Post aus Bayern

Diskutiere Post aus Bayern im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Petra, die Maus und der Kater Wie so oft in letzter Zeit sitze ich bei uns zu Hause in der Küche und bin am Lernen. Hier ist der ruhigste Platz...
  • Post aus Bayern Beitrag #221
Petra, die Maus und der Kater

Wie so oft in letzter Zeit sitze ich bei uns zu Hause in der Küche und bin am Lernen. Hier ist der ruhigste Platz im ganzen Haus. Im Wohnzimmer sitzen meine Mutter und mein Vater vor dem Radio. Dabei liest mein Vater ein Buch und meine Mutter ist am Stricken. In mein Zimmer möchte ich nicht gehen, denn dort würde ich mit Sicherheit abgelenkt, so dass ich nicht mehr lernen würde. Denn dort hängen wie in jedem Jungmädchenzimmer überall Poster von angesagten Stars. Außerdem würde ich mit Sicherheit nur auf das Bild von Herbert schauen. Und diese Ablenkung kann ich im Moment nicht gebrauchen Außerdem hat Herbert Dienst in der Klinik. Somit ist die Küche der beste Platz um zu Lernen.

Nachdem ich mir etwas zu trinken aus dem Kühlschrank geholt habe und mich wieder ins Buch vertiefe, höre ich im Flur das Telefon klingeln. Da ich weiß das meine Mutter immer an den Apparat geht, kümmere ich mich nicht weiter um das Telefon. Jedoch bekomme ich mit, wie meine Mutter mit jemand spricht. Auch höre ich wie sie sagt dass sie irgendjemand informieren wird. Dann legt sie den Hörer wieder auf.

Als meine Mutter in die Küche kommt sagt sie zu mir: „Gerda, dein Herbert hat angerufen! Du möchtest bitte sofort zur Zahnklinik kommen. Da ist irgendetwas mit einem Hund. Was konnte er nicht sagen. Aber er sagte das es dringend ist.“ Sofort lege ich mein Buch weg, gehe in mein Zimmer und mache mich fertig. Als ich wieder in das Wohnzimmer komme haben sich meine Mutter und auch mein Vater fertig gemacht. Sie wollen mich begleiten. Zusammen gehen wir nach draußen und mein Vater öffnet die Türen des Käfers. Als wir eingestiegen sind fährt er sofort los. Nach etwa 20 Minuten kommen wir bei der Zahnklinik an.

Da ich hinten sitze kann ich nicht sofort aus dem Wagen aussteigen. Erst muss meine Mutter ihren Sitz verlassen haben. Als das geschehen ist steige auch ich aus. Im gleichen Moment kommt Herbert aus der Klinik und kommt schnell auf uns zu. Als er uns erreicht hat redet er sofort los: „Ich habe es erst vorhin erfahren. Hinter der Klinik liegt ein Hund der sich nicht rührt. Er liegt dort schon seit drei Tagen. Ich habe nachgesehen! Der Hund lebt und lässt sich auch von jedem Streicheln. Aber er bewegt sich nicht von der Stelle. Es sieht so aus, das er sich wirklich nicht in den letzten drei Tagen gerührt hat. Noch nicht mal für sein Geschäft hat er sich bewegt. Ich verstehe es nicht, dass noch niemand etwas unternommen hat. Komm bitte Gerda, ich zeige dir den Hund!“

Zusammen gehen wir durch das Gebäude um durch eine andere Tür an der Rückseite heraus zu gehen. Wir wenden uns nach links und nach wenigen Schritten sehe ich den Hund. Es ist ein Terrier. Irgendjemand hat einen Napf mit Wasser neben den Hund gestellt. Da dieser leer ist, nehme ich an das der Hund daraus getrunken hat.

Langsam gehe ich auf ihn zu dabei fange ich an mit ihm zu reden. Der Hund sieht mich zwar an, aber von ihm erfolgt keine Reaktion. Er bewegt sich einfach nicht. Vor ihm gehe ich in die Hocke und strecke langsam meine Hand aus. Zunächst streichele ich ihm über den Kopf. Als ich in seine Augen sehe, erkenne ich eine tiefe Traurigkeit in seinen Augen. Außerdem scheint er viel geweint zu haben. Äußerliche Verletzungen kann ich bei dem Hund nicht erkennen. Also muss es irgendetwas anderes sein. Ich bitte Herbert um ein Stethoskop was er mir sofort reicht. Als ich dabei hoch sehe, erkenne ich das mehrere Leute um uns herum stehen. Und es scheinen immer mehr zu werden.

Ich höre den Hund ab, doch kann ich keine Unregelmäßigkeiten feststellen. Also beginne ich ihn ab zu tasten. Zunächst über den Rücken. Anschließend auch die Pfoten. Wieder kann ich nichts feststellen. Warum nur liegt der Hund hier und rührt sich nicht? Langsam werde ich ratlos. Zudem wird es immer dunkler. Als ich hochschaue sehe ich, dass schon mindestens 30 Leute um den Hund und mich stehen. Ich bitte Herbert darum Licht zu besorgen. Während ich nun auf Licht warte, streichele ich den Hund weiter. Dabei komme ich auch an seinen Bauch Bereich. Dort stelle ich eine Beule oder ähnliches fest. Was es ist, kann ich wegen des fehlenden Licht nicht erkennen. Als Herbert zurückkommt, meint er nur das Licht gleich kommt.

Natürlich stehen in dem Bereich wo wir uns befinden einige Straßenlaternen und auch durch die Scheiben der Klinik fällt Licht nach draußen. Aber für die Untersuchung reicht diese Beleuchtung nicht. Hinter dem Hund sehe ich eine Bewegung und eine Katze kommt zu uns. Sie legt sich so bei dem Hund nieder, dass sie mit ihrem Kopf auf dem Hals des Hundes liegt. Dabei schaut sie mich an. Auch diese beginne ich zu streicheln. Neben dem Ort an dem wir uns befinden, ist eine Straße die im Notfall nur von der Feuerwehr befahren werden darf. Auf dieser nähert sich ein Wagen mit Blaulicht. Einige der Leute standen bisher auf der Straße. Nun verlassen sie diese um den Wagen vorbei zu lassen. Doch er hält neben uns. Es ist ein Gerätewagen der Feuerwehr.

Fragend schaue ich Herbert an, doch dieser zuckt nur mit der Schulter. Da meldet sich ein älterer Herr: „Ich bin Professor Kkkkk! Nachdem Herr Lllll zu mir kam habe ich die Feuerwehr angerufen. Denn hier scheint es sich um etwas Besonderes zu handeln.“ Während er das sagt, bauen die Leute der Feuerwehr zwei Scheinwerfer auf und schon kurze Zeit später habe ich genug Licht.

Wieder taste ich den Bauch des Hundes ab und merke wieder diese Beule. Vorsichtig mache ich die Haare die dort sind zur Seite. Was ich zunächst erkenne ist ein rosa Gegenstand der an einer Zitze des Hundes ist. Scheint sie dort eine Entzündung zu haben? Da der Hund halb auf der Seite liegt, kann ich noch immer nicht erkennen was der Hund hat. Irgendwie muss ich den Hund dazu bewegen, dass er sich weiter auf die Seite legt. Also schieb ich meine Hand unter den Hund und drehe ihn etwas weiter auf die Seite. Endlich kann ich erkennen um was es sich bei dem Rosa Teil handelt. Als ich es erkenne, kann ich es nicht glauben.

Ich sehe eine kleine Maus die an einer Zitze des Hundes hängt. Sofort untersuche ich den Hund ob er trächtig ist. Genauso ist es. Der Hund steht kurz vor der Niederkunft. Nun muss ich schnell handeln. Doch noch immer verstehe ich nicht was hier abgeht. Da ist der Hund an dessen Zitze eine erst mehrere Tage alte Maus hängt. Dann ist dort die Katze. Anscheinend hat die Natur wieder mal etwas Besonderes ausgeheckt.

„Ich brauche sofort eine Trage, einen Wagen der uns zum Tierarzt bringt und noch einen Korb in dem ich die Katze transportieren kann.“ kommen meine Kommandos. Gerade als ich das gesagt habe, legt sich eine Hand schwer auf meine Schulter. Gleichzeitig höre ich wieder die Stimme des Professors: „Immer Langsam, junge Frau! Es ist alles in die Wege geleitet. Gleich kommt ein Transporter der den Hund und auch die Katze zum Tierarzt bringt. Ach ja! Natürlich auch die Maus! Das ist wirklich ein Wunder welches wir hier sehen. Gehört habe ich schon vieles, aber so was noch nie!“ Gleichzeitig höre ich die Stimme unseres Tierarzt.

Er hockt sich neben mich und sagt:“ Was hast du denn jetzt schon wieder verbrochen? Immer wenn ich gerade meine Pantoffel anhabe, muss ich dir aus der Patsche helfen! Was haben wir denn hier?“ Ich weiß wie der Tierarzt ist, darum nehme ich ihm seine Worte nicht krumm. Schnell erkläre ich was hier vorliegt und schon kommen seine Kommandos. „Sofort eine Trage für den Hund! Dann brauche ich sofort einen Untersuchungsraum! Ich kann nicht bis zu meiner Praxis fahren!“ Sofort kommen Anweisungen des Professors und kurz darauf liegt der Hund auf einer Trage. Auch die Katze ist mit auf die Trage gesprungen. Schnell wird die Trage mit den Tieren in einen Untersuchungsraum gebracht. Dabei sagt der Professor: „Hier in diesen Raum können wir! Er wird im Moment nicht gebraucht, da er Renoviert werden soll. Aber alle Instrumente sind dort vorhanden.“ Der Tierarzt tritt zu dem Hund der inzwischen auf einem Tisch liegt. Dieser Tisch wurde extra in den Raum gestellt, da sonst kein Tisch dort vorhanden ist. Schnell untersucht der Tierarzt und kommt zu dem Schluss: „ Da der Hund trächtig ist, hat sich die kleine Maus an eine der Zitzen des Hundes festgebissen oder festgesaugt. Sie ernährt sich im Moment von der Milch des Hundes. Darum hat sich der Hund auch nicht bewegt. Nicht vor Schmerzen, sondern weil sie wohl Angst hatte, das die Maus herunter fällt. Die Katze hat inzwischen wohl den Hund gefüttert, wie man an den Knochenresten draußen gesehen hat. Ich schlage vor, dass Hund, Katze und Maus sofort ins Tierheim kommen. Wenn mir jemand helfen kann, ich habe meinen Wagen draußen vor der Tür stehen?“

Sofort sind helfende Hände da und die drei Tiere werden zum Wagen des Tierarzt gebracht. Auch ich steige in den Wagen des Tierarzt und wir fahren zum Tierheim. Meine Eltern folgen in ihrem Wagen. Zusammen bringen wir die drei Tiere dann in einem Raum im Tierheim unter. Täglich kümmere ich mich um die drei. Auch der Tierarzt schaut täglich vorbei. Bei einer Untersuchung der Katze wird zwar eine Tätowierung bei ihr gefunden, doch eine Nachforschung hat keinen Erfolg. Auch der Professor fragt öfters nach den dreien. Bei einem Besuch gibt er auch ihnen die Namen. Die Hündin bekommt den Namen Petra, der Kater wird Felix genannt und auch die Maus bekommt einen Namen. Der Lautet ab sofort: Kater Karlo! Als es Zeit wurde die Tiere zu vermitteln, wurden alle drei vom Professor genommen. Kater und Maus waren die besten Freunde. Wenn eine andere Katze Kater Karlo zu nahe kam, schoss sofort Felix herbei und verteidigte seinen Freund. Petra bekam im übrigen 5 Welpen die ebenfalls vermittelt wurden.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #222
Eine sehr schöne Geschichte! Danke!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #223
Hier muss ich ein kleines Vorwort vor weg schicken! In der nun folgenden Geschichte werden die Reden von einigen Leuten beschrieben. Diese wurden von Herbert, Gerdas Mann, mitgeschnitten und von Gerda dankeswerter Weise niedergeschrieben. Ich habe diese noch mal bearbeitet und auch gekürzt. Der Sinn dieser Reden wurde aber nicht verfälscht. Soll heißen: Statt 30 Seiten mit den Reden gibt es nur eine gekürzte Fassung. Die meisten gründe, hier Rettungsmaßnahmen bei Tieren, habe ich weg gelassen. Sie wurden hier schon beschrieben. Auch will ich nicht Zuviel verraten welche Fälle noch kommen.



Später Ehrung

Nun ist es fünf Jahre her, seit dem ich nicht mehr das Tierheim leite. Herbert und ich sind zwar jeden Samstag im Tierheim, aber das ist nicht dasselbe wie dort ständig zu arbeiten. Aber ich mache das beste aus meiner Situation. Laufen kann ich immer noch nicht richtig. Dazu benötige ich einen Stock oder ich nehme meinen Rollator. Mit letzterem komme ich am besten zurecht. Wir planen auch schon wieder unseren nächsten Urlaub. Herbert möchte in ein Hotel am Meer, ich hingegen möchte zwar auch ans Meer aber mit einem Wohnmobil. Mein Herbert meint aber, dafür ist er zu alt. Was ich nicht verstehe. Schließlich ist man nur so alt, wie man sich fühlt.

Ich bereite das Mittagessen zu und Herbert blättert in Reiseprospekten als ich durchs Fenster den Postboten sehe. Ich sage Herbert Bescheid und dieser geht nach draußen zum Briefkasten. Ich sehe das er noch ein paar Worte mit dem Beamten wechselt dann kommt er wieder ins Haus. Er hat zwei Briefe in der Hand und will mir den reichen der an mich gerichtet ist. Da ich aber vom Zubereiten des Essen fettige Hände habe, sage ich zu ihm das er den Brief öffnen soll. Was er auch macht. Dann liest er ihn und sagt mir was in dem Brief steht: „Also, das ist eine Einladung vom Verband der Tierärzte. Sie laden uns beide ein zu einer Tagung in vier Wochen. Dazu müssten wir nach Ddddddd fahren. Wenn wir zusagen sollen wir anrufen. Auch wenn wir nicht zusagen. Lust hätte ich schon, einige alte Kollegen von damals wieder zu sehen. Du nicht auch?“ fragt er mich zum Schluss. Ich bin auch nicht abgeneigt und sage es ihm auch.

Daraufhin geht Herbert zum Telefon und wählt die angegeben Nummer. Was er sagt kriege ich nicht richtig mit, da ich mich schon wieder um die Zubereitung des Essens kümmere. Als er den Hörer auflegt, sagt er zu mir: „Alles klar! Die freuen sich riesig über unsere Zusage! Wir bekommen in den nächsten Tagen noch Informationen in welchem Hotel wir unter kommen und auch über den Ablauf der Tagung. Na, dann lassen wir uns mal überraschen. Übrigens ist der Aufenthalt für uns Kostenlos! So liebe ich das. Kurzurlaub in einer fremden Stadt und nichts bezahlen. Herrlich!“ Ich muss lachen und stimme ihm zu. So ist er eben.

Eine Woche später bekommen wir den Brief mit den genauen Angaben. Wir sollen am Freitag dem 14.Juni im Hotel Eyyyyy in Ddddddd eintreffen. Am Abend ist ein kleiner Umtrunk geplant um sich kennen zu lernen. Ab 10.oo Uhr ist am Samstag der erste Teil der Tagung. Dort sollen einige Vorträge gehalten werden. Nach dem gemeinsamen Mittagessen ist der zweite Teil der Tagung geplant. Ebenfalls sind es wieder Vorträge die gehalten werden sollen. Auch ich soll einen kleinen Vortrag halten. Thema ist: Tierarzthelferin im Tierheim. Das ist für mich kein Problem denn diesen Vortrag habe ich schon öfters gehalten. Jedoch bisher immer nur in kleinerem Kreis. Ab etwa 16.30 Uhr sollen dann verdiente TÄ ausgezeichnet werden. Anschließend ist ein gemütliches Beisammensein vorgesehen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen am Sonntag ist dann die Verabschiedung der Teilnehmer dieser Tagung. Dass auch noch während der Tagung mein Geburtstag fällt interessiert nur am Rande.

Am 14. Juni fahren mein Mann Herbert und ich schon um 11.00 Uhr los. Wir fahren mit unserm Wagen, denn mit dem Zug wäre es zu umständlich geworden. Außerdem sind wir dann am Tagungsort Beweglich. Unser Hotel ist immerhin etwa einen Kilometer vom Tagungsort entfernt. Wie wir inzwischen erfahren haben, sollen etwa 500 Tierärzte kommen. Außerdem, so sagt Herbert, muss der Motor von unserem Wagen auch mal wieder frei gefahren werden. Unterwegs wollen wir auch noch eine Pause einlegen.

Als wir um etwa 15.30 Uhr in unserem Hotel eintreffen ist schon alles vorbereitet. Herbert füllt das Gästebuch aus und schon können wir auf unser Zimmer. Dort machen wir beide uns fertig für den ersten Abend. Ich bin zwar keine Ärztin, aber da Herbert Zahnarzt ist, war ich schon des Öfteren auf den Tagungen der Zahnärzte und weiß von daher, welche Bekleidung angebracht ist. Als wir soweit fertig sind, fahren wir zum Kongresszentrum wo die Tagung stattfinden soll. Ich treffe einige bekannte TÄ mit denen wir auch schnell ins Gespräch kommen. Viele der Bekannten freuen sich, dass es mir wieder einigermaßen gut geht. Schnell geht der erste Abend vorbei und um 23.00 Uhr sind wir wieder in unserem Hotel.

Am Samstag sind Herbert und ich schon um 9.30 Uhr am Kongresszentrum. Diesmal sind wir mit dem Taxi gefahren, denn schon am Vortag war die Parkplatzsuche schwer. Als wir den Saal betreten ist dieser schon sehr voll. Da ich als Gastredner meinen Vortrag halten soll, werden wir, nachdem Herbert unsere Einladungen vorgezeigt hat, zu einem Tisch geführt. Dort sitzen schon zwei TÄ und nachdem wir uns gegenseitig vorgestellt haben nehmen wir Platz. Pünktlich um 10.00 Uhr eröffnet der Vorsitzende des Tierarzt-Verbandes die Tagung. Bis zum Mittag werden vier Vorträge gehalten dann geht es in die Mittagspause. Um 14.00 Uhr geht es weiter. Meinen Vortrag, den ich wie immer ohne schriftliche Gedankenstützen halte, ist um 15.00 Uhr dran. Er wird mit viel Beifall bedacht.

Nach einer kurzen Pause die gegen 16.00 Uhr eingelegt wird, geht es um 16.30 Uhr weiter. Jetzt werden einige Ehrungen vorgenommen. Unteranderem wird ein Tierarzt geehrt der seit 50 Jahren seine Praxis betreibt. Wie er in seiner Dankesrede sagt, wird er aber zum Jahresende in den Unruhezustand treten. Er bekommt sehr viel Beifall. Es folgen noch mehrere Ehrungen, wobei es meistens eine Urkunde gibt. Auch eine Frau, die genau wie ich nur eine Sondergenehmigung hat, wird geehrt. Sie tritt in den Ruhestand. Später habe ich mich mit ihr unterhalten. Wir wurden gute Freundinnen.

Dann sagt der Präsident: „Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Jetzt habe ich nur noch eine Ehrung vor zu nehmen! Diese besondere Ehrung wird an eine Frau gehen, die wirklich nur für ihre Tiere gelebt hat. Über 25 Jahre hat sie ein Tierheim geleitet. Die Krankenstation die ja in jedem Tierheim ist, wurde während ihres Anfanges in dem Tierheim eingerichtet wie in einer Tierarzt-Praxis. Im Laufe der Zeit wurde daraus eine Einrichtung die sich nicht vor einer TK verstecken musste. Dazu über gebe ich das Mikrophon an den Dekan der Universität XXXXXXX Herrn Professor Tttttttt.“
„Danke Herr Ggggg! Guten Abend werte Kolleginnen und Kollegen. Ich freue mich heute hier zu sein und diese besondere Ehrung durch zu führen. In diesem besonderen Fall handelt es sich um eine Person die fast 30 Jahre Praktiziert hat. In dieser Zeit hat sie mehreren hundert Tieren persönlich das Leben gerettet. Weitere Tausende wurden gerettet weil sie ihre Erfahrungen weiter gegeben hat. Auch hat sie neue Operationsmethoden eingeführt die heute vollkommen normal sind. Während ihrer ganzen Laufbahn musste sie nur einmal zur erlösenden Spritze greifen. Ihr Wahlspruch lautete: Auch wenn keine Chance mehr besteht, diese ergreife ich!

Selbst als sie Krankheitsbedingt nicht mehr Arbeiten konnte, ihre linke Seite war und ist immer noch gelähmt, hat sie noch operiert. Als Assistenten fungierten damals ein Tierarzt Helfer und ein Zahnarzt! Sie haben richtig gehört, meine Damen und Herren. Ein Zahnarzt half bei der Amputation eines Laufes bei einem Hund. Selbst in den Staaten hat sie einmal einen Hund wieder belebt. Und das mitten in der Wüste. Wegen ihr rückte sogar einmal die Bergwacht mit einem Hubschrauber aus. Aber nicht wegen ihr, sondern wegen eines Hundes der mitten in den Bergen einen Herzanfall bekommen hatte. Sie setzte die richtigen Spritzen und der Hund überlebte. Richtig gehört! Mitten in den Bergen hat sie Spritzen gesetzt. Sie ist wohl die einzige Person die ein komplettes OP-Besteck nebst Medikamenten immer mit sich herum trägt. Auch heute, so habe ich es schon gesehen, trägt sie diese Tasche mit sich.

Meine Damen und Herren! Sie fragen sich jetzt woher ein Uniprofessor all dieses weiß. Nun, zunächst hat Herr Ggggg bei mir angefragt und daraufhin habe ich dann den Ehemann der betroffenen Person angerufen. Auch haben wir drei uns mehrmals getroffen. Bei diesen Treffen habe ich sehr viel erfahren und konnte nur der Meinung von Herrn Gggg beistimmen. Doch soll dieser zunächst mehr zu seiner Entscheidung erzählen warum er überhaupt an mich bzw. an die Uni heran getreten ist!“
Während der Professor seine Rede hielt, wurde immer wieder lautes Gemurmel laut. Immer wieder tauchte die Frage auf, wer die Person ist. Herbert hatte meine Hand ergriffen und drückte diese. Er wusste was los ist und was noch kommen wird. Aber er sagte nichts. Nur sein kleines Aufnahmegerät auf dem Tisch lief mit. Auch wurde mehrmals applaudiert während der Rede.

„Meine Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich kenne die Person um die es sich hier handelt schon einige Jahre. Damals brachte sie mir unseren Hund wieder zurück, den wir 6 Jahre vorher verloren hatten. Sie hat nicht nur Tiere behandelt, nein, auch Menschen hat sie geholfen die verschüttet wurden. Das alles völlig Selbstlos. Ganz zu Anfang ihres Wirkens rettete sie eine vergiftete Katze. Alle hätten dieses Tier Erlöst. Sie nicht! Drei Tage hat der Kampf gedauert, dann hatte sie gewonnen. Ihre Hilfe dabei, war nur ein Telefonkontakt und ihr Mann der Zahnarzt. Auch ihre Behandlungsmethode ist wohl einmalig gewesen. Denn sie verabreichte der Katze einfach einige Medikamente die für Hunde gedacht waren, aber nicht für Katzen.

Bei der Geburt eines Wolfes hat sie geholfen. Da war sie ganz alleine mit dem wilden Tier. Sicher wird sie Angst gehabt haben, aber das ist ihr egal. Ein Student brachte mich auf die Idee, damit wir diese Frau ehren können. Bei einer Vorlesung fragte mich eben jener junge Mann, warum bei der OP-Methode die wir gerade besprachen zwar der Verfasser aber nicht sein Akademischer Titel genannt wurde. Ich konnte nur Antworten, das diese Person keinen Titel hat. Darum bin ich losgefahren zur Uni und hab mit Professor Tttttttt über diese Person geredet. Er fragte mich ob sie eine Dissertation geschrieben hat, was ich verneinen musste. Aber die Abhandlungen über neue OP-Methoden die sie geschrieben hatte, führten dann doch zum Erfolg.“

„Richtig! Besonders der letzte Fall, das war der mit dem Zahnarzt, hat mich überzeugt. Ich habe das im Kollegenkreis besprochen und nach langen für und wider, auch im Rechtlichen Sinne, sind wir zu der Überzeugung gekommen das diese Person es verdient hat, einen Doktortitel zu tragen. Denn, obwohl sie unzählige Op`s durchgeführt hat, ist sie nie in den Genuss gekommen einen Titel zu führen. Denn eine richtige Uni hat sie nie besucht. Alles lernte sie von ihrem Freund dem Tierarzt Dr. YYYYY der leider nicht mehr unter uns weilt. Der Rest ist eigenes Studieren der wichtigsten Lektüre und darin ist sie Meisterin. Ich kann mir vorstellen dass Herr Dr. YYYYY heute sehr Stolz wäre über seinen Schützling. Also holen wir hier und jetzt nach, was sie verdient hat. Außerdem freut es mich besonders ihr diesen Titel zu verleihen, da sie heute Geburtstag hat. Frau Gerda Xxxxx, würden Sie bitte nach vorne kommen?“

Auch im weiteren Verlauf der Reden wurde immer wieder gefragt wer die Person ist. Ich konnte aber merken, dass immer mehr der Anwesenden Leute mich anschauten. Denn auch heute hatte ich meine Notfalltasche dabei. Sie hing über meiner Stuhllehne. Der Tierarzt, der mit bei uns am Tisch saß, hatte diese natürlich gesehen und es seinem Nachbar erzählt. Dieser wiederum seinem Nachbarn und so ging es weiter. Es ging durch den ganzen Saal, dass ich die Person bin, über die hier gesprochen wurde. Meine Tasche ist auch zu auffällig! Auf der Vorderseite ist ein großes Abzeichen des Veterinärs und auf der Rückseite das gleiche nur etwas kleiner. Das habe ich seinerzeit mit Absicht so gemacht. Denn viele Leute glauben sofort, dass ein Arzt kommt und machen freiwillig Platz.

Ich erhob mich von meinem Platz, nahm meinen Stock (den ich immer noch brauche) und ging in Richtung Bühne. Mein Mann Herbert kam hinter mir her. Er trug meine Tasche. Während ich zur Bühne ging, standen alle anwesenden auf und spendeten Beifall. Der Applaus wollte gar nicht aufhören. Die Bühne ist leicht erhöht und darum sind dort drei Stufen. Da ich schlecht Treppen steigen kann, half Herbert mir indem er meinen Arm ergriff. Noch immer dauerte der Beifall an und hörte auch nicht auf als ich neben dem Professor und dem Tagungsleiter stand. Mir wurde ein Stuhl angeboten, doch ich lehnte ab. Dann verebbte der Beifall und die Leute setzten sich wieder.

Zunächst ergriff der Tagungsleiter das Wort: „Sehr verehrte Frau Gerda Xxxxx, ich freue mich aufrichtig sie hier begrüßen zu dürfen. Doch zunächst möchte ich Ihnen zu Ihrem Geburtstag gratulieren! Die Ehrung die Ihnen heute hier zuteilwerden soll, konnte nicht ohne die Mitarbeit Ihres Mannes erfolgen. Er teilte uns sehr viel mit. Er erzählte uns so manche Story. Auch erinnerte ich mich während dieser Zeit einmal an den Ausspruch Ihres Tierarzt. Er sagte einmal zu mir, ich glaube es war vor 10 Jahren, dass er die beste Tierärztin kennen würde, die er jemals erlebt hat. Auf meine Frage wen er meinte, sagte er mir Ihren Namen. Ich kannte Sie ja schon aber dass es so was Großes war, habe ich nicht gewusst. Doch nun gebe ich das Wort an Professor Ttttt“

Sehr geehrte Frau Gerda Xxxxx, zunächst möchte auch ich Ihnen zu Ihrem Geburtstag beglückwünschen. Heute ist nun der Tag an dem Sie endlich Ihren Doktor bekommen. Wie schon ausgeführt hat es lange gedauert bis wir, das heißt bei uns auf der Uni, den richtigen Weg gefunden haben. Ich muss dazu erklären, dass ein normaler Doktortitel so wie ihn die meisten hier haben, nicht möglich ist. Er wäre rechtlich angreifbar. Aber es gibt noch die Möglichkeit einen Titel zu vergeben für besondere Leistungen. Hier sind gemeint besondere akademische oder wissenschaftliche Verdienste. Und das liegt hier vor. Sie haben mehrere Abhandlungen geschrieben über Methoden der Behandlung von Tieren, speziell Hunde und Katzen. Denn in diesem Gebiet sind Sie Spezialist. Auch konnten wir einen normalen Titel nicht verleihen, weil eben nur die Spezifikation auf Hund und Katze liegt. Darum, sehr geehrte Frau Gerda Xxxxx verleihe ich Ihnen hiermit den Titel Doktor Honoris Causa! Ab sofort dürfen Sie diesen Titel führen. Meinen Herzlichen Glückwunsch!“

Damit überreicht er mir die Ernennungsurkunde zum Ehrendoktor. Wieder braust tosender Beifall auf. Auch einige Bravorufe sind zu hören. Alle haben sich von ihren Plätzen erhoben. Ich weiß nicht was ich sagen soll und muss mehrmals schlucken. Trotzdem breche ich in Tränen aus. Darum nimmt Herbert mich in den Arm und drückt mich ganz fest an sich. Mit einer Urkunde hatte ich auch nach Abschluss aller Reden gerechnet, aber nicht mit einem Doktortitel. Wenn auch „nur“ ehrenhalber.

