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  • Post aus Bayern Beitrag #181
Auf dem Weg nach Bayern

Endlich Urlaub! Es ist Montag! Mein Mann und ich fahren dieses Jahr nach Bayern in den Urlaub. Es soll nach Garmisch gehen. Vor drei Stunden haben wir unser Gepäck in den Audi 100 gepackt. Meine Notfalltasche ist natürlich auch mit dabei. Diese liegt auf dem Rücksitz. Mein Mann Herbert fährt mit etwa 100km/h auf der Autobahn. Ein höheres Tempo ist nicht möglich. Es herrscht dichter Verkehr. Schließlich befinden wir uns auf eine der Autobahnen die in Richtung Süden führt. Auch sind die Schulferien gerade angefangen. Wir sind seit etwa drei Stunden unterwegs als mein Mann sagt: „ Es ist gleich Mittagszeit! Lass uns mal auf eine Raststätte fahren und etwas Essen. Außerdem könnte ich einen Kaffee gebrauchen. Moment mal! Da geht es zu einem Autohof. Wir fahren da hin. Dort ist alles billiger und die Portionen sind größer. Schließlich halten dort die ganzen LKW`s. Wenn wenig los ist, fahren wir weiter, dann taugt der nichts!“

Ich stimme zu, denn wie immer hat er Recht. Bisher haben wir immer gute Erfahrungen mit Autohöfen gemacht. Mein Mann fährt von der Autobahn und nach etwa einem Kilometer haben wir den Autohof erreicht. Der LKW Parkplatz ist brechend voll. Dort stehen etwa hundert LKW. Also sind wir hier richtig. Selbst der PKW Parkplatz ist stark belegt. Nach kurzem Suchen haben wir einen Platz gefunden und steigen aus dem Auto. Nachdem ich mich erst mal richtig gestreckt habe, nehme ich meine Notfalltasche vom Rücksitz (Die nehme ich immer aus dem Wagen, weil darin auch Medikamente sind die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen) Dann gehen wir in Richtung Raststätte. Drinnen herrscht ein toller Betrieb. Aber es sind noch etliche Tische frei. Eine Bedienung kommt auf uns zu und sagt zu uns: „Nehmen Sie schon mal Platz. Ich komme gleich zu ihnen.“ Erstaunt sehen wir sie an, denn wir haben mit Selbstbedienung gerechnet. Aber hier ist das nicht so. Wir setzen uns an einen Tisch und studieren schon mal die Speisekarte. Neben unserem Tisch ist ein Ehepaar mit zwei kleinen Kindern. Die beiden sind wohl Zwillinge, so ähnlich sehen sie sich. Außerdem liegt zu ihren Füßen noch ein Collie. Daneben steht ein Katzentragekorb. Die Bedienung geht zum Nebentisch und das Ehepaar begleicht die Rechnung. Dann kommt die Bedienung und wir geben unsere Bestellung auf. Die Familie neben uns steht auf und zusammen mit den Kindern, Hund und Katze verlassen sie das Restaurant.

Mein Mann Herbert und ich unterhalten uns als wir nach ein paar Minuten einen leisen Knall hören. Jedoch denken wir uns nichts dabei, weil gerade unser Essen kommt. Wir haben gerade erst ein paar Bissen gegessen als ein Mann ins Restaurant stürmt. Laut ruft er: „Ist hier ein Arzt? An der Ausfahrt ist ein LKW auf einen PKW gekracht In dem PKW leben noch welche!“ Mein Mann schaut mich an, dann springt er auf. Auch ich springe auf und greife zu meiner Notfalltasche. Mein Mann läuft schnell zur Bedienung und sagt zu ihr: „Ich bin Arzt! Zusammen mit meiner Frau, die eine Ausbildung hat, müssen wir da hin. Wir kommen gleich wieder!“ Und schon stürmt er hinaus. Schnell folge ich ihm und zusammen laufen wir zur Ausfahrt des Autohofes. Schon von weitem sehen wir was passiert war. Der LKW ist wohl zu schnell auf den Autohof eingebogen. Er ist umgestürzt und auf den vorderen Teil des PKW gefallen. Die Ladung, es ist Sand, hat sich über den ganzen PKW verteilt. Nur der Dachgepäckträger schaut noch aus dem Sandhaufen. Viele Leute sind schon dabei, den PKW freizulegen. Sie haben Schaufeln oder buddeln mit bloßen Händen den Sand weg. Bei dem PKW handelt es sich um einen Kombi. Als mein Mann ankommt, ruf er: „Ich bin Arzt! Hinten frei machen, dann können wir in das Auto.“ Sofort fangen vier Männer an hinten die Heckklappe frei zu schaufeln. Doch von den Seiten rieselt immer wieder der Sand nach. Weitere Männer fangen nun an, an den Seiten des PKWs den Sand weg zu schaufeln und endlich kann man einen Erfolg sehen. Der Sand rieselt nicht mehr nach. Etwa fünf Minuten später, wir hören schon die Martinshörner der Rettungskräfte, können wir durch die zerbrochenen Scheiben in den PKW schauen. Auch drinnen ist alles voller Sand, jedoch kann man sehen, das es das Ehepaar ist, die neben uns gesessen hatte. Von den Kindern und dem Hund ist nichts zu sehen. Auch vom Katzenkorb kann man nichts sehen. Da ich die Notfalltasche, auf der das Zeichen eines Veterinärs ist, über meine Schulter trage, habe ich sehr viel Bewegungsfreiheit. Anscheinend sehen die Helfer und auch die neugierigen nur, das Zeichen darauf und sie denken das ich von einer Hilfsorganisation bin. Mir war es recht. Auch mein Mann hat sehr viel Platz, nachdem er gesagt hat das er Arzt ist. Er hatte zwar bemerkt, das er Zahnarzt ist, aber anscheinend schienen die Leute zu glauben: „Arzt ist Arzt, egal ob Zahnarzt oder sonstiger Arzt“. Damit haben sie ja Recht, denn auch normale Arztpraktiken lernt man während des Studiums.

Endlich ist die Heckklappe frei und ein Mann öffnet diese. Das Reisegepäck wird schnell aus dem Wagen geholt. Noch immer nichts von Hund und Katze! Sofort kriecht mein Mann in den Wagen um nach kurzer Zeit wieder rauszukommen. Er ruft: „Der Sand vorne muss auch weg! Die Scheibe ist kaputt und der ganze Sand kommt in den Wagen.“ Dann reicht er mir den Katzenkorb. Dieser ist zusammen gedrückt und voller Sand. In diesem Moment sind auch die Polizei und die anderen Rettungskräfte da. Mir ist es egal! Ich rufe noch: „Herbert hole den Hund raus und bringe ihn mir!“ Dann drehe ich mich um und laufe ein paar Meter von der Unfallstelle weg. Dort ist eine Sitzgruppe. Auf den Tisch lege ich den Katzenkorb und öffne ihn. Dazu öffne ich die Verriegelung an den Seiten und nehme den Deckel ab. Der Korb ist voller Sand. Schnell grabe ich mit meinen Händen im Sand. Laut schreie ich auf. In dem Sand sind viele kleine Stahlsplitter an denen ich mir die Finger aufgerissen habe. (Anmerkung des Verfassers Helmut: Gerda hat erst von mir erfahren, das es sich bei dem Sand um Abfall aus einem Stahlwerk handeln muss. Dort fließt der flüssige Stahl durch diesen Sand zu seinen Formen. Wenn der Sand danach abgekühlt ist, wird dieser zu Teerwerken gebracht und dort weiter verwendet. Auch in der Zementindustrie wird dieser Sand benötigt.)

Natürlich bin ich am Bluten. Ein Mann der neben mir steht greift sofort in den Sand und holt eine Katze daraus hervor die er mir reicht. Dann greift er noch mal in den Sand und holt eine zweite Katze hervor. Diese legt er auf den Tisch. Schnell greife ich in meine Tasche und hole ein Stethoskop hervor. Damit höre ich die erste Katze ab. Ich höre den Herzschlag und Atemgeräusche. Schnell öffne ich den Mund der Katze und schaue nach ob sie Sand darin hat. Ist nicht. Dann schaue ich in die Nasenöffnungen. Auch dort befindet sich kein Sand. Trotzdem bewegt sich die Katze nicht. Vorsichtig taste ich sie ab. Pfoten und Körper der Katze sind in Ordnung. Nur am Kopf befindet sich eine dicke Beule. Ich werde mich später darum kümmern.


Ende teil I
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Post aus Bayern Beitrag #182
Ja, alle Geschichten sind so schön!!! Warte jeden Tag auf eine neue, nur damit mir wieder die Tränen kommen, ob vor Freude oder Bangen und Trauer.

Wunderschöne Geschichten, herzlichen Dank.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #183
Teil II

In diesem Moment tritt mein Mann zu mir. Der Collie liegt neben ihm. Mein Mann sagt: „Hier hast du den nächsten Patienten. Ich habe schon nachgesehen! Eine dicke Beule am Kopf, sowie irgendetwas an den Vorderpfoten. Was konnte ich nicht feststellen. Das weißt du besser wie ich. Die Eltern und die Kinder werden gerade in den Rettungswagen gebracht. Alle vier leben sind aber verletzt. Ein Tierarzt ist auch schon informiert.“ Ich antwortet: „Danke Herbert. Diese Katze hat auch eine Beule am Kopf. Das muss geröntgt werden! Jetzt kümmere ich mich erst mal um die andere Katze, dann um den Hund!“ Ich untersuche die Katze. Auch hier komme ich zum gleichen Ergebnis wie bei der ersten. Ich gebe beiden Katzen eine Vitaminspritze und ein leichtes Schmerzmittel. Dann bitte ich meinen Mann den Hund auf den Tisch zu legen. Erst jetzt bemerkte ich, das jede Menge Leute um uns stehen und alles beobachteten. Auch werden Fotos gemacht. Jedoch keiner behindert mich und meinen Mann. Vielleicht liegt es auch an den vier Polizisten die bei uns stehen.

Herbert bittet zwei Neugierige mit anzupacken, damit der Hund auf den Tisch gelegt werden kann. Das machten diese auch und schon bald liegt der Hund auf dem Tisch. Sofort höre ich ihn ab. Herzschlag ist schwach aber er ist da. Atemgeräusch höre ich auch, jedoch mit einem Nebengeräusch. Als ich die Vorderpfoten untersuche, stelle ich fest das beide gebrochen sind. Auch hat er eine dicke Beule am Kopf die geröntgt werden muss. Dann schaue ich in den Rachen. Dort befindet sich Sand drin. Von daher nehme ich an, das die Atemgeräusche von Sand herrühren die in die Lungen geraten ist. Auch in den Nasenlöchern find ich Sand. Diesen entferne ich sofort. Jedoch kann ich nicht feststellen in wie weit die Nase vom Sand verstopft ist. Dieser Hund muss sofort in eine TK. Ich frage wo eine ist und erfahre, das eine TK nur 5 KM entfernt ist. Sofort bitte ich einen Beamten darum, das diese alarmiert wird und das jemand von dort herüber kommen soll. Der Beamte läuft zu seinem Wagen und schon bald sehe ich ihn an seinem Funkgerät sitzen. Auch dem Hund gebe ich eine Spritze.

Ein Mann drängelt sich neben mich und sagt: „Ich bin Tierarzt! Gehen Sie mal zur Seite damit ich die Viecher untersuchen kann!“ Was hat der gesagt? Viecher? Ich glaube ich höre nicht richtig. Zuerst schaut er nach dem Hund, schüttelt den Kopf und holt eine Spritze aus seiner Tasche. Schnell frage ich ihn, was das für eine Spritze ist. Er antwortet mir: „Der Hund ist zu schwer verletzt. Ich gebe ihm eine Narkosespritze und dann bekommt er die erlösende Spritze!“ Neben uns entsteht heftiges Gemurmel. Ich höre daraus, das die Umstehenden nicht damit einverstanden sind das der Hund eingeschläfert werden soll. Auch ich bin strikt dagegen. Das sage ich ihm auch. Er meint: „Sind Sie Tierärztin? Nein? Dann lassen Sie mich meine Arbeit machen!“ Jetzt mischt sich mein Mann ein. Er sagt: „Jetzt hören Sie mal gut zu! Wenn Sie versuchen sollten die Spritze zu setzen ohne den Hund gründlich zu untersuchen dann kann es passieren das ich Ihnen die Spritze wegnehme. Sie wissen doch gar nicht was der Hund hat. Wegen einer Beule am Kopf, kann man doch nicht einfach fremdes Eigentum Töten! Sie können sich ja Beschweren und damit Sie wissen mit wem Sie es zu tun haben: Ich bin Dr. XXXXXX und das ist meine Frau Gerda! So, und jetzt verschwinden Sie!“ Mein Mann hat sich richtig in Rage geredet. So kenne ich ihn gar nicht. Der Tierarzt schaut meinen Mann entsetzt an, dann murmelt er etwas Unverständliches vor sich hin. Aber er packt die Spritze wieder ein und wendet sich zum Gehen. Dabei meint er: „Dann macht euren Sch…. Doch alleine. Wenn ihr meint das ihr es besser wisst.“ Damit schnappt er sich eine Tasche und ist weg.

Der Polizist der vorhin mit der TK telefoniert hat, ist auch wieder da. Er sagt: „Ich habe schon eine ganze Weile zugehört, weil ich dachte, das der Tierarzt alles richtig macht. War wohl nicht so! Von der TK kann keiner kommen. Die haben Mittagspause und momentan viel zu tun. Die Tiere müssten Dahin gebracht werden.“ Ich könnte mich schon wieder aufregen, aber ich weiß wie Überlastet die TK`s sind. Darum schweige ich. Ein umstehender Mann sagt: „Ich weiß wo die TK ist. Wenn sie wollen bringe ich Sie dahin. Die Tiere können in meinem Wohnmobil auf dem Bett liegen.“ Daraufhin sagt mein Mann: „Das ist eine gute Idee. Holen Sie ihr Wohnmobil und ich unseren Wagen. Meine Frau fährt dann hinten bei den Tieren mit und ich folge Ihnen.“

So geschieht es! Schon nach wenigen Minuten sind die Tiere im Wohnmobil untergebracht und die Fahrt beginnt. 15 Minuten später kommen wir an der TK an. Vor der Abfahrt haben wir noch unsere Adresse bei der Polizei hinterlassen für den Fall, das noch Fragen wegen der Tiere sind. Mein Mann geht in die TK und kommt kurze Zeit später in Begleitung von zwei Frauen wieder zurück. Die beiden Frauen haben jeweils einen Tragekorb dabei. Darin werden nun die Katzen gelegt und in die Klinik gebracht. Auch mein Mann hatte einen Tragekorb für Hunde mitgebracht. Dorthinein wird der Hund gelegt und gemeinsam mit dem Wohnmobilfahrer wird der Hund in die TK gebracht.

Dort kümmert sich schon eine TÄ um die erste Katze. Sie untersuchte diese und ordnete eine Röntgenaufnahme an. Auch bei der zweiten Katze passierte dieses. Die Katzen werden abgeholt und zum Röntgen gebracht. Erst jetzt spricht die TÄ meinen Mann an: „Hallo, ich bin Frau DoktorYYYYYY. Was ist passiert?“ Mein Mann erzählt was passiert ist, auch was ich bisher festgestellt habe. Die TÄ meint daraufhin zu uns: „Jetzt kümmere ich mich erst mal um den Hund. Bis dahin müssten die Aufnahmen fertig sein, so das ich entscheiden kann was gemacht wird.“ Dann tritt sie zu dem Hund. Dieser atmet durch den geöffneten Mund. Die TÄ untersucht die Nase und stellt fest das diese vom Sand verstopft ist. Das habe ich auch festgestellt. Dann ordnet die TÄ an, das auch der Hund geröntgt wird. Während der Hund zum Röntgen gebracht wird, schaut sich die TÄ die Fotos der Katzen an. Eine Katze hat nur eine starke Prellung, bei der zweiten Katze kommt ein Schädelbruch dazu. Die TÄ meint dazu: „Gehören die Tiere eigentlich Ihnen? Wenn nicht sagen sie mir bitte an wen ich mich wenden muss. Schließlich muss die Behandlung der Tiere bezahlt werde. Wobei ich die eine Katze wohl einschläfern muss. Eine Behandlung dieser Katze ist viel zu teuer! Das geht in die tausende. Ah, da sind schon die Fotos des Hundes, dann schauen wir mal.“

Sie nimmt die Fotos und befestigt diese am Betrachtungsgerät. Die Brüche der Vorderpfoten sind sehr gut zu erkennen. Auch wie weit die Nase verstopft ist, kann man gut erkennen. Das muss operiert werden .Am schlimmsten ist jedoch auch hier der Schädelbruch. Sie sagt: „Da hilft wohl gar nichts. Auch der Hund muss eingeschläfert werden! Oder wissen Sie wer die Rechnung bezahlen wird?"

Bisher habe ich mich noch zurück gehalten. Doch innerlich koche ich vor Wut. Mein Mann sieht mir das an und er ahnt, das ich gleich platzen werde. Aus diesem Grund sagt er schnell: „Wir werden uns erkundigen wie die Behandlung bezahlt werden soll. Solange fangen Sie schon mal an und behandeln die Tiere!“ Woraufhin die TÄ sagt: „Solange die Bezahlung nicht geregelt ist, werden wir gar nichts machen. Erst wenn ich eine schriftliche Bestätigung vorliegen habe, werde ich die Tiere behandeln!“

Mein Mann geht einige Schritte zurück, denn er sieht das ich jetzt platzen werde. So ist es auch: „Sagen Sie das noch mal und geben Sie mir ihr gesagtes anschließend Schriftlich. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Sind Sie so Geldgeil das erst bares auf dem Tisch liegen muss, bevor Sie die Behandlung beginnen. Wenn Sie jetzt nicht sofort mit der Behandlung anfangen hänge ich in einer Minute am Telefon und Sie können den Laden hier dicht machen. Und Sie werden nirgends eine Anstellung als TÄ bekommen. Nun kommen Sie endlich in die Gänge!“ Zum Schluss bin ich sehr laut geworden, aber das ist mir egal. Entsetzt schaut mich die TÄ an. Ich sehe wie sie Nachdenkt. Dann fast sie einen Entschluss. Kurz kommen ihre Anordnungen und schon wird alles in die Wege geleitet zur Rettung der Tiere. Sie will dem Hund eine Narkosespritze geben, sieht jedoch das ich die Ampulle, in der das Mittel ist, in die Hand nehme und das Etikett studiere. Sie traut sich nicht die Spritze zu setzen. Erst als ich nicke setzt sie die Spritze und der Hund fällt in eine leichte Narkose. Dann spült sie die Nasenlöcher von dem Hund und holt so den Sand aus der Nase. Einen Schädelbruch beim Tier kann man nicht behandeln. Außer es ist ein Splitterbruch oder der Knochen drückt ins Gehirn. Ansonsten ist nur viel Ruhe angesagt. Dann kümmert sie sich um die Vorderpfoten. Diese werden gerichtet und anschließend jeweils mit einer Schiene versehen. Als der Hund fertig ist kommen die beiden Katzen an die Reihe. Zunächst die mit dem Schädelbruch. Auch hier braucht nicht viel gemacht werden. Sie bekommt nur eine Spritze gegen die Prellungen und Schmerzen. So auch bei der zweiten Katze. Jedes Mal wenn sie eine Spritze fertig macht, schaut sie mich erst an und auf mein Kopfnicken setzt sie die Spritze.

Dann ist sie mit der Behandlung fertig und fragt mich endlich: „Sagen Sie mal, wer sind Sie eigentlich? Sie tun so als wenn sie auch TÄ wären. Auch sehe ich an der Tasche die Sie noch immer umhaben, das sie ein Veterinär sind. Ich kenne niemanden und habe auch noch nie von jemandem gehört, das er eine Tasche dabei hat in der sich offenbar Utensilien befinden um Tieren in Not zu helfen. Also wer sind Sie?“ Während sie das sagt, musste mein Mann mehrmals lachen. Auch ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen. Dann kläre ich sie auf: „Ich bin Gerda xxxxx! Ich bin Mitarbeiterin im Tierheim in XXXXXX. Und nein, ich bin kein Tierarzt, jedoch habe ich eine Genehmigung das ich Tiere die Verletzt oder krank sind, behandeln darf. Wenn es sein muss, darf ich auch operieren. Und das uneingeschränkt.“ Ich hole aus der Notfalltasche meine Bescheinigung heraus und reiche diese der TÄ. Diese liest die Bescheinigung genau durch und als sie mir diese wiedergibt meint sie: „Davon habe ich schon gehört, das es ein oder zwei Tierarzthelferinnen gibt, die diese Bescheinigung bekommen haben. Auch der Name Ihres Tierheim ist mir bekannt. Eine Bekannte erzählte mir mal von Ihrem Tierheim und auch von Ihnen. Sie sagte das bei Ihnen noch nie ein Tier eingeschläfert worden ist. Selbst bei einer starken Vergiftung haben Sie gekämpft und gewonnen. Es tut mir leid, aber so ist bei uns die Anordnung vom Chef.“

In diesem Moment kommt ein Mann in den Raum und fängt sofort an zu schreien: „Ich habe doch angeordnet, das erst die Bezahlung gesichert sein muss, bevor behandelt wird. Wenn das nicht gegeben ist soll nicht behandelt werden oder wenn es so schlimm ist, soll eingeschläfert werden! Wie kommen Sie dazu sofort zu Behandeln. Das werde ich von Ihrem Lohn abziehen. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder macht was er will?“ Bisher hat er meinen Mann und mich noch nicht beachtet. Ich lege meinen Zeigefinger an meine Lippen und unmerklich nickt die TÄ mit dem Kopf. Dann wendet sich der Mann an uns und fährt meinen Mann an: „Wie kommen Sie dazu, einfach meine Ärztin dazu zu drängen mit der Behandlung zu beginnen? Ihnen gehören die Tiere doch gar nicht wie ich gehört habe. Also was soll das?“ Mich beachtet der Mann überhaupt nicht, doch mein Mann sieht das ich wieder gleich platzen werde. Und schon lege ich los: „Der Mann der dort vor Ihnen steht ist mein Mann Herbert! Er ist Zahnarzt und hat hiermit nichts zu tun. Das ganze habe ich veranlasst. Mein Name ist im übrigen Gerda XXXXX. Ich bedanke mich bei Ihnen recht herzlich dafür, das Sie vor Zeugen Ihre Haltung dargelegt haben. Gleich im Anschluss werde ich erst mal Herrn YYYY, anrufen und über die Zustände hier berichten. Sie kennen ihn ja, wie ich an dem Diplom dort an der Wand sehe. Ich glaube das wird die längste Zeit gewesen sein die sie hier Leiter sind. Und nun raus, verlassen Sie sofort den Raum!“ Je Länger ich gesprochen habe umso länger wurde sein Gesicht. Zum Schluss stand er mit offenem Mund vor mir und schnappte nach Luft. Dann drehte er sich um und ging. Die TÄ sagte zu mir: „Das war schon lange nötig. Ich hoffe das Sie wirklich anrufen damit dieses Ekel endlich hier weg kommt. Diese Klinik wird vom Tierschutzbund betrieben und ist somit kein privates.“ Damit reicht sie mir ihre Hand. Auch meinem Mann gibt sie die Hand. Dann sagt sie noch: „ Die Tiere bleiben so lange bei uns, bis sie gesund sind und von dem verunfalltem paar wieder abgeholt werden können. Über Kosten braucht sich niemand Gedanken machen. Die übernimmt die TK. Jetzt kommen Sie bitte mit! Ich zeige Ihnen das Telefon und gebe Ihnen auch die Nummer von Herrn YYYY.“

Wir gehen zusammen in ihr Büro von wo ich aus telefonierte. Ich sprach etwa eine Stunde mit dem Herrn YYYY. Dann legte ich auf. Ich wandte mich an die TÄ:“ Bis zur endgültigen Entscheidung leiten Sie die Klinik, soll ich Ihnen sagen. Gleich Morgen kommt Herr YYYY und wird alles hier klären. Natürlich muss noch über einen Leiter der Klinik entschieden werden, aber solange übernehmen Sie den Job. Herr YYYY wird wohl schon mit dem bisherigen Leiter telefoniert haben, wie ich sehe.“ Dabei zeigte ich auf das Fenster, wo der Leiter der TK zu seinem Auto rennt. So wie er wegfährt, ist er sehr wütend.

