Und so ging es weiter:
Punkt 22.00 Uhr hatte Pio seine Medis bekommen. Gegen 22.20 Uhr waren wir alle an unseren Schlafplätzen, Pio an meinen Füßen.
Kurz nach 23.20 Uhr saß ich pillegerade im Bett mit dem Gefühl: "Dieses Geräusch löst bei Pio einen Anfall aus." Gleich darauf dachte ich: "Walks, du spinnst." (Ob es überhaupt ein Geräusch gegeben hatte oder ob einfach mein Unterbewußtsein reagiert hatte, weiß ich nicht.)
Kaija-Issi-Rhino flüchteten aus dem Raum.
An meinen Füßen bewegte sich etwas sehr seltsam. ??? Licht an. Pio krampfte! Ein stärkerer Krampf katapultierte das arme Tier regelrecht von meinem Bett auf die am Fußende stehende Wäschebox, ein weiterer von dort auf den Boden. Dort wurde ich Pios habhaft, schirmte ihn mit meinem Körper so ab, dass Pio nicht weiter durch den Raum fliegen konnte, legte meine Hand auf seine Seite und redete leise auf ihn ein. Und ja, ich war sehr vorsichtig, dass er mich nicht versehentlich verletzen konnte.
Nach - geschätzt - insgesamt gut einer Minute stand Pio auf, schüttelte sich und ging Richtung Wohnzimmer. Nach weiteren zwei, drei Minuten kam er zurück. Ich hob ihn auf mein Bett und stellte ihm - getreu der Devise, ein Anfall kostet Energie, der muss jetzt fressen - sein Trockenfutter vor die Nase, welches er gierig inhalierte.
Als mein Radiowecker heute um 5 Uhr losgröhlte, wurden alle wach - außer Pio, der erschöpft weiterschlief. Inzwischen ist auch er aufgestanden. Der Energiebedarf ist wohl noch hoch, denn Katerchen futtert, futtert, futtert.
Heute wird er auf jeden Fall in seinem Gästezimmer bleiben, mit reichlich Wasser, Nassfutter, Trockenfutter.
Ich hatte mir einige der Videos zu epileptischen Anfällen bei Katzen angesehen. So war ich nicht allzu geschockt über das, was geschah. Pios "live"-Bildungsangebot hätte ich aber nicht gebraucht.
Trotzdem, viereinhalb Monate anfallsfrei sind ein guter Schnitt. Hoffentlich ausbaufähig.
Jetzt möchte ich gerne schlafen, geht aber nicht, muss arbeiten.