Warum entspinnt sich hier denn so eine Diskussion?
Weil immer wieder Halbwahrheiten, Unklarheiten usw. in den Raum gestellt werden. Die dann wieder berichtigt werden.
Warum fühlen sich die Trockenfutter-Fütterer denn angegriffen? Sie wissen das doch meist schon alles! Und könnten das bestätigen und sagen, ich muss aber leider meine Katze damit füttern, denn sie will nichts anderes. Fertig ist die Laube!
Natürlich kommen dann Nassfutter- oder Rohfleisch-Fütterer und sagen: Du hast aber nicht alles versucht.
Nur - das maße ich mir nicht an und ich habe es hier auch so gut wie nicht gelesen!
Mir hat sich aber das Gefühl aufgedrängt, das viele der Muss-Fütterer sich angegriffen fühlen und beleidigt mit Angriffen reagieren. Und somit eine Reaktion provozieren.
Ausgehend von der Fragestellung:
Wieso ist es wichtig, zu testen, wie viel Wasser Trockenfutter aufnimmt, wenn alle wissen, wie ungesund Trockenfutter ist und das auch nicht besser wird, weil das Trockenfutter weniger Wasser aufsaugt.
Katzen nehmen nun mal ihr Wasser über die Beute auf und daran hat auch die Einführung des Trockenfutter in den 70er Jahren nichts geändert.
Und doch haben hier einige Leute geschrieben, ihre Katze würde trotzdem genug trinken.
Meint ihr, dass das richtig ist?
Dann kommt zwangsläufig: Aber sie ist kerngesund!
Totschlagargument. Ich kann nicht beweisen, dass deine Katze nicht kerngesund ist. Erst wenn sie krank wird und selbst dann finden viele Ärzte die Ursache nicht. Es ist aber tatsächlich so, dass seit Einführung des Trockenfutters, nein, sagen wir mal des Fertigfutters, immer mehr Hunde und Katzen aufgrund einer stark reduzierten Bakterienflora nicht mehr richtig in der Lage sind eine artgerechte Verdauungsarbeit zu leisten und damit gesund zu bleiben. Und dies setzt sich dann über die Generationen fort und verschlimmert sich! Dazu auch meine schon zitierte Studie von Pottenger und Simonson. Und wenn man bedenkt, dass diese Studie in den 30er Jahren (!) begonnen wurde, es heutzutage aber fast nur von der Tierfutterindustrie durchgeführte Studien gibt, die natürlich im Sinne der Industrie verlaufen, ist es auch klar, dass Tierärzte herzlich wenig über die Auswirkung von Fertigfutter wissen.
Interessant fand ich auch, dass zitierte Studien hier mit "zu alt" abgetan wurden. Es wurde nach Belegen verlangt und werden die Studien durch ihr Alter falscher?
Gut dann wurde darüber diskutiert, dass Trockenfutter für die meisten Leute einfach nur bequem ist(sorry an die Muss-Trockenfutter-Fütterer). Es ist einfach zu dosieren, es stinkt nicht (oder wenig), es kann den ganzen Tag stehen bleiben, es ist Monate haltbar, es kostet nicht viel und die besonders günstigen Sorten kann man einfach im Supermarkt kaufen.
Es ist doch bequem oder?
Also die Frage, was ist hochwertiges Trockenfutter.
Gehen wir davon aus, dass es für eine Katze am gesündesten ist, artgerecht ernährt zu werden, steht Trockenfutter am anderen Ende der Scala.
Hier kann man sich natürlich darüber streiten, das hochwertige Trockenfutter immer noch besser sind als minderwertiges Nassfutter. Würde ich sogar zustimmen. Doch was ist hochwertiges Trockenfutter?
Trockenfutter wird in der Regel über 200° erhitzt, damit wird so ziemlich alles zerstört, was an wertvollen Rohstoffen vorhanden war (Aminosäuren, Enzyme, Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe).
Da nützt es auch gar nichts, wenn die verwendeten Rohstoffe hochwertig waren, nach dem Erhitzen sind sie tot. Die notwendigen Stoffe müssen im Nachhinein zugesetzt werden, sind dann aber alle künstlich hergestellt und gleichen nicht den entsprechenden natürlichen Stoffen. Wie schreibt Jutta Ziegler so schön "Bis jetzt ist es noch niemandem gelungen, auch nur ein Salatblatt künstlich herzustellen."
Dazu enthalten die meisten Trockenfutter auch zu viel Getreide, das Katzen auf Dauer nicht verstoffwechseln können.
Im übrigen: Futter von Tierärzten sind nicht nur extrudiert (hocherhitzt) sondern auch noch von minderer Rohstoffqualität.
Wenn schon Trockenfutter, wäre also ein kaltgepresstes Trockenfutter aus hochwertigen Rohstoffen ohne künstliche Zutaten und natürlich ohne Getreide empfehlenswert.