„Auch von mir die allerherzlichsten Glückwünsche! Es hat lange gedauert, aber mit Hilfe Ihres Mannes ist es so gekommen wie es sein sollte. Dutzende von Erlebnisse hat er erzählt. Immer wieder konnten wir daraus hervor hören, dass Sie wirklich mit Leib und Seele für die Tiere da sind. Nicht nur im Tierheim, nein, überall wo Sie sind oder waren: War ein Tier in Not haben Sie geholfen. Mir ist kein Fall bekannt, wo Sie nicht den Kampf gegen den Tod gewonnen haben. Sicherlich wird es den ein oder anderen Fall geben, aber das bleibt nicht aus. Das diese verdrängt werden ist ganz natürlich. Nochmals meinen herzlichsten Glückwunsch!“

Langsam habe ich mich beruhigt und kann wieder klar denken. Es gibt wiederum tosenden Beifall auf die Rede des Tagungsleiters. Ich schaue Herbert an und muss lächeln. Auch er hat nasse Augen. Dann tritt er zum Mikrofon:

„Meine Damen und Herren! Ich bin der Ehemann von Gerda und mein Name lautet Herbert. Ich kann Ihnen sagen das Leben mit dieser Frau war nicht einfach. Schon damals als ich Sie kennen lernte musste ich einen Kopfstand machen. Denn das Lehrbuch das sie las, stand auf dem Kopf. Aber ich habe sie begleitet bis zu ihrer Prüfung. Diese erfolgte natürlich anders, wie soll man es anders erwarten bei dieser Frau, als die Damen und Herren der Prüfungskommission gedacht hatten. Und so zieht es sich durch das ganze Leben von ihr. Sehr oft musste ich aushelfen. Sie sagte einmal zu mir: Arzt ist Arzt, auch wenn es ein Zahnarzt ist. Und schon musste ich bei einem ihrer Einsätze helfen. Aber ich habe es gerne gemacht. Selbst ihr Mentor, Dr. Albert Yyyyyy sagte mir einmal, dass er das nicht gedacht hätte, dass diese Frau ohne Studium besser wird wie er selbst ist. Das und vieles mehr habe ich in den über 30 Jahren die ich diese, sprich meine Frau, kenne, erfahren. Vielen Dank!“

Bei der Rede von meinem Mann musste doch des Öfteren gelacht werden und er bekam zum Ende seiner Rede sehr viel Beifall. Ganz fest nahm er mich anschließend in den Arm und flüsterte mir ins Ohr: „Meinen allerherzlichsten Glückwunsch, mein Engel!“

Danach trat ich ans Mikrofon: „Sehr geehrte Herren und Damen. Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen! Endlich darf ich das sagen. Nie hätte ich gedacht, das ich einmal diesen Titel bekommen würde. Woher auch! Ich habe schließlich nur meine Arbeit getan. Gut, vielleicht mit einigen Maßnahmen die nicht der Norm entsprechen. Aber ich habe es gern getan. Alles wäre allerdings nicht möglich gewesen ohne meinen Freund Albert! Leider ist er schon vor vier Jahren verstorben. Hätte es ihn nicht gegeben, stände ich heute nicht vor ihnen. Er lehrte mich alles was ich wissen musste. Hatte ich fragen wusste er eine Antwort. Und wenn nicht, hat er nachgefragt bei anderen Kollegen. Ich weiß nicht wie viele von Ihnen er angerufen hat. Es müssen sehr viele gewesen sein. Nur durch ihn bin ich das geworden was ich bin. Nun sogar mit Titel. Ich bedanke mich recht herzlich bei allen die dieses ermöglicht haben. Besonders bei Albert und meinem Mann Herbert, der mich immer unterstützt hat. Und bei allen die ich mit meinen Fragen genervt habe . Vielen Dank!

Nachdem meine kleine Rede vorbei ist, herrscht ein kurzer Moment Ruhe im Saal. Alle waren während meiner Rede aufgestanden. Nun scheint es, als wenn sie eine Gedenkminute einlegen. Dann braust Beifall auf, den ich und auch Herbert, wie er mir später sagte, noch nie erlebt haben. Ich muss anschließend fast allen die an dieser Tagung teilgenommen haben, die Hand drücken. Noch lange wird an diesem Abend gefeiert. Immer wieder muss ich einige meiner Op`s beschreiben.

Am anderen Tag fahren Herbert und ich wieder nach Hause. Ich bin glücklich! Auch Herbert freut sich für mich, obwohl er ja wusste was passiert. Kurz vor unserer Stadt sage ich zu Herbert: „Fahr bitte zum Friedhof! Ich möchte zum Tierarzt!“
 
  • Post aus Bayern Beitrag #224
Wieder mal eine schöne Geschichte über ein tolles Leben! Danke! :)
 
  • Post aus Bayern Beitrag #225
Mit dem Wohnmobil ans Meer

Es ist Sommer und endlich haben Herbert, mein Mann, und ich Urlaub. Wir haben uns wieder ein Wohnmobil geliehen, weil es uns beim Letzten Mal in den Bergen sehr gut gefallen hat. Dieses Mal geht es jedoch ans Meer. Wir wollen in die Normandie, weil Bekannte von uns davon geschwärmt haben. Sie erzählten von den feinen Sandstränden und überhaupt von der ganzen Gegend. Insgesamt wollen wir drei Wochen unterwegs sein.
Nun sind wir schon drei Stunden unterwegs und stehen im Stau. Es geht nicht mehr vorwärts. Im Radio redete der Moderator etwas von einer Vollsperrung. So soll es auch noch 2 Stunden bleiben. Ich entschließe mich nach hinten zu gehen um Kaffee zu Kochen. Das ist der Vorteil bei solch einem Fahrzeug. Immer und überall kann Kaffee gekocht werden. Oder man macht etwas zu Essen. Wobei ich hier nicht von Kochen spreche, sondern davon ein paar Schnitten zu machen. Auch dieses will ich machen, neben dem Kaffee.

Da in diesem Wohnmobil auch ein CB-Funkgerät eingebaut ist, hat Herbert dieses angeschaltet und hört zu was von den Truckern die auf der Gegenfahrbahn freie Fahrt haben, erzählt wird. Dabei erfahren wir, dass in unserer Richtung ein PKW mit Wohnanhänger quer über der Fahrbahn liegt. Auch ein LKW ist in den Unfall verwickelt. Ein Kranwagen ist noch nicht vor Ort. Herbert meint dazu: „Hoffentlich kommt der nicht von hinten, sondern die sind so schlau und fahren verkehrt auf die Autobahn. Sonst dauert es noch länger bis wir weiter können.“ Wie immer hat er Recht und ich kümmere mich um den Kaffee.

Auf einmal bekomme ich mit wie Herbert ins Mikrofon spricht. Das macht er sonst nie. Normalerweise hört er nur zu. Ganz im Gegenteil zu mir. Ich spreche gerne mit den Leuten und habe auch schon einige Freundschaften über Funk geknüpft. Doch jetzt bekomme ich mit wie er sagt: „Kollege, du kommst schlecht hier rein! Welchen Arzt suchst Du?“ Dann lässt er die Sprechtaste des Mikrofones wieder los und das Gerät schaltet auf Empfang. Ich bekomme noch mit, wie der unbekannte Gesprächsteilnehmer sagt: „Die suchen hier vorne einen Chirurgen! Da ist einer Eingeklemmt und dem müssen sie ein Bein amputieren damit er überlebt und geborgen werden kann.“ „Da kann ich dir leider nicht helfen! Ich bin nur Zahnarzt und kein Chirurg.“ antwortet mein Mann.

Da meldet sich ein anderer Fahrer: „Das hast du falsch verstanden, Kollege! Die suchen einen Tierarzt, am besten wäre ein Tier Chirurg.“ Als ich das höre, beende ich meine Beschäftigung und stelle die Kaffeemaschine ab. Herbert schaut mich an und ich nicke ihm zu. Da greift er wieder zum Mikrofon. „Was ist denn genau los? Was suchen die denn?“ Ein weiterer Fahrer meldet sich: „Da scheint wohl ein Tier im Wohnanhänger eingeklemmt zu sein. Und jetzt suchen die eben einen Tier Chirurgen damit dieser den Hund versorgt.“ Als er das gesagt hat, hebt ein großes Gerede an. „Wie wollen die denn so was finden? Ausgerechnet hier im Stau! Die spinnen doch, die Polizei soll doch einfach das Tier erschießen!“

Solche Bemerkungen sind zu hören. Nochmals schaut mich Herbert an und er sieht, dass ich schon meine Notfalltasche umgehängt habe. Entschlossen nimmt er das Mikrofon und meldet sich erneut: „Leute seid doch mal ruhig! So was habe ich hier an Bord! Wo ist denn der Unfall genau? Meine Frau ist bereit und will sofort da hin!“ Als er die Taste wieder los lässt, ist es still auf dem Kanal. Keiner redet mehr. Ein Fahrer meldet sich: „Was sagst du? Du hast eine Tierärztin in deinem Wagen? Wo stehst du denn? Sag mal den Kilometerstein!“ Herbert schaut aus dem Fenster aber er kann keinen sehen. Da greift er wieder zum Mikro und sagt: „Hallo Kollege von der Spedition XXXXXXXX. Bist du QRV?“ Sofort meldet sich der Fahrer und sagt:“ Also ich stehe bei Kilometer 93,5! Was ist denn?“ Herbert sagt daraufhin: „Danke Kollege! Da ich vor dir stehe muss ich wohl irgendwo zwischen KM 93,5 und 93 stehen!“ „Auweh“ sagt ein weiterer Fahrer, „das sind 6 Kilometer bis zum Unfall Ort. Da kann deine Frau nicht hinlaufen.“ Ein weiterer sagt: „Ich gebe das mal weiter nach vorne durch. Vielleicht können die ja was mit der Info anfangen.“ Dann ruft er einen anderen Fahrer der wohl vor ihm steht. Auch dieser antwortet und so geht es weiter bis wir nichts mehr hören außer dem Rauschen auf dem Kanal.
Kurz darauf wird es wieder Lebendig auf dem Kanal. „Die Polizei ist auf dem Weg. Ich sehe ihn schon. Es ist ein Motorrad das gegen den Strom fährt. Frau Doktor mache dich bereit. Der ist bald bei dir!“ Nun muss ich doch Lachen und steige aus dem Wohnmobil. Da ich nicht genau weiß, wie der Motorradpolizist hier hinkommt, stelle ich mich auf den Seitenstreifen. Es dauert nicht lange und ein LKW-Fahrer ruft mir zu: „Er ist noch einen Kilometer entfernt. In etwa einer Minute ist er hier.“ Dann höre ich noch wie er ins Mikro sagt: „Die steht hier keine 10 Meter von meinem Truck entfernt. Nicht schlecht die kleine. Aber dass die mit einem Wohnmobil unterwegs ist, hätte ich nun nicht gedacht. Auch eine Tasche hat sie dabei, wie die Rettungssanitäter.“ In diesem Moment tritt Herbert neben mir und gibt mir einen Kuss. Dann sagt er: „Viel Erfolg mein Engel. Ich warte hier auf dich.“

Da hält auch schon der Polizist neben uns an. „Sind Sie die Tierärztin? Moment ich drehe eben.“ Ohne eine Antwort ab zu warten dreht er seine Maschine und hält dann wieder neben mir. Dann fordert er mich auf schnell auf zu steigen. Nachdem ich das gemacht habe, gibt er sofort wieder Gas und fährt los. Wir kommen zunächst nur langsam voran, aber nach kurzer Zeit treten die Leute schon zurück bevor wir bei ihnen sind. Daraufhin gibt der Polizist mehr Gas. Die Fahrt dauert trotzdem etwa 5 Minuten.

Als wir über eine Bergkuppe kommen, kann ich die Unfallstelle sehen. Ein PKW mit Wohnanhänger liegt so über der Fahrbahn, dass diese ganz gesperrt ist. Rechts steht ein LKW in der Böschung. Der Wohnanhänger ist total zertrümmert. Anscheinend ist der LKW in den Anhänger gekracht. Kurz darauf hält das Motorrad neben dem Anhänger und ich steige von der Maschine. Sofort laufe ich zu der Stelle an der einige Leute stehen. Als diese mich und meine Tasche erblicken machen sie sofort Platz. Ich sehe einen Rettungssanitäter der halb unter den Resten des Wohnanhängers liegt. Auch höre ich ein leises jaulen. Als ich mich bücke kommt der Sani unter dem Anhänger hervor.
"Da ist ein Hund unter den Trümmern eingeklemmt. Außerdem ist er von Holzsplittern aufgespießt worden. Die halten ihn am Boden fest. Einer der Splitter ist durch seine Hinterläufe und zwei andere hat er im Bauch. Ich glaube dass wir ihn erlösen müssen. Wie kann man auch nur während der Fahrt zwei Kinder und den Hund im Anhänger haben? Die Kinder sind schon unterwegs ins Krankenhaus. Soll ich die Spritze setzen? Es ist nicht ungefährlich da unter den Trümmern!“
„Nein Danke! Ich will mir das erst mal selbst ansehen!“ antworte ich ihm. Als ich mich umsehe, erkenne ich dass der Haufen der Neugierigen erheblich angewachsen ist. Da kommt mir ein Gedanke! „Ich brauche sofort ein paar starke Männer die das Teil hier anheben. Aber bitte gut festhalten Ich werde dann darunter kriechen und nach dem Hund sehen. Ich hoffe das ich ihn retten kann.“

Kaum habe ich ausgesprochen als auch schon 15 Männer zu dem Trümmerteil treten und dieses anheben. So ist jetzt genug Platz und ich krieche unter das Teil. Sofort sehe ich, dass ein Teil der Inneneinrichtung auf dem Hund liegt. Außerdem ist ein Schrank gesplittert unter denen der Hund liegt. Teile davon haben sich in den Hund gebohrt. Ich krieche wieder heraus und Blicke in die Runde. Immer mehr Menschen kommen um ihre Neugier zu befriedigen. Ich schaue zu den Männern die das Teil hoch halten und sehe, auch hier halten mehr Männer als vorher das Teil.

Einer fragt mich: „Was haben Sie denn jetzt mit dem Hund vor? Soll er getötet werden?“ Wieder schaue ich in die Runde und bemerke, dass mich alle gespannt anschauen. Ich brauche nicht zu überlegen was ich jetzt sagen muss: „Nein! Das habe ich nicht vor! Nach Möglichkeit will ich den Hund retten! Aber dazu brauche ich noch mehr Helfer. Auch einige die mit mir unter das Teil kriechen. Ich brauche eine Säge! Aber keine grobe, sondern eine mit feinen Zähnen. Ich werde versuchen die Holzteile durch zu schneiden damit der Hund unter dem Teil weg kommt!“

Ein Feuerwehrmann antwortete dass sie nur grob gezahnte Sägen haben. Damit kann ich nichts anfangen. Da ich aber in meiner Tasche, unter anderem, eine Knochensäge habe, hole ich diese hervor. Dann bitte ich vier Männer mit unter das große Teil zu kriechen. Sie sollen den zersplitterten Schrank festhalten während ich die Holzsplitter durchsäge. Zusammen kriechen wir unter das Teil und ich fange an zu Sägen. Dabei bitte ich darum den Schrank etwas hoch zu heben. Nach etwa 3 Minuten hatte ich alle Splitter durchgesägt. Darum bitte ich den Sanitäter, der auch mit unter das Teil gekommen ist, den Hund vorsichtig unter dem Teil weg zu ziehen. Dieses macht er auch sehr vorsichtig. Auch die vier Männer die mit mir unter dem Teil liegen kriechen hervor. Als ich wieder stehe, lassen die anderen, die bisher das Teil gehalten haben, dieses langsam wieder auf den Boden zurück.
Alle schauen mich an! Keiner sagte einen Ton. Auch die anderen Neugierigen die inzwischen hier waren schauen mich an. Entschlossen trete ich zu dem Hund! Als ich mich bücke hebt dieser den Kopf und ich fange an ihn zu streicheln. Noch immer hat er diese großen Holzteile im Körper. Vorsichtig taste ich den Hund am Bauch ab. Ich hoffe dadurch heraus zu finden wie tief die Splitter in den Körper eingedrungen sind. Es schein so, als wenn diese nicht sehr tief sind. Jedoch ohne Röntgenaufnahme kann ich das nicht genau sagen. Ich frage daher den Rettungssanitäter, der noch immer neben mir ist, ob er weiß wo ich einen Röntgenapparat benutzen kann. Ich bin sehr überrascht als er mir sagt, dass er auf einem mobilen Röntgenwagen mitfährt.

Neben mir taucht ein älterer Mann auf und stellt sich als Dr. Ddddddd vor. Er ist ebenfalls auf dem Wagen. Von ihm bekomme ich, nach längerer Diskussion und den Protesten der umstehenden, die Erlaubnis das Röntgengerät zu benutzen. Sofort wird der Hund auf eine Trage gelegt und schon geht es zu dem Wagen. Inzwischen läuft schon das Aggregat in dem Wagen und somit kann ich sofort die Aufnahmen machen. Bei der Auswertung stelle ich fest, dass die beiden Splitter im Bauchbereich nur in den Weichteilen des Körpers stecken. Keine wichtigen Organe sind betroffen. Außerdem stecken diese nur etwa 2 cm im Körper. Ich kann diese also ohne Schwierigkeiten heraus ziehen, die Wunde reinigen und anschließend vernähen. Dann einen Verband darum und die erste Baustelle wäre versorgt.

Schwieriger wird es bei dem Splitter der beide Hinterläufe durchbohrt hat. Ob dabei Sehnen betroffen sind, kann ich auf den Aufnahmen nicht erkennen. Das wird sich erst bei der OP herausstellen. Doch wo soll ich operieren? Da sagt Dr. Dddddd zu mir: „Wir haben auch noch einen Gerätewagen dabei! Dort befindet sich auch ein klappbarer OP-Tisch. Nur leider haben wir kein Skalpell oder sonstiges dabei. Auch kein Garn um die Wunde anschließend zu nähen.“ „Das macht nichts!“ antworte ich. „Ich habe alles dabei!“

Der Dr. greift mich am Arm und zieht mich zu einem Transporter der ein paar Wagen weiter steht. Gleichzeitig gibt er die Anweisung den Hund zum Transporter zu bringen. Bevor wir in den Transporter können, werden wir von drei Männern, anscheinend Trucker, aufgehalten. „Was ist mit dem Hund? Wird ihm bald geholfen. Oder wollt ihr den in dem Wagen töten?“

Der Dr. lässt mich los und tritt etwas zur Seite. Ich antworte dem Fahrer: „Langsam! Hier wird keiner getötet! Hier wird jetzt operiert damit der Hund Überleben kann. Machen Sie also bitte Platz!“ Der Mann schaut seine Kollegen an, dann tritt er zur Seite. Sofort betrete ich den Transporter und auch der Dr. folgt mir. Er klappt den Tisch herunter und der Sani legt den Hund darauf. Dann schließt er die Tür des Transporters und ich bemerke wie der Motor des Wagens gestartet wird. Gleichzeitig drückt er einen Schalter und meint dabei, dass nun die Klimaanlage laufen würde.
Auch ein Waschtisch befindet sich in dem Wagen und ich wasche mir die Hände. Auch der Dr. und der Sani waschen sich. Dann beginne ich mit der OP wobei der Dr. mich unterstützt. Zuerst setze ich eine Narkosespritze und nach einem kurzen Augenblick schläft der Hund ein. Vorsichtig ziehe ich anschließend die beiden Splitter aus dem Bauch, reinige die Wunde und vernähe diese. Denn nötigen Verband macht der Dr. selber. Währenddessen kümmere ich mich schon um den Splitter in den Hinterläufen. Ich ziehe vorsichtig den einen Hinterlauf von dem Splitter. Dann sehe ich mir die Wunde genau an. Dazu muss ich diese auch erweitern, damit ich sehen kann ob Sehnen betroffen sind. Bei diesem Hinterlauf ist das nicht der Fall. Also vernähe ich die Wunde wieder und wickele einen Verband darum.

Während ich den Hund verbinde klingelt ein Telefon, welches hier eingebaut ist. Der Sani hebt ab und meldet sich. Nachdem das Gespräch beendet ist, wendet er sich an mich und sagt: „Wir müssen einen Moment unterbrechen! Die Bahn ist wieder frei und wir fahren bis zum nächsten Parkplatz. Das ist etwa ein Kilometer. Wir werden von der Polizei begleitet.“ Während er das sagt, merke ich schon wie sich der Wagen in Bewegung setzt. Da er keine Fenster hat, können wir nicht sehen ob es schnell vorwärts geht, oder ob wir Langsam fahren. Jedoch bemerke ich keine Erschütterung. Von daher nehme ich an das wir nicht sehr schnell fahren. Schon kurze Zeit später bleibt der Wagen stehen und wir können weiter machen.

Entschlossen, jedoch mit der nötigen Vorsicht, ziehe ich den Splitter aus der Wunde. Auch diese vergrößere ich, damit ich die Sehnen besser sehen kann. Eine der Sehnen ist durchtrennt. Es ist die für das Sprunggelenk. Kurz überlege ich ob ich es riskieren soll diese Sehne wieder zu verbinden. Dafür brauchte ich aber ein Mikroskop und das habe ich nicht. Lasse ich die Sehne so, kann der Hund sein unteres Gelenk nicht mehr bewegen und er humpelt. Das finde ich nicht so schlimm als wenn ich etwas falsch machen würde weil ich nicht alles sehen kann. Kurz entschlossen sage ich das dem Dr. und schließe die Wunde, nachdem ich sie gereinigt habe. Dann bekommt der Hund auch an diesem Lauf seinen Verband. Ich setze noch ein paar Spritzen, darunter auch eine, damit der Hund wieder wach wird. Als ich fertig bin, wasche ich nochmals meine Hände und der Sani öffnet die Tür. Als ich mich umdrehe und nach draußen schaue, sehe ich nicht nur Herbert sondern auch noch etwa hundert andere Leute die an der Tür des Wagens stehen. Ruhig gehe ich zu dem Hund und bemerke, dass dieser inzwischen wieder wach ist. Also bin ich rechtzeitig mit der OP fertig geworden. Dann verlasse ich den Wagen. Als ich mich umsehe, bemerke ich dass der Parkplatz gerammelt voll ist. Es stehen jede Menge LKW darauf. Auch etliche PKW, mit und ohne Wohnanhänger, stehen darunter. Auch stehen etwa 200-300 Leute um den Wagen herum. Alle schauen mich an. Auch Herbert der zu mir tritt fragt wie es gelaufen ist.

Da der Hund schon wieder wach ist lasse ich diesen auf eine Trage legen und diese aus dem OP-Wagen tragen. Alle die ihn sehen können erkennen dass der Hund lebt. Schnell spricht sich dieses herum und Beifall braust auf. Ein riesiger Mann tritt auf mich zu und reicht mir schweigend die Hand. Dann streichelt er dem Hund über den Kopf und geht. Viele Männer aber auch Frauen kommen und geben mir die Hand. Kurz darauf ist der Parkplatz fast leer. Nur noch wenige LKW stehen darauf.

Ein Polizist tritt auf mich zu und fragt mich ob sie den Hund nun zum nächsten Tierheim bringen können. Dort wartet schon ein Tierarzt auf den Hund. Ich sage ihm dass es klar geht und der Hund wird mitsamt der Trage in einen Polizei Bulli gebracht. Schnell schreibe ich einen Kurzbericht für den nun behandelnden Tierarzt und als ich den Unterschrieben habe, reiche ich diesen an den Dr. weiter. Auch er soll unterschreiben. Erstaunt fragt er mich, warum ich nicht mit meinem Titel unterschrieben habe, sondern nur mit meinem Namen. Als ich ihm sage, das ich keinen Titel habe schaut er mich sprachlos an. Daraufhin reicht ihm Herbert, der inzwischen meine Tasche hat, die Sondergenehmigung. Nachdem der Dr. diese gelesen hat, reicht er mir seine Hand und rückt diese fest. Ich erwiedere den Handdruck. Dann reiche ich den Bericht an die Polizei weiter, damit diese den Bericht mitnehmen können. Herbert umarmt mich und gratuliert mir. Dann erzählt er mir, dass während ich operierte die Autobahn frei geräumt wurde und wir darum weiterfahren mussten. Er hätte fast keinen Platz mehr bekommen auf dem Parkplatz. Erst als er sagte, dass wir beide zusammen gehören durfte er auf den Platz. Nachdem ich mich etwas frisch gemacht habe, fährt Herbert weiter in Richtung unseres Zieles. Einige LKW die wir überholen erkennen unser Wohnmobil und Hupen als wir vorbei fahren. Auch werden wir von einigen Fahrern über Funk angesprochen, doch ich habe keine Lust zu antworten.

Wir reden noch lange über den Vorfall, jedoch ist das nicht das einzige Mal, das während unserer Urlaubsreise meine Hilfe benötigt wurde. Doch das sind andere Geschichten.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #226
Mit dem Wohnmobil in die Normandie

Nach dem Fall auf der Autobahn sind wir weiter. Etwas über eine Stunde später sind wir an der Grenze nach Frankreich. Als wir die deutsche Seite des Zolls passiert haben, sehen wir beide auf der Französischen Seite Zöllner oder Polizisten die dort schwer bewaffnet die Grenze sichern. Wie wir sehen können werden alle Wohnmobile an die Seite gewunken. Herbert meint dazu: „Da ist mit Sicherheit etwas passiert! Sonst ist die Grenze nicht so Bewacht. Ich schätze mal, auch wir werden gleich gefilzt bis zum es geht nicht mehr. Hoffentlich erkennen sie Deine Sondergenehmigung an, sonst sehe ich uns schon im Knast. Wenn die uns rauswinken, mache keine schnelle Bewegung, sondern lasse immer deine Hände sehen“

Auch wir werden an die Seite gewunken wo uns schon drei Zöllner und zwei schwer bewaffnete Polizisten erwarten. Als unser Wohnmobil zum Stehen kommt, schaltet Herbert sofort den Motor aus. Dann legt er beide Hände auf das Lenkrad und wartet ab. Die Fahrertür wird von außen geöffnet und der Zöllner sagt sehr freundlich zu uns: „Bon jour! Dieses ist eine außergewöhnliche Kontrolle. Bitte die Ausweise und die Fahrzeugpapiere. Sollten sie sonst noch etwas an zu melden haben, sagen Sie es besser sofort!“ Herbert und ich holen zuerst unsere Ausweise hervor und reichen diese dem Zöllner. Dann holt Herbert die Fahrzeugpapiere hervor und reicht diese ebenfalls dem Zöllner. Ich hole aus meiner Tasche die Sondergenehmigung und den Berechtigungsschein hervor, die mich berechtigt in ganz Europa Narkosemittel und andere Medikamente bei mir zu haben. Auch diese reicht Herbert, nachdem ich diese ihm gegeben habe, an den Zöllner weiter.

Als der Zöllner meine Sondergenehmigung in der Hand hält, gibt er Herbert, ohne einen Blick darin geworfen zu haben, die Fahrzeugpapiere zurück. Dann studiert er zunächst die Sondergenehmigung die in mehreren Sprachen ausgestellt ist. Darunter auch Französisch. Anschließend studiert er ganz genau den Berechtigungsschein. Auch dieser ist in Französisch. Dann fordert er mich auf ihm zu folgen und die Notfalltasche mit in das Zollgebäude zu nehmen. Herbert muss im Wagen bleiben.

Natürlich komme ich der Aufforderung des Zöllners nach und folge ihm. Auch einer der Polizisten geht hinter mir her. Nachdem wir das Zollgebäude betreten haben, fordert mich der Zöllner auf die Tasche zu leeren. Nachdem alles auf dem Tisch liegt, schaut er sich alles genau an. Nur die Medikamente interessieren ihn. Alles andere schiebt er zur Seite. Nur die faltbare Trage schaut er sich genauer an. Dabei sagt er kein Wort.

Einige Medikamente legt er gesondert zur Seite. Dieses sind die Medikamente die unter das Betäubungsmittelgesetzt fallen. Anschließend fragt er mich ob ich genau für diese Medikamente eine Genehmigung habe. Da er immer noch meine Sondergenehmigung hat, antworte ich ihm, dass alles in dieser steht. Nochmals liest er die Bescheinigungen durch. Dann geht er zum Telefon und wählt eine Nummer. Da er mit dem Teilnehmer am anderen Ende französisch spricht, kann ich nichts verstehen. Als er wieder auflegt, sagt er dass wir etwas warten müssen und er bittet mich in dem Raum zu bleiben. Dann geht er nach draußen, während der Polizist bei mir bleibt. Durchs Fenster kann ich sehen das er in das Wohnmobil steigt. Herbert steht inzwischen neben dem Wagen.

Nach etwa einer halben Stunde betritt ein etwa 50 jähriger Mann den Raum. Er begrüßt mich und sieht sich die Medikamente an. Dann greift er zu meiner Sondergenehmigung und liest auch diese genau durch. Nachdem er etwas zu dem Zöllner gesagt hat, was ich wiederrum nicht verstehe, wendet er sich an mich. „Bon jour Madame XXXXX. Verzeihen Sie die Unannehmlichkeiten. Aber der Kollege hat solch einen Fall noch nie gehabt. Natürlich dürfen Sie alles wieder einpacken und weiter fahren. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Mann einen schönen Urlaub.“ Damit wendet er sich um und verlässt den Raum. Ich packe alle Sachen wieder in die Tasche und nach Aufforderung durch den Zöllner gehe ich zusammen mit ihm, wieder zu dem Wohnmobil. Dort wünscht er uns noch eine gute Fahrt und wir dürfen weiter fahren.

Nachdem Herbert wieder losgefahren ist, fragt er mich was denn los war und ich erzähle es ihm. Er meint noch dazu: „Ich habe gefragt was los ist. Einer sagte mir, dass ein Strafgefangener aus dem Knast ausgebrochen ist und sie die Vermutung haben, dass er nach Frankreich flüchten will. Darum der Aufstand an der Grenze.“

Da wir gemütlich gefahren sind, erreichen wir erst am übernächsten Tag die Küste der Normandie. Schnell bemerken wir, sobald die Einwohner merken das wir Deutsche sind, sich ihr Verhalten gegenüber uns, ändert. Sie bleiben zwar Freundlich, aber doch sehr reserviert. Herbert führt das darauf zurück, dass im letzten Krieg doch sehr viel passiert ist, von Seiten der deutschen Besatzungsmacht.

Wir fahren von einem Ort zum anderen. Bleiben hier und dort mal etwas länger und schauen uns die Gegend an. Es ist wirklich sehr schön. Auch springen wir mal ins Meer. Übernachten tuen wir immer auf Campingplätzen. Das hat man uns empfohlen. Zwar darf man auch auf dafür ausgewiesen Plätzen stehen, aber das ist uns zu unsicher.

Wir sind den fünften Tag an der Normandie unterwegs als wir durch ein Dorf fahren wollen. Vor uns gibt es einen kleinen Stau. Nur langsam kommen wir vorwärts. Vor uns sind nur noch zwei PKW als mich Herbert auf eine Menschenmenge aufmerksam macht. Es scheint einen Unfall gegeben zu haben. Als ich genauer hinschaue, kann ich erkennen dass dort ein großer Hund auf dem Bürgersteig liegt. Sofort mache ich Herbert darauf aufmerksam. Während er das Wohnmobil an die Seite lenkt, nehme ich meine Tasche und sobald Herbert angehalten hat, steige ich aus dem Wagen und gehe zu der Menschenmenge.

