort ankommen ist die Feuerwehr gerade mit den Löscharbeiten fertig und räumt ihr Material weg. So wie es aussieht, ist das gesamte Erdgeschoß ein Raub der Flammen geworden. Oben scheint nur das Zimmer direkt neben dem Treppenhaus betroffen zu sein. Aber das sollen Fachmänner klären. Herbert spricht einen Feuerwehrmann an und redet kurz mit ihm. Dann betreten beide das Haus. Schon nach etwa 5 Minuten ist Herbert wieder da. Er hat die wichtigen Papiere aus seinem Arbeitszimmer, welches sich oben befindet, geholt. Außerdem auch noch etwas Wäsche zum Wechseln.

Bei meinen Eltern kommen wir die Nacht unter. Gleich am nächsten Morgen sind wir wieder bei unserem Haus. Dieses wird schon von einigen Männern untersucht. Kurz unterhalten wir uns mit denen, dann steige ich in mein altes Auto und fahre zum Tierheim. Auch Herbert fährt zu seiner Praxis. Beide wollen wir uns in etwa einer Stunde wieder beim Tierheim treffen, denn an Arbeit ist heute nicht zu denken.

Als ich im Tierheim ankomme, schaue ich zuerst nach den Hunden. Denen geht es aber schon wieder sehr gut. Zwar sind sie noch etwas schlapp aber alle 5 wedeln schon mit dem Schweif. Kurz unterhalte ich mich mit dem Personal des Tierheim dann warte ich auf Herbert, der auch kurz darauf vorfährt.

Ich steige zu ihm in den Wagen und wir fahren wieder zu unserem Haus. Dort steigen wir aus und unterhalten uns wieder mit den Männern die dort arbeiten. Auch der Mann der uns geweckt hat, ist vor Ort. Nochmals bedanken wir uns bei ihm dann geht er davon. Verspricht uns aber, bei seiner nächsten Tour wieder bei uns vorbei zu kommen.

Nun erfahren wir auch den ungefähren Schaden der am Haus entstanden ist. Das Feuer ist im Keller ausgebrochen und ist danach ins Erdgeschoß vorgedrungen. Da das Treppenhaus zum Obergeschoß an einer anderen Stelle ist, wie die Treppe zum Keller haben sich die Flammen bevor sie ins Obergeschoß sind, erst hier ausgebreitet und erheblichen Schaden angerichtet. Dann ist es über das Treppenhaus nach oben vor gedrungen. Erst als wir oben das Fenster geöffnet haben um das Haus zu verlassen, hat es unten eine Explosionsartige Verpuffung gegeben, wobei der größte Schaden entstanden ist. Mehrere Wände wurden einfach umgeworfen. Nur die tragenden Wände stehen noch.

Tage später wurde uns angeraten das Haus ab zu reißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Was wir auch gemacht haben. Die Hunde wurden wieder ganz gesund und auch der Bauer versprach kein Rattengift mehr aus zu legen. Auch der fremde Mann kam nach zwei Jahren vorbei, wie er es versprochen hatte. Er blieb eine Woche bei uns, dann zog er weiter. Gelegentlich besuchte er uns noch in den nächsten Jahren.
 
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Die Gorillas

Vor drei Wochen bin ich 17 Jahre alt geworden. Jetzt mache ich meine Ausbildung zur Tierpflegerin beim Zoo in unserer Stadt. Leider ging es nicht im Tierheim, weil es dort eben nicht so eine Vielfalt an Tieren gibt wie im Zoo. Aber auch hier habe ich einen unwahrscheinlichen Spaß. Jeden Morgen wenn ich im Zoo ankomme, gehe ich zunächst zu den Elefanten die mich immer mit einem freudigen Trompeten begrüßen. Anschließend gehe ich zu den Wölfen. Auch dort werde ich begrüßt von einer Wölfin. Immer wenn sie mich sieht, fängt sie an zu heulen. Aber nur die Elefanten streichele ich über ihren Rüssel. Bei den anderen Tieren ist das nicht möglich, da diese hinter Gittern untergebracht sind.

Wenn ich dann meine Arbeit antrete, im Moment bei den Schimpansen, scheinen sich auch diese Tiere zu freuen mich zu sehen. Besonders bei Berta merke ich das. Die kommt immer mit ihrer Tochter, die erst vor ein paar Wochen geboren wurde, und ich muss beide Streicheln. Erst dann darf ich auch das Gehege der Schimpansen betreten. Zwar sind nicht alle Tiere hier im Gehege mit mir gut Freund, aber wenn einer der anderen Schimpansen mir was antuen will, erscheint Berta und es ist Ruhe. Berta scheint der Chef dieses Rudels zu sein, obwohl es einen Männlichen Herdenführer gibt. Aber Berta und er sind nun mal liiert und darum hören wohl alle auf Berta. Wenn einer nicht hören will, kommt der Mann und sorgt für Ruhe. Dabei gibt es auch ab und an mal eine Schlägerei. Aber bisher ist kein Blut geflossen.

Nachdem ich das Gehege betreten habe, kommt natürlich Berta mit ihrer Tochter und ich muss die beiden erst einmal Streicheln. Während ich das mache legt sich schwer eine Hand auf meine Schulter. Ich bin doch erstaunt, das noch jemand im Gehege ist. Als ich jedoch zur Seite sehe, erkenne ich Franz, den Mann von Berta. Es ist das erste Mal, das er zu mir gekommen ist. Sofort weiß ich, das ich in die Herde aufgenommen bin. Aber ob ich ihn nun auch Streicheln darf, weiß ich nicht, darum lasse ich das sein. Anscheinend habe ich richtig gehandelt, denn Franz dreht sich um und geht wieder zu seinem Stammplatz.

Ein anderer Schimpanse, der immer gegen mich war, schaut erstaunt, kommt zu mir und schnuppert an der Seite wo mich Franz berührt hat. Dann schaut er mir lange in die Augen. Nicht einen Moment weiche ich seinem Blick aus. Auch als mich jemand ruft, reagiere ich nicht, sondern halte weiter Blickkontakt zu Walter. So ist der Name des Schimpansen. Nur eine Hand hebe ich und nachdem ich diese Walter gezeigt habe, winke ich ab.

