Saros Geschichte:
als ich 2017 hierher zog, tauchten nacheinander insgesamt 4 Katzen in meinem Garten auf. Ich hab sie alle gefangen, kastriert und wieder rausgesetzt.
Mama Sanja blieb meiner Futterstelle treu (bis ich sie nach 2 harten Jahren endgültig reingeholt hab), ihre Tochter Isabelle hatte das Glück, daß toTo sich in sie verliebt hatte und sie mit nach Hause nahm.
Die beiden Kater lernten während vieler Kämpfe, dass mein Garten nicht mehr länger Bestandteil ihres Revieres war, da meine eigenen Kater Milo und Bany hier langsam ihr eigenes Revier etablierten. Einen der beiden Kater hab ich nie wieder gesehen, den anderen, Saro, hatte ich dann im Oktober 2019 nochmal auf der Wildkamera als ich am Ortseingang eine Katzenmami mit ihren 4 Kitten einfing.
Er war damals bereits ein extrem scheuer Kater, der sich immer sehr gut verstecken konnte
Ich hab ihn all die Jahre nie irgendwo im Ort vorbeihuschen sehen und hätte gedacht, dass er nach nunmehr 8 Jahren längst verstorben sei.
Aber dann kam toTo!
Sie hat sich systematisch auf die Suche nach den noch lebenden Streunern vom Hafen gemacht und ist dann auf Saro als einzige noch lebende Hafenkatze gestoßen. Ihren Bericht hab ich ja oben gepostet
Nun sitzt Saro also in meinem Gästebad und ich kann ihn nicht angucken ohne böse auf mich selbst zu werden, dass ich mich nicht früher um die HafenStreuner gekümmert hab! Er ist ein einziges Häufchen Elend, das sich viel zu lange draußen durchschlagen musste:
Seit er es warm und trocken hat und nicht mehr hungern muss, geht es ihm aber jeden Tag ein ganz kleines Stückchen besser:
Vorgestern war ich mit ihm zur Erstvorstellung bei meiner TÄ und wie zu erwarten war, ist er eine echte Großbaustelle.
Die bisherigen, offensichtlichen Erkenntnisse sind:
abgebrochene Zähne (beide oberen Canini), von denen mindestens der obere rechte Rest entfernt werden muss. Bei den beiden unteren liegen die Zahnhälse frei, was den Verdacht auf FORL weckt, sprich, er braucht ein Dentalröntgen.
Roll-Lider (rechts oben und unten, links oben, aber evtl noch ohne OP "zu retten"). Wir haben einen Abstrich genommen und lassen auf
Chlamydien und Mykoplasmen untersuchen. Wenn positiv, gibts ne AB-Kur und die Hoffnung, dass die Entzündung aus den Schleimhäuten rausgeht, damit die Lider operiert werden können. Befundung im Labor dauert noch ca ne Woche
Arg verbrannte Ohrränder, die kupiert werden müssten um ein (potentielles) Plattenepithelkarzinom einzugrenzen oder bestenfalls zu verhindern.
Das alles anzugehen macht mir Angst, da Saro sehr sicher eng mit Sanja verwandt ist (er ist entweder Vater oder Sohn und/ oder (Halb)Bruder von ihr) und Sanja ja an
FIP gestorben ist. Wir haben Saro Blut abgenommen, es liegen aber noch nicht die Ergebnisse vor, die dann richtungsweisend sein werden.
Er ist für einen echten Streuner ungewöhnlich verschmust, weshab ich denke, das ist bei ihm wirklich pure Verzweiflung. Auch nach nun 2 Wochen schläft er fast ausschließlich auf seinem Fell-Lager und beschränkt seine Aktivitäten auf kurze nächtliche Wachphasen mit Fressen und Klo-Gang.
Andererseits frißt er gut und wenn ich mich zu ihm setze und ihm das Streicheln anbiete, dann blüht er richtig auf: presst sein Köpfchen, eigentlich seinen ganzen Körper, in meine Hand, sabbert wie verrückt und kann gar nicht genug bekommen. Ich hoffe also, dass sein leidgeprüfter Körper einfach nur noch mehr Ruhe und decompression time braucht bevor er dann bitte bitte, nochmal richtig durchstartet
Im Moment tobt draußen der Schneesturm und ich sitze im Bad, gucke den Kater an und heule vor Dankbarkeit ihn drinnen zu haben.
Gefangen am Nachmittag des 24.12 ist Saro das ungewöhnlichste und tollste Weihnachtsgeschenk, das mir meine toTo je gemacht hat!