Ab nach Hause (Plattensee Teil 3)
Als wir in München ankommen müssen wir erst einen Stellplatz für unser Mobil suchen, was gar nicht so einfach ist. Denn alle Stellplätze die wir anfahren sind belegt, weil in der Stadt der Auftritt eines berühmten deutschen Schlagerstars ist. Zwar sind es noch einige Tage bis dahin, trotzdem sind alle Plätze belegt. Dann erfahren wir von einem Mann, den wir nach dem Weg gefragt haben, wo mit Sicherheit noch ein Stellplatz frei ist. Sofort fahren wir dort hin und bekommen unseren Stellplatz auf einem Bauernhof etwas außerhalb von München, genauer in Garching.
Als wir den Hof befahren glauben wir zunächst, das wir am falschen Hof sind. Denn nirgends ist ein Wohnmobil zu sehen. Trotzdem steigen wir beide aus und gehen zu einem Paar, das vor dem Haus auf einer Bank sitzt. Als wir bei dem Paar ankommen, fragt Herbert ob wir auf dem richtigen Hof sind, weil wir einen Stellplatz suchen. Die Frau bestätigt das wir richtig sind und ihr Mann steht auf und fordert uns auf, ihm zu folgen.
Während wir ihm folgen, erzählt er uns die Bedingungen damit wir auf seinem Hof stehen dürfen. Aber alles kennen wir schon, da wir schon öfters auf privaten Stellplätzen gestanden haben. Als wir um eine Scheune kommen sehen wir drei andere Mobile stehen. Der Mann, Benno, zeigt uns genau wo wir stehen sollen, damit unser Mobil nicht den ganzen Tag in der Sonne steht.
Herbert geht zum Mobil zurück um dieses zu holen und ich unterhalte mich mit Benno. Dabei erfahren ich, das jeden Morgen auf der Terrasse gefrühstückt wird. Frühstück gibt es ab 8.30 Uhr und wir können gerne dabei sein, müssen es aber nicht. Nun bin ich erstaunt und sage es ihm auch: „Wau, ein Stellplatz mit Frühstück! Damit haben wir nicht gerechnet. Gleich hätte ich gefragt wo der nächste Bäcker ist. Das hat sich nun erledigt. Natürlich Frühstücken wir gerne mit Ihnen und den anderen zusammen!“
Dann kommt auch schon Herbert mit dem Mobil um die Scheune gefahren. Zusammen mit Benno weisen wir Herbert ein und schon kurz darauf steht das Mobil auf seinem Platz. Das es nicht ganz gerade steht, stört weder Herbert noch mich.
Zu unserem Wohnmobil haben wir uns ein Vorzelt gekauft, welches wir nun aufstellen. Dabei helfen neben Benno auch noch zwei andere Männer von den anderen Mobilen. Auch die Frauen der Männer stehen in der Nähe und ich unterhalte mich mit ihnen.
Nachdem das Zelt steht, wir können einfach weg fahren und das Zelt bleibt stehen, dazu müssen wir nur ein paar Halterungen lösen, treffen wir uns mit Benno und seiner Frau die Anna heißt, vor dem Haus. Neben ihnen sitzt der Mann den wir nach dem Weg gefragt haben. Er ist der Sohn von Benno und sein Name ist Karl. Zusammen sitzen wir dann vor dem Haus und auch die anderen Wohnmobilfahrer mit ihren Angehörigen kommen dazu.
Als es Zeit wird das wir etwas Essen, sagt Anna zu uns: „Wenn Sie noch etwas warten, mache ich schnell einen Eintopf. Dann brauche Sie nicht in die Ortschaft fahren.“ Natürlich sind Herbert und ich einverstanden und auch die anderen Fahrer stimmen zu etwas zu warten.
Anna steht auf und geht ins Haus, während wir uns weiter unterhalten. Auch kommt die Frage auf, warum ich meine Notfalltasche, natürlich wissen die anderen nicht was es ist, bei mir habe. Bevor ich antworten kann, ergreift Herbert das Wort: „Wissen Sie, meine Frau will allen Tieren helfen die irgendwie Krank sind. Darum hat sie studiert und darf es auch. Nur dafür ist die Tasche da. Es ist also eine Notfalltasche die mit allem ausgestattet ist, was im Notfall gebraucht wird!“
Mit dem studieren hat Herbert noch nicht einmal gelogen, da ich mir alles im Selbststudium beigebracht habe, wobei mir natürlich unser Tierarzt geholfen hat. Nur das ich nie eine Uni besucht habe, das erwähnt Herbert nicht. Anschließend reden wir noch über alles Mögliche und ich bin froh, das keiner fragt ob ich die Tasche denn schon mal gebraucht habe.