Langsam fangen auch meine Beine an zu Schmerzen, da ich nur in der Hocke bin. Darum setze ich mich langsam auf den Boden. Jedoch halte ich den Blickkontakt. Als ich meine Hände nun auf die Knie ablege, kommt Walter näher. Nun schnuppert er an meinen Händen. Dann blickt er wieder auf. Ich kann erkennen, das die Feindschaft die er bisher gegen mich gehegt hat, verschwunden ist. Dann kommt er näher, setzt sich neben mir und nimmt mich in seine Arme. Wohl zwei Minuten hält er mich fest, dann löst er sich von mir und geht zu seinem Platz.

Nun endlich steh ich auf und schaue dorthin wo von eben der Ruf gekommen ist. Erstaunt bin ich als ich nicht nur den Direktor, sondern fast die ganzen Pfleger des Zoos dort sehe. Alle schauen mich erstaunt an und ich gehe langsam zu ihnen. Auch als ich das Gehege verlassen habe, sind sie noch stumm.

Als der Zoodirektor mich anspricht stellt er nur eine Frage: „Wann kuschelst Du denn mit den Löwen?“ Dann geht er davon. Alle reden nun auf mich ein, bis es ein Geräusch aus dem Schimpansen gehe gibt. Dort stehen Berta mit Tochter, Franz und auch Walter einträchtig neben einander und schauen zu uns rüber. Ich winke ihnen zu, dann gehe ich weiter zu den Gorillas.

Auch diese mächtigen Tiere scheinen mich zu akzeptieren. Jedoch ist leider vor ein paar Wochen der Chef der Herde verstorben. Darum muss ich die restlichen Gorillas öfters trösten. Alle hatten mich gewarnt die Tiere nicht an mich ran zu lassen, doch wie immer habe ich nicht gehört. Oft sitze ich bei ihnen mit auf einem Baumstamm oder auf einem Stein. Ich sage dann zwar nichts, aber so merken die Gorillas, das ich mich mit ihnen auch beschäftige.

Heute muss ich nur eine Tür im inneren kontrollieren, die nicht mehr richtig schließt. Als ich die Tür zum Gehege öffne, kommen sofort alle Tiere auf mich zu. Eigentlich sollten alle in ihren Käfigen sein, aber das ist nicht passiert. Vor mit setzen sich alle auf den Boden nur eines der Weibchen nicht. Diese kommt zu mir und greift nach meiner Hand. Dann führt sie mich in eine künstliche Höhle. Diese Höhle ist künstlich angelegt und auch nicht sehr groß. Vier Gorillas haben in der Höhle Platz. Dort liegt ein noch sehr junger Gorilla. Den hatte ich zuvor noch nie gesehen. Also musste es Nachwuchs sein, wobei niemand der Pfleger gemerkte hatte, das Nachwuchs unterwegs war.

Obwohl ich nicht weiß wie ich mich verhalten soll, denn meine Ausbildung zur Tierarzt-Helferin hatte ich noch nicht, kommt mir ein schlimmer Verdacht. Der junge Gorilla muss krank sein. Da ich aber weiß, das der für den Zoo zuständige Tierarzt nicht gern von den Gorillas gesehen wird, entschließe ich mich den kleinen mit zu nehmen. Denn als ich den Gorilla berühre erfolgt keine Reaktion von ihm. Also nehme ich ihn auf den Arm und gehe zum Höhlenausgang. Dabei folgt mir das Weibchen und ist am schnattern. Aber sie scheint gemerkt zu haben, das ich helfen will, denn sie hindert mich nicht, was normaler weise der Fall wäre. Gorillas kümmern sich sehr stark um ihren Nachwuchs.

Als ich den Ausgang des Geheges erreiche, setzt sich das Weibchen zu den anderen Gorillas die dort noch immer sind. Ich öffne die Tür und schaue noch einmal zu dem Weibchen. Diese schaut mich mit traurigem Blick an. Mit meinen Augen verspreche ich, das ich wieder kommen werde. Natürlich sage ich das auch zu ihr.
Als ich die Tür wieder geschlossen habe, verlasse ich sofort das Affenhaus und gehe mit dem Gorilla auf dem Arm zur Krankenstation des Zoos. Etwa 200 Meter muss ich bis dorthin laufen. Unterwegs kommt mir der Direktor entgegen. Erstaunt sieht er mich an, schließlich habe ich noch immer den kleinen Gorilla auf dem Arm. Jedoch sagt er nichts, als ich ihm sage das der kleine sofort zum Tierarzt muss. Nur begleitet er mich nun.

Als wir beim Tierarzt ankommen, öffnet der Direktor sofort die Tür und ruft nach dem Tierarzt. Jedoch antwortet dieser nicht. Der Direktor schaut in jeden Raum; dann tritt er zum Telefon und ruft sein Büro an. Kurz spricht er mit seiner Sekretärin, dann ertönt auch schon über die Lautsprecheranlage die im Zoo ist die Stimme der Sekretärin: „Dr.PXYXYXYXY! Melden Sie sich sofort auf der Krankenstation! Es liegt ein Notfall vor!“

Kurz darauf klingelt das Telefon und der Direktor geht an den Apparat. Schnell schildert er was anliegt. Dann sagt er zu mir, das der Tierarzt sofort kommt. Kaum hat er ausgesprochen als der Tierarzt auch schon die Tür auf reist. Er fragt mich kurz was los ist. Da ich aber auch nichts Genaues weiß, fängt der Tierarzt an den kleinen Gorilla zu untersuchen.

Dabei stellt er fest das der Kleine nicht genug Kraft hat um an den Zitzen der Mutter zu saugen. Er schickt mich los um aus einem Nebenraum flüssige Nahrung zu holen, die anschließend dem kleinen zugeführt wird. Hierbei braucht der Gorilla nur ganz schwach saugen um etwas von der Nahrung zu bekommen. Während ich nun den Gorilla füttere, beratschlagen der Tierarzt und der Direktor wie es mit dem Kleinen weiter gehen soll. Dabei fällt auch die Bemerkung, das von nun an sich um den kleinen kümmern muss. Kurz beraten sie, wer das sein soll, dann schauen mich beide an.

Dann fragt der Direktor ob ich das machen will. Natürlich stimme ich zu und während der Tierarzt mich nun über meine Aufgabe aufklärt, ich muss von morgens bis abends an jedem Tag der Woche, auch Sonntags, nun den kleinen Gorilla versorgen. Erst wenn dieser aus eigener Kraft saugen kann, werde ich nicht mehr gebraucht um den Gorilla zu füttern.