Nachdem ich meine Visitenkarte hinterlegt habe, schließlich will ich erfahren was aus den Tieren geworden ist, verabschiedeten wir uns und fahren wieder zum Autohof. Die Unfallspuren sind schon beseitigt als wir dort ankommen. Nur ein großer Sandhaufen zeugt noch von dem Unfall. Wir betreten das Restaurant und gehen sofort zu der Bedienung die uns Stunden vorher bedient hat. Sie erkennt uns sofort und sagt: „Wir haben hier schon erfahren was in der TK passiert ist. Mein Chef hat gesagt, wenn Sie wiederkommen, womit er nicht rechnete, brauchten Sie das Essen von heute Mittag nicht bezahlen. Wenn Sie jetzt was essen wollen, brauchen Sie auch nichts bezahlen.“

Wir setzen uns an einen Tisch und bestellen uns etwas zu Essen. Denn wir haben nun richtig Hunger. Während wir am Essen sind, kommen des Öfteren völlig fremde Leute an unseren Tisch und gratulieren uns. Einige geben uns auch nur stumm die Hand. Die Bedienung erklärt uns wer die Leute sind: „Das sind alles Leute hier aus der Ortschaft. Sie haben sich schon oft über den Leiter der TK beschwert, aber keine Beschwerde hat geholfen. Erst als Sie dort waren, hat sich was geändert. Nun ist der Kerl weg und es wird sich mit Sicherheit alles ändern. Die TÄ ist genau richtig dort. Alle hoffen, das sie nun Leiterin wird.“ Wir können die Leute verstehen, nachdem was wir dort erlebt haben. Nach dem Essen fahren wir weiter in unseren Urlaub.

Später erfahre ich, das das Ehepaar und ihre Kinder den Unfall ohne Spätfolgen überstanden haben. Sie mussten zwar zwischen vier und acht Wochen im Krankenhaus bleiben aber behielten nichts von dem Unfall über. Auch die drei Tiere hatten keine Spätfolgen und konnten wieder zurück zu ihren Besitzern. Viele Wochen später riefen sie bei uns im Tierheim an und bedankten sich bei mir. Auch wurde die TÄ tatsächlich die neue Leiterin der TK. Was aus dem alten Leiter geworden ist, hab ich nie erfahren.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #184
Als Teil I zuende war, hatte ich schon die Befürchtung, ich muss noch einige Zeit auf den Ausgang der Geschichte warten. Zum Glück war dem nicht so.

Tragisch was da passiert ist. Aber Gott sein Dank mit happy end.
Ich war fast am heulen als ich mir vorgestellt habe, was in dem Auto abgelaufen sein muss mit Tieren und Menschen, als der Sand sie regelrecht begraben und erdrückt hat. Die müssen ja Todesängste ausgestanden haben.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #185
Wow! Tolle Geschichten!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #186
Carlo und der Streuner

Heute haben wir den 12 Dezember. Es ist bitter kalt draußen. Das Thermometer zeigt 10 Grad minus an. Zum Glück liegt bisher kein Schnee. Es ist etwa 10.00 Uhr am Morgen. Ich bin seit zwei Stunden hier in meinem Büro und arbeite die Papiere durch. Es steht mal wieder der Wochenbericht an. Das nervt mich immer, aber was sein muss, muss sein. Bei den Tieren ist im Moment alles ruhig, auch ist auf der Krankenstation nichts los. Das einzige was mir Sorgen macht, ist der hohe Krankenstand des Personals. Es arbeiten neben mir noch drei Festangestellte im Tierheim, sowie fünf Ehrenamtliche. Aber von den acht Mitarbeitern sind leider vier Krank, so das nur mit halber Besetzung gearbeitet werden kann. Aber das werden wir schon schaffen, solange es ruhig bleibt.

Gerade sehe ich aus dem Fenster, als ich einen Schatten bemerke, der in Richtung Hundehaus rennt. Was es ist, kann ich nicht erkennen. Ich greife zum Telefon und wähle die Nummer des Hundehauses. Es ist Bernd der sich meldet. Ich erkläre ihm was ich gesehen habe und er verspricht nach zusehen. Anschließend will er mich wieder anrufen. Fünf Minuten später ruft er zurück. Er hat nichts gefunden, nur das Futter welches von gestern übrig geblieben ist und er heute in der Früh in einen Behälter getan hat, ist weg. Also muss ein Tier bei uns im Tierheim herum laufen. Doch welches? Und wo versteckt es sich?

Ich ziehe meine Jacke an und gehe zum Hundehaus. Dort angekommen unterhalte ich mich mit Bernd über das Vorgefallene. Zusammen suchen wir das Hundehaus und die Umgebung ab. Doch wir finden keinen Hinweis auf ein fremdes Tier, welches sich frei im Tierheim bewegt. Nach der Suche beraten wir, was denn nun gemacht werden soll. Denn ein frei herum laufendes Tier im Tierheim darf es nicht geben. Bisher hatten wir nur eine Katze, die frei herum laufen durfte. Aber das war von uns gewollt. Jetzt ist die Situation anders. Es muss ein fremdes Tier sein und könnte eine Gefahr darstellen. Ich informiere die anderen Mitarbeiter darüber und trage ihnen auf die Augen auf zu halten. Sobald sie etwas sehen, sollen sie mich verständigen.

In den nächsten drei Tagen wird jeden Morgen der Behälter mit den Futterresten leer gefressen. Doch eine Spur was das für ein Tier ist, finden wir nicht. Erst am vierten Tag, gegen 9.00 Uhr, macht eine Mitarbeiterin eine Beobachtung. Sofort werde ich verständigt. Als ich beim Hundehaus ankomme erzählt sie mir: „Als ich vorhin den Raum betreten habe, ist eine Katze an mir vorbei gehuscht. Da ich vorher die Tür nach draußen zu gemacht habe, müsste sie noch im Haus sein!“ Sofort beginnen wir mit der Suche. In jeden Raum, es gibt vier neben dem eigentlichen Hunderaum, suchen wir jede Ecke ab. Doch wir finden nichts. Sollte die Katze etwa durch den Hunderaum verschwunden sein? Dort ist immer eine kleine Tür geöffnet. Wir erweitern unsere Suche auf diesen Bereich. Komisch ist nur, das kein Hund bisher gebellt hat, falls sich die Katze in dem Raum aufhält. Aber auch dort finden wir nichts. Die Katze scheint tatsächlich wieder entkommen zu sein.

Wieder bespreche ich mit Bernd die Situation. Bernd ist einer von den Festangestellten. Er meint: „Morgen werde ich um 6.00 Uhr hier anfangen. Ich werde mich auf die Lauer legen, und wenn die Katze hier durch die Außentür kommt, werde ich die Tür schließen. Somit kann sie nicht mehr nach draußen und wir haben sie dann. Natürlich könnte ich auch eine Falle aufstellen aber ich bezweifele das sie darauf herein fällt. Schließlich scheint sie sehr clever zu sein. Sonst hätten wir sie schon mit Sicherheit. Nur verstehe ich nicht, warum die Hunde nicht bellen. Schließlich muss sie an alle Boxen vorbei. Ein Hund müsste sie bemerken. Schließlich sind nicht alle Hunde Katzenfreunde. Besonders wenn ich an Carlo denke. Dieser Wolfshund mag doch überhaupt kein anderes Tier. Ich verstehe nicht, das er nicht gebellt hat. Ich glaube ich werde mich Morgen bei ihm verstecken damit ich erfahre warum er nicht bellt.“ Ich finde seine Idee gut und stimme seinem Vorhaben zu. Ich sage zu ihm: „Hoffentlich klappt deine Aktion! Wir müssen diese Katze fangen! Aber wir müssen auch wissen warum Carlo nicht anschlägt. Das kennen wir schließlich nicht von ihm. Aus irgendeinem Grund verrät Carlo die Katze nicht. Den Grund will ich wissen, damit wir mehr über Carlo erfahren.“

Carlo ist ein Irischer Wolfshund der an der Autobahn ausgesetzt wurde. Er lebt jetzt seit 1,5 Jahren bei uns. Bisher konnten wir ihn nicht vermitteln, weil er jedes Tier, ob Hund oder Katze, angreifen wollte. Darum wurde Carlo auch nie mit den anderen Hunden nach draußen gelassen. Er war meistens in seiner Box eingesperrt. Jedoch im Sommer ging er jeden Tag mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin spazieren. Dann war er immer ganz friedlich. Nur wenn er andere Hunde oder Katzen sieht, wird er wild. Ansonsten ist Carlo trotz seiner Größe ein Schoßhund.

Am nächsten Morgen bin ich auch um kurz vor sechs da. Noch einmal bespreche ich mit Bernd den Ablauf des geplanten Geschehens. Ich verabrede mit Bernd, das er mich sofort informiert, wenn die Katze im Hundehaus ist. Dann gehe ich zu meinem Büro. Es fängt an zu schneien. Auch ist die Nacht nicht so kalt gewesen wie die anderen. Heute sind es nur 2 Grad Minus. Ich hoffe das wir die Katze fangen können. Es scheint sich bei dem Tier um einen Streuner zu handeln, denn sonst würde sie nicht hierhin kommen um zu Futtern. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht. Wäre es eine Katze die in einem behüteten Umfeld leben würde, käme sie nicht zu uns ins Tierheim um etwas zu futtern. Auch scheint sie nicht zu den Katzen zu gehören, die wir betreuen. Diese Katzen leben nur einige hundert Meter von unserem Tierheim entfernt in einem Waldstück.

Es ist etwa 8.30 Uhr als mein Telefon klingelt. Als ich abnehme meldet sich Bernd. Er teilt mir mit, das die Katze im Raum mit den Futterresten gefangen ist. Sofort mache ich mich auf den Weg zum Hundehaus. Dort angekommen schaue ich als erstes durch das Sichtfenster welches in der Tür ist. Jedoch kann ich keine Katze entdecken. Bernd kommt dazu und sagt: „Die versteckt sich in dem Raum. Aber ich bin mir sicher, das sie darin ist.“ Ich schaue nochmal durch die Scheibe und sehe eine Bewegung neben dem Schrank der im Raum steht. Doch kann ich wiederrum nicht die Katze sehen. Ich frage Bernd wie er es geschafft hat, die Katze in dem Raum einzusperren und warum Carlo nicht gebellt hat.

„Ich hatte mich im Hunderaum versteckt und auf einmal ist die Katze tatsächlich durch die Außentür herein gekommen. Sie ist dann erst in Carlos Box gehuscht und hat mit ihm geschmust. Die scheinen sich schon länger zu kennen. Als die Katze dann in den Raum hier gegangen ist, habe ich mich leise angeschlichen und die Tür geschlossen. Die Katze hat an der Tür gekratzt und auch laut Miaut. Selbst Carlo fing an zu bellen. Nach kurzer Zeit war die Katze dann ruhig und auch Carlo hat aufgehört zu bellen. Nun sitzt er ganz dicht an seiner Käfig Tür und beobachtet alles was passiert.“

Ich wende mich von der Tür ab, durch dessen Scheibe ich in den Raum schauen konnte, und gehe zur Box von Carlo. Heute ist Carlo ganz anders. Er beachtet mich kaum, sondern schaut immer zu der Tür zum Nebenraum. Selbst als ich mit ihm rede, nimmt er keine Notiz von mir. Mir kommt eine ganz verrückte Idee und erzähle sofort Bernd davon. Der hat zwar bedenken aber er schließt trotzdem alle Türen zum Raum. Auch das Fenster welches auf Kippe stand, schließt er. Als alles vorbereitet ist, öffne ich die Box von Carlo. Sofort kommt Carlo heraus und geht zur Tür in dessen Raum sich die Katze befindet. Dort fängt er an zu schnuppern und ist auch leise am jaulen. Von der anderen Seite der Tür antwortet die Katze. Sie fängt wieder an zu Miauen und auch an der Tür wird gekratzt. Ich gehe zu Carlo und gehe vor ihm in die Hocke. Als ich mit ihm anfange zu reden schaut er mich an. „Hey, Carlo! Ich werde gleich die Tür öffnen, damit du zu der Katze kannst. Ihr seid wohl dicke Freunde. Überrede deinen Freund das er ruhig bleiben soll. Sag ihm, das hier nichts mit ihm geschieht. Er braucht keine Angst zu haben. Natürlich muss ich nachsehen ob er krank ist, das lässt sich nicht vermeiden. Dann kann er auch zu dir in deine Box. Bevor ich die Tür auf mache muss ich aber erst einen Korb in deine Box stellen.“ Bernd hat natürlich mitgehört. Sofort holt er einen Katzenkorb sowie ein Katzenklo aus dem Lagerraum und stellt beides in die Box von Carlo. Dann kommt er zu mir.

Vorsichtig öffne ich die Tür zu dem Nebenraum. Ich sehe nur einen Schatten an mir vorbei flitzen. Auch Carlo dreht sich um und rennt in den Hunderaum wo seine Box steht. Er geht in seine Box und fängt leise an zu Bellen. Wir bleiben hier im Raum stehen und beobachten das Ganze. Nach einigen Minuten, Carlo hat zwischendurch auch gejault, sehe ich die Katze das erste Mal richtig. Es ist eine rote Katze. Ziemlich dünn wie mir scheint. Ganz langsam und vorsichtig kommt sie auf Carlo zu, der noch immer leise am jaulen ist. Immer wieder schaut die Katze zu uns rüber, aber Bernd und ich bewegen uns nicht. Dann ist die Katze bei Carlo. Dieser schleckt die Katze ab und legt sich in seinen Korb. Ganz leise ist er noch am jaulen, bis die Katze sich zu ihm in den Korb legt. Carlo legt seinen Kopf über die Katze. Man kann richtig sehen, wie die Katze sich entspannt.

Ich sage zu Bernd, das er sich nicht bewegen soll bis ich ihn rufe. Dann gehe ich ganz langsam in den Hunderaum. Ich sehe wie die Katze zusammenzuckt und wie sie weg will. Doch von Carlo höre ich einen leisen Knurrlaut und die Katze entspannt sich wieder. Jedoch beobachtet sie jede meiner Bewegungen. Als ich bei der Box von Carlos ankomme, schließe ich Langsam die Tür dieser Box. Jedoch schließe ich diese nicht ab. Dann winke ich Bernd heran. Auch er bewegt sich sehr Langsam. Als er bei mir ist, sage ich zu ihm: „Außer uns beiden darf zunächst keiner diesen Raum betreten. Ich werde nachher alle davon verständigen. Hole jetzt mal bitte für beide einen Napf Futter. Ich glaube nicht das die Katze heute schon was gefuttert hat.“ Sofort geht Bernd langsam los um das geforderte zu holen. In der Zwischenzeit betrachte ich die Katze. Da ich noch nicht zu ihr will bleibt mir keine andere Möglichkeit. Aber zunächst muss sich die Katze an die Anwesenheit von Menschen gewöhnen bevor jemand sie anfassen kann.

Als Bernd mit den Näpfen zurückkommt, nehme ich diese und fordere Bernd auf die Tür zu öffnen. Dann betrete ich ganz Langsam die Box. Carlo ist mit seinem Schweif am Wedeln. Die Katze will wieder abhauen, doch Carlo bellt nur einmal ganz leise und die Katze bleibt liegen. Jedoch sehe ich, das sie sprungbereit ist. Ich stelle die beiden Näpfe auf den Boden und setze mich daneben. Dann fange ich an mit der Katze zu reden. Was ich alles gesagt habe, weiß ich nicht mehr. Bernd sagte mir später das es über eine Stunde war. Carlo kam schon nach kurzer Zeit an und fing an zu futtern. Dabei schaute er immer wieder in die Richtung der Katze und bellte leise. Erst als der Napf von Carlo fasst leer war, kam die Katze vorsichtig heran. Sie beobachtete mich ganz genau. Jederzeit zur Flucht bereit. Doch ich rührte mich nicht. Dann hatte die Katze den Napf erreicht und fing an zu futtern. Carlo hat inzwischen seinen Napf leer gefuttert und er kam zu mir. Er legte sich vor mir auf den Boden. Langsam hob ich meine Hand und legte diese Carlo auf den Rücken. Als die Katze meine Bewegung sah, wollte sie sofort abhauen. Als sie jedoch erkannte das ich meine Hand auf den Rücken von Carlo legte futterte sie weiter.

Nachdem auch sie mit dem Futtern fertig war fing sie an sich zu putzen. Carlo hatte seinen Kopf auf den Vorderpfoten liegen. Ich streichelte noch immer seinen Rücken. Dann kommt die Katze ganz vorsichtig und fluchtbereit zu mir. Die zweite Hand liegt auf meinem Schoß. Ich hebe diese an und lege sie auf meinen Oberschenkel. Die Katze hat davon nichts mit bekommen. Nun war sie direkt neben meiner Hand. Sie schnupperte an dieser. Auch hob sie eine ihrer Vorderpfoten und schlug nach meiner Hand. Jedoch hatte sie ihre Krallen nicht ausgefahren. Dann sprang sie auf meinen Schoß. Ich machte keine Bewegung, selbst mit der Streichelei von Carlo hörte ich auf. Da stand Carlo auf. Er war jetzt größer wie ich. Er stieß die Katze mit seiner Schnauze an, anschließend stieß er meine Hand an. Die Katze schaute erst Carlo an, dann mich. Lange starrte sie mich an und ich hielt ihrem Blick stand. Nach einiger Zeit senkte sie ihren Kopf und stieß mit diesem an meine Hand. Vorsichtig hob ich diese an und begann die Katze zu streicheln. Das schien ihr zu gefallen, denn sie fing an zu schnurren und legte sich auf meinen Schoß. Carlo fing vor Freude an zu Bellen.

Es war schon fast Mittag als ich das Hundehaus verließ. Ich lächelte still vor mich hin. Bernd begleitete mich. Als wir in meinem Büro ankamen setzte ich zunächst eine Kanne Kaffee auf. Bis dieser fertig war, sprachen Bernd und ich kein Wort. Erst als der Kaffee in Tassen gefüllt war fing Bernd an zu reden: „Das hätte ich nie gedacht. Da die Katze so schnell auftaut. Aber ich glaube das lag auch an Carlo. Die beiden müssen sich schon lange kennen. Es sah so aus als wenn die beiden sich unterhalten. Als die Katze an deiner Hand schnupperte und Carlo aufstand, dachte ich erst jetzt geht er zu seinem Korb. Aber nein, erst hat er die Katze dann deine Hand angestoßen. Es war als wenn er zeigen wollte das diese Hand nur gutes macht. Auch wie die Katze dich fixiert hat. Sie muss tief in deine Seele geschaut haben. Auch nachher als du sie Untersucht hast, war sie ganz ruhig. Gut, zuvor hat Carlo leise geknurrt aber dann ließ sie alles mit sich geschehen. Jetzt wissen wir wenigstens das es eine Katzendame ist und kastriert. Also hatte sie schon mal mit Menschen Bekanntschaft geschlossen. Ich hoffe nur, das wir die beiden nun zusammen vermitteln können.“

Ich gab Bernd in allen Punkten Recht. „Richtig Bernd! Die beiden kennen sich schon lange. Ich vermute das die beiden zusammen ausgesetzt wurden. Erinnerst du dich noch als wir Carlo von der Autobahn abgeholt haben. Da war doch noch eine Leine an dem Pfahl festgemacht. Schon damals hatten wir vermutet das ein kleiner Hund dort angebunden war. Aber es scheint sich hierbei um die Katze gehandelt zu haben. Das die Katze hierhin gefunden hat ist schon erstaunlich. Wie lange hat sie eigentlich schon von den Resten gefuttert?“ Bernd meinte, das er sich schon seit Anfang des Jahres gewundert hat, das immer was aus dem Behälter verschwunden war. Er hatte es bisher aber auf Mäuse zurückgeführt. Darum wurde ich auch nicht verständigt.

