Post aus Bayern

Diskutiere Post aus Bayern im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung. Honoré de Balzac Herzliches Beileid
  • Post aus Bayern Beitrag #281
Man lebt zweimal:
das erste Mal in der Wirklichkeit,
das zweite Mal in der Erinnerung.
Honoré de Balzac

Herzliches Beileid
 
  • Post aus Bayern Beitrag #282
Oh nein! Auch von mir herzliches Beileid.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #283
P.S.
Meine Freundin Gerda ist aber nicht der Autor der Geschichten. Sicher hat sie mir schon vor etlicher Zeit ihre Unterlagen übergeben und aus diesen Aufzeichnungen (Erinnerungen von ihrer Tätigkeit) habe ich als Ghostwriter die Geschichten geschrieben. Aber das steht alles am Anfang des Thread.

oh sorry, dann habe ich das missverstanden :-(
 
  • Post aus Bayern Beitrag #284
Auch an dieser Stelle hier von mir noch einmal:
Mein Aufrichtiges Beileid
 
  • Post aus Bayern Beitrag #285
Wenn ein Mensch diese Erde verlässt, lebt er wegen der wundervollen Erinnerung weiter.
Manch einer hinterlässt Spuren und bleibt unvergessen, manch einer verblasst schnell in den Gedanken, weil er nur einsam für sich lebte.
Gerda wird ewig in unseren Erinnerungen und Gedanken weiterleben.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #286
Jetzt habe ich alles komplett in zwei Tagen durch und auch mit großer Bestürzung vom Tod dieser großartigen Frau gelesen. Es ist mir ein bisher fast unbekanntes Universum nahegebracht worden, das der Tierheime, Tierärzte, Rettungsdienste und die Leidenschaft der "Gerda", da für immer ihre Spuren zu hinterlassen. Faszinierend und teilweise unendlich traurig. Danke, Helmut (ich glaube, so ist Dein Name), daß Du uns teilhaben läßt an diesem ungewöhnlichen Leben!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Post aus Bayern Beitrag #287
Auch von uns ein herzliches Beileid.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #288
Hallo liebe Leser!
Gerda hat am 21.12. 2014 einen sehr schweren Herzinfarkt erlitten. Sie musste, nachdem sie gefunden wurde, reanimiert werden. Zunächst befand sie sich auf dem Weg der Besserung und konnte sich auch wieder mit ihren Angehörigen unterhalten. Doch am 6.01.2015 gegen 15.25 Uhr versagte ihr Herz endgültig. Inzwischen hat die Urnenbeisetzung schon stattgefunden. Sie wurde neben ihrem Mann Herbert beigesetzt.

Gruß Helmut
 
  • Post aus Bayern Beitrag #289
Ruhet in Frieden, Gerda und Herbert.
Jetzt seid Ihr wieder vereint.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #290
Hier nun der dritte Teil von der Geschichte!
Bitte beachtet die Erläuterung am Ende der Geschichte!

Gruß Helmut

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Erster gemeinsamer Urlaub Teil 3

Heute ist Mittwoch. Seit Samstag sind wir hier in Hanstholm. Nachdem wir angekommen waren haben wir erst unseren Wohnwagen abgestellt und das Vorzelt errichtet. Dabei haben uns andere Wohnwagen Besitzer geholfen. Aber das ist normal auf Campingplätzen. Nachdem der Wagen stand, sind Herbert und ich erst einmal zum Strand gegangen und wir haben ein wenig in der Nordsee gebadet. So haben wir es auch an den anderen Tagen gemacht.

Heute wollen wir uns die Stadt und den Hafen ansehen. Wir haben schon erfahren, dass es in der Gegend sehr viele Bunker geben soll, die uns aber nicht interessieren. Trotzdem sehen wir einige dieser Betonklötze bei unserem Spaziergang. Nachdem wir uns die Stadt angesehen haben, schlendern wir über den Deich der das Land vom Meer trennt. Herbert bleibt öfters stehen um ein Foto zu machen. Er hat sich vor kurzem eine neue Fotoausrüstung gekauft mit Wechsel Objektiven. Darum wechselt er öfters das Objektiv um immer wieder andere Fotos vom gleichen Objekt zu machen.

Gerade kommen wir an einer Stelle an, von wo aus man sehr gut die Einfahrt zum Hafen sehen kann. Schon ist Herbert wieder in seinem Element. Immer wieder macht er Fotos von den Booten die in den Hafen einfahren. Ich gehe inzwischen zu einer Bank auf der eine ältere Frau sitzt. Neben der Bank liegen zwei Hunde und zwischen denen eine Katze. Eigentlich irgendwie erstaunlich für jeden anderen Menschen. Aber nicht für mich. Ich bin so etwas gewöhnt. Trotzdem mache ich Herbert auf die drei Aufmerksam. Auch von den drei Tieren macht er ein paar Fotos, wobei er vorher die Frau gefragt hat ob er das darf. Natürlich hat Herbert auf Deutsch gefragt und die Frau hat ihre Zustimmung ebenfalls auf Deutsch gegeben.
Herbert teilt der Frau auch mit, das auf zwei Fotos sie auch ist, woraufhin die Frau sagt: „Das stört mich nicht. Ich bin es gewöhnt fotografiert zu werden. Nur wundern Sie sich nicht, wenn die Fotos entwickelt sind.“ Was sie damit meint, sagt sie nicht, obwohl Herbert mehrmals nachfragt.

Irgendwann macht Herbert die Bemerkung, dass sehr viele Fischerboote nun in den Hafen einfahren. Daraufhin sagt die Frau: „ Das ist immer so! Wer von den Fischern bis 6.00 Uhr abends in den Hafen einläuft, bei dem wird die Ladung noch gelöscht. Alle die danach kommen, müssen bis zum nächsten Morgen warten.“ Ich frage sie ob sie auch auf ein bestimmtes Boot wartet. „Nein! Ich warte nicht mehr! Nur die Tiere die warten seit 13 Jahren darauf, das ihr Herrchen wieder in den Hafen einläuft. Aber das wird nicht mehr geschehen. Wissen Sie, die Tiere sind nun 16 Jahre alt und immer haben sie hier gewartet, bis sie das Boot meines Mannes erkannt haben. Dann sind sie runter zum Hafen und haben ihr Herrchen begrüßt. Vor 13 Jahren fuhr mein Mann wieder mit seiner Besatzung raus. Dann kam in der Nacht dieser fürchterliche Sturm. Von meinem Mann und der Besatzung sowie von dem Boot wurde nie wieder eine Spur gefunden. Obwohl man wochenlang danach gesucht hat. Ich weiß das mein Mann nie wieder kommt aber die Tiere wollen trotzdem jeden Tag hier hin und ich begleite sie dann wenn meine Tochter nicht kann.“

Während sie am Erzählen war, ertönte einmal ein leises „Wau“ von einem der Hunde. Dieser saß schon die ganze Zeit neben der Bank, woraufhin die beiden anderen Tiere ebenfalls aufstanden. Jedoch legten sie sich nach ein paar Minuten wieder hin.

Ich stand auf um zu den Tieren zu gehen, doch die Frau sagte: „Die lassen sich nicht streicheln!“ Vor den Tieren setzte ich mich auf den Boden und konnte nun in die Augen der Tiere sehen. Zwei Dinge erkannte ich bei diesem Blickkontakt: Die Tiere wussten, das ihr Herrchen nie wieder in den Hafen einlaufen wird und sie wussten auch, das irgendwann ihr Herrchen kommen würde um sie zu holen. Nur sie würden dann das Boot ihres Herrchens sehen und darauf warteten sie.

Die Katze erhob sich und kam langsam auf mich zu. Vor mir blieb sie stehen und ich fing an mit ihr zu reden: „Hallo kleine! Ich weiß, Du wartest auf dein Herrchen. Irgendwann wird er kommen und Du wirst ihm dann dahin folgen wo er jetzt ist. Auch deine beiden Freunde werden dann mitgehen!“ Da kam die Katze ganz zu mir und ich konnte sie streicheln. Auch die beiden Hunde kamen um gestreichelt zu werden. Da sagte die Frau: „Sie haben die drei verstanden. Das ist bisher noch keinem gelungen. Sie müssen eine große Tierliebe in sich haben! Doch ich muss nun wieder zu mir nach Hause. Es ist 6.00 Uhr durch und da gehen die drei wieder zurück zu ihrem Heim.“

In der Tat, gingen die drei Tiere und die Frau begleitete sie. Herbert hatte schon die ganze Zeit über zu gehört nun sagte er: „Schon seltsam die drei. Sowas habe ich noch nie gehört.“ Ich gab ihm Recht und wir gingen weiter zum Hafen. Dort lagen viele Fischerboote die entladen wurden. Wir schauten einige Minuten interessiert zu, dann gingen wir weiter.

Am nächsten Tag waren wir wieder am Strand, doch als es ungefähr 16.00 Uhr war, wurde ich aus irgendeinem Grund unruhig. „Herbert, komm! Ich muss wieder zu den Tieren!“ Er sah mich nur an, dann packte er unsere Sachen zusammen. Während wir zum Deich gingen, sprachen wir kein Wort. Erst als wir in Sichtweite der Stelle kamen, an dem gestern die Tiere waren meinte er: „Warum mussten wir denn wieder hier hin? Dort sitzen doch die drei und jemand ist bei ihnen.“

Als wir an der Bank ankamen, setzte ich mich wieder bei den Tieren auf den Boden. Die drei schauten mich an und die Hunde fingen an mit ihrem Schweif zu wedeln. Da sagte die Frau, eine andere wie gestern, die auf der Bank saß etwas auf Dänisch zu mir. Da ich sie nicht verstand, zuckte ich nur mit den Schultern und meinte zu Herbert: „Leider verstehe ich die Frau nicht! Kannst Du es mal auf Englisch versuchen?“
Bevor Herbert was sagen konnte, sprach die Frau: „Oh, sie kommen aus Deutschland! Auch kein Problem. Ich war 10 Jahre lang in Deutschland. Die Hunde wedeln zwar bei jedem die sie beachten mit ihrem Schweif, aber streicheln lassen die beiden sich nicht. Auch die Katze lässt sich nicht streicheln! Hey, was machen die denn da?“

Während die Frau sprach, kamen die Katze und die Hunde zu mir und ließen sich streicheln. Auch köpfelte die Katze mit mir. „Das hat die Frau gestern auch gemeint aber schon da ließen sich die drei streicheln.“ sagte Herbert „Welche Frau?“ fragte daraufhin die Frau und Herbert erzählte von dem treffen gestern. Auch eine Beschreibung der Frau gab er auf bitte unserer heutigen Begegnung.

„Das war meine Mutter! Aber die ist schon vor 8 Jahren verstorben!“ und dann erzählte sie von ihrer Mutter. „Meine Mutter ging immer mit den Tieren hier hin, nachdem ihr Mann draußen geblieben ist. Jeden Tag war sie hier, egal wie das Wetter war. Dann starb sie und seitdem kümmere ich mich um die Tiere. Auch ich gehe fast täglich mit ihnen hier hin und wenn ich mal nicht kann oder das Wetter zu schlecht ist, gehen sie alleine. Man hat mir schon öfters gesagt, dass eine alte Frau bei den Tieren ist, darum ist hier auch die Bank hingestellt worden. Aber so genau wie Sie die Frau beschrieben haben, hat das noch keiner gemacht.“
Während ich die Tiere am Streicheln war, hörte ich mit wachsendem Interesse zu was die Frau erzählte. Auch Herbert war sehr interessiert. Da es kurz nach 6.00 Uhr war, standen die Tiere auf und gingen nach Hause. Auch die Frau verabschiedete sich, jedoch bevor sie ging tauschten wir noch unsere Adressen aus, denn die Tiere interessierten mich doch sehr. Herbert und ich blieben noch einige Zeit an der Stelle und redeten über das passierte. „Schon komisch!“ stellte Herbert fest, „als wenn ein Geist bei den Tieren gewesen ist.“

Am nächsten Tag fuhren wir wieder nach Hause. Wir kamen so früh an, das Herbert noch Zeit hatte den Film zum endwickeln zu bringen. Er erfuhr dass der Film am Mittwoch fertig ist, dann fuhren wir zu meinen Eltern. Dort hängte Herbert den Anhänger von seinem Wagen ab, dann kam auch er ins Wohnzimmer wo ich schon mit meinen Eltern zusammen am Kaffee trinken war. Wir unterhielten uns noch einige Zeit über unseren Urlaub.

