Urlaub am Atlantik
Herbert und ich machen mal wieder Urlaub in Spanien. Unsere Tochter Monika kann leider nicht an unserem Urlaub teilnehmen, weil sie noch keine Semesterferien hat. Wir sind an der spanischen Atlantikküste in der Nähe von Santiago di Compostella. Diesen Ort wollen wir aber erst am Wochenende besuchen.
Nach Spanien sind wir mit dem Flieger und haben uns am Flughafen ein Wohnmobil gemietet. Über den Preis waren wir sehr erstaunt, darum haben wir es gleich für drei Wochen gemietet. Eigentlich hatten wir vor nicht so lange ein Wohnmobil zu mieten, aber der Preis ist einfach unschlagbar.
Für 3 Wochen müssen wir nur 450 Mark bezahlen. Darum hat sich Herbert auch ganz genau das Mobil angesehen. Zwar hat es fast hundert Tausend Kilometer gelaufen und ist 12 Jahre alt, aber fast neuwertig. Nur aus diesem Grund sind wir bereit das Mobil zu mieten. Diese Erklärung wird von Mario dem Vermieter durchgeführt.
Kurz bevor wir zugeschlagen haben, hat Herbert darum gebeten in Deutschland an zu rufen. Mario erlaubte das und Herbert hat bei unserem Vermieter angerufen. Nur kurz hat er mit diesem gesprochen, dann hat er den Hörer weiter an Mario weiter gegeben.
Dieser redet wohl 10 Minuten mit unserem Bekannten in Deutschland. Jedoch während des Gespräches wird er immer ruhiger und nur noch ab und zu kommt ein „Si“ von ihm. Als er auflegt, schaut er uns einige Zeit an. Doch mir kommt es so vor als wenn er mich länger mustert.
Dann gibt er uns ein Wohnmobil, das erheblich jünger und erheblich besser ausgestattet ist. Und das zum selben Preis. Gleichzeitig sagt Mario zu uns: „In diesem Mobil ist ein Funkgerät eingebaut und ich hoffe, das sie mich hören wenn ich sie brauche.“ Daraufhin gebe ich Mario meine Handynummer auf der ich immer erreichbar bin.
Mit dem Wohnmobil sind wir ein bisschen in der Gegend herum gefahren und am Wochenende haben wir uns Santiago angeschaut. Die Stadt ist überfüllt mit Pilgern die alle zu einem bestimmten Grab sind. Auch wir sind an dem Grab gewesen, jedoch haben wir einfach nichts gespürt. Vielleicht sitzt bei uns auch der Glaube nicht zu tief.
Nachdem wir das Grab besichtigt haben, sind Herbert und ich endlich zur Atlantikküste gefahren. Dort haben wir zwei wundervolle Wochen verbracht. Wir sind von einem Ort, an dem es Möglichkeiten zur Übernachtung für Wohnmobilfahrer gibt, gefahren und haben jeweils ein oder zwei Tage dort verbracht.
Als wir langsam wieder zurück gefahren sind, klingelt mein Handy. Jedoch ist es unser Tierheim das anruft und nach dem ich abgenommen habe, meldet sich Bernd am Apparat: „ Hallo Gerda! Ich habe einen seltsamen Anruf aus Spanien erhalten. Da gerade Josef bei uns im Tierheim gewesen ist, habe ich ihm den Hörer gegeben. Schließlich kann ich kein spanisch, aber er. Anschließend erzählte er mir, das es jemand war, der zwar deine Handynummer hat, aber er dich nicht erreicht hat, obwohl er die Nummer von deinem Handy korrekt eingegeben hat. Kannst Du mir sagen, warum etwas falsch ist an der Nummer, schließlich hat er die Nummer gesagt?“
Nur kurz bin ich am überlegen, dann fällt mir die Lösung ein. Wir sind in Spanien und der Teilnehmer muss die Ländervorwahl von Deutschland mit wählen. Das sage ich auch Bernd und er teilt mir mit, das der andere in 10 Minuten wieder anruft.
Dann beenden wir das Gespräch und ich bespreche auch mit Herbert den Vorfall. Daraufhin meint er: „Vielleicht ist es besser, wenn auf deinen Karten die Internationale Rufnummer gedruckt wird. Aus Deutschland heraus wird ein jeder wissen was gemeint ist, und aus dem Ausland wählen sie einfach die gesamte Nummer.“ Aus meiner Tasche hole ich eine Karte hervor und nach einem kurzen Blick auf meine Telefon Nummer, bin ich der gleichen Meinung wie Herbert.
Während der nächsten Minuten halte ich mein Hany in der Hand und als nach etwas über 10 Minuten mein Handy wieder klingelt, nehme ich sofort ab. Jedoch meldet sich eine spanisch Sprechende Stimme und ich antworte auf Englisch. Daraufhin sagt die Person die anruft auf sehr schlechten Englisch: „Hallo, hier ist Mario! Ein Freund von mir hat einen sehr kranken Hund. Können Sie helfen? Er hat schon mehrere TK besucht und keiner kann helfen!“
Sehr viel habe ich nicht verstanden, nur das es um einen kranken Hund geht. Darum bitte ich Mario darum, das mich sein Freund, oder jemand den ich auf Deutsch oder Englisch verstehe, mich anruft. Sofort sagt Mario: „Geht klar!“, dann legt er auf.
