Weiß und Schwarz
Ich arbeite gerade im Hundebereich und reinige die Fressnäpfe der Hunde. Dabei unterhalte ich mich mit einer Mitarbeiterin, die die gereinigten Näpfe sofort wieder mit Futter füllt. Das ist nötig, weil in etwa einer Stunde die Hunde, aber auch die Katzen sowie die anderen Tiere ihr Futter bekommen. Die anderen Tiere sind vier Papageien, 12 Kanarienvögel, 8Wellensichtiche, zwei Ratten und ein Esel. Alle bekommen ungefähr zur gleichen Zeit ihr Futter.
Wobei die Mitarbeiterin und ich die Katzen versorgen werden. Aber 83 Katzen zu versorgen ist für zwei Personen nicht einfach.
Von diesen 83 Katzen sind 4 auf der Krankenstation, 6 sind in Quarantäne und 7 sind Streuner, die vom Tierarzt und mir, in zusammen Arbeit, Kastriert wurden. Diese Katzen werden zuerst ihr Futter bekommen und im Anschluss die restlichen Katzen.
Für diese Katzen haben wir uns einen Trick ausgedacht. Alle 66 Katzen werden nach draußen gelockt, meistens mit Leckerlis, und die zweite Person bringt dann das Futter in den Raum der Katze. Erst danach wird die Tür nach draußen wieder geöffnet und die Katzen stürmen dann immer in den Raum. Man könnte fast meinen, die Katzen haben seit Tagen nichts mehr zu Futtern bekommen.
Aber das kann nicht sein! Denn bei uns im Tierheim ist immer Futter für Hunde und Katzen da. Die Näpfe werden nachdem sie leer gefuttert wurden immer mit einer kleinen Menge Trockenfutter gefüllt, so das immer wieder etwas gefuttert werden kann. Trotzdem warten alle Tiere auf ihr Nassfutter.
Während wir das Futter verteilen kommt Heinz zu mir. „Du sollst sofort zu Anna kommen! Warum weiß ich leider nicht.“ Anna ist die Tierheim-Leiterin und wenn sie nach mir ruft, ist immer mein Wissen gefragt. Dieses Wissen besteht darin, das ich wie ein Tierarzt ausgebildet bin und Tieren helfen darf. Genauso wie ein Tierarzt, obwohl ich nie eine Uni besucht habe.
Ich rufe nach Klara, so heißt die Mitarbeiterin, und sage ihr, nachdem sie da ist, das ich zur Leiterin muss. Sie weiß sofort was nötig ist, ruft nach einer Hilfe und versorgt erst einmal die Katzen weiter. Anschließend schaut sie in unsere Notfallkiste und füllt diese auch auf. Doch das ist nicht nötig und sie bringt schon einmal die Kiste zu unserem Bulli.
Ich begebe mich in dieser Zeit zur Leiterin des Tierheim. Nachdem ich ihr Büro betreten habe dauert es noch etwas, da sie am Telefonieren ist. Da sie mich mit einer Handbewegung auffordert Platz zu nehmen, setze ich mich auf einen Stuhl vor ihrem Schreibtisch.
Nachdem sie mit dem Telefonat fertig ist, wendet sie sich an mich: „Das war gerade ein Gespräch mit dem Leiter des Zoos! Auf seinem Gelände scheinen sich fremde Hunde und Katzen herum zu treiben. Er bittet darum, diese Tiere ein zu fangen und sie in unserem Tierheim auf zu nehmen.“
Ich bin enttäuscht, denn ich hatte mit etwas anderes gerechnet, aber auch die Aufgabe werde ich erledigen. Nur weiß ich noch nicht wie, denn mir fehlen noch Angaben, die mir aber von der Tierheim-Leiterin hoffentlich gesagt werden. Doch ich habe mich getäuscht und sie wünscht mir viel Glück im Zoo.
Also fahre ich zusammen mit Klara zum Zoo und treffe auch bald den Direktor. Diesen kenne ich schon seit meiner Ausbildung im Zoo und wir begrüßen uns wie alte Bekannte.
Nach dieser Begrüßung schildert mir der Leiter des Zoos sein Problem. Immer wenn der Zoo des Abends geschlossen wird, kommen andere Tiere von Außerhalb des Zoos. Darunter auch ein Hund und eine Katze. Der Hund ist ganz weiß und die Katze schwarz.
Immer wieder wurde versucht die beiden durch Mitarbeiter einzufangen, jedoch hatten sie keinen Erfolg. Auch Tierfallen wurden eingesetzt, jedoch wurden diese ignoriert. Jedoch darf es in einem Zoo keine freilaufenden Tiere geben, weil dadurch die anderen Tiere nervös werden könnten.
Nachdem ich mich mit dem Zoodirektor unterhalten habe und Klara einige Materialien aus dem Bulli geladen hat, fährt sie wieder zum Tierheim und ich gehe durch den Zoo. Mein erster Weg führt zu den Elefanten. Da ich von allen Abteilungen des Zoos einen Schlüssel bekommen habe, ich bin der einzige der durch den Zoo gehen kann, da die Nachtwache in einem Raum sitzt, wo der Zoo mit Kameras überwacht wird.
Dort werde ich freudig begrüßt und gehe auch in den Bereich der Elefanten. Keines der mächtigen Tiere ist feindlich gegen mich eingestellt und nach etwa 30 Minuten verlasse ich den Bereich wieder. Ich bin auf den Weg zu den Gorillas. Diese Tiere haben es mir besonders angetan, nachdem ich mal vor langer Zeit, für etliche Tage nur in ihrem Käfig gelebt habe.
