Urlaub in England
Heute ist es soweit. Herbert und ich fahren in den Urlaub nach England. Natürlich im Wohnmobil. Diese Urlaubsform hat voll Besitz von uns ergriffen. Natürlich ist so etwas nicht billig, aber es hat den Vorteil, wenn es einem an einem Ort nicht gefällt, fährt man einfach weiter. Was bei einem Hotel Aufenthalt nicht möglich ist. Vor ein paar Jahren waren wir am Überlegen, ob wir uns nicht ein Wohnmobil kaufen. Doch wir haben anders Entschieden, denn ohne den drei wöchigen Urlaub im Jahr, kämen wir vielleicht noch mal zwanzig Tage im Jahr weg und deshalb so viel Geld ausgeben, lohnt sich für uns nicht. Bei kurzen Urlauben gehen wir deshalb in Hotels.
Diesmal wird es keine Schwierigkeiten mit der Sprache geben, denn inzwischen spreche ich sehr gut Englisch. Auch französisch beherrsche ich inzwischen.
Herbert und ich haben uns schon im Vorfeld des Urlaubes mit den Verkehrsgesetzen in England vertraut gemacht. Nicht nur, das auf der falschen Seite gefahren wird, auch sind viele Vorschriften ganz anders wie bei uns.
Wir sind schon etliche Stunden unterwegs und sind kurz vor Calais. Von dort geht es morgen früh weiter mit einer Fähre. Unsere Fähre fährt um 8.40 Uhr ab. Bis dahin haben wir weit über 12 Stunden Zeit. Darum beschließen wir beide, zunächst etwas Essen zu gehen. Anschließend wollen wir in den Hafen fahren und dort übernachten. Von Freunden wurde uns in Calais ein gutes Restaurant empfohlen welches wir nun anfahren. Dort kann man auch mit einen Reisemobil parken. Gleichzeitig wurde uns empfohlen anschließend in den Hafen zu fahren und einen bewachten Parkplatz auf zu suchen. Diese Parkplätze sind auf keiner Karte verzeichnet, weil sich diese in Privater Hand befinden. Einen übernachtungsplatz haben wir von Deutschland aus gebucht.
Nach dem Essen fahren wir weiter und nach einer Stunde haben wir den Abstellplatz erreicht. Dieser befindet sich bei einem Privathaus und nachdem Herbert sich angemeldet hat, öffnet uns ein deutsch sprechender freundlicher Herr die Einfahrt zum Stellplatz. Auf diesem Platz haben nur drei Fahrzeuge platz. Herbert entrichtet den Obolus von 10 DM und wir brechen auf um noch einen Spaziergang zu unternehmen. Wieder habe ich meine Notfalltasche dabei und wir schlendern über die Promenade.
Nach etwa 2 Stunden gehen wir zurück um es uns noch etwas gemütlich zu machen. Denn schließlich ist es erst 20.00 Uhr. Als wir wieder bei unserem Mobil ankommen sind auch schon zwei weitere Fahrzeuge da. Somit ist dieser Platz komplett belegt. Bei einem der Fahrzeuge scheint Aufregung zu herrschen, denn dort stehen etwa zehn Personen um das Wohnmobil herum und sind heftig am debattieren. Als wir näher kommen hören Herbert und ich den Ausdruck Tierarzt. Sofort werde ich hellhörig und steuere auf die Menschen zu.
Als ich ankomme und frage was los ist, dreht sich eine Frau um und als sie meine Tasche mit dem Abzeichen sieht, ruft sie sofort dass ein Tierarzt da ist. Sofort öffnet sich vor mir ein Durchgang und ich kann in einem Wohnmobil einen Hund liegen sehen. Schnell gehe ich zu ihm und als ich das Wohnmobil betrete, überfällt mich sofort eine Frau mit einem Wortschwall. Daraus entnehme ich, das der Hund wohl irgendetwas gefuttert hat und dieser auf einmal umgefallen ist.
Sofort fange ich an den Hund zu untersuchen, während Herbert erklärt das wir ebenfalls in Urlaub fahren, ich jedoch mich erst um den Hund kümmern werde. Mit keinem Wort erwähnt er, das ich keine Tierärztin bin. Bei dem Hund stelle ich fest, dass er wohl etwas gefuttert hat was verdorben war. Ich tippe auf einen verendeten Fisch und frage auch danach. Da dieses bestätigt wird, weiß ich was zu tun ist. Zunächst gebe ich dem Hund ein Medikament und drücke der Frau noch einige Pillen in die Hand die sie ihrem Hund während der nächsten drei Tage geben soll. Außerdem empfehle ich, dass jemand sofort mit dem Hund, der inzwischen wieder steht, Gassi geht. Die Frau schaut mich an, greift zu einer Leine und legt diese bei dem Hund an. Anschließend verlässt ihr etwa 15 jähriger Sohn mit dem Hund das Wohnmobil. Kaum 15 Meter von diesem entfernt, entleert der Hund seinen Darm. Gleichzeitig fällt ihm auch sein Futter aus dem Gesicht. Ich kläre die Frau auf, dass dieses noch etwa 2 Stunden so gehen wird, dann verlasse ich das Wohnmobil.