Als ich Pardon, so sagt man wohl in Frankreich, sage dreht sich ein älterer Mann um und schaut mich an. Als er das Zeichen des Veterinärs sieht sagt er etwas auf Französisch und sofort treten die Leute zur Seite. Jetzt kann ich erkennen dass dort ein Schäferhund liegt, der aus einer Wunde am Becken blutet. Auch scheint er noch andere Verletzungen zu haben, denn als ich zu ihm trete, hebt er noch nicht einmal den Kopf sondern schaut mich nur leise jaulend an. Neben mir erscheint eine junge Frau und sagt etwas zu mir. Da ich sie nicht verstehe sagt Herbert etwas auf Englisch. Natürlich verstehe ich dieses auch nicht, da ich weder Englisch noch Französisch verstehe. Aber ich nehme mir in diesem Moment vor, beide Sprachen zu lernen. (Nach unserer Rückkehr habe ich sofort mit dem englischen begonnen und später auch französisch gelernt)

Alle schauen Herbert an und fragen ihn, ob er Engländer sei. (You are English) Als Herbert sagt, dass wir deutsche sind, wendet sich eine etwa 80 jährige Frau an uns. Sie sagt in fast Akzentfreiem Deutsch: „Der Hund ist von einem LKW angefahren worden. Dieser ist einfach weiter gefahren. Bis unser Tierarzt kommt, wird es noch einige Zeit dauern, da er unterwegs ist um Geburtshilfe bei einer Kuh zu leisten. Können Sie den Hund einschläfern, damit er sich nicht mehr quält?“

Entsetzt schaue ich sie an. Dann Antworte ich: „Unter keinen Umständen werde ich den Hund einschläfern. Erst werde ich versuchen ihn zu retten. Wenn das nicht klappt dann werde ich eventuell einschläfern. Aber nicht vorher. Jetzt werde ich ihn erst einmal genau Untersuche um festzustellen was er hat. Treten Sie bitte alle zur Seite!“

Erstaunt schaut mich die Frau an. Dann sagt sie etwas in ihrer Sprache. Daraufhin hebt ein Gemurmel an, doch die Leute machen Platz, so dass ich zu dem Hund kann. Schnell bücke ich mich und streichele dem Hund erst einmal über den Kopf. Dann taste ich ihn vorsichtig ab. Dabei stelle ich fest, dass er zumindest ein paar Rippen gebrochen hat, sowie der linke Hinterlauf gebrochen ist. Als ich eine Spritze aufziehe, hebt doch Gemurmel an. Doch ich reagiere nicht darauf. Ich kriege nur mit, wie Herbert etwas zu der Frau sagt. Diese scheint Herberts Worte zu übersetzen, denn das Gemurmel wird stärker. Aber ich kümmere mich nicht darum und setzte die Spritze. Kurz darauf hat der Hund keine Schmerzen mehr, wie ich an seinen verhalten feststelle. Jetzt kann ich zumindest seine Brust stabilisieren. Anschließend verbinde ich die blutende Stelle, als eine Bewegung neben mir entsteht.

Ich schaue auf und sehe einen etwa 40 jährigen Mann neben mir knien. Etwas sagt er zu mir, doch ich verstehe ihn nicht. Daraufhin sagt die alte Frau, dass das der Tierarzt ist und der fragt was ich eigentlich hier mache. Verständnislos schaue ich ihn an und antworte: „Ich versuche einen Hund zu retten! Was denkst du denn was ich hier mache? Vielleicht den Boden schruppen?“ Das letzte musste einfach sein. Wieder übersetzt die alte Frau meine Worte. Daraufhin schaut mich der Tierarzt erstaunt an und greift zu meiner Tasche. Da diese offen ist, kann man das Zeichen darauf nicht erkennen. Ich lasse ihn gewähren. Als er das Zeichen sieht, schaut er mich an und sagt irgendetwas.

Die Frau übersetzt: „Er fragt ob Sie Tierärztin sind und ob Sie immer diese Tasche mit sich herum tragen? Außerdem will er wissen ob Sie aus YYYYYY kommen.“ Beides beantworte ich mit einem einfachen: „Wi!“ Daraufhin wird der Tierarzt ganz hektisch und er spricht etwas in seiner Sprache zu den umstehenden Menschen. Ein Mann rennt weg und kommt kurz darauf mir einer alten Tür zurück. Vorsichtig wird der Hund darauf gelegt und dann heben vier weitere Männer die Tür mit dem darauf befindlichen Hund hoch. Der Tierarzt sagt wieder etwas und schon setzt sich der Zug der Menschen in Bewegung. Mich zieht er dabei am Arm und ich folge ihm, nachdem ich die Tasche auf genommen habe.

Beim Haus des Tierarzt angekommen wird der Hund unter einem Röntgengerät gelegt und die erforderlichen Aufnahmen gemacht. Zusammen mit dem Tierarzt werten wir diese aus. Der Hund hat drei gebrochene Rippen die durch meinen Verband schon stabilisiert sind. Der Hinterlauf muss nur gerichtet werden, dann kann er wieder heilen. Zusammen machen wir uns an die Arbeit. Nachdem alles erledigt ist, richtet der Tierarzt sein Wort an mich. Die alte Frau die mitgekommen ist übersetzt: „Albert, so heißt doch Ihr Tierarzt, hat mir schon von Ihnen erzählt als er das letzte Mal hier war. Richtig, schauen Sie nicht so erstaunt! Ihr Tierarzt kann französisch! Er sagte mir dass Sie niemals aufgeben wenn es um ein Tier geht. Nachdem ich auf der Straße erfahren habe, dass Sie aus Deutschland sind, habe ich mir das sofort gedacht. Darum auch mein Griff zu der Tasche. Ich wollte mich überzeugen, dass es die Notfalltasche ist die Sie immer und überall mit herum tragen. Als ich gesehen habe, dass es genau diese Tasche ist, wusste ich, dass hier das Tier überleben wird. Im Übrigen ist das mein Hund.“

Nun schaute ich erstaunt. Der Hund des Tierarzt war es den ich hier behandelte. Mit allem hatte ich gerechnet, aber damit nicht. Er bedankt sich bei mir und gibt mir auch noch die Medikamente die ich benutzt habe. Auch Verbandmull gibt er mir. Wir unterhalten uns noch einige Zeit wobei die alte Dame als Dolmetscher fungiert, dann fahren wir weiter.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #227
In der Normandie: Mal was ganz anderes

Wir sind schon die zweite Woche in der Normandie und haben schon sehr viel gesehen. Auch einige Museen haben wir besichtigt. Viele Museen befassen sich hier mit dem D-Day, der Invasion in der Normandie. Auch davon haben wir einige besichtigt. Das einzige was in dieser schönen Gegend stört, sind die ganzen Bunker die an der Küste verteilt sind. Viele sind zerstört und werden nach und nach abgetragen. Im Moment sind wir an einem Strand in der Nähe von Saint-Laurent-sur-Mer wo wir in einem Restaurant sitzen und was Essen.

Herbert fragt mich gerade: „Was hältst du davon wenn wir auf der Rückfahrt nach Paris fahren und uns dort zwei oder drei Tage aufhalten?“ Ich muss nicht lange überlegen und antworte ihm: „Da wollten wir beide doch schon immer mal hin. Warum also nicht? Wann wollen wir denn los fahren?“ Er überlegt nicht lange und antwortet: „Wenn wir am Montag losfahren, können wir ganz gemütlich durch die Gegend gondeln. Dann sind wir am Dienstag da und haben dann bis Freitag Zeit uns Paris an zu sehen. Schließlich brauche ich das Mobil erst am Montag darauf wieder abzugeben.“ Ich stimme ihm zu und kurz darauf verlassen wir das Restaurant. Wir wollen runter zum Strand, gehen aber noch mal zum Mobil um uns um zu ziehen.

Als wir am Strand ankommen suchen wir uns einen ruhigen Platz. Dann legen wir uns auf die Wolldecke die wir mitgenommen haben. Meine Tasche habe ich wie immer auch mit dabei. Auch ins Wasser gehen wir und schwimmen im Meer. Das machen wir mehrmals und so vergeht die Zeit wie im Fluge. Immer wenn wir zurück zu unserer Wolldecke kommen, nimmt Herbert die Notfalltasche und schaut nach ob etwas fehlt. Doch das ist nie der Fall. Ein älteres Ehepaar das ein paar Meter weiter auf Campingstühlen sitzt, wie sich raus stellt kommen sie auch aus Deutschland, leben aber schon einige Jahre hier, sagt als Herbert mal wieder die Tasche kontrolliert: „Sie brauchen keine Angst haben, das jemand die Tasche klaut. Es waren zwar schon des Öfteren zwielichtige Personen bei Ihrer Decke, aber sobald sie die Zeichen darauf sehen, gehen sie wieder. Was ist eigentlich in der Tasche? Sieht aus wie die Tasche von den Rettungssanitätern in Deutschland.“

Wir setzen uns zu dem Paar und nachdem wir uns gegenseitig vorgestellt haben, sage ich was in der Tasche ist. Nur die Betäubungsmittel erwähne ich nicht. Auch erzählen wir von unseren bisherigen Erlebnissen während dieser Urlaubsfahrt.

Als ich einmal zum Wasser hinunter schaue sehe ich einen kleinen Menschenauflauf am Strand. Ich mache Herbert darauf Aufmerksam. Er steht auf und sagt dabei: „Da scheint irgendetwas passiert zu sein. Tut mir leid, aber ich bin zwar nur Zahnarzt, aber eben Arzt. Kommst du mit?“ wendet er sich an mich und schon geht er dorthin wo der Menschenauflauf ist. Auch ich folge ihm, nachdem auch ich mich entschuldigt habe. Nach ein paar Metern habe ich Herbert erreicht und wir beide gehen schneller.

Als wir bei der Menge sind, können wir zunächst nicht durch die Leute durch. Auf einmal bemerke ich den älteren Mann von vorhin neben mir. Er sagt zu mir, das er gleich für Platz sorgen wird, dann redet er Französisch und die Leute machen Platz, so das Herbert und ich sehen was passiert ist. Vor uns liegt ein etwa 10-12 Jahre alter Junge der am Fuß fürchterlich am Bluten ist. Ein großer Splitter, den er sich in den Fuß getreten hat, schaut auf beiden Seiten des Fußes heraus. Immer wieder höre ich einen Satz, den ich nicht übersetzen möchte. Ich verstehe nur Merde und Allemand. Auf jeden Fall wird über die Deutschen geflucht, wie das ältere Ehepaar uns später erklärte.

Herbert und ich hocken uns beide in den Sand. Vorsichtig hebt Herbert das Bein des Jungen an, so dass ich mir die Wunde genauer anschauen kann. Der Junge hat einen großen Metallsplitter im Fuß, der sich durch diesen gebohrt hat. Es scheint sich, wie ich aus der Form des Splitters vermute, um den Splitter einer Granate aus dem letzten Krieg zu handeln. Als mich jemand auf die Schulter tippt, schaue ich hoch und sehe in die Augen eines etwa 50 jährigen Mannes. Dieser fragt in gebrochenem Deutsch: „Kommen Sie aus Deutschland und wer und was wollen Sie hier?“

Herbert antwortet ihm auf Englisch doch der Mann schüttelt den Kopf und schaut mich weiterhin an. Da sein Handgriff sehr fest ist, lasse ich das Bein des Jungen los und erhebe mich. Kurz und knapp antworte ich auf seine Frage: „Ja, Helfen, Urlaub.“ Damit habe ich seine Frage beantwortet, doch ich sehe in seinen Augen dass er sehr wütend ist. Da sagt der ältere Mann zu dem 50 jährigen etwas auf Französisch. Dann sagt er dasselbe auch auf Deutsch: „Der Mann und diese Frau sind Ärzte aus Deutschland und sie machen hier Urlaub. Der Mann ist Zahnarzt und die Frau Tierärztin. Und jetzt lassen Sie die beiden ihre Arbeit tun!“

Der 50 jährige schaut mir noch einmal tief in die Augen und ich erwidere seinen Blick. Dann nimmt er die Hand, die noch immer auf meiner Schulter ist, herunter und ich wende mich wieder dem Jungen zu. Ich kann ihm zwar keine Spritze gegen die Schmerzen geben, denn ich habe schließlich nur Medikamente dabei die für Hund oder Katze bestimmt sind. Trotzdem öffne ich meine Tasche und reinige die Wunde von größtem Schmutz. Dann verbinde ich den Fuß vorsichtig, ohne den Splitter groß zu bewegen.

Während ich dieses mache wird der Junge immer ruhiger. Ich habe schon die Befürchtung dass er, hervorgerufen durch den Blutverlust, das Bewusstsein verliert. Doch als ich seinen Blutdruck messe, ist dieser zwar erhöht, aber nicht Besorgnis erregend. Auch sein Pulsschlag ist nur leicht erhöht. Auch höre ich schon eine Sirene näher kommen.

Kurz darauf höre ich wie ein Fahrzeug neben uns im Sand hält. Dann entsteh eine Bewegung neben mir und ich sehe eine Frau im weißen Kittel neben mir stehen. Sie fragt mich irgendwas und der ältere Mann übersetzt. Die Frau ist Notärztin und will von mir wissen welche Maßnahmen ich bisher ergriffen habe. Als ich antworte nickt sie mit dem Kopf und gibt einige Kommandos. Zwei Sanitäter die mit im Wagen saßen legen den Jungen auf eine Trage und schieben diese in den Krankenwagen. Als dieses erledigt ist, wendet die Ärztin sich wieder an mich: „Sie sind doch mit Sicherheit Frau Gerda Xxxxx? Mein Vater, der Tierarzt dessen Hund sie geholfen haben, hatte mich angerufen und von Ihnen und Ihrer Tasche erzählt. Als der Notruf bei uns einging, sagte die Person das schon ein Zahnarzt und eine Tierärztin vor Ort sind und Helfen. Darum bin ich sofort mit gefahren. Eigentlich ist das nicht mein Job. Aber ich hatte eine Vermutung und die war wohl richtig.“ Sie reicht mir ihre Hand, dann wendet sie sich an den 50 jährigen und sagt zu ihm mehrere Minuten etwas in ihrer Sprache.

Der 50 jährige schaut mich mehrmals an. Ich kann sehen dass seine Wut aus den Augen verschwindet. Als die Ärztin fertig ist und in den Wagen gestiegen ist, reicht mir der Mann die Hand. Ich ergreife diese und erwidere seinen Händedruck. Dann geht er wieder davon und auch die Menschenmenge löst sich auf. Nur der ältere Mann bleibt mit seiner Frau bei uns. Die Frau wendet sich an mich: „Nun sagen Sie mal, wieso hat eine TÄ im Urlaub solch eine Tasche bei sich? Das ist doch wohl eine Erste Hilfe Tasche die sie mit sich rum schleppen? Aber wieso? Ich denke Sie sind TÄ und Ihr Mann ZA?“

Herbert und ich sehen uns an und müssen Lächeln. Dann erklären wir dem verdutzen Paar wer ich eigentlich bin. Auch meine Sondergenehmigung zeige ich ihnen. Bis wir am Montag fahren treffen wir uns täglich am Strand und auch der Vater des Jungen kommt einmal zu uns. Dabei erfahren wir warum er sich so abweisend gegenüber deutschen verhält. Seine Eltern wurden im letzten Krieg ermordet und darum ist er auf deutsche nicht gut zu sprechen. Jetzt hat sich das aber geändert, wie er uns versichert.

Ein Jahr später stand er zusammen mit seinem Sohn und seiner ganzen Familie bei mir im Büro. Sie machten das erste Mal in ihrem Leben Urlaub in Deutschland und sind extra bei uns vorbei gekommen um sich noch Mal bei mir zu bedanken.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #228
Paris und ab nach Hause

Es ist Montag und nun sind wir unterwegs nach Paris. Paris die Stadt unserer Träume. Wir haben uns in Ploudalmezeau, das liegt in der Nähe von Brest, einen Reiseführer von Paris gekauft. Da es von dem Ort bis Paris etwa 600 Kilometer sind, nehmen wir heute die Autobahn. Damit sind wir erheblich schneller unterwegs, wenn auch die Mautstellen ein bisschen stören. Etwa 100 Kilometer vor Paris verlässt Herbert die Autobahn. Ab jetzt will er über Landstraßen weiter fahren.

Bald können wir von einem leicht erhöhten Standort Paris vor uns liegen sehen. Herbert fährt auf einen Parkplatz und macht ein paar Fotos von Paris. Währenddessen koche ich Kaffee für uns, den wir anschließend bei einem wunderbaren Blick auf Paris, genießen. Als ein weiteres Wohnmobil auf den Parkplatz fährt, schauen wir nur kurz hin. Jedoch als wir von der Seite auf Deutsch angesprochen werden schenken wir den anderen mehr Beachtung. Es stellt sich heraus, dass die Personen in dem Wohnmobil, auch auf der Heimreise sind und sie Paris besichtigen wollen. Allerdings wollen sie nur einen Tag bleiben. Herbert fragt sie dann, wo sie denn Übernachten und sie erzählen von einem schön gelegenen Platz nur für Wohnmobile. Dort darf man drei Tage stehen, auch wenn man mit dem Wohnmobil in die Stadt fährt. Jedoch gibt es von dort auch eine Anbindung der Metro. Spontan entschließen wir uns diesen Platz zu benutzen und wir fahren hinter dem anderen Wohnmobil in die Stadt.
Am nächsten Morgen fahren wir zusammen mit dem anderen Paar mit der Metro in die Stadt. Das Paar war schon öfters in Paris und zusammen gehen wir in den Louvre. Der stand diesmal auf ihrer Besuchsliste und da wir auch hierhin wollten, schließen wir uns der Besichtigung an. Das Museum ist riesig und wir haben mit Sicherheit, als wir das Museum verlassen nicht alles gesehen. Aber es reicht uns für den Tag. Zusammen fahren wir wieder zu unseren Mobilen und sitzen noch eine ganze Zeit vor unseren Mobilen.

Am nächsten Morgen verabschieden sie sich von uns und fahren in Richtung Heimat. Herbert und ich fahren wieder mit der Metro in die Stadt. Diesmal wollen wir den Eifelturm besichtigen. Als wir dort ankommen entschließt sich Herbert den Turm über die Treppe zu erklimmen. Ich schließe mich an. Schließlich führen nur 1700 Stufen nach oben. Also machen wir uns auf den Weg. Von oben haben wir einen wunderbaren Blick über Paris. Nachdem wir wieder Luft bekommen haben machen wir uns wieder an den Abstieg.

Als wir unten ankommen entschließen wir uns, erst einmal etwas zu Essen und danach einen Spaziergang entlang der Seine zu machen. Wir finden ein schönes Restaurant in der Nähe der Seine und bestellen uns etwas zu Essen. Während des Essens reden wir darüber was wir heute noch machen wollen. Herbert schlägt vor, dass wir am Abend in den Lido gehen. Auch ich finde die Idee nicht schlecht.

Wenig später schlendern wir an der Seine entlang. Beide werden wir gleichzeitig auf ein Mädchen aufmerksam, die Aufgeregt an der Kaimauer steht und am Winken ist. Dabei zeigt sie immer in die Seine. Auch sehen wir, das schon ein paar Ruderboote auf eine bestimmte Stelle zu fahren. Kurz bevor wir das Mädchen erreichen, rennt sie davon und bleibt an einer Leiter die zum Wasser führt stehen. Dann sehen wir auch schon einen Mann die Leiter hochkommen. Er trägt einen nassen Terrier auf seinen Armen. Anscheinend ist dieser Hund in die Seine gefallen. Da der Hund jetzt auf dem Gehweg liegt und sich nicht erhebt, gehe ich schneller und bin kurz darauf bei dem Hund. Meine Tasche lässt alle Neugierigen zur Seite treten. Sofort bücke ich mich nach dem Hund und höre ihn erst einmal ab. Dabei stelle ich nichts Ungewöhnliches fest. Anscheinend ist er nur total erschöpft weil er so lange in der Seine gepaddelt hat. Aus meiner Tasche hole ich eine Aufbauspritze und setze diese bei dem Hund an. Während ich das mache bekomme ich mit, das Herbert auf Englisch erklärt was ich da mache.

Kurze Zeit später steht der Hund wieder auf, lässt sich von mir streicheln und geht dann zu dem Mädchen welches neben mir steht. Dort springt er das Mädchen an und wird von diesem auf den Arm genommen. Das Mädchen sagt irgendetwas zu mir und ich vermute dass es sich bedankt, weil sie mir ihre Hand entgegenstreckt. Ich ergreife diese und Lächele sie nur an. Dann dreht sich das Mädchen um und geht zusammen mit dem Hund davon. Auch Herbert und ich gehen weiter.

Wir sind schon in der Nähe des Champs-Élysées als wir an einen Kreisverkehr kommen. Diesen müssen wir zur Hälfte umlaufen. Neben uns rauscht der Verkehr vier spurig vorbei. Auf einmal hören wir beide wie Bremsen quietschen, Dann ein dumpfer Aufprall und sofort danach das schmerzhafte jaulen eines Hundes. Als wir herum fahren sehen wir einen Bernhardiner auf der dritten Spur des Kreisverkehrs liegen. Anscheinend ist er von dem PKW erfasst worden, der vor dem Hund steht. Der Fahrer des Wagens steigt aus und besieht sich den Schaden an seinem Auto. Dann tritt er nach dem Hund und steigt wieder in den PKW. Anschließend setzt er ein paar Meter zurück und fährt davon.
Sofort laufe ich auf die Fahrbahn und das ohne mich um den Verkehr zu kümmern. Mehrere Fahrzeuge können nur durch eine Vollbremsung einen Zusammenprall mit mir verhindern. Ein allgemeines hupen setzt an und der Verkehr kommt fast zum Erliegen. Dann bin ich bei dem Hund. Schnell nehme ich das Stethoskop aus der Tasche und höre den Hund ab. Herbert der mir gefolgt ist, schnappt sich die Tasche und schwenkt diese über seinen Kopf. Er schwenkt sie so, dass das Abzeichen des Veterinäres zu sehen ist. Keines der vorbeifahrenden Autos ist noch am Hupen. Alle bremsen und machen einen Bogen um uns. Obwohl wir uns auf der dritten Spur von vieren befinden läuft der Verkehr weiter.

Ich taste den Hund ab und stelle dabei fest, dass er zumindest einen Hinterlauf gebrochen und auch ein paar Rippen gebrochen hat. Ich rufe nach meiner Tasche und Herbert reicht mir diese. Als ich hochsehe um nach der Tasche zu greifen, sehe ich dass vor uns ein Polizeiwagen hält und zwei Polizisten heraus steigen. Doch ich kümmere mich nicht um sie, sondern hole aus der Tasche die Schmerzstillenden Medikamente hervor sowie eine Spritze. Während ich die Spritze aufziehe tritt einer der Polizisten zu mir und spricht mich an. Da ich ihn sowieso nicht verstehe, kümmere ich mich nicht weiter um ihn. Da tritt dieser Mensch zu und trifft mich in die Seite. Natürlich falle ich durch den tritt um und ich höre wie Herbert nach mir ruft.

Ich koche vor Wut und stehe ganz langsam auf. Dabei mustere ich diesen Polizisten genau. Ich schätze ihn auf 25 Jahre. Wieder ist er mit mir am Reden, doch ich beachte sein Gerede nicht. Meine Hand schnellt vor und ich erwische ihn genau an der Stelle wo seine Krawatte ist. Ganz fest packe ich zu und ziehe ihn zu mir. Ich kann erkennen wie die Angst in seine Augen tritt und das macht mich irgendwie richtig rasend. Dann fauche ich ihn an: „Wenn du das noch einmal mit mir machst, hat deine Mutter anschließend Schwierigkeiten dich zu erkennen. Das darf doch nicht wahr sein! In solch einem Land, werden die Leute die Helfen von einem Schnösel wie dir getreten. Hau bloß ab, bevor ich mich vergesse! Das darf doch alles nicht wahr sein! Dieses Ar…loch! Tritt der mich einfach so in die Seite!“ Ich lasse ihn los und dabei stoße ich ihn nach hinten. Er kommt ins Stolpern und kann sich nur mit Mühe auf den Beinen halten. Nachdem er sicher steht sehe ich, wie er zu seiner Pistole greifen will und schon bin ich wieder bei ihm. „Wage es die Pistole zu ziehen und ich haue dich ungespitzt in den Boden!“ Ich bin richtig in Rage.

Wieder hab ich ihn am Kragen und ich schüttele ihn richtig durch. Er weiß gar nicht, wo ihm der Kopf steht. Da legt sich schwer eine Hand auf meine Schulter und ich fahre herum. Dabei lasse ich den jungen Polizisten los. Ich erkenne den zweiten Beamten und der lächelt mich an. Doch ich kann meine Hand nicht mehr stoppen, nur verlangsamen, und so landet diese an der Schulter des Beamten. „Oh La La, Madame! Nun mal ganz langsam mit den jungen Pferden! Kommen Sie mal wieder runter und erzählen mir was vorgefallen ist!“ Nachdem er das gesagt hat, richtet er das Wort an seinen Kollegen. Als ich diesen ansehe, erkenne ich dass er seine Pistole gezogen hat. Jedoch zeigt die Mündung in Richtung Boden. Er steckt nach den Worten seines Kollegen die Pistole wieder weg und tritt zur Seite. Jedoch scheint er vor Wut zu Kochen.

Ist auch peinlich! Da wird ein geschulter Polizist zweimal von einer jungen Frau vorgeführt. Und das vor etwa einhundert Zuschauern. Denn seit dem der Polizeiwagen bei uns hält, läuft der Verkehr kaum noch und auch an den Seiten stehen viele Neugierige die uns zusehen.
Langsam rege ich mich wieder ab und als Herbert an meine Seite tritt, bin ich wieder ganz ruhig. Schnell erzähle ich dem Polizisten was vorgefallen ist. Daraufhin meint er: „Madame! Sie müssen dem Kollegen schon verzeihen! Aber er ist erst seit zwei Wochen im Dienst und da hat er solch eine Missachtung seiner Stellung noch nicht erlebt. Es ist ganz klar, dass er so reagiert.“. Ich schaue den jungen Beamten an und sehe, dass er noch immer vor Wut kocht. Da gehe ich die paar Schritte zu ihm und strecke ihm meine Hand hin. Dabei sage ich zu ihm: „Entschuldigen Sie vielmals! Aber solch eine Behandlung bin ich nicht gewöhnt! Schließlich will ich dem Hund helfen und da darf mich keiner stören. Nochmals Entschuldigung!“. Fragend schaut er seinen Kollegen an und dieser Übersetzt meine Worte. Dann greift er zu meiner Hand und sagt irgendetwas. „Schon gut Madame! Auch ich muss mich entschuldigen. Ich habe über reagiert. Aber sie müssen verstehen, das ist mein erstes Mal in so einer Situation.“ Fest drücken wir uns die Hände und der Vorfall ist vergessen. Dann sagt der ältere zu mir: „O.K. Wir nehmen den Hund mit und bringen ihn zum Tierarzt damit dieser ihn einschläfert.“

„Dieser Hund wird nicht eingeschläfert! Zunächst kommt er in eine Tk und wird dort untersucht. Dann kann entschieden werden ob er eingeschläfert wird. Aber erst nach der Untersuchung.“ Der ältere fragt Herbert wer er ist und als Herbert erwähnt das er Doktor ist, ohne zu sagen das er eigentlich Zahnarzt ist, wird der Hund in den Polizeiwagen gelegt. Auch wir beide sollen mit kommen. Dann geht es zu einer TK, die etwas entfernt liegt. Jedoch ganz in der Nähe an der unser Wohnmobil steht.

Da die TK schon informiert worden ist, geht alles sehr schnell. Der Hund wird geröntgt und alle Verletzungen behandelt. Tatsächlich hat der Hund nur einen gebrochenen Hinterlauf sowie eine Rippe gebrochen. Ansonsten hat er nichts! Anschließend unterhalten wir uns mit dem Tierarzt der den Hund behandelt hat. Auch durch ihn erfahre ich, dass unser Tierarzt hier wohl bekannt ist. Auch dass ich bekannt bin, wenn auch nur durch mein Wirken, erfahre ich. Immer wieder erstaunen mich diese Aussagen. Wie weit ist unser Tierarzt denn noch bekannt. Als Herbert und ich gehen, sagt uns der Tierarzt noch, das wir Grüße ausrichten sollen. Da unser Wohnmobil nur einen Kilometer von der TK entfernt steht, begeben wir uns dahin und fahren nicht wieder wie geplant in die Stadt. Am nächsten Tag machen wir uns auf die Heimreise. Doch das ist eine weitere Geschichte wert.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #229
hallo helmut wieder eine schöne geschichte aber der polizist hat es irgendwie übertrieben
 
  • Post aus Bayern Beitrag #230
Heimreise

Wir sind auf dem Weg nach Hause. Unser Urlaub in der Normandie und in Paris ist leider zu Ende. Außerdem muss Herbert das Wohnmobil am Montag wieder abgeben. Darum fahren wir schon heute am Freitag nach Hause. Herbert meint, dass er die Karre noch reinigen muss, bevor er ihn zurückgibt.
Wir sind um kurz vor 9.00 Uhr losgefahren. Unser Standplatz war während der letzten drei Tage ein Stellplatz in einem Vorort von Paris. Dieser Platz ist extra für Wohnmobile angelegt worden. Wir haben bevor wir los gefahren sind zunächst unsere Standgebühr bezahlt dann sind wir los. Herbert versucht zur Zeit auf die Autobahn zu gelangen, was gar nicht so einfach ist, da an der Auffahrt die wir nehmen wollen, ein Unfall ist und darum die Auffahrt gesperrt ist. Nun müssen wir eine Umleitungsstrecke fahren und die ist sehr voll. Immer wieder kommt es zu kleinen Staus.

Nach etwa einer Stunde haben wir endlich eine Auffahrt in Sichtweite. Jedoch geht es nur sehr langsam voran. Endlich haben wir die Autobahn erreicht und Herbert kann Gas geben. Dabei meint er, dass wenn nichts dazwischen kommt, wir in sechs Stunden zu Hause sind. Das Funkgerät in unserem Wagen ist angeschaltet weil Herbert hofft, dadurch die Verkehrslage schneller zu erfahren.