Wie ließen Carlo und seine Katzendame, wir nannten sie „Klara“, zusammen. Seit Klara nun immer bei ihm war, änderte er sich von heute auf morgen. Er griff keinen Hund und keine Katze mehr an. Wir konnten beide in das Außengehege lassen. Nur wenn ein anderer Hund zu aufdringlich gegenüber Klara wurde, stand Carlo auf. Alle Hunde überragte er um einen Kopf. Wenn Carlo stand, zogen sich die anderen Hunde immer zurück und ließen Klara und Carlo in Frieden. Aber er ließ es zu, das die anderen Hunde sich zu Klara legten und sie abschleckten.

Im darauffolgenden Sommer konnten wir Klara und Carlo vermitteln. Sie kamen zu einem Paar das nur einen großen Hund wollte. Als sie Carlo sahen, waren sie begeistert von ihm. Sie fragten mich, ob sie in die Box durften und ich ging mit ihnen hinein. Sie wunderten sich zwar etwas darüber das ein zweiter Napf und ein Katzenklo in der Box standen, sagten aber erst mal nichts. Als sie bei Carlo ankamen gingen beide in die Knie und streichelten Carlo. Dieser hob seinen Kopf und schaute sie an. Dann Bellte er leise und hinter ihm tauchte Klara auf. Das Paar war ganz erstaunt, rührte sich jedoch nicht. Klara ging zu beiden und schnupperte an ihnen. Dann setzte sie sich auf den Rücken von Carlo und musterte die beiden. Nach kurzer Zeit war ein „Miau“ zu hören und sie sprang vom Carlos Rücken herunter um zu dem Paar zu gehen. Nun stand auch Carlo auf und ließ sich Schweifwedelnd von dem Paar streicheln. Klara wurde von der Frau auf den Arm genommen, wo sie gestreichelt wurde. Dabei war sie laut am Schnurren. Beide wurden sofort mitgenommen. Auch eine zweite Katze, diese hatte sich mit Klara und Carlo angefreundet, wurde mitgenommen.
 
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Die Zwillinge

Endlich ist es 17.30 Uhr und ich habe Feierabend. Ich freue mich schon auf meine Couch zu Hause. Es war heute sehr anstrengend, weil wir heute klar Schiff gemacht haben für unseren Tag der Offenen Tür der morgen stattfindet. Die Tierheim-Leiterin hat mir immer wieder neue Arbeit zugewiesen. Zuletzt habe ich mitgeholfen den Infostand aufzubauen. Ich will gerade zum Aufenthaltsraum gehen, da sehe ich unsere Tierheim-Leiterin winkend auf mich zukommen. Ade, du schöner Feierabend.
Als die Leiterin mich erreicht sagt sie ganz außer Atem: „Gott sei Dank erwische ich dich noch. Ich wei0 das du für deine Prüfung büffelst, aber da ist ein Anruf gekommen von der Polizei. In einem Wohnheim für Senioren tobten zwei Tiere herum. Die sehen sich völlig gleich aus. Daher nannten die Beamten die beiden Zwillinge. Fahre eben mit der Claudia da hin und sehe mal zu was du machen kannst. Die Polizei kann die beiden nicht fangen. Zwei sind schon gebissen worden. Nimm auch eine Falle mit! Bis später dann!“ Klasse, zwar ist es bis zur Prüfung noch lange hin, aber büffeln muss ich trotzdem. Auch wenn ich demnächst mit meinen Eltern an die See fahre, habe ich mir vorgenommen zu lernen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ich hole eine Falle aus unserem Lager und schnappe mir meine Notfalltasche. Dann gehe ich zu unserem Bulli. Unterwegs fällt mir ein, das es ja zwei Tiere sind die im Wohnheim toben. Also, noch mal zurück und eine zweite Falle holen. Als ich endlich am Bulli angekommen bin, verstaue ich die beiden Fallen in den Laderaum und setzte mich auf den Beifahrersitz. Sofort fährt Claudia los. Unterwegs erzählt sie mir das es sich bei den Zwillingen um einen Hund und eine Katze handeln soll. Sie werden Zwillinge genannt, weil sie gleich groß sind und außerdem gleich aussehen. Auf die beiden bin ich mal gespannt. Während der Fahrt unterhalten wir uns über den Tag der offenen Tür. Beide hoffen wir, das es ein Erfolg wird. Es ist immerhin der erste Tag der offenen Tür für unser Tierheim.

Als wir beim Wohnheim ankommen sehe ich mehrere Polizeifahrzeuge vor dem Eingang stehen. Auch ein Feuerwehrwagen steht dort. Schnell gehen wir zum Eingang des Wohnheimes. Als wir eintreten kommt ein Beamter auf uns Zu. Er begrüßt uns und sagt: „Klasse Gerda das du gekommen bist. Ich hatte zu Frau yyyyy extra gesagt, das sie dich schicken soll. Denn nur dir traue ich es zu, das die Tiere gefangen werden. Die Tiere haben einem Bewohner gehört der letzte Nacht verstorben ist. Der Hund hat die Rettungskräfte erst gar nicht in das Zimmer gelassen. Als sie dann doch endlich drin waren, habe sie neben dem Hund auch die Katze gesehen. Diese scheint allerdings krank zu sein, so sagen die Sanis. Genau konnten sie es nicht feststellen. Denn jedes Mal wenn einer der Katze zu nahe kam, hat der Hund angegriffen. Jetzt sind die beiden im dritten Stock. Wo wissen wir nicht genau. Auf dem Flur gibt es nur 10 Zimmer und in einem von diesem müssen sie stecken. Oben sind Kollegen, aber die halten sich zurück.“

Zusammen gehen wir die Treppe hoch. Am Absatz der Treppe zur dritten Etage bleiben alle zurück. Auch die Fallen nehme ich nicht mit. Ich will versuchen die Tiere so zu fangen Langsam gehe ich von Zimmer zu Zimmer. Nirgends sind die beiden zu sehen. Auch nicht im letzten Zimmer das bewohnt wurde. Als ich wieder aus dem Zimmer komme und gerade fragen will, ob die Beamten sicher sind das die Tiere hier sind, höre ich ein leises jaulen. Es kommt aus dem Zimmer gegenüber. Das ist ein Lagerraum. Langsam gehe ich auf den Raum zu und öffne die Tür ganz. Vor mir sehe ich den Hund und er steht vor einer Katze und stößt diese immer wieder mit seiner Schnauze an. Ich kann nicht sehen ob die Katze noch lebt oder nicht. Der Hund ist immer noch leise am jaulen.

Als er mich bemerkt, will er sich sofort auf mich stürzen. Schnell bücke ich mich, damit ich nicht mehr so groß bin und fange an mit dem Hund zu reden: „Hallo mein kleiner! Jetzt sei mal ganz friedlich. Ich will dir nichts tun und auch deinem Kumpel nicht. Nur muss ich jetzt sofort nach der Katze sehen. Vielleicht kann ich ihr noch helfen.“ Der Hund bleibt vor mir stehen. Ich sehe das es ein kleiner Mischling ist. Die Rassen kann ich nicht feststellen. Er ist schwarz- weiß. Auch die Katze ist schwarz-weiß. Der Hund mustert mich und kommt noch näher. Ich strecke meine Hand aus und er fängt an, an meinen Fingern zu schnuppern. Dann dreht er sich um und geht zu der Katze. Ich folge und bücke mich zur Katze herunter. Aus meiner Tasche hole ich ein Stethoskop und höre die Katze ab. Ihr Herz schlägt noch ganz leicht und auch ihr Atemgeräusch ist leicht zu hören. Ich sage zu dem Hund: „Dein Kumpel lebt noch! Aber er ist dem Tod näher als dem Leben. Ich werde ihm jetzt eine Spritze geben. Danach nehme ich deinen Kumpel und dich mit. Jetzt werde ich meinen Kumpel rufen, damit wir gehen können.“
Ich nehme eine Aufbauspritze aus meiner Tasche in gebe der Katze diese. Dann nehme ich die Katze auf den Arm und gehe in Richtung Tür. Der Hund folgt mir. Ich rufe nach Claudia und sage das die Beamten herunter gehen sollen. Diese gehen sofort und Claudia kommt zu mir. In jeder Hand hat sie eine Falle. Diese stellt sie auf den Boden und öffnet diese. Ich sage zu dem Hund das er dort rein muss. Wieder mustert er mich lange. Dann geht er in die Falle. Claudia schließt diese und nimmt sie die Falle hoch. Ich bemerke, das der Hund ganz genau beobachtet ob ich auch mitgehe. Zusammen gehen wir die Treppe wieder hinunter. Unten angekommen tritt wieder der Polizist auf mich zu. „ Ich wusste es doch das du den Hund so fängst. Darum habe ich dich auch angefordert. Kein anderer hätte das geschafft und so leid es mir tut, auch du nicht Claudia. Ich heiße im übrigen Rudi.“ Damit greift er nach meiner Hand und will diese schütteln. Doch in dem Moment als er zugreifen will fängt der Hund an wild zu Bellen. Sofort zieht Rudi die Hand zurück und ich beruhige den Hund. Ich sage zu ihm: „Ganz ruhig mein kleiner, deinem Kumpel passiert schon nichts. Rudi, ich glaube das Hand geben müssen wir auf ein anderes Mal verschieben.“ Auch Claudia meldet sich zu Wort: „Rudi, ich muss dir Recht geben. Ich hätte es nicht geschafft so schnell den Hund zu fangen. Naja, eigentlich ist er freiwillig in die Falle gegangen. Ich freue mich trotzdem das es so gut aus gegangen ist. Aber jetzt müssen wir sofort ins Tierheim. Die Katze muss behandelt werden.“
Zusammen gehen wir zu unserem Bulli und schon bald fahren wir los. Ich sage noch zu Claudia, das wir beim Tierarzt vorbei müssen. Er muss sich die Katze ansehen. Kurze Zeit später sind wir beim Haus des Tierarzt. Claudia geht schnell zur Tür und Klingelt. Die Frau des Tierarzt öffnet und schon kurz darauf kommt sie wieder zum Bulli. Als sie einsteigt sagt sie, das der Tierarzt nicht da ist. Sobald er zurück kommt wird er aber Benachrichtigt. Dann fahren wir weiter zum Tierheim. Dort angekommen gehe ich sofort zum Behandlungsraum. Claudia folgt mit der Falle in der noch immer der Hund ist. Ich lege die Katze auf den Behandlungstisch und Claudia stellt die Falle daneben. Sie öffnet diese und sofort kommt der Hund heraus. Er geht sofort zur Katze und schnuppert an ihr. Dabei ist er leise am jaulen. Er schaut mich an und dann Claudia. Auch Claudia streckt ihre Hand aus. Sofort fängt der Hund an daran zu schnuppern. Als er mit seinem Schweif wedelt, wissen wir beide das der Hund uns anerkannt hat.

Zusammen untersuchen wir die Katze. Schon beim Abhören stelle ich fest, das die Katze sehr schwer am Atmen ist. Warum muss ich noch feststellen. Dazu muss eine Röntgenaufnahme gemacht werden. Wenn der Tierarzt kommt, werde ich das mit ihm besprechen. Dann taste ich die Katze vorsichtig ab. Sofort merke ich, das sie mehrere Rippen gebrochen hat. Auch ihre rechte Hinterpfote scheint etwas abbekommen zu haben. Außerdem hat sie eine dicke Beule am Kopf. Vermutlich ist sie von einem Auto angefahren worden und der Hund hat sie gefunden. Wie die Katze dann ins Haus gekommen ist, werden wir wohl nie erfahren. Ich sage zu Claudia: „Ich muss mit der Katze zum Röntgen. Ein paar Rippen sind gebrochen und sie hat eine dicke Beule am Kopf. Ruf bitte beim Tierarzt an das ich schon unterwegs bin.“ Das Röntgen und das Auswerten der Aufnahmen hat mir der Tierarzt schon während meiner Ausbildung zur Helferin beigebracht. Jetzt muss ich es zum ersten Mal alleine machen. Vorsichtig lege ich die Katze in einen Transportkorb und gehe zum Bulli. Meinen Führerschein habe ich zwar erst seit drei Monaten und bisher bin ich nie selbst gefahren, aber ich traue mir zu den Bulli zu fahren. Als ich die Tür öffne, springt der Hund in den Wagen. Den hatte ich ganz vergessen, aber ich werde ihn mitnehmen. Claudia ruft mir noch zu, das alles klar ist und die Frau des Tierarzt schon wartet, dann fahre ich los. So ein Bulli, stelle ich fest, ist doch was ganz anderes wie der Käfer auf dem ich meinen Führerschein gemacht habe. „ Hoffentlich schaffe ich die sechshundert Meter ohne Unfall“, schießt es mir durch den Kopf. Aber ich komme ohne Schaden beim Haus des Tierarzt an.

Als ich die Fahrertür öffne, springt der Hund sofort aus dem Wagen. Dann schaut er mich erwartungsvoll an. Ich steige aus und nehme den Tragekorb aus dem Wagen. Dann gehe ich schnell zum Haus des Tierarzt und der Hund folgt mir. Vor dem Eingang zur Praxis steht die Frau des Tierarzt. Sie wird hier Maria heißen. Sie sagt zu mir: „Komm schnell! Ich habe das Gerät schon mal angeschmissen. Du kannst sofort loslegen. Mein Mann ist auch in einer halben Stunde da. Heh, warum knurrt mich der Hund an?“ Schnell erkläre ich was es mit dem Hund auf sich hat, dann wende ich mich an den Hund und sage zu ihm, das die Frau neben mir nur helfen will. Wieder starrt der Hund mich an. Dann wedelt er mit seinem Schweif und stellt seine Drohhaltung ein.

Maria und ich betreten die Praxis des Tierarzt. Natürlich kommt der kleine Hund mit. Sofort gehe ich zum Röntgenraum und lege die Katze auf den Röntgentisch. Auch hier ist der Hund dabei. Als alle Vorbereitungen fertig sind will ich den Raum verlassen. Doch der Hund kommt nicht mit. Er ist sogar auf den Röntgentisch gesprungen und liegt jetzt bei der Katze. So kann keine Aufnahme gemacht werden. Ich gehe zurück und rede mit dem Hund: „Mein kleiner! Du kannst nicht hier bleiben. Das ist zu gefährlich. Ich muss jetzt einige Aufnahmen von deinem Kumpel machen. Dazu müssen wir alle den Raum verlassen. Auch du musst hier raus! Aber wenn ich fertig bin, darfst du wieder hier rein. Na, wie ist es jetzt?“ Der Hund hat aufmerksam zugehört und mich die ganze Zeit angestarrt. Noch immer starrt er mich an. Dann stößt er mit seiner Nase die Katze an und kommt auf mich zu. Ich nehme ihn auf den Arm und verlasse den Raum. Im Nebenraum setze ich den Hund auf einen Stuhl und mache die erste Aufnahme. Ich mache noch vier weitere Aufnahmen. Jedes Mal wenn ich die Katze anders hinlegen muss, ist der Hund mit dabei. Verlasse ich den Raum, geht der Hund mit.
Ich bin gerade dabei die entwickelten Aufnahmen an den Leuchtschirm zu befestigen als der Tierarzt herein kommt. Er gibt mir die Hand und zusammen betrachten wir die Aufnahmen.
„So wie ich das sehe hat sie drei gebrochene Rippen, eine starke Schädelprellung. Die Vorderpfoten sind in Ordnung, nur beim rechten Hinterlauf scheint es einen vorderen Kreuzbandriss zu geben. Das werde ich gleich mal Untersuchen. Gehen wir mal zu unserem Patienten.“ Wenn ein Tier bei ihm zur Behandlung kommt, sagt er immer das sind seine Patienten. Nie nennt er sie anders. Als wir den Röntgenraum betreten in dem noch immer die Katze liegt fängt sofort der Hund an zu knurren. Bevor ich was sagen kann, sagt der Tierarzt: „Hallo mein kleiner. Ich bin der Tierarzt und muss nun deinen Kumpel Behandeln. Gerda hat das schon gut gemacht bisher, aber den Rest muss ich machen. Lass uns Freunde sein damit dein Kumpel bald wieder gesund ist. Na, was hältst du davon?“ Er streckt dem Hund seine Hand hin und dieser schnuppert daran. Dann schaut er den Tierarzt an. Nach etwa einer Minute geht er etwas zurück und setzt sich hin. Der Tierarzt tritt näher und fängt mit der Untersuchung an. Noch immer rührt sich die Katze nicht. Nach einigen Augenblicken schiebt er eine trage unter die Katze und geht in den Behandlungsraum. Sofort folgt ihm der Hund und springt auf den Behandlungstisch. "Als erstes werde ich mich um den Kreuzbandriss kümmern. Auch werde ich sehen ob ich die Rippen ohne OP richten kann. Gib mir mal das Narkosemittel!" sagt der Tierarzt.
Dann wendet er sich an den Hund: "Mein kleiner! Jetzt musst du diesen platz verlassen. Du kannst dort auf dem Schrank sitzen und alles genau sehen. Du wirst sehen wir Helfen deinem Kumpel damit er bald wieder herumspringen kann." Damir nimmt er den Hund und setzt ihn auf den Schrank. Anschließend beginnt er mit der OP. Als das beendet ist, wird ein Verband um das Bein gemacht. Auch die Rippen werden ohne OP gerichtet. Anschließend macht er noch einen Verband um die Rippen, dann ist er fertig. Nebenbei bestimmt er noch das Geschlecht. Es ist eine Kätzin! Dann meint er: "Ich dachte es mir doch! Die gebrochenen Rippen haben auf die Lungen gedrückt. Jetzt atmet sie wieder richtig. Das kleine Mädchen hat noch mal richtig Glück gehabt. Nun erzähle mir mal, wie du zu den beiden gekommen bist!"
Ich erzähle ihm wie ich Hund und Katze dazu gebracht habe, das sie Vertrauen zu mir fassen und wie ich die beiden hierhin gebracht habe.
Die Katze muss zur Beobachtung beim Tierarzt bleiben. Auch der Hund darf beim Tierarzt bleiben. Wir legen die Katze in einen Hundekäfig und auch der Hund geht hinein. Er schleckt uns beide über die Hand, dann legt er sich zu der Katze. Da es mittlerweile 22.00 Uhr ist, fahre ich mit dem Bulli nach Hause.
Am nächsten Morgen bin ich um kurz vor acht in Tierheim. Die Leiterin will wissen wie es gestern Abend abgelaufen ist und ich erzähle es ihr. Dann frage ich, ob ich beim Tierarzt anrufen kann. Natürlich darf ich. Vom Tierarzt erfahre ich, das alles in Ordnung ist. Anschließend gehe ich an meine Arbeit.

Hund und Katze blieben noch drei Wochen beim Tierarzt. Dann holte ich beide ab. Sie bekamen zusammen eine Box. Der Hund wurde David genannt. Die Katze nannten wir Juna. Nach sechs Wochen lief Juna schon durch das Gehege und tobte mit ihrem Freund David. Auch mit den anderen Katzen tobte sie herum. Zwar merkte man ihr noch an, das sie das rechte Bein schonte, aber sie war auf dem besten Weg. Weitere sechs Wochen später war von ihrem Unfall nichts mehr zu merken. David und Juna wurden wenig später zusammen vermittelt. Sie wurden von einem Feuerwehrmann, der bei dem Einsatz dabei war, abgeholt. Überall wo er in seiner Freizeit hinging, begleiteten ihn die Tiere. Denn auch Juna gewöhnte sich schnell an ein Geschirr und so gingen Hund und Katze immer an der Leine mit spazieren.
 
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Die Boa

Es ist Sommer 1990. Bis zu den großen Ferien sind es noch zwei Wochen. Ich gehe gerade über den Hof des Tierheim als mich ein etwa 35 jähriger Mann anspricht. „Hallo, mein Name ist Peter VVVVVVV. Ich suche die Tierheim-Leiterin. Ich will sie fragen, ob sie mein Tier aufnehmen kann.“ Als ich ihm sage das ich die Leiterin bin legt er sofort los. „Ich habe eine Boa Constrictor! Sie ist zwei Jahre alt. Da ich in etwa zwei Wochen ins Ausland muss, suche ich einen Pflegeplatz wo sie zwei Wochen bleiben kann. Im Zoo habe ich es schon versucht, aber dort kann ich sie nicht unterbringen. Alleine lassen geht auch nicht, denn sie braucht ihre täglichen Streicheleinheiten. Außerdem muss täglich das Wasser gewechselt werden. Können Sie mir helfen?“

Ich hatte bedenken, da wir noch nie eine Schlange bei uns im Tierheim hatten. Das sagte ich ihm auch. Daraufhin sagte er: „Um das Füttern brauchen Sie sich keine Gedanken machen. Futter bekommt sie von mir. Die Boa braucht sowieso nur alle 7 bis 10 Tage etwas zu futtern. Sie müssten also während sie hier ist nur einmal füttern. Das Futter liefere ich mit. Außerdem übernehme ich die Kosten für den Bau eines Terrariums. Es reicht auch, wenn ein Raum passend hergerichtet wird. Dabei helfe ich natürlich und übernehme auch hierfür die Kosten. Momentan habe ich Urlaub, also kein Problem für mich zu helfen.“

Ich überlegte noch ein bisschen, dann fragte ich: „Sie füttern die Schlange also vorher und wir brauchen nur das Wasser wechseln, sowie Streicheleinheiten? Wie groß sollte den der Raum sein den sie braucht? Wie ich schon sagte, wir haben keine Erfahrung mit Schlangen. Schon gar nicht mit einer Riesenschlange. Wie groß ist die eigentlich?“ Er antwortete das die Schlange etwa 175 cm groß ist. Zusammen gingen wir in Richtung Katzenhaus. Nur dort hatten wir die Möglichkeit einen Raum für die Schlange herzu richten. Gleich der erste Raum den ich Peter zeigte gefiel ihm. Der Raum war etwa 10m2 groß. Sofort überlegte Peter was alles in den Raum musste. Das erzählte er mir: „Also eine große Wanne mit Wasser, ein paar Baumstücke sowie etwas Sand. Sonne ist genug vorhanden, schließlich gibt es drei Fenster. Diese sollten aber immer geschlossen sein, sonst ist die Schlange weg.“

Wir einigten uns darauf das er am nächsten Tag mit dem Ausbau des Raumes beginnt. Auch sagte ich ihm zu mich um die Schlange zu kümmern. Dann fuhr Peter wieder weg. Ich informierte die anderen Mitarbeiter über die Schlange und schärfte ihnen ein besonders auf die kleinen Tiere auf zu passen. Damit meinte ich unsere kleinen Hunde, von denen wir 5 zu der Zeit haben werden wenn die Schlange hier ist. Auch waren damit alle Katzen gemeint. Ich weiß zwar nicht ob diese auf der Speisekarte einer Boa stehen, aber sicher ist sicher.