Sofort gehe ich mit dem Gorilla auf dem Arm wieder zum Gorillagehege. Der Tierarzt und der Direktor begleiten mich. Jedoch ich betrete nur mit dem Kleinen auf dem Arm den Innenbereich des Geheges. Sofort kommt die Gorillamama zu mir gelaufen. Ich setze mich auf den Boden und gebe dem kleinen wieder etwas zu Futtern. Interessiert schaut die Mama zu, dann setzt sie sich zu mir auf den Boden. Noch immer gebe ich dem Kleinen etwas von der Flüssignahrung. Nun kommen auch die anderen Gorillas und setzen sich zu uns. Keines der Tiere stört mich dabei, wie ich dem kleinen was zu futtern gebe. Es dauert nicht lange und die Mutti legt einen der Arme auf meine Schulter. So sitzt sie wohl 5 Minuten. Dann gehe ich mit ihr zusammen in die kleine Höhle.

Für die nächsten paar Wochen war es eine örtliche Sensation das ich mit in dem Gehege der Gorillas lebte. Denn ich blieb nach kurzer Zeit, Tag und Nacht bei den Gorillas. Natürlich auch während der Besuchszeiten kümmerte ich mich vor den Augen der Zoobesucher um den kleinen. Nach etwa 6 Wochen konnte der kleine Gorilla dann selbstständig bei seiner Mutter saugen. Trotzdem blieb ich noch 2 Wochen bei den Gorillas im Gehege. Dann wurden die Zeiten in dem ich nicht im Gehege war immer länger. Bis ich nach zwei weiteren Wochen endgültig das Gehege verlassen habe. Nun bekam ich vom Direktor erst einmal vier Wochen Zusatz Urlaub.

Erst dann besuchte ich auch wieder die Gorillas. Diese freuten sich sehr mich zu sehen. Besonders die Mutti und der kleine freuten sich. Der kleine hüpfte sofort auf meinen Arm und ich war doch überrascht wie schwer er schon war.

Auch als ich schon längst mit meiner Ausbildung fertig war, besuchte ich den Zoo jede Woche ein Mal. Natürlich hatte ich freien Zutritt, auch zum Gorillagehege. Jedes Mal wurde ich von der Mutti und ihrem Sohn begrüßt.
 
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Das alte Krankenhaus

Wieder mal sitze ich in meinem Büro. Doch heute, am 28.06.1995, ist alles anders wie sonst. Ich erledige keinen Bürokram, sondern höre interessiert einem jungen Mann zu. Schon gestern kam er in mein Büro und schloss einige Geräte an. Dafür stellte er extra einen weiteren Schreibtisch in mein Büro, dazu noch einen neuen Bürostuhl auf Rädern.

Aber am wichtigsten so sagte er sind die anderen Geräte. Auf den Schreibtisch stellte er neben einem Fernseher, er sagte dazu Monitor, einen großen Elfenbeinfarbigen Kasten, einen Drucker und eine Schreibmaschinentastatur. Nur bei letzterem fehlte der Rest der Schreibmaschine. Es waren nur die Tasten. Dazu legte er noch ein ganz komisches Teil auf den Tisch. Dieses hatte zwei Tasten und in der Mitte ein Rad an dem man drehen konnte.

Er sagte zu mir das es eine Computeranlage ist und somit das teure Kopieren und das Ablegen der Notizen leichter wird. Dann erklärte er mir: „Also das Ablegen der Notizen geht so, Du schreibst die Notiz und speicherst sie auf der Festplatte ab. Dann hast Du jederzeit Zugriff auf die Notiz. Du musst nur der Notiz einen Namen geben und schon findest Du sie immer wieder.“

Nachdem er etwa 20 Minuten gebraucht hat um die Geräte untereinander zu verbinden und auch einen Stromanschluss hergestellt hat, fuhr er den Computer, so sagt er, hoch. Dann erklärte er mir genau wie ich das machen muss. Er forderte mich auf vor dem Computer Platz zu nehmen, was ich auch machte. Er selber holte sich einen Stuhl heran und setzte sich neben mich. Als nächstes sagte er zu mir: „Das ist ein 486er DX 2 Modell! Das heißt Du hast nun einen Computer mit einem Arbeitsspeicher von 64 Megabyte und eine Festplatte von 500 Megabyte. Das hier ist die Tastatur die Du genauso benutzen kannst wie eine Schreibmaschine. Aber das zeige ich dir gleich. Hier hast Du eine Maus, mit Hilfe von dieser kannst Du zwischen den Programmen hin und her springen. Aber auch das zeige ich dir gleich. Fangen wir erst einmal von vorn an!“

In den nächsten Stunden zeigte er mir alles, was ich wissen musste. Nur zwei Pausen haben wir in der Zwischenzeit gemacht. Aber dann fühlte ich mich fit für den Computer. Ich fing an Daten über unseren Tierbestand ein zu geben und speicherte diese ab. Anschließend fuhr ich den Computer herunter und startete ihn anschließend neu. Dann suchte ich meine Daten, fand sie auch sofort und druckte diese anschließend aus. Der Drucker nervte mich mit seinem kreischenden Geräusch doch aber ich tröstete mich damit, das der Drucker nicht immer Arbeitet, sondern nur wenn ich es will.

Auf einmal sagte er: „Ach ja! Ich habe es fast vergessen! Ich soll dir auch noch dieses Handy dalassen. Damit bist Du überall erreichbar. Auch mitten im Wald. Das ist ein Tragbares Telefon welches fast überall funktioniert. Ich erkläre dir mal eben schnell wie das klappt mit dem Teil. Dauert auch nur 2-3 Minuten.“ Dann erklärte er mir, wie solch ein Handy funktioniert. Doch eigentlich wusste ich es schon denn Herbert hat sich auch ein Handy zu gelegt. Trotzdem werde ich die Funkstation hier im Tierheim behalten, denn nicht jeder hat ein Handy.