Etwa 30 Minuten später taucht Anna wieder auf und sagt zu uns: „Es steht schon alles auf der Terrasse bereit. Folgt mir!“ Alle erheben sich und folgen nun Anna. Auf der Terrasse die wir nun betreten steht ein großer Tisch und dieser ist schon mit Geschirr und Besteck eingedeckt. Anna geht noch einmal ins Haus und wir setzen uns hin. Dann erscheint Anna wieder mit einem großen Kochtopf in den Händen. Es gibt heute einen Gemüse Eintopf der uns sehr gut schmeckt. Als alle fertig sind, ist noch immer was in dem Topf und Anna klärt uns auf: „Natürlich brauchte ich nicht alles frisch zu bereiten. Ich brauchte den Eintopf nur warm machen. Das es für so viele Personen ist, habe ich mir schon gedacht, denn angekommen seit ihr alle heute.“
Noch einmal bedanken wir uns für das gute Essen, dann helfen wir Frauen den Tisch wieder ab zu räumen während die Männer ein Gespräch beginnen. Nachdem auch wir Frauen wieder am Tisch sitzen, steht Benno auf und kommt kurze Zeit später mit einer Kiste Bier und zwei Flaschen Wein zurück. Dann geht er noch einmal ins Haus um Gläser zu holen. So sitzen wir noch mehrere Stunden zusammen und nun muss ich auch erzählen warum ich immer meine Notfalltasche, auch jetzt hängt sie über meiner Stuhllehne, mit mir führe. Ich erzähle es ihnen, erwähne auch das ich keine TÄ bin aber über eine Sondergenehmigung verfüge. Es ist schon nach Mitternacht als wir in unser Mobil gehen.
Am Morgen Frühstücken wir alle zusammen, dann leiht uns Benno Fahrräder damit wir mobil sind. Dabei sagt er: „Wenn ihr zum Bahnhof fahrt und die Fahrräder deklariert, könnt ihr damit bis zum Hauptbahnhof in München fahren. Alle 30 Minuten fährt ein Zug. Allerdings könnt ihr auch mit den Rädern fahren. Es sind nur 20 Kilometer bis zur Stadtmitte. Viel Spaß dann! Bis heute Abend!“
Herbert und ich schwingen uns auf die Räder und fahren los. Unterwegs meint Herbert zu mir: „Wenn wir wieder zu Hause sind, kaufen wir uns zwei Räder. Die werden wohl in den Kofferraum des Mobiles passen. Was hältst Du davon?“ Ich finde die Idee nicht schlecht, aber wir haben schon zwei Fahrräder und das sage ich ihm auch. Woraufhin er sagt: „Du hast recht, aber die Räder passen nicht in den Raum, darum sollen es Räder sein die passen.“
Da wir mit dem Rad nach München fahren und nicht mit der Bahn, sind wir etwa eine Stunde 30 Minuten unterwegs bis wir die Innenstadt erreichen. Dort stellen wir die Räder ab, verschließen diese und machen uns zu Fuß auf den Weg. Wir besichtigen mehrere Kirchen und ältere Häuser die dazu freigeben worden sind. Dann stehen wir vor dem Hofbräuhaus. Kurz entschlossen betreten wir dieses um etwas zu Essen und zu trinken.
Etwa 2 Stunden später stehen wir wieder vor dem Hofbräuhaus und gehen langsam in Richtung unserer Räder. Da es schon 16.15 Uhr ist, entschließen wir uns langsam wieder nach Garching zu fahren. Kurz darauf sind wir bei den Rädern und wir fahren los. Unterwegs halten wir immer wieder an, weil Herbert etwas Fotografieren will.
So ist es schon 18.00 Uhr als wir nur noch etwa 2km von unserem Stellplatz entfernt sind. Wieder halten wir an, da Herbert ein Foto machen will. Diesmal schraubt er ein großes Teleobjektiv und ein Stativ an die Kamera. Er stellt die Kamera auf das Stativ und schaut durch den Sucher. Auf einmal sagt er: „Was ist das denn? Kannst Du das Erkennen Gerda?“ Er tritt einen Schritt zurück und nun schaue ich durch den Sucher der Kamera. Doch ich erkenne nur einen schwarzen Klumpen der dort liegt.