Dann gehen wir zu unserem Wohnmobil, wo Herbert zwei Stühle aus dem Stau Fach holt. Wir sitzen noch etwa 2 Stunden vor unserem Mobil, auch die anderen Wohnmobilfahrer sitzen bei uns, dann begeben wir uns in unser Wohnmobil.
Am nächsten Morgen fahren wir nach einem ausgiebigen Frühstück die paar hundert Meter zur Anlegestelle der Fähre. Nachdem wir auf diese gefahren sind, begeben wir uns auf eines der Decks und genießen die Überfahrt nach England. Etwa eine Stunde später haben wir wieder festen Boden unter den Füßen und wir fahren aus dem Hafen von Dover. Sofort fährt Herbert, der sich schnell mit der Fahrweise der Engländer vertraut macht, auf die Autobahn. Wir wollen zunächst an die Atlantikküste. Erst in der letzten Woche wollen wir uns London ansehen. Bis zur Küste sind es etwa 580 Kilometer. Dafür befinden wir uns aber, wenn wir da sind, am Südwestlichsten Zipfel der Insel.
Unterwegs halten wir in Dorchester an um etwas zu Essen. Dann fahren wir weiter. Während wir weiterfahren überlegen wir uns auch, wo wir noch hin fahren können. Denn eine Planung für die drei Wochen in England, haben wir nicht gemacht. Nur das es zur Atlantikküste und nach London geht, war uns klar. Herbert meint ob wir nicht auch nach Loch Ness fahren wollen. Schließlich will er schon immer Nessi auf den Zahn fühlen. Beide sind wir am Lachen und so beschließen wir, nach dem Atlantik, wo wir heute noch ankommen werden und nachdem wir einen Tag dort geblieben sind, zum Loch Ness zu fahren. Es sind zwar fast 900 km bis dort hin, aber die schaffen wir auch in zwei Tagen. Wie es dann weiter geht werden wir vor Ort entscheiden.
Wir befinden uns kurz vor unserem Ziel, der White Sand Bay bei Sennen Cove, als wir an einer Weide auf der sich eine Herde Schafe tummeln, vorbei fahren. Herbert macht mich bevor ich es sehen kann, auf den Schäfer aufmerksam. Der scheint sich über ein Tier zu beugen welches vor ihm liegt. Irgendetwas ist mit dem Tier, denn der Schäfer stößt immer wieder dem Tier leicht in die Seite.
Herbert lenkt das Wohnmobil an die Seite und sobald das Mobil steht, bin ich aus dem Wagen und laufe schnell zu dem Schäfer. Beim näher kommen erkenne ich, das es sich bei dem Tier um einen Hund handelt. Kurz darauf bin ich bei den beiden und ohne ein Wort zu sagen beuge ich mich zu dem Hund herunter. Das alter des Hundes schätze ich auf 5-6 Jahre. Der Hund ist schwer am Atmen. Auch ist er sehr mühsam am Atmen. Ich tippe sofort auf einen Herzanfall. Jetzt ist jede Minute Kostbar. Einen Infarkt wie beim Menschen bekommen Hunde nicht, jedoch sind andere Herzkrankheiten möglich. Wie in diesem Fall. Vermutlich funktioniert eine Herzklappe nicht richtig. Das kann ich jedoch ohne Röntgen und ohne Ultraschall nicht genau feststellen. Dazu muss der Hund zu einem Tierarzt der diese Geräte hat.
Ohne mich um den Schäfer zu kümmern, der mich anspricht, untersuche ich den Hund. Inzwischen ist auch Herbert da und erklärt dem verdutztem Schäfer wer ich bin. Nicht genau, denn er sagt einfach dass ich eine Tierärztin aus Deutschland bin. Während er das macht kümmere ich mich um den Hund. Zunächst höre ich ihn ab und da das Herz unregelmäßig schlägt, setze ich eine Spritze mit einem Herzstärkungsmittel. Das ist im Moment das einzige was ich machen kann. Kurz darauf versucht der Hund wieder auf zu stehen, doch das will ich nicht. Darum sage ich zu dem Schäfer dass der Hund nicht aufstehen darf und der Schäfer gibt das entsprechende Kommando. Daraufhin bleibt der Hund liegen.
