Claxx, wie war Deine Äußerung jetzt zu verstehen?
LG
Melanie
Hallo, Melanie, nett, daß Du nachfragst :-D
Erstens kommt das natürlich von dem typischen Berlin-Gen, das zu oft an der Spottlust gefallen findet. (Ein geborener Berliner hätte sogleich verstanden wie es gemeint ist.) "Wer nicht arbeitet, braucht auch kein Fleisch auf dem Teller", also in Langform:
Diese Aussage kann man verschieden bewerten, einmal sarkastisch: Wenn Du es Dir nicht leisten kannst, hast Du eben Pech gehabt.
Das setzt voraus, daß man den Fleischverzehr als erstrebenswert erachtet. Darauf antwortet das kapitalistisch versteinerte Herz.
Nun weiß aber jeder, daß in Deutschland in der Regel niemand verhungert und daß man auch ohne Fleisch satt und gesund sein kann. Nun tritt der Spott ein, der einen eingefleischten Fleischesser auf's Korn nimmt, der sich über mangelnden Luxus beklagt. Aber auch der Hartzler hat ja die Wahl zwischen Fleisch und Fleisch, wie Du schlüssig berechnet hast. Völliger Verzicht oder Ruin der Gesundheit ist nicht zwingend.
Zusätzlich kommt noch ein Körnchen Wahrheit dazu, denn wer nicht schwer arbeitet, vermißt Fleisch körperlich nicht (wenn er nicht drauf konditioniert ist). Schwerarbeiter allerdings kommen vegetarisch (in der Regel) nicht so gut über die Runden. Aber die könnten sich Bio-Fleisch leisten, wenn sie wollten. Es kommt nur auf die Prioritäten an.
Also, mit oder ohne Spott: Wer nicht arbeitet, braucht es nicht. (Wenn er es aber will, geht es doch.)