hi Bellefleur,
das ist jetzt mein erstes posting hier in diesem forum - mitlesen tu ich schon ein paar tage länger.
ich hab jetzt deinen ganzen thread bis hier gelesen und mir verschiedenes dazu gedacht, das antworten aber den profis hier überlassen.
aber dazu möchte ich jetzt wirklich dringend was schreiben.
wir bzw. ich habe mehrere jahre darüber nachgedacht ob ich das wirklich machen will. ich habe aus WGs katzenerfahrung (dort war ich allerdings natürlich nicht mit dem thema futter-auswahl und tierarzt belastet). ich habe mir das sehr sehr gut überlegt. mein gefährte und ich wohnen jetzt auch schon ein paar jahre zusammen, und zwar im eigenen haus in ruhiger lage mit garten und allem pi-pa-po. TROTZDEM haben wir so lange nachgedacht.
wir haben unsere beiden seit mittlerweile stark 3 wochen.
Die Reaktion meiner Eltern, besonders mein Vater, hat mich mehr als aufgeregt.
Er hat mich gefragt ob ich bescheuert sei, ich solle mir das nochmal überlegen und es nicht machen.
Katzen würden sowieso alles kaputt machen und ich hätte so eine tolle Wohnung für die das viel zu schade wäre.
Ahhhh ich hätte platzen können vor Wut.
Warum kann man Freude nicht teilen?
was willst du zuerst lesen? meine antwort bezüglich "wütend sein über die einstellung der eltern" oder meine antwort auf "freude nicht teilen können"?
als ich meiner mutter gesagt habe, dass wir uns jetzt tatsächlich katzen zulegen war ihre antwort nur "du weisst was ich davon halte". erklärung: stimmt, ich weiss was sie davon hält. sie weiss dass ich seit jahren darüber nachdenke, sie weiss auch dass der gefährte ebenfalls katzenfreund ist.
ihre hauptargumente GEGEN die katzen sind die klassischen: "du kannst dann nicht mehr so einfach in den urlaub fahren" und "katzen machen dreck und ab und an auch sachen kaputt". in sachen finanzen etc. war und ist ihr das egal - sie weiss dass ich schlau genug bin mir das auszurechnen wieviel katzen im "dauerbetrieb" kosten und weiss dass 'ne OP ausser der reihe auch mal richtig teuer sein kann.
wobei das thema finanzen wohl von vielen tatsächlich unterschätzt wird, aber das ist hier nicht thema.
und jetzt?
jetzt sind sie da, die katzis.
ich seh meine mutter minimum zweimal die woche (wir wohnen am gleichen ort und haben unter anderem auch gewissermassen geschäftlich miteinander zu tun, wobei das "sehen" sich häufig auf "hallo und tschüs" + die übergabe diverser dinge innerhalb weniger minuten beschränkt).
jedes, aber absolut JEDES gespräch das meine mutter mit mir geführt hat seit die zwei bei uns wohnen begann mit "wie geht's den katzen?". ich fange an eifersüchtig zu werden - zumal ich gerade krank bin und starke tabletten nehmen muss.
jedes mal wenn sie hier vorbeikam seit die katzen da sind bestand sie drauf die katzen zu sehen - bisher hat sich das fast immer drauf beschränkt dass sie mir unterlagen an der tür oder am fenster in die hand gedrückt hat.
und natürlich hat sie auch einen völlig verängstigten katzling (grad mal 48 stunden im haus) der sich im hintersten eck der garderobe versteckt hatte furchtlos gleich angekrabbelt. da kennt sie nix. sie wurde auch nicht gekratzt oder so. so schnell konnte ich ihr das garnicht verbieten...
meine mutter erzählt IHREN freunden und bekannten von unseren katzen.
als nächstes bringt sie leckerlis vorbei, wetten?
und nun zum thema "freude nicht teilen können":
(ja, das oben hatte noch nichts mit der freude zu tun die meine mutter offensichtlich teilt - oder ist das nur neugier?)
deine eltern machen sich vermutlich nur sorgen.
ich weiss nicht wie alt du bist, aber ich tippe du bist noch recht jung.
womöglich ist das sogar die erste wohnung die du mit einem partner zusammen hast.