Am Abend erzählte ich Herbert von dem Computer doch der sagte nur: „Sowas habe ich schon seit einem halben Jahr in meiner Praxis. Das Teil ist schon sehr wertvoll. Gloria, Du kennst doch die Frau am Empfang, will gar nicht mehr ohne. Klar es ist auch einfacher alles in einen Computer ein zu geben als immer wieder die Akten des Patienten heraus zu kramen. Nur ein paar Knopfdrücke und schon hast Du die Akte. Wenn Du mal Hilfe brauchst, rufe einfach Gloria an, die kann dir mit Sicherheit helfen.“

In diesem Moment fiel mein Blick auf eine Werbebroschüre. Ich nahm diese zur Hand und las dann, das die VHS einen Computerkurs anbietet. Ich sprach Herbert darauf an und auch er meinte das es nicht verkehrt ist diesen zu besuchen. Gleich am nächsten Tag buchte ich diesen Lehrgang, nachdem ich erfahren hatte, das neben dem Computer auch die Arbeit damit erklärt wird.

Zwei Wochen später begann der Lehrgang. Jeden Abend waren wir nun für 2 Stunden in der VHS. Herbert und ich hatten einen Computer für uns alleine. Alle anderen teilten sich einen Computer. Für je 2 Leute gab es einen dieser Rechner. Nach nur drei Wochen waren wir fast Experten an den Geräten und auch die Bedienung des Win 3.11 lernten wir sehr schnell.

Am letzten Abend, wir arbeiteten seit etwa 30 Minuten mit dem Computer klingelt mein Handy. Erstaunt sehe ich Herbert an, denn bisher habe ich keinem die Nummer genannt. Nur im Tierheim und der Tierarzt kannten sie. Natürlich auch Herbert der die Nummer sofort in sein Handy abgespeichert hat.

Nachdem ich „Entschuldigung“ gesagt habe, nehme ich das Gespräch entgegen. Es meldet sich zu meiner Überraschung der Bürgermeister unserer Stadt: „Hallo Gerda! Hast Du deine Tasche dabei? Ich habe bei dir zu Hause angerufen und deine Tochter sagte mir, das ihr auf einem Computerlehrgang seid. Darum rufe ich auf dein Handy an! Im altem Krankenhaus gibt es einen Notfall und die Polizei kann den Tierarzt nicht erreichen. Auch bei dir zu Hause hat es nicht geklappt darum haben sie mich angerufen.“

Anschließend erklärte er mir, das es im KH wohl zu einer Schießerei unter Verbrechern gekommen ist. Dabei wurden auch mehrere Tiere getroffen die sich dort aufhielten. Natürlich sagte ich zu sofort dort hin zu fahren. Ich stand auf, nachdem das Gespräch beendet war, und ging zum Lehrgangsleiter. Kurz erzählte ich ihm was passiert ist. Dann fragte ich ihn was denn nun mit dem Lehrgang ist, da wir den ja nicht zu Ende machen konnten, denn auch Herbert wollte mitfahren.

„Mach dir keine Sorgen Gerda! Komm morgen einfach zu mir nach Hause, dann holen wir die restliche Zeit nach und ihr bekommt dann auch eure Bescheinigungen.“ Ich sagte ihm zu morgen zu kommen und schon liefen Herbert und ich zu unserem Auto. Jedoch wollte der Wagen nicht anspringen! Kurz entschlossen rief Herbert die Auskunft an und fragte nach der Nummer des Taxidienstes. Anschließend wählte er die Nummer und erfuhr nun, das es etwa 30 Minuten dauert bis ein Wagen da ist.

Das war Herbert zu lange und er wählte die amtliche Nummer der Polizei. Das ist nicht die Notrufnummer! Nachdem sich am anderen Ende jemand gemeldet hatte, schilderte er kurz unsere Situation und ihm wurde zugesagt, das sofort ein Wagen kommt. Die Zusammenarbeit mit der Polizei funktioniert in unserer Stadt sehr gut. Schon öfters habe ich die Hilfe der Polizei in Anspruch genommen und noch nie gab es Schwierigkeiten.

Nach nur drei Minuten hörten wir das Martinshorn eines Fahrzeuges und es dauerte nicht mehr lange bis ein Einsatzfahrzeug neben uns hielt. Nachdem wir eingestiegen waren, gab der Fahrer sofort wieder Gas und erst jetzt begrüßten wir die beiden Beamten in dem Wagen. Beide waren uns unbekannt, jedoch wussten die schon wer wir sind. Einer sagte: „Die Zentrale hat uns kurz auf geklärt das es ein Notfall ist bei dem es sich um Tiere handelt. Wir haben uns beide gewundert das deswegen ein Einsatzfahrzeug los geschickt wird. Aber die Zentrale klärte uns auf. Ich bin Walter und der Fahrer ist Norman.“

Auch wir stellten uns vor und Herbert schilderte kurz was wir über den Einsatz wussten. Auch erzählte er von der Zusammenarbeit mit der Polizei. So genau hatte es die Zentrale nicht gesagt, aber Norman meinte, das er später mehr darüber wissen will und dann mal die Kollegen auf der Wache ausfragen wird.

Dann sind wir am alten Krankenhaus. Das hat den Namen daher, weil ein Flügel des Krankenhauses vollkommen ausgebrannt ist und nur noch der zweite Flügel des Gebäudes steht. Damals ist der gesamte Behandlung und OP Bereich ausgebrannt. Daher hat man beschlossen ein neues und größeres KH zu bauen und nach dem der Neubau fertig war das alte KH aufgegeben hat. Jetzt wird es noch von Streunern aber auch des Öfteren für krumme Geschäfte benutzt. Auch haben sich dort verwilderte Tiere eingefunden. Besonders im Winter ist das alte KH für alle Lebewesen ein gern genommener Unterschlupf.

Sobald der Wagen vor dem Hauptportal hält steige ich aus dem Wagen. Auch Herbert und die beiden Beamten steigen aus. Dann gehen wir schnell die paar Meter zu dem Gebäude. Nachdem wir es betreten haben, wenden sich die Beamten sofort nach links in den noch intakten Bereich des KH. Nach wenigen Metern betritt er einen Raum, anscheinend ein altes Krankenzimmer für 4 Personen.