Da dort aber die Hauptstraße lang führt, kommt mir ein Verdacht. Ich sage Herbert was ich vermute, steige auf mein Rad und fahre etwa 100 Meter zurück. Dort ist eine weitere Straße die den Radweg quert und zur Hauptstraße führt. In diesen Weg biege ich ein und bin bald an der Hauptstraße. Obwohl hier keine Räder fahren dürfen, darum der Radweg in einiger Entfernung, biege ich auf die Hauptstraße ein und fahre zu dem schwarzen klumpen. Direkt daneben halte ich an, stelle das Fahrrad an einen Leitpfosten und nehme meine Tasche. Dann gehe ich zu dem Klumpen.
Wie ich vermutet habe, ist es ein großer Hund der dort liegt. Als ich ihn erreiche gehe ich sofort in die Knie und taste erst einmal den Hund ab. Wie ich an den Bewegungen der Brust sehe, lebt der Hund noch. Darum hole ich sofort mein Stethoskop aus meiner Tasche und höre den Hund zunächst ab. Er ist schwer am Atmen und auch sein Herzschlag ist sehr schwach. In diesem Moment kommt auch Herbert dazu. Er fragt mich was los ist und ich sage was ich bisher festgestellt habe.
Ich taste den Hund weiter ab und stelle auch noch einige Knochenbrüche fest. Auf der linken Seite sind alle Rippen gebrochen, ebenso der Hinterlauf und die Hüfte. Zudem scheint der linke Lungenflügel eingefallen zu sein. Auch das sage ich Herbert und er steht sofort auf, wobei er sagt: „Ich hole schnell einen Wagen. Benno wird mit Sicherheit sein Auto herausrücken wenn ich ihm das hier erzähle.“ Dann dreht er sich um und schwingt sich wieder auf sein Rad. Er folgt dem Verlauf der Straße und schon nach ein paar Hundert Metern entschwindet er meinem Blick.
In der Zwischenzeit gebe ich dem Hund eine Narkosespritze, damit er nicht wieder wach wird und herum toben kann. Gerade habe ich die Spritze wieder zur Seite gelegt als neben mir ein Schatten fällt. Als ich hoch sehe erkenne ich Karl der vor mir steht. Erfragt was los ist und ich erkläre es ihm. Da sagt er: „Als ich heute Morgen zur Arbeit bin, stand hier ein LKW. Ich habe den Fahrer gefragt ob er Probleme hat, doch er sagte das er ein Tier erwischt hat und die Polizei schon verständigt ist. Darum bin ich weiter. Nun staune ich aber doch, denn ich glaube nicht, das die Polizei den Hund hier hätte liegen gelassen hätte, noch dazu wo er lebt. Was willst Du denn nun machen?“
Neben ihm tauchen auf einmal zwei Polizisten auf, die mit ihrem Wagen hinter Karls Auto stehen: „Ist etwas passiert? Brauchen Sie einen Krankenwagen? Zeigen Sie mal ihre Papiere!“ sagt einer der Beamten zu Karl. Ich blocke sofort ab und erkläre den Beamten was hier los ist. Dann kümmere ich mich weiter um den Hund. Wieder höre ich ihn ab und stelle fest, das sein Herzschlag immer schwächer wird. Also gebe ich ihm eine Herzstärkungsspritze. Gleichzeitig überlege ich, ob ich nicht schon an Ort und Stelle mit der OP beginnen soll. Denn dadurch das die Lunge eingefallen ist, wird auch sein Herz stark beansprucht.
Genau in diesem Moment erscheint Herbert wieder in meinem Blickfeld. Auch Benno ist mit dabei. Sie sind in einem großen Kombi gekommen aus dem Benno ein großes Brett holt und damit zu uns kommt. Vorsichtig wird der Hund auf das Brett gelegt und anschließend sofort zum Auto gebracht. Karl sagt, da er auch einen Kombi fährt, das er sich um mein Rad kümmert, dann gehe ich auch zum Auto. Herbert führt gerade eine Diskussion mit dem jüngeren der Beamten und sagt Laut: „Warum wollen Sie denn nicht vor uns herfahren. Der Hund muss sofort operiert werden und da ist jede Minute kostbar.“ Ich kümmere mich nicht weiter um die beiden und steige zu Benno in den Wagen. Auch Herbert kommt nun heran und setzt sich, da ich hinten sitze, auf den Beifahrersitz. Nun fährt der Polizeiwagen vor uns und schaltet sein Blaulicht ein. Kurz winkt der Fahrer dann geht es hinter dem Einsatzfahrzeug, das mit vollem Konzert fährt, zum nächsten Tierarzt.
