Der Bunker
Es sind drei Wochen her, das ich meine Prüfung vor der TÄ-Kommission bestanden habe. Auch habe ich nun meine endgültige Notfalltasche bestückt. Zu Verbandmaterial, Schienen und Pflaster ist nun ein komplettes Operationsbesteck dazu gekommen. Dieses besteht aus mehreren Skalpellen, Spreize zum auseinanderhalten von Schnittwunden, Nadeln und Garn zum Vernähen der Wunden, mehrere Medikamente, darunter auch Schmerzmittel und Narkosematerial. Teilweise fallen diese Medikamente unter das Betäubungsmittelgesetz, darum habe ich natürlich auch meinen Ausweis dabei, der mich dazu berechtigt unter anderem diese Medikamente bei mir zu haben. Auch eine faltbare Trage, die hat ein befreundeter Mechaniker gebastelt, ist in der Tasche. Diese Trage ist gedacht für kleine Hunde und Katzen. Natürlich trage ich diese Tasche nun täglich mit mir herum. Ich hoffe das ich sie nicht oft brauchen werde.
Mein Verlobter Herbert und ich gehen, während wir uns über unsere bevorstehende Hochzeit unterhalten, an einem schönen Sonntag spazieren. Dazu sind wir mit dem Wagen in diese Gegend gefahren. Hier gibt es ein beliebtes Ausflugslokal in dem wir schon öfters waren. Bisher sind wir immer zu dem Lokal gefahren, doch dieses Mal haben wir den Wagen in einiger Entfernung stehen lassen und gehen zu Fuß zu dem Lokal. Dort gibt es auch einen kleinen Streichelzoo. Daher ist das Lokal auch sehr beliebt bei Familien mit Kindern. Gerade gehen wir durch einen lichten Wald. In diesem können wir eine Hausruine erkennen. Das Dach ist schon teilweise eingefallen, sämtliche Fenster scheinen kaputt zu sein und so wie man sehen kann, steht die Haustür weit auf. Es sind noch etwa 20 Minuten Fußweg bis zu dem Lokal.
Aus dem Haus kommt auf einmal ein junger Mann heraus. Als uns sieht fängt er wild mit den Armen an zu rudern. Herbert und ich bleiben stehen und der junge Mann kommt schnell auf uns zugelaufen. Als er bei uns eintrifft, er ist ganz außer Atem, bringt er nur hervor: „ Hilfe, meine Freunde sind dort in dem Haus verschüttet! Kommen Sie schnell!“ Dann dreht er sich wieder um und läuft auf das Haus zu. Herbert und ich eilen sofort hinterher. Kurz darauf stehen wir vor der Ruine. Dort kann Herbert ihn endlich aufhalten, indem er ihn am Arm festhält.
„Stopp, junger Mann! Jetzt erzählen sie erst mal was passiert ist! Wieso verschüttet? Das Haus sieht doch noch einigermaßen Stabil aus!“
Der junge Mann fängt an zu erzählen: „Wir sind von einem Verein der alte Bunker untersucht. Unter diesem Haus ist solch ein Bunker. Während des Krieges war hier in der Nähe ein Flugplatz und die Leitstelle für die Flugzeuge war in dem Bunker untergebracht. Nach dem Krieg hat man zwar versucht den Bunker zu sprengen, aber das ist fehlgeschlagen. Als wir heute in dem Haus waren und den Eingang zu dem Bunker gesucht haben ist auf einmal der Boden in einem Zimmer zusammen gebrochen und meine beiden Freunde sind hinab gestürzt. Jetzt antworten sie auf mein Rufen nicht.“
„Ihr beide bleibt hier! Ich laufe schnell zu dem Lokal und rufe die Feuerwehr.“ Sagt Herbert und läuft in Richtung des Lokales. Ich bitte den jungen Mann mir zu zeigen wo der Boden eingestürzt ist. Zusammen betreten wir das Haus. Gleich im nächstem Zimmer ist ein riesen Loch im Boden. Vorsichtig gehen wir bis zum Rand des Loches. Der Boden war wohl etwa ein Meter dick, wie man an den Bruchkanten sehen kann. Nochmals ruft der junge Mann nach seinen Freunden. Als Antwort können wir aber nur ein Stöhnen vernehmen. Ich höre auch noch etwas anderes! Es klingt wie das Jaulen eines Hundes. Darum frage ich den jungen Mann ob auch ein Hund dabei war, welches er verneint. Jetzt kann man deutlich das Jaulen hören. Es muss sich dort auch ein Hund befinden.