Mittwoch holte Herbert dann die Fotos ab und zusammen schauten wir uns diese an. Unser Erstaunen war sehr groß, als zwar die drei Tiere auf den Fotos zu sehen waren, aber nicht die alte Frau. Auf keinem der Fotos war sie zu sehen. Am nächsten Tag schickte ich die Fotos mit einem netten Brief nach Dänemark. Noch lange hatte ich brieflichen Kontakt nach Dänemark.

Nachtrag:
Nun sind schon über 2 Jahre vergangen das unser Urlaub in Dänemark war. Heute ist der 30 Okt. 19..
Gerade habe ich wieder einmal einen Brief aus Dänemark erhalten. Darin steht:

„Liebe Gerda! Die Frau ist auch seit unserem letzten Brief nicht wieder aufgetaucht. Jedoch bin ich mir sicher sie doch gesehen zu haben, zusammen mit meinem Vater. Du weißt ja, das in der Nacht vom 11 auf den 12 Oktober seitdem mein Vater vermisst wird, ein heftiger Sturm war. Auch in der Nacht vom 11. auf den 12 Oktober diesen Jahres hatten wir wieder so einen Sturm. Nachmittags am 12. gingen die drei wie gehabt wieder zum Deich. Ich konnte sie leider nicht begleiten. Als sie gegen 6.30 Uhr am Abend nicht zu Hause waren, machte ich mir Sorgen, Jedoch bin ich erst um 7.00 Uhr zusammen mit meinem Mann los die Tiere zu suchen. Ich wusste wo ich sie finden werde. Darum ging ich sofort zur Anlegestelle an der mein Vater immer sein Boot fest gemacht hat. Dort fand ich die drei. Alle drei lagen neben dem Poller an dem mein Vater immer sein Boot festmachte und waren gestorben. Natürlich habe ich die drei zusammen mit meinem Mann nach Hause gebracht und am nächsten Tag wurden sie eingeäschert. Ich hatte vor die drei auf See zu bestatten. Drei Tage später fuhren mein Mann und ich hinaus. Wir fuhren etwa eine Stunde, dann übergab ich die Urnen der drei der See.

Als ich wieder hoch blickte, sah ich ganz in der Nähe einen Fischtrawler der auch seine Maschine gestoppt hatte. Ich erkannte einen Mann und eine Frau sowie zwei Hunde und eine Katze an Bord. Das Paar winkte mir zu und ich winkte zurück. In diesem Moment lenkte mich mein Mann kurz ab und als ich wieder zu dem anderen Boot schaute war dieses verschwunden. Keiner, außer mir hatte das andere Boot gesehen. Ich bin mir sicher das dort meine Eltern mit den Tieren waren und mir meine Eltern zugewinkt haben. Auch habe ich eine kleine Tafel am Anleger meines Vaters anbringen lassen."


1995 waren Herbert und ich noch einmal in Hanstholm und suchten diese Tafel. Leider fanden wir nur eine Tafel die stark verwittert und nicht mehr lesbar war.

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Nachwort des Verfassers zu dieser Geschichte!
Diese Geschichte, besonders den dritten Teil, wollte ich nicht so schreiben wie er nun zu lesen ist. Eigentlich wollte ich die Geschichte beenden bevor der Nachtrag kommt. Aber Gerda drängte mich ihn doch so zu schreiben wie er nun vorliegt. Lange habe ich mich dagegen gesträubt, bis ich doch überzeugt war.
Im Sommer ist meine Frau zusammen mit zweien meiner Töchter und den Enkeln nach Bayern gefahren. Ich hatte leider nicht frei bekommen. Meine Frau hatte extra für die Fahrt ihre Dialyse von Freitagnachmittag auf den Vormittag verlegt und so konnten die drei Frauen gegen 13.00 Uhr ihre Fahrt nach Bayern antreten. Gegen Abend kamen sie bei meiner dritten Tochter an.
Am Samstagnachmittag trafen meine vier Mädels dann mit Gerda zusammen. Diese zeigte ihnen die Briefe aus Dänemark. Kurz darauf klingelte bei mir das Telefon und meine Frau las mir das oben geschriebene vor. Ich bat darum, mir eine Kopie des Schreibens zukommen zu lassen und schon etwa 30 Minuten später konnte ich den Brief lesen. Oben sind aus dem Brief nur die relevanten Sätze heraus geschrieben worden, die im zusammen Hang mit den Tieren wichtig sind. Natürlich geht der Brief noch weiter, aber das was noch folgte, ist von meinem Computer gelöscht! Außerdem bat mich Gerda darum, den dritten Teil der Urlaubsgeschichte erst im Jahre 2015 zu veröffentlichen. Obwohl ich die Geschichte schon lange fertig hatte. Auf mein Nachfragen warum erst dann, gab mir Gerda keine Antwort, aber ich respektiere natürlich ihren Wunsch.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #291
Mein herzliches Beileid zum Hinschied von Gerda
Sie wird empfangen von vielen geretteten Sternchen
RiP
 
  • Post aus Bayern Beitrag #292
Der erste Tag der offenen Tür

Endlich ist meine Ausbildungszeit vorbei. Als Tierpflegerin habe ich schon vor 2,5 Jahren meine Prüfung bestanden. Nun auch endlich die Prüfung zur Tierarzthelferin. Nun muss ich nur noch für meine Sonderausbildung büffeln. Ab sofort brauche ich auch nicht mehr bei fast jedem Einsatz des Tierarztes dabei sein, sondern nur noch wenn es um Hunde oder Katzen geht.
Seit nunmehr zwei Wochen arbeite ich ohne Unterbrechung im Tierheim und freue mich jeden Tag auf die Arbeit. Auch auf die Tiere freue ich mich jeden Tag, besonders auf Schneewittchen (Anm. des Verfassers: Wurde schon eine Geschichte darüber geschrieben). Diese kleine Katzendame ist mir besonders ans Herz gewachsen. Jeden Tag, da sie frei im Tierheim herum läuft, kommt sie zu mir und lässt sich streicheln, bevor sie zu den anderen geht oder auch die anderen Tiere besucht.
Im Moment leben bei uns im Tierheim 86 Katzen und 63 Hunde. Eigentlich viel zu viel, aber was will man machen. Trotzdem formt sich langsam in mir ein Gedanke. Bei passender Gelegenheit werde ich mal mit der Leiterin sprechen und meine Gedanken vortragen. Das ist am Freitag, dann ist unser wöchentliches Zusammensitzen, bei dem Probleme aber auch Lösungen besprochen werden.
Endlich ist es Freitag und die Mitarbeiter treffen sich um 14.00 Uhr im großen Pausenraum. Ohne groß herum zu reden kommt die Leiterin auf das Problem der Überbelegung durch die ganzen Tiere zu sprechen. Normalerweise sind wir eingerichtet das 60 Katzen und 45 Hunde hier sein können. Doch es sind sehr viel mehr. Alle sollen wir Vorschläge machen, was getan werden kann. Schon die ganze Woche über habe ich mir Gedanken gemacht und ich glaube dass ich die Lösung habe. Darum schlage ich vor, das nicht mehr wie bisher die Tiere nur am Samstag besichtigt und mit genommen werden können, sondern an jedem Tag der Woche außer am Sonntag. Heftig wird mein Vorschlag diskutiert. Die meisten sind dagegen, weil es mehr Arbeit für sie bedeuten würde.
Dann fragt mich die Leiterin, wie ich mir das denn Vorstellen würde: „Mehrarbeit wird es nicht geben! Es muss nur eine Person als Ansprechpartner da sein. Alle anderen gehen ihrer normalen Arbeit nach. Auch sollte diese Öffnungszeit nur von 9.00 >Uhr bis 15.00 Uhr sein. Samstags soll es bleiben wie es ist.“ Nun wurde erst richtig Diskutiert, aber nach einer halben Stunde stimmten doch alle zu. Nur wer die Person sein sollte, die in der Woche als Ansprechperson gelten sollte, war noch nicht geklärt. Darum machte wiederum ich den Vorschlag, dass ich selber es sein sollte. Von allen wurde dieser Vorschlag begrüßt. Dann wurde noch ein Datum für das nun festgelegte besprochen, dann wurde die Versammlung wieder aufgelöst.
Am Montag wurde dann die Presse informiert und schon wenige Tage später erschien ein Artikel in der Zeitung. Wir hofften dadurch, dass mehr Tiere vermittelt werden. Tatsächlich kamen in den ersten Tagen mehr Besucher und nahmen ein Tier mit, doch noch immer waren wir auch einen Monat später überbelegt.
Beim nächsten Treffen machte ich dann den Vorschlag alle drei Monate einen Tag der offenen Tür zu veranstalten. Doch jetzt hatte ich wohl einen Fehler gemacht, denn die Leiterin übertrug mir die Planung für diesen Tag. Später am Abend besprach ich das mit meinen Eltern, doch auch die konnten mir nicht helfen.
Also fragte ich am Montag den Tierarzt, ob er mir helfen könnte. Er überlegte kurz, dann ging er ins Büro der Leiterin. Durchs Fenster konnte ich sehen, das er am Telefonieren war. Kurze Zeit später fuhr ein Auto auf unseren Parkplatz und ein junger Mann stieg aus. Dieser ging zum Büro der Leiterin und nach etwa 10 Minuten kam er zusammen mit dem Tierarzt und der Leiterin zu mir ins Katzenhaus.
Der junge Mann, sein Name ist Micha, stellte sich vor und dann besprachen wir das Vorhaben. Micha meinte, dass eine Imbissbude und ein Getränkestand für dieses Vorhaben angebracht sind. Er fragte mich dann, ob er die Planung übernehmen soll, was ich dann bejahte. Natürlich immer nur in Absprache mit mir. Dann besprachen wir noch wie alles Ablaufen soll und Micha schrieb sich alles auf. Dann kamen wir auf die Kosten zu sprechen. Daran hatte ich bisher gar nicht gedacht. Der Imbiss und der Getränkestand würden vielleicht ohne weitere Bezahlung hier stehen, aber die Werbung für den Tag der offenen Tür muss bezahlt werden. Schließlich müssen Plakate und Flyer hergestellt werden. Aber auch hierfür hatte Micha eine Lösung und er versprach sich darum zu kümmern.
Am Wochenende fuhr ich mit meinen Eltern in den Urlaub. Dort lernte ich Herbert kennen. Als wir wieder zu Hause waren, traf ich mich täglich mit Herbert und er hatte auch einige gute Ideen für den Tag der offenen Tür. Dieser sollte zwei Wochen später stattfinden. Überall in der Stadt hingen auch schon Plakate und in vielen Geschäften lagen die Flyer aus. Zu den Kosten meinte Micha nur: „Ich habe der Druckerei gesagt, dass sie die Ausgaben dafür als Spende von der Steuer absetzen können. Da sind diese eben kostenlos gedruckt worden und die Leiterin stellte eine Spendenquittung aus.“
Am Tag vorher trafen sich noch einmal alle Beteiligten und besprachen den Ablauf. Der Imbiss und der Getränkestand waren schon aufgebaut. Auch einen Infostand hatten wir aufgebaut. An diesem Stand wollte ich stehen und alle Infos der Tiere die bei uns lebten lagen auch bereit. Besonders hofften wir alle, das die Tiere die schon lange bei uns leben vermittelt werden. Besonders hofften wir, dass Klara endlich ein schönes zu Hause bekommt. Klara ist ein kleines Kätzchen das von Geburt an blind ist und auch stark am Humpeln ist, da sie einen Hüftschaden hat. Auch diesen hat sie von Geburt an. Klara lebt seit drei Jahren bei uns. Sie wurde kurz nach ihrer Geburt bei uns abgegeben.
Am Samstag öffneten wir um 9.00 Uhr unsere Türen. Solch einen Andrang wie an diesem Tag war, haben wir noch nie erlebt. Da auch Schneewittchen frei herum lief, wollten viele der Besucher diese mitnehmen. Jedes Mal holten wir dann Schneewittchen dazu, setzten sie auf den Boden und fragten sie ob sie mitgehen will. Jedes Mal schaute Schneewittchen sich die Leute an, dann stand sie auf und ging. Bei keinem der Interessenten wollte sie bleiben, also blieb sie bei uns.
Auch Klara die in einem Korb lag, wurde des Öfteren gestreichelt. Doch wenn die Leute erfuhren, dass Klara behindert ist wurde sie zwar weiter gestreichelt, doch keiner wollte sie. So ging der Tag um. Nachdem die Leute unser Tierheim wieder verlassen hatten, wurde festgestellt das 22 Hunde und 27 Katzen vermittelt waren. Solch einen Erfolg hatten wir uns nicht vorstellen können und wir beschlossen auf jeden Fall wieder einen Tag der offenen Tür zu veranstalten. Auch die Betreiber der beiden Stände waren zufrieden und versprachen auf jeden Fall beim nächsten Mal wieder dabei zu sein.
Am Montag, es war etwa 11.30 Uhr, kam die Leiterin zu mir ins Katzenhaus. „Hallo Gerda! Vorhin bekam ich einen Anruf von einer Frau die nur zufällig bei uns am Tag der offenen Tür bei uns war. Eigentlich machte sie hier nur Halt um eine kurze Pause zu machen. Dabei ist sie ins Gespräch mit einer Mitarbeiterin des Tierheim gekommen. Diese Mitarbeiterin hat ihr alles genau erklärt. Auch ist sie auf ihre bitte mit zu den Katzen gekommen. Jedes Tier das sie interessierte wurde ihr vorgestellt und auch auf vorhandene Krankheiten hingewiesen. Dabei ist ihr eine Katze besonders ans Herz gewachsen und sie möchte dass diese Katze für sie zurück gehalten werden soll, da die Frau erst in drei Wochen hier wieder hinkommen kann. Nach der Beschreibung der Frau, warst Du die Mitarbeiterin und die Katze ist Klara. Also kümmere Dich etwas um Klara und bereite sie darauf vor, dass sie bald abgeholt wird!“
Schnell sprach sich im Tierheim herum, das Klara vielleicht ein neues zu Hause bekommt und alle freuten sich für sie. Jeder Mitarbeiter hatte auf einmal mehr Zeit für Klara und diese wurde immer wieder gestreichelt. Zwar wurden Klara, aber auch alle anderen Tiere, schon immer gestreichelt. Aber nun steigerte es sich noch.
Drei Wochen später kam die Tierheim-Leiterin mit einer Frau zu mir ins Katzenhaus. Ich erkannte sie sofort wieder. Das war die Frau die ich beim Tag der offenen Tür begleitet hatte, nachdem sie mich darum gebeten hatte. Die Frau stellte sich vor und fragte sofort nach Klara. Diese war bei den anderen Katzen in einem Raum. Zusammen gingen wir dort hin und betraten den Raum. Dann rief die Frau nach Klara. Klara lag in einem Korb und hob ihren Kopf. Dann lauschte sie in die Richtung aus der der Ruf gekommen war. Noch einmal rief die Frau, da stand Klara langsam auf und kam auf uns zu. Kurz bevor sie uns erreichte ertönte ein „Miau“ von Willi.
Willi ist ein 10 jähriger Kater dem eine Vorderpfote zur Hälfte fehlt. Auch er lebt schon lange bei uns. Sofort setzte sich Klara hin. Die Frau hob Klara auf und redete mit ihr. Da fing Klara an zu köpfeln. Aber auch Willi kam näher. Er setzte sich vor die Frau auf den Boden und miaute wieder. Da bückte sich die Frau und fing an auch Willi zu streicheln. Dann sagte sie: „Das ist wohl der Freund von Klara. Auch den nehme ich natürlich mit. Schließlich sollen die beiden zusammen bleiben.“
So geschah es dann auch! Sie bekam von uns zwei Transportkörbe und fuhr mit den beiden wieder davon. Schneewittchen kam noch kurz vor der Abfahrt und verabschiedete die beiden.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #293
Peter und die zwei blinden Katzen