Hinter unserem Wohnmobil hält in diesem Moment ein Polizeifahrzeug und ein Polizist steigt aus dem Fahrzeug. Bevor der Polizist nach vorne zu unserem Wohnmobil gehen kann, ruft der Schäfer schon nach ihm. Erst jetzt scheint der Polizist Herbert und mich zu sehen, denn er kommt zu uns. Kaum ist er bei uns erklärt er, dass an der Stelle nicht gehalten werden darf. Bevor Herbert oder ich etwas sagen kann, fängt der Schäfer an zu erklären weshalb das Wohnmobil dort steht. Für lange Erklärungen haben wir aber keine Zeit. Der Hund muss sofort weiter behandelt werden und so falle ich dem Schäfer ins Wort
„Hören Sie! Für Erklärungen ist keine Zeit! Der Hund muss sofort zum Tierarzt, sonst überlebt er nicht! Also lassen Sie das Gequatsche!“ Bei einem schnellen Blick auf Herbert, sehe ich das dieser breit am grinsen ist. Er kennt mich zu genau. Er weiß, dass ein Tier bei mir vor allem geht. Sogar vor ihm! Der Polizist erklärt sich bereit mit dem Schäfer und dem Hund sofort zum Tierarzt zu fahren. Daraufhin stößt der Schäfer einen lauten Pfiff aus und drei weitere Hunde kommen angelaufen. Kurz gibt der Schäfer ein Kommando und schon laufen die Hunde wieder zur Herde. Ich kann sehen, dass sie die Herde nun umkreisen und diese in eine bestimmte Richtung drängen. Dann nimmt der Schäfer den Hund auf den Arm und nach einem kurzen Dank geht er zusammen mit dem Polizisten zu dessen Wagen. Kurz darauf fahren sie davon und auch wir gehen zu unserem Wohnmobil.
Als wir weiter fahren reden wir noch lange über den Vorfall. Doch sobald wir an unserem Ziel angekommen sind, vergessen wir den Vorfall und sind nur noch Urlauber die sich am Strand und im Wasser vergnügen. So vergeht auch der nächste Tag. Erst gegen Spätnachmittag, als dunkle Wolken am Himmel aufziehen fahren wir mit unserem Mobil weiter. Kurz darauf ist es auch schon am Regnen. Bei der Fahrt kommen wir auch wieder an der Weide vorbei, jedoch ist nichts von der Schafherde zu sehen. Dafür hängt an einem Baum ein Handschriftlich Verfasstes Schild auf dem Steht: „Danke! Der Hund wird Leben! Ohne Ihre Hilfe wäre er gestorben! Nochmals tausend Dank!“
Herbert hält an und ich schreibe darunter: „Das habe ich gern gemacht! Alles Gute für Sie und den Hund!“ Danach fahren wir weiter. Ob der Schäfer meine Nachricht gelesen hat weiß ich leider nicht, denn in die Gegend bin ich erst wieder 7 Jahre später gekommen. Da war zwar die Geschichte mit der deutschen TÄ noch bekannt, jedoch haben wir den Schäfer nicht getroffen. Nur erfuhr ich, dass der Hund noch immer auf einem Bauernhof lebt, wo er seit damals sein Gnadenbrot bekommt. Doch zurück zu unserem Urlaub.
Wir fahren noch etwa drei Stunden, dann meint Herbert dass es Zeit wird, einen Hafen an zu steuern. Damit meint er einen Parkplatz für das Wohnmobil. In Bristol finden wir eine Möglichkeit wo wir Übernachten können und wir verlassen das Mobil um etwas Essen zu gehen. Dort treffen wir auch einige deutsche Soldaten, die in der Nähe auf einem Übungsplatz stationiert sind. Wir unterhalten uns während des Essens mit ihnen und erfahren, das diese dort mit ihren Panzern scharf Schießen würden und nicht wie in Deutschland mit Übungsmunition. Das war Herbert und mir neu und wir beschließen dort hin zu fahren. Wie uns die Soldaten erklären ist im Moment keine Truppe dort, diese würden erst wieder am Freitag dort eintreffen. So könne man dort im Übungsgelände bis zu Steilküste gehen. Und das Gefahrlos, weil der Weg der dort hinführt außerhalb des Schießbereiches liegt. Wir verabredeten uns noch mit zwei Soldaten für den nächsten Tag, dann gehen wir wieder zu unserem Mobil.
