Erstmal CEFIA: Vielen Dank für deine liebe Antwort !
Ich bin ganz platt, dass ihr mir sogar noch anbietet den Kummerkasten zu machen !
Das ist nicht unbedingt selbstverständlich!
IHR SEID ECHT LIEB !!!!
Einen wunderschönen Mittag oder doch guten Morgen
Nach einer langen anstrengenden Katzennachtschicht, bin ich überaus müde... Aber mal sehen was ich mir da zu deiner Geschichte so zusammen reimen kann.
Erstmal: Für mich ist es selbstverständlich zu helfen und für Andere da zu sein. Natürlich wird das sehr häufig ausgenutzt, aber mal ganz ehrlich?
Schau dir mal das Elend in der Welt an, Tierschutz ist mehr als überfordert. Woran kann das liegen?
Da Menschen untereinander schon keine Hilfsbereitschaft, kein Respekt und keine Achtung haben, wie soll dann irgendein Verständnis für Tiere vorhanden sein? Also ist es wichtig - für mich - bei den Menschen anzufangen und ein Umdenken zu provozieren, Nächstenliebe sollte groß geschrieben werden, dann könnte es irgendwann auch mal auf Tiere übergreifen. Respekt vor Leben ist leider verloren gegangen in unserer heutigen Gesellschaft.
Mein Angebot bleibt bestehen und jeden Tag arbeite ich den Kummerkasten ab 
Leider hab ich was Neues zu dem Thema zu berichten:
UNSERE MIMO WAR GESTERN DRAUßEN IM GARTEN !
Leider?
Wir wollten einfach mal testen, ob sie ÜBERHAUPT raus möchte.
Ich habe ihr das Geschirr und die Langlaufleine angelegt und sie hat sich nicht gewehrt. Sie blieb brav auf meinem Schoß und lies sich wie selbstverständlich das Geschirr ummachen.
Verständlich, denn sie kennt dich und vertraut dir.
Dann sind wir durch den Hausgang....sie ist selbstständig vor mir die Treppen runter und in den Garten auf den Rasen.
Dort kam uns der Hund der Vermieter entgegen (der wie gesagt sehr lieb ist und Katzen von seinem früheren Heim gewöhnt ist).
Mimo wurde zu einem dicken kleinen Flauschbällchen und fauchte die Hündin an.
Der ging sofort zu seinem Frauchen (die Vermieterin, die auch im Garten lag).
Als der Hund ein paar Meter weg war ist Mimo los unter die Gartenmöbel und hat sich da hingelegt, geschnüffelt und sah eigentlich super neugierig aus und schaute sich aufgeregt um.
Dann ging ihr Mäulchen auf und sie fing an zu hecheln.
Bis hierhin lief es ja recht gut. Das war vermutlich ihr erstes Zusammentreffen mit anderen Lebewesen außer Menschen? Gute Reaktion die Kleine!
Das war der Moment wo ich dachte: Ok....das ist doch zuviel für sie gerade und bin langsam auf sie zu um sie zu holen.
In dem Moment als ich mich in die Hocke setzte und nach ihr greifen wollte, fetzte sie los und auf den nächsten Baum!
Sie sahs so hoch, dass ich sie nicht greifen konnte-selbst mit einer Leiter, die wir holten nicht.
Sie sahs da hechelnd und laut miauend in den Ästen.
Zwischendurch fing sie an weiter zu klettern und die Äste abzuknabbern.
Vermutlich Angst? So viele neue Eindrücke, so viel Fremdes. Das kann schon überfordern.
Ich rief eine Bekannte an um sie um Hilfe zu bitten weil sie sich auskennt mit Katzen die dann den blöden Spruch brachte: "Die kommt schon wieder von alleine runter!"
Aber sie hatte doch die Leine dran und nicht auszudenken wenn sie sich damit aufgehängt hätte !
Also kam mein Vater, der ganz ruhig auf die Leiter stieg, der Maus gut zuredete und sie schnell vom Baum hatte.
(Ich stand vorher auf der Leiter, habe so gezittert vor Angst um die Kleine, dass ich fast selbst runtergefallen wäre)
Tja, leider reagieren sehr sehr viele Menschen so. Während Tierliebhaber häufig ihr Liebstes in Watte packen wollen und gut, warm, wholbehütet in Sicherheit wissen wollen, denken Andere wiederum, dass Tiere solche Situationen allein lösen können, zumal sie sich "allein" darein gebracht haben.
Letztendlich hat aber zum Glück dein Pa da gut aushelfen können.
Ansonsten hättest du wohl die Feuerwehr rufen müssen - teurer Spaß. Katzen, hört man ja nur zu gern, flüchten häufig auf Bäume und kommen dann nicht wieder runter. Bei geübten Freigängern und wilden Katzen ist dies sicherlich anders.
Ein Glück, dein Pa ist da sensibel und hat das Vertrauen von Mimo.