Am nächsten Tag kam Peter wieder und fing an den Raum einzurichten. Er schleppte einige kurze Baumstämme an und legte diese so in den Raum, das die Schlange darauf herum kriechen kann. Einige der Stämme wurden von Peter untereinander verbunden. Als er damit fertig war, kam er zu mir und sagte das es das erst mal für heute gewesen ist. Er hat noch einen Termin, aber morgen käme er wieder.

Jeden Tag arbeitete Peter an dem Raum für ein paar Stunden. Nach vier Tagen war er fertig. „Jetzt sind es noch sechs Tage bis ich die Schlange bringe. Wenn noch was ist, melde ich mich oder ihr meldet euch.“ Dann gab er mir die Hand und fuhr wieder nach Hause.

Sechs Tage später kam Peter wieder. In einem großen Behälter hatte er die Schlange dabei. Sofort brachte er diese in den hergerichteten Raum und ließ die Boa dort frei. Ich war ebenfalls dort dabei um mir diese Schlange anzusehen. Sie war schon Respekteinflößend. Vorsichtig streckte ich meine Hand aus und berührte die Schlange. Es ist das erste Mal das ich eine Schlange berühre. Sie fühlte sich kalt an. Dann zeigte mir Peter wie die Schlange gestreichelt werden will. Genauso mache ich das. Peter erklärt mir, wie die Schlange gefüttert wird, dann unterhalten wir uns noch über weitere Maßnahmen die die Boa betreffen. Nach dem Gespräch wünschte ich Peter einen schönen Urlaub. Bevor er ging, gab er mir noch die Nummer seines Satelliten Telefons dann fuhr er in den Urlaub. Bevor ich Feierabend machte schaute ich nochmals nach der Boa. Sie hatte sich in eine Höhle, die Peter gebastelt hat, zurückgezogen.

Am nächsten Tag ging ich zuerst zur Boa. Wie man an den Spuren im Sand sehen konnte, war die Boa an ihrem Wasserbecken gewesen. Momentan hatte sie sich um einen Baumstamm gewickelt. Nachmittags ging ich dann zu der Boa. Ich wechselte das Wasser in dem Becken und besonders streichelte ich die Boa. Dabei drehte sich die Schlange, so das ich den Bauch streicheln konnte. Der Boa schien dieses zu gefallen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, das die Boa ein richtiges Schmusetier ist und nicht ein gefährliches Reptil. Wie Peter gesagt hatte, kroch die Schlange nach einiger Zeit wieder in ihre Höhle. Damit war mein Part für heute bei der Schlange erledigt.

So war es jeden Tag. Immer derselbe Ablauf. Peter hatte mir gesagt, das ich die Boa am 10-ten Tag füttern sollte. Dieses hatte ich für den Nachmittag des Tages vorgesehen. Dafür hatte Peter zwei gefrorene Ratten da gelassen. Diese sollte ich der Boa geben. Ich wusste das die Boa zu diesem Zeitpunkt, immerhin 10 Tage seit der letzten Fütterung, einen großen Hunger hat. Gegen 10.20 Uhr klingelte mein Telefon. Am anderen Ende war eine aufgeregte Mitarbeiterin, die mich aufforderte sofort zu der Boa zu kommen. Dann legte sie auf. Ich wusste nicht was los ist, aber lief sofort zum Katzenhaus in dem sich die Boa befand. Dort traf ich die Mitarbeiterin. Noch immer war sie ganz Aufgeregt. Sie sagte: „Gerda, es tut mir Leid! Aber ein Dackel Welpe ist bei der Boa. Der ist mir bei der Reinigung der Box entwischt und hierhin gelaufen. Als ich nachschaute ob der Welpe in dem Raum mit der Boa gelaufen ist, ist dieser in den Raum geflitzt. Ich habe zu große Angst vor der Boa als das ich da rein gehe.“

Ich öffne die Tür und gehe in den Raum. Sofort wird die Tür von außen geschlossen. Den Welpen kann ich nirgends sehen. Da die Boa Hunger hat, vermute ich das schlimmste. Die Boa liegt halb in ihrer Höhle. Doch wo ist der Welpe? Ich schaue in alle Ecken des Raumes, unter den Baumstämmen, selbst in das Wasserbecken schaue ich. Doch nirgends ist der Welpe zu finden. Jetzt bleibt nur noch die Boa. Peter hatte mir gesagt, das wenn die Boa richtig Hunger hat, ich mich vorsichtig ihr nähern soll. Das mache ich nun. Vor der Höhle gehe ich in die Hocke, um den Körper der Schlange besser zu sehen. Sollte der Welpe von der Boa verschluckt worden sein, kann ich dieses an ihrem Körperumfang erkennen. Doch so wie ich es sehe ist die Boa an keiner Stelle dicker als normal. Wo ist der Welpe?

Ich schaue in die Höhle und sehe endlich den Welpen! Dieser liegt auf dem zusammen gerollten Teil der Boa und schleckt diese ab. Der Boa scheint das zu gefallen, denn sie hat sich so hingelegt, das der Welpe ihren Bauch abschleckt. Aus irgendeinem Grund mache ich mir keine Sorgen mehr um den Welpen. Ich stehe auf und gehe zur Tür. Diese öffne ich einen Spalt und sage zu der Mitarbeiterin das sie die Ratten holen soll. Erstaunt sieht sie mich an aber geht sofort los um die Ratten zu holen.

Es dauert einige Augenblicke bis sie an die Tür klopft. Ich öffne die Tür und nehme die Ratten in Empfang. Bei der Boa angekommen lege ich die beiden Ratten, es handelt sich um Jungtiere, vor ihr auf den Boden. Sofort schnappt sich die Schlange eine der Ratten und fängt an diese in sich zu schieben. Den genauen Vorgang kann ich nicht beschreiben, denn ich versuche den Welpen aus der Höhle zu locken. Doch dem scheint es in der Höhle zu gefallen. Irgendwann gebe ich auf, denn der Welpe hat sich auf die Boa gelegt und scheint zu Schlafen. Ich stehe auf, dabei sehe ich, das die erste Ratte bereits verschlungen worden ist. Jetzt mache ich mir keine Sorgen mehr um den Welpen. Ich verlasse den Raum und nach einem kurzen Gespräch mit der Mitarbeiterin gehe ich wieder zu meinem Büro.

Am späten Nachmittag gehe ich wieder zu der Boa. Als ich die Tür öffne und den Raum betrete, sehe ich die Boa vor ihrer Höhle liegen. Von der zweiten Ratte ist nichts mehr zu sehen. Dafür sehe ich den Welpen sofort. Die Boa hat sich in der Sonne, die durch ein Fenster fällt, zusammen gerollt. Auf der Boa liegt der Welpe und ist am Schlafen. Die Boa hat ihren Kopf an der Seite des Welpen gelegt. Auch sie scheint zu schlafen. Still lächle ich vor mich hin, bin aber gleichzeitig am Überlegen was ich nun mache. Der Welpe ist 4 Monate alt und könnte von der Mutter getrennt werden. Ich überlege nicht lange. Schnell gebe ich die Anordnung das etwas Futter für den Welpen geholt wird. Als dieses kommt stelle ich den Napf neben die Höhle. Der Welpe kommt auch kurz darauf und futtert den Napf leer. Anschließend geht er wieder zu der Boa und legt sich neben ihr hin. Die Boa legt ihren Kopf auf den Welpen und schaut mich dabei an. So empfinde ich es jedenfalls. Doch ich weiß, das Schlangen schlecht sehen können. Auch der Welpe schaut mich an. Nun fasse ich einen Entschluss. Ich sage zu den beiden: „Ich lasse euch zusammen! Den anscheinend habt ihr beide euch gesucht und gefunden! Mal Abwarten was Peter sagt wenn er wieder kommt. Er ruft zwar jeden Tag an, aber bis zu seiner Rückkehr werde ich ihm nichts von euch erzählen.“

So geschieht es. Das streicheln der Boa hat sich erledigt. Das übernimmt der Welpe. Ich brauche nur noch das Wasser wechseln und den Welpen etwas zu Futtern hinstellen. Trotzdem streichele ich jedes Mal wenn ich bei den beiden bin, die Boa und den Welpen. Beide genießen es gestreichelt zu werden.

Einige Tage später betritt Peter mein Büro. Er ist braun gebrannt und hat eine blendende Laune. Er erzählt kurz von seinem Urlaub, den er in Süd-Afrika verbracht hat dann fragt er nach seiner Boa. Ich antworte ihm ohne den Welpen genau zu erwähnen. „Der Boa geht es ausgezeichnet. Bei der Fütterung habe ich etwas gezittert aber das war nicht wegen ihr. Neue Freundschaft hat sie auch geschlossen. Aber sonst war alles ohne Probleme.“ Er will natürlich wissen was bei der Fütterung los war, doch ich schweige und fordere ihn nur auf mir zu folgen. Zusammen gehen wir zu dem Raum in dem sich die Boa befindet. Als ich die Tür öffne und einen Blick in den Raum werfe, liegt die Boa wieder halb in ihrer Höhle. Der Welpe ist nicht zu sehen.

Als ich die Tür schließe geht Peter schon zu seiner Boa. Vor ihr geht er in die Hocke und fängt an die Boa zu streicheln. Diese hebt den Kopf und dreht diesen in Richtung Höhle. Peter schaut mich an und meint: „Was hat sie denn? Wenn ich sonst zu ihr komme reagiert sie ganz anders. Sie hat sich sonst immer ganz Lang gemacht und sich auf den Rücken gedreht.“ Ich antworte: „Schauen Sie mal in die Höhle! Aber nicht erschrecken!“ Peter bückt sich noch weiter und schaut in die Höhle. Dann sieht er mich an und fragt mich wie lange der Hund schon darin ist. Ich erzähle ihm was am Tag der Fütterung passiert ist. Ungläubig schaut er mich an: „Das gibt es doch gar nicht. Der Hund hat doch die passende Größe um als Beute zu dienen. Und das geht schon mehrere Tage so?“ „Die beiden sind seit dem Fütterungstag zusammen. Der Welpe war sogar vor der Fütterung in dem Raum und trotzdem hat die Boa nichts gemacht. Es scheint ihr zu gefallen das der Dackel ihr den Bauch abschleckt. Dann liegt sie immer ganz entspannt herum. Oft liegen die beiden auch nur neben einander, aber dann ist meistens der Kopf der Boa über den Hund gelegt.“ antworte ich ihm.

Auf die Frage was er denn nun machen soll, zucke ich nur mit den Schultern. Natürlich weiß ich was er machen sollte, aber er soll die Entscheidung selber treffen. In diesem Moment kommt der Hund aus der Höhle. Schweifwedelnd bleibt er vor Peter stehen. Peter zögert einen Moment, dann streckt er seine Hand aus und fängt an den Hund zu streicheln. Dann legt sich der Hund neben den Kopf der Boa. Er schleckt über ihre Augen und die Boa legt ihren Kopf auf den Hund. Auch der Hund legt seinen Kopf auf seine Vorderpfoten und schließt die Augen. Peter erhebt sich und meint: „Ich glaube jetzt besitze ich zwei Tiere. Meine Freundin hat mich schon immer genervt das sie einen Hund wollte. Dieses habe ich aber immer abgelehnt wegen der Schlange. Jetzt bekommt sie ihren willen. Ich werde sie damit Überraschen.“ Dann greift er zu seinem Satelliten Telefon und wählt eine Nummer. Als sich am anderen Ende jemand meldet sagt er nur: „Du musst sofort ins Tierheim kommen! Es ist was passiert.“ Bevor der andere Teilnehmer antworten kann, legt er auf.

Wir unterhalten uns noch als vor dem Bürogebäude ein Auto mit quietschenden Bremsen hält. Sofort geht Peter nach draußen und holt seine Freundin. Wir begrüßen uns kurz, dann will sie wissen was los ist. Peter öffnet schweigend die Tür und die Frau kann nun den Hund und die Boa sehen. Noch immer liegen beide zusammen und schlafen. Die Frau schaut zunächst Peter an dann mich. „Du wolltest doch immer einen Hund haben. Da ist einer! Die beiden können wir nicht mehr trennen. Auch musst du keine Angst haben, das die Schlange den kleinen als Nahrung ansieht. Die beiden scheinen sich zu lieben!“ Die Frau ist sprachlos, dann geht sie langsam in den Raum. Bei den Tieren geht sie in die Hocke und streichelt den Hund über den Kopf. Dabei sagt sie: „Hallo mein kleiner! Mir scheinst du hast deine Freundin gefunden. Dadurch komme ich nun zu meinem Hund. Ich hoffe du bist damit einverstanden das wir dich mitnehmen. Natürlich muss auch deine Mama ihre Zustimmung geben. Aber ich glaube das ist kein Problem.“ Während sie mit dem Hund spricht ist dieser zu ihr gekommen und schleckt ihre andere Hand ab. Auch die Boa hat ihren Kopf gehoben. Die Frau nahm den Hund auf den Arm und wollte den Raum verlassen. Sofort kam die Boa hinter her. Als die Frau das bemerkte, setzte sie den Dackel wieder auf den Boden. Sofort rieb die Boa ihren Kopf an dem Hund. Beide bewegten sich wieder zu der Höhle. Dort legte sich der Hund wieder hin. Die Boa schmiegte sich an den Dackelwelpen.

Nach Rücksprache mit der Dackelmutter wurden Hund und Boa ins Auto geladen. Peter sagte noch zu, das er den Raum wieder in seinen ursprünglichen Zustand bringen werde, dann fuhren sie davon.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #189
unglaublich, aber wieder sehr schön
 
  • Post aus Bayern Beitrag #190
hehe wie klasse.

also ich hab den welpen auch schon als futter für die schlange gesehen aber so klasse und ein tolles zuhause hat er offentsichtlich auch bekommen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #191
Hund als Lebensretter

Es ist Herbst. Das Wetter ist aber trotzdem noch sehr gut. So was nennt man einen goldenen Oktober.
Ich sitze an meinem Schreibtisch und mache die Monatsabrechnung fertig. Von draußen höre ich einen Hund Bellen. Aber in einem Tierheim bellt immer mal ein Hund. Wieder bellt der Hund. Es hört sich irgendwie anders an als sonst. Ich stehe auf und gehe ans Fenster. Als ich Hinaus sehe, bemerke ich einen Hund auf dem Platz vor meinem Büro. Ich sehe das ein Mitarbeiter auf den Hund zugeht. Doch dieser weicht zurück und bellt noch mehr. Irgendwie komisch. Ich entschließe mich nach dem Rechten zu sehen. Als ich das Gebäude verlasse und der Hund mich sieht fängt er noch heftiger an zu bellen. Auch geht er einige Schritte auf das Tor zu. Aber nur um zurück zu kommen um dann noch mehr zu Bellen. Immer wieder geht er auf das Tor zu und kommt zurück. Als ich mich auf den Hund zubewege, rennt er zum Tor. Dort dreht er sich wieder um und fängt wieder an zu Bellen.

Ich sage zu dem Mitarbeiter das er mit kommen soll. Gemeinsam gehen wir zum Tor. Der Hund erwartet uns s dort. Als wir fast auf gleicher Höhe sind, läuft er wieder ein Stück vor um stehen zu bleiben und zu Bellen. Einem anderen Mitarbeiter rufe ich zu, das er schnell meine Notfalltasche holen soll. Als er sie bringt sage ich zu ihm, das wir beide dem Hund folgen werden. Er hebt nur die Hand und gibt damit kund das er verstanden hat. Dann folgen wir dem Hund.

Wir folgen dem Hund wohl schon 10 Minuten, da biegt er in den Wald ein. Leise hören wir ein jämmerliches Jaulen. Sofort denke ich an ein verletztes Tier. Das jaulen wird immer lauter. Es muss schlimm um das Tier stehen. Der Hund der uns geführt hat läuft auf einmal viel schneller dann verschwindet er hinter einen Busch und wir hören ihn Bellen.

Wir laufen um den Busch herum. Dann kann ich sehen was passiert ist. Auf dem Boden liegt ein Mann. Anscheinend ein Jäger. Jedenfalls schließe ich das aus der Kleidung. Als ich bei ihm ankomme sehe ich eine stark blutende Bauchwunde. Auch scheint er Bewusstlos zu sein. Auch der zweite Hund ist voller Blut. Ob er verletzt ist kann ich im Augenblick nicht erkennen. Ich sage zu meinem Mitarbeiter das er sofort zurücklaufen soll und den Rettungsdienst sowie den Notarzt alarmieren soll. Dieser läuft auch sofort los. Derweilen kümmere ich mich um den Mann. Ich öffne seine Jacke, schiebe den Pullover nach oben und ebenfalls das Hemd welches er anhat. Dann sehe ich die Wunde. Diese ist am Bluten. Sofort nehme ich ein Verbandpäckchen aus meiner Tasche und presse dieses auf die Wunde. Es scheint sich um eine Schusswunde zu handeln. Jedenfalls dem Aussehen nach. Ich hole ein zweites Verbandpäckchen aus meiner Tasche und wechsle dieses gegen das erste aus.

Beide Hunde stehen inzwischen neben mir. Immer wieder schnuppert einer der Hunde an dem Mann. Dann sehen mich beide an. Ich sage zu ihnen: „Leider habe ich von Menschen nicht so viel Ahnung wie von Tieren. Aber ich glaube das wir es schaffen werden. Sobald die Rettungskräfte da sind, werde ich nach dir schauen. Vielleicht bist du ja auch verletzt. Aber jetzt muss ich die Blutung eures Herrchens ein bisschen stoppen. Ich hoffe das die Zeit noch reicht bis jemand kommt!“ Leise höre ich schnelle Schritte näher kommen. Von einem Martinshorn höre ich nichts. Dann kommen zwei Sanitäter und der Mitarbeiter um das Gebüsch. „ Auf der Straße habe ich den Krankenwagen gesehen Diesen habe ich gestoppt und bin mit den Leuten hier hin. Jetzt muss ich wieder zur Straße zurück.“ Sprichst und eilt wieder davon.

Sofort kümmern sich die Sanitäter um den Verletzten. Sie fragen mich ob ich weiß was passiert ist, was ich aber verneine. Da aber noch ein Fuß unter einer Wurzel festhängt, nehme ich an, das der Mann gestolpert ist und sich dabei ein Schuss gelöst hat der ihn unglücklich traf.

Während sich nun die Sanitäter um den Verletzten kümmern schaue ich mir den Hund mit dem ganzen Blut an. Ich stelle fest, das er eine Blutende Wunde auf dem Rücken hat. Sofort greife ich wieder in die Tasche und lege bei dem Hund einen Druckverband an. Das muss erst mal reichen. Inzwischen hört man auch die Martinshörner der Rettungskräfte näher kommen. Kurz darauf erscheint der Notarzt mit meinem Mitarbeiter. Der Notarzt kümmert sich auch sofort um den Verletzten. Inzwischen kommen auch zwei weitere Sanitäter mit einer trage um das Gebüsch. Nach kurzer Zeit legen sie den Verletzten vorsichtig auf die Trage und gehen zu ihrem Fahrzeug, das etwa hundert Meter entfernt steht. Mein Mitarbeiter und ich gehen mit, auch die beiden Sanitäter die zuerst da waren gehen mit. Hinter und laufen die beiden Hunde, wobei der verletzte Hund bei jedem Schritt jault.

Als der Rettungswagen in dem der Mann liegt wegfährt, wenden sich die beiden verbliebenen Sanitäter an mich und fragen ob sie uns noch helfen können. Ich bitte sie meinen Mitarbeiter mit zunehmen, damit er mit unserem Bulli wiederkommen kann. Denn mit dem verletzten Hund können wir nicht bis zum Tierheim laufen. Die beiden schauen sich an, dann sagt der eine das wir bei ihnen mitfahren können. Der Wagen muss sowie so desinfiziert werden. Darum waren sie auch unterwegs.
Also steigen die beiden Hunde, mein Mitarbeiter und ich in den Wagen und wir werden von einem Krankenwagen zurück zum Tierheim gebracht. Als wir aussteigen, wollen die beiden wissen was denn nun mit dem Hund passiert. Schließlich ist er auch verletzt und muss zum Tierarzt. Ich muss lachen dann sage ich ihnen: „Ein Tierarzt ist nicht nötig. Das mache ich selber. Ich habe dieselbe Ausbildung die auch ein Tierarzt braucht um eine Praxis zu führen. Von da her ist der Hund in bester Gesellschaft.“ Erstaunt schauen mich die beiden an und ich zeige ihnen meine Sondergenehmigung.

Während ich den Hund untersuche, bleiben sie auch da, denn das haben sie noch nie gesehen. Das eine Tierarzthelferin mit Sondergenehmigung einen Hund versorgt. Der Hund hat nur eine Schramme auf dem Rücken, die zwar blutet aber nicht gefährlich ist. Vorsichtig reinige ich die Wunde, dann lege ich einen Verband an. Anschließend bringt ein Mitarbeiter die beiden in eine Box. Anschließend unterhalte ich mich noch einige Zeit mit den beiden, dann fahren sie davon, nicht ohne zu versprechen bei Gelegenheit noch mal vorbei zu kommen.