Dort liegen in einer Reihe zwei große Hunde, ein kleiner und 2 Katzen. Alle Tiere schauen mich an und die Hunde wedeln sogar leicht mit der Rute. Ich schaue einen weiteren Beamten an und der sagt zu mir: „Wie wir erfahren haben, sind das alles herrenlose Tiere. Die leben schon lange hier im alten KH. Keiner kümmert sich um diese armen Tiere. Bei einer Untersuchung, ich bin kein Arzt, habe ich festgestellt das alle von einer oder auch mehreren Kugeln getroffen worden sind. Am schlimmsten hat es diesen Hund erwischt. Der hat sich mindestens fünf Kugeln eingefangen. Die anderen beiden Hunde haben jeweils zwei Kugeln ab bekommen. Die Katzen sind jeweils nur von einer Kugel getroffen worden, wobei eine der Katzen wohl einen Kopfschuss hat. Aber sie leben alle noch!“

Nun muss ich Prioritäten setzen. Zunächst werde ich den Hund mit den fünf Treffern behandeln, dann sind der Kopfschuss dran und anschließend die anderen Tiere. Sofort fange ich an den Hund zu untersuchen und stelle fest, das der Hund einen Bauchschuss, zwei Schüsse in der Hüfte und zwei Schüsse in den Schulterbereich bekommen hat. Ihm kann ich hier nicht helfen, darum bekommt er von mir zunächst eine Spritze gegen die Schmerzen und ich lege ihm Verbände an. Das Ganze hat etwa 10 Minuten gedauert.
Als ich mich der Katze mit dem Kopfschuss zuwende ertönt eine Stimme hinter mir: „Hallo, kann ich helfen? Was brauchen Sie?“ Ohne das ich hoch sehe antworte ich: „Ein OP wäre jetzt nicht schlecht!“

Kurz höre ich ein Lachen hinter mir, dann werden Kommandos gegeben. Neben mir wird eine Trage abgestellt und der Hund vor sichtig auf eine Trage gelegt. Auch die Katze wird vorsichtig auf eine Trage gelegt. Nun schaue ich doch hoch und erkenne mehrere Sanitäter mit Tragen die die Tiere auf die Tragen legen. Auch einen Mann im weißen Kittel sehe ich. Anschließend begibt sich der ganze Tross in Richtung neues KH, das nur etwa 100m entfernt ist.

Der weiß Kittel tritt zu mir und sagt das er Professor Doktor Kyyyyyyyy ist. Er ist der Leiter des KH. Als er hörte was hier los ist, hat er sofort alle Kräfte mobilisiert um zu helfen. Jetzt stehen uns drei OP zur Verfügung und die Ärzte die auch schon alarmiert sind, warten bereits im KH.

„Nur müssen Sie uns genaue Anweisung geben, Frau Kollegin, den meine Ärzte haben natürlich von Tieren keine Ahnung!“ Sagte er zu mir. Ich stellte mich kurz vor und sagte dazu meinen Namen. Auch Herbert stellte sich vor, jedoch schaute mich der Prof. mit großen Augen an. Doch er sagte zunächst nichts, sondern beschleunigte seine Schritte.

Dann waren wir im neuen KH und wurden von einer Krankenschwester sofort zum OP-Bereich gebracht. Dort bekam ich eine OP Bekleidung und betrat dann den OP. Alle Ärzte waren in dem Raum und als ich dazu kam sagte der Professor: „Das ist FrauXXXXXXXXXX. Sie wird alle schweren OP`s durchführen. Die Untersuchungen und das röntgen werden Sie übernehmen. Sobald die Tiere operiert sind werden sie die Nachbearbeitung erledigen, damit das nächste Tier sofort behandelt werden kann. Sie wissen das es sich um Schusswunden handelt, also warten sie auf die Anordnungen. Auch ich werde nur bei den OP`s helfen! So, ich vermute das zunächst geröntgt werden muss. Ich hatte also recht. Jeder der Herren kümmert sich um nur ein Tier. Erst wenn das versorgt ist darf er woanders helfen. Also Los!“

Als er nach dem Röntgen fragte schaute er mich an und ich nickte mit dem Kopf. Als erstes wurde der Hund mit den fünf Schusswunden geröntgt. Danach der Kopfschuss und alle weiteren Tiere die verletzt waren. Ich kümmerte mich schon um die Auswertung der Aufnahmen von dem Hund. Dabei stellte ich fest, das nur der Bauchschuss gefährlich war. Die anderen Schüsse hatten nur Weichteile getroffen. Hier konnte ein normaler Arzt alles machen. Nur den Bauchschuss musste ich machen. Herbert will die anderen Ärzte beraten, denn sein Wissen ist auch sehr hoch.

Sofort begann ich mit meiner Arbeit und der Professor und ein etwas älterer Arzt halfen mir bei der OP. Ich setzte einen Schnitt in der Nähe des Schusskanals und fing an die Kugel zu suchen. Sehr schnell hatte ich diese gefunden und entfernte diese. Anschließend verband ich die Wunde, wobei mir der Arzt half. Danach erklärte ich ihm genau wie er die anderen 4 Kugeln entfernen kann und ging in den nächsten OP.

Dort angekommen schaute ich zunächst auf die Röntgenaufnahme. Auch der Professor trat dazu, ebenso ein junger Arzt. „Bei einem Menschen ist diese OP schon sehr riskant. Aber bei einem Tier? Noch dazu wo die Kugel genau hinter den Augen stecken geblieben ist. Vermutlich wird die Katze blind werden, wenn sie nicht daran stirbt.“ Auch den jungen Arzt fragte ich nach seiner Meinung und er war derselben Meinung wie der Professor.

Die Kugel war von hinten in den Kopf eingedrungen. Hatte den ganzen Schädel durchquert, ohne das Gehirn zu schädigen, und hinter den Augen zur Ruhe gekommen. Die Katze hatte ein unwahrscheinliches Glück gehabt. Sie muss den Kopf nicht hoch erhoben haben, als sie die Kugel traf, denn sonst wäre sie schon Tod.
Dann beginne ich mit der OP. Ich will wenn möglich, ihr Augenlicht nicht zerstören. Darum setze ich einen Schnitt genau zwischen ihren Augen. Anschließend entferne ich ein kleines Stück des Stirnknochens. Nur so komme ich an die Kugel, doch muss ich jetzt sehr aufpassen damit ich nicht die Sehnerven oder gar die Haut die um das Gehirn ist, beschädige. Dazu setze ich eine Lupe auf und arbeite nun sehr vorsichtig weiter. Schon bald habe ich die Kugel gefunden und entferne sie. Dann schaue ich noch einmal ganz genau ob nicht doch Schäden an den Sehnerven, oder an der Haut sind. Doch ist das nicht so. Auch der Schusskanal wird genau untersucht, doch auch hier ist nichts zu finden.