Vorsichtig versuche ich ins Loch zu schauen, jedoch kann ich den Boden nicht sehen. Da meint der junge Mann: „Moment, ich habe eine Lampe dabei.“ Er geht wieder aus dem Haus und kommt nach kurzer Zeit mit einem Rucksack zurück. Aus diesem holt er neben einem Seil auch eine Taschenlampe hervor. Er schaltet sie ein und leuchtet in das Loch. Etwa 4 Meter tiefer liegt ein Haufen Betonstücke und eine Person die den Arm hebt. Auch ein Hund ist in einer Ecke zu sehen. Jedoch von einer weiteren Person keine Spur. Ich frage nach ob wirklich zwei Personen dort unten seien müssen, was der junge Mann bestätigt.
Nachdenklich schaue ich das Seil an. Dann kommt mir die blöde Idee, das ich dort runter muss. Dieses sage ich zu dem jungen Mann aber er meint, das es besser ist das er da runter geht. „Nein, ich kann das Seil nicht halten aber Sie können das. Lassen Sie mich vorsichtig runter damit ich wenigstens nach Ihrem Kameraden suchen kann und auch helfen kann!“ Kurz Überlegt er, dann stimmt er zu. Er befestigt ein Ende des Seiles an einem Fensterkreuz im Eingangsbereich und meint dazu: „Das geht schon. Das Seil ist dreißig Meter lang und bis hierhin sind es bloß 5Meter!“ In dem anderen Ende von dem Seil macht er eine Öse so das ich mit meinen Füßen darin stehen kann. Dann wickelt er sich das Seil ein paar Mal um seinen Körper. Ich steige mit einem Fuß in die Öse und hebe das Seil an. Dann trete ich an das Loch und er lässt mich langsam nach unten.
Als ich unten bin wirft er mir die Taschenlampe zu. Da diese schon brennt leuchte ich zunächst in dem Raum herum. Der Raum scheint genau so groß zu sein, wie das gesamte Haus. Überall liegen Betontrümmer die wohl von der versuchten Sprengung des Bunkers stammen. Während ich mich umschaue sehe ich immer wieder wie irgendetwas in dem Raum vor dem Lichtkegel der Lampe weg huscht. Ich vermute das es Ratten sind. Ich schaue nach dem Verletzten Mann der hier unten liegt und untersuche ihn.
Er hat eine Platzwunde am Kopf und irgendwie steht ein Bein etwas unnatürlich ab. Von daher vermute ich, das er ein Bein gebrochen hat. Ich hole einen Verband aus meiner Tasche und wickle diesen um seinen Kopf. Dann schaue ich mich um, ob nicht irgendwo ein Stück Holz liegt, damit ich sein Bein stabilisieren kann. Nach kurzem Suchen finde ich ein Stück Holz und benutze dieses als Schiene für das Bein. Dann schaue ich mich um da ja noch der zweite Mann fehlt. Unter einem großen Betonstück sehe ich eine Hand hervor schauen. Vorsichtig gehe ich auf das Betonstück zu. Ich bin auf alles vorbereitet. Als ich neben dem Teil bin, kann ich sehen das ein weitere Betonstück verhindert, das der Mann der darunter liegt zerquetsch wird. Auch dieser Mann hat eine Platzwunde am Kopf die ich sofort verbinde. Dann versuche ich den Mann unter dem Betonstück hervor zu ziehen. Doch das gelingt nicht! Er ist ein geklemmt!
Da ich hier nichts weiter machen kann, sehe ich mich nach dem Hund um. Er liegt en einer Wand. Langsam bewege ich mich auf den Hund zu. Als er mich sieht fängt er an zu jaulen. Nachdem ich ihn erreicht habe, fange ich sofort an den Hund zu untersuchen. Er scheint von einem Betonstück getroffen worden zu sein. So wie es aussieht hat dieses Betonstück seine Hüften getroffen. Ob was gebrochen ist, kann ich jedoch nicht erkennen. Ich hole das Schmerzmedikament aus meiner Tasche und dazu eine Spritze. Nachdem ich diese aufgezogen habe, gebe ich diese dem Hund. Dann schaue ich mich weiter um. In einer Nische des Raumes erkenne ich eine Bewegung. Als der Lichtkegel der Taschenlampe darauf fällt, erkenne ich dort noch einen Hund und mehrere Katzen. Einige der Katzen liegen auf dem Boden und auch der Hund liegt. Alle Tiere beobachten genau was ich mit dem Hund, der vor mir liegt, gemacht habe. Da dieser in diesem Moment seinen Kopf hebt und an meinen Arm leckt scheinen die anderen sich zu Beruhigen.
