Hallo zusammen,
ich lebe noch. Irgendwie.
Mein kleiner Otto hat Regulationsstörungen- früher hat man Schreibaby gesagt. Jetzt ist er genau 3 Monate alt und es wird etwas leichter, weil man schon mit ihm quatschen und ihn ablenken kann. Er ist unfassbar süß, wenn auch glatzköpfig und fängt langsam richtig an zu "kudern" = mit Ton lachen, mir fällt das hochdeutsche Wort nicht ein
Die Weinlese und parallel die Sonnenblumenernte hat begonnen und ich bin daher fast ausschließlich alleine. In meiner Wohnung sind jetzt zwei junge Rumänen einquartiert, weil mein Freund sie zwar herbestellt, aber keine Unterkunft für sie bereitgestellt hat. Das war nicht lustig und ich war völlig überrumpelt, aber it is what it is.
Die Polen kommen dafür (hoffentlich!) nicht mehr und ich muss also doch keine Sanitärräume mit ihnen teilen.
Frida wurde kastriert und das ist wohl grade meine größte Baustelle, denn emotional leide ich so krass an dem Hund.. Mein Freund ist mit ihr vorgestern abends nochmal Gassi gegangen, weil ich mit Baby nicht konnte und ihn darum gebeten habe. Im Moment darf sie sich ja sowieso nicht viel bewegen. Leider hat er dann vergessen ihr die Hinterbeine wieder in den Body zu stecken und daher hat sie sich den Kack nach oben geschoben und sich an der Naht zu schaffen gemacht.
Ich habe das Gott sei Dank zügig mitbekommen und in der Tierklinik angerufen- dachte in meiner Not ihr fallen gleich die Gedärme raus. Ich hätte sowieso nicht hinfahren können, aber die Ärztin hat mich beruhigt.
Am nächsten Tag beim Tierarzt habe ich dann nochmal AB und Schmerzmittel bekommen, weil die Naht geschwollen war.
Frida muss also jetzt Body UND Halskrause tragen. Nachdem ich aber immer zuhause bin, setze ich ihr den Lampenschirm nur nachts auf. Sie ist absolut verzweifelt, ich habe sie noch nie so innerlich zerfallen gesehen. Kein Gassi, kein Besuch, keine frische Luft, keine Freiheit.
Wenigstens habe ich sie nachts jetzt wieder zu mir ins Zimmer geholt (hatte Angst, dass sie mit dem Trichter wo gegenstößt und den Kleinen weckt, aber sie ist ganz ruhig solange wir in der Nähe sind).
Holly war ein paar Tage lang wieder freiwillig herinnen und hat gut gefressen und geschmust, aber ich habe sie jetzt wieder 2 Tage nicht gesehen. Sie marschiert abends unten ins Wirtshaus, lässt sich ausgiebig kraulen und verschwindet dann wieder in die Nacht. Ich vermisse sie sehr.
Xavi hat einen Schnupfenschub vom Allerfeinsten- ich inhaliere mit ihm und habe mit AB begonnen, das ich noch hier hatte. Wenn ich mit Frida zum Fädenziehen fahre, muss ich ihn mitnehmen. Er rotzt wirklich überall hin, einfach arm der Kerl..
Finny ist anhänglich und hat den Kratzbaum im Wohnzimmer wieder für sich entdeckt. Seither ist er viel entspannter und kommt auch mit dem Hund wieder gut aus.
Nächste Woche fahre ich mit meinem Kleinen zur Kieferorthopädin, wo ihm das Lippenbändchen durchtrennt wird. Das ist zu kurz und ich hoffe, dass wir damit auch seinen nächtlichen Koliken in den Griff kriegen. Das Wundmanagement ist aber gar nicht so ohne- Massagen vor und nach dem Stillen, Tag und Nacht. Wird auch nochmal witzig.
Ich habe nun auch wieder angefangen zu arbeiten - wenn ich auch noch nicht angemeldet bin- um zu sehen wie es funktioniert. Naja eine Stunde pro Tag geht so, aber länger ist nicht drin, schon gar nicht am Stück. Mini will nämlich überhaupt nicht alleine wo liegen geschweige denn nicht bespaßt werden- was ist das auch für ein Service!

Solange ich nicht 2 Stunden pro Woche in die Firma kommen kann- ohne Kind- werde ich auch nicht mehr so richtig angestellt, weil es so für meinen Chef keinen Sinn macht. Leider kann ich den Kleinen aber nicht abgeben- zwei Versuche mit meiner Mama sind kläglich nach 5 Minuten gescheitert. Ich werde also erstmal kein Geld verdienen und höchstwahrscheinlich mit Ende des Jahres meine Wohnung aufgeben müssen.
Ich hatte Mitte der Woche Besuch von zwei Sozialarbeiterinnen, die für ein Programm vom Land arbeiten, welches frühe Hilfe bei schwierigen Familiensituationen bieten kann.
Die Damen waren sehr nett und alleine über die ganze Kacke zu sprechen, die im Moment so los ist, tut gut.
Nachdem ich irgendwie das Gefühl habe, dass meine Mama ganz froh ist, wenn ich mich nicht melde und sonst nicht wirklich Jemand zum Reden da ist, fühle ich mich doch ein Stück weit gestützt.
Ich hoffe es wird leichter, muss ja.
Wow, Mini hat eine Viertelstunde alleine im Bett geschlafen, jetzt hat er aber geschnallt, dass ich nicht da bin. Flott flott.
Ich lasse euch allen liebe Grüße da, ich hoffe es geht euch gut
