Ich antworte jetzt mal schnell hier. Den Zusammenführungsthread hab ich jetzt nicht gelesen - ich denke das ist auch zweitrangig erstmal. Gut, dass ihr der Kleinen doch noch eine Chance geben wollt. Zum Thema Wildchenhändling: Besorgt euch bitte aus dem Baumarkt billige Schweißer-Leder-Handschuhe. Die kosten so um die 20 EUR und fangen Kratzer und Biße ab. Eventuell reicht die Behandlung beim Tierarzt ja aus bezüglich des Auges. Ansonsten gilt für Krankheitsfälle bei Scheumietzen folgendes: Setzt die Katze für die gesamte Zeit einer Behandlung in einen kleinen Raum, der möglichst wenig extreme Versteckmöglichkeiten bietet. Dafür bietet sich oft das Bad an. Dorthinein könnt ihr eine Box als Versteck stellen - wenn man Glück hat nutzt die Mietz diese Box als Safe-Platz und man muß nur noch das Türchen schließen wenns zum Tierarzt geht. Ansonsten muß man versuchen sie mit einer Decke in die Box zu treiben bzw. in dem kleinen Raum hat sie ja eh keine große Chance zu entkommen und man kann sie dann in eine Ecke drängen und die Decke über sie legen und darin einwickeln und so in die Box schieben (mit Handschuhen an).
Das händling beim Tierarzt sollte folgendermaßen ablaufen: Man geht mit behandschuhten Händen und einer Decke in die Box rein und wickelt die Katze in der Box in die Decke und holt sie so eingewickelt raus. Dabei aufpassen, dass vor allem der vordere Bereich fest eingewickelt ist und die Decke nicht verrutscht. Wenn eine Scheumietz nichts mehr sieht und den Festhaltedruck spürt hält sie still. Nun kann man an sich im hinteren Bereich der Katze alles freiwickeln und sie so impfen, Blut abnehmen oder untersuchen. So lang der Vorderkörper eingewickelt ist und festgehalten wird, funktioniert das gut. Die Kunst beginnt nun bei Ohren und Augenbehandlungen. Dies ist aber mit etwas Übung auch möglich auf dieselbe Art. Dafür hält man über der Decke die Katze mit der einen Hand an der Brust und mit der anderen an dem Schnäuzchen fest - nimmt sie so ein bißchen "in den Schwitzkasten". Dann wickelt der Tierarzt vorsichtig von oben erst die Ohren und dann das betroffene Auge frei - das andere sollte zugedeckt bleiben - also mit der Hand dieses über der Decke zuhalten. Sie werden dann unruhig, aber da man sie ja festhält geht es meist. Auf dieselbe Art kann man dann zu zweit auch zu Hause einem Wildchen Augentropfen geben. Gut verschnürrt in der Decke und zwischen den Beinen eingeklemmt auf dem Boden geht es mit guter Übung sogar allein.
Zu Anfang ist sowohl das Einfangen als auch das händling mit der Decke für einen sehr schwierig - aber der Witz ist, wenn man das bei derselben Katze täglich machen muß, dann wissen sie sehr fix, was los ist und wissen, dass sie keine Chance haben und: machen mit. Katzen die ich öfter auf die Art einfangen muß, gehen nach dem 3. oder 4. mal nach ein oder zwei kurzen Fluchtversuchen ganz von allein in die Box (hatte ich gerade erst wieder heute früh - Pflegi Cyrano ist ausgezogen in sein neues Zuhause und mußte dafür in die Box - Zweimal ist er durchgestartet, dann stand er auf dem Fensterbrett - ich halte die Box vor ihn - er guckt mich an - und geht rein - ohne, dass ich ihn berührt hab oder sonstwas). Und ebenso kennen Augenkatzen die Prozedur mit der Salbe dann recht fix, lassen sich fix einfangen, halten still und flüchten danach fauchend und drohend. Überhaupt scheint diese Art des händlings mit der Decke für die meisten der Scheumietzen nicht traumatisierend. Zu Anfang hat es den Anschein, aber wie gesagt, mit der Zeit verstehen sie was man will und sehen es mehr als lästig an, denn als schrecklich.