Wir sind schon etwa eine Stunde unterwegs und überholen gerade eine Reihe von LKW als jemand über Funk sagt: „Hey Lutz! Ist das nicht das Wohnmobil von der TÄ? Das ist gleich bei dir. Wirf mal einen Blick rein!“ Als wir einen weiteren LKW überholen schaue ich nach oben und kann erkennen, dass der Fahrer zu uns runter schaut. Ich hebe meine linke Hand und Grüße ihn woraufhin er zurück grüßt. Dann hören wir seine Stimme: „Das ist sie Karl. Anscheinend hört sie zu, denn sie hat gegrüßt. Hör mal Mädel, bist du QRV (hörst du uns? Anmerkung des Verfassers) wenn ja, dann greif doch mal zum Mikro!“ Herbert schert wieder vor den LKW ein, da vorerst kein weiterer LKW zu überholen ist. Auch wird er langsamer. Ich greife zum Mikrofon und melde mich. Über eine Stunde reden wir mit den Truckern. Es sind schon viel mehr geworden wie zu Anfang. Inzwischen unterhalten sich 10 Trucker mit uns. Immer wieder muss ich von dem zuletzt erlebtem in Frankreich erzählen. Auch andere Geschichten muss ich erzählen.

Einer der Fahrer meint: „Leute ich hab Kohldampf! Da vorne kommt gleich ein Autohof und da mache ich erst mal Pause und werde was Essen. Wenn einer mitkommen will, nur zu.“ Schnell stellt sich heraus, dass alle Fahrer dort Pause machen wollen. Auch Herbert meint, dass wir etwas essen können und so entschließen wir uns, ebenfalls dort anzuhalten. Das sage ich auch den Fahrern und sofort hebt eine Debatte an, was denn am besten dort schmeckt. Ich sage ihnen auch, das wir nicht wissen wo der Autohof ist und ein Fahrer der direkt vor uns fährt, meint nur, wir sollen ihm folgen. Kurz darauf geht es von der Autobahn. Der Autohof ist etwa zwei Kilometer von der Autobahn entfernt und scheint ein Geheimtipp unter Fahrern zu sein. Jedenfalls ist der Parkplatz nur mäßig belegt. Nachdem wir auf dem Parkplatz stehen, nehme ich meine Tasche und steige aus dem Wohnmobil. Auch Herbert steigt aus und verschließt den Wagen. Nach und nach kommen alle Fahrer zu uns und wir reichen uns zunächst die Hand. Da nicht alle Fahrer wissen, wer ich eigentlich bin und auch nicht alle Fahrer vor nicht ganz drei Wochen dabei waren stellen wir uns zunächst alle vor. Dann geht es in das Restaurant wo wir etwas Essen. Nach etwa einer Stunde geht es weiter. Auch diesmal fahren wir wieder mitten zwischen den LKW. So nähern wir uns der Grenze nach Deutschland. Die Fahrer verabschieden sich, weil sie alle die Zollformalitäten erledigen müssen. Wir fahren weiter und werden am Zoll einfach durch gewunken.

Nachdem wir wieder freie Fahrt haben, gibt Herbert Gas. Schnell geht es vorwärts, doch über Funk kommt schon die Warnung vor einen riesigen Stau der vor uns in etwa zwanzig Kilometern Entfernung ist. Darum schaue ich in die Straßenkarte um eine Umleitung zu finden. Nach kurzer Zeit habe ich eine gefunden und sagedieses auch Herbert. Er meint nur dazu: „Hoffentlich ist die nicht auch voll. Aber es sind ja noch 13 Kilometer bis zum Stau, da können wir Glück haben.“ Kurz darauf verlasen wir die Autobahn und fahren über Bundesstraßen weiter. Dabei fahren wir zwar einen großen Umweg, aber so stehen wir jedenfalls nicht im Stau.

Als wir wieder auf die Autobahn fahren, ist von dem Stau schon nichts mehr vorhanden. Wir sind eine Auffahrt weiter auf die Autobahn, also eine Auffahrt weiter wie der Stau war. Wie wir erfahren war der Stau schon lange weg. Das Umfahren hätten wir uns also sparen können. Herbert hat das Funkgerät leise gestellt, nur das leise Gemurmel der anderen ist zu hören.

Auf einmal dreht Herbert das Gerät lauter: „Hey Leute! Fragt mal weiter nach vorne ob die Tierärztin noch da ist. Weiter zurück ist ein Notfall.“ Bevor Herbert antworten kann, hören wir schon wie weiter vorne die Frage nach der Tierärztin gestellt wird. Da drückt Herbert die Mikrofontaste und meldet sich: Hallo Leute! Hier ist die TÄ. Was gibt es denn?“ „Für eine TÄ hast du aber eine Tiefe Stimme!“ wird geantwortet. Darauf hin nehme ich das Mikro: „Ist schon richtig, aber das war gerade mein Mann. Also was ist los?“ Ein Fahrer der wohl hinter uns fährt antwortet: „Auf einem Parkplatz bei KM 114 ist ein Tier das dringend behandelt werden muss. Der örtliche Tierarzt will nicht kommen. Und der Transport dorthin ist den Besitzern zu gefährlich.“ Gerade fahren wir an einem Kilometerstein vorbei. Der Hilferuf wurde 20 KM hinter uns abgesetzt. Da gerade eine Abfahrt kommt, setzt Herbert den Blinker und er verlässt die Autobahn. Ich sage noch ins Mikrofon das wir unterwegs sind und sofort geht die Meldung weiter nach hinten.

Als wir wieder auf die Autobahn fahren, diesmal in die andere Richtung, sehen wir sofort das vor uns ein LKW einen anderen überholen will. Auf die frage wo wir gerade sind sage ich: „Wir fahren gerade wieder auf die Bahn und sind jetzt bei KM 134. Allerdings müssen wir hinter einem Brummi herschleichen, da dieser gerade einen andere überholt!“ Kaum hatte ich das gesagt und die Taste wieder los gelassen ertönte die Stimme eines Fahrers: „Was für ein Auto fahrt ihr denn?“ Auf meine Antwort das wir mit einem Wohnmobil unterwegs sind, bemerkten Herbert und ich, das der LKW vor uns langsamer wird und wieder auf die rechte Spur einschwenkt. Dadurch kann Herbert nun Gas geben. Als wir an dem LKW vorbei fahren grüße ich den Fahrer und er grüßt zurück. Gleichzeitig schert er wieder hinter uns aus zum überholen. „Viel Erfolg kleine Tierärztin! Ich halte euch jetzt die Bahn frei, damit ihr nicht wieder nach rechts rein müsst.“

Und so geschieht es auch. Immer wieder passiert es, das überhol Vorgänge durch LKW abgebrochen werden, aber sobald wir vorbei sind wieder überholt wird. Dadurch kann Herbert fast Hochgeschwindigkeit mit dem Wohnmobil fahren. Trotzdem brauchen wir fast 15 Minuten bis wir zu einer Ausfahrt kommen und in Gegenrichtung wieder auf die Bahn können.
Schon bevor wir die Bahn verlassen habe ich ins Mikro gesprochen und gefragt wo wir hin müssen. Es ist ein Parkplatz direkt nach der Auffahrt. Kurze Zeit später rollen wir auf den Parkplatz. Schon beim rein fahren sehen Herbert und ich eine kleine Gruppe Menschen bei einem anderen Wohnmobil stehen. Auch erkennen wir eine Baustelle auf dem Parkplatz. In einem Bereich wird wohl ein Toilettenhaus gebaut. Sofort lenkt Herbert unseren Wagen zu der Menschenmenge und ich schnappe mir meine Notfalltasche. Sobald unser Mobil steht, springe ich aus dem Wagen und gehe schnellen Schrittes die paar Meter zu der Menschenmenge. Sobald mich einer der Fahrer sieht sagt er zu drei kleinen Kindern: „Jetzt geht es eurem Bello gleich wieder besser. Da kommt die Tierärztin, die wird sich sofort darum kümmern. Macht mal Platz Leute, damit das Mädel ans Werk gehen kann.“ Ich höre das alles nur mit einem Ohr, denn ich konzentriere mich schon auf den Hund. Es ist ein Mischling aus?? Ich weiß es nicht, jedenfalls scheint ein Münsterländer darin vor zu kommen. Es ist mir aber auch egal.

Ich frage was los ist und erfahre, dass die Familie hier auf diesem Parkplatz eine Pause machen wollte. Dabei haben sie auch ihren Hund laufen lassen. Als dieser in einer Ecke am schnuppern war, ist er plötzlich umgefallen. Warum weiß keiner. Herbert lässt sich die Stelle zeigen wo der Hund umgefallen ist und sucht diese ab. Er ruft mir zu, dass dort nichts Ungewöhnliches zu sehen ist.

Als ich den Hund abhöre, bemerke ich das er sehr schwer Atmet. Warum kann ich noch nicht sagen. Da der Hund auf der rechten Seite liegt, taste ich zunächst die linke Seite ab. Auch Bauch und Rücken kann ich so abtasten. Mit Hilfe von Herbert, der inzwischen neben mir kniet, drehe ich den Hund auf die linke Seite. Dabei jault der Hund kurz auf. Also muss etwas auf der rechten Seite sein. Als der Hund auf der linken Seite liegt, sehe ich sofort die blutende Stelle. Diese befindet sich direkt hinter dem Schultergelenk. Ich hole eine Schere aus meiner Tasche und schneide vorsichtig die Haare an der blutenden Stelle ab. Dann sehe ich das kleine Loch aus der noch etwas heraus steht. Es scheint ein Nagel oder ähnliches zu sein.

Da auch die Bauarbeiter mit unter den Neugierigen stehen, frage ich sie ob gerade mit einem Elektronagler gearbeitet wird. Als dieses bejaht wird, weiß ich was der Hund hat. Er ist von einem Nagel dieses Gerätes getroffen worden. Irgendwie muss der Elektronagler ausgelöst haben und dabei ist ein Nagel genau in Richtung des Hundes geflogen und hat diesen getroffen. Solche Nägel werden mit einer unheimlichen Wucht in das Holz getrieben, denn eine Nachbearbeitung in Form von weiter hinein treiben mit einem Hammer ist meistens nicht nötig. Also fliegen die Nägel auch sehr weit und haben eine große Durchschlagskraft.

Nun muss ich schnell handeln, denn ein Transport möchte ich dem Hund nicht zu muten. Daher frage ich, wie lang der Nagel ist der in dem Hund steckt. Ich erfahre das die Nägel die momentan verwendet werden, eine länge von 75 mm haben. Davonschauen etwa 10-15 mm aus dem Hund heraus. Ich bitte einen der Arbeiter mir einen der Nägel zu zeigen die verwendet werden. Schnell geht einer der Arbeiter zur Baustelle und kommt kurz danach mit mehreren Nägeln in der Hand zurück. Die Nägel sind ganz glatt. Nun hoffe ich, dass durch den Nagel kein inneres Organ verletzt worden ist.

Vorsichtig taste ich die Einschuss stelle ab. Ich hoffe, dadurch die genaue Lage des Nagels heraus zu finden. Der Schusskanal verläuft schräg zum Hund. Er scheint so, als hat dieser Nagel eine Rippe getroffen und diese Rippe drückt jetzt auf die Lunge. Daher die Atembeschwerden des Hundes. Alle Vermutungen bringen mich aber nicht weiter und ich entschließe mich dazu den Nagel zu entfernen.

Da ertönt eine Stimme: „Ist etwas los? Können wir helfen?“ Als ich hoch sehe, erkenne ich zwei Rettungssanitäter von einem Hilfeverein. Ich frage ob sie mir kurz eine Trage leihen können, denn die faltbare Trage die in meiner Tasche ist, ist zu klein für den Hund. Sofort dreht sich einer der Sanis um und kommt kurz darauf mit einer Trage auf der eine Wolldecke liegt, zurück. Vorsichtig legen wir nun gemeinsam den Hund auf die Trage und gehen dann die paar Schritte zu einem Tisch, der sich in der Nähe befindet. Jetzt brauche ich nicht mehr zu knien.

Ich greife in meine Tasche und hole das OP-Besteck hervor. Sofort entsteht Geraune um mich herum, doch ich kümmere mich nicht darum. Ich höre wie Herbert eine Erklärung abgibt. Dann hole ich noch eine Betäubungsspritze hervor und setze diese an. Kurz darauf schläft der Hund und ichsetzte einen kleinen Schnitt an. Dann ziehe ich den Nagel vorsichtig aus der Wunde. Anschließend höre ich sofort den Hund ab. Sein Atmen ist wieder vollkommen normal. Also drückte tatsächlich eine Rippe auf die Lunge. Ich vergrößere den kleinen Schnitt und kann nun sehen, dass keine weiteren Verletzungen vorliegen. Der Nagel ist in eine Rippe und hat diese gegen die Lunge gedrückt.

Ich nähe die Wunde zu und lege einen Verband an. Dann setze ich eine Spritze damit der Hund wieder aus seiner Narkose aufwacht. Es dauert auch nicht lange, dann höre ich hinter mir, ich unterhalte mich gerade mit den Besitzern des Hundes und gebe ihnen ein paar Verhaltensmaßnahmen, ein leises Jaulen. Als ich mich umdrehe, wedelt der Hund schon wieder mit seinem Schweif. Ich höre ihn nochmals ab und kann nichts feststellen. Als ich sage: „Der Hund ist wieder O.K.“ brandet Beifall auf. Ich packe meine Sachen zusammen und bedanke mich bei den Sanitätern für ihre Hilfe. Auch bitte ich die Arbeiter etwas vorsichtiger mit dem Nagler umzugehen. Schließlich hätte auch ein Mensch getroffen werden können.

Als Herbert und ich nach etwa einer Stunde weiterfahren, sind wir wieder in Begleitung von mehreren Truckern die mit uns in die gleiche Richtung fahren. Als wir endgültig die Autobahn verlassen verabschieden sich 12 Trucker von uns. Alle wünschen mir weiterhin viel Glück mit den Tieren. Einer bringt es auf den Punkt: „Hey kleine Frau Doktor! Mache es gut. Das was ich heute erleben durfte brauche ich keinem erzählen, glauben wird es doch keiner. Bis zum nächsten Mal!“ Herbert und ich hatten den Fahrern schon erzählt, dass ich keine TÄ bin, doch alle nannten mich Frau Doktor!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #231
Bei Herberts Eltern

Ich bin nervös! Und zwar so nervös, das ich mich nicht auf meine Lehrbücher konzentrieren kann, während wir in Richtung Bayern fahren. Schon länger war diese Fahrt geplant. Aber je näher der Reisetag kam, umso mehr wurde ich nervös. Schlussendlich sind wir heute Morgen los gefahren und brauchen noch etwa eine Stunde bis wir unser Ziel erreichen. Wir sind auf dem Weg, damit ich die Eltern von Herbert kennen lerne. Auch die Eltern von Herbert sind Zahnärzte und betreiben eine gemeinsame Praxis. Herbert versucht mich immer wieder zu beruhigen, trotzdem werde ich immer nervöser je näher wir unserem Ziel kommen. Da ein langes Wochenende vor uns liegt, bleiben wir drei Tage dort. Ich wollte unbedingt in ein Hotel, doch Herbert hat mir das bei vielen Gesprächen aus geredet. Er meinte immer: „Das Haus ist groß genug, so dass du nicht in ein Hotel musst. Mach dir keine Gedanken. Bisher haben meine Eltern noch niemand gefressen.“

Als wir in eine Sackgasse einbiegen macht mich Herbert auf das letzte Haus aufmerksam. Dazu meint er, das ist das Haus seiner Eltern. Herbert lenkt den Wagen vor eine Garage und stellt den Motor ab. Ich nehme meine Tasche und auch die Notfalltasche. Dann steigen wir aus und gehen auf das Haus zu. Wir sind erst einige Schritte gelaufen als uns eine Frau entgegen kommt. Es ist die Mutter von Herbert. Stürmisch fällt sie ihrem Sohn um den Hals und drückt ihn fest an sich. Ich stehe nur daneben.

Auf einmal legt sich schwer eine Hand auf meine Schulter und jemand sagt: „Du bist also Gerda, das Wundermädchen von dem unser Sohn so schwärmt!“ Als ich mich umdrehe steht hinter mir ein Mann in den besten Jahren. Seine Haare sind schon leicht grau. Trotzdem macht er auf mich einen jugendlichen Eindruck. Auch Herberts Mutter sieht viel jünger aus als sie tatsächlich ist. Beide schätze ich sie auf 50 bis 55 Jahre alt. Das schätzen fällt mir leicht, den Herbert ist 29 Jahre alt. Also 7 Jahre älter wie ich.

Herberts Vater reicht mir die Hand und er sagt dabei: „Herzlich Willkommen Gerda! Ich bin Walter und das ist Herberts Mutter Gerda! Wir freuen uns riesig dich endlich kennen zu lernen. Herbert hat schon so viel von dir erzählt, da haben wir ihn erpresst. Wenn ihr heute nicht gekommen wärt, wären wir zu euch gekommen. Komm lasst uns ins Haus gehen.“ Bevor wir jedoch ins Haus gehen begrüßt mich auch Herberts Mutter und umarmt mich. Von dieser Begrüßung bin ich überrascht und meine Nervosität ist wie weg geblasen.

Im Haus ist schon der Kaffeetisch gedeckt und wir setzen uns hin, während Gerda, die Mutter von Herbert, den Kaffee holt. Nachdem die Kaffeetassen gefüllt sind, beginnen wir ein lockeres Gespräch, an dem ich auch beteiligt werde. Dann werden Fragen an mich gestellt. Der erste der fragt ist Walter: „Sag mal Mädchen, wie hast du denn unseren kleinen Kennengelernt. Herbert hat ja eine tolle Story erzählt.“ Ich erzähle wie Herbert und ich uns zum ersten Mal getroffen haben. Anscheinend erzähle ich die Geschichte noch ausführlicher wie Herbert. Als ich die Geschichte mit dem Buch erzähle fangen die Eltern an zu lachen. Dann meint Gerda: „So genau hat uns Herbert das nicht erzählt. Aber ich versteh ihn dass er so fasziniert ist von dir.“ Wir sitzen noch lange im Wohnzimmer und reden zusammen. Hauptsächlich über mich und unsere Pläne. Als ich den Eltern erzähle, dass ich die Anatomie von Hund und Katze studiere, ohne eine Uni zu besuchen schauen mich die beiden doch etwas erstaunt an.

Wir sitzen schon etwa eine Stunde zusammen als es an der Tür klingelt. Gerda meint bevor sie zur Tür geht, das ist mit Sicherheit Herberts Schwester Claudia. Und so ist es. Claudia bringt einen Hund mit. Nachdem wir uns begrüßt haben, will ich den Hund streicheln, jedoch zieht der Hund, als er dieses bemerkt, sich zurück. Dazu meint Claudia: „Petra lässt sich nicht von fremden Anfassen. Entschuldige den Ausdruck Fremde, aber wie soll man es sonst ausdrücken. Nein, Petra hat sich noch nie von anderen streicheln lassen.“

Nachdem sich Claudia zu uns an den Tisch gesetzt hat, lebt das Gespräch wieder auf. Petra liegt unter dem Tisch. Ich lasse in dieser Zeit einen Arm an meiner Seite herunter hängen und spiele mit meinen Fingern. Dass der Hund sich nicht streicheln lässt kann ich nicht glauben. So ist es auch. Nach etwa 10 Minuten bemerke ich dass der Hund an meiner Hand schnuppert. Ich höre mit den Bewegungen der Finger auf und Petra kann nun richtig an meinen Fingern schnuppern. Als ich meine Hand so hinhalte, dass ich Petra kraulen kann, bleibt diese ganz ruhig. Es gefällt ihr!
Irgendwie fällt es Walter auf, dass der Hund bei mir sitzt und er macht Claudia darauf aufmerksam. Diese schaut nach unten, wo eigentlich der Hund liegen sollte. Dann schaute sie unter den Tisch und sieht, wie ich Petra am Streicheln bin. Ungläubig schaute sie mich an: „Das gibt es nicht! Wie machst du das Gerda? Bisher hat sich Petra noch nie von jemand anderes Streicheln lassen außer von uns. Bruderherz, lass diese Frau nie wieder los. Sie hat wirklich die richtige Hand für Tiere.“ Ich zucke nur mit den Schultern und streichele Petra weiter.
Auch später, als wir nicht mehr an der Kaffeetafel sitzen, ist Petra bei mir. Erst als Claudia wieder geht, ging auch Petra mit. Nicht jedoch ohne sich von mir zu verabschieden. Als es darum ging, wo ich denn nun schlafen sollte, meinte Gerda, die Mutter, nur: „Ihr seid doch keine Teenager mehr! Also geht schon auf Herberts altes Zimmer. Gute Nacht!“

Am anderen Tag, es ist ein Sonntag machen wir zusammen einen Ausflug in die Gegend. Meine Notfalltasche habe ich wie immer mit. Walter schaut zwar komisch als er das sieht, sagt aber nichts. Nur Gerda will wissen warum ich die Tasche mitnehme. Ich antworte nur: „Man weiß ja nie!“ Wir waren Essen in einem Restaurant und auch Kaffee mit Kuchen gab es an einem anderen Ort. Gegen Abend sind wir wieder zurück.

Walter hat gerade den Motor des Mercedes ausgestellt, als ganz aufgeregt eine Frau auf uns zugelaufen kommt: „Herr Doktor, Frau Doktor, kommen Sie schnell. Unser Sebastian!“ Dann dreht sie sich um und läuft wieder zu ihrem Haus zurück. Gerda fragt: „Wer ist denn Sebastian?“ Als wir alle ausgestiegen sind und zusammen zum Haus der anderen Frau laufen antwortet Walter: „Das ist deren ihr Hund. Hoffentlich hat der keine Zahnschmerzen!“ Alle müssen wir lachen, dann erreichen wir das Haus wo schon die Frau wartet und von der Seite des Hauses heftig am Winken ist.
Als wir um die Hausecke kommen, sehe ich sofort den Hund auf der Terrasse liegen. Er ist schwer am Atmen und hat sein Maul weit aufgerissen. „Können Sie helfen Herr Doktor?“ fragt die Frau doch dieser schüttelt nur den Kopf. Währenddessen knie ich mich zu dem Hund. Als der Hund meine Hand spürt, wird er ruhiger, so dass ich nachschauen kann warum der Hund sein Maul soweit auf hat. Zunächst frage ich ob der Hund etwas gefuttert hat, was verneint wird. Dann sagt die Frau: „Wir haben immer einen Ball geworfen den der Hund zurück brachte. Auf einmal ist er umgefallen. Das war dahinten.“ Sie zeigte auf einen Bereich des Gartens und ich bitte Herbert nach dem Ball zu suchen. Schnell geht er dort hin und nach einigen Augenblicken ruft er: „Hier ist kein Ball! Nur zwei Fetzen eines Balles liegen hier.“

Da weiß ich was der Hund hat. Ich bitte Herbert, nachdem er wieder bei uns ist, und Walter den Hund fest zu halten. Ich zeige Herbert wie er das Maul des Hundes aufhalten muss, damit das Maul nicht unkontrolliert zu schnappt. Als Herbert den Hund so fest hält wie ich es ihm gezeigt habe, hole ich eine Pinzette aus der Tasche sowie eine starke Taschenlampe. Vorsichtig führe ich die Pinzette in den Rachen des Hundes. Schon bald merke ich einen Widerstand und schließe die Pinzette. Vorsichtig beginne ich an der Pinzette zu ziehen und habe schon bald ein großes Stück eines Plastikballes vor mir liegen. Ich bitte Herbert den Hund los zu lassen, was dieser auch macht.
Auch Walter lässt den Hund los, woraufhin dieser sofort auf springt und freudig an fängt zu Bellen. Dabei springt er immer wieder an mir hoch und ich streichele ihn über den Kopf. Dann stehe ich auf und die Frau reicht mir die Hand. „Was ein Glück! Das aber auch heute ausgerechnet ein Tierarzt bei Ihnen zu Besuch ist, Herr Doktor. Vielen Dank Frau Doktor?“ Das letzte Wort ist als Frage gestellt, doch ich gehe zunächst nicht darauf ein. Darum erklärt Herbert, das ich nur eine Tierarzthelferin mit besonderer Ausbildung bin. Wir bleiben noch etwa 30 Minuten in dem Haus, dann gehen wir wieder zurück zum Haus von Herberts Eltern.

Dort setzen wir uns ins Wohnzimmer und Walter stellt die Frage: „Was heißt denn jetzt mit besonderer Ausbildung? Was in der Tasche ist weiß ich ja nun! Aber ist das selbstverständlich das du die mit hast, Gerda? Mir ist nicht bekannt, das ich jemals gehört habe, das eine Tierarzt-Helferin so was wie vorhin macht. Jeder hätte einen Tierarzt gerufen und nicht einfach losgelegt. Erkläre mir das bitte Gerda!“

Bevor ich antworten kann fängt Herbert an zu erzählen. Er erklärt genau warum diese Tasche da ist. Auch erklärt er wozu ich diese Ausbildung mache. Ich stimme ihm zu und sage selbst: „Genauso ist es! Ich will einfach den Tieren in Not helfen. Das kann ich aber nur, wenn ich diese Tasche dabei habe. Später wenn ich meine Prüfung bestanden habe, wird die Tasche noch besser ausgestattet. Wer weiß, ob ich nicht mal unterwegs operieren muss. Ich muss es wohl abwarten.“

Wir sprechen noch über eine Stunde über meine Ausbildung dann meint Walter zu seinem Sohn: „Also Herbert, wenn du diese Frau wieder laufen lässt, kriegst du gewaltigen Ärger mit mir. Gerda: Herzlich Willkommen in unserer Familie!“ Mit den letzten Worten reicht er mir seine Hand, die ich auch freudig drücke. Auch Herberts Mutter kommt und umarmt mich. Auch sie heißt mich Willkommen. Später sagt Herbert zu mir: „Jetzt ist es amtlich! Du bist in den Kreis unserer Familie aufgenommen. Wann willst du mich eigentlich Heiraten?“
 
  • Post aus Bayern Beitrag #232
Benny, der Mischlingsrüde

Benny ist ein Mischlingsrüde der schon drei Jahre bei uns im Tierheim lebt. Er kam nach einem Unfall zu uns. Benny war so schwer verletzt, das der Tierarzt, nachdem er Benny untersucht hatte, diesen einschläfern wollte. Als er mir damals aber in die Augen schaute, gab er das Vorhaben auf und legte die Spritze die er schon in der Hand hatte wieder zur Seite. Dann operierte er Benny. Jedoch hatte Benny von dem Unfall einige Blessuren über behalten. Das war ein bis zum Schultergelenk amputierter linker Vorderlauf, auf dem linken Auge war Benny blind, auch war er auf dem linken Ohr Taub. Auch seine Schnauze war seit dem Unfall schief, so dass Benny keine feste Nahrung zu sich nehmen konnte. Auch das abnagen von Knochen war für ihn unmöglich. Jeden Knochen den er jedoch ergatterte, wurde von ihm aber verteidigt und während jemand mit ihm spazieren ging, verbuddelt.

Benny wurde von allen im Tierheim verwöhnt. Auch wurde er bei jedem Besuchstag den Besuchern gezeigt. Jedoch wollte keiner Benny wegen seiner Behinderung mit zu sich nach Hause nehmen. Nach einer gewissen Zeit wollte Benny auch nicht mehr weg. Er lag dann immer in einer Ecke des Geheges und schaute nur zu wie andere Hunde ein neues zu Hause bekamen. Am Ende der Besuchstage lag Benny dann immer traurig in seinem Korb und war am weinen.

Im Sommer 1981 lernte ich Julia kennen. Es war an einem Besuchstag als ihre Eltern mit Julia zu uns ins Tierheim kamen. Julia saß in einem Rollstuhl und wurde von ihrem Vater geschoben. Sie betraten das Hundegehege in dem auch ich gerade war. Da alle Mitarbeiter des Tierheim ein T-Shirt mit der Aufschrift des Tierheim anhatten, war es leicht uns zu erkennen. Es sprach mich die Mutter an, ob es möglich wäre das ihre Tochter Julia zu den Hunden könnte. Allerdings wollten sie keinen Hund zu sich nehmen, da der Vermieter ihrer Wohnung keine Haustiere genehmigt. Natürlich durfte Julia in das innere des Geheges. Ihr Vater und auch die Mutter blieben dicht bei ihr. Julia konnte etwas laufen, wobei ihr Vater sie am Arm festhielt, und so blieb der Rollstuhl vor dem Gehege stehen.

Als Julia das Gehege betrat, hob Benny seinen Kopf und nachdem er Julia gesehen hatte stand er auf. Als Julia den Benny stehen sah, rief sie leise nach ihm und Benny ging langsam zu ihr hin. Vor ihr setzte er sich dann auf den Boden und ließ sich streicheln. Außer von den Tierheim-Mitarbeitern war Benny nie von jemand anderes gestreichelt worden. Also genoss Benny die Streicheleinheiten und er legte sich auf den Boden. Auch Julia setzte sich hin und streichelte Benny weiter.

Ich unterhielt mich mit der Mutter uns so erfuhr ich, dass Julia an Leukämie erkrankt war. Nur eine Knochenmarkspende könnte sie noch retten. Leider würden aber die Krankenkasse nicht die gesamten Kosten übernehmen. Dazu fehlten ihnen noch leider 10000 DM, wie ich auf Nachfrage erfuhr. Auch war noch kein geeigneter Spender gefunden worden. Sie selbst hatten Julia adoptiert und fielen somit als Spender aus. Als ich das erfuhr betrachtete ich Julia genauer. Julia war ein 10jähriges Mädchen welches von der schweren Krankheit schon gezeichnet war. Aber sie überspielte die Krankheit indem sie sich so verhielt als wenn sie nicht Krank wäre. Immer wieder kam Julia mit ihren Eltern ins Tierheim um Benny zu treffen.

In mir keimte ein Gedanke auf und ich ging los um den Tierarzt zu suchen. Nach kurzer Zeit traf ich ihn und zusammen gingen wir in mein Büro. Dort unterbreitete ich meinen Gedanken. Ich hatte vor einen Tag des Tieres zu veranstalten und gleichzeitig für Julia Geld zu sammeln. Gleichzeitig sollten an diesem Tag so viel Menschen wie möglich etwas Blut geben, damit dieses auf Verträglichkeit zu Julia untersucht werden kann. Dabei wird nur eine geringe Menge Blut benötigt um eine vorab Selektion zu treffen. Der Tierarzt war einverstanden und wollte auch noch einige andere TÄ überreden mit zu machen. Außerdem musste die Blutentnahme geklärt werden. Dafür brauchten wir einen ganz normalen Arzt. Aber um das alles wollte sich der Tierarzt kümmern.