Zwei Tage später erfahre ich, das der Jäger überlebt hat. Er war auf der Jagd und hat auf ein Tier geschossen. Als er ein jaulen hörte wollte er sofort dahin. Jedoch ist er mit dem Fuß an einer Wurzel hängen geblieben. Beim Sturz hat sich dann der Schuss gelöst. Woher die Hunde kamen weiß er nicht. Sie gehören nicht zu ihm. Ähnliches hatte ich mir schon gedacht. Auch das die Hunde nicht ihm gehören. Denn Jagdhunde sind die beiden nicht.

Sofort mache ich mich auf den Weg zu den beiden Hunden. Ich will nachsehen ob sie Tätowiert sind. Nach einer kurzen Untersuchung stelle ich fest, sie haben keine Tätowierung. Also taucht für mich die Frage auf, zu wem gehören die Hunde. Bei den Hunden handelt es sich um Mischlinge aus Schäferhund und Collie. Anscheinend kommen sie beide aus demselben Wurf. Da beide Hunde Kastriert sind, hatten sie vorher Besitzer. Die beiden sind etwa 2 Jahre alt. Jetzt heißt es den Besitzer zu finden. Sofort gebe ich eine Anzeige in der Zeitung auf. Ich hoffe das sich der Besitzer meldet. Als sich nach einer Woche noch niemand gemeldet hat, wiederhole ich die Anzeige nur kommen diesmal Fotos der Hunde mit in die Anzeige. Doch wieder meldet sich niemand. Nun bleibt nur noch die Möglichkeit die gesetzlich vorgeschriebene Zeit ab zu warten, dann werden die Hunde vermittelt. Ich will die Hunde nur zusammen vermitteln.

Nach acht Wochen meldet sich der Jäger telefonisch bei mir und bedankt sich für meine Hilfe. Auch fragt er nach den Hunden. Ich erkläre ihm das die Hunde noch hier sind und vermittelt werden sollen. Er bedankt sich und legt auf.

Inzwischen ist es Frühjahr. Heute halten wir den ersten Tag der offenen Tür in diesem Jahr ab. Ich hoffe, das viele Tiere vermittelt werden können. Bisher war das immer so. Es kommen inzwischen Leute zu uns die nicht nur aus unserer Stadt kommen. Wir haben auch schon Tiere vermittelt an diesen tagen, die mehrere hundert Kilometer entfernt wohnen. An diesem Tag treffe ich einige wieder die schon mal ein Tier bei uns geholt haben. Die meisten suchen sich ein weiteres Tier aus und nehmen es mit.

Kurz vor Ende des Tages sehe ich einen Mann den ich irgendwo her kenne. Doch ich kann ihn nicht zuordnen. Bei jeder Hunde Box bleibt er stehen und betrachtet die Hunde. Doch jedes Mal geht er weiter. Dann kommt er zu der Box, mit den beiden Hunden. Dort bleibt er lange stehen. Er geht in die Hocke und fängt an die Hunde zu streicheln. Auch scheint er mit den Hunden zu reden. Am meisten verwundert mich, das die beiden Hunde ganz zutraulich sind. Gegenüber Fremden waren sie das noch nie.

Auf einmal weiß ich, woher ich den Mann kenne. Es ist der Jäger! Ich gehe zu ihm hin und stelle mich hinter ihn. Gerade sagt er: „Ich wollte nicht auf dich Schießen! Ich dachte du wärst ein Fuchs. Erst als ich dein jaulen hörte, wusste ich das ich einen Fehler gemacht habe. Darum bin ich sofort losgelaufen und gestolpert. Dein Kumpel, ja komm her mein großer, hat mich gerettet. Er hat Hilfe geholt, sonst wäre ich gestorben.“ Erst jetzt scheint er mich zu bemerken. „Entschuldigung, aber einen der Hunde hab ich verletzt und der andere hat Hilfe geholt!“ sagt er zu mir. Ich stelle mich vor und erzähle ihm die Geschichte aus meiner Sicht so wie ich sie erlebt habe. Er bedankte sich bei mir für seine Rettung dann fragte er mich, ob die beiden auch vermittelt werden. Dieses konnte ich nur bejahen. Da wandte er sich wieder an die Hunde: „Nah was haltet ihr beiden davon, wenn ihr zu mir kommt? Ist das nicht eine gute Idee?“ Die beiden Hunde fingen vor Freude an zu bellen, also waren sie damit einverstanden.
Ich machte die Papiere fertig, nachdem ich im Büro war, und der Jäger unterschrieb diese. Dann holten wir die Hunde. Der Jäger meinte, das die beiden schon eine sehr gute Erziehung hatten und er nicht verstehen kann, warum die Hunde ausgesetzt wurden. Dann verabschiedete er sich von mir und nahm die beiden Hunde mit. Ich habe noch gesehen wie er die beiden hinten in seinem Auto anschnallte, dann fuhr er davon.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #192
Kennenlernen im Urlaub an der Nordsee

Ich arbeite jetzt seit einem Jahr fest im Tierheim. Meine Ausbildungen habe ich gut hinter mich gebracht. Momentan Lerne ich wieder um später Mal Tiere ärztlich zu versorgen. Die Ausbildung ist sehr schwer, schließlich muss ich die Anatomie von Hund und Katze studieren. Aber ich lerne sehr schnell. Trotzdem lerne ich überall in meiner Freizeit. Unser Tierarzt, der das auch angestiftet hat, unterstützt mich nach Kräften.

Heute ist der letzte Tag vor meinem Urlaub an dem ich hier im Tierheim Arbeite. Ich habe noch eine halbe Stunde bis zum Feierabend als die Tierheim-Leiterin das Katzenhaus betritt. Ich habe gerade sämtliche Katzenklobehälter gereinigt die hier im Haus stehen und wasche mir die Hände. „Hallo Gerda, nun haben Sie ja es nicht mehr weit bis zu Ihrem Urlaub. Wo soll es denn Hingehen und fahren Sie wieder mit Ihren Eltern?“ möchte sie wissen. Ich antworte ihr: „Ja, ich fahre wieder mit meinen Eltern. Es geht an die Nordsee. Da mein Vater sich einen Wohnanhänger gekauft hat, brauchen wir diesmal kein Hotel nehmen. Dafür bleiben wir nun auch zwei Wochen dort. Eine Woche wollen wir nach Norddeich und in der anderen Woche wollen wir nach Büsum fahren. Ich freue mich schon riesig darauf. Am Strand liegen, ab und zu ins Wasser und am Strand lernen. Ich stelle es mir herrlich vor.“ Die Leiterin reicht mir die Hand und wünscht mir einen schönen Urlaub. Ich mache Feierabend und fahre mit dem Rad nach Hause.

Am nächsten Morgen fahren meine Eltern und ich in Richtung Nordsee. Die Fahrt dauert lange und in der Zeit bin ich am Lernen. Ich merke immer mehr, das es sehr schwer ist, das alles in meinen Kopf zu bekommen. Aber mich drängelt keiner. Auch der Tierarzt sagt immer das ich es ruhig angehen lassen soll. So vergeht die Zeit wie im Flug. Einmal halten wir an um zu tanken und etwas zu Essen. Aber ansonsten fährt mein Vater den ganzen Weg durch. Am Spätnachmittag kommen wir an unserem Ziel an.

Am nächsten Morgen frühstücken wir im Vorzelt unseres Campingwagens. Danach gehen wir zum Wasser der Nordsee. Auch jetzt habe ich ein Lehrbuch bei. Doch zunächst gehe ich erst mal etwas schwimmen. Das Wasser ist herrlich. Nach etwa einer halben Stunde gehe ich zurück zu unserer Decke und trockne mich ab. Dann schnappe ich mir mein Lehrbuch und fange an zu Lesen. Noch mehrmals gehe ich ins Wasser, denn es ist sehr heiß heute. So vergeht die Zeit wie im Fluge. Zwischendurch essen wir etwas von dem was meine Mutter mitgenommen hat.

Es ist schon 16.00 Uhr durch, als ein Schatten auf mich fällt. Ich hebe meinen Kopf und sehe einen jungem Mann vor mir stehen. Er sagt zu mir: „Ich beobachte dich schon eine ganze Zeit. Dein Buch muss ja sehr spannend sein. Denn jedes Mal wenn du aus dem Wasser kommst, hast du sofort wieder angefangen zu lesen. Was ist das für ein Buch? Darf ich mal sehen? Übrigens mein Name ist Herbert. Ich mache hier Urlaub“ Ich muss lachen. Dann zeige ich ihm das Buch. Dabei sage auch ich meinen Namen. Er ist erstaunt über den Titel. Es ist auch ungewöhnlich das ein junges Mädchen wie ich solch ein Buch am Strand liest. Auch er muss lachen, dann meint er: „Anatomie der Katze! Ein interessanter Titel. Studierst du Tiermedizin?“ Ich antworte ihm: „Studieren kann man nicht sagen. Leider habe ich kein Abi. Ich bin Tierarzthelferin und arbeite in einem Tierheim. Der Tierarzt von dem Tierheim fragte mich ob ich nicht Lust hätte unter seiner Aufsicht Tiermedizin zu lernen. Ich habe dazu eben Lust. Aber, da wir in unserem Tierheim fast nur Hunde und Katzen haben, konzentriere ich mich auf diese beiden Arten. Es ist aber sehr schwierig habe ich festgestellt. Übrigens, das sind meine Eltern!“ Meine Eltern hatten die ganze Zeit zu uns hingesehen. Immerhin bin ich ihre einzige Tochter. Aber beide schauen freundlich zu uns hin.

Der junge Mann, Herbert, geht die paar Schritte zu meinen Eltern, reicht beiden die Hand und stellt sich vor. Dabei erfahren meine Eltern und ich, das er aus unserer Stadt kommt wo er in der Zahnklinik sein Pflichtjahr macht. Wir unterhalten uns noch etwas über eine Stunde, auch meine Eltern sind dabei, dann gehen wir zu unserem Campingwagen, während Herbert zu seiner Pension geht. Herbert und ich verabreden uns für den nächsten Tag wieder am Strand. Während meine Eltern und ich beim Essen sitzen meint meine Mutter: „Ein netter Mann. Das so was in unserer Stadt wohnt und wir ihn hier am Strand treffen, hätte ich nicht für möglich gehalten. Er hat glaube ich Interesse an unserer Gerda. Was meinst du Heinz?“ Mein Vater brummelt nur etwas vor sich hin. Meine Mutter und ich müssen Lachen. Aber so ist mein Vater, wenn ihm was gefällt brummelt er immer vor sich hin. Wir unterhalten uns noch bis wir endlich Schlafen gehen. Mein Vater hat im vorderen Bereich des Wohnwagens, hier ist die Essecke und die Sitzbänke kann man zum Bett umbauen, einen Vorhang eingebaut, so das ich vom Rest des Wohnwagens abgetrennt bin.

Am nächsten Tag kann ich es gar nicht erwarten wieder an den Strand zu kommen. Auch diesmal habe ich mein Buch dabei. Als ich ankomme, meine Eltern wollen erst in die Stadt und etwas einkaufen, breite ich meine Decke aus und lege mich darauf. Wieder fange ich an zu lesen, doch ich kann mich nicht konzentrieren. Immer wieder schaue ich von meinem Buch auf und schaue ob nicht Herbert zu sehen ist. Es dauert noch eine Stunde, dann sehe ich ihn. Ich vertiefe mich in mein Buch und tue völlig teilnahmslos. Doch im inneren freue ich mich. Wieder fällt ein Schatten auf mich. Dann höre ich ein lautes Lachen und Herbert sagt zu mir: „Guten Morgen Gerda. So wird das aber nichts mit dem Lernen. Du musst das Buch schon richtig herum lesen dann klappt es besser.“ Verdutzt schaue ich auf mein Buch, bekomme einen roten Kopf und muss anfangen zu Lachen. Ich halte das Buch verkehrt herum. Auch Herbert fängt an zu lachen, dann setzt er sich zu mir auf die Decke. Wir unterhalten uns so lange bis meine Eltern kommen. Besonders meine Mutter freut sich Herbert wieder zu sehen. Mein Vater brummelt wieder etwas, aber ich kann ihm ansehen das er zufrieden ist. Auch gehen Herbert und ich ins Wasser. Aber wir schauen auch gemeinsam in mein Buch. Er erklärt mir einige Begriffe und je mehr er mir erklärt, umso einfacher ist es für mich das Buch zu lesen.

Viel zu schnell geht die Woche um. Am Letzten Tag unseres Aufenthalt hier in Norddeich sage ich ihm das wir am nächsten Tag weiterfahren nach Büsum. Da meint Herbert: „Ich wollte dir auch gerade sagen, das es heute das letzte Mal ist, das wir uns hier sehen, da ich nach Büsum weiterfahren will. Ich treffe mich dort mit einem Kollegen. Dann können wir uns ja weiter treffen:“ Ich bin glücklich und zum ersten Mal kommen wir uns näher. Als ich zu meiner Mutter schaue sehe ich das sie ihren ausgestreckten Daumen nach oben hält, mein Vater ist nur breit am Grinsen. An diesem Abend bringt uns Herbert zu unserem Wohnwagen. Auch zum Essen bleibt er. Gegen 22.00 Uhr geht er wieder zu seinem Hotel nicht ohne zu versprechen, das wir uns in Büsum wieder treffen.

Am nächsten Morgen packen wir unsere Sachen und fahren nach Büsum. Während der Fahrt ist es am Regnen. Doch sobald wir in Büsum auf dem Campingplatz ankommen scheint wieder die Sonne. Nachdem wir alles eingerichtet haben, gehe ich zum Strand. Auch diesmal mit Buch. Ich setze mich auf meine Decke und fange an zu lesen. Doch ich kann mich nicht konzentrieren. Immer wieder schweifen meine Gedanken ab. Ich kann nur noch an Herbert denken, darum schaue ich die ganze Zeit über den Strand ob ich nicht Herbert sehe. Doch ich kann ihn nirgends sehen. Enttäuscht verlasse ich am Abend den Strand. Als ich an unserem Wohnwagen ankomme, kommt meine Mutter strahlend auf mich zu. Sie sagt: „Hallo Gerda! Endlich bist du da. Ich habe eine Überraschung für dich!“ Da ich meine Mutter kenne hebt sich sofort meine Stimmung. Noch mehr hebt sich meine Stimmung als ich in den Wohnwagen komme. Denn dort sitzt Herbert und trinkt mit meinem Vater eine Flasche Bier. Freudig begrüße ich Herbert. Wir sitzen noch mehrere Stunden zusammen, bis Herbert wieder geht. Er verspricht morgen am Strand zu sein.

Anderntags ist das Wetter nicht als gut zu bezeichnen. Ab und zu kommt ein Regenschauer herunter. Ich schnappe mir einen Regenschirm und gehe in Richtung Strand. Auf halben Weg kommt mir Herbert entgegen. Beide freuen wir uns zu sehen. Nach kurzer Überlegung was wir unternehmen entscheiden wir, einfach nur ein bisschen spazieren zu gehen. Als wir an dem kleinen Imbiss vorbei kommen der in der Nähe des Strandes ist, lädt mich Herbert zu einem Kaffee ein. Wir setzen uns in den Imbiss und trinken diesen, dann gehen wir weiter. Es ist erstaunlich wie viele Menschen hier Spazieren gehen. Auch gibt es ein paar unentwegte die im Meer baden.

Wir sind schon fast eine Stunde unterwegs als ich auf einmal meine, ein leises Jaulen zu hören. Sofort bleibe ich stehen und lausche. Herbert fragt was los ist. Ich winke ab. Da ist es wieder. Es war unzweifelhaft ein leises jaulen welches ich hörte. Langsam gehe ich auf den kleinen Wald zu der vor uns liegt. Wieder will Herbert etwas sagen, doch ich bitte ihn leise zu sein, wegen dem jaulen. Da war es wieder zu hören. Nun ging ich schneller. Auch Herbert hat das jaulen gehört. Er zeigt auf einen kleinen weg, der in den Wald führte. Gemeinsam gehen wir diesen weg. Immer wieder bleiben wir stehen, doch es ist kein jaulen mehr zu Hören. Trotzdem gehen wir langsam weiter und schauen hinter jeden Busch. Da hören wir beide das jaulen wieder. Es kommt von schräg links hinten. Sofort drehen wir um und verlassen den Weg. Wieder ist das jaulen zu hören. Es muss ganz dicht vor uns sein. Als wir um einen Busch kommen sehen wir woher das jaulen kommt.

Vor uns häng ein Hund mit einem Bein in einer Drahtschlinge. Man konnte sehen das der Hund versucht hat sich zu befreien, denn sein Fell ist rot vor Blut. Trotz seiner Misslichen Lage scheint er sich zu freuen als er uns sieht. Denn er fing an leise zu bellen. Ich bin entsetzt. Wer macht denn so was? Herbert reagiert sofort und läuft zu dem Hund. Vorsichtig hebt er ihn an, so das ich die Schlinge von seinem Bein entfernen kann. Vorsichtig legt Herbert den Hund auf den Boden und ich fange an ihn zu Untersuchen. Ich stelle fest, das das Bein des Hundes sehr schwer verletzt ist. Feststellen kann ich, eine tiefe Schnittwunde durch den Draht, der sicherlich auch die Sehnen in dem Bein verletzt hat. Diese Wunde ist stark am Bluten. Der Hund scheint auch Verletzungen an den Knochen zu haben. Wie ich durch tasten feststelle sind die Gelenke zumindest ausgerenkt.

Ich hole ein Taschentuch hervor und verbinde das blutende Bein. Auch Herbert holt sein Taschentuch hervor und gibt es mir. Auch dieses verwende ich als Verband. Doch noch immer reicht es nicht. Die wunde ist zu groß. Da zieht Herbert sein Hemd aus und gibt es mir mit den Worten: „Nimm das Hemd zum Verbinden. Sonst verblutet der Hund noch. Wer macht nur so was? Hier Drahtschlingen auszulegen. Da kann auch ein Kind reinlaufen. Ich werde nachher die Polizei informieren und wenn es sein muss, auch die Presse. Die stürzen sich auf so was. Jetzt komm! Der Hund muss zum Tierarzt!“ Er hebt den Hund hoch und geht sofort den Weg zurück den wir gekommen sind. Ich folge ihm. Als wir aus dem Wald heraus kommen, wissen wir erst mal nicht wohin wir uns wenden sollen. Von dort wo wir hergekommen sind, ist es nicht richtig. Da sind nur das Hotel und der Campingplatz. Also zur anderen Seite. Dort können wir Häuser erkennen. Also gehen wir so schnell wie möglich nach dort. Unterwegs kommt uns ein Mann entgegen der angezogen ist wie ein Fischer. Sofort spricht Herbert den Mann an und wir erfahren, das genau vor uns das Privathaus des Tierarzt ist. Es sind noch etwa 500 Meter bis dahin. Er fragt wo wir den mit dem Hund herkommen und schnell erzählt Herbert wie und wo wir den Hund gefunden haben. Der Mann fängt sofort an zu fluchen und meint, das er mit uns mit kommt. Zusammen laufen wir wieder los. Zwischenzeitlich nimmt der Mann den Hund auf den Arm. Als wir beim Tierarzt ankommen klingelt Herbert an der Tür. Doch keiner öffnet. Der Mann meint: „Hier nehmen Sie den Hund wieder. Ich gehe nach nebenan um zu telefonieren. Warten Sie hier, ich bin gleich wieder da. Ich rufe auch die Polizei an. Die soll auch nach hier kommen.“ Dann dreht er sich um und geht zum Nachbarhaus.

Nach fünf Minuten ist er wieder da. Auch ist ein Martinshorn zu hören. Gleichzeitig biegt ein Kadett um die Ecke und hält mit quietschenden Reifen. Heraus springt ein etwa 50jähriger Mann, der sich als Tierarzt vorstellt. Er fordert uns auf ihm zu folgen und zusammen gehen wir ums Haus zu einem Anbau. Dort hat er seine Praxis. Als wir den Anbau betreten, fordert er Herbert auf den Hund auf den Tisch zu legen. Er zieht noch schnell einen Kittel an, dann fängt er mit der Untersuchung an. In diesem Moment kommen zwei Polizisten in die Praxis und fragen den Fischer, ein solcher ist er, was los ist. Schnell klärt er die Beamten auf. Herbert bietet sich an ihnen die Stelle zu zeigen, wo wir den Hund gefunden haben. Die Beamten sind einverstanden und Herbert drückt mir noch einen Kuss auf die Wange, dann geht er hinaus. Trotz der ernsten Situation muss ich lächeln.

Noch immer untersucht der Arzt den Hund. „Ich muss das Bein röntgen. Dazu muss ich aber zu der Pferdeklinik fahren. Dort haben sie ein Röntgenapparat. Wollen Sie mitfahren? Fragt er mich. Sofort willige ich ein. Der Tierarzt legt den Hund in einen Korb, dann gehen wir gemeinsam zu seinem Auto. Ich steige auf der Beifahrerseite ein und er gibt mir den Korb. Dann schließt er die Tür und läuft um sein Auto. Er fährt sofort los und schon nach 10 Minuten haben wir die TK erreicht. Dort gehen wir gemeinsam in die Klinik. Sofort kommt ein Tierarzt und nimmt den Hund entgegen um ihn zu röntgen.

Nachdem dieses geschehen ist, kommt der Tierarzt mit den Aufnahmen in den Raum wo wir sind. Gemeinsam betrachten wir die Aufnahmen. Dann meint der Klinik-Tierarzt: „Ja, das Bein ist abgerissen. Das muss zumindest amputiert werden. Wenn sich kein Besitzer meldet, muss ich den Hund wohl einschläfern!“ Ich schaue ihn entsetzt an und fange langsam an mich aufzuregen: „Einschläfern kommt gar nicht erst in Frage. Bei uns im Tierheim wird so was operiert. Es gibt immer Möglichkeiten auch ein behindertes Tier zu vermitteln. Außerdem muss ja wohl erst nach Besitzern gesucht werden, bevor hier jemand mit der Spritze kommt. Solange kann man mit der OP nicht warten. Der Hund muss sofort Operiert werden und nicht tagelang vor sich hin vegetieren!“ Beide Tierarzt schauen mich erstaunt an. Dann fragt der Klinik-Tierarzt: „Von welchem Tierheim kommen Sie? Sagen Sie nichts! Ich weiß es. Mein Kollege aus xxxxx hat mir schon gesagt, das bei dem Tierheim das er betreut eine engagierte Pflegerin arbeitet, und diese lässt keine Einschläferung zu, solange noch der Hauch einer Chance besteht. Siehst du, Klaus, ich hatte Recht! Das ist die Dame!“ Während er das sagte, musste ich anfangen zu lächeln. Daraus schloss er, das ich aus besagtem Tierheim komme. Ich stimme seinen Ausführungen zu und er fragt mich ob ich bei der OP helfe. Diesem stimme ich zu.