Wie so oft sitze ich in meinem Büro und mache die Monatsabrechnung fertig. Bei einer eigenen Berechnung von mir, stelle ich sogar ein kleines Plus fest. Meistens sieht es anders aus. Aber dieser Monat lief sehr gut. Bei einem Tag der Tiere in diesem Monat konnten über 30 Tiere vermittelt werden uns auch so lief es gut mit den Vermittlungen. Über 50 Tiere haben unser Tierheim verlassen können und es sind nur 12 Neuzugänge zu verzeichnen gewesen. Trotzdem haben wir noch 45 Tiere die hier leben.

Auf der Krankenstation befinden sich zurzeit nur drei Katzen. Zwei von ihnen wurden Kastriert und sollen heute wieder die Station verlassen. Dann ist dort noch Peter. Das ist ein 15 Jahre alter Kater, der nach einem Autounfall und Verlust eines Vorderbeines, von seinem Besitzer beim Tierarzt zurückgelassen wurde. Nun lebt Peter schon seit 3 Jahren bei uns im Tierheim. Zuerst wollte Peter nichts mit den anderen Katzen zu tun haben, aber irgendwann taute er auf und fing an mit den anderen zu spielen. Dabei vergaß er des Öfteren dass ihm eine Pfote fehlte. So auch gestern! Beim Toben sprang er von einem Tisch und landete so unglücklich, dass er sich die zweite Vorderpfote gebrochen hat. Er lag dann laut Miauend im Raum und musste von mir operiert werden. Nun liegt er in seinem Korb und ist auch sehr ruhig.

Inzwischen ist es 15.25 Uhr und mein Telefon klingelt. Nachdem ich abgenommen und mich gemeldet habe, sagt am anderen Ende das dort das Altersheim aus unserer Stadt ist. Dort ist die Besitzerin von zwei Katzen vor etwa einer Stunde gestorben und da es keine Verwandten gibt, müssen die Katzen nun zu uns ins Tierheim. Ich verspreche dass sofort jemand kommt um die Tiere zu holen, dann beende ich das Gespräch. Anschließend schicke ich zwei Mitarbeiter los, die die Tiere holen. Auch sollen die beiden sich nach den Lebensumständen, soweit bekannt, erkundigen.

Inzwischen gehe ich zum Katzenhaus, untersuche noch einmal die beiden Kastrierten Katzen und lasse diese zu den anderen bringen. Nun liegt Peter ganz alleine in dem Raum. Für die Nacht ist das nicht gerade angebracht und ich überlege welche Katze ich dazu holen kann. Gerade will ich eine bestimmte Katze holen als unser Wagen wieder auf das Gelände fährt.

Ich gehe nach draußen um die Tiere ab zu holen. Da kommen mir schon die beiden Mitarbeiter entgegen. Jeder hat einen Katzenkorb in der Hand und gehen sofort ins Untersuchungszimmer. Einer der beiden sagt zu mir: „Da sind die beiden Gerda! Zur Geschichte der beiden haben wir erfahren, beide sind reine Wohnungskatzen bzw. Zimmerkatzen, da die Besitzerin nur einen Raum zur Verfügung hatte. Auch sind beide seit der Geburt Blind. Sie sind jetzt 10 Jahre alt und lebten davon 7 Jahre bei der Frau im Altenheim in diesem Raum. Dort standen ein kleiner Kratzbaum und zwei Katzenklos. Auch einiges an Spielzeug haben wir gesehen. Diese bleiben aber dort und werden an andere Bewohner weiter gegeben. Sonst haben wir nicht viel erfahren.“

Während er am Erzählen war, holte ich die erste Katze aus dem Korb und untersuchte diese. Die Katze heißt Paula, wie mir der zweite Mitarbeiter sagt. Außer der Blindheit, die ich sofort feststelle, ist Paula gesund. Nur ihr Gewicht ist zu gering. Sie wiegt nur 2,9 Kilo und das ist für eine ausgewachsene Katze viel zu wenig. Der zweite Mitarbeiter sagt: „Morgens und Abends gab es für jede Katze 100 Gramm Futter. Das war es!“ Auf meinen Einwand dass die Katzen vor Hunger geschriehen haben müssen, zuckt er nur mit den Schultern. Ich setzte Paula in einen Korb und nehme die zweite Katze, Petra, und untersuche diese. Auch sie ist gesund, abgesehen von der Blindheit, aber viel zu leicht. Petra wiegt nur 2,6 Kilo!

Ich bin entsetzt und ordne an, dass die Katzen sofort etwas zu Futtern bekommen. Einer der Mitarbeiter verlässt den Raum und kommt nach kurzer Zeit mit zwei Näpfen voller Futter zurück. Er stellt diese auf den Boden und ich hebe die Katzen hoch und stelle sie direkt vor die Näpfe. Sofort fangen sie an zu futtern. Ich frage wieviel Futter jede Katze nun hat und erfahre dass in jedem Napf etwa 200 Gramm Futter sind. „Mehr dürfen die beiden heute auch nicht bekommen, sonst haben wir hier eine große Sauerei. Wenn die beiden gefuttert haben bringt sie auf die Krankenstation. Damit Peter nicht so alleine ist. Ich schaue nachher noch einmal nach den beiden.“

Dann verlasse ich den Raum und gehe wieder zu meinem Büro. Dort mache ich bis zum Feierabend noch mit dem Papierkram weiter. Als es endlich soweit ist, gehe ich noch einmal zur Krankenstation. Beide Katzen liegen in einem großen Korb und ich streichele die beiden einige Minuten. Peter schaut die ganze Zeit zu den beiden Katzen und ist leise am Schnurren. Auch Peter wird von mir gestreichelt. Dann fahre ich nach Hause.
Am nächsten Morgen führt mein Weg wieder zur Krankenstation. Groß ist mein Erstaunen als ich Peter im Korb der beiden Katzen sehe. Irgendwie muss er es in den Korb geschafft haben. Die drei liegen eng bei einander. Gerade leckt Petra an den Ohren von Peter. Mir kommt die Erkenntnis, dass die drei nun nur noch zusammen vermittelt werden können. Aber erst muss Peter wieder gesund werden.

Nach vier Wochen werden die drei zu den anderen Katzen gebracht. Auch dort sind die drei unzertrennlich. Peter zeigt den beiden alles was sie wissen müssen über ihren neuen Lebensbereich. Wenn eine der beiden raus will, geht Peter mit. Nie sind die beiden ohne ihren neuen Freund zu sehen.

Dann veranstalten wir einen Tag der offenen Tür. Dabei sollen auch die drei Vermittelt werden. Bis kurz vor Schluss werden zwar viele Tiere vermittelt, aber die drei sind nicht dabei. Obwohl auch sie sich von ihrer besten Seite zeigen. Jedoch sobald bemerkt wird, das Peter ein Drei Bein ist, erlischt das Interesse.
Es sind noch 5 Minuten bis zum Schluss der Veranstaltung als ein Paar mit drei Kindern den Raum betritt. Die Kinder sind etwa 10- 15 Jahre alt. Alle drei sind Mädchen und gehen sofort zum Show Raum in dem sich die Katzen befinden. Gerade haben sich unsere Sorgenkinder wieder in ihren Korb gelegt. Nun schaut Peter hoch und sieht die drei Mädchen.