Eine Woche später trafen sich bei uns im Tierheim neben dem Tierarzt und mir, noch vier weitere TÄ, ein Menschenarzt sowie der Leiter des Örtlichen Rettungsdienstes. Auch ein Vertreter der örtlichen Gastronomie war anwesend. Ich erklärte ihnen was ich vor hatte und sie fanden den Gedanken nicht schlecht. Wir erörterten die Details und legten auch einen Termin für diesen Besonderen Tag fest. Dieser sollte zwei Monate später stattfinden. Ein Tierarzt machte den Vorschlag, dass jeder Besitzer eines Tieres für die Untersuchung einen freiwilligen Obolus geben sollte. Die Summe daraus könnte dann komplett gespendet werden. Auch der Vertreter der Gastronomie meinte, dass nur die Unkosten erstattet werden müssten, den Rest würde er auch Spenden. Wir verabredeten das wir uns noch öfters treffen würden. Dann löste sich diese kleine Versammlung auf.

Der Tierarzt und ich fuhren noch zu einer Druckerei und gaben die notwendigen Plakate in Auftrag. Natürlich wurden diese, nachdem ich den Grund genannt hatte, kostenlos hergestellt. Schon zwei Tage später hingen diese Plakate in der ganzen Stadt. In der folge Zeit trafen wir uns noch öfters. Beim letzten Treffen waren auch die Eltern von Julia dabei und diese erfuhren zum ersten Mal, warum dieser Tag des Tieres überhaupt stattfinden sollte. Beide waren gerührt und bedankten sich schon im Voraus.

Dann kam das Wochenende an dem der Tag des Tieres stattfinden sollte. Wir haben geplant diesen über das gesamte Wochenende zu machen. Also an zwei Tagen. Der Rettungsdienst hatte mehrere Zelte zur Verfügung gestellt in dem die Untersuchung der Tiere stattfinden sollte. Im Bürogebäude waren drei Räume hergerichtet worden um Blut von Menschen ab zu zapfen. Zu dem ersten Arzt, hatten sich noch drei andere Ärzte zur Verfügung gestellt. Außerdem waren auch noch mehrere Krankenschwestern anwesend.

Dann wurden die Tore des Tierheim geöffnet. Noch nie waren soviel Leute im Tierheim. An beiden Tagen hatten sowohl die TÄ als auch die normalen Ärzte alle Hände voll zu tuen. Mehr als 500 Menschen ließen sich Blut abnehmen. Fast alle Leute die mit Tieren kamen, spendeten einen Betrag. Aber auch so flossen die Spenden bereitwillig. Am Ende des Tages des Tieres wurde ein vorläufiger Kassensturz gemacht. Alle waren wir erstaunt denn es kamen mehr als 7500 DM zusammen. Dieser Betrag wurde von allen noch aufgestockt, so dass am Ende doch die benötigten 10000 DM zusammen kamen.

Ein halbes Jahr später kam Julia mit ihren Eltern wieder zu uns. Unter all den Blutspendern war der passende Spender für das Knochenmark dabei gewesen und die Transplantation hatte auch schon statt gefunden. Julia ging es sehr gut. Ihre erste Frage war nach Benny. Als ich sagte, dass er in seiner Box ist, ging sie sofort zu ihm. Die Eltern blieben bei mir im Büro und bedankten sich nochmals bei mir. Dann erzählten sie, dass sie inzwischen ein Haus gemietet hatten und nun gerne Benny mitnehmen möchten. Natürlich war ich einverstanden und etwa eine Stunde später verließen ein glücklicher Hund und ein glückliches Mädchen unser Tierheim.

Nachtrag:

10 Jahre später sitze ich in meinem Büro als eine junge Dame mein Büro betritt. Sie stellt sich vor und fragt mich ob ich sie noch kennen würde. Doch bei mir fällt der Groschen nicht. Erst als sie Benny erwähnt, weiß ich wer sie ist. Es ist Julia! Sie erzählt, das Benny inzwischen verstorben ist. Nun möchte sie wieder einen Hund, aber nur einen mit Behinderung!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #233
Die Fuchs Familie

Herbert und ich gehen an diesem Sonntag spazieren. Wir wollen zu einem Ausflugslokal welches mitten im Wald liegt. Wir gehen oder fahren ein bis zwei Mal im Monat zu dem Lokal. Auch an diesem Sonntag wollen wir dort hin. Es ist herrliches Wetter so dass wir spontan uns dazu entschlossen haben, dort hin zu gehen. Also haben wir uns ins Auto gesetzt und sind die etwa 20 Kilometer zu einem etwa 2 Kilometer von dem Lokal entfernten Parkplatz gefahren. Anscheinend sind viele Leute auf diese Idee gekommen, denn der Parkplatz ist doch sehr belegt.

Herbert stellt den Wagen ab und wir gehen los. Unterwegs unterhalten wir uns über unseren bevor stehenden Urlaub. Es sind zwar noch drei Wochen bis dort hin, aber oft reden wir darüber. Wir wollen wieder mir einem Wohnmobil reisen. Diesmal soll es nach England gehen. Das Wohnmobil ist schon bestellt und auch sonst sind alle Vorkehrungen getroffen. Aber meistens fällt einem noch am letzten Tag vor der Reise etwas ein was bisher übersehen wurde. Darum reden wir über den Urlaub und gehen noch Mal alles durch, was wir brauchen.

Gerade kommen wir an eine Kreuzung wo auch ein paar Bänke stehen. Wir beschließen eine kurze Pause zu machen und setzen uns auf eine Bank. Gerade als wir sitzen hören wir das wütende Bellen von zwei Hunden. Es kommt immer näher. Auch ist kurz das jaulen eines anderen Tieres zu hören. Dann sehen wir einen Fuchs aus einem Gebüsch hervor kommen. Als er uns sieht, kommt er auf uns zu gelaufen. Bis zu dem Busch sind es etwa 20 Meter.

Zwischen den Beinen von Herbert und meinen Beinen verschwindet der Fuchs unter der Bank. Dort legt er sich hin. Im gleichen Moment kommen zwei große Jagdhunde aus dem Gebüsch. Es sind Labradorhunde. Als sie uns und den Fuchs sehen, kommen sie langsam näher. Dabei sind sie die ganze Zeit am knurren. Sofort steht Herbert auf und geht einen Schritt auf die Hunde zu. Dabei sagt Herbert: „Aus! Platz!“ und die Hunde setzten sich tatsächlich hin. Jetzt sind sie noch 10 Meter von uns entfernt. Jedoch sind beide noch leicht am knurren. Dabei beobachten sie ganz genau den Fuchs der noch immer unter unserer Bank liegt. Er scheint Schmerzen zu haben, denn ich höre in leise jaulen.

Jetzt standen auch die Hunde wieder auf und kommen langsam näher. Erneute Befehle von Herbert werden nicht beachtet. Nun erhob ich mich ebenfalls. Sofort blieben die Hunde wieder stehen und schauten mich an. Auf einen neuen Befehl von Herbert setzten sich die Hunde wieder hin. Jetzt waren sie keine 5 Meter mehr von uns entfernt.

Plötzlich ertönt ein lauter Pfiff. Sofort legen die Hunde sich hin und hören auch auf zu knurren. Jedoch beobachten sie noch immer den Fuchs unter unserer Bank. Aus dem Busch aus dem auch der Fuchs und die Hunde gekommen sind, tritt ein Jäger. Sofort ruft er uns zu: „Haben die Hunde Ihnen etwas Getan?“ Herbert verneint die Frage und dann sieht der Jäger den Fuchs. Als er sein Gewehr von der Schulter nimmt, sagt er: „Treten Sie etwas zur Seite damit ich das erledigen kann!“

Einige Leute die inzwischen dabei stehen und bisher nur zu gesehen haben, fangen an zu protestieren. Herbert und ich schauen uns an, dann gehen wir beide rückwärts zur Bank und setzen uns hin. Dabei rücken wir ganz dicht zusammen, so dass der Jäger nicht mehr auf den Fuchs schießen kann ohne uns zu treffen. Auch kommen noch ein Paar und ein älterer Herr zur Bank und setzen sich ebenfalls.

Zunächst schaut uns der Jäger nur wortlos an, dann schultert er sein Gewehr wieder und fragt uns, was nun passieren soll. Herbert antwortet: „Jetzt kümmert sich meine Frau erst einmal um den Fuchs und dann sehen wir weiter.“ Die drei anderen Personen die mit uns auf der Bank sitzen erheben sich und treten zur Seite. Auch Herbert und ich erheben uns und ich greife zu meiner Tasche. Als ich mich zu dem Fuchs bücke, kommt auch der Jäger näher. „Moment mal“ sagt er „Mein Kollege hat mir von solch einer Tasche erzählt. Da ist eine Rehfamilie gerettet worden. Waren Sie das?“
Ich kümmere mich schon nicht mehr um ihn sondern wende mich dem Fuchs zu. Herbert beantwortet die Frage und sagt ihm, dass ich das wohl war.

Ich locke den Fuchs unter der Bank hervor und er kommt auch zu mir. Ich sehe das sein hinterer rechter Lauf am bluten ist. Da der Fuchs sich wieder hingelegt hat, strecke ich zunächst meine Hand aus und lasse ihn daran schnuppern. Dann streichele ich ihm über den Kopf und seinen Hals. Der Fuchs zittert zwar, aber er lässt das geschehen. Als ich über den Hals streichele stelle ich fest, das der Fuchs ein schmales Halsband trägt. Ich bin erstaunt. Ein wildes Tier mit einem Halsband. Das sage ich auch laut in die Runde und sehe dabei auf. Inzwischen sind noch mehr Leute angekommen und sehen zu.

Ich taste das Halsband ab und stelle eine Art Tasche daran fest. Diese Tasche öffne ich und heraus hole ich einen eingeschweißten Zettel. Darauf steht: „Wenn Sie dieses Halsband oder den Fuchs finden, rufen Sie bitte folgende Rufnummer an.“ Dann folgt die Telefon Nummer und die Adresse.

Dabei handelt es sich um eine Auffangstation für Wildtiere und gleichzeitig um eine Forschungsanstalt. Ich reiche den Zettel zu Herbert und der zeigt diesen Zettel dem Jäger. Der sagt: "Ich kenne die Station! Die ist 30 Kilometer von hier entfernt. Geben Sie Mal her! Ich gehe zum Restaurant und werde da mal anrufen. Sie kümmern sich inzwischen um den Fuchs?“ fragt er mich zum Abschluss und als ich ihm zunicke dreht er sich um und geht schnellen Schrittes in Richtung Restaurant. Bis dahin ist es noch ein Kilometer. Seine Hunde begleiten ihn.

Inzwischen kümmere ich mich wieder um den Fuchs. Vorsichtig taste ich den Hinterlauf ab. Dabei stelle ich fest, das dieser durch einen Biss eines des der Hunde verletzt wurde. Auch scheint der Knochen durchgebissen zu sein. Um den Hinterlauf zu richten, muss ich den Fuchs betäuben, damit er keine Schmerzen hat. Als ich zu meiner Tasche greife und dabei auf sehe, bemerke ich auf der anderen Seite des Weges in dem Gebüsch eine Bewegung. Da aber zu viele Leute um uns stehen, kann ich nicht genau erkennen was es war. Darum bitte ich darum, dass die Leute etwas zur Seite gehen, damit ich freien Blick auf das Gebüsch habe.

Sobald die Lücke groß genug ist, das ich das Gebüsch richtig erkennen kann sehe ich dort einen weiteren Fuchs zusammen mit zwei Jungtieren stehen. Auch die Leute schauen dort hin und sehen was ich auch sehe. Sofort wird die Lücke zwischen den Leuten größer. Ich stehe auf und gehe ganz langsam in Richtung des Gebüsches. Der Fuchs schaut mich an und auch die kleinen beobachten mich.

Kurz bevor ich bei dem Fuchs angelangt bin, bleibe ich stehen und gehe in die Hocke. Dann fange ich an mit dem Fuchs zu reden. Ich weiß, dass mich dieser nicht versteht, aber wie immer hoffe ich auf meine Stimme. Auf einmal ertönt von dem Fuchs bei der Bank ein Ton. Daraufhin steht der Fuchs vor mir auf und geht, zusammen mit den kleinen, in Richtung Bank. Dabei geht sie, ich vermute es ist eine Füchsin, so dicht an mir vorbei, das sie mich streift. Langsam folge ich den drei Tieren. Als die Füchsin bei dem Fuchs ankommt, schnuppert sie an diesem. Dann legt sie sich neben ihn hin. Inzwischen sind noch mehr Leute gekommen. Aber keiner ist laut. Keiner hat bisher einen Fuchs aus solch einer Nähe gesehen. Leise wird geflüstert. Auch die Kinder die dabei sind, verhalten sich ruhig.

Ich knie mich wieder bei dem Fuchs hin und ziehe eine Betäubungsspritze auf. Diese gebe ich dem Fuchs und schon kurz darauf ist er am Schlafen. Dann beginne ich schnell mit meiner Arbeit. Richten des Hinterlaufes und einen Verband anlegen. Dabei beobachten mich die anderen drei Füchse ganz genau. Ich gebe dem Fuchs auch noch etwas gegen die Schmerzen und ein Mittel damit er wieder wach wird. Dann bin ich fertig.

Als ich wieder aufsehe kann ich den Jäger erkennen der wieder da ist. Auch seine Hunde sitzen bei ihm. Nun kommt er langsam zu mir, während seine Hunde sich auf einen kurzen Befehl hin auf den Boden legen. „Ich bin schon seit etwa 15 Minuten wieder hier. Die Station habe ich erreicht und sie sind schon unterwegs. Ich schätze Mal, das die in den nächsten 10 Minuten da sind.“ Sagt er als er bei mir ist. Dann fragt er mich wie es dem Fuchs geht und ist ganz erstaunt das die anderen Füchse auch da sind.

Auf einmal ist ein leises jaulen aus Richtung der Hunde zu hören. Als wir alle hinschauen sehen wir, dass einer der Hunde mit eingeklemmtem Schweif auf uns zukommt. Der Jäger will sofort ein Kommando geben, doch ich stoppe ihn indem ich ihn am Arm fasse. „Lass den Hund! Es scheint sich gerade ein Wunder der Natur abzuspielen!“

Alle beobachten nun den Hund. Er geht ganz langsam zu dem Fuchs. Als er bei ihm ist, stößt er den Fuchs leicht mit seiner Schnauze an. Dabei ist er die ganze Zeit am jaulen. Der Fuchs, inzwischen ist er wieder aus seiner Betäubung auf gewacht, hebt seinen Kopf und schaut den Hund an. Dann kommt ein Ton von dem Fuchs und der Labrador legt sich zu dem Fuchs. Jetzt ist er mit seinem Schweif am wedeln. Nun kommt auch der zweite Hund dazu. Er schnuppert an den kleinen Füchsen und dann schleckt er die beiden ab. Danach legt er sich zu der Füchsin.

Ich schaue den Jäger an und der mich. Dabei steht sein Mund auf. Damit hat keiner gerechnet. „Die Hunde kann ich nun zur Jagt vergessen. Aber die beiden sollen es gut weiterhin bei mir haben.“ sagt der Jäger. Ich kann erkennen, dass er Tränen in den Augen hat. Im Hintergrund sehe ich zwei Autos auf uns zukommen. Sofort mache ich Herbert darauf aufmerksam. Er geht den Wagen entgegen und hält diese etwa hundert Meter vor uns an. Dann redet er mit den Insassen.

Eine Frau und ein Mann steigen aus dem ersten Wagen und noch zwei weitere Männer aus dem zweiten Wagen. Der zweite Wagen ist ein Bulli. Dann kommen alle zusammen mit Herbert schnell auf uns zu. Als Der Mann und die Frau die Tiere sehen können bleiben sie abrupt stehen. Die beiden sind sehr erstaunt was sie jetzt sehen und auch die anderen beiden kommen nun dazu. Auch sie kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Als erstes findet die Frau ihre Stimme wieder: „Da hat sich Karl aber eine schöne Freundin ausgesucht. Nachwuchs hat er auch schon und zwei neue Freunde. Moment, davon muss ich ein Foto machen.“ Und schon holt sie einen Fotoapparat hervor und macht mehrere Fotos. Dann kommt sie langsam auf uns zu. Schon beim Klang ihrer Stimme konnte ich ein freudiges jaulen des Fuchses hören.

Dann ist die Frau bei uns und bückt sich zu dem Fuchs. Sofort fängt sie an den Fuchs zu streicheln. Mit der anderen Hand streichelt sie die Füchsin. Auch die Hunde werden gestreichelt, sowie die kleinen Füchse. Da sagt der Jäger: „Jetzt lassen die beiden sich auch noch streicheln. Das haben sie bisher noch nie zugelassen. Noch nicht mal ich konnte sie streicheln. Was ist nur mit den Hunden geschehen? Ich begreife es nicht.“

Daraufhin sagt die Frau zu ihm: „Ich werde es Ihnen nachher erklären, wenn Sie noch Zeit haben. Nun aber erst mal zu Ihnen Frau Doktor? Ich sehe das Karl einen Verband um hat. Welche Verletzungen hat er denn? Äh! Moment! Wieso hat er einen Verband um? Hier liegt auch noch Verpackungsmaterial von einer Spritze. Ich wusste gar nicht, das hier in der Nähe ein Tierarzt wohnt.“

Ich muss Lächeln und sehe dabei zu Herbert hinüber. Auch er ist am grinsen, doch er sagt nichts. Ich erkläre der Frau was der Fuchs hat und welche Maßnahmen ich bisher ergriffen habe. Mit keinem Wort erwähne ich warum dort Verpackungsmaterial liegt und warum der Fuchs verbunden ist. Ich sage ihr nur: „Karl muss sofort operiert werden, damit sein Lauf wieder zusammenwachsen kann. Ich habe diesen nur erst gerichtet. Dazu hat er eine leichte Betäubung von mir erhalten und anschließend eine Schmerzstillende Spritze. Mehr kann ich hier nicht machen. Den Rest musst Du erledigen.“

Sieschaut mich nur an, sagt aber nichts zu mir. Dann wendet sie sich an die zwei Männer aus dem Bulli und sagt diesen, das sofort eine Trage geholt werden muss auf die der Fuchs gelegt werden soll. Ich jedoch sage: „Bringen Sie besser einen großen Tragekorb ohne Deckel! Dann können die kleinen auch mit in den Korb. Dann geht auch die Füchsin mit.“ Wieder schaut mich die Frau an aber dann nickt sie nur und die beiden gehen um den Korb zu holen.

Kurz darauf sind die beiden mit einem großen Korb wieder da. In der Zeit wo der Korb geholt wurde, erklärte die Frau dem Jäger was mit seinen Hunden geschehen ist. Dieser kann nur staunen. Es klingt aber auch unglaubwürdig was sie erzählt. „Die Hunde, beide sind Weibchen, haben auf einmal ihre Muttergefühle entdeckt als sie die kleinen Füchse gesehen haben. Dagegen ist nichts zu machen. Wären die beiden auf der Jagd gewesen, wäre das nicht passiert, aber da die beiden zugesehen haben und die kleinen hier gelegen haben, kam diese Wesensänderung. Die beiden werden nie wieder ein anderes Tier jagen.“

Nachdem sie das gesagt hatte, drehte sie sich um und kümmerte sich wieder um den Fuchs. Vorsichtig hob sie ihn hoch und die beiden Männer schoben den Korb unter das Tier. Dann legte die Frau auch die beiden kleinen in den Korb. Bisher hatte der dritte Mann noch nichts gesagt, jetzt trat er zu mir: „Ich bin Professor Kkkkkk! Ich leite die Forschungsstation von der der Fuchs abgehauen ist. Ich kann mich nur bei Ihnen bedanken Frau Xxxxxxx! Ja, ich weiß wer sie sind! Hedwig, darf ich Ihnen Frau Xxxxxxx vorstellen? Sie ist Leiterin des Tierheims in YYYYYYYY!“ Damit reichte er mir die Hand und auch Hedwig reichte mir ihre Hand. Zusammen brachten wir die Füchse zum Bulli und auch die Füchsin sprang ohne zu zögern in den Bulli, nachdem der Korb mit ihrer Familie eingeladen worden war. Auch die beiden Hunde sprangen in den Wagen. Der Jäger sagte nur dazu, dass er gelegentlich vorbei kommen würde, um seine Hunde ab zu holen. Dann fuhr der Bulli davon.

Wir unterhielten uns noch einige Zeit und gingen zusammen weiter bis zum Lokal. Dort setzten wir uns und tranken zusammen Kaffee. Dabei unterhielten wir uns und der Professor meinte nach einiger Zeit: „Hätten Sie nicht Lust bei uns an zu fangen? Jemanden wie Sie können wir noch gebrauchen!“ Ich schüttelte nur meinen Kopf und schlug sein Angebot aus. Kurz darauf trennten wir uns.

Ein paar Monate später besuchten Herbert und ich die Station. Die Fuchsfamilie lebte noch immer dort, ebenso die beiden Hunde. Füchse und Hunde waren nicht zu trennen. Der Fuchs war auch wieder komplett genesen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #234
Die verwilderte Katze und der Hund

Ich stehe kurz vor meiner Führerschein Prüfung. Dafür muss ich neben allem anderen auch Büffeln. Aber es macht Spaß mit einem Auto durch die Gegend zu fahren. Bis zur Prüfung habe ich aber noch zwei Wochen. Auch die Leiterin unterstützt mich dabei dass ich den Führerschein bekomme. Immer wieder stellt sie ´Fragen aus den Lehrunterlagen. So hat sie mich auch heute schon zwei Mal etwas gefragt. Diese Methode ist sehr gut, denn dadurch behält man sehr viel. Nur der Tierarzt meint immer: „Wozu das alles Lernen? Nach der Prüfung brauchst du davon nur noch die Hälfte.“ Vielleicht hat er Recht, aber das wird die Zeit zeigen.

Heute bin ich dran, die verwilderten Katzen, die in einem Waldstück ein paar hundert Meter von unserem Tierheim leben, zu versorgen. Auch wollen wir die Lebendfallen untersuchen die dort seit drei Tagen stehen. Bisher ist noch keine Katze darin gewesen, die wir mit ins Tierheim nehmen können. Dort sollen die Tiere kastriert werden und zwei Wochen später wieder zurück gebracht werden. Zwar waren schon Katzen in die Fallen gelaufen, aber es waren immer Katzen die schon kastriert waren. Diese haben wir sofort wieder laufen lassen und die Fallen wieder vorbereitet. Auch heute Morgen und heute Mittag war schon jemand da um die Fallen zu kontrollieren.

Ich bereite gerade das Futter für die Katzen vor und stelle alles in die Transportbehälter als Claudia den Raum betritt. Mit ihr soll ich zu den Katzen fahren. Auch sie hat mir schon einige Kleinigkeiten gezeigt, die beim Autofahren wichtig sind. „Hallo Gerda! Bist Du fertig?“ Da ein Behälter schon fertig ist, nimmt sie diesen und bringt ihn zum Bulli. Ich stelle den letzten Behälter mit Futter in den zweiten Behälter und hebe diesen dann hoch. Auch ich gehe nach draußen, wo Claudia schon auf mich wartet. Nachdem der Behälter im Wagen ist, schließe ich die Tür und setze mich auf den Beifahrersitz. Kurz darauf fährt Claudia los.

Da es nur ein paar Hundert Meter sind, dauert die Fahrt nicht lange. Nachdem wir angehalten haben, jetzt sind es noch hundert Meter bis zu dem Platz, nimmt jeder von uns einen Behälter und wir dringen tiefer in den Wald ein. Schon nach ein paar Metern hören wir, dass irgendwo Kinder am Spielen sind. Die Kinder machen einen ganz schönen Lärm, was uns nicht gefällt. Aber dagegen können wir nichts machen.

Als wir um einen Busch gehen, sehen wir die Kinder. Sie befinden sich genau auf dem Lagerplatz der Katzen. Auch der Unterstand der hier für die Katzen ist, wurde Beschädigt. Das Dach ist kaputt und auch eine Seitenwand ist zerstört. Vom Dach ist die ganze Teerpappe die dort aufgenagelt war, herunter gerissen worden. Aus einer Seitenwand sind Bretter herausgerissen worden. Gerade versuchen zwei Kinder, insgesamt sind es vier Kinder, zwei Jungs und zwei Mädchen, ein weiteres Brett aus der Seitenwand heraus zu brechen.

Claudia und ich stellen unsere Behälter auf den Boden und schleichen langsam auf die Kinder zu. Da wir uns in ihrem Rücken befinden, können sie uns nicht sehen. Auf dem kurzen Weg dorthin, komme ich auch an einer Falle vorbei. Ein schneller Blick genügt und ich kann darin eine Katze erkennen. Sie liegt ganz still in der Falle. Doch zunächst kümmere ich mich nicht um die Katze sondern schleiche langsam weiter. Dann stehen wir direkt hinter den Kindern. Gerade als die zwei, ein Junge und ein Mädchen, es schaffen ein Brett aus der Seitenwand zu brechen. Dabei bricht das Brett durch und die beiden fallen hin.

Sofort macht Claudia ein paar Schritte nach vorne und steht direkt neben den gestürzten. Auch ich bewege mich vorwärts und bin bei den anderen zwei Kindern. Diese drehen sich um und wollen weg laufen. Jedoch prallen beide gegen mich und fallen ebenfalls auf den Boden. Ich sehe dass Claudia den beiden bei ihr aufhilft. Auch ich mache das bei den beiden bei mir. Dann gehe ich mit ihnen zusammen zu den anderen. Claudia weist ihnen an sich auf einen umgestürzten Baum zu setzen. Dann hält sie ihnen eine Standpauke. Auch erklärt sie den Kindern um was für einen Platz es sich hier handelt.

Während sie das macht, fällt mir wieder die Falle mit der Katze darin ein. Schnell gehe ich zur Falle. Als ich bei der Falle bin, gehe ich in die Hocke. Mir verschlägt es zunächst die Sprache. In der Falle sind neben der großen Katze auch noch fünf Kitten. Sie muss diese in der Falle geboren haben. Schnell rufe ich in Richtung Claudia: „Claudia! Hier in der Falle ist ein Muttertier mit ihren Kitten!“ Sofort kommt Claudia angelaufen. Auch die vier Kinder folgen. Als Claudia bei mir ist, geht auch sie in die Hocke. Dann fragt sie mich was wir denn nun machen sollen. Ich entschließe mich dazu, die Katzen mit ins Tierheim zu nehmen. Sie hier zu lassen wäre für die kleinen zu gefährlich. Ich weiß auch nicht wo das Nest der Katzenmutti ist, um sie dort wieder in die Freiheit zu entlassen. Claudia steht auf und geht zum Bulli um einen großen Tragekorb für die Katzen zu holen. Darin wollen wir die Falle stellen und mit zum Tierheim nehmen.

Die Kinder wollen natürlich die Katze und ihre kleinen streicheln, jedoch sage ich zu ihnen dass das im Moment nicht möglich ist. Vielleicht in ein paar Tagen. Dazu müssen sie aber ins Tierheim kommen. Die kleinen versprechen schon Morgen zu uns zu kommen. Ich verteile anschließend das Futter in die Näpfe und versuche das Dach des Unterstandes einigermaßen wieder her zu richten. Richtig klappt das nicht. Dafür ist zu viel kaputt gemacht worden. Schließlich gebe ich auf und gehe wieder zu der Falle. Natürlich habe ich auch die beiden anderen Fallen die hier stehen kontrolliert. Doch die beiden waren leer.

Nun kommt auch Claudia zurück. Die Kinder waren mit ihr gegangen und tragen nun den Korb. Diesen stellen sie neben der Falle ab und Claudia stellt die Falle in den Korb. Danach hebt sie den Korb wieder hoch. Die Kinder schnappen sich die Boxen in denen das Futter für die Katzen war und zusammen gehen wir alle in Richtung unseres Bulli. Da höre ich hinter mir ein lautes Miauen. Als ich stehen bleibe und mich umdrehe steht Paul hinter mir. Paul ist ein verwilderter Kater der im vorigen Jahr vom Tierarzt kastriert wurde. Bis auf ein weißes Ohr ist Paul Pechschwarz. Nun steht er also hinter mir und ist am Miauen. Dann läuft er in eine bestimmte Richtung und bleibt wieder stehen. Wieder ertönt sein Miauen und er kommt zu uns zurück. Dort bleibt er stehen und wieder Miaut er. Dann geht er wieder in dieselbe Richtung wie vorhin. Anscheinend will er uns was zeigen.

Das sage ich auch zu Claudia und dann folge ich Paul. Claudia geht inzwischen mit den Kindern weiter zum Bulli. Paul läuft schnell vor mir her. Immer wieder bleibt er stehen und schaut ob ich noch folge. Dann läuft er weiter. Nach etwa hundert Metern verschwindet Paul hinter einem Busch. Als ich diesen Busch umrundet habe, sehe ich einen mittelgroßen Hund dort liegen. Neben ihm sind noch drei andere Katzen. Wie ich sehen kann, haben diese Katzen Futter vom Futterplatz geholt und dieses neben dem Hund abgelegt. Doch der Hund ist zu schwach um noch etwas zu futtern. Schnell bücke ich mich und schaue nach ob der Hund noch lebt. Da dieses der Fall ist, untersuche ich den Hund. Der rechte Vorderlauf ist verletzt und ganz vereitert. Irgendwas hat sich der Hund in die Pfote getreten. Da ich aber nichts dabei habe (meine Notfalltasche habe ich erst später fertig gemacht) überlege ich kurz was ich machen soll. Dabei streichele ich Paul über seinen Kopf. Das ist das erste Mal, das Paul sich streicheln lässt. Einen Tragekorb holen dauert zu lange. Also entschließe ich mich dazu den Hund auf den Arm zu nehmen und ihn zum Bulli zu tragen. Der Hund hat bisher keine Regung gezeigt. Auch als ich ihn auf den Arm nehme, erfolgt keine Reaktion. Ich passe auf, dass ich nicht seine verletzte Pfote berühre, dann gehe ich los. Neben mir läuft Paul. Auch die anderen Katzen folgen mit einigem Abstand.

Da ich sehr vorsichtig gehe, damit keine Erschütterung dem Hund Schmerzen bereitet, brauche ich fast 5 Minuten bis zum Bulli. Als Claudia mich sieht öffnet sie sofort die Schiebetür des Wagens und holt einen Korb hervor. Dann kommt sie schnell auf mich zu. Als sie bei mir ist, stellt sie ohne ein Wort zu sagen den Korb auf den Boden. Anschließend hilft sie mir den Hund in den Korb zu legen. Auch jetzt ist Paul noch bei uns. Die anderen Katzen sind jedoch nicht mehr zu sehen.