Bevor die OP beginnt, kommt Herbert wieder. Er teilt mit, das der Kerl der die Schlingen gelegt hat auf frischer Tat ertappt worden ist. Auch habe sich schon der Besitzer des Hundes gemeldet. Es ist ein Urlauber aus dem Ruhrgebiet. In etwa einer Stunde ist dieser da. Der Klinik-Tierarzt schaut mich an, als ob ich die Verantwortung habe. Ich nicke nur mit dem Kopf, dann beginnt die OP. Als OP-Team fungieren: Der Klinik-Tierarzt, der Tierarzt, ein angehender Zahnarzt und ich.

Nach etwas über einer Stunde sind wir mit der OP fertig und gehen aus dem OP. Der Hund wird von einer Helferin in den Aufwachraum gebracht. Vor dem OP treffen wir auf ein älteres Ehepaar. Es sind die Hundebesitzer. Sofort fragen sie nach ihrem Hund und der Klinik-Tierarzt gibt bereitwillig Auskunft. Die Besitzer sind über Glücklich das ihr Hund noch lebt und werden nach einigen Minuten zu ihrem Hund geführt. Der Tierarzt, Herbert und ich verabschieden uns und fahren wieder zum Haus des Tierarzt. Dort verabschieden sich Herbert und ich und wir beide gehen wieder zum Campingplatz. Dort warten meine Eltern und wir erzählen die Geschichte, da sie sich schon Sorgen gemacht haben. Nicht nur um Mich, sondern auch um Herbert. Ich glaube ich habe eine gute Wahl getroffen.

Auch nach Beendigung des Urlaubes treffe ich mich täglich mit Herbert. Nach ein paar Wochen bekam ich einen Brief von den Hundebesitzern. Dem Hund gehe es sehr gut. Trotz nur noch drei Beinen, tobt er wie immer mit seinen Hundefreunden aus der Nachbarschaft. Sie bedankten sich überschwänglich bei Herbert und mir und laden uns beide zu sich ein. Ein Jahr später fahren Herbert und ich für ein Wochenende ins Ruhrgebiet und besuchen den Hund. Dieser scheint uns wieder zu erkennen, denn er freut sich riesig als er uns sieht. Während der zwei Tage die wir dort sind, weicht er nicht von unserer Seite. Als wir wieder fahren ist der Hund am Weinen. Noch lange bekam ich Post von den Besitzern. Herbert und ich heirateten ein paar Jahre später. Beide wollten wir es so. Herbert wollte erst seine Praxis aufbauen und ich erst meinen Lehrgang zu Ende bringen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #193
Huhu,

ich kann mich nur immer wieder, bei Gerda und Dir, für die schönen Geschichten bedanken.

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  • Post aus Bayern Beitrag #194
Meine letzte Operation!

Jetzt bin ich schon seit drei Jahren, aus gesundheitlichen Gründen, nicht mehr Tierheim-Leiterin meines Tierheim. Jedoch gehe ich jeden Samstag zusammen mit meinem Mann Herbert zum Tierheim. Dort kümmere ich mich um die Hunde und Katzen. Mit den Hunden gehe ich spazieren, soweit wie ich das kann, und mit den Katzen spiele ich. Gleiches macht mein Mann Herbert. Hunde und Katzen warten jeden Samstag auf mich und sobald mich die Hunde sehen fangen diese vor Freude an zu Bellen. Dann kann man auch das Miauen der Katzen hören. Ich freue mich jedes Mal auf das Begrüßung Konzert der Tiere.

So auch an diesem Samstag. Es sind nur 1,5 Kilometer bis zum Tierheim und mit Hilfe meines Stockes habe ich fast keine Schwierigkeiten bei dem Weg. Herbert und ich sind noch etwa 500 Meter vom Tierheim entfernt, als uns etwas auf dem Gehweg auffällt. Dort liegt ein schwarzer Klumpen. Noch können wir nicht erkennen was es ist. Herbert meint: „Da hat wohl ein Pferd seine Hinterlassenschaften liegen gelassen. Nur komisch, das es nur ein Klos ist.“ Er sagt tatsächlich Klos und ich muss lachen.
Beim näher kommen erkenne ich was es ist. Es ist ein Tier! Um welches es sich handelt kann ich noch nicht erkennen. Aber auch Herbert erkennt das Tier. Sofort läuft er schneller, so das ich nicht folgen kann. Nachdem er das Tier erreicht hat ruft er: „ Es ist eine kleine Katze! Sie lebt noch! Aber wie lange noch kann ich nicht erkennen. Da bist du der Spezialist!“ Als ich endlich bei ihm ankomme sehe ich eine Katze vor mir liegen. Diese ist höchstens eine Woche alt, da die Augen noch geschlossen sind. Sofort kümmere ich mich um das Kitten und bitte meinen Mann zu suchen ob noch weitere Kitten hier irgendwo sind. Sofort macht er sich auf die Suche und schon nach kurzer Zeit bringt er zwei weitere Kitten. Er sagt: „Dahinten liegen noch drei Kitten. Aber die sind tot. Auch die Mutter liegt dort. Ich sage dir besser nicht, wie die aussieht!“ Ich verstehe ihn auch ohne das er mir näheres erklärt. Ich fange vor Wut an zu zittern und Herbert legt mir seine Hand auf die Schulter. Das beruhigt mich immer.
Da ich auch jetzt meine Notfalltasche dabei habe, forme ich ein Nest aus Mullbinden und lege die drei kitten darein. Nun muss ich nur noch eine Unterlage finden um das Nest zu transportieren. Aber mein Mann kommt schon wieder aus dem Busch hervor. Er hat einen alten Hundekorb in der Hand und darin legen wir das Nest. Dann nimmt er es hoch und zusammen gehen wir so schnell wie ich kann zum Tierheim. Ab und an ist ein schwaches Mauzen der Kitten zu hören. Mit Sicherheit haben sie Hunger. Da auch mein Gedächtnis seit meiner Krankheit nicht mehr richtig funktioniert, ich vergesse alles was aktuell älter ist wie ein paar Tage, aber mein Wissen vor dem Schlaganfall ist noch zu hundert Prozent da, mache ich mir Gedanken darüber ob es eine Katzenmutti im Tierheim gibt. Doch so sehr ich mich auch anstrenge, mir fällt es nicht ein. Also frage ich meinen Mann: „Herbert, du weißt es mit Sicherheit. Gibt es im Tierheim Katzen-Muttis?“ Er antwortet: „Letzte Woche wurde davon gesprochen, das es bald Katzen Nachwuchs geben wird. Aber ob der schon da ist, das weiß ich auch nicht. Ich hoffe es aber.“ Ich fluche vor mich hin weil ich nicht schneller kann. Für die 500m zum Tierheim brauchen wir mindestens eine halbe Stunde. Das ist einfach zu lange, was ich auch Herbert sage.
Nachdem wir noch ein paar Meter gegangen sind, sehen wir ein Taxi von vorne uns entgegen kommen. Sofort geht mein Mann an den Straßenrand und fängt an zu winken. So wie es aussieht macht der Fahrer aber keine Anstalten anzuhalten. Erst als Herbert auf die Fahrbahn tritt bremst der Fahrer des Taxis. Als er steht, springt der Fahrer aus dem Wagen und fängt fürchterlich an zu schreien. Auch geht er mit geballten Fäusten auf Herbert zu. Ich gehe zu Herbert und stelle mich neben ihn. Trotzdem ist er immer noch am Schreien, jedoch ist er stehen geblieben. Auf einmal ist er ruhig. Er hat den alten Hundekorb gesehen und auch das sich in dem Korb etwas bewegt. Ganz ruhig sagt er: „Sie sind wohl verrückt oder was? Einfach auf die Straße laufen. Ich habe sie winken sehen, aber ich darf hier in diesem Gebiet keine Fahrgäste aufnehmen. Meine Konzession gilt hier nicht. Aber ich versuche gern über meine Zentrale ein Taxi aus diesem Ort zu bekommen. Was ist denn in dem Korb?“ Er tritt einige Schritte näher und kann nun die kleinen Kitten in dem Korb erkennen. „Wo ist denn die Mutter. Wollen Sie die etwa Aussetzen?“ Sofort nimmt er wieder eine drohende Haltung ein. Doch ich sage schnell: „Keine Sorge! Wir haben die Kleinen selbst gefunden und sind unterwegs zum Tierheim. Nur kann ich wegen meiner sch…. Behinderung nicht schneller gehen. Darum hat mein Mann Sie angehalten. Wir müssen auf dem schnellsten Weg ins Tierheim. Dort kann ich den Katzen helfen. Bitte, wir müssen sofort da hin!“ Nur ganz kurz überlegt der Fahrer, dann sagt er: „Kommen Sie! Das ist schließlich mein Wagen und meine Zentrale braucht das nicht zu erfahren.“ Schon hastet er wieder zu seinem Wagen und öffnet die Beifahrertür. Herbert setzt sich auf den Sitz während ich hinten einsteige.

Sofort fährt der Wagen wieder los um in den nächsten Weg einzubiegen. Dort wendet er und fährt in Richtung Tierheim. Doch schon nach wenigen Metern geht hinter uns ein Blaulicht an. Wieder flucht der Fahrer: „Jetzt auch noch die Polizei! Dabei haben wir es eilig. Soll ich weiterfahren oder anhalten?“ fragt er Herbert. Der sagt nur „Anhalten“ und schon fährt der Fahrer an den Seitenrand. Er stellt den Motor aus und öffnet die Scheibe auf seiner Seite. Einige Augenblicke später steht ein Polizist neben dem Wagen und verlangt Führerschein, Fahrzeugpapiere und die Konzession. Alles gibt unser Fahrer dem Beamten, gleichzeitig sagt er: „Ich muss sofort mit den beiden ins Tierheim. Die haben drei ganz kleine Katzen gefunden. Das ist ein Notfall!“ Der Beamte sagt nur: „Ja, ja. Die Ausrede kennen wir schon. Sie haben Passagiere…“ In diesem Moment wird der Beamte von seinem Kollegen zur Seite geschoben und ein anderer Beamter schaut in den Wagen. Als er meinen Mann und mich erkennt sagt er: „ Hallo Gerda, hallo Herbert. Als ich den Fahrer hörte habe ich es mir schon gedacht, das ihr beide es seid. Schließlich geht ihr hier jeden Samstag zum Tierheim. Was ist denn los?“ Schnell erklärt Herbert was los ist und schon kommen die Kommandos des Beamten, der Klaus heißt. Ich kenne ihn schon seit zehn Jahren. Oft war er schon mit seiner Frau bei uns im Haus und wir bei ihm.
„Papiere zurück, vor das Taxi setzen und mit vollem Konzert zum Tierheim. Beeile dich Werner, das ist wirklich ein Notfall!“ und schon läuft er wieder zum Streifenwagen. Der andere Beamte gibt die Papiere zurück und eilt ebenfalls zu dem Streifenwagen. Kurz darauf setzt er sich vor unser Taxi und fährt mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn vor uns her. Der Taxifahrer ist sehr dicht aufgefahren so das wir jedes Fahrzeug das an die Seite fährt mit überholen können. Auch hat unser Fahrer die Warnblinkanlage eingeschaltet. Schon nach kurzer Zeit sind wir im Tierheim. Der Streifenwagen fährt direkt zum Katzenhaus und auch das Taxi hält dort. Sofort steigt mein Mann aus dem Wagen und geht ins Haus, während der Taxifahrer mir aus dem Wagen hilft. Dann gehe ich auch ins Haus.

Im Behandlungsraum liegen die drei Kitten schon auf dem Behandlungstisch. Mein Mann reicht mir ein Stethoskop und ich höre die drei ab. Auch der Taxifahrer und die beiden Beamten sind mit in den Raum gekommen. Klaus erzählt gerade seinem Kollegen und dem Fahrer wer ich bin, so entnehme ich zumindest den Wortfetzen die ich mitbekomme. Doch dieses interessiert mich nicht, sondern es sind nur die drei kleinen für mich wichtig. Ich untersuche sie weiter und stelle fest, das die drei keine Verletzungen haben, nur einen sehr großen Hunger. Das sage ich auch zu Herbert und schon ist er aus dem Raum um einen Mitarbeiter zu finden. Kurze Zeit später kommt er mit Bernd zurück. Bernd ist ein Mitarbeiter des Tierheim, den ich schon aus meiner Zeit kenne. Als er mich und die kleinen sieht, sagt er nur: „Bin gleich zurück!“ und schon ist er wieder aus dem Raum. Eine Minute später ist er wieder da und bringt in einem Katzenkorb eine Katze mit. Diese stellt er auf den Behandlungstisch und sagt dabei: „Das ist Mimi! Sie hat heute Nacht ihre Kitten geboren. Doch sind leider alle bei der Geburt gestorben. Vielleicht nimmt sie ja die Kitten an.“ Bei diesen Worten nimmt er eins der Kitten und lässt Mimi an diesem Schnuppern. Mimi schaut aber erst Bernd an, dann mich. Dieser Blickkontakt dauert etwa 30 Sekunden, dann legt sie sich auf die Seite und lässt sich das Kitten anlegen. Auch die anderen beiden werden angelegt und alle drei fangen sofort an zu saugen. Die Mutti schaut mich an. Ich meine Dankbarkeit neben Trauer in ihrem Blick zu erkennen. Ich streichele ihr über den Kopf und sie fängt an zu schnurren. Als sie nach meiner Hand greift gebe ich ihr diese und sie fängt an, an meinem Finger zu knabbern. Die Katze ist glücklich das sie Kitten hat, wenn es auch nicht ihre eigenen sind.

Alle in dem Raum sind irgendwie froh, das alles so einen guten Ausgang genommen hat. Bis Bernd die Stille unterbricht: „Gerda, wir haben noch einen Notfall hier. Leider ist der Doc unterwegs und vor zwei Stunden ist er nicht wieder da. Würdest du dir den Hund Mal anschauen. Er hat zwar schon eine Schmerzstillende Spritze bekommen aber er jault immer noch:“ Natürlich sage ich zu und gehe zusammen mit Bernd zu dem Hund, der sich in einem Nachbarraum befindet. Auch die anderen gehen mit.

In dem Raum liegt ein Bernhardiner und jault leise vor sich hin. Bernd sagt noch: „Sei vorsichtig Gerda! Wir haben den Hund aus dem Stadtpark. Schon da ließ er keinen an sich ran. Er hat um sich gebissen. Wir mussten ihn erst mit einem Pfeil betäuben, damit wir ihn hier hin kriegen. Jetzt ist er wieder wach und ich weiß nicht was er jetzt macht. Soll ich ihn wieder Betäuben?“ Ich sage zu ihm: „Ich glaube das ist nicht nötig. Aber halte dich bereit!“ Dann gehe ich auf den Bernhardiner zu. Dabei rede ich mit ihm und als ich vor ihm stehe gebe ich meinen Stock an jemanden der neben mir steht. Sehr langsam gehe in die Hocke. Mein Mann hilft mir dabei. Die ganze Zeit bin ich mit dem Hund am Reden und er schaut mich aufmerksam an. Ich erkläre ihm, das ich ihn untersuchen muss, damit er seine Schmerzen los wird. Ich lasse mir von Bernd ein Stethoskop geben und lasse den Hund daran schnuppern. Auch an meiner Hand darf er Schnuppern. Anschließend höre ich den Hund ab. Doch ich kann nichts Ungewöhnliches feststellen. Anschließend taste ich den Hund vorsichtig ab. Da ich meinen linken Arm nicht richtig gebrauchen kann, mache ich das nur mit rechts. Ich fange an seinem Kopf an und arbeite mich langsam über seinen Körper. Erst als ich seine linke Vorderpfote abtaste fängt er lauter an zu jaulen. Auch knurrt er mich an. Ich rede mit dem Hund und nach kurzer Zeit beruhigt er sich. Nochmals taste ich seinen Vorderlauf ab. Anscheinend hat er einen Trümmerbruch der Vorderpfote. Doch nur eine Röntgenaufnahme kann Klarheit schaffen. Das sage ich auch zu Bernd. Der holt eine große Trage und zusammen mit den Beamten und dem Taxifahrer wird der Hund auf die Trage gelegt. Mein Mann hilft mir beim Aufstehen. Anscheinend hat der Hund begriffen, das ihm geholfen werden soll, denn er ist nicht mehr am knurren. Zusammen bringen die Männer den Hund in den Röntgenraum wo sie ihn auf den Tisch legen. Ohne meinen Stock gehe ich hinterher und bereite den Hund vor. Dann mache ich drei Aufnahmen. Während die Männer den Hund wieder ins Behandlungszimmer bringen, entwickle ich die Aufnahmen. Nachdem die Aufnahmen am Betrachtungsschirm befestigt sind tritt auch mein Mann zu mir: „Das sieht aber gar nicht gut aus. Da scheint irgendwas über das Bein gefahren zu sein. Der Knochen ist ja richtig zermalmt. Ich glaube da kann man nur Amputieren.“ Leider muss ich ihm Recht geben. Den Knochen wieder richten ist unmöglich.

Mir kommen die Tränen. Da ist ein schwer verletzter Hund und ich kann ihm wegen meiner linken Hand nicht helfen. Da nimmt mich mein Mann in den Arm. Ganz fest drückt er mich und sagt: „Nicht weinen Gerda! Ich werde deine linke Hand ersetzen, dann wird es schon klappen. Außerdem ist auch noch Bernd da. Mit Sicherheit packt er an.“ „Natürlich! Das schaffen wir zusammen schon. Ich sehe da kein Problem Gerda!“ antwortet Bernd. Alle gehen wir um uns die Hände zu waschen. Dann beginnen wir die OP. Diese dauert zwar länger als sonst. Aber sie klappt. Wo ich meine zweite Hand brauche, hilft mein Mann aus. Wenn eine dritte Hand gebraucht wird, ist Bernd zur Stelle. Die beiden Beamten und der Taxifahrer können nur staunen. Dann sind wir fertig. Die OP hat fast zwei Stunden gedauert und noch immer ist der Tierarzt nicht da.

Als wir uns die Hände waschen fällt mir auf, das die beiden Beamten nicht mehr da sind. Nur der Taxifahrer ist noch da. Er sagt zu uns: „Die beiden sind etwa 15 Minuten nach Beginn der OP gefahren. Sie kommen aber noch mal wieder um sich nach dem Hund zu erkundigen. Ganz ehrlich? So was habe ich noch nie gesehen. Ich meine nicht die OP. Sondern die Zusammenarbeit. Als wenn sie das schon seit Jahrzenten machen. So, ich muss nun los. Die Zentrale wird wohl schon verrücktspielen, denn seit zwei Stunden bin ich überfällig.“ Herbert will noch die Fahrt bezahlen, doch der Fahrer winkt ab und fährt davon. In diesem Moment kommt der Tierarzt auf das Gelände gefahren. Sofort springt er aus dem Auto und ist auch sofort im Behandlungszimmer. „Hallo Gerda, Hallo Herbert! Wo ist der Hund?“ will er wissen. Wir treten zur Seite und er kann den operierten Hund sehen. „Das gibt es nicht! Hast du Gerda...?“ Er ist sprachlos und wir klären ihn auf. Stumm drückt er uns dreien die Hand. Dabei schüttelt er immer wieder mit seinem Kopf.

Nachdem der Hund von den drei Männern in den Nebenraum gebracht ist, in dem liegt auch die Katzenmutti mit den drei Kitten, setzen wir uns zusammen und trinken erst mal eine Tasse Kaffee. Dabei unterhalten wir uns über die OP, aber auch über die drei Kitten. Anschließend gehe ich zusammen mit dem Tierarzt noch mal zu den Tieren. Der Bernhardiner ist schon wieder wach. Als ich ihn streichele, schleckt er an meiner Hand. Auch die Katze bekommt Streicheleinheiten. Ich sehen in ihren Augen, das sie geweint hat. Aber nicht vor Trauer, sondern vor Freude. Auch sie knabbert an meiner Hand.

Als mein Mann und ich am nächsten Samstag wieder ins Tierheim kommen, läuft der Bernhardiner schon wieder herum. Um seinen Beinstumpf hat er eine stabile Leder Manschette. Aber er tritt mit dem Bein nicht auf. Auch der Katzenmutti mit den kleinen geht es gut. Die kleinen sind schon richtig gewachsen. Das werden richtige Prachtkatzen. Ich bin mir ganz sicher. Bernd teilt uns mit, das Hund und Katzen sich schon angefreundet haben. Er hat schon versucht die Katzen in einen anderen Raum zu bringen, aber dann kommt Protest auf. Also sind sie noch zusammen. Einige Monate später werden alle fünf zusammen vermittelt und kamen auf einen großen Gutshof, wo sie es sehr gut haben.

Ich habe nie wieder eine Operation an einem Hund oder einer Katze durchgeführt.

