Leider konnten wir in der letzten Zeit nicht so viel dokumentieren wie üblich, aber wir hatten jede Menge zu tun.
Tigger ist am Sonntag in sein neues Zuhause gezogen, ein schönes altes Bauernhaus im "Dreiländereck" (Landkreis Leer / Landkreis Ammerland / Landkreis Cloppenburg). Das gehört einer Arbeitskollegin von mir, die sich in Tigger verliebt hatte. Auch die Herzgeschichte und die damit verbundene Medikamentengabe bereiten ihr keine Sorgen.
Er präsentiert sich dort als ganz lieber und gemütlicher Riese, und auch mit der vorhandenen Katzendame Yola (auch als "Drama-Queen" bekannt) läuft es ganz gut. Tigger ist absolut ruhig und ausgeglichen in Katzengesellschaft.
Nun hatten wir am Sonntagabend auf der Rückfahrt dann beschlossen, dass wir erstmal keine neue Pflegekatze wollten. Die letzten Wochen waren echt stressig und am Haus müssen wir auch mal wieder etwas machen. Der Flur vor dem Katzenzimmer ist nämlich immer noch eine Baustelle...
Wie gesagt, dass war Sonntagabend...
In der letzten Woche jedoch tat sich im Verein etwas: Ein Katzenliebhaber aus Aurich, der 6 Katzen sein eigen nannte und sie immer gut versorgt hatte, musste sich aus Krankheitsgründen von seinen Tieren trennen. Trotz seiner Krankheit hat er es noch 2 Jahre mit den Katzen geschafft, aber nun ging es einfach nicht mehr. Ich wusste von unserer Vorsitzenden, dass darunter auch eine norwegische Waldkatze war und hatte schon überlegt. Die jedoch lebt auf Pflegestelle bei unserer Vorsitzenden und hat sich dort gut eingelebt. 2 weitere Katzen landeten in der Katzenstation, und 2 Katzen (
BKH und einen Maine-Coon) nahm der Bruder des Besitzers zu sich.
Montag rief dann der Tierarzt des Mannes bei unserer Vorsitzenden an und bat um Hilfe in diesem Fall.
Wie gesagt, wir hatten gesagt das wir eine Pause brauchen.
Er erzählte unserer Vorsitzenden von Struppi...
erwähnte ich unseren Wunsch nach einer Pause eigentlich schon?
...einem 5-jährigen rot-weißem, reinrassigen (mit Ahnentafel) Maine-Coon Kater, der leider in einem fürchterlichen Zustand sei und momentan von den Nachbarn des Besitzers draußen gefüttert werden würde.
Frau L. (unsere Vorsitzende) verfügt über selektives Hören: Sie hörte "rot-weiß" und "Maine-Coon", und teilte dem Tierarzt mit, dass er gleich einen Anruf bekommen würde.
Frau L. rief danach mich an und berichtete kurz von dem Fall und bat mich, den Tierarzt doch bitte einmal anzurufen weil sie selbst leider momentan krank sei (logisch, wenn ich kein Fleisch esse, woher sollen auch Abwehrkräfte kommen:mrgreen:?).
Also sprach ich dann mit dem Tierarzt und wir verabredeten, dass ich heute eine Lebendfalle vorbeibringen würde, er den Kater dann untersuchen und impfen würde, und wir ihn am Wochenende durch unseren bis dahin fertig renovierten Flur in unser Pflegezimmer bringen würden.
Das war der Sachstand am Montagmittag gegen 13 Uhr.
Gegen 20:00 Uhr rief die Frau des Tierarztes dann an und teilte mir mit, dass ich leider für die Renovierung einen Plan B brauchen würde, denn sie hatte den Kater am Montagnachmittag ohne Falle einfangen können. Ihr Mann würde ihn dann am Dienstagmorgen untersuchen, impfen, und die Verfilzungen im Fell entfernen. Ich könnte ihn dann am Dienstagmittag in ihrer Praxis in Empfang nehmen.
Das war der Sachstand am Montagabend gegen 20:00 Uhr.
Also räumten wir das Katzenzimmer komplett aus, und richteten ein provisorisches Katzenzimmer in einem unserer Gästezimmer ein. Das liegt auf dem Flur, der bereits renoviert ist. Geschuftet und vorbereitet haben wir dann bis 22:30 Uhr.
Alles Stress, aber dann war Dienstag gegen Mittag....
Leute, Struppie ist der absolute Oberhammer, ich bin total verliebt.
Er sieht zwar momentan gerupft aus weil er unheimlich viel Fell gelassen hat, es war teilweise so verfilzt das er seinen Kopf nicht mehr drehen konnte, aber er ist unheimlich toll. Ich hatte Tränen in den Augen als ich den narkotisierten Kater in der Box gestreichelt habe. So ein süßer Kerl, so groß, so schön, so verdammt maine-coonig.
Ich nahm Kater, Impfausweis, und Stammbaum und fuhr nach Hause. Jetzt liegt er oben in seinem provisorischen Zimmer und schläft seinen Drogenrausch aus. Er ist zwar so zu 40% wach, aber sein Verstand kreist noch im Orbit herum. Mehr als auf die Kuscheldecke torkeln und ein Maine-Coon-typisches Gurren kam bisher nicht.
(Ganz nebenbei stellte ich in seiner Ahnentafel 2 Dinge fest: 1.) Sein Vater und mein Vater haben den gleichen Vornamen, und 2.) Sein Geburtstag ist genau ein Tag vor dem Geburtstag meines Vaters - aber das nur ganz am Rande :mrgreen
Er schläft seinen Rausch aus, die anderen Katzen schlafen auch, nur ich sitze hier: Todmüde von der Arbeit, aber total aufgedreht wegen Struppie....