Zusammen heben Claudia und ich den Korb hoch und stellen ihn in den Bulli. Auch Paul springt in den Bulli. Dann legt er sich zu dem Hund in den Korb. Dabei achtet er darauf dem Hund nicht weh zu tun. Claudia und ich sehen uns an und müssen beide lächeln. Die Natur ist schon komisch. Paul hat sich bisher noch von niemand streicheln lassen. Heute hat er das zugelassen. Selbst als er vor einem Jahr Kastriert wurde, lies er sich nicht streicheln. Jeden der ihm zu nahe kam hat er angefaucht.

Während Claudia den Wagen startet, sage ich zu ihr, dass wir sofort zum Tierarzt fahren müssen. Dann erzähle ich ihr, wie ich den Hund gefunden habe. Auch das andere Katzen dem Hund Futter gebracht haben, erzähle ich ihr. Erstaunt sieht sie mich an, als ich das erzähle.

Wir sind noch etwa hundert Meter von der Praxis des Tierarzt entfernt, als wir sehen das er mit seinem Variant sein Gelände verlässt.- Sofort macht Claudia das Licht an und schaltet zwischen Abblendlicht und Fernlicht hin und her. Der Tierarzt bemerkt das und fährt wieder auf sein Grundstück. Schon sind wir auch da und Claudia lenkt den Bulli sofort bis vor die Praxis. Als der Wagen steht, springe ich sofort aus dem Bulli und öffne die Seitentür. Als ich zu dem Korb mit dem Hund greife, Paul liegt noch immer neben dem Hund, ist auch der Tierarzt neben mir und sieht was los ist.

Sofort nimmt er den Korb und trägt ihn in die Praxis. Auch Claudia nimmt den anderen Korb und läuft zur Praxis. Ich schließe den Bulli und laufe hinterher. Als ich den Raum betrete, in der die Untersuchungen gemacht werden, ist der Tierarzt schon bei der Arbeit. Ich trete zu ihm und er schaut hoch. Dann sagt er: „Da kommt jede Hilfe zu spät. Ich werde ihn…“ Ich schaue ihm in die Augen und er unterbricht seinen zuvor angefangenen Satz. Die Spritze die er schon in der Hand hatte, legt er wieder weg. Dann beendet er den Satz: „Ich werde ihn nun behandeln. Und du hilfst mir dabei!“ Der letzte Satz ist an mich gerichtet. Dann beginnt die Arbeit.

Er gibt dem Hund eine Betäubungsspritze und untersucht die Pfote. Dann öffnet er die Wunde. Darin befindet sich ein dicker Holzsplitter. Vorsichtig zieht er diesen heraus. Anschließend reinigt er die Wunde und legt einen Verband an. Dabei sagt er: „Du und deine Meinung zur Spritze. Aber gut! Vergessen wir das. Ich glaube nicht dass der Hund überlebt, aber wir werden es sehen. Sollte er überleben wäre es ein großes Wunder. Der hat seit mindestens drei Tagen nichts gefuttert und wer weiß wie lange nicht getrunken. Außerdem hat er eine Blutvergiftung. Was macht eigentlich Paul hier?“

Ich erzähle ihm wie ich zu dem Hund gekommen bin und auch was Paul mit der Sache zu tun hat. In der zeit legt er einen Zugang und gibt dem Hund eine Kochsalzlösung. Auch eine Aufbauspritze bekommt er. Paul sitzt die ganze zeit über auf dem Schreibtisch und beobachtet alles genau.

Nachdem der Tierarzt mit der Behandlung fertig ist, bringt er den Hund in einen Nebenraum. Auch hier folgt Paul. Anschließend kommen beide wieder in den Behandlungsraum. Paul springt wieder auf den Schreibtisch während der Tierarzt den Korb mit der Katzenfalle auf den Behandlungstisch stellt. Er hebt die Falle an und ich stelle den Korb auf den Boden.

Claudia öffnet die Falle und geht schnell zur Seite. Wir hatten damit gerechnet, das die Katze aus der falle springt, jedoch passiert nichts. „Wenn dem so ist, werde ich den Deckel mal abmachen.“ sage ich und löse die vier Halteklipse. Vorsichtig nehme ich den Deckel ab und stelle ihn auch auf den Boden. Die Katze schaut uns nur an. Der Tierarzt fängt ganz vorsichtig mit der Untersuchung der Katze an. Als das geschehen ist, greife ich vorsichtig nach einem der kleinen. Da fängt die Katze an zu knurren. Sofort halte ich in meinen Bewegungen ein. Kurz schaue ich den Tierarzt an und der sowie Claudia treten etwas zurück.

Kurz überlege ich, dann kommt mir eine Idee. Ich bitte Claudia darum einen normalen Tragekorb zu holen und diesen weich aus zu legen. Als Claudia den Korb bringt, entferne ich die Tür von dem Korb und stelle ihn direkt neben den Korb in dem die Katze liegt. Anschließend lasse ich die Katze an meiner Hand schnuppern. Auch streichele ich ihr über den Kopf. Das scheint ihr zu gefallen, denn ihr knurren, die ganze zeit war sie am knurren, wird leiser und hört bald ganz auf. Ich greife nun nach einem der kleinen und kann diesen auch in die Hand nehmen. Ganz genau beobachtet die Katze was ich mit dem Jungtier mache. Ich lege das kleine sofort in den Tragekorb und greife zum zweiten kleinen. Da steht die Katze auf und geht in den Tragekorb wo sie sich hinlegt. Jetzt können wir sehen, dass noch vier weitere kleinen in dem Korb liegen. Auch diese lege ich zur Mutter. Dann trage ich den Korb in den Nebenraum, wo auch der Hund liegt. Wieder folgt Paul und er legt sich zu dem Hund in den Korb.

Der Tierarzt, Claudia und ich reden noch einige Zeit zusammen, dann fahren Claudia und ich wieder zum Tierheim. Täglich bin ich in den nächsten Tagen beim Tierarzt und schaue nach den Tieren. Jedes mal kommt Paul freudig zu mir und lässt sich streicheln. Auch das Muttertier lässt sich streicheln. Die kleinen sowieso! Ganz langsam erholt sich auch der Hund. Aber es dauert viele Wochen bis er wieder herum toben kann. Aber auch er schafft es und wird wieder vollkommen gesund. Paul, die Katze und der Hund sind untrennbar. Darum werden sie später zusammen vermittelt. Auch die kleinen Katzen werden vermittelt. Der Katzenunterstand wurde von den Eltern der Kinder wieder aufgebaut. Wir haben es erst mitbekommen als an einem Samstagnachmittag ein Mitarbeiter dieses Berichtete. Natürlich wollten wir die Kosten dafür übernehmen, doch das lehnten die Eltern der Kinder ab. Alle Tiere wurden auch unter dieser Personengruppe vermittelt. Im Übrigen bestehe ich meinen Führerschein und darf endlich selber fahren.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #235
Adam und Eva

Adam ist ein kleiner Spitz Mischling. Er wurde uns von der Polizei gebracht. Ein Autofahrer hatte ihn entdeckt als Adam auf der Autobahn auf dem Pannenstreifen lief. Da er noch ein durchgekautes Stück Seil um den Hals hatte, nahmen wir an, dass er Ausgesetzt worden ist. Adam ist etwa sechs Monate alt. Er wurde an einem Sonntag zu uns gebracht und da hatte ich keinen Dienst.

Am Montag als ich mein Büro betrat, wartete dort schon Claudia auf mich. Sie schilderte mir, das Adam, so hatte sie in getauft, nun bei uns sein wird. Auch erzählte sie mir, dass als die Polizei den Hund brachte, dieser ihnen wieder entwischt ist und der Hund ins Katzenhaus gelaufen ist. Dort ist er, da eine Mitarbeiterin gerade aus dem Katzenraum kam, durch die geöffnete Tür geflitzt und hat sich bei den Katzen versteckt. Als Claudia den Hund dort herausholen wollte und ihn deshalb auf den Arm nahm, fing Adam an zu jaulen. Auch die Katzen fingen an zu Miauen. Darum hat sie Adam wieder auf den Boden gesetzt und der Hund ist sofort zu den Katzen gelaufen. Seitdem ist er dort und er spielt auch mit den Katzen.

Zusammen mit Claudia ging ich zum Katzenhaus um mir Adam an zusehen. Als wir dort ankamen war Adam gerade am Bellen. Ich schaute durch die Scheibe in der Tür und sah wie der Hund und die Katzen zusammen am toben waren. Da ertönte die Stimme des Tierarzt hinter uns: „Guten Morgen! Ich wollte mir euren Neuzugang ansehen! Aber ich glaube wenn ich den jetzt daraus hole, gibt es eine Revolution. Und das wollen wir ja nicht. Oder?“ Claudia und ich mussten Lachen und begrüßten den Tierarzt.

Wir schauten noch einige Minuten zu und mussten feststellen dass Adam glücklich war. Darum ließen wir Adam bei den Katzen. Auch bei den Besuchstagen blieb er dort. Jedes mal wenn Besucher ihn und die Katzen sahen, wollten Leute den kleinen Adam mitnehmen. Aber das ging noch nicht. Wir mussten erst die gesetzliche Wartezeit abwarten.

Drei Monate später kam Verona zu mir. Verona ist eine ehrenamtliche Mitarbeiterin. „Ich glaube unser Adam ist krank. Er liegt schon den ganzen Tag in seinem Korb und ist am weinen. Selbst die Katzen können ihn nicht trösten. Irgendetwas hat er.“ Ich stand auf und zusammen gingen wir zum Katzenhaus. Als ich den Raum betrat in dem Adam und die Katzen sich aufhielten rührte sich Adam nicht. Nur die Katzen kamen zu uns und wir mussten diese erst einmal streicheln. Dann kümmerte ich mich um Adam und untersuchte ihn genau. Doch ich konnte nichts feststellen. Ich war ratlos. Darum beschloss ich den Tierarzt an zu rufen und ihn zu informieren.

Am Nachmittag kam der Tierarzt und er untersuchte Adam. Doch auch er konnte nichts finden. Darum beschlossen wir, dass Adam beobachtet werden muss. Das machten wir auch in den nächsten Tagen. Doch Adam änderte sich nicht. Er lag nur noch in seinem Korb und starrte vor sich hin. Er trank zwar und auch futtern tat er, aber herum toben mit den Katzen tat er nicht. Zwar kamen die Katzen und kuschelten mit ihm, aber toben war nicht.

Einige Tage später war ich im Katzenhaus weil ich dort einiges erledigen musste. Dabei beobachtete ich Adam. Mir fiel auf, dass er immer in eine Richtung schaute. Ich folgte seinem Blick, sah jedoch nur die Wand und daneben die geschlossene Tür zum Seniorenbereich. Dort lebten unsere etwas älteren Katzen. Auch diese konnten nach draußen, hatten jedoch auch dort einen abgetrennten Bereich, damit sie ihre Ruhe hatten. Ich überlegte kurz, dann ging ich in den Nebenraum wo die Senioren waren. Hier konnte ich nichts Ungewohntes bemerken. In den letzten Monaten war keine Katze gestorben. Auch wusste ich nicht, ob vielleicht Adam in diesem Raum war. Aber das konnte ich mir nicht vorstellen, denn wir passten immer genau auf, dass keine der jüngeren Katzen in diesen Raum gelangten. Trotzdem beschloss ich, alle Mitarbeiter zu befragen. Sofort machte ich dieses auch, doch alle versicherten dass Adam nicht in dem Raum war. Nun musste ich nur noch die ehrenamtlichen Mitarbeiter fragen. Da aber Mittwoch war, musste ich bis Samstag warten.

Am Samstag, heute hatte ich zwar keinen Dienst, bin ich zum Tierheim gefahren und habe alle befragt. Als ich Verona befragte sagte sie zu mir, dass Adam tatsächlich in dem Raum war. Er war etwa eine Stunde lang in dem Raum. Dann ist sein fehlen aufgefallen. Als Verona nachgesehen hatte, lag Adam bei Eva im Korb.

Eva ist ein Katzen Lady. Sie ist 13 Jahre alt und leider Blind. Darum hat ihr Besitzer sie auch vor zwei Jahren ausgesetzt. Auch hier fand die Polizei Eva auf einem Parkplatz wo sie neben einem Toilettenhaus im Gras lag. Sie war zufällig von einer Streifenbesatzung entdeckt worden als diese über den Parkplatz fuhren. Und so kam Eva zu uns. Da sie blind war, hat sie nie mit den anderen Katzen im Raum gekuschelt. Wenn sich eine andere Katze näherte, fing Eva immer an zu knurren. Eva ist wohl alleine gehalten worden, so dass sie keine anderen Katzen kannte. Darum haben wir ihr das Futter immer extra gegeben. Auch hatte sie neben ihrem Korb eine Toilette stehen. Trotzdem ging sie auch ab und an nach draußen um in der Sonne zu liegen. Nur dann ließ sie die Nähe der anderen Katzen zu.

Kurz überlegte ich, dann ging ich zum Katzenhaus. Dort angekommen ging ich in den Katzenraum und musste erst einmal Katzen streicheln. Nachdem das erledigt war schaute ich nach Adam. Er lag in seinem Korb und starrte wieder auf die Wand. Ich öffnete die Tür zum Seniorenraum und konnte sehen dass Adam seinen Kopf hob. Als ich ihn rief, wedelte er mit seinem Schweif, blieb aber liegen. Erst als ich ihn nochmals rief kam er langsam an. Ich stieß die Tür ganz auf und ging in den Raum. Vorsichtig lugte Adam durch die Tür, blieb jedoch stehen. Ich sagte zu ihm: „Na los, Adam!“

Da schaute er mich an und lief zu Eva. Neben dem Korb von Eva blieb er stehen und bellte einmal leise. Eva hob ihren Kopf und stand auf. Sofort sprang Adam in den Korb und Eva köpfelte den Hund. Dann legten sich beide hin. Da wusste ich: Diese beiden dürfen nie wieder getrennt werden. Nur eine gemeinsame Vermittlung kam in Frage. An einer Tafel im Raum standen die Daten der Tiere. Dort schrieb ich zu Evas Namen den von Adam und machte einen Vermerk. Somit würde bald jeder wissen, dass die beiden zusammen gehörten.

Ein paar Wochen später hatten wir einen Tag der offenen Tür. Dieser lief wie immer über zwei Tage. Auch Adam und Eva sollten vermittelt werden. Viele der Leute die nach den beiden fragten, waren zunächst von dem Paar begeistert. Aber wenn sie erfuhren das Eva blind war, wollte keiner mehr die beiden haben. So war es am ersten Tag und fast den ganzen zweiten Tag über.

Es war noch etwa eine Stunde das unsere Türen geöffnet waren. Viele andere Tiere waren schon vermittelt worden. Doch keiner machte ernsthafte Anstalten Adam und Eva mit zu nehmen. Zwar wurden beide bestaunt und gestreichelt, doch das war es auch schon. Heute hatte Eva auch das erste Mal mit einer anderen Katze gekuschelt, während Adam daneben lag. Da betrat ein Paar den Raum. Offenbar war die Frau Blind, denn der Mann der sie begleitete führte sie durch den Raum. Bei einigen Katzen blieben sie stehen und der Mann erklärte der Frau wie die Katze aus sah vor der sie gerade standen. Dann kamen sie auch zu Adam und Eva

Als der Mann die beiden erblickte blieb er abrupt stehen. Dann erklärte er mit schnellen Worten was er sah. Da die beiden noch zwei Schritt von Adam und Eva entfernt standen, führte der Mann die Frau zu dem Korb. Dort ging die Frau in die Hocke und fing an beide zu streicheln. Dabei fing sie an zu weinen. Erstaunt schaute ich den Mann an und er erklärte mir, dass sie bis vor kurzem genau solch ein Paar hatten. Dann ist die Katze gestorben und auch der Hund ist kurze Zeit später gestorben. Die Frau fragte ob sie die beiden haben könnten und ich sagte zu. Jedoch wies ich darauf hin, dass Eva blind war. Das störte die beiden nicht. Die Frau meinte dazu: „Ach wissen Sie. Ich bin auch erst seit ein paar Jahren Blind. Meine Augen ersetzt mein Mann. Und hier macht es wohl der Hund der die Augen der Katze ersetzt. Schließlich müssen wir Blinde zusammen halten!“

Dann fragten sie nach dem Namen der beiden. Ich machte die Papiere für die beiden fertig. Anschließend holte ich einen Tragekorb für Eva und eine Leine für Adam. Der Mann versprach beides zurück zu bringen. Dann verließen uns ein glückliches Paar und ein überaus Glückliches Tier Paar unser Tierheim.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #236
Meine erste Tierärzte Tagung

Der Tierarzt und seine Frau sind zu einer Tagung eingeladen worden. Es wurden nur TÄ eingeladen die auch ein Tierheim betreuen. Da auch Gäste mitgebracht werden dürfen, fahren Herbert und ich mit. Also sind wir vier am Samstag schon sehr früh mit dem Variant des Tierarzt losgefahren. Herberts Auto steht momentan in der Werkstatt. Die Kuppelung hat den Geist aufgegeben. Wir sind schon seit zwei Stunden unterwegs und haben nur noch einige Minuten bis zu unserem Ziel. Das ist ein Tagungshotel das mitten in einem Waldgebiet liegt. Das Hotel hat hundert Zimmer und ist fast an jedem Wochenende ausgebucht, weil irgendeine Tagung stattfindet. Nur eine Straße führt zu dem Hotel und auf der befinden wir uns gerade.

Kurz darauf hält der Tierarzt seinen Wagen an und wir steigen aus. „Bequem in so einem Wagen ist was anderes!“ meint Herbert. Alle müssen wir lachen und gehen zusammen zum Empfang des Hotels. Dort geben wir unsere Namen an und dürfen kurz darauf auf unsere Zimmer. Ich packe unseren Koffer aus und hänge die Teile in den Schrank. Dann gehen Herbert und ich nach unten. Meine Notfalltasche habe ich auch jetzt mit dabei. Unten treffen wir auch den Tierarzt und seine Frau. Es ist kurz vor 10 Uhr, darum gehen wir in den Sitzungssaal. Unterwegs treffen wir noch einige Bekannte Gesichter. Auch Paul, ein Tierarzt der bei meiner Prüfung dabei war, ist da. Ihn begrüße ich besonders herzlich.

Pünktlich um 10.00 Uhr beginnt die Tagung. Zunächst kommen die Willkommensgrüße vom Tagungsleiter, dann beginnen auch schon die Vorträge. Hauptsächlich werden Fälle vorgetragen die einem Tierarzt passiert sind und wie er diese Probleme gelöst hat. Um 12.00 Uhr ist Pause angesagt und es folgt das gemeinsame Mitttagessen. Dabei wird sich natürlich Unterhalten und der Tierarzt muss mich mehrmals vorstellen. Dabei sagt er immer nur, das ich seine Aushilfst Tierarzt-Helferin bin. Mit keinem Wort erwähnt er, welche Ausbildung ich hinter mir habe. Auch erwähnt er nicht, das Herbert zwar einen Doktortitel hat, aber das dieser ein Zahnarzt ist.

Paul der bei uns ist, sagt dazu nichts. So geht die Pause um und um 13.30 Uhr sind alle wieder im Sitzungssaal versammelt. Es geht genauso weiter wie am Vormittag. Auch hier erfolgt nach 2 Stunden eine Pause. Diese ist jedoch diesmal nur eine halbe Stunde lang, dann geht es mit den Vorträgen weiter. Geplant ist es, das um 16.30 Uhr der letzte Vortrag für heute beginnen soll.

Auf einmal wird die Eingangstür aufgerissen und jemand ruft in den Saal: „Kann jemand sofort kommen? Ich habe gerade einen Hund angefahren! Der braucht sofort Hilfe!“ Sofort stehen fünf Tierarzt die in der Nähe der Tür sitzen auf und gehen mit dem Mann nach draußen. Ich kann erkennen dass keiner der fünf irgendeinen Gegenstand in der Hand haben, worin man Medikamente oder ähnlicher transportieren kann, dabei hat.

Ich will gerade zu meiner Notfalltasche greifen, da reicht mir Herbert diese mit einem grinsen. Zusammen gehen wir schnell nach draußen und sehen in einiger Entfernung die Unfallstelle. Die fünf TÄ sind schon dort. Zwei haben sich gebückt und untersuchen den Hund. Auch Paul ist bei den TÄ die bei dem Hund sind. Als wir ankommen höre ich wie einer der TÄ sagt: „Da kann nichts mehr gemacht werden. Wir müssen auf den Örtlichen Tierarzt warten damit er die Spritze gibt.“

Als Paul mich und meine Tasche sieht sagt er: „Ich glaube wir brauchen nicht auf den Tierarzt warten. Auch glaube ich, dass der Hund in ein paar Wochen wieder herum toben wird. Machen sie bitte Platz meine Herren!“ Dabei tritt er zur Seite und auch die anderen TÄ treten zurück. Dabei schauen sie Paul ganz komisch an. Alle denken wohl, dass sich Albert, unser Tierarzt, nun um den Hund kümmert. Doch der bleibt stehen als ich mich bücke. Der Hund ist sehr schwer verletzt. Das erkenne ich auch ohne Röntgenfoto. Da er sehr schwer atmet, nehme ich an, dass er von dem Auto an der Brust getroffen wurde. Ich Knie mich auf den Boden und stelle meine Tasche neben mir ab. Dann untersuche ich ganz vorsichtig den Hund am Brustbereich. Es ist wie ich vermutet habe, denn ich kann fühlen das einige Rippen des Hundes zersplittert sind. Nicht nur gebrochen, sondern in mehrere Teile zerbrochen. Da der Hund sehr schwer atmet muss ich sofort helfen. Es kann nicht gewartet werden, dass er in eine Praxis kommt.

Entschlossen greife ich zu meiner Tasche und hole ein OP-Besteck, welches in einem Etui ist, Verbandmull und Spritzen hervor. Als der Tierarzt das sieht, geht auch er in die Knie und fragt mich: „Du willst doch nicht hier? Sollen wir ihn nicht zum Hotel bringen? Ein Brett wo wir ihn drauflegen können ist mit Sicherheit schnell geholt.“ Ich antworte ihm: „Er kann nicht bis zum Hotel warten! Wenn wir versuchen ihn zu transportieren wird er sterben. Nein, hier an Ort und Stelle muss ich helfen. Aber es wäre schön wenn ich ein paar saubere Tücher hätte.“ Ächzend steht der Tierarzt wieder auf. Da er über 25 Jahre älter ist wie ich, versteh ich dieses. Schließlich hat er die 50 schon lange überschritten.

Sofort gibt der Tierarzt meine Worte an die anderen weiter und zwei laufen zurück zum Hotel um Tücher zu holen. Wie ich sehe sind inzwischen alle Ärzte der Tagung um mich versammelt. Während dessen gebe ich dem Hund eine Betäubungsspritze. Anschließend bitte ich Herbert und Paul mir zu helfen. Beide knien sich sofort hin und legen ganz vorsichtig den Hund so wie ich ihn brauche. Da fragt einer der rumstehenden TÄ: „Sag mal Albert! Willst du hier und jetzt operieren?“ Unser Tierarzt schaut gar nicht hoch als er antwortet: „Nein, ich werde ihn nicht operieren!“ Mehr sagt er nicht. Auch Paul wird die frage gestellt, da er dieses aber verneint, fragen sie auch Herbert. Woraufhin dieser antwortet: „Nein, das kann ich nicht! Ich bin nur Zahnarzt!“

Um uns entsteht ein Gemurmel und in diesem Moment kommen die beiden zurück die Tücher geholt haben. Auch der Besitzer des Hotels ist mit gekommen. Ich höre wie er sagt dass das sein Hund ist. Ich nehme die Tücher und lege diese großflächig um den Hund aus. Auf die Ecken stellen sich mehrere TÄ, nachdem ich darum gebeten habe.

Dann höre ich den Hund noch einmal ab. Da ich auf der linken Seite kein Lungengeräusch höre, nehme ich an, dass die Lunge verletzt oder zusammen gefallen ist. Das zusammen fallen kann passieren wenn ein heftiger Schlag auf die Lunge erfolgt. Auch durch eine Verletzung wie z.B. durch das eindringen eines Knochens kann ein zusammenfallen der Lunge hervorrufen. Das werde ich aber erst sehen, wenn ich den Brustkorb geöffnet habe.

Da der Hund ein sehr kurzes Fell hat, spare ich mir die Rasur. Das kann später erfolgen wenn er in einer Tierklinik ist. Ich setze das Skalpell an und mache einen Schnitt. Dann öffne ich den Schnitt ein bisschen weiter, so das ich die gesplitterten Knochen entfernen kann. Diese lege ich in eine Plastikbox, damit sie eventuell später wieder eingesetzt werden können. Auch das muss in einer Klinik erfolgen. Nachdem das geschehen ist, schaue ich nach der Lunge. Und richtig, der Lungenflügel ist zusammen gefallen. Er scheint jedoch nicht verletzt zu sein. Jedenfalls kann ich nichts erkennen.

Da ich kein Drainage Rohr habe, nehme ich von einer nicht gebrauchten Spritze die Schutzkappe ab. Das geschlossenen Ende schneide ich ab und setze das nun entstandene Kunststoff Rohr in die Wunde. Dadurch wird bei jedem Atemzug des Hundes die eingefallene Lunge wieder aufgebaut und durch das Röhrchen kann die vorhandene Luft aus dem Brustraum entweichen. Dann nähe ich den Schnitt wieder zu. Im Bereich des Röhrchens besonders sorgfältig, da dieser Bereich nicht mehr geöffnet werden muss um den Brustkorb zu rekonstruieren. Anschließend lege ich einen Verband an, wobei mir mehrere TÄ helfen, indem sie den Hund hochheben. Ganz zum Schluss lege ich eines der Tücher, es ist ein Bettlaken, unter den Hund so das dieser transportiert werden kann.

Dann schaue ich auf und einer der TÄ sagt zu unserem Tierarzt: „Sag mal Albert. Ich denke das ist eine Aushilfe bei dir. So wie ich das gesehen habe ist das mehr. Diese OP hätte ich niemals gemacht. Dazu braucht man ein eingespieltes Team welches hier Augenscheinlich nicht war. Erkläre das doch mal Albert!“

Noch bevor unser Tierarzt antworten kann tritt ein Mann hervor und sagt: „Egal wer die OP gemacht hat. Ich bin der örtliche Tierarzt und mein Auto steht da vorne. Helft mir bitte, dass der Hund sofort in mein Auto kommt, damit ich ihn zu einer TK bringen kann. Ich hoffe das ist in deinem Interesse Klaus?“ damit meint er den Hotelbesitzer und als dieser nickt packen sofort mehrere TÄ nach dem Tuch und heben den Hund damit hoch. Dann bringen sie den Hund zu dem Wagen des Tierarzt und dieser fährt davon. Inzwischen habe ich meine Sachen zusammen gesucht und alles wieder verstaut. Dann erhebe ich mich und ohne ein Wort zu sagen gehe ich in Richtung Hotel. Herbert läuft neben mir. Er nimmt nur meine Hand und drückt diese. So gehen wir Händchen haltend zum Hotel wo ich mich wieder frisch mache.

Auch ruhe ich mich ein wenig aus. Irgendwie fühle ich mich schlapp. Warum weiß ich noch nicht. Aber mir kommt ein Gedanke. Hm, sollte ich etwa? Schnell schaue ich auf meinen Bauch und muss lächeln. Wenn wir zurück sind, werde ich mal zum Frauenarzt gehen. Besser einmal zu viel wie zu wenig.

Wenig später gehen Herbert und ich wieder in Richtung Tagungsraum. Bevor wir die Tür öffnen können, tritt der Besitzer des Hotels auf uns zu. Er ergreift meine Hand und sagt dabei: „Vielen Dank! Ohne ihr eingreifen wäre mein Hund schon Tot. Die Klinik hat gerade angerufen. Durch Ihren Eingriff wird mein Hund leben! Noch einmal tausend Dank!“ Wieder drückt er meine Hand und auch eine Frau ergreift meine Hand und bedankt sich bei mir. Dann öffnet Herbert die Tür zum Sitzungssaal.

Als wir eintreten erheben sich alle Teilnehmer der Tagung von ihren Sitzen und Applaus brandet auf. Albert tritt zu mir und raunt mir zu, dass er schon alles erklärt hat. Somit weiß die Gesellschaft dass ich eine Sondergenehmigung habe. Trotzdem muss ich ans Rednerpult und meine Geschichte erzählen. Das bleibt nicht aus. An diesem Tag wird kein Vortrag mehr gehalten. Auch am nächsten Tag werden nur zwei Vorträge gehalten, anstatt der geplanten fünf Vorträge.

Der zweite Vortrag ist gerade vorbei als der Vorsitzende der Tagung den Tierarzt der TK ankündigt. Dieser stellt sich erst einmal vor. Dann sagt er: „Ich habe schon sehr vieles erlebt in meiner nun 35 jährigen Tätigkeit. Aber was mir gestern auf den Tisch kam, habe ich noch nie gesehen geschweige denn gehört. Als mir die dazu gehörige Geschichte hörte, habe ich den Kollegen für bekloppt gehalten. Da stehen 50 TÄ um einen verletzten Hund herum. Ach ja, den Zahnarzt habe ich vergessen. Und was passiert. Eine Tierarzt-Helferin führt eine OP durch, die so wohl einmalig war. Mitten auf der Straße behandelt diese Person einen Pneumothorax! Und das mit einfachsten Hilfsmitteln. Kein teureres OP-Besteck, keine Lungenmaschine. Nein, nur ein Skalpell, ein Nadelschutz und etwas Nähgarn sowie Verbandmull. Das war es schon. Und alles wurde richtig gemacht! Wie nach dem Lehrbuch. Nur das Röhrchen steht nicht in dem Buch. Wir mussten nur die Knochen wieder rekonstruieren, das war alles. Wo ist diese Person, die so etwas unmögliche möglich gemacht hat? Und wer ist der Lehrer, denn ich habe gehört diese Person hat nie Studiert?“

Als erstes steht Albert auf und er fordert mich auf auch aufzustehen. Auch Herbert nickt mir zu. Darum erhebe ich mich ebenfalls und während Beifall geklatscht wird, gehen der Tierarzt und ich nach vorne zum Rednerpult. Als wir dort ankommen ergreift der fremde Tierarzt sofort meine Hand und sagt dabei: „Hervorragend! Wirklich einmalig! Vielen Dank das ich das erleben durfte!“ Dann zieht er mich an den Rednerpult und in den nächsten drei Stunden müssen Albert und ich seine Fragen beantworten. Auch Paul wird dazu geholt.