Am nächsten Morgen fahren wir nach Pembroke Dock wo wir die zwei Soldaten wiedertreffen. Sie stiegen bei uns ins Mobil und wir fahren soweit ins Übungsgelände wie wir können. Den Rest gehen wir zu Fuß und stehen schon bald an der Steilküste. Dort geht es etwa 30m hinab und Herbert meinte schon das es schade ist nicht zu dem schönen Strand zu kommen der zu sehen ist. Doch die Soldaten meinten das ist kein Problem und führen uns einen Pfad, der zum Strand geht, hinunter. Sie meinten noch, das wir aber nicht länger wie zwei Stunden dort bleiben könnten, denn dann käme die Flut und von dem Strand wäre dann nichts mehr zu sehen. Ausdrücklich mahnten sie uns vorher den Weg nach oben wieder zu gehen, da die Flut sehr rasch hier ist.
Herbert und ich bleiben etwa 1,5 Stunden an dem Strand und als wir sehen, das einige Einheimische, die auch zum Strand gekommen sind, ihre Sachen packten, machen auch wir uns auf den Weg. Als wir oben ankommen und zum Strand zurück blickten war dieser schon zur Hälfte vom Wasser überflutet. Wir gehen zum Wohnmobil und nachdem wir etwas gegessen haben sind wir weiter in Richtung Loch Ness. Bevor wir dort ankommen haben wir noch einmal übernachtet und so treffen wir am Nachmittag an unserem Ziel ein. Herbert steuert zunächst einen Campingplatz an um einen Stellplatz für uns zu finden. Er ergatterte den letzten freien Platz und wir stellten unser Mobil dort ab. Dann gehen wir zum See der nur einige Meter entfernt ist. Doch Nessie sehen wir nicht.
Wir bleiben drei Tage an dem See ohne Nessie zu sehen. Herbert ist ein bisschen Enttäuscht. Er meinte: „Nun sind wir extra den langen Weg gefahren um Nessie zu begrüßen. Und jetzt zeigt sich das Monster nicht! Vielleicht beim nächsten Mal!“ Ich muss lachen und auch Herbert stimmt ein.
Am letzten Abend bevor wir weiter fahren sitzen wir vor unserem Mobil, als ein etwa 40 jähriger Mann aufgeregt auf unser Wohnmobil zukommt. Er sagt als er bei uns ist: „Ich bin der Tierarzt von einer Ortschafft hier in der Nähe! Durch Zufall habe ich gehört, dass seit drei Tagen hier eine Frau herum läuft, die auf einer Tasche das Zeichen eines Veterinärs hat. Sofort dachte ich, das kann nur ein Tierarzt sein. Darum bin ich hier. Ich habe in meiner Praxis einen Hund und eine Katze liegen die bei einem Unfall schwer Verletzt wurden. Können Sie sich diese mal ansehen? Ich möchte sie nicht erlösen wenn es auch anders geht!“
Sofort stehe ich auf und hole meine Notfalltasche. Auch Herbert steht auf und zusammen gehen wir anschließend zu dem Wagen des Tierarzt. Natürlich will Herbert auf der falschen Seite des Autos einsteigen. Aber in England und auch in Schottland, wo wir uns befinden, sind die Lenkräder auf der rechten Seite. Trotzdem sind wir schnell unterwegs. Nach etwa 25 Minuten Fahrt hält der Tierarzt vor einem Haus und zusammen gehen wir in seine Praxis die sich dort befindet. Schon während der Fahrt habe ich den Tierarzt gefragt was er bisher unternommen hat. Auch nach der Ausrüstung in seiner Praxis habe ich gefragt und so erfahre ich, dass Hund und Katze schon von ihm geröntgt worden sind. Solch ein Gerät hat er in seiner Praxis, zwar schon sehr alt aber das Gerät funktioniert noch.
Als wir in seinen Räumen sind, lasse ich mir zunächst die Aufnahmen zeigen. Auch Herbert schaut sich diese mit an. Zunächst betrachte ich die Aufnahmen der Katze. Deutlich kann man sehen, dass mehrere Knochenbrüche vorliegen. Insbesondere ist der Kiefer gebrochen und der Linke Vorderlauf sowie der linke Hinterlauf. Auch einen Schatten sehe ich im Bereich der Bauchhöhle. Beim Hund kommt neben den Brüchen von Vorderem und Hinterlauf noch ein Bruch des Schädels hinzu. Als ich beide untersuchte, stellte ich außerdem fest, dass der Hund an der Lunge verletzt ist. Um die genaue Verletzung feststellen zu können, müssen noch ein paar Aufnahmen gemacht werden. Auch wegen des Schattens in der Bauchhöhle der Katze.