Es dauert nicht einmal fünf Minuten bis mein Handy sich wieder meldet. Diesmal ist es ein Mann der sich auf Deutsch meldet. Wenn auch nicht ganz ein wand frei. Aber ich verstehe was er will. Nun erzählt er mir, das ein Bekannter von ihm einen sehr kranken Hund hat. Was es ist, kann der Tierarzt und auch in einer TK nicht festgestellt werden. „ Mein Freund hat noch einmal in Deutschland angerufen und dort erfahren, das Sie nie aufgeben wenn es um ein Tier geht. Können Sie mal nach dem Hund sehen?“
Zunächst lasse ich mir schildern, welche Anzeichen der Hund hat, das er krank ist. Daraufhin antwortet der Mann, das der Hund kaum noch frisst und kaum noch trinkt. Außerdem ist es damit angefangen, das er anfing auf einmal zu taumeln und dann umgefallen ist. Aber nach ein paar Minuten ging es ihm wieder gut. Jetzt braucht er nur auf zu stehen, dann dauert es höchstens eine Minute und er fängt an zu taumeln. Dann fällt der Hund auch sehr schnell um. Dabei ist er immer am jaulen.
Auf genaue Nachfrage erfahre ich, das der Hund etwa 100 Kilometer von unserem Urlaubsort entfernt befindet. Nur kurz werfe ich einen Blick zu Herbert. Dieser nickt mit seinem Kopf und schon weiß ich das er sofortnach draußen geht um das Vorzelt ab zu bauen. Herbert steht auch sofort auf und verlässt unser Wohnmobil. Darum sage ich zu dem Mann am Telefon, das wir sofort aufbrechen und in wenigen Stunden bei dem Hund sind.
Kurz darauf fahren wir zum Ausgang des Stellplatzes und Herbert geht noch einmal in das Büro. Aber schon nach zwei Minuten ist er wieder da und sagt, das uns der Platz erhalten bleibt. Auch wenn wir für einige Tage nicht da sind. Dann fahren wir los und biegen bald auf eine Schnellstraße ein. Diese führt uns fast bis zu unserem Zielort.
Kurz vor dem Ort rufe ich die Nummer an, die in meinem Telefon angezeigt wird. Sofort meldet sich der Mann und ich frage ihn, wo wir genau hin müssen. Er erklärt den Weg und schon bald sind wir an unserem Ziel angelangt.
Sobald das Mobil steht erscheint ein Mann an unserem Mobil und sagt, das der Hund vor einer Minute gestorben ist. Ich springe förmlich aus dem Mobil, schnappe mir meine Tasche und rufe: „Wo ist der Hund? Schnell!“
Erstaunt schaut mich der Mann an, dann läuft er auf ein Haus zu. Ich folge ihm sehr dicht. Gleich nachdem ich das Haus betreten habe, sehe ich den Hund um den einige Leute stehen. Diese sind fast alle am Weinen. Ich drängele mich nach vorn und schon während ich das mache, hole ich mein Stethoskop aus der Tasche.
Dort angekommen kniee ich mich hin und höre sofort den Hund ab. Da aber viel Gerede um mich ist, bitte ich um totale Stille. Sofort sind alle Leute ruhig und ich höre den Hund ab. Ganz schwach meine ich einen Herzschlag zu vernehmen, darum greife ich zu meiner Tasche und hole ein Herzstärkungsmittel hervor. Als ich eine Spritze aufziehe sehe ich auch Herbert wieder. Er unterhält sich leise mit dem Mann, der mich vom Mobil geholt hat. Mehrmals schaut der Mann mich an, dann verstummt auch Herbert.
Leise tritt der Mann wieder zu der Gruppe die um den Hund steht und als er sieht, wie ich dem Hund die Spritze mit dem Herzmittel gebe, sagt er: „Bettina, dort ist die beste TÄ der Welt am Werk! Sie wird dafür sorgen, das dein Hund wieder gesund wird. Denn solange noch etwas Hoffnung besteht, wird sie um Petro kämpfen und gewinnen!“ Dieses sagt er auf Deutsch, wiederholt aber noch einmal alles auf Spanisch.
Ich kümmere mich schon nicht mehr um sein Gerede sondern höre den Hund schon wieder ab. Langsam wird sein Herzschlag wieder lauter und nach fünf Minuten lege ich das erste Mal mein Stethoskop ab. Aber ich lege es nicht in die Tasche sondern auf einen Tisch vor dem ich in der Hocke bin. Dann stehe ich auf und sage das der Hund auf den Tisch gelegt werden soll, da er noch lebt.