Während die Mädchen sich die Katzen ansehen und auch einige streicheln, mustert Peter die drei genau. Dann kommt ein leises Miauen von ihm. Er steht auf und auch Petra und Paula erheben sich. Dann gehen die drei langsam auf die Mädchen zu. Diese haben noch gar nicht mitbekommen das sich ihnen die Katzen nähern. Die Eltern der Kinder sehen das genau und fragen mich warum Peter am Humpeln ist. Ich erkläre es ihnen und Weise auch daraufhin, das Paula und Peter blind sind.

„Das macht nichts! Wenn sich die Katzen unsere drei ausgesucht haben und auch von unseren Mädchen angenommen werden, nehmen wir die drei Katzen mit. Dann hat jedes der Mädchen ihre eigene Katze.“
Noch immer beobachten wir sie Katzen. Jetzt ist Peter bei dem jüngsten Mädchen und Miaut leise. Das Mädchen sieht sich um und fängt sofort an Peter zu streicheln. Sie scheint aber auch zu sehen, das Peter ein Drei Bein ist, denn sie sagt zu ihm: „Och Du Armer! Dich will wohl keiner haben, aber wenn meine Eltern es zulassen nehme ich dich mit.“ Dabei schaut sie zu ihren Eltern und beide nicken mit ihrem Kopf. Da nimmt das Mädchen Peter auf den Arm und dieser fängt laut an zu schnurren.

Petra und Paula haben sich inzwischen zu den anderen Mädchen gesetzt und sind ebenfalls am Miauen. Sofort streicheln die Mädchen die Katzen und nach einem kurzen Augenblick werden auch sie auf die Arme genommen. Dann kommen die drei Mädchen zu uns.

Ich erzähle den beiden dass die Katzen blind sind, doch das stört nicht. Die drei Mädchen sind ganz vernarrt in die Katzen. Diese sind auch schon derbe am köpfeln und laut hört man ihr schnurren. Da sagt der Vater: „Ok! Wir nehmen die drei! Ich glaube nicht dass sie sonst jemals neue Besitzer finden. Eigentlich haben die Katzen uns ja gefunden und nicht wir sie. Eigentlich wollten wir nur eine Katze. Aber ich habe schon gesehen dass die drei unzertrennlich sind. Können wir die drei sofort mitnehmen?“

Natürlich können sie und zusammen geht es zu meinem Büro, während die Mädchen bei den Katzen bleiben. Schnell mache ich die Papiere fertig und nach einer kurzen Unterhaltung verlassen drei glückliche Katzen unser Tierheim. Die drei lebten noch lange bei der Familie und als zunächst Peter verstarb, holten sie wieder eine Katze mit Behinderung. Auch als die Mädchen schon erwachsen waren, holten sie von Zeit zu Zeit behinderte Katzen zu sich nach Hause. Jede der Mädchen hatte mindestens drei behinderte Katzen gleichzeitig bei sich zu Hause.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #294
Theo

Wieder einmal ist Schreibkram angesagt. Diesmal mache ich die Listen fertig für den monatlichen Bedarf den das Tierheim hat. Dazu gehört nicht nur das Futter bestellt werden muss, sondern auch Material für die Pflege und Unterbringung der Tiere. Ich schreibe immer etwa 25 % mehr auf als benötigt wird, da ich weiß, dass unsere Bedarfsliste immer um mindestens 25% gekürzt wird. So bekommen wir immer das, was wir auch haben wollen. Den Trick hierzu, hat mir eine Person aus dem Amt gegeben, weil wir ja ein Stätisches Tierheim sind und somit alle Ausgaben durch das Amt genehmigt werden müssen.

Gerade stelle ich im Katzenhaus die Liste zusammen für den Bedarf der Katzen als ich zufällig einen Blick aus dem Fenster werfe. Vor dem Tor, das geöffnet ist, steht ein Mann mit einem Fahrrad. Auf diesem ist sein Gepäck befestigt. Anscheinend handelt es sich bei dem Mann um einen Streuner. Seit Hugo bei uns ist, nenne ich alle Landstreicher nur noch Streuner. Auch Hugo war ein ehemaliger Landstreicher der nun schon seit sechs Jahren bei uns im Tierheim arbeitet. Auch beim Tierarzt hilft er oft aus. Hugo ist bei uns für die Außengestaltung des Tierheim zuständig da er einmal einen Gartenbaubetrieb hatte. Aber auch bei der Pflege der Tiere hilft er mit. Auch kümmert er sich um die Tiere auf der Krankenstation. Dafür hat er eine Unterweisung durch den Tierarzt bekommen.
Gerade will ich nach draußen gehen, als ich sehe das Hugo zum Tor eilt. Darum gehe ich nur bis zum Ausgang des Katzenhauses. Kaum habe ich die Tür geöffnet, als mir schon Hugo entgegen kommt. Er ruft nur: „Schnell Gerda! Hole deine Tasche! Ein Notfall!“ Dann drängelt er sich an mir vorbei um den Schlüssel für unseren Bulli zu holen. Ich laufe schnell in mein Büro und hole meine Notfalltasche. Dann laufe ich zum Bulli der schon mit laufendem Motor vor meinen Büro steht. Am Tor hält Hugo noch einmal an und der Streuner steigt in den Bulli. Dann gibt Hugo wieder Gas. Nachdem der Streuner, er heißt Theo, sich gesetzt hat, reiche ich ihm meine Hand und nenne meinen Namen. Erstaunt sieht er mich an und gibt mir zögernd die Hand. Während der kurzen Fahrt erzählt der Streuner: „Ich bin mit meinem Hund gerade auf dem Fußweg entlang der Straße unterwegs, als sich mein Hund hinlegt und nicht mehr aufstehen will. Ich habe solche Angst um Bello, denn er ist schon seit 16 Jahren mein Begleiter!“

An der Kreuzung schaut Hugo nur kurz nach links dann gibt er wieder Gas. Das dadurch ein paar Autos bremsen müssen, stört ihn nicht. Sofort geht hinter uns ein Blaulicht an. Doch Hugo kümmert sich auch darum nicht, sondern gibt noch mehr Gas. Auch geht das Blaulicht kurz darauf wieder aus. Nach etwa einem Kilometer schaltet er die Warnblinkanlage an und wird langsamer. Dann fährt er an den rechten Seitenrand. Dort liegt ein großer Hund auf dem Gehweg.

Sobald der Bulli steht, bin ich aus dem Wagen und laufe sofort zu dem Hund. Aus den Augenwinkeln heraus sehe ich, das die Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht hinter unserem Bulli steht. Da ich schon bei dem Hund bin, kümmere ich mich aber um diesen. Der Hund ist ein Schäferhund Mischling. Er ist stark am Hecheln und hebt auch nicht seinen Kopf als ich anfange ihn zu untersuchen. Sofort stelle ich beim Abhören den unregelmäßigen Herzschlag fest, auch als ich ihn am Bauch abtaste jault er kurz. Genauso im Bereich der Hüften.

Hugo kniet schon neben mir und hat eine Trage neben sich liegen. Auch die beiden Polizisten stehen bei uns, sagen aber kein Wort. Den älteren der beiden kenne ich schon länger. Jetzt wird mir auch klar, warum das Blaulicht wieder ausgestellt wurde, nachdem es kurz anging.

Zusammen mit Hugo legen wir den Hund auf die Trage, dann gehen wir wieder zum Bulli und schieben die Trage auf die Ladefläche. Dort wird sie von Hugo an den Rastpunkten befestigt, dann steigen wir wieder in den Bulli. Auch Theo sitzt wieder im Wagen. Neben der Fahrertür steht Peter, der ältere Beamte, und redet mit Hugo. Dann sagt er: „Wir halten jetzt den ganzen Verkehr auf, damit ihr drehen könnt. Dann braucht ihr nicht bis zur nächsten Straße fahren um zu drehen. Nachher müssen wir aber noch reden!“ Das letzte sagte er zu Hugo.

Dann gehen beide Beamten los und sperren die Straße, so das wir ungehindert wenden können. Sofort gibt Hugo wieder Gas, doch schon nach ein paar hundert Metern ist der Polizeiwagen wieder hinter uns. Diesmal hat er das Blaulicht noch an. Kurz vor der Einfahrt zum Tierheim überholt der Wagen und setzt sich vor uns. Als wir an der Kreuzung ankommen, wir müssen die Gegenfahrbahn überqueren, sperrt die Polizei die Fahrbahn und wir können ungebremst in die Straße einbiegen. Kurz darauf sind wir wieder vor dem Katzenhaus und wir holen den Hund aus dem Wagen. Schnell bringen wir ihn in den Behandlungsraum und legen den Hund auf einen Tisch.

Jetzt untersuche ich den Hund genauer. Als ich einmal hochsehe stelle ich fest, das neben Hugo, der mir hilft, Theo und die beiden Beamten im Raum sind. Doch das stört mich nicht! Der Hund ist wichtiger! Wieder stelle ich die Unregelmäßigkeiten des Herzschlages fest, darum bekommt der Hund erst einmal ein Stärkungsmittel für das Herz. Den Bauch schaue ich mir mittels Ultraschall an. Dort erkenne ich eine Bauchfellentzündung. Diese kann Lebensgefährlich sein bei einem Hund. Sofort bekommt er von mir eine Spritze mit Antibiotika. Dazu lege ich einen Zugang, da der Hund noch einige Zeit mit Medikamenten versorgt werden muss.
Dann werden ein paar Röntgenaufnahmen durch mich gemacht, da der Hund auch Schmerzen bei den Hüften hat. Beim Betrachten der Aufnahmen stelle ich eine Dyslasie fest. Das ist eine besondere Abnutzung der Gelenkknorpel an den Hüften. Dabei findet der Kopf des Oberschenkelknochens nicht genügend Halt in der Hüftgelenkspfanne und dadurch werden schmerz empfindliche Nerven gereizt.

Dieses kann durch übermäßiges Springen auf harten Untergründen, viel Treppensteigen aber auch übermäßiges Laufen passieren. Helfen kann man mit Medikamenten oder aber auch durch eine OP. Trennen von gewissen Muskeln sowie das Umschneiden des Gelenkkapselrandes zur Unterbindung der schmerzleitenden Nervenfasern.

Ich entscheide mich für die Medikamente. Sollte das nicht helfen, kann ich immer noch operieren. Ich gebe dem Hund die entsprechenden Medikamente, dann wird er in einem Korb gelegt und kommt auf die Krankenstation. Dort wird er nun einige Wochen bleiben müssen.

Dann setzen wir uns im Aufenthaltsraum an einen Tisch. Mit dabei sind immer noch die beiden Beamten. Peter ergreift zunächst das Wort: „Als euer Bulli so plötzlich auf die Straße fuhr, dachte ich mir schon das es ein Notfall ist. Darum habe ich auch gleich zu meinem Kollegen gesagt, das er das Blaulicht wieder ausmachen kann. Als ich euch dann bei dem Hund anhalten sah, stellte mein Kollege das Blaulicht wieder an und hielt hinter eurem Bulli. Dann haben wir nur zugesehen weil ich weiß das ich dich nicht stören kann, Gerda! Auch hier wollten wir erst einmal abwarten was der Hund hat. Jetzt wissen wir es. Eine Strafe für Hugo muss es aber trotzdem geben. Schließlich hat er den Verkehr gefährdet! Bist Du mit 5 Mark einverstanden Hugo?“

Alle mussten wir nun lachen über die harte Strafe, dann gab Hugo 5 Mark an den Beamten und bekam eine Quittung. Diese nahm ich sofort an mich und sagte zu Hugo, das das Tierheim dieses übernimmt. Dann verabschiedeten sich die beiden Beamten und gingen aus dem Raum.

