Da ich ja eher selten online bin, muss ich immer viel nachlesen ... und dann werden meine Beiträge mit den Antworten auch immer sooooo lang - aber gut.
Lieber Nic, du stellst mich hin als hätte ich überhaupt keine Ahnung!
Hm ... ich habe dich jetzt nicht irgendwo "hingestellt ... aber in wie ich schrieb - entweder hast du dich nicht so informiert, wie ich mir das vorstelle (und das ist jetzt sicherlich nicht einzig "richtige" Art - sondern einfach nur meine persönliche Einschätzung) und/oder du bist unglaublich naiv (und das zeigt sich auch wieder an einer Reihe deiner Folgebeiträge.
Jetzt ist "keine Ahnung von Zucht haben" auch erst einmal nichts Negatives (also zumindest nicht, solange man (noch) nicht züchtet). Nur a) hörte es sich quasi so an, als stünde die Katze schon in den Startlöchern und b) hast du selbst behauptet, du hättest dich schon wer weiß wie informiert. Wenn dann aber schon mit so einer Frage angefangen wird, ob es auch "Vermehren" ist, wenn man Tier mit Stammbaum verpaart und dann aber selbst nicht im Verein ist und die Kitten dann ohne verkauft ... nun - das ist eine Frage, die jemand stellen kann, der sich noch nie mit Zucht beschäftigt hat - aber mit Sicherheit nicht von jemandem kommen sollte, der das von sich behauptet.
Ich mach jetzt mal ein Beispiel für Fremddeckung, ein Kater mit Stammbaum und Gentests, der natürlich dann nicht nur eine Katze zu Fremddeckung nimmt. Was wenn der Kater sich irgendwann mal Leukose einfängt? Nicht jeder lässt seinen Deckkater dagegen impfen.
Richtig .... deshalb muss man sich einen Kater, zu dem man Fremddecken geht auch sehr gut aussuchen. Ich habe über 15 Jahr Briten gezüchtet ... die gibt es wie Sand am Meer und wenn ich gewollt hätte, hätte ich quasi nicht mal ins Auto steigen müssen, um zu einen Deckkater zu gelangen. Aber ich bin bestimmt nicht zum Spaß teilweise 1000 km gefahren - weil ich einen bestimmten Kater wolle und eben auch bestimmte Ansprüche an die Haltung und Vorsorge hatte.
Und deswegen sollte es keine Neueinsteiger geben?
Habe ich an keiner Stelle gesagt.
Ich bin mir vieler Sachen durchaus bewusst, ....
Das glaube ich z. B. eben nicht!
Unter „Vermehrer“ verstehe ich definitiv etwas anderes!
Mag ja sein, dass wir da unterschiedliche Vorstellungen haben - aber wer ohne Papiere züchtet ist eben einer - und das ist nicht diskutabel. So - lassen wir die weg, bleibt eine Gruppe von "Vereinszüchtern" - und davon kannst du den meisten Rassen auch zwischen 60-80% komplett vergessen ... vielleicht wirst du hier im Forum öfter drauf stoßen, hier wird immer "seriöse Vereinszucht" betont. Die Papier und die Vereinsmitgliedschaft sind die Minimalanforderungen ... aber wenn wir in den Bereich der Züchterethik kommen - dann sieht es noch mal ganz anders aus.
Ich sage ja immer gerne: zum guten Züchter gehören die drei "V":
Die
Verantwortung, dass einem wirklich klar ist, dass man tatsächlich mit Lebewesen arbeitet. Dass jede einzelne falsche Entscheidung die man trifft fast immer von den Tieren mit einem verdammt hohen Preis - im ungünstigsten Fall mit ihrem Leben bezahlt wird.
Der
Verstand, der es einem ermöglicht sich in die teilweise doch recht komplexen Zusammenhänge einzuarbeiten. Ob jetzt medizinische Grundlagen, Genetik, Linienkenntnis oder Verhaltenspsychologie.
Und nicht zuletzt das
Vermögen, dass es ermöglicht, diese extrem kostspielige Hobby zu finanzieren. Je nach Umfang der Zucht, kostet einen der Spaß mehrere Tausend Euro im Jahr. Ein verantwortungsvoller Züchter, der weiß (und versteht) um was es geht, muss jederzeit in der Lage sein auch mal vierstellige Summen auf den Tisch legen zu können. Wenn es bei der Geburt Komplikationen gibt - und es nachts, am Feiertag im Notdienst ... dann ist keine Zeit, um nachzurechnen, ob man den Kaiserschnitt auch im 3,5-fachen Satz bezahlen kann. Wer hier erst überlegen muss, hat - meiner Ansicht nach - nichts in der Zucht verloren.