Danach wird das kleine Knochenstück wieder eingesetzt und mit einer Spezialfolie an dem restlichen Knochen geklebt. Diese Folie löst sich wieder von alleine auf. Das wird in etwa drei Wochen sein und bis dahin sollte der Knochen auch wieder verwachsen sein. Alle weiteren Arbeiten werden von dem Arzt gemacht, denn ich bin schon unterwegs zum nächsten Tier. Doch hier ist mein Einsatz nicht mehr erforderlich. Herbert hat mit den Ärzten ganze Arbeit geleistet. So ist es auch bei allen anderen Tieren.

Alle Tiere werden nun auf Tragen gelegt und sofort in einen Rettungswagen gebracht. Auch Herbert, der Professor, ein weiterer Arzt und ich steigen in einen Wagen ein, der sofort los fährt. Wir fahren zum Tierheim und als wir ankommen sind die Tiere schon auf der Behandlungsstation. Ich schaue noch einmal nach den Tieren und bin zufrieden.

Dann treffen wir uns alle im Aufenthaltsraum, wo Herbert inzwischen Kaffee gekocht hat. Sobald jeder seinen Kaffee hat ergreift der Professor das Wort: „Die Schüsse haben wir natürlich in unserer Klinik mit bekommen. Auch war die Polizei sehr schnell da und hat den Täter verhaftet. Ein weiterer Mann lag da aber schon Tod in einem weiteren Bereich der Klinik. Das die Tiere verletzt wurden ist geschehen als sich der Täter ein Feuergefecht mit der Polizei geliefert hat. Anscheinend hat er dabei eine Automatikwaffe gehabt. Sobald der Mann verhaftet worden war, bin ich mit einigen Ärzten zu der alten Klinik geholt worden, wo wir aber nur noch den Tod des einen feststellen konnten. Da kam einer der Beamten und sagte das noch einige Tiere verletzt worden sind. Ich habe meine Ärzte dort hingeschickt und bin wieder zu meiner Klinik. Dann hörte ich das sie da sind und bin wieder rüber. Sehr erstaunt war ich als ich Ihren amen erfuhr. Sofort habe ich alles in Bewegung gesetzt damit den Tieren geholfen werden kann. Was ja auch wunderbar geschehen ist. Selbst der Kopfschuss wird wohl wieder genesen und auch sein Augenlicht wird erhalten bleiben.

Solch eine gefährliche OP ist schon bei einem Menschen sehr schwer. Wie schwer muss sie erst bei einem so kleinen Kopf wie der von einer Katze sein. Meinen herzlichsten Glückwunsch Frau Kollegin! Mir ist bekannt das sie keinen Doktortitel haben und ich weiß auch warum. Wenn es nach mir ginge hätten sie einen. Meine Hochachtung!“

Noch mehr wie eine Stunde saßen wir zusammen, dann brachte uns der Professor nach Hause. Jeden Tag schaute ich nach den Tieren und denen ging es immer besser. Die Tiere mit den zwei Schusswunden waren innerhalb kürzester Zeit wieder gesund. Auch der Hund mit den 5 Wunden war sehr schnell genesen. Nur bei der Katze dauerte es etwas länger. Aber auch sie hat noch ihr Augenlicht und keinen weiteren Schaden davon getragen.

Obwohl alle Tiere Streuner waren, wollte keines wieder zurück zur Klinik. Alle gewöhnten sich auch schnell an Menschen und nach 6 Monaten wurden alle unter den Ärzten des Krankenhauses vermittelt. Der Professor holte die Katze und den Hund zu sich, aber auch noch eine weitere Katze die nichts mit dem Krankenhaus zu tun hatte.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #360
Jahreswechsel

Dieses Jahr habe ich mir zum Jahreswechsel frei genommen. Bisher habe ich fast immer an Weihnachten und Silvester im Tierheim gearbeitet. Doch dieses Jahr habe ich frei genommen auch aus dem Grund, weil ein Mitarbeiter im Tierheim unbedingt Weihnachten und Silvester Dienst machen will. Natürlich habe ich ihn gefragt und zur Antwort bekam ich: „Du weißt doch das meine Frau im Februar gestorben ist. Nun habe ich einfach Angst an den Tagen alleine zu sein. Aber im Tierheim bin ich nicht alleine. Dort sind meine Freunde mit denen ich mich unterhalten kann.“ Ich kann nicht anders und lasse ihn die Wache an den Tagen machen.

Heilig Abend haben Herbert und ich alleine verbracht, aber am nächsten Tag kam meine Tochter Monika mit ihrem Mann Kai und ihrer 7 jährige Tochter Beate. Herbert und ich freuen uns sie wieder zu sehen, weil wir die drei seit mehreren Monaten nicht gesehen haben. Natürlich gab es eine Bescherung für Beate und diese freute sich riesig über die Geschenke. Mein Telefon bleibt über die Weihnachtstage still.

Am Nachmittag des zweiten Tages fahren meine Tochter mit ihrer Familie wieder nach Hause. Gegen Abend rufen sie dann an, das sie gut zu Hause angekommen sind und ihre Tochter schon zur Freundin ist um ihre Geschenke vor zu führen. Erst zwei Stunden später konnte ich mit meiner Enkelin reden und sie freute sich noch immer. Aufgeregt erzählte sie davon, das ihre Freundin neidisch geworden ist über die Geschenke. Als aber beide damit gespielt haben, war alles wieder in Ordnung. Anschließend habe ich noch etwa 30 Minuten mit meiner Tochter gesprochen.

Zu Weihnachten haben Herbert und ich uns ein gemeinsames Geschenk erlaubt. Das waren außer dem zwei jährigen PKW, natürlich ein Kombi, auch Eintrittskarten für die Silvesterfeier in der nächst größerer Stadt. Das Thema dieser Veranstaltung war: „Einen guten Rutsch ins Jahr 1993!“ Die Veranstaltung ging schon um 21.00 Uhr los. Es werden auch viele Schlagerstars aus Deutschland erwartet. Ich persönlich stehe zwar mehr auf Internationale Musik, trotzdem freue ich mich schon riesig, da das genau die Musik ist, die Herbert bevorzugt.