Ganz langsam, nachdem ich den Hund noch mal über den Kopf gestreichelt habe, bewege ich mich auf die Tiere zu. Als ich bei ihnen ankomme ducken sich zwar alle, aber keines der Tiere läuft weg. Es sind neben dem Hund noch acht Katzen. Nur drei der Katzen stehen auf ihren Pfoten. Auch der Hund bleibt liegen, wedelt aber mit seinem Schweif. Ihn Taste ich zuerst ab, kann aber nur eine dicke Beule auf seinem Rücken feststellen. Da er aber keine Schmerzen hat, so scheint es, verzichte ich bei ihm auf die Spritze. Gerade als ich mich der ersten Katze zuwende ertönt die Stimme von Herbert.
„Gerda, was machst du denn da unten? Bist du Lebensmüde? Die ganze Bude kann zusammenfallen! Komm sofort nach oben!“ Ich antworte ihm: „Das geht nicht Herbert! Hier unten liegen zwei verletzte Männer. Neben einer Platzwunde am Kopf hat der eine ein gebrochenes Bein und der andere ist unter einer Betonplatte eingeklemmt! Außerdem sind hier noch etliche Tiere die anscheinend auch verletzt sind!“
Ich höre wie oben gesprochen wird. Kurz darauf werden einige Seile nach unten geworfen. Auch zwei Leitern werden herunter gelassen. Dann kommen auch schon die Feuerwehrleute und ein Notarzt nach unten. Da ich inzwischen wieder bei dem verschütteten Mann bin kommt der Notarzt zu mir. „Hallo Frau Kollegin! Wie sieht es denn aus. Liegt hier der eingeklemmte?“ Ich zeige ihm den Mann und sofort fangen die Feuerwehrleute an die Betonplatte mittels eines Hebers an zu heben. Da oben keine Decke mehr ist, brauchen sie nicht besonders vorsichtig zu sein. Ich wende mich wieder den Tieren zu. Einer der Feuerwehr Leute sieht wie ich zu den Tieren gehe und warnt mich: „Bleiben Sie hier bis wir den Mann gerettet haben! Anschließend kümmern wir uns um die Tiere!“
Er hat Recht! Ich bleibe also stehen und sehe zu wie die beiden Männer mittels einer Trage nach oben gebracht werden. Diese Trage ist an mehreren Seilen befestigt und kann so nach oben gezogen werden. Nachdem dieses geschehen ist, kümmere ich mich endlich um die Tiere. Auch der Feuerwehrmann ist bei mir. Zunächst wird der Hund der an der Wand liegt nach oben gebracht. Auch der zweite Hund kommt so nach oben. Dann kümmere ich mich endlich um die Katzen. Drei der Katzen sind tot. Aber die anderen fünf schauen mich ängstlich an.
Vorsichtig untersuche ich die erste Katze. Sie scheint etwas am Kopf zu haben, denn es ist eine dicke Beule vorhanden. Auch bei der zweiten Katze ist es so. Die dritte Katze scheint es am hinteren Teil des Rückens erwischt zu haben. Sie kann zwar den Kopf heben und ihre Vorderpfoten bewegen aber der Rest kann nicht bewegt werden. Ich gebe ihr eine schmerzstillende Spritze, dann untersuche ich die restlichen Katzen. Auch bei diesen ist es so. Auch sie bekommen Spritzen. Als ich fertig bin und hochschaue, sehe ich in die erstaunten Augen des Feuerwehrmannes. Er will etwas sagen, bringt aber kein Wort heraus. Er steht auf und zusammen mit zwei weiteren Kollegen holt er die Trage. Vorsichtig lege ich alle Katzen, auch die toten, auf die Trage und diese wird ebenfalls nach oben gezogen. Ich trete zu einem Seil und einer der Feuerwehrmänner befestigt einen Rettungsgurt an mir. Dann werde ich nach oben gezogen.