du legst dir katzen zu - katzen können alt werden, sehr alt. eine unserer WG-katzen wurde satte 23, eine
siam.
damit dass du dir katzen zulegst übernimmst du eine verantwortung auf viele, viele jahre.
und machst dir das leben nicht unbedingt einfacher.
das fängt damit an dass viele vermieter katzenhaltung nicht erlauben (wobei du's mit 'ner katze noch einfacher hast als mit einem hund) und du es somit unter umständen schwer haben könntest eine mietwohnung zu finden.
das geht weiter damit dass du beruflich unflexibler bist, da du wegen der katzen eingeschränkt bist wenn's z.b. darum geht mal ein paar wochen oder gar monate unterwegs zu sein.
das endet damit dass auch der grösstmögliche super-GAU eintreten könnte und du und dein freund euch trennt, du deinen job verlierst und dann plötzlich eben kein weihnachtsgeld mehr da ist (sei froh dass du welches kriegst - da gehörst du mittlerweile zur minderheit in der arbeitenden bevölkerung) und kein geld für kratzbäume und schon garnicht für die luxus-katzenfuttersorten usw. sondern du froh sein musst wenn du dich selbst einigermassen über die runden kriegst.
mach dir nicht so viel kopf über die reaktion deiner eltern. wie sie tatsächlich dann damit umgehen wird sich zeigen.
aber mach dir auch nicht zuviel gedanken über die katzen. wenn ich dein freund wäre, ich glaub du würdest mir wahnsinnig auf den wecker gehen mit deinen tausend vorab-gedanken. und glaub mir, ich bin keinen deut besser als du diesbezüglich. es bringt nur nix. du wirst warten müssen wie eure katzen so drauf sind.
ob deine katzen später lieber einen deckenspanner oder was-auch-immer haben wollen ist eh deren individuelle sache. und du wirst feststellen dass deine beiden da auch noch unterschiedliche ansichten haben. nur weil sie geschwister sind mögen sie weder die gleiche kratzbaum-art noch das gleiche futter. hab ich heute erst wieder gemerkt (und das ist gut so, jetzt kenn ich ein futter das der große verschmäht und die kleine liebt, das ist wichtig, weil es ganz so aussieht als würde er ihr alles wegfressen, und er ist ja ohnehin schon bald doppelt so gross wie sie).
einigt euch bezüglich einrichtungsstil - ich glaub da habt ihr gewisse differenzen.
ich find die meisten kratzbäume auch grottenhässlich, jetzt haben wir in der erstausstattung elemente gekauft die uns beiden vom design her gefallen und sich integrieren lassen in künftige ideen. ab und an ein bisschen umbauen finden auch die katzen spannend, zumindest meiner erfahrung nach, da ist das dann praktisch wenn die elemente flexibel sind. gerade bei wohnungskatzen ist das wichtig dass du ab und an was neues anbieten kannst, sonst langweilen sie sich womöglich, vor allem wenn du tatsächlich so wenig zuhause bist wie du schreibst.
apropos erstausstattung:
erkundige dich mal in den tiermärkten in eurer nähe wieviel die an rabatt geben bezüglich erstausstattung. wir haben 10% gekriegt, auch auf futter und streu, das hat sich wirklich gelohnt dann dort den grossen rundumschlag zu machen.
paar sachen brauchst du ja in jedem fall, z.b. katzenklos, transportkäfig(e) usw.
möglicherweise wird der kratzbaum, die hängematte zum in-die-heizung-hängen, das katzenbettchen, diverses spielzeug und ähnlicher "kleinkram" dann auch deutlich billiger.
wenn man vorher bescheid weiss kann man dann auch dinge bestellen. kann man sich ausrechnen ob sich das lohnt.
einen guten tiermarkt mit gutem personal in der nähe sollte man auch nicht unterschätzen - online-bestellung ist zwar häufig billig, aber eben ohne jegliche beratung.
jetzt aber schluss für heute.
ich drück dir sämtliche verfügbaren däumchen bezüglich deiner katzen.
und bezüglich der akzeptanz deiner eltern. da müssen sie halt durch.
p.s.: hast du überhaupt schon mal mit katzen zusammengelebt?