Danke euch allen sehr für euer Mitfühlen, euere Überlegungen und guten Wünsche.



Ich antworte jetzt auf euere Beiträge teilweise zusammen.
Miamaus geht es deutlich schlechter als gestern. Ich glaube, sie hat sich innerlich bereits auf den Weg gemacht, zieht sich von ihrem Leben bei mir mehr und mehr zurück.
Es ist jetzt ihr Weg, den ich nur in Liebe akzeptieren und loslassen kann, so sehr mir auch das Herz blutet.
Vielleicht war gestern unser eigentlicher Abschiedstag, wo noch Nähe möglich war, auch wenn Mia nicht mehr zum kuscheln zu mir kam.
Heute will sie nicht mehr gekrault werden. Sie liegt teilweise im Wohnzimmer,teilweise in ihrem Versteck im Schlafzimmer. Ich kann ihr das nicht nehmen, so sehr ich mir auch ihre Nähe wünsche. Es geht jetzt darum, was sie möchte, meine Bedürfnisse muß ich zurückstecken.
Ich habe jetzt im Schlafzimmer die Heizung für sie an gemacht (im Wohnzimmer läuft sie jetzt sowieso rund um die Uhr, damit Mia es warm hat), und in ihr Versteck eine Decke gelegt.
Gerade liegt sie da auch wieder. Ich schaue immer wieder nach ihr, rede mit ihr, fasse sie aber nicht an, so schwer es mir auch fällt.
Wenn es sein muß, komme ich da an sie dran.
An diesem Platz hat auch Lissy

ihre letzte Nacht verbracht.
ich kann Deine Verzweiflung fühlen.

Danke dir
Ja, dieser Prozess ist wirklich kaum auszuhalten und das größte Problem ist, dass wir sie nicht fragen können, wie sie sich das wünschen.
Das wünschte ich mir so sehr, dass ich Mia fragen könnte.
Hast Du denn auch das Gefühl, dass Mia noch Lebensqualität hat und was ich noch wichtiger finde, hast Du das Gefühl, dass sie wirklich nicht leidet/keine Schmerzen hat?
Lebensqualität hat sie nicht mehr wirklich, denke ich. Ich glaube, sie wartet darauf, dass ihre Zeit gekommen ist und sie loslassen kann.
Die Tierärztin meint nicht, dass sie Schmerzen hat. Starke Schmerzen glaube ich auch nicht.
Mia, hat sich ja immer gegen die Tierärzte/Fremde gewehrt.
Aber was hat das mit Lebensqualität zu tun?
Mit Lebenqualität hat es nichts zu tun. Aber vielleicht damit, dass Mia selbst auf ihre Weise gehen kann und ihr letzte Eindruck von dieser Welt nicht der von Zwang und Angst ist. Wir wissen so wenig darüber, was in einer Katzenseele vor sich geht, wenn sie sich auf den Weg macht. Mia hatte ihr Leben Angst vor Tierärzten, ich glaube nicht, dass sie möchte, dass das am Ende ihres Lebens steht.
Sollte es ihr allerdings akut schlecht gehen, wäre das natürlich was anderes.
Ich kann nur nach meinem Herzen gehen. Wenn die Tierärztin gestern zugestimmt hätte, hätte ich Mia gehen lassen. Aber vielleicht ist das so jetzt wirklich der bessere Weg. Das werde ich erst hinterher sagen können.
Hat die tä ihr wenigstens eine Infusion gegeben? Dehydrieren ist leider kein schöner Tod. Ich würde sie lassen und versuchen den Montag noch zu erreichen
Nein. Ich habe nachgefragt, ob Mia dehydriert wäre und die TÄ sagte nein.
Einem Sterbenden noch Infusionen zu geben, macht auch nicht mehr wirklich Sinn. Etwas trinkt Mia ja noch.
Ich fühle mit dir es ist einfach alles so schwer man ist sich nie wirklich sicher ob man es richtig macht
Danke dir

Genau so ist es. Ich kann nur noch nach meiner Intuition gehen und meiner Erfahrung mit meinem beiden Sternchen. Aber jeder Sterbeprozeß ist anders, jede Katze ein Individuum.
Und es gibt so viele unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema.
Ich versuche auf mein Herz zu hören
Ich befürchte sie sucht einen Platz wo sie sich in ruhe auf den letzten weg macht
Das befürchte ich auch. Ich versuche es als ihr safe place zu sehen. Dass ich diese Ecke völlig ungemülich finde, zählt nicht.
Kannst du oder deine Helferin Mia wenigstens noch ein Schmerzmittel verabreichen? Das würde man bei einem Menschen wohl auch machen, dass man ihm in dieser Phase die Schmerzen erspart.
Da sie mittlerweilen so schwach ist, kann ich ihr selbst Melosus ins Mäulchen geben. Allerdings gegen ihren Willen und das fällt mir immer schwerer.
Ich habe ihr auch immer noch eine Amodip gegeben, wegen des Blutdrucks, palliativ. Ich glaube nicht, dass sie komplett erblindet ist, grobe Umrisse scheint sie noch sehen zu können. Wo ihre Wassernäpfe genau stehen sieht Mia nicht mehr. Ich schiebe sie ihr hin, wenn sie trinken will.
Ich denke an euch und wünsche euch, dass Mia sich am Ende ohne Schmerzen und von dir begleitet auf ihren letzten Weg macht. Ich wünsche dir ganz viel Kraft für diese schwere Zeit.
Lieben Dank,

Kraft kann ich wirklich gebrauchen. Ich mobilisiere gerade meine letzte Kräfte um Miamaus noch beizustehen.
ch selber habe noch nie ein Tier einschläfern lassen, wenn es sich noch zur Wehr setzen oder flüchten konnte.
Danke dir. Das hilft mir zu hören.
Vielleicht fällt ihr die Orientierung jetzt schwer durch das plötzliche Erblinden und der Tierarzt- Besuch hat sie instinktiv einfach nur flüchten lassen .
Ja, ich habe das auch erst gehofft, dass das der Grund ist. Aber mittlerweilen denke ich, dass sie sich aus diesem Leben zurückzieht.
Ich glaube, das letzte was ich Mia an Liebe schenken kann ist, sie jetzt ihren Weg gehen zu lassen. Sterbende zeigen den Weg, die die begleiten können nur folgen mit Akzeptanz und so feinfühlig und liebevoll wie möglich. Darum bemühe ich mich, mehr kann ich nicht mehr tun.
Es hilft mir hier zu schreiben, auch wenn mir die Tränen laufen und mein Herz unendlich weh tut.