Mal wieder liebe Grüße aus dem Hause Zwuck!
Mein Rotzwucklein Reddi, 10 ½ Monate alt, hat sich offenbar vorgenommen, nicht erwachsen zu werden. Physisch und psychisch. Zum einen wächst er kaum in die Höhe. Ein kleines, pummeliges und kurzbeiniges und sowieso entzückendes Katertier mit riesigen Rundaugen, was es – wenn es so weitergeht – nie und nimmer schaffen wird, den Küchentresen zu erklimmen. Nein, nicht missverstehen, ich mache mir absolut keine Sorgen (4,8 kg); sein Vater war bzw. ist auch eher klein.
Auch ist Reddi noch immer so verspielt wie am ersten Tag, als er mit 14 Wochen hier einzog: Der purzelt mit einem Pappröllchen oder Korken durch die Wohnung – ganz versunken in sein eigenes Spiel. Oder starrt mich (oder eben nicht mich) an, weil er den Klipp eines Reißverschlusses oder einen blinkenden Knopf gesichtet hat. Da will er dann dran. Sein Wesen ist so dermaßen ausgeglichen, aufgeschlossen und durchgehend freundlich, wie ich es so von Lucky oder Quincy nicht kenne. Reddi hat quasi immer gute Laune und ist nie nachtragend. Er liebt es, mit besockten (gerne mit maukigem Eigengeruch) Füßen zu kuscheln, auf den Schoß springt er nie und kraulende Hände? Bitte nur – und dann gleich zwei parallel getaktet – an den Wangen.
Das Pipi-Management gelingt noch immer nicht perfekt; Quincy und Lucky sitzen aufrecht und konzentriert auf dem Klo wie Wächter, die ihr Reich im Blick haben. Und Reddi? Das Zwucklein duckt sich – kuschelt sich quasi in die Pinkelmulde. Tja, da geht dann immer ein bisschen ins Fell und tröpfelt von dort weiter. Also außerhalb des Klos bzw. im Nahumfeld des Klos: Tropfen. Und dann die entsprechenden „Stempel“ in der Wohnung. Wenn ich das mitbekomme und zu Zewa oder Waschlappen greife, lässt er sich kommentarlos hintenrum „abputzen“ – aber ich hoffe dennoch, auch im Sinne meiner Wohnung, dass wir die Phase bald mal hinter uns gebracht haben. Gesundheitliche Probleme sind ausgeschlossen.
Manchmal, wenn Reddi Quincy „animieren“ möchte, dann legt er sich auf den Rücken, streckt die Beinchen in die Luft und fiept – anders kann man das nicht nennen. Er schaut dann immer mit großen Kulleraugen von unten nach oben, ob Quincelchen kommt. Quincy macht dann folgendes: Er setzt sich quasi auf Reddi drauf und tretelt. So sieht es jedenfalls aus. Reddi bleibt auf dem Rücken und findet die Aktion offenbar nicht schlimm. Dann putzt Quincy kurz Reddis Bauch – das sieht schon ziemlich dominant aus. Die Aktion ist aber zu jeder Zeit unterbrechbar. Ein einziges Schütteln der Leckerlie-Dose: und zwei putzmuntere Kater sitzen vor mir. Natürlich kommt Lucky dann auch angetöffelt.
Lucky – mit dem musste ich vor ein paar Wochen zum Tierarzt – er hatte sich zu häufig hintereinander übergeben und wirkte schlapp. Fieber hatte er auch. Hypothese der TÄ: Haarballenreizung im Magen. Er bekommt nun jeden Tag Malzpaste und ist fit wie ein Tanzschuh. Spielt auch wieder gerne. Ziemlich ungestüm, und ich freue mich.
Drei Jahre „habe“ ich nun Katzen. Erst Daisy & Lucky. Dann Lucky & Quincy. Jetzt Lucky & Quincy & Reddi. Viele Höhen erlebt, aber auch Erfahrungen mit Tiefen gemacht. 2 X die wunderbare Kittenzeit – versetzt – erlebt. Individualität der Zwucks kennengelernt. Freude und Sorgen und Ängste, jetzt aber auch Ruhe und Sicherheit aufgrund von Erfahrung. Nassfutter-Umstellung bei Lucky hinbekommen. Tierarzt und Tierfriseur und Tierwohnung: keine Kosten und vor allem Mühen gescheut.
Meine kleinen Helden, für jeden gehe ich durchs Feuer.
Morgen beginnt hier eine massive Aktion in Sachen Beton- und Balkonsanierung. 3 Monate ohne Terrassenknast, 3 Monate mit Lärm und Dreck. Riesengerüst, abgedeckte Fenster, Sandstrahl. Hoffentlich bekommen wir – bzw. die Zwucks – das hin.
Und – tatahhh – morgen kommt auch mein ultra-rückenfreundlicher Sessel. In sehr hellem und sehr feinem Leder. Die Hoffnung … genau … da war doch was mit: zuletzt!
Werde alles photographisch festhalten (auch den ersten Ritz…?).
Liebe Grüße
von den Katern und mir