Bei der erneuten Auswertung der Aufnahmen kann man sehen, dass sich der Schatten bei der Katze vergrößert hat. Also hatte sie innere Blutungen! Auch beim Hund kann man sehen, dass eine Rippe in die Lunge eingedrungen ist. Es ist aller höchste Zeit, die beiden zu operieren. Zunächst will ich die Katze operieren. Jedoch fragt mich der Tierarzt ob beide Tiere nicht besser erlöst werden sollen. Ich antworte ihm. „ Warum? Beide können das überleben! Außerdem kommt dass bei mir nicht in Frage da immer noch eine 40 Prozentige Chance besteht, dass sie überleben. Also lass es uns angehen!“
Zunächst ist es wichtig die innere Blutung bei der Katze zu stillen. Daher öffne ich den Bauchraum und sehe auch sofort was los ist. Das Bauchfell ist gerissen, darum kommt es zu der Blutung. Ich frage den Tierarzt ob er bestimmtes Material da hat, was er verneint. Also ist es etwas komplizierter um den Riss zu schließen. Dazu vernähe ich zunächst den Riss und zusätzlich vernähe ich Körper eigenes Material mit. So wird der Riss schneller wieder verwachsen. Anschließend schließe ich den Bauch wieder und kümmere mich um die anderen Verletzungen der Katze.
Nachdem die Katze versorgt ist und in einen Nebenraum gebracht worden ist, kümmere ich mich um den Hund. Nochmals schaue ich mir zusammen mit Herbert und dem Tierarzt die Aufnahmen an. Noch immer sieht es so aus, als wenn eine Rippe in die Lunge eingedrungen ist. Entschlossen führe ich den erforderlichen Schnitt mit dem Skalpell aus. Sofort sehe ich was los ist. Eine Rippe hat die Lunge komplett durchbohrt! Jedoch zum Glück nur am äußersten Rand der Lunge. Somit brauche ich nicht befürchten, dass die Lunge zusammen fällt, wenn ich die Rippe entferne und wieder an ihren richtigen Ort versetze. Vorsichtig ziehe ich die Rippe aus der Lunge. Jederzeit bereit sofort zu handeln, sollte ich mich geirrt haben und die Lunge doch zusammen fallen. Doch nichts geschieht, als die Rippe entfernt ist. Ich atme auf und verschließe das Loch in der Lunge. Anschließend richte ich die Rippen und behandele die anderen Verletzungen. Als ich fertig bin, schaue ich auf die Uhr die an der Wand hängt. Über drei Stunden haben die OP`s gedauert. Bis wir wieder bei unserem Wohnmobil sind, ist es mit Sicherheit schon weit nach Mitternacht.
Zusammen mit Herbert wird der Hund von dem Tierarzt in einem Nebenraum gebracht, wo auch schon die Katze liegt. Ich verspreche, nachdem Herbert und ich beschlossen haben einen weiteren Tag am Loch Ness zu bleiben, auf jeden Fall wieder zu kommen um nach den Tieren zu sehen. Daraus werden dann drei Tage. Mit dem Betreiber des Campingplatzes gibt es keine Schwierigkeiten weil wir länger bleiben. Denn die Tiere gehören seiner Mutter. Für die Nutzung des Platzes über den gesamten Zeitraum brauchen wir nicht Bezahlen. In dieser Zeit kümmere ich mich um die Tiere und nachdem es ihnen besser geht, sind Herbert und ich gefahren. Nicht ohne unsere Telefonnummern aus zu tauschen. Der Tierarzt verspricht uns, nach Beendigung unseres Urlaubs anzurufen. Was er auch macht. Beide Tiere wurden wieder komplett gesund!
Da wir noch ein paar Tage in London bleiben wollen, fährt Herbert in die Richtung. Unterwegs halten wir mal hier und mal dort an um Besichtigungen zu machen. Dann kommen wir nach London. Zunächst wird ein Platz gesucht für das Wohnmobil, den wir auch schnell finden. In London bleiben wir 5 Tage!
Doch langsam geht unser Urlaub zu Ende und nachdem wir 5 schöne Tage in London verbracht haben, fahren wir wieder in Richtung Dover. Mit der Fähre geht es wieder nach Calais und von dort aus, nach einem kleinen Abstecher nach Paris, weiter in Richtung Heimat.Während der Rückfahrt überlegen wir schon, wo es beim nächsten Urlaub hin gehen soll. Wir einigen uns auf Skandinavien. Doch wohin genau, das wird sich noch zeigen. Vielleicht zum Nordkap? ]Aber bis dort hin sind es fast 3000 Kilometer! Auf jeden Fall soll es wieder mit dem Wohnmobil sein.