Auch jetzt werde ich von den mächtigen Tieren freudig begrüßt. Alle kommen sofort zu mir, nachdem ich die Tür zum Gehege geöffnet habe, um neben mir zu sein. Jedoch nur der Chef des Rudels, darf mich um Armen. Was er auch ausgiebig macht. Erst danach ist auch seine Herde an der Reihe. Jedes der Tiere umarmt mich und geht dann zu seinem Platz. Nur der Chef bleibt die ganze Zeit bei mir.
Nach etwa 30 Minuten verlasse ich meine Freunde, die Gorillas, wieder. Denn es ist die Zeit, wo Hund und Katze wieder auftauchen. Dazu begebe ich mich zu einer bestimmten Stelle des Zoos. Hier wurden die beiden von der Nachtwache des Zoos öfters gesehen. Auch ich lege mich auf die Lauer!
Nach etwa 30 Minuten sehe ich die Tiere. Jedoch kommen beide aus dem Bereich der Löwen und nicht von außerhalb des Zoos. Natürlich bin ich sehr überrascht das zu sehen doch ich folge den beiden ohne das sie mich bemerken. Beide laufen zu einem Gebäude In dem Gebäude werden die Reste des Futters aufbewahrt. Dort verschwinden sie durch eine Klappe in das Innere des Gebäudes.
Nach etwa 30 Minuten kommen beide wieder aus dem Gebäude und laufen wieder zu ihrem Versteck. Noch eine Stunde spielen die beide mit angenommenen Gegnern, dann gehen sie wieder ins Löwen Gehege
Jetzt wusste ich Bescheid, wo die beiden sind und für die nächste Nacht, wusste ich was zu tun ist. Jedoch kommt es ganz anders, denn der Hund schaut auf einmal in meine Richtung. Dann bleibt er stehen um genauer schnuppern zu können.
Vorsichtig kommt der Hund, auf mich zu. Wobei ihm die Katze folgt. Immer näher kommt er und als er direkt vor mir ist, bleibt er stehen. Nur die Katze kommt noch näher. Direkt vor mir bleibt sie stehen und schaut mich durchdringend an. Ich rühre mich nicht und nach etwa 5 Minuten kommt sie direkt zu mir. Jetzt hätte ich sie streicheln können, doch das unterlasse ich.
Die Katze schnuppert an mir, danach erst der Hund. Die Katze war ganz schwarz und der Hund ganz weiß. Beide hatten keine andere Fellzeichnung an sich. Ich fing an mit beiden zu reden und nach einem kurzen Moment, legten sich beide zu mir. So bleiben sie beide bei mir, bis es wieder hell wird.
Erst jetzt wollen beide weg, jedoch ich rede weiter zu den beiden. Darum bleiben sie bei mir und lassen sich von mir streicheln. Beide haben anschließend mit mir zusammen das Löwengehege, denn dort waren wir noch immer, verlassen. Sie sind ohne Schwierigkeiten in ein anderes Gehege gegangen, wo ich sie untersuchen konnte. Denn im Löwengehege war mir das doch zu unsicher.
Beide sind vollkommen gesund und nach kurzer Überlegung, habe ich sie wieder zu den Löwen gelassen. Noch einmal schaute ich mir beide Tiere an und erkannte, das sie bei den Löwen glücklich waren. Darum entließ ich beide Tiere bei den Löwen und konnte kurz darauf wieder mal ein Wunder der Natur sehen.
Beide wurden von den Löwen begrüßt und nach kurzer Zeit verschwanden beide, Hund und Katze, in einer Höhle die von den Löwen gesichert wurden. Dazu legten sich die Löwen vor den Eingang der Höhle und kein Mensch konnte diese betreten.
Später redete ich mit dem Zoodirektor und erzählte ihm was ich mit den beiden erlebt habe. Stumm hörte er zu und nach kurzem Überlegen rief er Werner dazu. Werner ist der Pfleger bei den Löwen. Auch ihm schilderte ich, was es mit Hund und Katze auf sich hat. Dann meinte er: „Wir haben zwar die eine oder andere Aktration hier im Zoo, aber das wäre etwas ganz besonderes. Die Löwen und dann auch noch die beide zusammen in einem Gehege. Ich bin dafür das Hund und Katze bei den Löwen bleiben. Nur müssten wir die beiden dazu bringen, das sie Über tags bei den Löwen sind, aber da sehe ich kein großes Problem!“
Auch der Direktor ist wohl inzwischen zu demselben Ergebnis gekommen und so fangen beide an zu beratschlagen wie die beiden mit den Löwen leben können. Ich verabschiede mich von ihnen und zusammen mit Klara, die inzwischen gekommen ist, fahre ich zurück zum Tierheim.
Schon eine Woche später konnten die beiden im Löwengehege zusammen mit den Löwen besichtigt werden. Auch Herbert und ich waren da und konnten sehen, wie die Katze auf dem Kopf eines Löwen lag, während der Hund mit einer Löwin schmuste.
Als der Hund nach zwei Jahren krank wurde, wagte ich mich einmal zu den Löwen, um nach dem Hund zu sehen. Kein Löwe versuchte mich an zu greifen, während ich das Tier untersuchte. Erst nachdem ich das Gehege der Löwen verlassen habe, wurde der Hund sehr genau von den Löwen untersucht.
Als der Hund nach wenigen Tagen starb, trauerten auch die Löwen um den Hund und kümmerten sich verstärkt um die Katze.