Ich habe jetzt erstmal so umstrukturiert, dass ich alles unter einen Hut bringe. Also tagsĂŒber nur Otto, Frida, die Katzen und Haushalt. Das hört sich immer so wenig an, aber mit Kind fertig machen, Katzen versorgen, Spaziergang, Einkauf und Kochen ist der Vormittag schon voll.
Wenn Otto abends schlÀft, beginne ich zu arbeiten.
So schaffe ich zumindest alles und habe nicht den Druck, dass die Arbeit liegen bleibt.
NatĂŒrlich habe ich jetzt gar keine Zeit fĂŒr mich, das ist aber grad ok so.
Dass du deine Zeit anders einteilst, ist vermutlich sinnvoll. Das habe ich auch so gemacht, als meine beiden Söhne (die mit genau 14 Monaten Abstand geboren wurden) klein waren, wir damals auch Katze und Hund hatten und ich wieder angefangen habe als Lehrerin zu arbeiten (an einer sehr stressigen Schule). Da habe ich mir nach dem Unterricht nur Zeit fĂŒr meine Familie genommen und dann abends, wenn die Kinder im Bett waren, fĂŒr die Schule gearbeitet.
Das hat dazu gefĂŒhrt, dass ich meist bis in die NĂ€chte rein am Schreibtisch saĂ und jahrelang nachts nicht mehr als 5 Stunden geschlafen habe⊠Du musst also aufpassen, dass du dich dabei nicht ĂŒbernimmst.
Die Hundetrainerin, mit der ich vorgestern gezoomt habe, hat gemeint, die Tierheime sind rappelvoll und unser Hund hat als Herdenschutz- oder Hofhund das Privileg auf einem Hof zu leben. Sie meint ich soll mal chillen, dem Hund gehts supergut und die Probleme, die ich schildere sind zwar doof, aber daran kann ich immer noch arbeiten, wenn ich wieder Zeit und Kraft dafĂŒr habe.
Ich soll den Hund einfach mal Hund sein lassen und nicht den Anspruch haben, alles perfekt machen zu wollen, denn das Gegenteil passiert.
Hat mir auch irgendwie geholfen, kurz durchzuatmen
Das ist sicherlich ein guter Rat von deiner Hundetrainerin.
Bevor das Kind auf die Welt gekommen ist, habe ich monatelang mit Frida trainiert- vor allem eine "Ruhezone" aufzubauen. Ich habe rund um ihr Iglu ein Gitter angebracht und ihr kleinschrittig gezeigt, dass es ok ist, wenn das Gitter mal zu ist.
Gut, dass du das schon trainiert hast, bevor Otto geboren wurde. Das solltest du weiter ĂŒben, damit sie diese Ruhezone als völlig normal oder besser noch positiv ansieht und nicht denkt, dass sie bestraft wird, wenn sie dorthin geschickt wird.
Ich möchte aber an der Wand einen Haken anbringen, damit ich sie ggf. mal anleinen kann. Gar nicht zur Strafe oder sonst was, sondern einfach, wenn sie kurz mal wo bleiben soll und ich nicht diskutieren kann. Ist ja dann spĂ€ter auch nĂŒtzlich, wenn klein Otto mobil wird und ich nicht permanent hinter dem Hund her sein kann. NatĂŒrlich wĂŒrde ich das vorher auftrainieren und sie da nicht gefrustet irgendwo festbinden
Ich habe in meiner Wohnung zwei Stellen, an denen ich Finnley manchmal kurz anleine: einmal im Flur (da steht auch ein Körbchen von Finnley), damit ich runter gehen kann, wenn z.B. ein Paket kommt.
Die zweite Leine ist im Wohnzimmer am Sofa befestigt, damit kann Finnley bis zu seiner HĂŒtte, aber auch aufs Sofa oder neben mich kommen. Er kann aber damit nicht stĂ€ndig zur TĂŒr rennen, was er manchmal macht, wenn er GerĂ€usche im Haus hört. Ich muss dann nicht mit ihm schimpfen und er wird nach wenigen Minuten von selber ruhig (dann mache ich die Leine auch wieder los).
Mein Freund hat Holly heute FrĂŒh gefĂŒttert und ins Wirtshaus gelassen, jetzt pennt sie unten im Warmen.
Er ist entsetzt, dass ich sie wirklich hergeben möchte und hat sich den Kopf zerbrochen wie wir ihr jederzeit Zugang zum Wirtshaus ermöglichen können.
Im Endeffekt gibt es den Zugang aber schon und er ist ĂŒberzeugt, dass Holly das auch weiĂ
Schön, dass dein Freund sich um Holly kĂŒmmert und dass er auch an ihr hĂ€ngt. So hat sie einen zweiten Helfer, wenn du dich gerade nicht um sie kĂŒmmern kannst. Die Lösung mit dem Zugang zum Wirtshaus könnte also klappen (wenn Holly das möchte).
Genauso ist es mit Holly und mir. Sie gehört auch zu mir wie das Amen im Gebet.
Ich denke auch, dass Holly zu dir gehört. Und ich hoffe, ihr schafft es, dass all eure Tiere bleiben können und fĂŒr jeden die passende Lösung gefunden wird, damit sich alle unter den derzeit gegebenen UmstĂ€nden wohl fĂŒhlen.