Kurze Zeit später hat Bernd seine Prüfung zum Tierarzt Helfer abgelegt. Er wollte zwar immer auch die andere Prüfung ablegen, wie ich sie habe, aber der Stoff war ihm doch zu schwer. Gelernt hat er immer. Auch sein Wissenstand war sehr hoch. Etliche Jahre später zog er der Liebe wegen, in den Norden. Gehört habe ich, das er dort ein Tierheim leitet. Ich wünsche ihm viel Glück!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #195
Urlaub in Bayern
Endlich Urlaub. Zusammen mit meinem Mann Herbert verbringe ich meinen Urlaub in Bad Tölz. Heute ist unser 20te Hochzeitstag. Mein Mann hat für den Abend einen Tisch in einem sehr teuren Restaurant bestellt. An unseren Hochzeitstagen leisten wir uns immer diesen Luxus. Ansonsten reicht uns auch das Essen in einem Schnellimbiss oder im Restaurant um die Ecke. Herbert sagt immer: „Lasse uns lieber für unser Rentendasein sparen. Dann brauchen wir auch nicht auf unseren Urlaub verzichten. Außerdem können wir dann auch öfters in Urlaub fahren und uns trotzdem noch was leisten.“ Ich weiß, das Herbert recht hat. Er verdient als Zahnarzt zwar nicht schlecht, aber sparen für später ist nie verkehrt. Unsere Tochter ist nicht mit in den Urlaub gefahren. Sie wollte diesmal zu Hause bleiben und erst wenn wir wieder zurück sind für ein paar Tage mit ihrem Freund an die Ostsee. Sie ist immerhin schon 18 Jahre alt und weiß wie sie sich verhalten muss. Aus diesem Grund haben wir auch zugestimmt. Außerdem ist ihr Freund auch in Ordnung. Das einzige was mich bei ihrem Urlaub stört, ist das sie nur ein Zimmer bestellt haben. Immerhin sind in dem Zimmer zwei einzelne Betten. Aber so ist die Jugend. Schließlich war ich auch mal jung.

Es ist Mittagszeit und wir verlassen unser Hotel. Wir wollen ein bisschen Spazieren gehen. Wie immer habe ich meine Notfalltasche dabei. Herbert hat zwar leicht genörgelt das ich sie jetzt mitnehmen wollte aber er weiß das ich nicht ohne Tasche irgendwo hingehe. So gehen wir durch die Stadt. Besichtigen alles was es an einem Nachmittag zu besichtigen gibt. Auf einmal sagt Herbert zu mir: „Sag mal Gerda! Hast du schon gemerkt das uns die Leute so komisch ansehen? Habe ich was an mir, oder ist meine Hose kaputt? Bei dir ist alles in Ordnung, das habe ich schon Kontrolliert. Aber was haben die Leute?“ Auch mir war das schon aufgefallen und ich habe mir meine Gedanken gemacht. Also antworte ich: „Beim nächsten mal fragen wir einfach!“ Schon fällt mir eine ältere Dame auf, die uns neugierig mustert. Ich gehe zu ihr hin und stelle sie zur Rede! Sie antwortet mir anscheinend ganz ehrlich: „Jo mei! Hier laufen oft in der Hauptreisezeit die nun mal heuer ist, Rettungssanitäter durch die Stadt. Aber einen Tierarzt der durch die Stadt geht, haben wir auch noch nicht gesehen. Sie scheinen auch nirgends gezielt hin zu wollen, denn dann würden Sie schneller laufen und nicht bummeln. Man kann sagen das Sie eine Aktration sind. Oder sind Sie keine Tierärzte?“ Nun muss ich Lachen und antworte: „Das es das ist habe ich mir schon gedacht. Mein Mann ist Zahnarzt und ich Leiterin eines Tierheimes. Und die Tasche trage ich jedes Mal mit mir herum, wenn ich aus dem Haus gehe. Die ist schon mit meiner Schulter verwachsen. Danke für Ihre Ehrliche Antwort!“

Wir gehen weiter und ich drehe die Tasche um, so das das Veterinärzeichen nicht mehr zu sehen ist. Jedoch habe ich dabei nicht beachtet, das auf der Rückseite ein kleineres Zeichen ist. Auch das kann man gut erkennen. Zwar nicht mehr aus etwas weiterer Entfernung, aber aus zwei, drei Metern kann man es trotzdem erkennen. So schlendern wir beide weiter. Ab und zu schaut uns zwar noch immer jemand hinterher, aber es ist besser wie vorher. Gegen 16.00 Uhr beschließen wir, langsam zum Hotel zurück zu gehen. Bis dahin ist es Fußmarsch von etwa einer halben Stunde.

Wir haben noch etwa 5 Minuten zum Hotel da kommt uns ganz aufgereckt die Dame von vorhin entgegen. „Ah, gut das ich Sie wiederfinde. Kommen Sie schnell! Da vorne sind ein Hund und eine Katze. Beide sehen arg aus. Beide sind am Bluten. Ob sie gekämpft haben weiß ich nicht. Ich glaube es aber nicht, weil ich die beiden schon öfters gesehen habe.“ Sofort gehen wir mit der Dame mit. Sie geht durch mehrere Gassen und dann kommen wir auf eine Freifläche. Es scheint ein verwildertes Grundstück zu sein. Dort führt sie uns zu einer Mauer wo die beiden Tiere liegen. Ich sehe sofort das beide am Bluten sind. Aber nicht an Stellen die normalerweise Bluten wenn Tiere kämpfen, sondern nur im hinteren Drittel der Tiere. Irgendetwas anderes muss sie verletzt haben. Sofort gehe ich in die Hocke. Der Hund schaut mich leise Jaulend an, auch die Katze schaut mich an. Da sagt Herbert: „Kümmere dich um die Katze! Ich nehme den Hund!“ Dann bückt er sich schon nach dem Hund und streichelt diesem zunächst über den Kopf. Auch ich streichele die Katze und trotz ihrer Verletzung fängt sie an zu Schnurren. Ich sage noch schnell zu der Dame, das sie die Polizei holen soll, dann Konzentriere ich mich auf die Katze. Als ich die Wunde genauer untersuche stelle ich fest, das es sich um eine Schnittwunde handelt. Es ist aber keine Schnittwunde die man sich holt wenn man durch eine Glasscheibe springt. Nein, diese Schnittwunde verläuft quer über den Rücken. Ich fange fürchterlich an zu fluchen und auch Herbert flucht. Bei dem Hund ist es dasselbe! Jetzt ist Schnelligkeit gefragt. Zunächst frage ich meinen Mann wie es aussieht. Er antwortet: „ Anscheinend sind keine Lebenswichtigen Sachen verletzt. Es ist nur eine Schnittwunde. Ein bisschen Nähen und dann ist alles klar.“ Bei der Katze ist es genauso. Schnell öffne ich meine Tasche und hole aus dieser Pflaster hervor. Naht um die Wunde zu nähen habe ich nicht dabei. Ich nehme mir aber vor das sofort nach Ende unseres Urlaubes zu machen. Ich drücke die Schnittwunde fest zusammen und klebe dann das Pflaster auf die Wunde. Da ich das Pflaster quer zur Schnittwunde aufklebe, wird die Wunde nun zusammen gepresst. Ich klebe noch vier weitere Pflaster genauso auf. Auch Herbert macht es genauso bei dem Hund.

Als ich hochblicke ist die Dame wieder da. Neben ihr stehen zwei Polizeibeamte. Sie wollen wissen was los ist. Nachdem ich es ihnen erklärt habe, fangen beide an zu fluchen. Dann fragen sie wie sie helfen können. Ich antworte: „Die beiden müssen schnellstens in Ärztliche Behandlung. Die Wunde muss richtig genäht werden. Die Pflaster reichen nicht!“ „Wir können sie zu einem Tierarzt bringen. Der hat seine Praxis nur einige hundert Meter von hier entfernt. Allerdings ist der schon über 60 und kann nicht mehr richtig sehen. Seine Praxis betreibt er darum nicht mehr. Aber vielleicht kann er helfen.“ meint einer der Beamten. „Ist egal! Wenn es nicht anders geht operiere ich!“ antworte ich ihm. Sofort gehen wir zum Einsatzwagen. Herbert hat den Hund auf dem Arm und einer der Beamten die Katze. Als wir bei dem Wagen ankommen, es ist ein Bulli, steigen wir in den Wagen ein und sofort setzt sich der Wagen in Bewegung. Schon nach kurzer Zeit sind wir bei der Praxis. Sofort springt einer der Beamten aus dem Wagen und klingelt an der Tür. Diese wird nach kurzer Zeit geöffnet und wir können sehen wie der Beamte mit dem Mann spricht. Dann winkt der Beamte und wir steigen aus dem Bulli. Herbert hat wieder den Hund auf dem Arm und der zweite Beamte trägt die Katze.

Als wir die Praxis betreten grüßen wir den Mann. Er stellt sich vor und sagt: „Guten Tag. Ich bin Dr. ffffff. Leider kann ich nicht mehr richtig sehen. Aber ich werde helfen so gut wie ich kann. Alle Geräte und Medikamente habe ich noch da. Der Polizist sagte mir, das sie operieren werden. Das ist gut, das ist sogar sehr gut! Machen Sie nur Frau Kollegin! Der Polizist sagte mir, das die Katzen Schnittwunden haben. Höchstwahrscheinlich von einem Messer? Machen Sie mal, es wird schon was. Die beiden kenne ich im Übrigen. Die gehören Frau LLLLLL. Ich werde sie anrufen!“ Damit geht er zum Telefon und greift zum Hörer. Ich schaue schnell in die Hängeschränke und habe schon bald die Medikamente gefunden die ich brauche. Auch Nahtmaterial, Nadeln und Spritzen habe ich gefunden.

Zunächst fange ich mit der Katze an. Ich setze eine leichte Narkose, reinige die Wunde und nähe diese. Dazu sind 15 Stiche notwendig. Anschließend lege ich noch einen Verband an. Dann legt Herbert, nachdem die Katze in einem Korb gelegt worden ist, den Hund auf den Tisch. Hier verfahre ich genauso wie bei der Katze. Bei dem Hund sind sogar 18 Stiche nötig um die Wunde zu schließen. Auch er bekommt einen Verband.

Als ich aufschaue sehe ich eine Frau im mittleren Alter auf der anderen Seite des Tisches stehen. Sie schaut mich fragend an. „Die beiden sind jetzt erst mal versorgt. Die Schnittwunden sind gereinigt und genäht. Jetzt dürfen sie für mindestens drei Wochen nicht nach draußen. Mindestens alle zwei Tage muss der Verband gewechselt werden. Das erste Mal aber schon Morgen. Ich nehme an hier in Bad Tölz gibt es noch einen Tierarzt. Melden Sie sich am besten noch heute an, ansonsten morgen früh. Entschuldigung, ich bin Gerda XXXX.“ Damit reiche ich ihr die Hand. Sie bedankt sich bei mir und fragt: „Können Sie nicht die Nachsorge machen? Dann brauche ich keinen anderen Tierarzt suchen!“ Ich muss lächeln, dann erkläre ich ihr das wir nur Touristen sind und schon am Samstag wieder fahren.

„Schade! Dann gehe ich doch zu Dr. GGGGG, oder was meinst du Papa?“ stellt sie die Frage an den alten Tierarzt. Dieser stimmt zu, dann wendet er sich an mich: „Frau XXXX, ich kann mich auch nur bedanken! Ich hätte diese OP gar nicht mehr machen können. Die Nadel, geschweige das Nahtmaterial hätte ich gar nicht gesehen. So müssen eine gute TÄ sein, so wie Sie das alles gemacht haben. So schnell und so ruhig. Wie Oft haben Sie schon Schnittwunden behandelt und in welcher TK arbeiten Sie?“ Nun muss ich Lachen und auch Herbert kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Dann kläre ich den Tierarzt und alle anderen Anwesenden in dem Raum darüber auf, das ich keine TÄ bin sondern Leiterin eines Tierheim. Auch zeige ich meine Sondergenehmigung.

Anschließend sage ich: „Jetzt müssen mein Mann und auch ich aber los. Heute ist unser Hochzeitstag und wir haben einen Tisch bestellt im YYYYYY. Zuvor müssen wir uns aber Umziehen. Also Auf Wiedersehen!“ Damit reiche ich allen die Hand und auch Herbert verabschiedet sich. Dann gehen wir schnell zu unserem Hotel. Wir duschen schnell und machen uns Landfein. Danach gehen wir in das Restaurant und haben noch einen schönen Abend.

Noch zwei Mal besuche ich Hund und Katze. Auch bei dem behandelnden Tierarzt bin ich gewesen. Wir haben uns lange unterhalten. Bevor wir wieder nach Hause gefahren sind, besuchte ich die beiden Tiere noch mal. Ihnen ging es Ausgezeichnet. Dabei erfahre ich auch, warum die Tiere auf dem Grundstück waren. Bevor die Besitzerin umgezogen ist, hatte sie in dem Haus das dort vorher stand, gewohnt. Ich habe ihr empfohlen einen Teil des Gartens Ausbruchsicher zu machen, damit so was nicht noch Mal vorkommt. Sie fand das eine gute Idee.

Vier Wochen später erhalte ich einen Anruf von der Besitzerin. „Hallo Frau XXXXX! Den beiden geht es Ausgezeichnet. Ich kann Ihnen gar nicht genug Danken! Auch habe ich einen großen Teil des Gartens Ausbruchssicher machen lassen. Zunächst haben die beiden gemeckert, aber jetzt sind sie glücklich. Sie wollen gar nicht mehr weg.“ Wir reden noch etwa eine halbe Stunde zusammen, dann legt sie auf.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #196
Weihnachten 1968
Ich sitze hier im Bereitschaftsraum. Momentan lese ich in einem Buch über werdende Mütter. Denn ich bin im 3.ten Monat. Was man alles beachten soll ist teilweise ganz schön komisch. Unter anderem steht dort, das man in der Schwangerschaft sehr vorsichtig beim Kontakt mit Tieren sein soll. Denn Tiere sind Krankheitsüberträger. Gut und schön. Aber ich arbeite in einem Tierheim und habe folglich immer Kontakt mit Tieren. Meinen Arzt habe ich natürlich gefragt, wegen der Gefährdung. Aber der hat nur ab gewinkt und meinte, das ich mich nur nicht beißen lassen soll, dann passiert auch nichts. Und wenn ich doch mal gebissen werde, dann hätte ich ja seine Telefon Nummer.
Ich schaue auf die Uhr. Es ist 20.40 Uhr an diesem 24. Dezember. Ich überlege ob ich nicht meinen Mann anrufe. Doch ich entscheide mich dagegen. Er hat heute Nacht den Zahnärztlichen Notdienst und hat vor einer Stunde gesagt, das mehrere Patienten sich angemeldet haben. Sobald diese abgefertigt sind, will er sich melden. Also entschließe ich mich einen Rundgang durchs Tierheim zu machen. Ich ziehe meine Winterjacke an und nehme die Taschenlampe an mich. Dann verlasse ich den Raum.
Da der Bereitschaftsraum im Katzenhaus ist, kontrolliere ich zunächst das Katzenhaus. Hierbei ist nur wichtig, das die Fenster geschlossen sind. Auch die Ausgänge aus dem Haus müssen verschlossen sein. Nicht, weil die Katzen abhauen könnten, sondern aus Vorsicht vor Einbrechern. Als alles Kontrolliert ist, verlasse ich das Haus um zum Hundegehege zu gehen.
Als ich die Tür abschließe, höre ich jemand rufen. Ich drehe mich um und sehe einen Mann am Eingangstor zum Tierheim stehen. Er hat mich gerufen. Da das Tor verschlossen ist, kann er nicht herein. Ich gehe in Richtung des Tores. Beim näher kommen erkenne ich, das es sich um einen Landstreicher handeln muss. Er hat ein Fahrrad dabei und dieses ist schwer beladen. Als ich bei ihm bin begrüße ich ihn zunächst und reiche ihm durch die Gitter des Tores meine Hand. Ganz erstaunt reicht er mir seine Hand. Dann fängt er an zu erzählen:

„Ich bin unterwegs zu meinem Bruder der einen Kilometer von hier entfernt wohnt. Dort bleibe ich immer über Weihnachten. Heute habe ich mich ein bisschen verspätet, aber das liegt an meinem Hund. Etwa einen Kilometer von hier ist er auf einmal in ein Gebüsch gerannt und fing an zu jaulen. Als ich nachgesehen habe, stupste er gerade eine Katze mit seiner Schnauze an. Ich konnte ein leises Miauen der Katze hören, also lebte sie noch. Als ich mich zu der Katze bücken wollte fing mein Hund an zu knurren und wollte mich beißen. Ich verstehe den Hund nicht! Aber was sollte ich machen. Immer wieder habe ich versucht an die Katze zu kommen. Ich will ihr doch helfen. Doch mein Hund lässt das nicht zu. Er verteidigt die Katze. Vielleicht können Sie mir helfen? Obwohl ich das nicht glaube, da jetzt mit Sicherheit nur ein Nachtdienst da ist. Vielleicht können Sie jemand anrufen der helfen kann. Ich will doch meinen Hund nicht verlieren und auch der Katze muss geholfen werden!"

Während er am Reden war, sah ich in etwa 80m Entfernung, dort steht eine Laterne, einen Hund der irgendetwas hinter sich her zog. Da bei ging er rückwärts und zerrte an irgendetwas. Ich überlegte nicht lange und schloss das Tor auf. Gleichzeitig machte ich den Mann auf den Hu8nd aufmerksam. Als er sich umdrehte sagte er: „Das ist mein Hund! Was schleppt er denn an. Doch nicht etwa die Katze? Hund, komm her mein großer!“

Mit diesen Worten lief er auf den Hund zu. Dabei achtete er nicht darauf wo er hin trat. Und dann geschah es! Als er den Hund erreichte rutschte er auf einer Eisfläche aus und stürzte schwer. Ich hörte wie er aufschrie. Der Hund lässt das was er hinter sich herzieht los und lief zu seinem Herrchen. Dort schleckte er über das Gesicht des Mannes und war dabei am Bellen. Sofort lief ich zu dem Mann. Er ist bei seinem Sturz mit dem Kopf aufgeschlagen und war nun ohne Besinnung. Auch blutete er aus einer Kopfwunde.

Als ich mich zu dem Mann bücken will, fängt der Hund an zu Knurren und fletscht die Zähne. Trotzdem bücke ich mich und schaue dem Hund dabei fest in die Augen. Gleichzeitig rede ich nit dem Hund: „Hallo Hund! So heißt du doch nicht wahr? Ich muss jetzt nach deinem Herrchen schauen, wie stark er verletzt ist. Also stell dich nicht so an! Außerdem muss ich nach deiner Katze schauen die du hierhin geschleppt hast. Also lass mich bitte helfen, damit alles gut wird.“ Als ich dieses sage halte ich meine Hände in Richtung Hund. Sollte er jetzt zuschnappen, wäre es die beste Gelegenheit für ihn. Doch er Schnuppert nur an meinen Händen. Danach stellt er sein Knurren ein und lässt sich von mir sogar über den Kopf streicheln.
Schnell schaue ich nach dem Mann. Er ist noch immer ohne Besinnung. Wie stark er verletzt ist, kann ich jedoch nicht feststellen. Jedoch sehe ich, das ein Bein in einem unnatürlichen Winkelabsteht. Auch bei einem Arm ist das so. Doch schlimmer scheint die Kopfwunde zu sein. Ich sage zu dem Hund, das ich Hilfe holen werde und laufe auch schon in Richtung Büro um zu telefonieren. Nach dem Telefonat hole ich schnell meine Notfalltasche und eine Decke aus dem Katzenhaus und laufe wieder zu dem Mann. Bei ihm angekommen sehe ich das der Hund ganz dicht bei seinem Herrchen liegt. Auch die Katze liegt dort. Die Katze liegt auf einem alten Hemd so wie ich das noch erkenne. Daran hat der Hund also gezogen! Er muss die Katze auf das Hemd gelegt haben und ist dann hierher gekommen.

Schnell bücke ich mich bei dem Mann nieder. Schnell lege ich die Decke über ihn. Ich weiß nicht was ich machen soll. Bewege ich jetzt seinen Kopf um diesen zu verbinden, kann sich eine Verletzung die ich nicht sehen kann, verschlimmern. Also lasse ich das sein. Ich höre ihn nur ab und kontrolliere den Blutdruck. Der ist sehr niedrig, aber helfen kann ich nicht. Schließlich habe ich nur Medikamente für Tiere dabei. Da der Mann aber ohne Besinnung ist, braucht er nichts gegen eventuelle Schmerzen. Ich höre auch schon das Martinshorn des Rettungsdienstes. Da ich für den Mann, außer ihn mit der Decke zu zu decken machen kann, kümmere ich mich um die Katze. Sie ist schwer am Atmen. Darum höre ich sie ab. Anscheinend hat sie eine Lungenentzündung. Aber warum sie sich überhaupt nicht rührt muss ich später kontrollieren. Kurz zuckt mir der Gedanke durch den Kopf ihr mit einer Aufbauspritze zu helfen. Doch sofort verwerfe ich den Gedanken wieder. Erst muss ich wissen was sie hat.

In diesem Moment hält der Krankenwagen neben mir und ein Arzt springt aus dem Wagen. Ich stehe auf und nach einer kurzen Begrüßung kümmert sich der Arzt um den Mann. Zwischendurch fragt er mich, da er meine Notfalltasche gesehen hat, ob ich irgendetwas gemacht habe. Ich sage ihm das ich nur Blutdruck und Puls gemessen habe und das ich ihn abgehört habe. Die Werte nannte ich dem Arzt auch. Der nickte mit dem Kopf und legte dem Mann vorsichtig eine Halskrause an. Danach legte er den Mann mit Hilfe von einem Sanitäter auf eine Trage und schob diese in den Krankenwagen. Die ganze Zeit saß der Hund daneben und Beobachtete alles ganz genau. Erst als der Wagen sich in Bewegung setzte, fing er an zu Bellen und wollte hinterher laufen. Darum rief ich nach ihm und er kam auch sofort. Ich hob die Katze auf und ging zurück zum Tierheim. Der Hund ging neben mir. Als ich das Tor Schloss, fing der Hund an zu jaulen. Ich beruhigte ihn und zusammen gingen wir zum Behandlungsraum. Dort angekommen legte ich die Katze auf den Behandlungstisch und untersuchte sie gründlich. Dabei kommt heraus, das die Katze eine schwere Lungenentzündung hat. Außerdem ist sie sehr stark ab gemagert und vollkommen Ausgetrocknet.