Nun wendete ich mich an Theo: „Also dein Bello wird nie mehr mit Dir durch die Gegend streifen. Das kann er nicht mehr. Aber seine Leiden können wir lindern, so das er ein schmerzfreies Leben führen kann. Leider darf ich dir keinen anderen Begleiter mit geben! Du musst schon alleine weiter ziehen. Aber deinen Bello darfst Du jederzeit besuchen. Er wird bis zu seinem Lebensende hier im Tierheim bleiben.“

Theo standen die Tränen in den Augen. „Aber ich kann die Behandlung nicht bezahlen. Was soll ich nur machen? Gerne würde ich in der Nähe bleiben und mich weiter um Bello kümmern. Aber wohin soll ich mich wenden? Ich weiß es nicht!“ Nun meldete sich Hugo zu Wort, der bisher nichts gesagt hatte. Er erklärte Theo ganz genau, wohin er sich wenden muss. Auch bot er an, Theo bei seinen Behördengängen zu begleiten.
Eine Woche später war Theo wieder bei uns im Tierheim. Sein Bello freute sich ungemein sein Herrchen wieder zu sehen. Theo war in einem Heim für Obdachlose unter gekommen und lebte jetzt nur 15 Kilometer von uns entfernt. Jede Woche kam nun Theo fast an jedem Tag um seinen Bello zu besuchen. Dem ging es inzwischen wieder besser und nach 8 Wochen ging er das erste Mal mit seinem Herrchen etwas spazieren. Das ging 2 Jahre so, dann verstarb Bello und wurde bei uns auf dem Tierfriedhof beerdigt. Auch Theo lebte nicht mehr lange. Für beide wurde eine gemeinsame Gedenktafel an Bellos letzter Ruhestätte angebracht. Aber auch Theo bekam ein vernünftiges Grab auf dem Friedhof in unserer Stadt.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #295
Peter und der schwarzer Kater

„Ich fahre so vor mich hin. Seit drei Stunden bin ich mit meinem LKW wieder unterwegs. Bisher lief der Verkehr einwandfrei. Jetzt gibt es einen Stau. Vor mir ist in 2 Kilometer Entfernung eine Tagesbaustelle, wie ich über Funk erfahre. Zwei Kilometer sind nicht schlimm, darum bleibe ich auf der Bahn. Gelangweilt schaue ich immer wieder auf den Gegenverkehr, der ungebremst an mir vorbei donnert. Es sind noch 500 Meter bis zur Baustelle und ein Hinweisschild taucht auf, das alle Autos auf die Überholspur müssen. Also schaue ich in den Rückspiegel und setzte den Blinker. Ein freundlicher PKW-Fahrer lässt mich einscheren und ich bedanke mich bei ihm, indem ich die Hand aus dem geöffneten Seitenfenster halte. Es geht nur sehr langsam voran, fast Schrittgeschwindigkeit und so schaue ich mal wieder in den Gegenverkehr. Auf einmal sehe ich etwas im Gras des Mittelstreifens liegen was sich bewegt. Sofort schaue ich genauer hin und erkenne eine Katze die dort liegt. Sie hebt nur den Kopf, der immer wieder auf den Boden sinkt. Sofort halte ich an und springe aus meinem Truck. Sehr schnell bin ich bei der Katze und erkenne, dass diese offensichtlich angefahren wurde. Wann das war steht aber nicht dabei aber es muss schon länger her sein, da das Blut auf ihrem Fell schon eingetrocknet ist. Obwohl hinter mir Autos wie verrückt am Hupen waren, habe ich vorsichtig die Katze hochgehoben, bin um meinen Truck. Da schrie mich ein Mann an, was das solle und ich sagte ihm nur, dass er sofort die Tür aufmachen soll. Das machte er und ich legte die Katze auf den Beifahrersitz. Dann bin ich wieder um den Wagen rum und bin weiter. Ich wusste, noch 10 Kilometer, dann kann ich dich erreichen. Sobald ich deinen Einzugsbereich erreicht hatte, habe ich dich über Funk gerufen und bekam auch sofort Antwort aus deinem Tierheim. Das ist die Geschichte zu der Katze.“
Doch zum Anfang!
Wieder sitze ich in meinem Büro und mache den Papierkrieg. Kurz schaue ich auf die Uhr. Es sind noch zwei Stunden bis zum Feierabend. Bis dahin werde ich wohl fertig sein mit meiner Arbeit. Da das Funkgerät auf meinem Schreibtisch doch stark am Rauschen ist, stelle ich dieses aus. Gerade in dem Moment als eine Stimme daraus ertönt. Dann kümmere ich mich weiter um den Papierkram. Kurze Zeit später klopft es an meiner Tür und Bernd kommt herein. „Gerda mach das Funkgerät an! Da ist ein Notruf für dich!“ sagt er zu mir. Schnell stelle ich das Gerät wieder an und höre wieder die Stimme von vorhin. Ich ärgere mich, weil ich das Gerät ausgeschaltet habe als diese Stimme ertönte.

Nun kann ich sie wieder hören. „Hallo kleiner Doktor! Melde dich mal, es ist dringend!“ Sofort greife ich zum Mikrophon und antworte dem Trucker. Sofort kommt die Antwort: „Hallo Gerda! Schön dass ich dich endlich erwische! Du musst sofort zu mir kommen! Ich habe eine kleine Katze auf dem Mittelstreifen der Autobahn gefunden. Die ist schwer verletzt.“ Ich frage noch warum er nicht hier hin kommt und erfahre das sein Truck 18 Meter lang ist und nicht damit bei uns in die Straße kommt. Dann sagt er mir auf welchem Parkplatz er steht.

Sofort schnappe ich mir meine Notfalltasche und laufe zum Bulli. Bernd läuft neben mir her und schwingt sich auf den Fahrersitz. Nachdem ich sitze gibt er sofort Gas. Bernd fährt jedoch nicht auf die Autobahn, sondern biegt schon nach einigen hundert Metern, die wir auf der Hauptstraße fahren, in einen Waldweg ein. Dieser führt direkt zu auf die Rückseite des Parkplatzes. Als wir dort ankommen steht direkt vor der Zufahrt ein Polizeifahrzeug. Bernd hupt einmal kurz und als sich einer der Beamten umdreht, macht Bernd eine Handbewegung die anzeigt, dass er vorbei will. Doch anstatt Platz zu machen steigen die beiden Beamten aus dem Fahrzeug und kommen zu unserem Bulli.

Da beide Beamten auf der Fahrerseite stehen und von Bernd die Papiere wollen, wird es mir zu bunt. Ich schnappe mir das Mikrophon und frage welcher von den 30 LKW auf dem Parkplatz der richtige ist. Nachdem ich das weiß, springe ich aus dem Bulli und laufe zu dem entsprechenden LKW. Als ich um den LKW herum laufe, sehe ich viele Trucker bei dem LKW stehen. Als diese mich erkennen, machen sie sofort Platz und einer zeigt nach oben. Schnell steige ich die drei Stufen hoch und sehe dann die Katze. Sofort erkenne ich, dass diese nicht überfahren wurde, sondern während der Fahrt aus dem Auto geworfen wurde. Das muss aber schon in der letzten Nacht geschehen sein, denn über Tags eine Katze aus dem fahrenden Auto werfen ist nicht möglich. Sie ist sehr schwer verletzt. Hier im LKW kann ich sie nicht behandeln. Während ich die Katze untersuchte, erzählte der Trucker wie er zu der Katze gekommen ist.

Da das Mikrophon neben mir herunter hängt, schnappe ich mir dieses und Rufe nach Bernd: „Bernd, komm sofort hier hin! Ich brauche den Tisch und eine Trage!“ Sofort antwortet Bernd: „Die beiden wollen mich hier nicht auf den Parkplatz fahren lassen. Ich soll wieder zurück und die normale Auffahrt benutzen. Außerdem wollen sie 30 Mark von mir und ich bin nicht bereit die zu bezahlen!“

„Alles klar Bernd! Ich werde das sofort klären lassen!“ Antworte ich ihm, dann rufe ich unseren Tierarzt, da ich weiß, das er heute in seiner Praxis ist und er auch dort sein Funkgerät an hat. Sofort meldet er sich und ich sage zu ihm: „Albert, ruf doch mal eben den Polizeipräsidenten an. Da sind zwei übereifrige Beamte hier auf der Autobahn und die wollen nicht, das Bernd mit unserem Bulli zu einem Notfall kommt!“ „Mache ich sofort, mein Engel! Ich melde mich gleich wieder.“ Ich weiß genau was der Tierarzt jetzt macht. Er wird in seiner unterbrochenen Arbeit fortfahren und sich in ein paar Minuten wieder melden. Auch die Trucker schauen mich erstaunt an. Einer sagt: „Kennst Du den denn? Ich meine den Präsidenten!“ Ich sage zu ihm: „Nee, aber das wirkt hoffentlich!“ Da brechen alle Trucker in lautes Lachen aus.

Da meldet sich Bernd und teilt mit, dass er durchfahren darf. Auch der Tierarzt meldet sich wieder und ich sage ihm, dass sich alles erledigt hat. Dann hält Bernd schon unseren Bulli vor dem LKW. Sofort springt er heraus und macht die Seitentür auf. Als er zu einem Tisch greift, es ist ein normaler Campingtisch, wird ihm dieser von einem Trucker aus der Hand genommen und dieser baut den Tisch auch sofort auf. Vorsichtig lege ich die Katze auf meine kleine Trage die ich schon aus der Tasche genommen habe und reiche diese einem weiteren Trucker. Zwei andere helfen mir beim runtersteigen und dann gehe ich schnell zu der Katze die schon auf dem Tisch liegt.

Vorsichtig untersuche ich nun die Katze und bin erschüttert. Alle Pfoten gebrochen, vermutlich einige Rippen, Kieferbruch, vermutlich auch einen Schädelbruch. Auch die Wirbelsäule hat etwas abbekommen. So wie es aussieht besteht mal wieder keine Chance. Muss ich nun zum zweiten Mal in meinem Leben die erlösende Spritze setzen? All das habe ich laut gesagt. Auch die beiden Beamten die hinter den Truckern stehen, haben es mit bekommen. Ich schaue die Trucker an, auch Bernd wird gemustert, dann schaue ich wieder auf die Katze. Die Katze sieht mir direkt in die Augen und darin erkenne ich den unbedingten Willen zu Leben. Ein Ruck geht durch mich und ich sage schnell zu Bernd: „Alles in den Bulli und dann müssen wir sofort los. Hier kann ich nichts machen! Wenn nur nicht der Weg so schlecht wäre, dann könnten wir Gas geben.“

Da sagt einer der Beamten: „Kommen Sie! Wir fahren mit unserem Wagen, das geht schneller!“ Schnell aber vorsichtig lege ich die Katze wieder auf die kleine Trage, verabschiede mich von den Truckern und laufe zu dem Polizeifahrzeug. Einer der Beamten öffnet die hintere Tür und ich steige ein. Als beide Beamten im Wagen sitzen fährt er sofort los. Blaulicht und Martinshorn werden angeschaltet und schon rast der Wagen über die Autobahn. Der zweite Beamte greift zu seinem Funkgerät und ruft die Zentrale: „Hier ist Wagen 17! Wir sind unterwegs zur Tierklinik mit einer sehr schwer verletzten Katze. Die Tierärztin sitzt mit im Wagen!“ Als Antwort bekommt er: „Ist das Gerda?“ und da ich mit dem Kopf nicke gibt der Beamte das weiter an die Zentrale. „Unbedingt die Anweisungen von Frau Gerda XXXXX befolgen und nicht zur Klinik sondern zum Tierheim! Ende“

Erstaunt sieht der Beamte mich an sagt aber nichts dazu, nur fragt er ob es mit dem Tierheim richtig ist. Wieder nicke ich mit dem Kopf und keine 5 Minuten später sind wir im Tierheim. Bernd ist noch nicht mit dem Bulli da. Trotzdem laufe ich mit der Katze auf dem Arm sofort zum Katzenhaus. Dort an- gekommen gehe ich sofort in den Röntgenraum und mache mehrere Aufnahmen von der Katze. Da Bernd inzwischen da ist, nimmt er anschließend die Katze und bringt sie in den Behandlungsraum. Ich entwickle derweilen die Aufnahmen. Dann betrachte ich diese und bin wieder entsetzt. Meine Vermutungen beim Abtasten auf dem Parkplatz bewahrheiten sich. Zusätzlich kommt noch ein Hüftbruch dazu. Die Wirbelsäule weißt nur eine starke Stauchung auf. Der Schwanz ist ebenfalls mehrfach gebrochen.