Aber so ein hochwertiges Trockenfutter habe ich noch nirgendwo gesehen.
Da rettet es Real Nature auch nicht, dass es kaltgepresst ist.
Ein Wort zur Dose:
Auch Dosenfutter ist nicht artgerecht. Das Fleisch in der Dose wird erhitzt und Vitamine und Co teilweise zerstört.
Allerdings ist kann man darauf achten, zu welcher Dose man greift.
Hier gilt aber, je hochwertiger die Rohstoffe, desto weniger muss erhitzt werden.
Je mehr "tierische Nebenerzeugnisse" enthalten sind, desto mehr und länger muss erhitzt werden.
Wie erkenne ich denn eine gute Dose?
Es gibt eine offene Deklaration (Beispiel: 40% Rindfleisch, 10% Rinderleber, 10% Rinderlunge etc.).
Es sind keine Zusatzstoffe enthalten, auch keine künstlichen Vitamine. "Enthält keine künstlichen Konservierungsstoffe" ist z.B. oft irreführend, denn zugekaufte, bereits konservierte Fette müssen nicht mehr deklariert werden. Häufig enthalten solche Dosen viele synthetische Zusatzstoffe (z.B. künstliche Vitamine).
Künstliche Zusatzstoffe wie Antioxidantien (halten das Futter frisch) und Konservierungsstoffe (verhindern die Vermehrung von Keimen), können auf Dauer schwere gesundheitliche Schäden anrichten. Vor allem die in Tierarztpraxen verkauften Diätfuttermittel enthalten krebserregendes BHA und BHT. Zusatzstoffe können Auslöser von Allergien sein.
Gutes Dosenfutter dagegen enthält als Antioxidans verschiedene Öle und ist nicht jahrelang haltbar.
Und es sei noch die Auskleidung der Dosen mit Kunststoffen erwähnt, die Weichmacher enthalten, welche den Hormonhaushalt stören und unfruchtbar machen können.
Also auch nicht alles Gold.
Tja... BARF.
Barf ist wahrscheinlich das Ende der Scala, die der artgerechten Ernährung am nächsten kommt.
Ich muss Zendaya recht geben, wenn sie sagt, ein Kalb ist keine artgerechte Ernährung für eine Katze. Für einen Hund vielleicht. Eine Katze jagt allein und frisst ihr (kleines) Beutetier ebenfalls allein. Ein Hund jagt in einer Gruppe und bekommt mal dies, mal jenes Teil vom Beutetier. Aber nicht alle Rohstoffe sind gleichmäßig im Tier verteilt. Das Herz enthält mehr Taurin, die Leber mehr Vitamin A, usw. Insofern wäre eine Katze mit einer täglichen Portion rohem Rindergulasch ohne Zusätze auch nicht gesund ernährt.
In Fleisch aber sind hochwertige Eiweiße enthalten.
Daher wird bei Barf versucht mit Supplementen (möglichst auf natürlicher Basis) eine Maus nachzubauen bzw. bei der Model Prey Methode werden unterschiedliche Teile des Tieres verfüttert, um den gleichen Effekt zu erzielen.
Da man eben ein Salatblatt nicht nachbauen kann, ist es auch hier nicht möglich eine Maus nachzubauen. Ein Kalb mit Supplementen ist eben noch lange keine Maus.
Es ist nicht zuverlässig erforscht, welche Bedarfswerte eine Katze tatsächlich hat. Genauso wenig, wie es beim Menschen bekannt ist.
Nichts desto trotz nähert man sich hier den Bedürfnissen der Katze wahrscheinlich am dichtesten an.
So... das waren mal meine 50 cent. Falls es überhaupt jemanden interessiert und ihn der lange Text nicht abgeschreckt hat.
Ohne Anspruch auf 100% Richtigkeit. Falls etwas falsch ist, bitte ich um Berichtigung.
Meine Quellen sind "Katzen würden Mäuse kaufen", die Bücher von Dr. med. vet. Jutta Ziegler und diverse Internetseiten, die ich schon gar nicht mehr weiß.
Ich verstehe nicht, warum man sich bei diesen Tatsachen hier fast die Köpfe einschlägt, sich persönlich angreift und nicht einfach mal versucht, so sachlich wie möglich über das Thema zu reden.
Die meisten gehen doch eh so praktikabel wie möglich mit dem Thema um. Auch viele Barfer geben gelegentlich Trockenfutter-Leckerchen oder auch mal eine Dose. Dosenfütterer stellen schon mal Trockenfutter hin, wenn sie über Nacht wegbleiben. Und Muss-Trockenfutter-Fütterer würden auch lieber artgerechter füttern.
Wir sind doch alle nicht perfekt und keiner von uns wird die Welt retten!