Drei Tage später war ich beim Frauenarzt! Ich bin schwanger. Zwar noch ganz am Anfang, aber ich bin Schwanger. Als ich das am Abend Herbert erzähle freut sich dieser riesig und er meint: „Das habe ich mir schon lange gewünscht. Aber jetzt muss ich erst einmal meine Mutter anrufen! Die wird sich einen Ast freuen!“ Damit geht er zum Telefon. Ich höre wie er die Nummer wählt, doch nach einem kurzen Moment legt er wieder auf. In diesem Moment klingelt das Telefon und Herbert nimmt ab. Es ist seine Mutter und Herbert erzählt sofort die freudige Nachricht indem er zu seiner Mutter sagt: „Hallo Oma! Ja Du hast richtig gehört!“ Er spricht noch etwa 10 Minuten mit seiner Mutter, dann muss ich auch ans Telefon. Auch ich rede lange mit ihr und sie verspricht in ein paar Wochen uns zu besuchen.
Der Hund wurde auch wieder gesund und tobt so wie früher herum. Nur wenn er zur Straße kommt, fängt er an zu zittern und geht sehr vorsichtig auf die andere Straßenseite. Dabei schaut er sich immer um und wenn er ein Auto sieht, geht er nicht über die Straße.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #237
Diese Geschichte hat Gerda aus ihren Erinnerungen aufgeschrieben. Richtig Notizen hat sie sich ja erst gemacht als sie ihren Job im Tierheim antrat.

So fing alles an

Ich bin ein junges Mädchen und gehe bei uns im Dorf in die Hauptschule. Heute ist ein besonderer Tag, den ich feiere meinen 10ten Geburtstag. Da heute Sonntag ist, entfällt natürlich die Schule. Trotz Sonntag war ich schon um 8.00 Uhr wach und rannte ins Wohnzimmer. Dort hoffte ich mein Geschenk zu finden. Bisher haben meine Eltern immer an meinem Geburtstag mein Geschenk im Wohnzimmer platziert. Jedoch nicht heute. Gar nichts war im Wohnzimmer. Zwar lag auf dem Wohnzimmertisch ein Briefumschlag, aber den beachtete ich nicht. Ich schaute noch einmal enttäuscht durchs Wohnzimmer, dann ging ich langsam wieder in Richtung meines Zimmers. Da hörte ich wie Mama rief: „Hast du auch auf den Tisch geschaut?

Ich drehte mich schnell um und lief wieder ins Wohnzimmer. Aber auf dem Tisch lag nur der Briefumschlag. Sollte das mein Geschenk sein? Ich nahm den Umschlag hoch und tastete ihn von außen ab. Dann drehte ich ihn um und konnte meinen Namen lesen. Vorher hatte ich diesen nicht gesehen. Schnell öffnete ich den Umschlag und hielt ein paar Fotos in der Hand. Darauf waren ein Elefant, einige Löwen und Tiger und ein Foto mit einem Zebra abgebildet.
Als ich mich umdrehte, standen meine Mutter und mein Vater an der Wohnzimmertür. Beide waren am Grinsen und meine Mama sagte: „Mach dich fertig! Nach dem Frühstück fahren wir zusammen weg.“
Ich wollte natürlich wissen wohin. Doch mein Papa sagte nur: „Überleg mal!“
Nach dem wir Gefrühstückt hatten, setzten wir uns in Papas Auto. Das war ein ganz altes Teil und knatterte wie verrückt. Aber es lief und hat uns bisher immer dort hin gebracht wo wir hin wollten. Noch immer war ich am überlegen wo es denn hin ging. Auf einmal kam mir ein Gedanke. „Mama! Fahren wir in den Zoo?“ Dort war ich noch nie gewesen Mama lächelte nur und Papa fuhr los.
Richtig! Etwa 30 Minuten später hielt mein Papa vor dem Zoo und wir stiegen aus dem Auto. Ich war gespannt was es alles für Tiere gab. Außer Hunden und Katzen, sowie Schweinen, Pferden und Kühen hatte ich noch keine anderen Tiere gesehen. Natürlich hatte ich auch schon Vögel, Hühner und Enten gesehen. Die gab es schließlich genug bei uns im Dorf. Dort gab es mehrere Bauernhöfe wo es solche Tiere gab. Aber andere hatte ich noch nie gesehen.
Mama und Papa nahmen mich an die Hand und zusammen gingen wir in den Zoo. Ich wunderte mich nur, das Papa am Eingang nur einen Zettel vorzeigte und wir ohne zu bezahlen in den Zoo durften. Aber egal! Sobald wir den Eingang passiert hatten, ließen mich meine Eltern los und ich lief zum ersten Gehege. Dort waren Büffel zu sehen. Sagte jedenfalls mein Papa. Dabei zeigte er auf ein Schild welches ich nicht beachtet hatte. Jetzt jedoch las ich was darauf stand. Ich fragte Papa ob an jedem Gehege solch ein Schild ist und er bejahte die Frage.
Schnell lief ich zum nächsten Gehege und las erst was auf der Tafel stand. Aber ich hatte die Tiere schon erkannt. Denn Elefanten kann man nicht verwechseln. Trotzdem schaute ich auf die Tafel und las was dort stand. So rannte ich von Station zu Station während meine Eltern langsam hinterher kamen.

So verging die Zeit wie im Fluge. Meine Eltern meinten auf einmal das wir nun etwas Essen gehen sollten, doch ich wollte weiter im Zoo bleiben, woraufhin meine Mutter meinte: „Wir bleiben auch im Zoo! Hier ist ein neues Restaurant eröffnet worden und da gehen wir nun hin. Komm!“
Ich fragte noch ob wir anschließend hier wieder hin gingen und mein Vater sagte nur: „Natürlich!“. Dann gingen wir zum Restaurant. Dort angekommen setzten wir uns hin und Papa bestellte das Essen. Sehr schnell wurde uns das Serviert und als ich alles gegessen hatte, wollte ich sofort wieder los. Doch Mama stoppte mich und sagte sie hätten noch eine Überraschung für mich. Natürlich wollte ich wissen was es ist, aber Mama meinte nur in Fünf Minuten.
Dann warteten wir. Nach fünf Minuten kam ein Mann an unseren Tisch. Er begrüßte meine Eltern und auch mir reichte er die Hand. Dabei meinte er: „Das ist also das kleine Mädchen! Sehr schön. Na dann wollen wir mal.“ Ich wusste nicht was er meinte, nahm die Hand von Mama und Papa und zusammen verließen wir das Restaurant. Es ging in eine ganz andere Richtung. Das meinte ich auch zu meinen Eltern. Mama sagte nur das es jetzt zu meiner Überraschung geht. Danach kann ich weiter laufen.
Wir näherten uns dem Raubkatzenhaus und ich konnte einen Löwen oder Tiger brüllen hören. Langsam wurde ich nervös, denn ich konnte mir nicht vorstellen was ich hier für eine Überraschung bekommen sollte. Dann betraten wir das Haus und der Mann führte uns in einen Raum. Dort waren schon einige andere Personen. Dann erhielt ich meine Überraschung! Ich durfte den Namen für einen kleinen Tiger aussuchen. Kurz musste ich überlegen. Dann nannte ich den Tiger: „Gerda!“ Genauso wie ich. Anschließend durfte ich den kleinen Tiger auch noch streicheln. Und da wusste ich, was ich später mal werden will. Auf jeden Fall Tierpfleger. Aber nicht im Zoo. Das war mir auch schon klar. Es gibt hier einfach zu viele Tiere.
So ging der Tag herum. Wir besuchten noch die restlichen Tiere im Zoo. Als wir wieder nach Hause fuhren, fragte ich ob es bei uns auch ein Tierheim gibt. Natürlich gab es das und meine Mutter wollte wissen warum. Ich erzählte ihr und auch meinem Vater was ich, seitdem ich den kleinen Tiger streicheln durfte, durch den Kopf ging. Mama und Papa schauten sich an, dann meinte PAPA: „Wenn es geht werden wir ins Tierheim fahren. Aber ein Tier gibt es nicht!“ Woraufhin ich antwortete: „Das möchte ich auch nicht! Nur ansehen und streicheln, das reicht mir.“
Ein paar Wochen später fuhren wir zum Tierheim und ich konnte den ganzen Nachmittag mit den Tieren kuscheln. Ab und an brachte mich Papa auch zum Tierheim und ich ging mit den Hunden spazieren. Als ich erkannte welches Leid die Tiere haben, wurde der Wunsch immer stärker in mir, etwas für die Tiere im Tierheim zu tun. So fuhr ich, nachdem meine Eltern und ich in die Stadt gezogen waren, jeden Samstag mit dem Rad zum Tierheim und kümmerte mich um die Tiere.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #238
Happy

Ich sitze in meinem Büro und erledige wieder einmal die Abrechnung für den laufenden Monat, als mein Telefon klingelt. Nachdem ich abgenommen habe und mich gemeldet habe höre ich die Stimme der Leiterin des Alten und Pflegeheimes in unserer Stadt. Sie fragt mich ob ich in den nächsten Tagen einmal vorbei kommen könnte da einer der Patienten seinen Hund abgeben will. Sowas höre ich nicht gerne, aber trotzdem vereinbaren wir einen Termin für den nächsten Freitag. Bis dahin sind es noch zwei Tage. Als ich auflege bin ich schon am überlegen wie ich den Patienten überreden kann, das er seinen Hund behält.

Am Freitag mache ich mich, zusammen mir einer Mitarbeiterin, auf den Weg zum Pflegeheim. Obwohl ich den Patienten überreden will, dass er seinen Hund behält, haben wir alles dabei um den Hund doch mit zu nehmen. Als wir auf dem Parkplatz des Pflegeheimes ankommen sehen wir schon die Leiterin auf uns zu kommen. Ich stelle den Motor ab und wir steigen aus dem Wagen aus. Dann begrüßen wir die Leiterin und zusammen gehen wir zu ihrem Büro.

Dort erfahren wir, dass der Besitzer des Hundes vor ein paar Tagen verstorben ist. Da aber ihre Tochter, inzwischen auch 75 Jahre alt, ein schwerst Pflegefall ist und diese nicht um den Hund kümmern kann, möchte sie den Hund bei uns abgeben. Natürlich kann ich nun verstehen warum der Hund zu uns kommen soll. Das sage ich auch der Leiterin und zusammen gehen wir zu der Frau der der Hund gehört. Als wir den raum betreten, in dem die Frau liegt, bin ich geschockt. Dort liegt die Frau und ist an mehreren Geräten angeschlossen. Unter anderem an ein Dialysegerät.

Ichunterhalte ich mich mit der Frau und erfahre nun, das der Hund ihrer Mutter gehörte. Als diese jedoch verstarb hatte sie nun den Hund. Dieser ist aber erst zwei Jahre alt und braucht einen neuen Besitzer. Aus diesem und keinem anderen Grund trennt sie sich schweren Herzen von Happy. So heißt der Hund. Während sie das alles mühsam erzählt, schaue ich mich um und sehe in einem Korb einen Cocker Spaniel liegen. Dieser schaut mit traurigen Augen zu uns hin.

Natürlich nehmen wir den Hund mit und ich verspreche der Frau, dass mindestens alle zwei Tage jemand mit Happy vorbei kommt, damit sie sieht, dass es ihm gut geht. Leider verstarb die Frau nur zwei Wochen später. An dem Tag war Happy bei ihr. Sie freute sich das es ihrem Happy so gut ging und schmuste lange mit ihm. Als Happy wieder ging sagte sie zu ihm: „Bis demnächst mein kleiner, in einer besseren Welt.“ 10 Minuten nachdem Happy wieder gegangen war, verstarb die Frau.

Schon auf dem Weg zum Tierheim verhielt sich Happy anders wie sonst. Kaum hatte er das Pflegeheim verlassen fing er an zu jaulen. Als er im Tierheim ankam, schlich er zu seinem Korb und fing bitterlich an zu weinen. Wir wussten sofort was Happy hatte und ließen ihn in Ruhe. Auch die anderen Hunde in seinem Gehege ließen ihn in Ruhe. Erst am nächsten Tag, hatte sich Happy etwas beruhigt und er ließ die Nähe der anderen Hunde wieder zu. Auch wurde er sehr viel von den Mitarbeitern gestreichelt.

Fünf Tage später war Happy verschwunden. Er hatte sich, während er mit einer Mitarbeiterin spazieren ging, von der Leine befreit. Klar wurde ich sofort informiert und ich startete eine Suchaktion, die aber nichts brachte. Wir dachten, das Happy zum Pflegeheim gelaufen ist, doch dort war er nicht. Also wurde die Suche erweitert. Ein Mitarbeiter fuhr die Strecke vom Tierheim bis zu PH mit dem Rad ab. Doch kein Happy wurde gesehen. So ging es drei Tage lang. Dann erhielt ich einen Anruf, dass ein Hund auf dem Friedhof herum laufen würde.

Sofort fuhr ich mit einem Mitarbeiter zum Friedhof und wir waren sehr erstaunt, als wir auf dem Grab der alten Frau Happy fanden. Dieser ließ sich auch sofort an die Leine nehmen als ich ihn rief. Anstandslos kam er mit ins Tierheim. Jedoch nach drei Tagen war Happy wieder mal aus gerissen. Auch diesmal war er auf dem Friedhof. Kam jedoch wiederum anstandslos mit ins Tierheim. Drei Tage später holten wir Happy schon wieder vom Friedhof ab. Darum beschloss ich, dass wenn mit Happy spazieren gegangen wird, immer am Friedhof gegangen wird.

Vier Wochen ging es gut mit Happy! Dann war er wieder verschwunden. Da es diesmal nach seinem Besuch auf dem Friedhof war, konnten wir uns nicht vorstellen wo er war. Denn auf dem Friedhof war er nicht. Das stellten wir aber erst zwei Stunden nach seinem verschwinden fest. Wir schalteten die Polizei ein, damit auch diese nach Happy Ausschau halten würde. Die Polizisten gingen auch in der Nacht mehrmals zum Grab der Frau, doch Happy tauchte nicht auf. Wir befürchteten schon das schlimmste, darum fuhren zwei Mitarbeiter mit dem Rad zum Friedhof. Dabei schauten sie hinter jeden Busch, selbst am Kanal schauten sie unter der Brücke nach. Doch war kein Happy zu finden.

Etwa eine Woche nach Happy verschwinden fuhr ein Kombi auf unser Gelände. Aus dem Wagen stiegen eine Frau und ein Mann, sowie zwei Kinder im alter von 8-12 Jahren. Der Mann machte sich an der Ladefläche des Autos zu schaffen und heraus sprang Happy. Dann kamen alle auf mein Büro zu. Schon als ich gesehen hatte, das Happy in dem Wagen war, bin ich von meinem Stuhl aufgestanden und zur Tür gegangen.

Als ich diese öffnete, stand Happy schon vor mir. Sofort stimmte er ein Freudengebell an und sprang an mir hoch. Ich streichelte ihn und führte ihn in mein Büro. Auch die Familie kam in mein Büro und der Mann schloss sofort die Tür. Ich forderte alle zum sitzen auf, was aber nur die Erwachsenen machten. Die beiden Kinder waren bei Happy, der in einem Korb lag, der in meinem Büro ist.

Dann fing der Mann zu erzählen an: „Wir haben einen kleinen Kotten. Vor ein paar Tagen fingen meine beiden Kinder an, wie verrückt zu Essen. Dachten wir zumindest. Aber sie haben heimlich etwas von dem Essen gesammelt und es an den Hund weiter gegeben. Meine Kinder hatten den Hund in einem Anbau versteckt. Sie haben ihn vom Friedhof mitgebracht, wie wir bei Nachfragen erfuhren, Heute Mittag habe ich durch Zufall den Hund gefunden. Da haben mir Miriam und Gertrud alles erzählt. Der Hund lief wohl auf dem Friedhof herum und war am weinen. Als meine Kinder ihn angerufen haben, ist er sofort zu ihnen gekommen und er ist auch anstandslos mit zu uns nach hause gekommen. Aus dem Anbau ist der Hund jederzeit heraus gekommen weil dort die Tür nicht schließt. Nun bringen wir den Hund hierhin, weil es geht wohl nicht, dass sie den Hund einfach behalten. Obwohl sie das gerne möchten und auch der Hund möchte es wohl.“

Ich wandte mich an die Kinder und meinte zu ihnen, dass es wirklich nicht geht so einfach einen Hund mit zu nehmen. Denn schließlich könnten jetzt woanders Kinder über den Verlust weinen.
Beide gaben mir Recht. Dann sagte ich zu den Eltern: „Happy, so heißt der Hund, lebt hier im Tierheim. Seine Besitzerin ist leider verstorben. Darum läuft er auch immer zum Friedhof und legt sich dort auf das Grab seiner Besitzerin. Wie er das Grab gefunden hat, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Wir haben ihn dort schon mehrmals abgeholt. Natürlich kann er vermittelt werden, da es niemanden mehr gibt zu dem er könnte. Wenn Sie also wollen?“

Während meiner Worte hörten die Kinder aufmerksam zu. Und als ich sagte, das Happy vermittelt werden könnte, redeten sie sofort auf die Eltern ein, weil sie Happy wieder mitnehmen wollten. Der Mann schaute kurz die Frau an und diese nickte mit dem Kopf. Es war also abgemacht. Kurz darauf verließen zwei glückliche Kinder und ein noch glücklicher Happy mit den beiden Erwachsenen unser Tierheim.

Happy ist nie wieder zum Friedhof gelaufen, obwohl er nie eingesperrt worden ist. Er konnte jederzeit das Haus verlassen. Auch lief er nie mit einer Leine herum. Bei der Familie war er glücklich. 15 Jahre später holten sich die beiden Kinder selber jeweils einen Hund bei uns aus dem Tierheim. Happy lebte noch zwei Jahre bei dem Ehepaar. Dann holten sie sich einen neuen Hund, den sie auch Happy nannten.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #239
Das Tierheim in Italien

Herbert und ich haben uns mal wieder ein Wohnmobil geliehen. Wir sind auf dem weg nach Italien um ein Tierheim zu besuchen. Dieses Tierheim ist neu gegründet worden und wird von Gianni und seiner Frau Maria geführt. Beide hatte ich im vorigen Jahr kennen gelernt als der und ihres Sohnes wegen eines herzanfalles bei uns versirgt wurde. Hund ihres Sohnes Salvatore wegen eines Herzanfalls bei uns versorgt wurde. Da wir außerhalb der üblichen Ferienzeit fahren, kommen wir flott voran. Jedoch meinte Herbert, dass wir bis zu unserem Ziel 2 Tage benötigen. Aus diesem Grund sind wir um 8.00 Uhr morgens los gefahren.

Jetzt sind wir schon drei Stunden unterwegs, als Herbert meint, dass es Zeit wird langsam ein Restaurant anzufahren um etwas zu Essen. Ich stimme ihm zu, denn auch ich merke dass ich Hunger habe. Zum Frühstück heute Morgen hat mir ein Kaffee gereicht und ein Brötchen. Zwar haben wir die anderen Brötchen fertig gemacht und diese befinden sich nun im Kühlschrank des Mobiles, doch es ist was anderes etwas Warmes zu Essen anstatt die kalten Brötchen.

Wir sind gerade an einem Hinweisschild für einen Autohof vorbei gekommen und darum meint Herbert dass wir dort hin fahren. Ich stimme zu, denn in all den Jahren die wir mit einem Wohnmobil in Urlaub gefahren sind, hat es sich als richtig erwiesen auf einen Autohof zu fahren. Dort kann man gut essen. Wenn auf einem Autohof wenig los ist zur Mittagszeit, dann sind wir immer weiter gefahren. Herbert sagte einmal: „Ist auf einem Autohof nichts los, taugt dort das Essen nicht!“ Bisher hatte er immer recht gehabt.

Auch in diesem Wohnmobil läuft leise das CB-Funkgerät mit. Schließlich erfahren wir so am schnellsten ob auf unserer Strecke irgendwo ein Stau ist. Im Radio erfolgt das oft zu spät. Ab und zu hören wir auch wie sich Trucker unterhalten. Auch von einem Stau in unserer Fahrtrichtung erfahren wir so. Zwar ist der Stau drei Abfahrten weiter, auch dort befindet sich ein Autohof, trotzdem verlassen wir die Autobahn. Es ist also richtig dass wir unsere Fahrt unterbrechen für eine Pause. Gleichzeitig hoffen wir, dass bis zum Ende der Pause dieser Stau vorbei ist.

Herbert verlässt die Autobahn an der betreffenden Abfahrt und fährt in Richtung Autohof. Dieser befindet sich nur wenige hundert Meter neben der Autobahn. Schnell haben wir einen Parkplatz gefunden und Herbert stellt den Motor aus. Dann meint er: „Los ist zwar noch nicht viel. Aber der Autohof soll sehr gut sein. Lassen wir uns überraschen.“ In diesem Moment hält neben uns ein LKW und der Motor geht aus.

Herbert und ich verlassen unser Wohnmobil und natürlich habe ich meine Notfalltasche dabei. Langsam gehen wir auf das Restaurant zu, als wir von hinten angesprochen werden. „Hallo Leute! Die Tasche kenne ich doch! Bist du nicht die kleine Zierärztin mit dem Zahnarzt?“ Natürlich bleiben Herbert und ich stehen um zu sehen wer uns angesprochen hat. Ich muss nur einen kurzen Moment überlegen, dann weiß ich wer da vor uns steht. Es ist Kurt, ein Trucker den wir vor einigen Jahren kennen gelernt haben, als wir einen Urlaub in Frankreich verbrachten. Auf der Rückreise haben wir ihn kennen gelernt.

Freudig begrüßen wir uns und zusammen gehen wir in Richtung Restaurant. Dort angekommen setzen wir uns an einen Tisch. Auch auf diesem Autohof gibt es eine Bedienung und wir brauchen nicht unser Essen selber holen. Die Bedienung weißt uns darauf hin, dass außer dem Hauptgericht alles andere am kalten Büffet geholt werden kann. Ohne weitere Kosten. Nun sind wir alle drei Platt. Damit hatten wir nicht gerechnet. Aber der Autohof besteht seit 25 Jahren und im Jubiläumsjahr sind sämtliche Beilagen kostenlos. Natürlich wissen wir, dass vorher die Preise angepasst wurden, aber das stört uns nicht. Darum begeben wir drei uns zum kalten Büffet und bedienen uns.

Kurz nachdem wir wieder Platz genommen haben, kommt auch unser Hauptgericht. Während wir Essen unterhalten wir uns und Kurt stellt einige Fragen wie es uns denn in der zwischen Zeit ergangen ist. Auch wir stellen Fragen an Kurt und erfahren dass es inzwischen nicht mehr so rosig aussieht auf einem Truck zu fahren. Es ist einfach der Leistungsdruck zu groß geworden. Aber die drei Jahre die er noch hat bis zur Rente sitzt er auf einer Backe ab. Darüber müssen wir drei herzlich Lachen und so vergeht die Zeit wie im Fluge.

Bei unseren Fahrzeugen verabschieden wir uns. Kurt fährt in die andere Richtung. Er verspricht aber, wenn er das nächste Mal an unserem Tierheim vorbei kommt, einmal an zu halten und sich das Tierheim an zu sehen. Jetzt will er noch kein Tier, aber wenn er in Rente ist, dann garantiert. (Kurt hat sich nachdem er in Rente war einen Hund bei uns aus gesucht. Leider war ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr im Tierheim)

Als Herbert den Wagen startet hört er noch einmal den LKW-Kanal ab und tatsächlich, der Stau ist weg. Somit fahren wir wieder auf die Autobahn und weiter geht es in Richtung Italien. Gegen Abend verlässt Herbert die Autobahn und steuert wieder einen Autohof an. Auch dort Essen wir etwas und verbringen die Nacht an einer ruhigen Stelle des Autohofes.

Am nächsten morgen gehen wir erst Frühstücken, Kaffee gibt es so viel wie man will ohne Extrakosten, dann fährt Herbert zur Tankstelle und tankt den Wagen auf. Kurz noch ein Routinecheck, Öl und Wasserkontrolle, dann geht es weiter. Bis zur Grenze in der Schweiz ist es nicht mehr weit. Dort haben wir keinen Aufenthalt, jedoch fährt Herbert beim Zoll zu einem Gebäude damit ich die Medikamente die ich dabei habe, deklarieren kann. Nur ganz kurz schaut der Zöllner in meine Papiere, schreibt noch eine Bescheinigung aus, dann dürfen wir weiter. Auch beim italienischen Zoll verfahren wir so. Auch dort gibt es eine Bescheinigung.

Jetzt haben wir noch etwa 250 Kilometer vor uns. Auch hier achtet Herbert immer wieder auf den Funkverkehr. Denn im Radio, wird nur italienisch gesprochen und das verstehen wir beide nicht. Aber es sind genug deutsche LKW unterwegs die uns Auskunft geben können. So erfahren wir auch von einer Sonderkontrolle etwa 50 Kilometer nach der Grenze. Dort werden nur Wohnmobile und PKW mit Wohnanhänger kontrolliert. Davor haben Herbert und ich keine Angst. Darum bleiben wir auf der Autobahn.

Da unser Wohnmobil mit einer Geschwindigkeit Regelanlage ausgestattet ist, fällt es Herbert nicht schwer die maximal zulässige Geschwindigkeit zu halten. Nach etwa einer halben Stunde fahrt sehen wir die ersten Hinweisschilder auf die Kontrolle. Herbert fährt mit gleicher Geschwindigkeit weiter. Kurz darauf muss er langsamer werden und wir sehen schon einen Beamten am Fahrbahnrand stehen. Etwa hundert Meter vor der Kontrolle hebt der Beamte seine Hand und deutet auf den dort befindlichen Parkplatz. Beim einbiegen werden wir durch einen weiteren Beamten eingewunken und wir rollen in eine Parkbucht. Als wir stehen schaltet Herbert den Motor aus und lässt seine Scheibe in der Tür herunter.

Wir müssen noch einen Moment warten, dann tritt ein Beamter an unser Mobil. In perfektem deutsch begrüßt er uns und erklärt uns den Grund der Kontrolle. Es wird nach unerlaubten Medikamenten gesucht, aber auch die Gewichte der Wagen werden überprüft. Da ich schon meine Medikamente beim Zoll deklariert habe, reicht Herbert das Zollformular und meine Bescheinigungen an den Beamten. Dieser studiert die Papiere genau. Bei meiner Sondergenehmigung stutzt er und fragt was das für eine Bescheinigung ist. Herbert erklärt ihm, dass dieses eine Bescheinigung ist, die mich berechtigt wie ein Tierarzt zu handeln. Nochmals schaut der Beamte auf meine Bescheinigung dann ruft er einen älteren Herrn, der wohl sein Vorgesetzter ist, heran. Dieser schaut auch genau in die Papiere, dann gibt er sie Herbert zurück und sagt dass alles in Ordnung ist. Anschließend scheint er seinem Kollegen zu unterweisen. Dieser nickt ein paar Mal mit dem Kopf, dann dürfen wir zur Waage die hier aufgebaut ist fahren. Auch hier ist alles in Ordnung und schon kurz darauf rollen wir wieder unserem Ziel entgegen.

Als Herbert von der Autobahn fährt, haben wir noch etwa 20 Kilometer vor uns. Schon nach einer halben Stunde sind wir in der Stadt wo wir hin wollen. Nun müssen wir nur noch das Tierheim finden. Da vor uns ein Fahrzeug der Carabinierie fährt betätigt Herbert die Lichthupe und fängt an zu winken. Der Fahrer des Wagens scheint Herbert zu verstehen denn er lenkt an den Straßenrand. Herbert hält hinter ihm und steigt aus dem Mobil. Ich sehe wie er sich mit dem Beamten unterhält, doch anscheinend kann der Beamte kein deutsch und auch kein englisch. Darum steige ich auch aus dem Mobil und gehe zu den beiden. Bei ihnen angekommen stelle ich die frage auf Französisch, diese Sprache habe ich nach unserem Urlaub in Frankreich gelernt. Jetzt hat der Beamte verstanden. Bevor er meine Frage beantwortet, sagt er noch dass er mehrere Jahre in Frankreich war und daher kann er die Sprache. Er erklärt uns den weg und kurz darauf fahren wir weiter.

Bis zum Tierheim sind es noch etwa 10 Kilometer und der Beamte hat uns den weg so gut beschrieben, dass Herbert sich schon nach zwei Kilometern verfahren hat. Dabei sind wir an eine Kreuzung gekommen von der der Beamte nichts gesagt hatte. Herbert ist geradeaus gefahren und das war wohl falsch. Also drehen und zurück zur Kreuzung. Dort fährt Herbert an den Straßenrand weil er hofft, dass uns jemand weiterhelfen kann. Denn wir wissen nicht ob links oder rechts richtig ist und auf gut Glück möchte Herbert es nicht versuchen.

Wir stehen etwa fünf Minuten vor der Kreuzung als ein PKW neben uns hält. In sehr gutem deutsch werden wir gefragt ob wir Hilfe brauchen. Herbert fragt nach dem Tierheim und wir erfahren das wir links abbiegen müssen und dann noch etwa vier Kilometer geradeaus. Dann kommt ein Hinweisschild nach dem Tierheim. (Canile) Herbert bedankt sich und schon fahren wir weiter. Nach ein paar Kilometern sehen wir das Hinweisschild und Herbert biegt in die Straße ein. Nun folgen wir den Schildern und nach etwa 2 Kilometern haben wir den Parkplatz des Tierheim erreicht.

Als wir unser Mobil verlassen kommen schon Gianni und Maria auf uns zu. Nachdem wir uns begrüßt haben gehen wir in das Büro. Dort bietet uns Maria etwas zu trinken an und nachdem wir den ersten Schluck genommen haben, will ich natürlich wissen wie das Tierheim läuft. Dazu meint Gianni: „Es könnte besser sein. Die kosten sind doch sehr hoch und es kommen leider nicht genug Gelder herein um den Betrieb reibungslos laufen zu lassen. Außerdem haben wir ziemlichen Ärger mit dem Tierarzt. Wenn er nachher kommt, will er drei Hunde und vier Katzen einschläfern. Er meint, das die richtig Krank sind und bei einer Behandlung von ihm ihr Leiden nur verlängert würde.“

Ich schaue Herbert an und dieser schaut mich an. Dann reicht er mir meine Tasche die er mit- genommen hatte. Sofort stehe ich auf und auch Gianni erhebt sich. Dabei sagt er kein Wort, sondern reicht mir seine Hand. Auch Maria und Herbert erheben sich, dann gehen wir vier zu den Tieren. In einem Raum den wir betreten sind die drei Hunde untergebracht. Alle drei drücken sich in die äußerste Ecke des Raumes. Sie scheinen große Angst zu haben.