Als wir dort ankommen steigt Herbert aus dem Wagen und holt den Hund von der Ladefläche. Ich gehe schon zum Haus des Tierarzt und da dieser anscheinend in seiner Praxis ist, betrete ich diese. In dem Raum den ich betrete scheint der Empfang zu sein, denn hinter einem Tresen sitzt eine ältere Frau. Sie sieht mich fragend an und ich begrüße sie zunächst. Dann schildere ich die Verletzungen des Hundes genau in dem Moment als Herbert, er trägt das Brett mit dem Hund, ebenfalls den Raum betritt.
Sofort steht die Frau auf und öffnet eine weitere Tür. Durch den Spalt erkenne ich einen Mann in etwa dem gleichen Alter der Frau. Der Mann scheint gerade eine Katze zu untersuchen. Kurz spricht die Frau mit dem Mann, dann sollen wir in einen anderen Raum gehen. Wir betreten den Raum und Herbert legt das Brett mit dem Hund auf den Behandlungstisch. Sofort höre ich den Hund wieder ab. Dank meiner Herzstärkungsspritze ist der Herzschlag viel kräftiger geworden.
Wir warten nur etwa zwei Minuten in dem Raum als der Mann diesen Betritt. Er stellt sich als Tierarzt vor und fragt was der Hund hat. Genau sage ich ihm das. Da meint er: „Die Lunge ist auch zusammen gefallen? Dann ist es am besten wir erlösen ihn von seinem Leiden!“ Er dreht sich um und tritt zu einem Medizinschrank. Ich hingegen trete zu einem Waschbecken und wasche mir die Hände.
Herbert sagt in dieser Zeit zu dem Tierarzt: „Das glaube ich nicht, das der Hund von seinen Leiden erlöst werden muss. Machen Sie nur all das, was Ihnen meine Frau sagt. Die ist nämlich Spezialistin für solche Fälle.“ Auch er tritt neben mir und fängt an sich die Hände zu waschen. Dabei schaue ich den Tierarzt an. Dieser steht mit offenem Mund vor seinem Medizinschrank. Dann schlie0t er diesen wieder, ohne ein Medikament aus dem Schrank zu holen.
„Also Frau? Was soll nun geschehen?“ fragt er mich. Zunächst stelle ich mich ihm kurz vor dann sage ich das der Hund zunächst geröntgt werden muss. Sofort nickt er mit dem Kopf und sagt zu der älteren Frau: „Frage mal nach, was mit den Tieren ist die noch im Wartezimmer sind. Wenn es nicht wichtig ist, sollen sie warten oder morgenfrüh wieder kommen. Das hier ist ein Notfall und der geht vor!“ Die Frau verlässt den Raum und kurz darauf ist sie wieder da und sagt das die Besitzer bis auf einen Morgen wieder kommen wollen. Bei dem einen scheint es sich um etwas Wichtiges zu handeln.
Ich erkläre der Frau, sie macht auch immer die Röntgenfotos, welche Aufnahmen ich genau brauche und Herbert geht mit ihr zusammen zum Röntgen. Nun betritt der eine Tierbesitzer den Raum und stellt einen Katzentragekorb auf den Tisch. Er erklärt, das seine Katze, sie ist 18 Jahre alt, von einem Fensterbrett gefallen ist und nun sehr schwer atmet. Der Tierarzt schaut mich an und ich frage nach einem Ultraschallgerät. Dieses steht in dem anderen Behandlungszimmer und er holt das Gerät sofort heran. Ich höre inzwischen die Katze ab, kann jedoch nichts Ungewöhnliches feststellen.