Sie sahs dann noch einen Moment im Rasen und als ich Richtung Haus ging, fetzte sie los und flitzte die Treppen ganz alleine hoch !
(Die Langlaufleine hatte ich abgenommen als ich sie am Baum erreicht hab um die Gefahr vorm erwürgen zu nehmen-sie hatte nur noch das Geschirr dran)
Geschirr ist ja auch um den Brustkorb, dadurch ist die Würgegefahr relativ klein Gehalten, aber falls sie irgendwo hängen bleibt, wird sie sich kaum allein befreien können.
Sie rannte die Treppe hoch und hat sich vermutlich endlich wieder in ihrer gewohnten und geliebten sicheren Umgebung direkt auf ihren Lieblingsplatz fallen lassen und erschöpft ein tiefes Nickerchen gemacht?
Das Gute: Ich weiß, dass sie den Weg in die Wohnung 100%ig allein finden würde...
Weiß nicht, du warst da und hast ihr quasi den Weg gezeigt.
Das Schlechte: Ich glaube mein Baby hat zuviel Angst vor draußen !!!
Denke ich auch!
Oder was bedeutet dann dieses Hecheln?
Viele Tiere können nicht so schwitzen wie wir Menschen es gewöhnt sind. Keine Ausdünstungen über die Haut.
Sie regulieren ihre Temperaturen über die Zungen - hecheln ist die Folge.
Aber auch bei extremen Situationen, Angst, Panik, zu viele neue erschreckende Eindrücke, lassen den Blutdruck vermutlich bis ins sonst was steigen, mit der Folge: hecheln..
Andererseits hatte ich schon das Gefühl, dass sie neugierig war.
Das kannst du sicherlich am Gemütszustand, Verhalten und Mimik am besten sagen. Aber, die Deckung suchen, in Panik auf einen Baum flitzen etc finde ich persönlich sehr bedenklich.
Meine Vermieterin meinte dann: "Ganz normal, dass sie Angst hat, sie kennt das alles nicht, aber wenn du öfter mit ihr raus geht wird sie immer sicherer und ES WIRD IHR GEFALLEN wenn sie das alles besser kennt!"
Ich könnte mir vorstellen, dass sie Recht hat.
Aber ich möchte auf keinen Fall riskieren, dass Mimo darunter leidet rauszumüssen.
Ich weiß nicht ob es richtig wäre es nochmal zu versuchen mit ihr rauszugehen!!!!!!
Aber alle, denen ich von der Geschichte gestern erzählt habe, und das waren 7 Leute insgesamt haben das gleiche gesagt wie meine Vermieterin.
Wieviel du auf solche Aussagen geben kannst, zeigt die Aussage deine Freundin/Bekannten in der Baumsituation ?!?
Wo war denn bitte die im Garten liegende Vermieterin zu dieser Zeit?
Du mußt das ganz allein einschätzen. Höre auf dein Herz, deinen Verstand, lasse die ganze Gartenaktion noch mal Revue passieren, schaue genau hin und treffe eine Entscheidung.
Ich denke, man sollte kein Tier zu irgendwas zwingen.
Ein Jahr in der Wohnung, da ist sie nun sicherlich völlig erschöpft von der ganzen Geschichte.
Ich weiß nicht was ich dazu denken soll !
Gehe in dich und denke im stillen Kämmerchen ganz in Ruhe darüber nach. Höre auf Mimos leises Stimmchen, nicht auf dich oder andere super kluge Ratschläge - meine Wenigkeit eingeschlossen
Ich war selber total am Ende, hab dann auch geweint, als sie so maunzend auf dem Baum sahs.
Die Vermieter haben ihr sogar ne Klappe zum Haus in die Garage (der dann wiederrum ins Haus führt)machen lassen, weil sie sich so gefreut haben, dass ich gesagt hab, dass ich der Kleinen den Freigang mal "anschnuppern" lassen will.
Bei soviel Katzenfreundlichkeit frage ich mich, warum das Alles aber keine 2te Wohnungskatze. Letztendlich bin ich aber nach wie vor der Meinung, lass einfach alles so wie es ist. Änderungen können bei eurem geplanten Umzug stattfinden.
Zumal, wenn sie jetzt Freigänger wird, dann erkämpft sie sich ein Revier. Bei dem Umzug in eine Wohnung mit Garten wird sie dieses Revier eh verlieren. Das neue Revier wird also dementsprechend kleiner und vermutlich nur der kommende Garten sein. Warum dann jetzt mit dem ganzen Stress für dich und Mimo starten?
Mimo ist und war bislang überaus zufrieden und glücklich. Diese Situation war wahrscheinlich sehr stressig und überfordernd für euch Beide.
Wenn Mimo nach dieser Situation erneut die Wildnis erkunden möchte, so wird sie dir dies schon zeigen und mitteilen. Katzen sitzen dann schnell mal bei der Tür und jaulen, mauzen, weinen, kratzen oder machen sonst was.
Was meint ihr dazu ?????