Oben nimmt mich Herbert in den Arm und drückt mich ganz fest. Dabei sagt er: „Du verrücktes Weib! Wie kannst du dich nur so in Gefahr begeben? Wenn nun das Haus auch noch zusammen gefallen wäre? Ich hatte solche Angst um dich!“ Ich antworte ihm nur: „Ist doch nichts passiert! Aber nun muss ich zu den Tieren!“
Schnell trete ich zu der Trage auf dem die Katzen liegen. Vorsichtig taste ich eine Katze ab, die nur eine Beule am Kopf hat. Außer der Beule kann ich nichts feststellen. Auch als ich den Kopf etwas genauer Abtaste kann ich nichts bemerken. So ist es auch bei der zweiten Katze. Bei der dritten Katze bemerke ich außer der Beule auf dem Rücken nichts. Auch als ich die Beule etwas genauer untersuche, kann nichts ertasten. Auch bei den beiden letzten ist es so. Da hilft nur eine Röntgenuntersuchung! Ich frage den Feuerwehrmann, der noch immer neben mir steht, nach einer Tierklinik. Es ist als geht ein Ruck durch seinen Körper und er antwortet: „Sagen Sie mal! Haben Sie immer alles dabei um Tieren zu helfen? Ich habe schon viele TÄ im Einsatz gesehen aber noch nie gesehen das einer Spritzen mit sich rum trägt! Sie scheinen sogar alles dabei zu haben um vor Ort operieren zu können. Das gibt es gar nicht! Das muss ich meinen Kameraden erzählen! Hey Jungs, kommt mal her!“
Als seine Kollegen um uns herum stehen erzählt er das gerade Erlebte. Auch das ich Spritzen gesetzt habe im inneren des Bunkers erwähnt er. Alle schauen mich an und einer von ihnen sagt: „Davon habe ich schon mal gehört! Irgendwo hier in der Nähe gibt es ein Tierheim und dort arbeitet eine Mitarbeiterin. Diese hat immer eine gut gefüllte Tasche dabei um zu helfen. Ich wette das sind Sie!“ Als er den letzten Satz sagt schaut er mich an und ich kann nur mit dem Kopf nicken. Ich sage ihm aber auch das unser Tierheim etwa 75Km entfernt ist.
Da kommt Bewegung in den ersten Feuerwehrmann. „Kurt, setzt dich sofort ans Funkgerät und lasse die TK alarmieren. Die sollen sofort kommen! Ach geht ja nicht! Heute haben die nur Notdienst. Los die Trage sofort in den Mannschaftswagen. Die anderen die nicht mitfahren müssen eben etwas zusammen rücken, dann geht es schon. Ob nun 6 oder 8 Leute darin sitzen, es wird schon gehen. Ansonsten Fahrt mit der Polizei mit!“ Zwei Feuerwehrleute haben inzwischen die Trage zum Mannschaftswagen gebracht und vorsichtig auf die Rückbank gelegt. Auch die beiden Hunde werden in den Wagen gebracht. Herbert und ich steigen nach Aufforderung ebenfalls in den Wagen. Wir beide halten die Trage fest. Vorne steigen die zwei Feuerwehrleute ein und schon fahren wir los. Während der Fahrt schaltet einer das Martinshorn und das Blaulicht ein.
Nach etwa 10 Minuten kommen wir bei der TK an. Vor dem Eingang steht eine Frau. Als wir mit der Trage bei ihr ankommen, stellt sie sich kurz vor. Sie stammt vom Tierschutz und hat die Kostenübernahme der Untersuchungen schon geklärt. Dann gehen wir in die TK. Drinnen werden wir von einem Mann und einer Frau begrüßt. Sie teilen uns mit, das die Röntgenschwester in etwa einer Stunde da sein wird. Solange müssen wir warten. Ich ergreife das Wort: „Ich bin ausgebildete Röntgenschwester. Das kann ich übernehmen!“ Wieder schaut mich der Feuerwehrmann an, sagt aber nichts. Sofort gehen wir alle in den Vorraum des Röntgenraumes und ich lege die erste Katze auf den Röntgentisch. Ich mache zwei Aufnahmen des Kopfes. Auch die zweite Katze wird anschließend geröntgt. Dann sind die Katzen dran mit den Rückenverletzungen. Auch die Hunde werden geröntgt.
Anschließend werden die Aufnahmen von mir entwickelt und danach jede Aufnahme eines Tieres am Betrachtungsgerät befestigt. Zusammen mit den beiden TÄ werten wir die Aufnahmen aus. Alle Tiere haben Glück. Keines hat einen Bruch. Weder Katze noch Hund. Nur sehr schmerzhafte Beulen haben sie abbekommen. Ich atme auf. „Die Tiere bleiben erst mal bei uns solange bis sie wieder gesund sind. Dann kommen sie bei uns ins Tierheim. Anscheinend hatten diese Tiere schon Kontakt mit Menschen. Obwohl keines der Tiere Tätowiert ist. Das waren mit Sicherheit alles Streuner!“ sagt der Chef der TK.
