Ein Gesundheitszeugnis ist keinerlei Garantie, da es eben Lebewesen sind. Aber es ist immerhin eine Bescheinigung, die zeigt, dass der Züchter nicht wissentlich kranke Tiere abgeben wird, denn wenn sogar ein Tierarzt keinerlei Auffälligkeiten feststellt, sollte man erst mal davon ausgehen können, dass das Tier nicht offensichtlich oder schwer krank ist. Es ist nicht nur eine Rückversicherung für den Käufer, sondern auch für den Züchter.
Wenn im neuen Zuhause dann doch etwas schief läuft, müssen Käufer und Züchter gemeinsam überlegen, was nun am Besten zu tun ist. Da kommt es aber immer auf das Miteinander an, wie sich beide Seiten verhalten. Mir ist es schon zwei mal passiert, dass Kätzchen im neuen Zuhause böse erkrankt sind und verstorben (doofe FIP). Das war vorher so nicht zu erkennen, sonst wären die Kleinen bei mir geblieben. Aber da die neuen Dosis mich von Beginn der Erkrankung an mit ins Boot geholt haben, ich mit ihnen zusammen überlegt habe, was zu tun ist und wir wirklich gut miteinander für das Tier gekämpft haben, war nach dem traurigen Ausgang auch kein Problem da, eine für alle Seiten gute Lösung zu finden, was den "Ersatz" angeht. Und wir haben sie in beiden Fällen gefunden und kommen bis heute gut miteinander aus.
Aber ich hatte auch gute Liebhaberkäufer, die nicht gleich mit Vorwürfen oder Vorurteilen um die Ecke kamen, sondern trotz allem Leid sachlich geblieben sind - das ist wohl auch nicht selbstverständlich heutzutage.
Ich denke einfach, sowohl Käufer als auch Verkäufer müssen so sachlich wie möglich bleiben, auch wenn es schwer fällt und auch Verständnis für das Gegenüber haben. Ein guter Züchter leidet nämlich mit, wenn mit seinen Tieren was nicht in Ordnung ist.
Und was Züchter und Privatverkauf angeht: Auch bei mir ist es ein nicht gewerbliches Hobby, somit sind die Verkäufe alle privat, auch wenn ich im Verein eingetragen bin und Verträge mache.
Da wird gerne viel durcheinander geworfen.
Sicherlich kann man sich von einem Anwalt beraten lassen, welche Rechte und Möglichkeiten man hat, aber grundsätzlich sollte man - meine Meinung - immer erst mal versuchen, es ohne außenstehende Dritte zu regeln. Und bei allem, was man tut, sollte man an erster Stelle immer das Wohl der Tiere im Auge behalten. Ich hatte dieses Jahr auch schon eine Situation, wo ich wirklich sehr sauer war und am liebsten meine Vertragsstrafe eingeklagt hätte. Aber ich habe die Zähne zusammen gebissen und kleine Brötchen gebacken, zum Wohle meines Katers, und so am Ende mein Tier zurück bekommen. Natürlich hätte ich dann noch wegen Vertragsbruch klagen können, aber wozu? Meine Nerven und meine Zeit habe ich lieber in das Wohl meines zurück gekehrten Tieres investiert, auch wenn die zu Beginn befragte Rechtsanwältin meinte, es wäre kein Problem, die Vertragsstrafe einzuklagen.
Mich macht es oft traurig, dass Leute sich oft erst informieren, wenn es eigentlich schon zu spät ist und dass zur Zeit viele gute Züchter das Handtuch werfen, weil sie ihre Katzen nicht vermittelt bekommen, weil "Geiz ist geil" und eine Unmenge von Schwarzzüchtern das seriöse Züchterleben sehr schwer machen. Wie saurier schon schrieb: Bei jedem Elektrogerät, was mehr als ein paar Euro kostet, vergleicht man, liest Testberichte, hört sich bei Bekannten und Freunden um, aber "Rassekatzen" kauft man mal eben über Ebay-Kleinanzeigen (und ähnliches) wo es am günstigsten ist.
Warum fragt man da nicht mal nach, warum der eine Züchter nur 300,- Euro haben will, der andere aber 650,- Euro? Das muss einen doch stutzig machen und beim teureren nachfragen, warum er teurer ist, kostet nur ein wenig Zeit und einen netten Anruf oder eine E-Mail, bringt aber vielleicht viele Denkanstöße...
Und ob man aus Mitleid oder aus Überzeugung beim Schwarzzüchter/Vermehrer kauft, ist dem herzlich egal - jedes verkaufte Tier macht Platz für die nächsten....
Just my two pence.