In diesem Moment wird die Tür aufgerissen und der Tierarzt stürmt herein. „Mein Mädchen! Musst du mir so einen Schrecken einjagen?“ Mit diesen Worten nimmt er mich ganz fest in den Arm. Dann erzählt er: „Meine Frau hat den Krankenwagen hier in die Straße zum Tierheim einbiegen sehen. Als er nach kurzer Zeit wieder raus kam und noch immer sein volles Konzert anhatte, hat sie sofort auf dem Hof angerufen wo ich gerade eine Patientin behandelte. Ich habe mich beeilt mit der Behandlung und bin dann hier hin. Als ich das Licht hier sah ist mir erst mal ein Stein vom Herzen gefallen. Ich dachte schon, das dir etwas passiert ist. Schließlich weiß ich um deinen Zustand. Aber nun erzähl mal, was ist los?“

Ich erzähle ihm von dem vorgefallenem. Während dessen untersucht er die Katze. Nachdem ich fertig bin mit meiner Erzählung schaut er mich an und meint dann: „Ich glaube ich kenne den Mann. Das müsste eigentlich der Horst KKKKK sein. Der kommt immer zu Weihnachten zu seinem Bruder. Ich werde gleich mal hinfahren. Aber jetzt kümmern wir uns erst Mal um die beiden Tiere!“ Er gibt der Katze eine Aufbauspritze und eine Spritze mit Antibiotika gegen die Lungen Entzündung, dann untersucht er auch den Hund. Dieser ist vollkommen gesund. Nur scheint er etwas durstig zu sein. Hunger hat er mit Sicherheit auch.

Während der Tierarzt nach nebenan geht um Futter zu holen, gebe ich dem Hund etwas zu trinken. Innerhalb kürzester Zeit ist der Wassernapf leer und ich fülle ihn wieder auf. Der Tierarzt ist auch wieder da und stellt den Futternapf auf den Boden. Sofort macht sich der Hund über den Napf her. Beide schauen wir nach der Katze. Diese hat die Augen geöffnet und sieht uns beide an. Als ich sie streicheln will, fängt sie an zu Knurren. Darum lasse ich meine Hand neben ihren Kopf sinken. Die Katze Knurrt weiter, doch macht sie Anstalten an meiner Hand zu schnuppern. Darum schiebe ich meine Hand näher an sie heran. Als sie an meiner Hand geschnuppert hat, stellt sie ihr Knurren ein. Trotzdem berühre ich sie nicht. Sie soll sich erst an den Tierarzt und mich gewönnen.

Als der Tierarzt neben mir tritt, hat er eine Schale mit Milch in der Hand. Ich habe gar nicht bemerkt das er den Raum verlassen hat. Er stellt die Schale neben den Kopf der Katze ab. Die Katze versucht den Kopf zu heben, doch sie schafft es nicht. Darum tauche ich einen Finger in die Milch und lasse die Katze daran riechen. Als sie das gemacht hat, fängt sie meinen Finger an ab zu schlecken. Immer wieder tauche ich meinen Finger in die Milch, bis der Napf leer ist. Dabei streichele ich sie mit der anderen Hand. Ganz leicht ist die Katze am Schnurren. Der Tierarzt stellt einen weiteren Napf neben die Katze. Diesmal ist ganz klein gemachtes Futter darin. Auch hier benutze ich wieder meinen Finger und die Katze schleckt diesen ab.

Nach etwa einer Stunde ist der Futternapf leer. Die Katze schaut mich an und greift mit ihren Vorderpfoten nach meiner Hand. Sie zieht meine Hand näher heran und drückt ganz fest ihren Kopf dagegen. Dann legt sie ihren Kopf wieder auf den Tisch. Vorsichtig hebe ich die Katze hoch und der Tierarzt schiebt einen Katzenkorb, den er inzwischen geholt hat, unter die Katze in der ich sie ablege. Dann trägt der Tierarzt die Katze in den Nebenraum und legt sie unter eine Wärmelampe. Dort liegt schon der Hund in einem Korb und wedelt mit seinem Schweif. Sofort schnuppert er an der Katze, dann schleckt er diese ab. Anschließend legt er seinen Kopf auf seine Vorderpfoten und schließ seine Augen.

Der Tierarzt verabschiedet sich und fährt zu dem Bruder des Verletzten. Kurz darauf klingelt das Telefon und der Tierarzt ist am Apparat. Er teilt mir mit, das, so wie er vermutete, der Landstreicher tatsächlich mit seinem Bekannten verwand ist. Dieser ist aber schon im Krankenhaus bei seinem Bruder.

Noch mehrmals in der Nacht schaue ich nach der Katze. Jedes Mal wedelt der Hund mit seinem Schweif und die Katze greift immer nach meiner Hand um mit ihrem Kopf dagegen zu pressen. Am nächsten Morgen sage ich zu meiner Ablösung, das sie öfters bei Hund und Katze nach dem Rechten schauen soll und wenn irgendetwas anders ist wie jetzt soll sie mich sofort anrufen. Doch mein Telefon bleibt still. Trotzdem fährt mein Mann und ich am nächsten Tag zum Tierheim. Der Katze geht es den Umständen entsprechend gut. Auch hat sie schon selbstständig etwas gegessen. Doch muss ihr Futter immer zu Brei gemacht werden. Denn um länger zu kauen ist sie noch zu schwach. Dort treffe ich auch den Bruder des Landstreichers. Er bedankt sich bei mir für die Hilfe bei dem Unfall, doch ich wehre ab. Denn viel habe ich nicht gemacht.

Die Katze erholt sich sehr schnell. Immer ist ihr Freund der Hund dabei. Beide sind unzertrennlich. Darum sind auch beide zusammen gelassen worden. Etwa drei Monate später kommt der Landstreicher in das Tierheim. Sofort springt sein Hund an ihm hoch. Er freut sich riesig sein Herrchen wieder zu sehen. Während der Hund sich freut, sitz die Katze still in ihrem Korb und sieht zu. Dann steht sie auf und will durch die Klappe in der Tür nach draußen gehen. Ich kann sehen das sie traurig ist, denn ihr Schweif hängt herunter. Mit Sicherheit denkt sie, das ihr Freund sie nun verlässt. Da ertönt die Stimme des Mannes: „Komm her, kleines Kätzchen! Du bleibst von nun an bei uns. Ich habe die Landstreicherei jetzt aufgegeben. Bei meinem Bruder in der Firma fange ich an zu arbeiten und ihr beide könnt jeden Tag mit. Niemals wollen wir uns wieder trennen.“ Die Katze hört das und dreht sich um. Dabei schaut sie den Mann an und als der Hund einmal bellt, läuft sie auf den Mann zu. Sie lässt sich von ihm streicheln und auf den Arm nehmen.

Nachdem wir noch lange gesprochen haben, verließ uns der Mann mit seinen Tieren. Alle drei waren unzertrennlich. Noch oft besuchte ich den Mann. Jedes Mal freuten sich auch Hund und Katze wenn sie mich sahen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #197
Spaziergang im Sommer

Heute ist ein schöner Sommertag. Wir drei, das Sind Herbert mein Mann, Monika unsere 3 jährige Tochter und ich, machen einen Spaziergang. Wir würden ja lieber im Freibad sein, aber bei einem Unfall auf dem Spielplatz hat sich meine Tochter den linken Arm gebrochen. Darum ist heute der Spaziergang angesagt. Zunächst sind wir mit dem Auto etwa eine Stunde in ein nah Erholung Gebiet gefahren. Herbert und ich haben beschlossen einmal um den hier vorhandenen See zu gehen. Das ist etwa eine Strecke von 5 Kilometern, jedoch haben wir für Monika einen Kinderwagen dabei. Wenn sie nicht mehr kann, setzt sie sich darein und wird geschoben.

Wir sind schon etwa 1,5 Stunden unterwegs. Monika ist bisher nicht müde geworden. Gerade gehen wir an einer Wiese vorbei. Ich schaue über die Wiese und sehe in etwa hundert Meter Entfernung einen Hund der etwas am Boden liegendes Beschnuppert. Frei laufende Hunde haben wir heute schon öfters gesehen, diese waren sehr friedlich. Hunde die an der Leine gingen waren hingegen immer am Bellen, wenn ihnen jemand entgegen kommt.

Ich werfe noch einmal einen Blick in Richtung Hund. Dieser hebt in diesem Moment seinen Kopf und er scheint um sich zu sehen. Als er uns sieht fängt er an zu Bellen. Monika sagt: „Mama, Papa, schaut mal den Hund da. Der ist ganz aufgeregt. Jetzt kommt er hier hin.“ Auch Herbert schaut in Richtung Hund. Dieser kommt auf uns zu gelaufen und ist dabei am Bellen. Schnell nehme ich Monika auf den Arm, während Herbert neben uns tritt.

Um die Wiese ist ein Zaun errichtet. Jedoch kann jeder Hund durch die Lücken kommen. Bis zu dem Zaun kommt der Hund. Dann fängt er an zu springen und läuft immer wieder in die Richtung aus der er gekommen ist. Dabei ist er am Bellen. Herbert meint: „Ich glaube der will uns was zeigen! Bleib du hier! Ich gehe mal mit.“ Mit diesen Worten klettert er über den Zaun und folgt dem Hund. Dieser läuft immer ein paar Schritte voraus, bleibt dann Bellend stehen. Wenn Herbert bei ihm ist, läuft der Hund weiter. Ich habe Monika inzwischen wieder auf den Boden gestellt. Auch sie sieht hinter ihrem Papa und dem Hund her.

Als Herbert an der Stelle ankommt, wo der Hund vorher war, bückt er sich schnell. Als er wieder aufsteht ist er am Winken und etwas am Rufen. Was er ruft kann ich jedoch nicht verstehen. Ich nehme Monika an die Hand und gehe auf den Zaun zu. Dort kann sie durch ein Loch durch schlüpfen, während auch ich über den Zaun klettere. So schnell wie ich mit Monika an der Hand gehen kann bewege ich mich auf meinen Mann zu. Der steht auf und kommt auf mich zu. Als wir uns treffen sagt er zu mir: „Ich nehme Monika! Geh du bitte alleine weiter und kümmere dich um die Tiere. Ich werde versuchen Hilfe zu bekommen.“ Damit nimmt er Monika auf den Arm und geht schnell wieder in Richtung Zaun. Ich rufe ihm noch nach, das gleich hinter der Kurve das Ausflugslokal kommt.

Dann drehe ich mich um und laufe so schnell wie ich jetzt kann zu dem wartenden Hund. Dieser ist wieder am Bellen. Als ich bei ihm bin stellt er sein Bellen ein. Als ich nach unten schaue, sehe ich eine Hündin und sechs Welpen dort liegen. Als erstes untersuche ich die Hündin. Doch sie lebt nicht mehr. Nun sind die Welpen dran. Eine erste Untersuchung ergibt, das alle sechs noch am Leben sind. Da ich aber nicht weiß, wie lange die Hündin schon Tod ist, sehe ich eine große Gefahr für die kleinen. Vorsichtig nehme ich einen Welpen nach dem anderen und Untersuche sie genauer.

Da ich, wie immer, meine Notfalltasche dabei habe entnehme ich daraus Medikamente und eine Spritze. Da ertönt hinter mir eine Stimme: „Sie wollen die kleinen jetzt doch nicht töten?“ Als ich hochsehe stehen mehrere Personen um mich herum. Auch Kinder sind dabei. Ich habe gar nicht gemerkt das die gekommen sind. „Nein, nein! Ich will ihnen nur eine Aufbauspritze geben. Wie lange die schon hier liegen weiß ich schließlich nicht. Erst der Hund hat meinen Mann und mich darauf aufmerksam gemacht. Mein Mann ist schon los um Hilfe zu holen.“ Antworte ich. Ein junger Mann sagt dazu: „Als ich heute Morgen gegen sechs hier vorbei gelaufen bin, hat der Hund schon ganz aufgeregt gebellt. Ich habe mir aber nichts dabei gedacht“ Ich schaue auf meine Uhr. Es ist inzwischen 16.25Uhr.

Ich sage nichts dazu, sondern mache die erste Spritze fertig. Da fragt einer der Umstehenden: „Sind Sie eigentlich Tierärztin? Ich habe Sie noch nie gesehen!“ Ich achte nicht auf ihn und will die Spritze ansetzen. Da tritt er schnell heran und schlägt mir die Spritze aus der Hand. Das ist mir noch nie passiert. Ich fange vor Wut an zu zittern und stehe langsam auf. Dabei sehe ich den Mann fest in die Augen. Ich höre Gemurmel bei den anderen, doch was sie sagen registriere ich nicht. Da er noch immer drohend vor mir steht, platzt mir der Kragen.

Blitzschnell schießt meine Hand vor und schon landet die in seinem Gesicht. Anschließend packe ich ihn an seinem Hemd. „Was glauben Sie eigentlich wer Sie sind? Das ist doch wohl das allerhöchste! Wie kann man jemanden Angreifen der Helfen will. Ich glaube ich werde irre. Hauen Sie sofort ab, bevor ich mich ganz vergesse. Nun zieh Leine du A….loch! Lass dich nie wieder sehen wenn ich hier bin ansonsten bekommst du richtig Ärger mit mir! Und nun hau endlich ab, ich kann dich nicht mehr sehen!“ schreie ich ihn an.

Er hält seine Hand auf die Stelle an dem ich ihn getroffen habe, dann sagt er: „Das wird Ihnen noch leidtun. Sie können sicher sein, das Sie von meinem Anwalt hören!“ Da legt ihm mein Mann von hinten die Hand auf die Schulter und er sagt: „Nun mache mal nicht einen auf dicker Mann. Alle die hier stehen haben gesehen das du zuerst geschlagen hast. Mit Sicherheit finde ich Zeugen dafür, wenn alle erst wissen wer ich bin. Ich glaube ich stelle erst mal die Anzeige wegen Angriff auf eine Frau, die noch dazu meine Frau ist. Was meinst Du, wer dann hier in Handschellen weg geht. Meine Frau? Mit Sicherheit nicht! Übrigens warten wir doch auf die Polizei, die ist in Fünf Minuten hier. Dann können wir alles Regeln.“

Als der Mann das hört dreht er sich um und stellt sich zu den anderen Zuschauern. Ich nehme eine neue Spritze, fülle diese und gebe dem ersten Welpen diese. Auch die anderen Welpen bekommen eine Spritze. Während ich das mache, höre ich wie ein Wagen auf dem Wanderweg anhält. Doch ich kümmere mich weiter um die Welpen. Ich höre wie einer der Ankömmlinge mit meinem Mann spricht.

Da fällt mir etwas ein. Meine Tochter! Wo ist meine Tochter? Sofort frage ich Herbert. Der sagt: „Bei dem Lokal habe ich Sonja getroffen. Das ist eine Studienkollegin. Sie hat sich sofort bereit erklärt auf Monika auf zu passen. Wenn wir hier fertig sind, treffen wir sie bei dem Lokal. Also keine Sorge um Monika. Sie ist in den besten Händen. Außerdem ist Sonja gespannt auf dich. Sie will dich unbedingt kennen lernen.“ Zunächst werde ich etwas eifersüchtig, aber Herbert hat mir schon vor unserer Hochzeit von all seinen Bekanntschaften vor unserer Zeit erzählt. Auch von Sonja! Sie war während seiner Studienzeit nur eine Freundin, mehr nicht.

Neben ihm steht ein Polizist der sich nun einmischt. „Also, was sollen wir nun tuen? Hier in der Nähe ist kein Tierheim. Erst in xxxxxxx ist ein Tierheim!“ Damit meint er unser Tierheim. Sofort frage ich ihn: „Können Sie das Tierheim anrufen? Ich arbeite dort! Sie sollen sofort mit dem Bulli kommen und das große Besteck mitbringen!“ „Kein Problem“ sagt er und läuft zu seinem Wagen. Jetzt müssen die Welpen nur noch zum Lokal gebracht werden. Da es sich um Welpen einer Schäferhündin handelt, müssen diese von mehreren Helfern getragen werden. Mehr wie einen Welpen geht nicht um diese sicher zu tragen. Also frage ich in die Runde ob jemand beim Transport der Welpen helfen kann.

Der Mann der mir die Spritze aus der Hand geschlagen hat tritt als erster vor und sagt: „Ich bitte tausend Mal um Entschuldigung! Ich hoffe sie können mir verzeihen! Aber ich bin ein großer Hunde Liebhaber. Darum meine Reaktion. Wenn ich eines der Welpen tragen darf?“ Ich überlege überhaupt nicht und reiche ihm die Hand. Fest drückt er diese. Dann nimmt er einen der Welpen auf den Arm. Auch Herbert nimmt einen Hund. Selbst der Beamte der inzwischen wieder da ist nimmt einen. Ich bücke mich und auch noch zwei andere nehmen Welpen auf den Arm. Dann gehen wir zu dem Lokal.

Als wir dort ankommen sind schon alle die dort sind neugierig was passiert ist. Die Betreiber des Lokales fragen mich, ob Katzenmilch helfen kann. Sofort willige ich zu. So kommt es, das sechs Menschen die Welpen mittels Spritze füttern. Auch der Mann der mich gehindert hat, dem Welpen eine Spritze zugeben ist dabei. Er hat sich zu mir gesetzt und sagt zu mir: „Mein Name ist Bernd! Ich bitte nochmal um Entschuldigung! Ich dachte zuerst, das sie die Welpen töten wollten. Darum meine Reaktion. Nehmen Sie es bitte nicht krumm, aber Hunde sind mein Leben. Wenn es nach mir gehen würde, würde ich in einem Tierheim arbeiten. Wissen Sie, ich bin gelernter Tierpfleger und wohne in XXXXX. Dort gibt es ein wunderbares Tierheim. Eine der Mitarbeiterinnen dort, darf sogar in Notfällen Tieren helfen. Gerne würde ich dort Arbeiten. Aber ob ich dort ankommen kann, glaube ich nicht.“

Ich muss schmunzeln. Auch Herbert muss lachen. Darum sage ich zu Bernd: „Weißt du was? Ich bin die Mitarbeiterin von dem Tierheim. Nun schaue nicht so! Schließlich kann man nicht alles wissen. Ich schlage dir vor, wenn du in den nächsten Tagen Zeit hast, komme bei uns vorbei. Ich werde deine Bewerbung befürworten. Sehr oft hören die von der Verwaltung auf die Tierheim-Leiterin und die auf mich. Übrigens ich heiße Gerda und das ist mein Mann Herbert.“ Damit wende ich mich an meinen Mann und frage: „Wo ist denn nun unsere Tochter? Ah, da kommt sie ja schon!“

Mit lauten „Mama, Mama“ rufen kommt Monika auf mich zu. Als sie den Welpen sieht der auf meinem Arm an der Spritze nuckelt stoppt sie und geht auf die Seite. Dann umarmt sie mich. Im Hintergrund steht eine junge Frau in ungefährem Alter meines Mannes. Ich reiche den Welpen an einen anderen Helfer weiter und gehe zu der Frau. Dort stelle ich mich vor und auch sie stellt sich vor. Bis zum Eintreffen unseres Bullis unterhalten wir uns. Mein Mann bleibt unserer Unterhaltung fern, obwohl er öfters zu uns schaut. Die Frau und ich wurden gute Freundinnen!

Als unser Bulli da ist, werden die Welpen sofort in diesen geladen. Ich weiß das der Tierarzt schon auf sie wartet und das es ihnen an nichts fehlen wird. Schließlich sind bei uns im Tierheim mehrere Hunde die Welpen haben. Am nächsten Donnerstag traf ich Bernd wieder. Er hatte sich bei uns im Tierheim beworben. Zusammen sind wir zur Tierheim-Leiterin gegangen. Dort hat er sich vorgestellt. Ich ging wieder an meine Arbeit während er mit der Leiterin sprach. Sie haben etwa zwei Stunden zusammen gesprochen. Zwei Monate später fing Bernd bei uns im Tierheim an zu arbeiten. Er hatte eine Festanstellung bekommen. Bernd und ich haben nie mehr über den Vorfall gesprochen. Die Hundewelpen wurden alle in gute Hände vermittelt. Selbst der Beamte der damals einen Welpen getragen hat, hat genau diesen zu sich genommen. Bernd wurde ein sehr guter Freund und hat sehr viel später die Leitung eines anderen Tierheim übernommen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #198
Jetzt muss ich einfach mal noch etwas loswerden.;-)

Ich finde die Geschichten ja so richtig toll! Und wie sie sich so langsam verdichten und den Spiegel eines ganzen Lebens zeigen.

Es macht mir immer wieder Freude, neue Geschichten von "Gerda" hier zu finden. Sie erinnern mich so sehr an eine Fernsehserie aus den (Achtung :oops:) 1970er Jahren. Sie hieß "Der Doktor und das liebe Vieh".
Mir ist auch aufgefallen, dass hier nicht so viele Posts von anderen Usern mehr zu lesen sind. Aber ich glaube, dass sollte weder die Geschichtenerzählerin, noch ihren Co-Autoren traurig machen. Schaut euch nur einmal die Aufrufzahlen für diesen Thread an.

Das spricht für sich. ;-)

Ich frage mich nur, wo bleibt das Fernsehen, der Buchverlag und die Printmedien.... :mrgreen:
 
  • Post aus Bayern Beitrag #199
Ich hab schon ein paar mal geschrieben, dass ich die Geschichten soo schön finde. Heulen muss ich zwar bei fast jeder, aber trotzdem kann ich die nächste dann schon kaum erwarten.

Die Serie "Der Doktor und das liebe Vieh" hab ich als Kind auch geliebt. Heute habe ich die Hörbücher.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #200
Ich hab schon ein paar mal geschrieben, dass ich die Geschichten soo schön finde. Heulen muss ich zwar bei fast jeder, aber trotzdem kann ich die nächste dann schon kaum erwarten.

Die Serie "Der Doktor und das liebe Vieh" hab ich als Kind auch geliebt. Heute habe ich die Hörbücher.

Die gibt es als Hörbücher? :shock: Das hab ich gar nicht gewusst. Muss ich doch glatt mal danach auf die Suche gehen. :mrgreen:
 
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