AW: Was an anderer Stelle dann doch zuuuu offtopic wäre...
Wer mich kennt, weiß, ich versuche nicht, zu gefallen. Der Platz des dritten Kommas sei zu beachten. Ich sag es also so, wie ich es sehe, ohne Rücksicht auf anderleute Sensibilitätchen. Wem das nicht gefällt, der kann sich beim Schlecker ja Taschentücher besorgen und sich aufs Bett werfen:
Wer hat denn deiner Meinung nach sein Tier NUR nach dem Aussgehen ausgesucht?
Wohl kaum, die sind recht selten und in D so gut wie gar nicht zu finden.
Wie, das weißt du nicht? Natürlich ist das so - jeder, der sich bewusst eine Rassekatze gekauft hat, ist der beste Lieferant für Kinderheime und lässt das Geld, das er nicht für sein Rassetier gelassen hat, in Antreibungkliniken :roll:.
Das Slippery Slope-Fehlargument. Wenn einer sich ein Tier nach Gefallen aussucht, treibt sicher auch sein Baby ab. Wer eine Abtreibung vornehmen lässt oder vornimmt, wird bestimmt auch 10 Millionen Menschen ermorden. Wer 10 Millionen Menschen ermordet, würde dir zum Geburtstag auch Justin Bieber vorbeischicken.
Wie ich solche Leute liebe.
Meinen Akita hab ich mir nach dem Aussehen ausgesucht. Charakter, sagte ich mir, komm ich schon mit klar. Ein 2 Monate alter Welpe ist flexibel. Aber wann wird in Israel schon mal ein Akita, geschweigedenn ein Gestromter geboren? Ein Mal in 20 Jahren vielleicht. Also zugegriffen, nicht bereut. Meine Bulldogge war ein Charakterkauf. Sie war hässlich und so gar nicht mein Typ, stehe nicht auf Ultrakurzhaarhunde. Aber sie war einfach so ulkig. Die meisten meiner Katzen sind Charakter"anschaffungen", bzw. "Behaltungen". Hätte ich die im Tierheim oder im Laden gesehen, hätte ich sie nicht weiter beachtet, aber ich kann ja ein Babykätzchen nicht auf der Straße sitzen lassen, und als sie dann keiner wollte und ich sie besser kennen lernte, gewann ich sie auch so richtig lieb. Aber eine bewusste Katzenanschaffung, wo ich die Katze nicht genug kenne, um ihren Charakter zu schätzen, würde auch stark das Äußere einbeziehen. So wie Orli-Pompom, mein weißes Perserchen.
@ gewisse Idealisten: ich böse Kreatur hab mich einem DNA-Test unterzogen und bei der Samenbank angemeldet, die die gründlichsten Tests macht, denn ich hab kein Bock auf Erbkrankheiten und andere vermeidbare Stolpersteine im Leben meines Kindes. Obwohl ich, als halber Araber, mir nur arabischstämmige und dunkle Spender ausgesucht habe, um unsere Familie wieder ihren Wurzeln näherzubringen, ist Haarfarbe mir letztendlich egal.
Aber wenn ich meinen Hund auf HD röntgen lasse, eh ich mit ihm züchte, dann check ich mich selber
selbstverständlich erst recht, was beeinträchtigende Krankheiten angeht - denn das Slippery Slope-Argument ist bei mir genau umgekehrt, es ist eine Treppe HOCH statt Glatteis bergab: was ich mit einem TIER tue, spiegelt meinen Umgang mit Menschen höchstens in sofern wieder, dass ich in den Menschen MEHR Mühe investiere. Mir ist mein eigen Fleisch und Blut, mein Kind, nämlich 100x wichtiger und kostbarer, als jegliches Tier. Wenn ich ein Tier töten könnte, könnte ich noch lange keinen Menschen töten. Sonst wären alle Schlachter Serienmörder. Für Artgenossen mehr Achtung zu haben, als für Artfremde, ist nur natürlich und logisch.
Und da sind wir bei der Ungültigkeit des Abtreibungsvergleiches: man bringt eine Katze höchstens indirekt um (weil das Tierheim Ladenhüter einschläfert zB, aber das ist Entscheidung des Tierheims!), wenn man sie wegen ihres Äußeren nicht nimmt. Man bringt durch Abtreibung ein "Kind" direkt um. Die Katze stirbt nicht unbedingt, das Kind stirbt absolut.
Ein Kind sollte nur der haben, der diesem Kind ein menschenwürdiges Leben bieten kann - zuhause, und in Hinsicht auf die Welt, in der das Kind aufwachsen wird. Neben den "guten" Gründen bezieh ich mich jetzt mal aufs Äußere. Nach dem, was Europäer Afrika angetan haben, würde ich ein weißes Kind nicht den täglichen Spießrutenläufen aussetzen wollen, da könnt ichs doch gleich Leopold nennen. Es gibt also sehr wohl kinderschutztechnische Argumente für Abtreibung wegen dem Aussehen. Natürlich sollte man besser die Zeugung vermeiden, als den Fötus abzutreiben. Wäre mein Mann zufällig Teil einer lokal ethnisch benachteiligten Minderheit oder so, natürlich würde ich dennoch ein Kind von IHM wollen. Aber so wie's aussieht, werd ich alleinerziehende Mutter sein, und da kann ich mir die genetischen Faktoren, die mein Kind beeinträchtigen könnten, genau aussuchen - warum nicht, wenn dadurch allen geholfen ist?
Übrigens, es gibt auch ne Alternative zum Abtreiben - Eingenschaften wählen, ehe der Fötus entsteht und getötet werden könnte. Niemandem wird hierdurch geschadet. Ich mein, okay, gewisse Idealisten zwingen sich dann vielleicht zu einem irrationalen Kreischkrampf, aber das zählt nicht.