Der Mann übersetzt und sofort greifen alle zu dem Hund und er wird auf den Tisch gelegt. Nun Taste ich den Hund ab. Zentimeter für Zentimeter untersuche ich den Hund und habe dabei meine Augen geschlossen. Dann frage ich nach den Untersuchung Ergebnissen der TK und bekomme sofort einen ganzen Stapel davon vorgelegt.
An diesem Stapel interessieren mich nur die Blutuntersuchung und die Röntgenfotos. Auch die Aufnahmen eines MRT sowie eines EEG interessieren mich hierbei besonders. Zusammen mit Herbert schaue ich mir nun diese Aufnahmen an und schon bald meinen wir beide etwas gefunden zu haben. Doch von dem Bereich gibt es keine weiteren Aufnahmen.
Darum greife ich nun zu dem Ausdruck der Blutwerte. Alles deutet auf eine Entzündung hin, jedoch kann man daraus nicht hervorlesen wo die Entzündung sitzt. Aber ich habe einen Verdacht und frage wer die Aufnahmen gemacht hat. Bis auf das EEG sind alle Aufnahmen vom Tierarzt gemacht worden. Als ich frage wo der Tierarzt wohnt, erfahre ich das er schon auf dem Weg hier hin ist.
Herbert und ich schauen noch einmal die Aufnahmen des MRT an, als ein weiterer Mann das Haus betritt. Sofort wird ihm Platz gemacht, dann starrt er mich an. Aber schon nach einem sehr kurzen Moment fragt er mich, welche Aufnahmen ich noch brauche. Ich sage ihm das und sofort ordnet er an, das der Hund in seine Praxis kommt, damit die Aufnahmen gemacht werden können.
Vorsichtig wird der Hund auf eine Platte gelegt, dann geht es zum Tierarzt. Zunächst sind es nur 14 Leute die zum Tierarzt gehen, jedoch werden es immer mehr und als wir beim Tierarzt ankommen, sind es schon über 100.
Jedoch ist von den Leuten, trotz geöffnetem Fenster im Untersuchungsraum des Tierarzt, nichts zu hören. Zusammen mit dem Tierarzt werden die Aufnahmen gemacht die ich benötige. Als diese fertig sind, werden sie vom Tierarzt entwickelt und hängen schon kurz darauf am Betrachtungsschirm.
Jetzt kann man den Tumor, denn um einen solchen Handelt es sich, genau erkennen. Jedoch kann der Tierarzt diesen nicht Operieren, wie er sagt. Als ich ihn frage, der Tierarzt kann sehr gut Deutsch, sagt er: „Diese OP habe ich noch nie gemacht! Bisher habe ich solche Fälle immer an die TK weiter geleitet. Aber nur ganz selten haben auch die Operiert, sondern meistens die letzte Spritze gesetzt.“
Ich sage nur zu dem Tierarzt: „Jetzt passe ganz genau auf was ich mache. Dann kannst auch Du bald diese OP durchführen!“ Daraufhin fordere ich alle auf den OP zu verlassen, die nicht einen Doktortitel haben oder zur Tierarzt Helferin ausgebildet sind, den Raum zu verlassen. Dieses wird vom Tierarzt ins spanische übersetzt und sehr schnell leert sich der Raum. Zum Schluss sind nur noch der Tierarzt, eine Frau und Herbert sowie ich im Raum.
Für alle lasse ich OP Bekleidung holen und nachdem wir uns umgezogen und die Hände gewaschen haben, beginne ich mit der OP. Dabei sage ich jeden meiner Schritte voraus und der Tierarzt hört wirklich genau zu. Als es an den Tumor geht, lasse ich den Tierarzt weiter machen. Dazu gebe ich ihm genaue Anweisungen was er machen soll. Sehr schnell ist der Tumor entfernt und wird zur Seite gelegt. Dann schließt der Tierarzt die OP Stelle wieder.
Anschließend wird der Tumor fertig gemacht um im Labor genau untersucht zu werden. Dieses macht die Tierarzt-Helferin und in dieser Zeit unterhalte ich mich mit dem Tierarzt. Ich sage ihm, das der Hund noch mindestens zwei Wochen im Dämmerungszustand gehalten werden muss und erst danach vorsichtig diese Medikamente abgesetzt werden können.
Wir reden noch etwa zwei Stunden zusammen als dem Tierarzt etwas einfällt. Es sind die Leute draußen und er öffnet sofort das Fenster in dem Raum wo wir sitzen. Dann ruft er auf Spanisch: „Der Hund wird leben! Die OP war erfolgreich!“ Sofort brennt ein unbeschreiblicher Applaus auf und der Tierarzt schließt wieder das Fenster.
Noch etwa dreißig Minuten bleiben wir beim Tierarzt, dann gehen Herbert und ich wieder zurück, reden noch etwas mit den Leuten und fahren anschließend wieder zurück zu unserem Campingplatz. Dort gibt es keine Schwierigkeiten und schon bald stehen wir wieder auf unserem Platz.
Der Hund wird wieder vollkommen gesund und lebt noch viele Jahre in der Familie. Der Tierarzt hat noch an einigen Lehrgängen teilgenommen und wurde ein vorzüglicher Tier Chirurg.