Während die Tiere von dem anderen Mitarbeiter der TK in einen anderen Raum gebracht werden, sie bleiben alle zusammen, gehen wir in den Vorraum. Dort sind noch immer die Frau vom Tierschutz und die beiden Feuerwehrleute. Wir setzen uns zu diesen und der Leiter der Tk erzählt was mit den Tieren ist. Er ist gerade mit der Schilderung fertig da platzt der eine Feuerwehrmann mit der Frage heraus: „Nun sagen Sie mal, Frau Doktor, warum haben Sie alles dabei. Ihre Tasche ist doch voll mit Medikamenten und sogar mit einem OP-Besteck? Wieso haben Sie das alles mit? Ich kenne keinen Tierarzt der wenn er spazieren geht, eine komplette Tierarzt-Praxis dabei hat!“
Alle außer Herbert sehen mich erstaunt an. Selbst der Tierarzt ist erstaunt. „Das ist aber wirklich eine gute Frage die mich auch interessiert. Davon habe ich auch noch nie gehört. Sicher, wenn wir zu einem Einsatz gerufen werden, haben wir auch alles dabei. Aber kein OP-Besteck. Nee, das mit Sicherheit nicht. Darf ich mal die Tasche sehen?“ meint der Tierarzt. Wortlos reicht Herbert, der die Tasche hat, diese dem Tierarzt. Dieser öffnet die Tasche und legt alles vor sich auf den Tisch. „Wirklich alles dabei. Sogar Narkosemittel! Was ist das denn? Erstaunlich! Eine Trage für Kleintiere! Jetzt müssen Sie mir aber auch alles erzählen, Frau Kollegin.“ Sagt der Tierarzt.
Ich greife nach der Tasche und hole aus einem Seitenfach meinen Ausweis hervor. Wortlos reiche ich diesem den Tierarzt. Erstaunt schaut er mich an, dann beginnt er zu lesen. Nachdem er ihn gelesen hat, steht er auf und läuft mehrmals hin und her. Noch immer hat er meinen Ausweis in der Hand. Dann setzt er sich wieder. „Das gibt es doch gar nicht! Ich habe es zwar schon gehört, das es zwei Tierarzthelferinnen gibt, die eine Genehmigung haben genau so zu handeln wie ein Tierarzt. Aber das einmal solch eine Person meine TK betritt habe ich nie gedacht. Nein, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Also meine Dame meine Herren: Das ist Frau xxxxx aus dem Tierheim in YYYYY! Sie ist, wie ich schon ausführte, genauso ausgebildet wie eine TÄ und darf auch so handeln. Ich vermute mal, das nur die Schulausbildung Sie daran hindert einen Doktortitel zu haben. Vermutlich ist Ihre Ausbildung sogar besser wie die von manchem Tierarzt? Schließlich kenne ich Albert. Das ist der Tierarzt in YYYYY! Die Ausbildung hat er mit Sicherheit gemacht. Stimmt es soweit?“ fragt er mich zum Schluss seiner Ausführungen.
Ich gebe ihm recht und sage dann an den Feuerwehrmann gerichtet: „Sehen Sie. Aus diesem Grund habe ich immer die Notfalltasche bei. Es passiert so oft, das irgendein Tier Hilfe benötigt. Und sei es auf einem Sonntagsspaziergang wie heute, wo sogar noch zwei Menschen dazu kamen. Ich habe es schon oft erlebt, das irgendwo genau diese Tasche gebraucht wird. Klar hat mir unser Tierarzt alles beigebracht. Aber vieles, besonders die Theorie habe ich mir selbst beigebracht. Noch immer bin ich am Lernen, das bleibt nicht aus. Ja, seitdem ich diesen Ausweis besitze habe ich die Tasche zusammen mit unserem Tierarzt so ausgestattet. Die kleine faltbare Trage hat auf meinen Wunsch hin, ein befreundeter Mechaniker gebastelt.“ erkläre ich.
Wir sitzen noch fast zwei Stunden zusammen und unterhalten uns. Dann verabschieden wir uns von dem Tierarzt und fahren mit der Feuerwehr wieder zurück. Die Männer lassen uns bei unserem Auto raus und verabschieden sich von uns. Danach fahren Herbert und ich zu dem Lokal, trinken einen Kaffee und essen etwas Kuchen.
Einige Wochen später kamen drei junge Männer zu uns ins Tierheim. Es waren die drei die in dem Haus waren. Die beiden die Verletzt worden waren, sind vollkommen genesen. Sie bedankten sich bei mir, indem sie mir einen großen Blumenstrauß brachten. Auch erfuhr ich, das alle Tiere vollkommen gesund waren und demnächst vermittelt werden sollen. Der Bunker ist auch komplett zugeschüttet worden und das Haus darauf abgerissen. Den Bunker abreißen würde zu hohe Kosten verursachen. Daher hat man sich entschlossen diesen zu zu schütten, wobei auch dabei Beton mit eingefüllt wurde.