Ich finde du hast das alles auf sehr Vorwurfsvolle Art geschrieben.
Ja - das kann schon sein. Wenn du öfter Beiträge von mir liest, wirst du feststellen, dass ich in dieser Hinsicht eine sehr spezielle Art habe. Ich bin immer sehr direkt und vor allem ehrlich - damit können viele nicht umgehen. Diplomatie gehört garantiert nicht zu meinen Stärken - aber ich weiß IMMER, wovon ich rede.
Wie gesagt ich denke die große Erfahrung kommt mit der Zeit ...
Siehst du - und so wie du meinen Ton zu vorwurfsvoll findest - finde ich deinen zu lapidar. Zucht ist kein Hobby wie z.B. Kochen - wo es am Anfang - mangels Erfahrung mal nicht klappt - und dann nicht schmeckt. Fehler in der Zucht, die aus mangelnder Erfahrung entstehen, werden nicht selten von den Tieren mit ihrem Leben bezahlt.
du hast viele Erfahrene Leute an deiner Seite die dich unterstützen udn du gehst nicht von Anfang als als Experte rein.
Auch hier - meiner Ansicht nach - eine gravierende Fehleinschätzung der Züchterszene. Eins kann ich dir an der Stelle schon mal ganz klar sagen: die Züchterszene ist ein Haifischbecken - selten habe ich so viele verlogene und hinterhältige Menschen kennengelernt wie dort. Mit ganz, ganz viel Glück (und da wären wir fast bei dem 6er im Lotto), findest du einen guten Mentor innerhalb deiner eigenen Rasse. Am ehesten findest du jemanden, der eine komplett andere Rasse züchtet. Aber 9 von 10 Altzüchtern winken ab, wenn Anfänger ankommen ... also, dass ist nicht die tolle Gemeinschaft, die nur auf dich gewartet hat. Räum auf der Ausstellung einen Pokal mehr ab, als dein Mentor - verkauf ein Kitten teurer .... und lernst die Leute von ganz anderen Seiten kennen.
Ja das ist mir schon klar, wenn man sich eine Katze von einem Verantwortungsbewussten Züchter holt, dann sind Erbkrankheiten ja auch über Generationen nicht vorhanden.
Siehst du - da könnt ich schon wieder mit Kopf auf den Tisch schlagen .... DAS ist einfach nur naiv ...
Das ist natürlich selbstverständlich und es würde ja dann auch nur eine Katze mit Stammbaum in Frage kommen.
Das hat sich in deinem Eingangspost mal gar nicht so angehört ... also: das es selbstverständlich ist.
Ich hatte das in meiner Frage ganz am Anfang jetzt nur auf mich bezogen weil ich wissen wollte ob ich dann quasi als unter die „Vermehrer“ fallen würde, ich habe es aber nicht so vor gehabt. Kam wohl ein bisschen falsch rüber.
Ja - solche Sachen kommen ganz schnell mal falsch rüber ... und dann wundert dich mein Ton?
Dazu hätte ich mal eine Frage, @Westpark-Nic. Man liest ja immer wieder, dass der entscheidende Unterschied unter anderem ein bestimmtes Zuchtziel ist. Aber was kann denn dann Zuchtziel sein? Rassenerhalt, Gesundheit und Charakter empfinde ich auch mehr als allgemeine Voraussetzung und nicht als konkretes Ziel. Ist das Ziel dann eine bestimmte Farbe, eine bestimmte Mischung aus Charakterzügen, ein bestimmter Körperbau? Was kann so ein konkretes Zuchtziel sein?
Auch hierzu eine Antwort:
Jeder Züchter hat in der Regel innerhalb des Standards - der ja durchaus auslegbar ist - eine bestimmte Vorstellung, wie die "perfekte" Katze aussehen soll. Ich persönlich hatte immer die Macke mit kleinen Öhrchen - und superkurzem Fell. Letzteres war bei mir immer sehr schwierig, da ich leider sehr viel Langhaar drin hatte und meine Fellqualität grottig war. Daran hätte ich defintiv weitergearbeitet, wenn ich nicht aufgehört hätte. Du versucht den Typ so nah wie möglich - an deine Interpretation des Standards zu bringe. Und du versuchst diese Merkmal so zu festigen, dass sie sich über Generationen möglichst dominant weitervererben.
Und wenn du das gut - und lange genug machst, haben die Katzen irgendwann "dein Catter-Gesicht" ... es gibt BKHs, die gucke ich mir an und kann dir sagen, aus welcher Zucht die stammen.
Das ist jetzt so mal die Kurzform.
Grüße
Nic