Scheinbar liegt das Problem, dass wir uns nicht verstehen, darin, dass wir im Grunde dasselbe meinen, aber den Begriff 'seriös' anders definieren:
*Lufthol* Alsooooo, noch mal: SERIÖS bedeutet für mich VERANTWORTUNGSVOLL!!! Das schließt doch automatisch zu enge Zucht aus (wobei nicht jede Linienzucht negativ ist, aber dazu muss man SEHR gute Kenntnisse besitzen), es schließt Qualzucht aus (für mich übrigens auch die Zucht von Katzen mit verkümmerten Vibrissen; weißen Tieren, bei denen nicht klar ist, ob die Taubheit evtl. vererbt werden könnte usw.). Es schließt aus, dass ich Katzen - der 'Schönheit' wegen - Defekte anzüchte, dass ich sie unnatürlich groß oder klein züchte, dass ich ihnen (um mal 'meine' Rasse zu nehmen) ZU große Ohren anzüchte, dass ich über Fehler hinwegsehe und einfach weiterzüchte undundund.
UND - noch mal: FÜR MICH (!) - schließt es auch aus, dass ich außerhalb eines seriösen Vereines vor mich hin werkle, am besten noch mit irgendwelchen Tieren, deren Herkunft unklar ist (und das sind für mich auch Nachzuchten von Nachzuchten, die vielleicht iiiirgendwann mal Papiere hatten).
Natürlich war es früher anders - war es deshalb besser? War es toll, dass Siamesen schielen mussten und einen Knickschwanz hatten? NEIN! War es sinnvoll, dass man z.B. durch die Perser fast in jede Rasse, in die man sie eingekreuzt hat, entsprechende Erbkrankheiten eingeschleppt hat? NEIN!
Vieles von dem, was ich 'von früher' weiß, halte ich auch für im höchsten Maße zum Hände über den Kopf zusammenschlagen - aber müssen wir deshalb dieselben Fehler noch einmal machen?! Sollen wir? Ich finde -NEIN!
Und deshalb: WENN ich eine Katze einer BESTIMMTEN Rasse möchte, sollte ich mich damit auseinandersetzen, dass da VIEL Murks getrieben wird und mir einen SERIÖSEN Vereinszüchter suchen, um dort zu kaufen.
Denn - und davon könnt ihr mich einfach nicht überzeugen, weil ich einfach noch keinen kennenlernen konnte - ohne Vereinszugehörigkeit ist es für mich ein unseriöses Verpaaren. Man kann nicht mit anderen Züchtern zusammenarbeiten, weil man sie hintergeht, indem man mit ihren Tieren Würfe macht, obwohl sie das nicht wollen. Warum geben denn so viele Züchter ihre Tiere nur noch frühkastriert ab? Doch sicher nicht, weil es so viele Leute gab, die verantwortungsvoll mit den Tieren 'gezüchtet' haben.
Vielleicht liegt meine absolute Ablehnung einfach darin, dass ich früher so dachte wie ihr (Hauptsache, man kümmert sich gut um die Tiere, sch*** doch auf eine Vereinszugehörigkeit und Abstammung). Leider habe ich SO VIELE negative Erfahrungen mit Schwarzzüchtern und leidenden Katzen gemacht, dass ich keinem mehr über den Weg traue, weil sich nicht einer als seriös herausgestellt hat!
Die anderen Gründe, warum ich finde, dass Schwarzzüchter die ernsthafte Zucht kaputt machen, habe ich alle schon aufgeschrieben, die möchte ich nicht alle wiederholen.
Für mich ist das Wichtigste die Gesundheit der Tiere und die halte ich bei seriösen VZ in besseren Händen als bei jemandem, der einfach irgendwas auf irgendwas setzt (oder jemandem, der schon beim ersten Wurf die Züchter hintergeht bzw. Vertragsbruch begeht, denn bei den meisten ist das ja so) - Hauptsache, es sieht nett aus und lässt sich gut verkaufen...
Und um noch mal das Geld-Argument aufzugreifen: Sicher verkaufen Züchter ihre Katzen auch, aber sie züchten nicht nur ausschließlich, um zu verkaufen, wie es die Schwarzzüchter tun! Sie züchten, um möglichst gesunde Katze einer Rasse zu züchten, die an andere Zuchten gegeben werden können (wie ich es ja schon mehrfach geschrieben habe > siehe Link).
Zum Schluss noch mal das "Nur-mal-einen-Wurf-haben-wollen"-Argument: Wer sich eine Rassekatze bei einem guten Züchter holt und einmal einen Wurf mit ihr haben möchte, sich aber eigentlich scheut, weil man denkt, das nicht zu schaffen und man Angst hat, dass es einem über den Kopf wächst, kann das i.d.R. beim Züchter einmal ansprechen. Ich z.B. kenne einige Züchter, die das mehreren Liebhabern ermöglicht haben - unter ihrer Obhut. Einige haben danach 'Blut geleckt' und selber eine eigene Cattery gegründet, andere beließen es tatsächlich bei diesem einen Wurf. Dabei war auch eine Liebhaberin, die unter der Obhut eines Züchters ihre Hauskatze hat werfen lassen - mit allen notwendigen Voruntersuchungen. Es geht hier nicht um Rasse vs. Nicht-Rasse, sondern um verantwortungsvoll vs. 'brauche-ich-nicht-für-einen-Wurf'.
Und mal ab von der Diskussion rund um Rassekatzen: Gäbe es viel mehr Menschen, die ihre Kitten einen besseren Start ins Leben geben würden und sich darum kümmerten, dass ihre Katzen/Kater rechtzeitig kastriert würden, wenn sie nicht in der Lage sind, sich verantwortungsvoll um eine trächtige Katze und ihren Nachwuchs zu kümmern, wären unsere Tierheim nicht so voll und würden hier nicht ständig Leute aufschlagen, die viel zu junge Kitten anschleppen und sie als Einzeltiere halten wollen oder die sie zu früh bekamen und jetzt mit ihren Verhaltensstörungen nicht zurecht kommen.
Zusammengefasst heißt das: Zur Tierhaltung und vor allem der -zucht gehört nun mal ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, das auch beinhaltet, dass man sich gewissen Kontrollmechanismen unterwirft - denn: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser und deshalb *Bogen zum Anfang schlag* kann 'Zucht von Rassekatzen' für mich nur in einem Verein stattfinden.
Ich hoffe, dass mein Standpunkt jetzt besser rüberkam.
@goldfisch: Ich finde es gut, dass du dir SO VIELE Gedanken machst, mag sein, dass ich die ersten Aussagen missgedeutet habe und dich in eine Schublade gesteckt habe, in die du nicht gehörst. Leider habe ich nur einfach so viele schlechte Erfahrungen gemacht, dass ich den meisten, die Vermehrer als "es gibt auch gute" darstellen, nicht mehr über den Weg traue (mal etwas OT: Wann sehen wir denn endlich Fotos von deinen Schätzen???)
@Stulle: Tiere aus seriösen Vereinszuchten sind es in deinen Augen also nicht Wert, bei dir zu leben? Schade.
Puh, ich hoffe, es ist jetzt alles etwas klarer :wink:.
Grüße, sauri