Wieder kommen mir bedenken die Katze zu behandeln. Doch leichtes Knabbern an meiner rechten Hand sagt mir, was ich machen muss. Sofort fange ich an mit der OP. Zwischenzeitlich kommt auch der Tierarzt und nach kurzer Unterweisung hilft er sofort mit. Leider muss ich den Schwanz fast komplett amputieren so das nur ein kleiner Stummel von ein paar Zentimetern übrig bleibt. Nach vier Stunden sind wir fertig. Mehr können wir im Moment nicht für die Katze tun. Vorsichtig wird das Kätzchen in einen Korb gelegt und nach nebenan in einen anderen Raum gebracht.

Ich rede noch einige Zeit mit dem Tierarzt, dann fahre ich nach Hause. Bernd hat zuvor gesagt, das er die Nacht über bei der Katze bleibt und sich um diese kümmern wird. In den nächsten vier Wochen blieb Bernd immer des Nachts bei dem Kätzchen, während ich über Tags mich um die Katze kümmerte. Dann haben wir beide es geschafft. Die Katze war über den Berg. Sie musste aber noch einige Zeit auf der Krankenstation bleiben. Nur war jetzt keine intensive Pflege mehr nötig. Auch Bernd konnte nun wieder seinen normalen Dienst machen und brauchte nicht mehr nachts bei der Katze bleiben.

Drei Monate später, inzwischen war die Katze wieder genesen, wenn man auch davon absah das sie für den Rest ihres Lebens humpeln wird und nicht mehr sehr schnell laufen kann, wollten wir sie vermitteln. Da ein Tag der offenen Tür geplant war, wollten wir es dabei versuchen. Doch keiner wollte an diesem Tag eine behinderte Katze mit zu sich nach Hause holen.

Während dieser langen Zeit, hat immer wieder Peter, das ist der Fahrer der die Katze gefunden hat, nachgefragt wie es der Katze ging. Immer war er sehr erfreut wenn er hörte, das es langsam besser wurde. Natürlich erzählte ich ihm, das die Katze vermittelt werden soll. Er freute sich darüber. Das war das letzte was ich von ihm hörte.

Am zweiten Tag der offenen Tür sah ich dann Peter wieder. Er kam gegen Mittag zusammen mit einer Frau. Als wir uns begrüßten stellte er diese als seine Frau vor. Dann erkundigte er sich nach der Katze. Zusammen gingen wir zu dem Raum in dem sie mit den anderen Katzen herum tobte. Sofort erkannte Peter die Katze und er fragte mich welchen Namen sie bekommen hatte. Da sagte ich ihm, das es ein Kater ist der den Namen Peter hat. Laut mussten er und seine Frau nun lachen.

Da stoppte Peter in seinen Bewegungen, miaute einmal dann lief er auf Peter zu. Der große Peter ging in die Hocke und nahm den Kater auf den Arm. Dieser war am köpfeln und laut am Schnurren. Auch die Frau streichelte nun den Kater. Auch diese wurde an geköpfelt. Dann sagte Peter: „Schon gut, mein kleiner. Du kommst mit zu uns. Dich kann man hier nicht lassen. Nein Du brauchst ein neues zu Hause, wo Du glücklich bist.“ Während er das sagte, kam eine weitere Katze zu uns und schaute die Frau von Peter an. Dann Miaute auch sie und die Frau bückte sich sofort zu der Katze. Als sie die Katze streichelte sagte Peter: „Natürlich darfst Du auch mit. Ich glaube ihr beide seid Freunde.“ Da fing die zweite Katze an zu schnurren. Beide Katzen wurden sofort mitgenommen und am nächsten Tag sprach ich mit Peter über Funk. Beide Katzen fühlten sich pudelwohl in ihrem neuen zu Hause. Sie konnten sogar die Terrassentür auf lassen ohne das einer der beiden raus ging. Aber trotzdem will er ab dem nächsten Wochenende, ab da hat er Urlaub, den Garten Katzensicher machen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #296
Urlaub zu dritt

Nun sind wir schon seit einer Woche mit dem Wohnmobil unterwegs. Wir das sind mein Mann Herbert, unsere 12 jährige Tochter Monika und ich. Diesmal fahren wir entlang der Nordseeküste. Angefangen von der dänischen Grenze. Dazu sind wir am Samstag losgefahren und haben in Niebüll übernachtet. Nun geht es über Bundes- und Landstraßen entlang der Küste. Mal können wir das Meer sehen und mal auch nicht. Natürlich bleiben wir auch mal einen Tag an einem Ort. Momentan befinden wir uns in der Provinz Zeeland in den Niederlanden.
Wir haben unser Mobil verlassen und sind am Strand, wo Herbert und ich auf einer Decke liegen, während Monika im Wasser mit neuen Freunden herum tobt. Natürlich habe ich wie immer, meine Notfalltasche dabei. Viele Leute hier am Strand haben auch ihr Tier dabei. Bisher habe ich neun Hunde gesehen, aber auch eine Katze an der Leine. Alle Hunde waren ganz erstaunt, als sie die Katze gesehen haben. Sieben Hunde sind zu der Katze gegangen und haben geschnuppert. Die Katze hat keine Abwehrbewegungen gemacht, sondern ließ sich sogar von den Hunden abschlecken.
Wieder schaue ich nach Monika, doch im Wasser ist sie nicht. Als ich mich umsehe erkenne ich sie bei einer kleinen Menschenansammlung. Da kommt sie auch schon auf uns zu und ist heftig am Winken. Irgendwas muss passiert sein. Sofort stehe ich auf und auch Herbert kommt hoch. Da höre ich schon Monika rufen: „Mama, komm schnell! Da liegt ein Hund!“ Sofort laufe ich los und treffe kurz darauf mit Monika zusammen. „Da liegt ein kleiner Hund ist ist ganz schwer am Atmen. Irgendetwas hat er, nachdem er getreten worden ist!“ Ich frage wieso getreten, da sagt Monika: „Der Hund hat am Strand gespielt. Auf einmal ist ein Mann gekommen und hat nach dem Hund getreten. Dann hat er sich umgedreht und ist mit seinem Hund gegangen. Jetzt liegt der kleine Hund da.“
Als wir bei der Ansammlung ankommen wird mir, als die Leute meine Tasche sehen, sofort Platz gemacht. Ich bücke mich zu dem kleinen Terrier und fange an ihn zunächst ab zu tasten. Doch feststellen kann ich zunächst nichts. Dann nehme ich mein Stethoskop und höre den Hund ab. Der Herzschlag ist stark erhöht. Als ich die Lunge abhöre, stelle ich eine Unregelmäßigkeit fest. Bei einem Lungenflügel höre ich die Atemgeräusche, bei dem anderen höre ich nichts. Ob das von dem Tritt kommt, muss ich noch feststellen. Doch zunächst brauche ich nähere Angaben zu dem Hund. Darum frage ich wem der Hund gehört.
Eine junge Frau antwortet dass es ihr Hund ist. „Hat dein Hund schon immer Schwierigkeiten beim Atmen gehabt?“ will ich von ihr wissen. Doch das verneint sie. Also kommen die Atembeschwerden von dem Tritt. Ich vermute, dass ein Lungenflügel zusammen gefallen ist. Sofort frage ich ob es irgendwo einen Tierarzt gibt. Nur zwei Kilometer von hier entfernt gibt es einen. Dahin muss der Hund sofort, doch für meine Trage ist er doch ein bisschen zu groß.
Herbert der inzwischen mit unseren Sachen da ist, sieht sich um, dann geht er zu einem nahen Liegeplatz eines Pärchens die unter zwei Sonnenschirmen liegen. Er redet kurz mit ihnen dann ist er wieder bei uns und fragt ob jemand spanisch kann. Als sich eine Frau meldet geht er wieder mit der Frau zu dem Pärchen. Kurz darauf steht dieses auf, faltet die Schirme zusammen und zieht dieses aus den Standrohren. Dann nimmt Herbert die beiden Standrohre und alle kommen dann zu uns. Schnell baut Herbert nun aus den Standrohren und einer Wolldecke eine Trage auf die der Hund gelegt wird. Dann geht es zu dem Tierarzt.
Die zwei Kilometer wollen wir zu Fuß zurücklegen, doch schon nach etwa 100 Metern kommt uns ein sogenannter Strand Buggy entgegen. Als der Fahrer uns sieht und die Trage erkennt, hält er sofort an und fragt ob er helfen kann. Schnell wird ihm die Situation erklärt, dann steigen Herbert und ich in den Buggy. Herbert hat dabei den Hund auf dem Schoß. Die Besitzer des Hundes wollen zu Fuß nach- kommen. Schon gibt der Fahrer wieder Gas und fährt vorsichtig zum Haus des Tierarzt.
Als wir das Haus des Tierarzt erreichen will gerade ein Mann das Haus verlassen. Jedoch als der Buggy hält schaut er auf und sieht sofort den Hund. Da öffnet er wieder die Tür und lässt uns ins Haus. Dann fragt er was los ist und da er deutsch spricht, erkläre ich ihm schnell was der Hund hat. Sofort wird der Hund geröntgt. Doch bei der Auswertung stellt sich heraus dass keine Knochen geschädigt sind. Also wird ein Ultraschall gemacht und dabei kann man den eingefallenen Lungenflügel erkennen.
„Da kann ich nichts machen! Ich muss den Hund erlösen!“ sagt der Tierarzt. Dann fällt sein Blick auf meine Tasche die Herbert, seit wir vom Strand aus los sind trägt, und er meint dann: „Sind Sie auch Tierarzt. Vielleicht können Sie was machen?“ „Ich nicht!“ antwortet Herbert „aber meine Frau, die wird das machen!“ Da schaut mich der Tierarzt an und ich sage ihm, was ich brauche.
Dann beginne ich mit der OP. Zunächst mache ich einen kleinen Schnitt im Bereich der eingefallenen Lunge, dann implantiere ich ein kleines Röhrchen damit die Luft aus dem Brustraum entweichen kann. Bei jedem Atemzug wird nun die eingefallene Lunge wieder auf gebaut. Dann wird mit ein paar Stichen die Wunde wieder vernäht und ein Verband angelegt. Das Röhrchen muss ein paar Tage drin bleiben, dann kann es entfernt werden. Nochmals mache ich einen Ultraschall und erkenne dass sich die Lunge schon ganz anders aussieht.
Der Tierarzt gibt mir die Hand und sagt dabei: „Das habe ich noch nie erlebt das solch eine OP bei einem Tier durch geführt wird. Schließlich braucht man eigentlich noch ein paar Geräte mehr, die ich aber nicht habe. Darum mein Vorschlag den Hund zu erlösen. Das es aber anscheinend so einfach ist, damit habe ich nicht gerechnet. Herzliche Glückwunsch!“ Ich erklärte ihm noch einige Detail der OP, z.B. wo genau das Röhrchen gesetzt werden muss, damit der Lungenflügel beim Aufbau nicht verletzt wird.
Dann gingen wir in den Vorraum, wo schon die Besitzer des Hundes auf uns warteten. Ich erklärte ihnen das die OP gut verlaufen ist, aber der Hund noch ein paar Tage in der Praxis bleiben muss. Sie bedankten sich bei mir und Herbert und ich gingen wieder zum Strand zurück. Dort gab Herbert die zwei Stangen wieder zurück und musste nun erzählen was eigentlich los war. Mit keinem Wort erwähnte er, das ich keine Tierärztin bin, sondern redete immer sich anders heraus. Noch zwei Tage blieben wir an diesem Ort und jeden Tag war ich bei dem Hund. Beim letzten Besuch entfernte ich das Röhrchen, da sich der Lungenflügel wieder komplett ausgebildet hatte.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter und fuhren noch einige Kilometer an der Küste entlang. Am Freitag fuhren wir dann wieder nach Hause. Doch das ist eine weitere Geschichte wert.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #297
Urlaub zu dritt Teil2

