Es ist jetzt gestern drei Wochen her. Es wird schon etwas leichter, aber gerade abends fehlt er mir noch sehr.
Bällchen kam immer zwischen 9 und 10 Uhr, hat seine Miezelinos verlangt und dann kam er zu mir und hat sich in meinen Arm gekuschelt. So schlief er dann gut eine Stunde und dann ging er wieder streunern.
Vor ein paar Tagen hab ich den dritten Fressplatz weggeräumt

da musste ich wieder heulen. Und jetzt grad beim schreiben auch.
Die Kerze von meiner Freundin brennt immer noch jeden Abend. Ich habe drei Kerzen bekommen. Zwei davon werden abgebrannt, eine bleibt ganz. Bald werd ich ein schönes Bild von ihm erstellen, es in einen Rahmen packen und dann kommt das Bild mit der nicht abgebrannten Kerze neben den TV.
Sein Grab ist schön geschmückt. Freunde haben noch Deko für´s Grab bestellt und mir gebracht. Das war so schön, dass ihn auch andere Menschen vermissen und ihn würdigen.
Er war so besonders. Mein Mann sagt das ebenfalls. Er hatte von klein auf Katzen, teilweise 8, 9 Zeitgleich, aber so einer wie mein Hannibal ist ihm nie untergekommen.
Ich muss mir ein bisschen was von der Seele schreiben, da ich bei euch am Besten verstanden werde.
Was ihn für mich so besonders machte und warum ich so sehr leide, dass er nicht mehr bei mir ist.
Der Anfang mit den Katzen
Ich war immer ein Hundemensch. Von klein auf ging ich mit allen Hunden in der Nachbarschaft spazieren. Ich liebte es und die Hunde liebten mich. Einen gab es, der hat nicht mehr gefressen wenn ich kleiner Stöpsel ( 7 Jahre ) nicht kam weil ich mal keine Zeit hatte. Katzen war ok, aber nicht´s besonderes für mich.
2011 lernte ich meinen Mann kennen und uns war ziemlich schnell klar, wir ertragen uns :mrgreen:
Er ist ein Katzenmensch, kann mit Hunden nicht viel anfangen. Er sparte schon seit er 12 ist auf ein eigenes Haus. Ich kam zur Planung dazu und das Haus wurde auch schnell gefunden und gekauft.
Er wollte dann Katzen. Ich hatte kein Problem damit, da für einen Hund momentan keine Zeit ist.
Wie der Zufall so wollte....
Wir sitzen bei seinem Kumpel auf der Terasse. Er sagt plötzlich: Hey wir bekommen eine Katze, dort gibt es noch andere Katzenbabies. U.a. einen kleinen schwarzen Kater, den keiner will und der von der Mama verstoßen wird. Da schlug, warum auch immer, mein Herz rasend schnell und sagte sofort "Den will ich".
Wir zu der Familie gefahren und die Kitten angeschaut. Ich hab Hannibal gesehen und war total verliebt.
Als ich wieder daheim war konnte ich an nicht´s anderes mehr denken, als an den kleinen abgemagerten schwarzen schwachen Kater, mit dem riesen Kopf.
Ich hab sofort das Internet leer gekauft und der Frau geschrieben, dass ich gerne noch ein zweites Kitten mitnehmen möchte. Das klappte dann auch. Es war Luzi.
Die zwei zogen dann ziemlich schnell bei uns ein. Leider viel zu früh ( 5 Wochen alt ) und es war ein Kampf die zwei am Leben zu halten. Drei Wochen haben wir jede nacht so geschlafen, dass jeder ein Kitten in einer Wolldecke im Arm hat, damit sie nicht auskühlen. Zwei Wochen haben wir beide täglich mit der Hand gefüttert damit sie fressen.
Monate lang hat sich Hannibal mehrmals am Tag übergeben und fürchterlich dabei geschrien. Ich hab ihn jedes Mal dabei leicht festgehalten. Danach hat er sich erschöpft an mich gedrückt und ich hab ihn mit mir rumgetragen.
Er wurde allmählich immer fitter und gesünder.
Er klebte an mir, egal wo ich war. Auf dem Klo saß er auf meinem Schoß, beim Kochen schlief er in meinem Ausschnitt, in der Badewanne lag er auf dem Kloceckel daneben, im Bett lag er in meinen Nacken gekuschelt.
Diese Verbundeheit riss nie ab. Jede Verletzung die er hatte, zeigte er mir. Jede Verletzung ließ er von mir behandeln, egal wie schlimm sie war.
Er kam immer heim wenn ich in den Hof fuhr, dann wurde ein geschrei mit Schwänzchen hoch veranstalten und dann gab es erstmal eine Köpfelorgie und dann wurde ich reinbegleitet.
Er war wie ich, wir waren zwei gleiche Seelen. Er war mein Katzenspiegelbild, ich war sein Menschenspiegelbild. Wir waren eins.
Dachte ich an ihn, kam er heim. Hatte ich ein komisches gefühl tagsüber wegen ihm, war er verletzt als ich heim kam. Sagte ich ihm etwas, wusste er was ich von ihm wollte.
Dieses Loch in meinem Leben wird nur langsam kleiner, aber wird sich nie ganz schließen.
Mein einzigster ganz kleiner trost ist, dass er bei mir liegt. Er ist nicht verschwunden und ich konnte ihn noch richtig verabschieden. Ich konnte ihn noch lange festhalten und streicheln.
Wenn ich diese Augen sehe fährt es mir durch den ganzen Körper und bin wie hypnotisiert. Seine blicke lösten schon immer Gefühle in mir aus, die unbeschreiblich sind. Meine Liebe zu ihm war so riesen groß, so extrem und so stark dass es schon beängstigend war.