Sind wir unterwegs nörgelt er öfters darüber das ich gerne Englische Musik höre, aber wir haben uns geeinigt. Bis zu den Nachrichten wurde immer seine Musik gehört, dann wiederum meine Musik bis zu den nächsten Nachrichten. So kommen wir beide zu unserer Musik. Auch auf der Arbeit im Büro ist in dem Radio dort immer ein Sender eingestellt, der meine Musik bringt. Ab und an auch sehr laut. Dann sehe ich immer die Mitarbeiter kopfschüttelnd am Bürofenster vorbei gehen. Aber so bin ich eben. Wenn mir ein Titel gefällt, höre ich diesen immer mit voller Lautstärke.

Wir haben uns zu Zwanzig Uhr ein Taxi bestellt, denn die Getränke bei der Party sind mit im Eintrittspreis enthalten. Darum waren die auch entsprechend Teuer. Unser Platz ist sehr nah an der Bühne, dort werden wir, bzw. Herbert, all seine Lieblingsstars aus nächster Nähe sehen. Unter anderem sind Mathias Reim, Udo Jürgens und noch viele andere Stars angesagt. Auch das Fernsehen ist da. Dieses überträgt live in alle Haushalte.

Um 20.00 Uhr steigen wir in das Taxi, es ist sehr pünktlich, und sofort geht die Fahrt los. Natürlich habe ich auch heute meine Notfalltasche dabei. Schon 30 Minuten später sind wir am Veranstaltungsort und wir stellen uns ans Ende der Schlange die von den Zuschauern der Party gebildet wird. Aber schon nach 10 Minuten sind wir bei unseren Plätzen. „Wunderbar! Von hier habe ich einen guten Blick auf die Bühne und keine Kamera stört!“ Dabei stellt er seine Tasche mit der Kameraausrüstung vor sich auf den Tisch. Dann holt er die Kamera aus der Tasche und wählt, nach mehreren Versuchen mit anderen Objektiven, das richtige Objektiv aus und schraubt es an die Kamera. Dann warten wir auf den Beginn der Show. In der Zeit kommt die Bedienung und nimmt unsere Bestellung entgegen. Sehr erstaunt ist diese, als wir nur Alkoholfrei Getränke bestellen. Aber Herbert sagt nur: „Wir sind Ärzte und man weiß schließlich nie was alles passiert!“

Im Tierheim und beim Tierarzt haben wir die Nummer des Betriebes hinterlassen in dem die Veranstaltung stattfindet. Auch haben wir bevor wir den Saal betreten haben, genau unsere Plätze, wir haben Platzkarten, bei dem Betreiber, angegeben. Man hat uns versprochen, sollte ein Notfall eintreten, wir sofort informiert werden. Aber Herbert und ich hoffen das es nicht passieren wird. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die Party läuft schon lange und es ist etwa 23.30 Uhr als der Sänger auf der Bühne, es ist Tony M………, plötzlich sagt: „Ich habe hier eine wichtige Nachricht für Frau Gerda XXXXXXXX! Sie soll sofort die Nummer“““““““““““ anrufen!“

Als ich das höre stehen Herbert und ich sofort auf. Da ich natürlich nun meine Tasche umhänge sagt Tony: „Wunderbar! Sie ist gefunden! Beifall für Frau XXXX! So viel mir bekannt ist, handelt es sich um einen Notfall für Tiere! Viel Glück!“ Natürlich wird dann Beifall geklatscht. Doch das registriere ich nur noch am Rande.

Kurz darauf bin ich am Telefon und wähle die Nummer. Es ist die Nummer vom Tierarzt. Als er abgenommen hat und ich mich gemeldet habe sagt er: „Gerda! Du musst sofort los in die xxx Straße. Dort ist ein Hund von einem Knallkörper getroffen worden. Genau unter der Brust als er am Schlafen war. Er braucht sofort eine OP. Tut mir leid!“ Ich frage noch nach der Hausnummer, dann rennen Herbert und ich zum Ausgang. Draußen stehen etliche Taxis und wir schnappen uns das erste in der Reihe. Nachdem ich die Adresse gesagt habe sagt Herbert noch, das es sich um einen Notfall Handelt. Der Taxifahrer sagt nur: „Alles klar Herr Doktor! Aber ich weiß das Ihre Frau gemeint ist.“ Damit gibt er Gas und fährt durch die Stadt wie ein Rennfahrer.
Schon nach weniger als 20 Minuten haben wir die Adresse erreicht, die der Tierarzt nannte. Herbert will das Taxi bezahlen doch der Fahrer sagt: „Ich warte hier auf Sie! Vielleicht wollen sie ja wieder zurück und es dauert nicht all zu lange. Ich lasse die Uhr weiter laufen und werde sie rechtzeitig ausstellen.“ Sofort steigen wir beide aus dem Taxi aus nicht ohne uns bei dem Fahrer zu bedanken dann laufen wir gemeinsam auf das Haus zu. Noch sind es 10 Minuten bis Mitternacht!

Nachdem Herbert an der entsprechenden Klingel gedrückt hat, wird sofort die Tür geöffnet. Hierbei handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus darum schaut Herbert sofort nach einem Fahrstuhl. Auch die Klingel ist nach Etagen eingeteilt, so das wir wissen, das wir in den fünften Stock müssen. Herbert ruft den Fahrstuhl und nachdem dieser da ist fahren wir nach oben. Als wir den Fahrstuhl verlassen, wartet schon ein Mann auf uns und wir folgen ihm in die entsprechende Wohnung.

„Aus Versehen wurde hier ein Böller statt eines Tischfeuerwerks gezündet. Als wir es bemerkten hat mein Mann den Böller sofort in eine Ecke geschleudert. Doch dort lag Waldi. Genau unter ihm ist der Böller explodiert.“ sagt mir eine Frau die bei einem Hund, einem Spitz, kniet der leise am jaulen ist. Sofort knie ich mich hin und stelle die Tasche neben mir ab.

Zunächst höre ich den Hund ab, damit ich feststellen kann, ob die Lungen oder das Herz betroffen sind. Doch beides ist nicht der Fall. Erst danach fange ich an den Hund ab zu tasten. Sofort bemerke ich die blutende Stelle im Bauchbereich und weiß sofort das der Hund geröntgt werden muss. Außerdem muss eine Ultraschalluntersuchung stattfinden. Beides kann nur im Tierheim erfolgen. Das sage ich der Frau und dem Mann und beide stimmen zu den Spitz sofort dahin zu bringen.