Heute ist Freitag und wir wollen wieder nach Hause. Doch zunächst geht es noch einmal an den Strand von Zeebrügge. Los fahren wollen wir am Nachmittag. Unsere Sachen sind schon alle verstaut und es könnte losgehen. Aber Monika zog es noch einmal an den Strand. Sie wollte noch einmal in der Nordsee baden. Darum sind wir um 10.00 Uhr los, haben unser Wohnmobil in der Nähe geparkt und liegen noch ein wenig in der Sonne.
Es ist 14.00 Uhr als wir aufbrechen. Monika fällt es schwer sich von Wasser zu lösen, aber irgendwann muss es zurückgehen. Wir fahren entlang eines Kanals um von dort dann auf die Hauptstraße zu fahren die uns zunächst nach Antwerpen bringt. Von dort geht es dann weiter über die Niederlande nach Deutschland. Bis wir an der Grenze nach Deutschland sind, wird es aber noch einige Zeit dauern.
Unsere Fahrt geht trotz des starken LKW- Verkehrs sehr zügig voran und schon nach etwa 1,5 Stunden haben wir die Autobahn bei Antwerpen erreicht. Zwar geht es hier wegen dem starken Verkehr langsam voran, aber nachdem wir die Autobahn in Richtung Niederlande erreicht haben geht es zügiger voran. Nun kann Herbert wieder richtig Gas geben. In Holland angekommen fährt Herbert an eine Tankstelle und im nahen Restaurant essen wir etwas. Dann geht es weiter.
Gerade fahren wir an einem Parkplatz vorbei als Monika ruft: „Sehr mal den Hund! Der will doch nicht etwa über die Straße laufen?“ Als ich hinsehe kann ich einen großen Hund sehen der gerade über die Leitplanke springt und im Verkehr verschwindet. Vor uns ist alles am Bremsen und auch Herbert bremst stark ab. Dabei lenkt er das Mobil auf den Pannenstreifen. Das war genau richtig, denn ein Auto rast an uns vorbei und knallt auf den Vordermann. Auch ein LKW weiter vor uns ist stark am Bremsen, jedoch wird er auf einmal herum gerissen und knallt in die Mittelleitplanke. Nun steht der Verkehr auf der ganzen Bahn, da keiner mehr an dem LKW vorbei kommt.
Sobald unser Mobil steht, will ich aus dem Wagen steigen, doch geht es nicht weil es zu dicht an der Leitplanke steht. Herbert schaut noch einmal in den Spiegel, dann öffnet er seine Tür. Da auch Herbert eine kleine Notfalltasche, in dem sich aber nur eine größere Anzahl Verbandmaterial befindet, dabei hat, nimmt er diese und steigt aus dem Wagen. Ich klettere nun über den Fahrersitz aus dem Mobil und als ich daneben stehe, reicht mir Monika meine Notfalltasche. Bevor ich weg gehe, sage ich noch zu ihr das sie im Mobil bleiben soll. Dann laufe ich nach vorne zur Unfallstelle. Herbert ist schon da und verbindet gerade eine Frau am Kopf. Als er mich sieht ruft er mir zu das der Hund bei dem LKW ist.
Schnell laufe ich zu dem LKW und sehe auch sofort einige Menschen an der Front des LKW stehen. Als ich ankomme wird mir, nachdem meine Tasche bemerkt wird, sofort Platz gemacht. Sofort bücke ich mich zu dem Hund. Mit einem Rad steht der LKW auf dem Schweif des Hundes, so das der Hund nicht weg kann. Aber er versucht es auch gar nicht, sondern ist nur laut am jaulen. Der LKW muss etwas bewegt werden, damit er von dem Hund runter kommt. Laut sage ich dieses, jedoch antwortet mir ein Mann: „Das geht nicht! Durch den Unfall ist ein Bremszylinder kaputt und die ganze Luft ist aus dem Bremssystem. Jetzt ist die Bremse blockiert!“
Da sagt neben mir ein anderer Mann: „Du bist doch mit Sicherheit Gerda, der kleine Doktor. Nur von dir habe ich gehört das Du immer eine Tasche dabei hast. Kann ich was machen?“ Ich sage ihm das der LKW von dem Schweif runter muss, doch weiß ich nicht wie. Da spricht er wieder den anderen Fahrer an: „Kollege, das ist die beste Tierärztin von der ich gehört habe. Sie will helfen und das Rad muss von dem Hund. Du hast doch mit Sicherheit einen Wagenheber dabei? Gut, dann hole den mal!“ Während er mit dem Fahrer gesprochen hat, nickte dieser mehrmals mit seinem Kopf, daraus konnte man entnehmen, das ein Wagenheber vorhanden war.
Sofort wird der Wagenheber und ein dicker Holzklotz geholt und unter der Achse des LKW hingestellt. Bei diesem Wagenheber handelt es sich um einen mit Öl betriebenen Heber der eine Tragkraft von 12 Tonnen hat. Also reicht das allemal um die Achse einseitig an zu heben. Da dieser Wagenheber mit einer langen Stange hoch gepumpt werden muss, dauert es natürlich einige Zeit um die Achse an zu heben. In der Zeit gab ich dem Hund eine Schmerzstillende Spritze woraufhin er sich auch bald beruhigte und nicht mehr am jaulen ist.
Dann ist der Hund frei und wurde von mir vorsichtig von dem Rad entfernt. Ich bitte einen der Trucker den Hund zu einer in der Nähe stehenden Sitzgruppe zu bringen. Dort ist auch ein Tisch und darauf wird der Hund gelegt. Nun konnte ich den Hund genauer untersuchen. Dabei stellte ich fest, das der Hund neben dem platt gefahrenem Schweif noch einige Prellungen hat. Anscheinend hat er sehr viel Glück gehabt.
Als ich hoch sehe erkenne ich sofort das Paar mit ihren drei Kindern die vor mir stehen. Die Kinder sind am Weinen. Auch die Frau wischt sich öfters über die Augen. Das scheinen die Besitzer des Hundes zu sein. Auch ein Polizist tritt zu mir. Also ist diese schon da. Bevor der Polizist etwas sagen kann, tritt eines der Kinder vor und fragt mich: „Muss unser Klaus jetzt getötet werden?“ Bevor ich antworten kann, dreht sich einer der Fahrer zu dem Kind und sagt zu ihm: „Keine Sorge, kleine Lady! Dein Hund wird weiter Leben und demnächst wieder mit dir spielen. Weißt Du, das ist die beste Tierärztin die ich kenne. Noch nie musste sie ein Tier töten. Alle Tiere die sie behandelt können später wieder herum toben. So wird es auch mit deinem Klaus sein.“
Nachdem er das gesagt hat, schaut mich das Kind an und ich sage: „So ist es! Dein Klaus wird demnächst wieder mit dir herum toben. Nur muss er jetzt sehr schnell in eine Klinik, damit er operiert werden kann. Dann geht es ihm bald wieder gut.“
Direkt neben mir räuspert sich ein älterer Mann und sagt: „Ich bin der Leiter der TK die direkt hinter dem Parkplatz liegt. Als ich den Unfall bemerkt habe, bin ich sofort hier hin um zu helfen. Aber da ist einer der macht das fast ganz alleine und der hat mich hier hin geschickt. Ich werde den Hund sofort mitnehmen in meine Klinik und dem Hund helfen. Wenn ich nun erfahre was der Hund alles für Verletzungen hat.“
Ich erkläre dem Tierarzt was ich bisher für Verletzungen festgestellt habe und er schaut auch noch einmal nach. Doch auch er findet keine weiteren Verletzungen. Dann nimmt er den Hund auf den Arm und geht über den Parkplatz zu seiner Klinik.
Auch Herbert gesellt sich zu mir, da er nichts mehr machen braucht, denn die Hilfskräfte sind ebenfalls vor Ort. Nach einer Stunde ist die Bahn so frei, nur der LKW steht immer noch quer, das wir weiter fahren können. Zuvor habe ich mit dem Besitzer des Hundes die Telefonnummer getauscht. Vier Wochen später erhalte ich einen Anruf und die Frau teilt mir mit, das ihr Klaus wieder vollkommen Fit ist. Auch das sein Schweif fehlt stört ihn nicht.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #298
Moni

Heute ist der erste Tag an dem ich meinen neuen Job als Tierheimleiterin antrete. Was alles auf mich zukommt, hat die bisherige Leiterin mir öfters erklärt. Aber auch viele Tipps hat sie mir gegeben. Ins besondere über das Verhalten gegenüber den Tieren. Bisher war es so, das alle Tiere die nicht vermittelt werden konnten irgendwann zum Tierarzt, nicht der für das Tierheim zuständige, gebracht wurden und dann nicht wieder zurück kamen. Seit ich im Tierheim arbeite hat sich das zwar schon geändert, aber nun bin ich die Leiterin und es wird kein Tier welches nicht vermittelt werden kann, weg gebracht. So habe ich es heute angeordnet. Schließlich haben alle Tiere ein Anrecht auf ihr Leben. Egal wo es ist!

Nun sitze ich hier in meinem Büro und schaue mir die Liste an, über den Bestand an Tieren des Tierheim. Dabei stelle ich fest, das wieder 7 Tiere vorgesehen waren um zum Tierarzt gebracht zu werden. Aber nicht mit mir! Daher auch meine Anordnung von heute Morgen, denn inzwischen ist es 13.25 Uhr, wie ich nach einem Blick auf die Uhr an der Wand feststelle. Ich habe gar nicht gemerkt, das es schon so spät ist. Daher verlasse ich mein Büro und gehe zum Aufenthaltsraum um mir einen Kaffee zu gönnen.

Auf dem Weg dorthin höre ich eine Stimme vom Tor her. Sofort bleibe ich stehen und drehe mich um. Am Tor steht ein kleines Mädchen mir einer Katze auf dem Arm. Sofort gehe ich zu dem Mädchen! Je näher ich komme, umso mehr erkenne ich, das es der Katze sehr schlecht gehen muss. Denn die Katze hängt in den Armen des Kindes. Dann bin ich bei ihr.

Bevor ich sie ansprechen kann fängt sie an zu reden: „Kannst Du meiner Katze helfen? Seit ein paar Tagen frisst meine Moni nicht mehr und hat auch nichts getrunken! Außerdem sind ihre Augen ganz verklebt so das sie mit Sicherheit nicht richtig was sehen kann!“ Nur kurz schaue ich auf die Katze, dann nehme ich diese auf den Arm und das kleine Mädchen an die Hand. Dabei sage ich zu dem Mädchen: „Natürlich helfe ich dem Kätzchen! Doch lasse uns erst einmal nachschauen was die Kleine hat.“ Daraufhin antwortet das Mädchen: „Mein Vater kümmert sich nicht um Moni! Nun ist sie krank und auch da wollte er nicht zum Tierarzt. Aber irgendwer muss doch helfen. Kannst Du das oder der Tierarzt?“

Ich beruhige das Kind insofern, das ich helfen werde. Dann sind wir am Katzenhaus angekommen in dem sich auch unser Behandlungsraum befindet. Dort lege ich die Katze auf den Behandlungstisch und da gerade eine Mitarbeiterin im Raum ist, bitte ich diese beim Tierarzt anzurufen. Bevor ich anfange mit der Behandlung frage ich noch das Mädchen nach ihrem Namen und erhalte zur Antwort, das sie Maria heißt.