Trotzdem fange ich an die Katze zu rasieren und kann bald den Tastkopf aufsetzen. Nun erkenne ich, das die Katze nur eine starke Prellung im Rippenbereich hat. Ein stabiler Verband für ein paar Tage, einige Medikamente und der Katze geht es bald wieder gut. Während der Tierarzt sich nun um die Katze kümmert, verlasse ich den Raum und gehe wieder in den anderen wo der Hund inzwischen auf dem Behandlungstisch liegt. Herbert hat schon den Hund rasiert und ich beginne, nachdem ich mir wieder die Hände gewaschen habe, sofort mit der OP.
Zunächst kümmere ich mich um die Lunge und mache das erforderliche Röhrchen an die richtige Stelle. Das war die wichtigste Baustelle. Nun kommt der Hüftbruch dran. Da dieser aber ein einfacher Bruch ist, wird die Hüfte von mir nur stabilisiert indem ich dort eine Schiene anbringe. Gleichzeitig wird damit der Pfoten Bruch stabilisiert. Nachdem der Verband an dieser Stelle richtig sitzt kümmere ich mich um die gebrochenen Rippen. Auch diese werden gerichtet und mit einem strammen Verband fixiert. Dann bin ich fertig und der Hund kommt in einen separaten Raum, in dem schon mehrere Tiere untergebracht sind. Es sind drei Hunde und zwei Katzen die durch einen Drahtzaun getrennt sind. Sehr erstaunt bin ich über die Abtrennung in dem Raum und frage den Tierarzt danach. Er meint: „Öfters liegen hier Hund und Katze zusammen in dem Raum und ich will keine Beisserei hier haben.“
Nun muss ich lachen und kläre ihn darüber auf, das die kranken Tiere nicht getrennt werden müssen, da es mit Sicherheit keinen Streit geben wird. Dazu sind sie zu beschäftigt mit ihrer eigenen Krankheit. Er schaut mich ungläubig an und ich frage nach zwei Tieren die in den nächsten Tagen wieder zu ihren Besitzern können. Er zeigt auf einen Hund und im Nebenraum auf eine Katze. Ich nehme den Korb in dem sich die Katze befindet hoch und trug diesen zu dem Hund. Dort stellte ich den Korb direkt neben den Korb des Hundes.
Dabei beobachtete ich Hund und Katze aber auch den Tierarzt und seine Frau. Der Hund schaute mich an, dann stand er auf und schnupperte an der Katze. Auch die Katze schnupperte an dem Hund. Als der Hund sich wieder hinlegte, stand die Katze auf und legte sich zu dem Hund. Immer größer wurden die Augen des Tierarzt und seiner Frau. Sie konnten es nicht begreifen, denn der Hund war als Katzenhasser bekannt. Dieses wusste ich aber vorher nicht.
Nun erklärte ich dem Tierarzt das Hund und Katze sich in Notfällen sehr wohl vertragen. Wie hier nun zu sehen war. Wir redeten noch etwas zusammen, dann fuhren Herbert und ich mit Benno zu unserem Wohnmobil. Der Aufenthalt hatte gut vier Stunden gedauert und trotzdem mussten wir nun erzählen was denn los war. Auch bekamen wir etwas zu Essen. Nach Mitternacht kamen Herbert und ich ins Bett.
In den nächsten Tagen fuhren wir noch öfters nach München und besichtigten mehrere Museen. Auch zu dem Hund fuhren wir täglich. Am zweiten Tag kam auch der Besitzer des Hundes zur Tierarzt-Praxis. Er hatte seinen Hund schon gesucht und wollte einen Zettel ans schwarze Brett hängen. Er war sehr glücklich seinen Hund wieder zu haben.
Bevor wir nach Hause fahren besuche ich noch einmal den Hund und rede noch etwas mit dem Tierarzt. Täglich habe ich den Tierarzt angerufen um nach dem Gesundheitszustand des Hundes zu fragen. Dem ging es immer besser und nach acht Wochen war er wieder ganz geheilt. Nur war er jetzt leicht am Humpeln. Den Besitzer störte das nicht und auch der Hund kam damit zurecht.
Ein paar Wochen später klopfte es an meiner Bürotür und auf mein „Herein“ kam der Hund und der Besitzer betraten den Raum. Der Hund freute sich sichtlich mich zu sehen, denn immer wieder kam er zu mir und ließ sich streicheln. Mehrmals bedankte sich der Besitzer des Hundes bei mir und als sie wieder fuhren, nahmen sie noch einen Hund aus unserem Tierheim mit zu sich.