Als ich zufällig zum Fernseher schaue der noch immer läuft, schaltet die Uhr dort gerade auf 0.00 Uhr um und ich sage: „Trotzdem ein frohes neues Jahr. Auch wenn der Hund irgendwie verletzt ist.“ Alle wünschen sich nun ein frohes neues Jahr, während ich mich schon nach einer stabilen Unterlage für den Hund umsehe. Da in der Wohnung ein offenes Wohnen vorgegeben ist, habe ich einen guten Blick in die Küche. Sofort fällt mir die zusätzliche Arbeitsplatte auf. Das ist ein Teil welches zusätzlich auf die Arbeitsplatte gelegt werden kann und somit entsprechend groß ist.

Ich spreche den Mann darauf an und er holt sofort die Platte, damit ich den Hund darauf legen kann. Was ich auch mache, nachdem ich einen Verband angelegt habe. Dann bringen wir den Hund zum Wagen des Besitzers, jedoch darf dieser nicht mehr fahren, da er Alkohol getrunken hat. Herbert erklärt sich sofort bereit zu fahren und schon kurz darauf sind wir unterwegs zum Tierheim.

Dort angekommen gehe ich sofort in den Behandlungsraum, lege meine Tasche ab und bereite anschließend das Röntgengerät und das Ultraschallgerät vor. Als erstes bekommt der Hund nun von mir eine leichte Narkose, dann mache ich mehrere Röntgenaufnahmen von ihm. Während ich die Aufnahmen entwickele trägt Herbert den Hund zurück in den Behandlungsraum und legt ihn auf den Tisch. Dann löst er den Verband, nimmt diesen ab und rasiert rund um die Stelle an der der Böller explodiert ist, die Haare ab.

In der Zwischenzeit bin ich fertig und schaue mir schon die Aufnahmen an. Dabei erkenne ich, das drei Rippen angebrochen sind. Bei der Ultraschalluntersuchung stelle ich außerdem noch einen starken Bluterguss, hervorgerufen durch den Böller, fest. Natürlich kommt auch hier noch die Brandverletzung dazu. Das war es schon. Nun lege ich den Hund in eine noch tiefere Narkose, dann behandle ich die blutende Wunde. Dazu muss ich diese mit vier Stichen nähen. Auch die Brandverletzung behandle ich gleich mit. Anschließend wird ein neuer Verband umgelegt, der etwas fester gewickelt ist wie der Verband vorher. Schließlich müssen diesmal die Rippen mit gestützt werden. Dieser Verband muss nun täglich gewechselt werden.

Ein Verband bei einer Brustkorbverletzung sollte nur angelegt werden, wenn es nicht anders geht. In diesem Fall musste jedoch auch die Wunde mit einem Verband versehen werden und somit ist der Brustverband angebracht. Ein Verband bei Rippenbrüchen im Bereich der Brust sollte auch aus dem Grund nicht gemacht werden, weil der Brustkorb sich immer, durch das Atmen, in Bewegung befindet.

Anschließend geht es wieder zur Wohnung der Hundebesitzer. Natürlich kommt der Hund mit. Da die Verletzungen nicht sehr groß sind, braucht er nicht im Tierheim bleiben sondern kann nach Hause. Dort reden wir noch einige Zeit mit den Besitzern, dann ruft der Mann ein Taxi. Kurze Zeit später klingelt es an der Tür und als wir beim Taxi ankommen ist es der Fahrer von vorhin. Er teilt uns mit, das die Veranstaltung zwar schon vorbei ist, wir aber trotzdem dort hin sollen. Herbert und ich schauen uns an, da wir uns nicht vorstellen können warum wir dort hin sollen.

Der Wagen hält vor dem Gebäude der Veranstaltung und Herbert und ich betreten das Haus. Sofort werden wir von einem Mann in Empfang genommen und zur Bühne geführt. Dort sind alle Stars vertreten die am heutigen Abend aufgetreten sind. Sofort kommt Tony M….. auf uns zu und reicht uns beiden die Hand. Dann will er wissen, aber auch die anderen, was denn los war. Kurz schildert Herbert den Einsatz und alle drücken uns anschließend die Hand. Danach geht es in einen Saal wo für die ganzen Stars eine kleine Feier durchgeführt wird. Nun sind wir die Ehrengäste dort. Mit allen kommen wir ins Gespräch und erfahre, das viele der Stars selber Hund oder Katze haben. Auch Tipps die ich gebe, werden gern angenommen.

Erst gegen Sechs Uhr sind wir wieder zu Hause. Wieder war es derselbe Fahrer wie vorher. Er bekam von uns ein fürstliches Trinkgeld, denn wir haben von anderen Kollegen des Fahrers erfahren, das er so manche Fahrt abgesagt hat und immer wenn wir fahren wollten er als erstes informiert werden wollte. Auch der Hund wurde wieder vollkommen gesund!

Nachtrag:

Etwa sechs Monate später klopfte es an meiner Bürotür. Auf mein „Herein“ betrat Tony ……. Das Büro. Er kam zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Kindern. Sie wollten sich einen neuen Hund aussuchen. Doch zunächst haben wir zusammen geredet und dann ging es zum Hundebereich. Dabei kamen wir auch am Katzenhaus vorbei. Natürlich wollten die Kinder dort zuerst rein und so betraten wir das Gebäude. In dem Gebäude lebten etwa 60 Katzen, aber auch Fee! Fee ist eine kleine Münsterländerin und seit etwa 8 Monaten bei uns, da sie eine Behinderung hat. Sie ist auf der vorderen rechten Pfote behindert. Dort musste ein Gelenk versteift werden. Darum humpelt sie nun.

Aber auch Agnes lebt dort. Agnes ist eine Katze von 10 Jahren und seitdem sie Fee auf der Krankenstation begegnet ist, sind die beiden ein Herz und eine Seele. Beide liegen nur noch zusammen und beide gehen auch immer dort hin wo der andere hin geht.

Als die beiden von den Kindern gesehen werden, steht fest das es die beiden sein sollen. Jedoch Tony und auch seine Frau wollen noch jeder einen Hund und eine Katze mitnehmen. Später verlassen uns vier Tiere und scheinen sehr glücklich zu sein.
 
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