Als ich mich zu dem ersten Hund hinunter beuge sagt Gianni zu mir, dass dieser Hund auf der rechten Vorderpfote humpeln würde. Das Schulterblatt soll gebrochen sein. Ich frage nach den Röntgenaufnahmen, doch diese gibt es nicht. Ich kann es nicht fassen, ohne Aufnahme diese Diagnose. Also untersuche ich den Hund. Als ich in seine Augen blicke, kann ich eine große Traurigkeit erkennen. Es ist als wenn der Blick sagen würde: „Bitte, bitte! Ich will doch leben!“ Ich streichele ihm über den Kopf und sage zu ihm: „Keine Sorge mein kleiner! Du wirst leben!“

Bei der Untersuchung stelle ich fest, das der Hund ein ausgekugeltes Schultergelenk hat und keinen Bruch. Sofort sage ich das auch Gianni. Der ist froh über die Nachricht und meint: „Ich hatte es mir schon gedacht, das ein Fehlurteil gefällt wurde. Da ich aber einen Vertrag mit dem Tierarzt habe, werde ich den nicht so schnell los. Bei uns in der Stadt gibt es zwar einen neuen Tierarzt aber unser Tierarzt lehnt diesen ab.“

In diesem Moment tritt ein 70-75 jähriger Mann den Raum. Es ist der Tierarzt. Sofort fängt dieser an zu schreien. Das ist genau der Tonfall, obwohl ich kein Wort verstanden habe, der mich rasend macht. Als er Luft holt um weiter zu schreien lege ich los: „Was bist du eigentlich für ein Tierarzt? Der Hund hat nur die Schulter ausgekugelt! Das kann man sogar ohne Röntgen feststellen. Wie ich höre wollen Sie heute 7 Tiere einschläfern! Ja wo leben wir denn? Seit über 30 Jahren mache ich diesen Job und bisher musste ich nur ein Tier einschläfern! Sie sollten langsam jüngeren Ärzten Platz machen die mehr Ahnung von der Materie haben.“ Ich habe ihm noch viel mehr vorgeworfen, was es alles war, weiß ich nicht mehr, so hatte ich mich in Rage geredet.
Während ich am reden war, setzte sich der alte Tierarzt auf einen Stuhl und hörte meinen Ausführungen zu. Erst als ich erwähnte, dass erst ein Tier von mir eingeschläfert wurde, schaute er auf und sah mir in die Augen. Ich rechnete jeden Moment damit, dass er meinen Redefluss unterbrechen würde. Auch war ich nicht sicher, ob er mich überhaupt versteht. Denn schließlich war ich auf deutsch am reden. Doch er hörte schweigsam zu Erst als ich fertig war und mich wieder nach dem Hund umdrehte antwortete er auf Deutsch: „Sie sind mit Sicherheit Señora XXXXX aus YYYYY! Sie haben vollkommen Recht. Vor 20 Jahren habe ich auch noch anders gedacht. Genau so wie Sie. Jetzt ist es einfach zu viel für mich“ Nachdem er das gesagt hatte, wandte er sich an Gianni: „Kannst Du Mario anrufen? Er soll sofort kommen!“ Ich schaute fragend Gianni an und der meinte, das ist der neue Tierarzt in der Ortschaft. Dann ging er zum Telefon und tätigte den Anruf. Als er wieder auflegte sagte er: „Mario ist in fünf Minuten da. In seiner Praxis ist dank Dir nichts los!“ meinte er noch zum alte Tierarzt.[

Ich benutzte die Zeit um den Hund zu behandeln. Dabei half mir der alte Tierarzt. Zunächst setzte ich bei dem Hund eine Betäubungsspritze. Als diese wirkte, renkte ich die Schulter wieder ein. Anschließend bekam der Hund einen strammen Verband um seine Schulter und eine Spritze gegen die Schmerzen. Zum Schluss bekam er eine Spritze damit er wieder auf wacht.

Als ich hoch blickte sah ich in die Augen eines etwa 30 jährigen Mannes. Es war der neue Tierarzt. Er nahm den Hund vom Tisch und legte ihn vorsichtig in einen Korb. Dann holte er den nächsten Hund. Auch dieser war nicht großartig erkrank, so das nach einer kurzen Behandlung durch den neuen Tierarzt dieser ebenfalls in einen Korb gelegt wurde. Alle anderen Tiere wurden behandelt und nachdem dieses geschehen war und alle Tiere in ihren Körben lagen, begrüßte mich Mario. Bisher hatten wir kein Wort gewechselt.

Wir stellten uns gegenseitig vor und nachdem dieses erledigt war, ergriff der alte Tierarzt das Wort. Er sprach auf Deutsch, da auch Mario deutsch konnte. „Es tut mir Leid, Mario! Ich habe falsch gehandelt! Erst Gerda hat mir die Augen geöffnet. Ich möchte Dir Vorschlagen, das Du ab sofort in meiner Praxis mitarbeitest. Wobei ich Dir alle Patienten vorstellen werde die ich habe. Auch sollst Du bald meine Praxis übernehmen. Vielleicht bis Ende des Jahres. Ich bin einfach zu Alt um noch weiter zu machen, aber Du hast das richtige Alter um meine Praxis fort zu führen. Was hältst du davon?“

Mario schaute den Tierarzt an, dann schaute er Gianni an und anschließend mich. Dann reichte er dem alten Tierarzt die Hand. Wir redeten noch lange zusammen und ich erfuhr, dass Mario bisher eine kleine Praxis in seinem Haus eingerichtet hatte. Auch erfuhr ich, dass er in Deutschland seinen Tierarzt gemacht hat. Von dem alten Tierarzt erfuhr ich, das vor einigen Jahren einmal in einem TÄ-Fachblatt, welches nur in Italien erscheint, ein Artikel über mich gestanden hat. Diesen Artikel hatte er in seiner Praxis auf gehängt. Als er hier ins Tierheim gekommen ist und mich sah, hatte er mich sofort erkannt. Da habe er beschlossen seine Praxis auf zu geben.

Ich entschuldigte mich bei ihm für meine harten Worte doch er gab mir in allem Recht. Schon am nächsten Tag sah ich die beiden TÄ zusammen im Auto sitzen. Sie waren unterwegs zu einem Patienten, wie sie mir bei einem kurzen Stop erzählten.

Leider konnte ich nicht mehr lange verfolgen was aus den TÄ wurde, denn meine Krankheit kam dazwischen. Jedoch hörte ich, dass zum Jahreswechsel der junge Tierarzt die Praxis übernommen hatte und der alte Tierarzt nur noch für das Tierheim da war. Bis zu dem Tag an dem meine Krankheit zu schlug, wurde in dem Tierheim kein Tier mehr getötet.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #240
Urlaub in England

Heute ist es soweit. Herbert und ich fahren in den Urlaub nach England. Natürlich im Wohnmobil. Diese Urlaubsform hat voll Besitz von uns ergriffen. Natürlich ist so etwas nicht billig, aber es hat den Vorteil, wenn es einem an einem Ort nicht gefällt, fährt man einfach weiter. Was bei einem Hotel Aufenthalt nicht möglich ist. Vor ein paar Jahren waren wir am Überlegen, ob wir uns nicht ein Wohnmobil kaufen. Doch wir haben anders Entschieden, denn ohne den drei wöchigen Urlaub im Jahr, kämen wir vielleicht noch mal zwanzig Tage im Jahr weg und deshalb so viel Geld ausgeben, lohnt sich für uns nicht. Bei kurzen Urlauben gehen wir deshalb in Hotels.
Diesmal wird es keine Schwierigkeiten mit der Sprache geben, denn inzwischen spreche ich sehr gut Englisch. Auch französisch beherrsche ich inzwischen.

Herbert und ich haben uns schon im Vorfeld des Urlaubes mit den Verkehrsgesetzen in England vertraut gemacht. Nicht nur, das auf der falschen Seite gefahren wird, auch sind viele Vorschriften ganz anders wie bei uns.
Wir sind schon etliche Stunden unterwegs und sind kurz vor Calais. Von dort geht es morgen früh weiter mit einer Fähre. Unsere Fähre fährt um 8.40 Uhr ab. Bis dahin haben wir weit über 12 Stunden Zeit. Darum beschließen wir beide, zunächst etwas Essen zu gehen. Anschließend wollen wir in den Hafen fahren und dort übernachten. Von Freunden wurde uns in Calais ein gutes Restaurant empfohlen welches wir nun anfahren. Dort kann man auch mit einen Reisemobil parken. Gleichzeitig wurde uns empfohlen anschließend in den Hafen zu fahren und einen bewachten Parkplatz auf zu suchen. Diese Parkplätze sind auf keiner Karte verzeichnet, weil sich diese in Privater Hand befinden. Einen übernachtungsplatz haben wir von Deutschland aus gebucht.
Nach dem Essen fahren wir weiter und nach einer Stunde haben wir den Abstellplatz erreicht. Dieser befindet sich bei einem Privathaus und nachdem Herbert sich angemeldet hat, öffnet uns ein deutsch sprechender freundlicher Herr die Einfahrt zum Stellplatz. Auf diesem Platz haben nur drei Fahrzeuge platz. Herbert entrichtet den Obolus von 10 DM und wir brechen auf um noch einen Spaziergang zu unternehmen. Wieder habe ich meine Notfalltasche dabei und wir schlendern über die Promenade.
Nach etwa 2 Stunden gehen wir zurück um es uns noch etwas gemütlich zu machen. Denn schließlich ist es erst 20.00 Uhr. Als wir wieder bei unserem Mobil ankommen sind auch schon zwei weitere Fahrzeuge da. Somit ist dieser Platz komplett belegt. Bei einem der Fahrzeuge scheint Aufregung zu herrschen, denn dort stehen etwa zehn Personen um das Wohnmobil herum und sind heftig am debattieren. Als wir näher kommen hören Herbert und ich den Ausdruck Tierarzt. Sofort werde ich hellhörig und steuere auf die Menschen zu.

Als ich ankomme und frage was los ist, dreht sich eine Frau um und als sie meine Tasche mit dem Abzeichen sieht, ruft sie sofort dass ein Tierarzt da ist. Sofort öffnet sich vor mir ein Durchgang und ich kann in einem Wohnmobil einen Hund liegen sehen. Schnell gehe ich zu ihm und als ich das Wohnmobil betrete, überfällt mich sofort eine Frau mit einem Wortschwall. Daraus entnehme ich, das der Hund wohl irgendetwas gefuttert hat und dieser auf einmal umgefallen ist.

Sofort fange ich an den Hund zu untersuchen, während Herbert erklärt das wir ebenfalls in Urlaub fahren, ich jedoch mich erst um den Hund kümmern werde. Mit keinem Wort erwähnt er, das ich keine Tierärztin bin. Bei dem Hund stelle ich fest, dass er wohl etwas gefuttert hat was verdorben war. Ich tippe auf einen verendeten Fisch und frage auch danach. Da dieses bestätigt wird, weiß ich was zu tun ist. Zunächst gebe ich dem Hund ein Medikament und drücke der Frau noch einige Pillen in die Hand die sie ihrem Hund während der nächsten drei Tage geben soll. Außerdem empfehle ich, dass jemand sofort mit dem Hund, der inzwischen wieder steht, Gassi geht. Die Frau schaut mich an, greift zu einer Leine und legt diese bei dem Hund an. Anschließend verlässt ihr etwa 15 jähriger Sohn mit dem Hund das Wohnmobil. Kaum 15 Meter von diesem entfernt, entleert der Hund seinen Darm. Gleichzeitig fällt ihm auch sein Futter aus dem Gesicht. Ich kläre die Frau auf, dass dieses noch etwa 2 Stunden so gehen wird, dann verlasse ich das Wohnmobil.

Dann gehen wir zu unserem Wohnmobil, wo Herbert zwei Stühle aus dem Stau Fach holt. Wir sitzen noch etwa 2 Stunden vor unserem Mobil, auch die anderen Wohnmobilfahrer sitzen bei uns, dann begeben wir uns in unser Wohnmobil.

Am nächsten Morgen fahren wir nach einem ausgiebigen Frühstück die paar hundert Meter zur Anlegestelle der Fähre. Nachdem wir auf diese gefahren sind, begeben wir uns auf eines der Decks und genießen die Überfahrt nach England. Etwa eine Stunde später haben wir wieder festen Boden unter den Füßen und wir fahren aus dem Hafen von Dover. Sofort fährt Herbert, der sich schnell mit der Fahrweise der Engländer vertraut macht, auf die Autobahn. Wir wollen zunächst an die Atlantikküste. Erst in der letzten Woche wollen wir uns London ansehen. Bis zur Küste sind es etwa 580 Kilometer. Dafür befinden wir uns aber, wenn wir da sind, am Südwestlichsten Zipfel der Insel.

Unterwegs halten wir in Dorchester an um etwas zu Essen. Dann fahren wir weiter. Während wir weiterfahren überlegen wir uns auch, wo wir noch hin fahren können. Denn eine Planung für die drei Wochen in England, haben wir nicht gemacht. Nur das es zur Atlantikküste und nach London geht, war uns klar. Herbert meint ob wir nicht auch nach Loch Ness fahren wollen. Schließlich will er schon immer Nessi auf den Zahn fühlen. Beide sind wir am Lachen und so beschließen wir, nach dem Atlantik, wo wir heute noch ankommen werden und nachdem wir einen Tag dort geblieben sind, zum Loch Ness zu fahren. Es sind zwar fast 900 km bis dort hin, aber die schaffen wir auch in zwei Tagen. Wie es dann weiter geht werden wir vor Ort entscheiden.

Wir befinden uns kurz vor unserem Ziel, der White Sand Bay bei Sennen Cove, als wir an einer Weide auf der sich eine Herde Schafe tummeln, vorbei fahren. Herbert macht mich bevor ich es sehen kann, auf den Schäfer aufmerksam. Der scheint sich über ein Tier zu beugen welches vor ihm liegt. Irgendetwas ist mit dem Tier, denn der Schäfer stößt immer wieder dem Tier leicht in die Seite.

Herbert lenkt das Wohnmobil an die Seite und sobald das Mobil steht, bin ich aus dem Wagen und laufe schnell zu dem Schäfer. Beim näher kommen erkenne ich, das es sich bei dem Tier um einen Hund handelt. Kurz darauf bin ich bei den beiden und ohne ein Wort zu sagen beuge ich mich zu dem Hund herunter. Das alter des Hundes schätze ich auf 5-6 Jahre. Der Hund ist schwer am Atmen. Auch ist er sehr mühsam am Atmen. Ich tippe sofort auf einen Herzanfall. Jetzt ist jede Minute Kostbar. Einen Infarkt wie beim Menschen bekommen Hunde nicht, jedoch sind andere Herzkrankheiten möglich. Wie in diesem Fall. Vermutlich funktioniert eine Herzklappe nicht richtig. Das kann ich jedoch ohne Röntgen und ohne Ultraschall nicht genau feststellen. Dazu muss der Hund zu einem Tierarzt der diese Geräte hat.

Ohne mich um den Schäfer zu kümmern, der mich anspricht, untersuche ich den Hund. Inzwischen ist auch Herbert da und erklärt dem verdutztem Schäfer wer ich bin. Nicht genau, denn er sagt einfach dass ich eine Tierärztin aus Deutschland bin. Während er das macht kümmere ich mich um den Hund. Zunächst höre ich ihn ab und da das Herz unregelmäßig schlägt, setze ich eine Spritze mit einem Herzstärkungsmittel. Das ist im Moment das einzige was ich machen kann. Kurz darauf versucht der Hund wieder auf zu stehen, doch das will ich nicht. Darum sage ich zu dem Schäfer dass der Hund nicht aufstehen darf und der Schäfer gibt das entsprechende Kommando. Daraufhin bleibt der Hund liegen.

Hinter unserem Wohnmobil hält in diesem Moment ein Polizeifahrzeug und ein Polizist steigt aus dem Fahrzeug. Bevor der Polizist nach vorne zu unserem Wohnmobil gehen kann, ruft der Schäfer schon nach ihm. Erst jetzt scheint der Polizist Herbert und mich zu sehen, denn er kommt zu uns. Kaum ist er bei uns erklärt er, dass an der Stelle nicht gehalten werden darf. Bevor Herbert oder ich etwas sagen kann, fängt der Schäfer an zu erklären weshalb das Wohnmobil dort steht. Für lange Erklärungen haben wir aber keine Zeit. Der Hund muss sofort weiter behandelt werden und so falle ich dem Schäfer ins Wort

„Hören Sie! Für Erklärungen ist keine Zeit! Der Hund muss sofort zum Tierarzt, sonst überlebt er nicht! Also lassen Sie das Gequatsche!“ Bei einem schnellen Blick auf Herbert, sehe ich das dieser breit am grinsen ist. Er kennt mich zu genau. Er weiß, dass ein Tier bei mir vor allem geht. Sogar vor ihm! Der Polizist erklärt sich bereit mit dem Schäfer und dem Hund sofort zum Tierarzt zu fahren. Daraufhin stößt der Schäfer einen lauten Pfiff aus und drei weitere Hunde kommen angelaufen. Kurz gibt der Schäfer ein Kommando und schon laufen die Hunde wieder zur Herde. Ich kann sehen, dass sie die Herde nun umkreisen und diese in eine bestimmte Richtung drängen. Dann nimmt der Schäfer den Hund auf den Arm und nach einem kurzen Dank geht er zusammen mit dem Polizisten zu dessen Wagen. Kurz darauf fahren sie davon und auch wir gehen zu unserem Wohnmobil.

Als wir weiter fahren reden wir noch lange über den Vorfall. Doch sobald wir an unserem Ziel angekommen sind, vergessen wir den Vorfall und sind nur noch Urlauber die sich am Strand und im Wasser vergnügen. So vergeht auch der nächste Tag. Erst gegen Spätnachmittag, als dunkle Wolken am Himmel aufziehen fahren wir mit unserem Mobil weiter. Kurz darauf ist es auch schon am Regnen. Bei der Fahrt kommen wir auch wieder an der Weide vorbei, jedoch ist nichts von der Schafherde zu sehen. Dafür hängt an einem Baum ein Handschriftlich Verfasstes Schild auf dem Steht: „Danke! Der Hund wird Leben! Ohne Ihre Hilfe wäre er gestorben! Nochmals tausend Dank!“

Herbert hält an und ich schreibe darunter: „Das habe ich gern gemacht! Alles Gute für Sie und den Hund!“ Danach fahren wir weiter. Ob der Schäfer meine Nachricht gelesen hat weiß ich leider nicht, denn in die Gegend bin ich erst wieder 7 Jahre später gekommen. Da war zwar die Geschichte mit der deutschen TÄ noch bekannt, jedoch haben wir den Schäfer nicht getroffen. Nur erfuhr ich, dass der Hund noch immer auf einem Bauernhof lebt, wo er seit damals sein Gnadenbrot bekommt. Doch zurück zu unserem Urlaub.

Wir fahren noch etwa drei Stunden, dann meint Herbert dass es Zeit wird, einen Hafen an zu steuern. Damit meint er einen Parkplatz für das Wohnmobil. In Bristol finden wir eine Möglichkeit wo wir Übernachten können und wir verlassen das Mobil um etwas Essen zu gehen. Dort treffen wir auch einige deutsche Soldaten, die in der Nähe auf einem Übungsplatz stationiert sind. Wir unterhalten uns während des Essens mit ihnen und erfahren, das diese dort mit ihren Panzern scharf Schießen würden und nicht wie in Deutschland mit Übungsmunition. Das war Herbert und mir neu und wir beschließen dort hin zu fahren. Wie uns die Soldaten erklären ist im Moment keine Truppe dort, diese würden erst wieder am Freitag dort eintreffen. So könne man dort im Übungsgelände bis zu Steilküste gehen. Und das Gefahrlos, weil der Weg der dort hinführt außerhalb des Schießbereiches liegt. Wir verabredeten uns noch mit zwei Soldaten für den nächsten Tag, dann gehen wir wieder zu unserem Mobil.
Am nächsten Morgen fahren wir nach Pembroke Dock wo wir die zwei Soldaten wiedertreffen. Sie stiegen bei uns ins Mobil und wir fahren soweit ins Übungsgelände wie wir können. Den Rest gehen wir zu Fuß und stehen schon bald an der Steilküste. Dort geht es etwa 30m hinab und Herbert meinte schon das es schade ist nicht zu dem schönen Strand zu kommen der zu sehen ist. Doch die Soldaten meinten das ist kein Problem und führen uns einen Pfad, der zum Strand geht, hinunter. Sie meinten noch, das wir aber nicht länger wie zwei Stunden dort bleiben könnten, denn dann käme die Flut und von dem Strand wäre dann nichts mehr zu sehen. Ausdrücklich mahnten sie uns vorher den Weg nach oben wieder zu gehen, da die Flut sehr rasch hier ist.
Herbert und ich bleiben etwa 1,5 Stunden an dem Strand und als wir sehen, das einige Einheimische, die auch zum Strand gekommen sind, ihre Sachen packten, machen auch wir uns auf den Weg. Als wir oben ankommen und zum Strand zurück blickten war dieser schon zur Hälfte vom Wasser überflutet. Wir gehen zum Wohnmobil und nachdem wir etwas gegessen haben sind wir weiter in Richtung Loch Ness. Bevor wir dort ankommen haben wir noch einmal übernachtet und so treffen wir am Nachmittag an unserem Ziel ein. Herbert steuert zunächst einen Campingplatz an um einen Stellplatz für uns zu finden. Er ergatterte den letzten freien Platz und wir stellten unser Mobil dort ab. Dann gehen wir zum See der nur einige Meter entfernt ist. Doch Nessie sehen wir nicht.
Wir bleiben drei Tage an dem See ohne Nessie zu sehen. Herbert ist ein bisschen Enttäuscht. Er meinte: „Nun sind wir extra den langen Weg gefahren um Nessie zu begrüßen. Und jetzt zeigt sich das Monster nicht! Vielleicht beim nächsten Mal!“ Ich muss lachen und auch Herbert stimmt ein.

Am letzten Abend bevor wir weiter fahren sitzen wir vor unserem Mobil, als ein etwa 40 jähriger Mann aufgeregt auf unser Wohnmobil zukommt. Er sagt als er bei uns ist: „Ich bin der Tierarzt von einer Ortschafft hier in der Nähe! Durch Zufall habe ich gehört, dass seit drei Tagen hier eine Frau herum läuft, die auf einer Tasche das Zeichen eines Veterinärs hat. Sofort dachte ich, das kann nur ein Tierarzt sein. Darum bin ich hier. Ich habe in meiner Praxis einen Hund und eine Katze liegen die bei einem Unfall schwer Verletzt wurden. Können Sie sich diese mal ansehen? Ich möchte sie nicht erlösen wenn es auch anders geht!“

Sofort stehe ich auf und hole meine Notfalltasche. Auch Herbert steht auf und zusammen gehen wir anschließend zu dem Wagen des Tierarzt. Natürlich will Herbert auf der falschen Seite des Autos einsteigen. Aber in England und auch in Schottland, wo wir uns befinden, sind die Lenkräder auf der rechten Seite. Trotzdem sind wir schnell unterwegs. Nach etwa 25 Minuten Fahrt hält der Tierarzt vor einem Haus und zusammen gehen wir in seine Praxis die sich dort befindet. Schon während der Fahrt habe ich den Tierarzt gefragt was er bisher unternommen hat. Auch nach der Ausrüstung in seiner Praxis habe ich gefragt und so erfahre ich, dass Hund und Katze schon von ihm geröntgt worden sind. Solch ein Gerät hat er in seiner Praxis, zwar schon sehr alt aber das Gerät funktioniert noch.
Als wir in seinen Räumen sind, lasse ich mir zunächst die Aufnahmen zeigen. Auch Herbert schaut sich diese mit an. Zunächst betrachte ich die Aufnahmen der Katze. Deutlich kann man sehen, dass mehrere Knochenbrüche vorliegen. Insbesondere ist der Kiefer gebrochen und der Linke Vorderlauf sowie der linke Hinterlauf. Auch einen Schatten sehe ich im Bereich der Bauchhöhle. Beim Hund kommt neben den Brüchen von Vorderem und Hinterlauf noch ein Bruch des Schädels hinzu. Als ich beide untersuchte, stellte ich außerdem fest, dass der Hund an der Lunge verletzt ist. Um die genaue Verletzung feststellen zu können, müssen noch ein paar Aufnahmen gemacht werden. Auch wegen des Schattens in der Bauchhöhle der Katze.

Bei der erneuten Auswertung der Aufnahmen kann man sehen, dass sich der Schatten bei der Katze vergrößert hat. Also hatte sie innere Blutungen! Auch beim Hund kann man sehen, dass eine Rippe in die Lunge eingedrungen ist. Es ist aller höchste Zeit, die beiden zu operieren. Zunächst will ich die Katze operieren. Jedoch fragt mich der Tierarzt ob beide Tiere nicht besser erlöst werden sollen. Ich antworte ihm. „ Warum? Beide können das überleben! Außerdem kommt dass bei mir nicht in Frage da immer noch eine 40 Prozentige Chance besteht, dass sie überleben. Also lass es uns angehen!“
Zunächst ist es wichtig die innere Blutung bei der Katze zu stillen. Daher öffne ich den Bauchraum und sehe auch sofort was los ist. Das Bauchfell ist gerissen, darum kommt es zu der Blutung. Ich frage den Tierarzt ob er bestimmtes Material da hat, was er verneint. Also ist es etwas komplizierter um den Riss zu schließen. Dazu vernähe ich zunächst den Riss und zusätzlich vernähe ich Körper eigenes Material mit. So wird der Riss schneller wieder verwachsen. Anschließend schließe ich den Bauch wieder und kümmere mich um die anderen Verletzungen der Katze.
Nachdem die Katze versorgt ist und in einen Nebenraum gebracht worden ist, kümmere ich mich um den Hund. Nochmals schaue ich mir zusammen mit Herbert und dem Tierarzt die Aufnahmen an. Noch immer sieht es so aus, als wenn eine Rippe in die Lunge eingedrungen ist. Entschlossen führe ich den erforderlichen Schnitt mit dem Skalpell aus. Sofort sehe ich was los ist. Eine Rippe hat die Lunge komplett durchbohrt! Jedoch zum Glück nur am äußersten Rand der Lunge. Somit brauche ich nicht befürchten, dass die Lunge zusammen fällt, wenn ich die Rippe entferne und wieder an ihren richtigen Ort versetze. Vorsichtig ziehe ich die Rippe aus der Lunge. Jederzeit bereit sofort zu handeln, sollte ich mich geirrt haben und die Lunge doch zusammen fallen. Doch nichts geschieht, als die Rippe entfernt ist. Ich atme auf und verschließe das Loch in der Lunge. Anschließend richte ich die Rippen und behandele die anderen Verletzungen. Als ich fertig bin, schaue ich auf die Uhr die an der Wand hängt. Über drei Stunden haben die OP`s gedauert. Bis wir wieder bei unserem Wohnmobil sind, ist es mit Sicherheit schon weit nach Mitternacht.
Zusammen mit Herbert wird der Hund von dem Tierarzt in einem Nebenraum gebracht, wo auch schon die Katze liegt. Ich verspreche, nachdem Herbert und ich beschlossen haben einen weiteren Tag am Loch Ness zu bleiben, auf jeden Fall wieder zu kommen um nach den Tieren zu sehen. Daraus werden dann drei Tage. Mit dem Betreiber des Campingplatzes gibt es keine Schwierigkeiten weil wir länger bleiben. Denn die Tiere gehören seiner Mutter. Für die Nutzung des Platzes über den gesamten Zeitraum brauchen wir nicht Bezahlen. In dieser Zeit kümmere ich mich um die Tiere und nachdem es ihnen besser geht, sind Herbert und ich gefahren. Nicht ohne unsere Telefonnummern aus zu tauschen. Der Tierarzt verspricht uns, nach Beendigung unseres Urlaubs anzurufen. Was er auch macht. Beide Tiere wurden wieder komplett gesund!

Da wir noch ein paar Tage in London bleiben wollen, fährt Herbert in die Richtung. Unterwegs halten wir mal hier und mal dort an um Besichtigungen zu machen. Dann kommen wir nach London. Zunächst wird ein Platz gesucht für das Wohnmobil, den wir auch schnell finden. In London bleiben wir 5 Tage!

Doch langsam geht unser Urlaub zu Ende und nachdem wir 5 schöne Tage in London verbracht haben, fahren wir wieder in Richtung Dover. Mit der Fähre geht es wieder nach Calais und von dort aus, nach einem kleinen Abstecher nach Paris, weiter in Richtung Heimat.Während der Rückfahrt überlegen wir schon, wo es beim nächsten Urlaub hin gehen soll. Wir einigen uns auf Skandinavien. Doch wohin genau, das wird sich noch zeigen. Vielleicht zum Nordkap? ]Aber bis dort hin sind es fast 3000 Kilometer! Auf jeden Fall soll es wieder mit dem Wohnmobil sein.
 
Thema:

Post aus Bayern

Post aus Bayern - Ähnliche Themen

Minka und ihr Happyend: Hallo liebe Forengemeinde, heute möchte ich euch die Geschichte von Minka erzählen so wie diese mir erzählt wurde. Diese Geschichte erzählte mir...
Stella, unsere "Wildkatze": Unsere Wildkatze Stella Hallo, hier die Geschichte wie wir zu unserer Stella kamen. Ist ein bisschen lang. Über Kommentare freue ich mich Alles...
Mein privater Tierfriedhof(26 Gräber im Garten): Mein privater Tierfriedhof Hallo liebe Leser, heute möchte ich mal von allen Tieren berichten die in meinem Garten beerdigt sind. Die meisten...
Darmkrebs (Adenokarzinom) bei Kater - 1 Jahr Post OP mit alternativer Medizin: Hallo liebe Katzengemeinde! ich habe mich gerade in diesem Forum registriert, eigentlich nur um meinen persönlichen Erfahrungsbericht abzuliefern...
Katzenelend vom Vermehrer: Ich stelle diesen beitrag extra nicht in die rubrik Regenbogenbrücke da ich hoffe das es hier mehr leute sehen und sich 2mal überlegen ob sie ihre...
Oben Unten