„Also Maria! Jetzt gehst Du mit dem Mann mit nach draußen. Du kannst vor der Tür warten und Bernd, so heißt der Mann, wird bei dir bleiben und deine Fragen beantworten. Auch musst Du deinen Nachnahmen nennen, damit deine Eltern angerufen werden können, damit die wissen wo Du bist. Nun geh mit Bernd.“ Bernd nahm Maria an die Hand und verließ den Raum. Ich kümmerte mich um die Katze.

Bei der Untersuchung stellte ich einen sehr schwachen Herzschlag fest, außerdem war die Katze aus getrocknet. Verletzungen hatte sie keine. Darum setzte ich zunächst einen Anschluss für die Medikamente und gebe dann ein Herzstärkungsmittel. Anschließend bekommt sie von mir einen Tropf mit Kochsalzlösung. Dann fange ich an die Augen der Katze zu untersuchen. Ich hoffe das die Katze noch nicht erblindet ist. Da die Augen aber total verklebt sind, reinige ich zunächst die Augen in dem ich vorsichtig mit einer in eine warme Flüssigkeit getauchten Kompresse. Dabei knabbert die Katze an meinen Fingern. Aber nicht um mich ab zu wehren, sondern weil ihr endlich geholfen wird. Auch ein leises Miauen ist zu hören.

Als die Augen von dem Entzündungssekret befreit sind, mache ich einen Lichttest. Doch eine Reaktion von Seiten der Katze erfolgt nicht. Also ist die Katze leider blind! Aber das werde ich noch einmal mit dem Tierarzt genau untersuchen. Nun bekommt die Katze von mir erst einmal Augentropfen und ein Antibiotika gespritzt. Dieses ist nötig da eine Unbehandelte Bindehautentzündung nicht nur zur Blindheit führen kann, sondern auch auf das Gehirn übergreifen kann. Dann bin ich fertig und lege die Katze, da inzwischen auch der Tropf durch gelaufen ist, in einen Korb und bringe anschließend die Katze mit dem Korb in einen Nebenraum, wo ich sie unter eine Wärmelampe lege.

Dann gehe ich in den Vorraum und setze mich zu Maria. Neben Bernd sind auch noch Klaus und Peter da. Die beiden sind Polizeibeamte und ich kenne sie schon seit Jahren. Kurz begrüße ich die beiden dann wende ich mich an Maria: „Deine Katze ist nun erst einmal versorg. Nur ist sie vielleicht Blind. Das heißt sie kann nichts mehr sehen. Aber das werden wir noch genauer untersuchen, wenn die Entzündung in ihren Augen weg ist. Solange muss deine Moni bei uns bleiben. Du darfst sie aber immer besuchen und jetzt lauf zu ihr. Aber nur vorsichtig streicheln, nicht auf den Arm nehmen. Nur streicheln! Bernd wird mit dir zu deiner Moni gehen.“ Ich nickte Bernd zu und dieser ging zusammen mit Maria zu ihrer Katze.

Dann wendete ich mich an die beiden Polizisten: „Hallo ihr beiden! Was treibt euch zu uns?“ Klaus antwortet: „Da ist ein kleines Mädchen zusammen mit ihrer Katze von zu Hause weggelaufen. Darum sind wir hier hin um Dir Bescheid zu sagen. Wir waren ganz schön Platt als wir hier den Raum betreten haben und Maria schon da war. Immerhin sind es bis zu ihrem zu Hause drei Kilometer bis hier hin. Die Eltern sind schon von uns informiert worden und müssten bald auftauchen.“

In diesem Moment hält ein Auto vor dem Katzenhaus und ein paar steigt aus dem Wagen. Sofort kommen sie auf das Haus zu und stehen kurz darauf bei uns im Raum. Nur kurz wird gegrüßt, dann wird schon gefragt wo Maria ist. Ich sage es ihnen und schon laufen beide in den Nebenraum. Langsam gehe ich zusammen mit den beiden Polizisten hinter ihnen her. Im Raum ist der Vater gerade heftig mit Maria am Schimpfen. Dabei versucht die Mutter ihren Mann zu beruhigen, was jedoch keinen Erfolg hat. Als er die Hand hoch hebt, schreite ich ein.

„Wenn sie jetzt das Kind verhauen wollen, kriegen sie gewaltigen Ärger mit mir und ich werde dafür sorgen, das Sie in den Knast kommen! Sie sind es doch in Schuld, das Maria diesen Weg gegangen ist. Wären Sie nicht gewesen, sondern hätten sich um die Nöte Ihrer Tochter gekümmert, wäre Maria nie auf die Idee gekommen mit ihre Katze von zu Hause weg zu laufen. Nur durch Ihre Schuld ist die kleine Moni nun Blind! Sie sind alleine dafür verantwortlich, das sich eine Katze mit einer Entzündung an den Augen so lange quälen musste bis sie erblindete und Ihre Tochter mit der Katze zu mir gekommen ist!“

Ich hatte mich richtig in Rage geredet und habe dem Vater noch ganz andere Vorhalte gemacht. Alle in dem Raum schauten mich entsetzt an, jedoch sagte keiner ein Wort. Auch der Vater von Maria sagte kein Wort sondern schaute mich nur an.

Nach einigen Minuten räuspert er sich und sagt: „Sie haben vollkommen Recht mit dem was Sie mir Vorhalten! Aber ich werde mich bessern! Das Verspreche ich Ihnen. Was genau muss denn nun geschehen?“ Wir gingen wieder in den Nebenraum, während die Mutter von Maria bei dieser bleib. Auch Bernd blieb bei den beiden.

Dann erklärte ich genau was denn nun passieren muss. Auch sagte ich, das Moni nun einen Kameraden oder eine Kameradin braucht, damit sie sich in irrer nun dunklen Welt besser zurecht findet. Besonders wies ich darauf hin, das ab nun das Futter immer an dem selben Ort gegeben werden muss. Auch keine großen Möbelumstellungen dürften mehr gemacht werden. Er hörte sich alles an und wollte wissen wie lange Moni denn nun hier im Tierheim bleiben muss und ob nicht ein Tierarzt dazu geholt werden muss. Darum erklärte ich ihm, das ich das genauso gut mache wie ein Tierarzt, aber dieser sich auch noch Moni anschauen soll. Kurz darauf verließen uns die drei und fuhren nach Hause.

Am nächsten Morgen kam der Tierarzt und untersuchte Moni noch einmal. Auch er kam zu dem Ergebnis, das Moni blind geworden ist. Trotzdem rief er noch einen Augenarzt an damit sich dieser Moni anschauen kann. Der Augenarzt kam am Nachmittag und schaute sich die Augen von Moni an. Auch er stellte dieselbe Diagnose. Damit war es klar, das Moni erblindet war. Jedoch ist noch eine leichte Hell Dunkel Unterscheidung vorhanden.
Jeden Tag kam Maria mit ihrem Vater um nach Moni zu sehen und diese zu streicheln. Nach drei Wochen durfte Moni wieder nach Hause. Da sie sich inzwischen mit einer anderen Katze angefreundet hatte, wurde auch diese Katze mi genommen. Moni kam mit ihrer Blindheit sehr gut zurecht und lebte noch lange mit Maria zusammen.

Jahre später betrat eine junge Frau mein Büro. Sie stellte sich als Maria vor und fragte mich ob ich mich noch an sie erinnerte. Das war aber nicht der Fall, doch als sie Moni erwähnte wusste ich wer sie war. Inzwischen war sie Tiermedizin am Studieren und wollte bei uns im Tierheim ein Praktikum machen, was sie natürlich durfte. Als sie Jahre später dass nächste Mal zu uns ins Tierheim kam, ist sie TÄ und arbeitet in einer TK. Dort hat sie sich auf Augenkrankheiten bei Tieren spezialisiert.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #299
Zweiter Versuch einer Hochzeitsreise

Da unsere Hochzeitsreise nicht ganz so verlaufen ist wie geplant (an anderer Stelle schon beschrieben(Anmerkung des Verfassers)) haben wir uns entschieden diese nach zu holen. Nur soll es diesmal nicht in die USA gehen, sondern wir planen eine Kreuzfahrt im Mittelmeer. Schon Monate vorher haben wir diese gebucht und befinden uns nun auf der Fahrt nach Venedig um diese Kreuzfahrt an zu treten. Im Hafen können wir unseren Wagen in einem extra gesicherten Bereich abstellen, wie uns der Reiseveranstalter mitteilte.
Wir sind am Samstag los gefahren obwohl der See Törn erst am Montag beginnt. Ein Hotel haben wir schon von Deutschland aus gebucht um die Nacht von Sonntag auf Montag zu über brücken. Vorher wollen wir und noch ein wenig in Venedig umsehen. Auch kurz vor München haben wir übernachtet. Nun sind wir kurz vor der Italienischen Grenze. Bis dahin sind es noch 10 Kilometer, darum halten wir auf einer Raststätte an.
Kaum habe ich das Auto verlassen, höre ich das jaulen eines Hundes. Sofort greife ich zu meiner Notfalltasche und sehe mich um. Nicht allzu weit entfernt steht eine kleine Menschenmenge. Sofort laufe ich dort hin. Als ich ankomme sehe ich einen Schäferhund auf dem Boden liegen. Dieser ist fürchterlich am jaulen. Mit einem Blick erkenne ich auch, dass eines der Hinterpfoten in einem unnatürlichen Winkel absteht.
Ich drängele mich durch die Menschenreihe und als Protest aufkommt, zeige ich nur meine Tasche vor und habe schon den Platz den ich benötige um zu dem Hund zu kommen. Dann knie ich neben dem Hund der mich zwar ansieht aber noch immer jault. Ich fange an mit dem Hund zu reden und ganz langsam beruhigt er sich. Auch das Stimmengewirr um mich herum wird immer leiser. Denn das hat wohl noch niemand miterlebt, dass nur durch die Stimme ein verletztes Tier beruhigt wird.
Irgendwer aus der Runde sagt, dass der Hund von einem LKW angefahren worden ist, als er aus dem PKW gesprungen ist. Ich greife zu meiner Tasche und hole aus dieser eine Spritze und ein Antischmerzmittel heraus. Nachdem ich die Spritze aufgezogen habe, setze ich diese und nach ein paar Minuten kann ich den Hund untersuchen. Er schaut mich noch immer an, doch hat er im Moment keine Schmerzen.
Zunächst untersuche ich den Körper des Hundes, doch dort ist nichts fest zu stellen. Erst als ich die linke Hinterpfote abtaste kommt eine Reaktion des Hundes, denn er versucht nach meiner Hand zu schnappen. Also muss ich ihn in eine leichte Narkose versetzen damit ich ihn weiter untersuchen kann. Das mache ich auch sofort und schon nach kurzer Zeit ist der Hund am Schlafen. Eine Frau fragt mich, was denn nun ihr Hund hat und ich antworte: „Das kann ich noch nicht genau sagen. Entweder ist die Pfote gebrochen oder sie ist ausgekugelt. Das werde ich aber gleich wissen.“
Während ich das sagte, tastete ich die Pfote weiter ab. Zum Glück ist die Pfote im Bereich der Hüfte nur ausgekugelt. Das sage ich auch zu der Frau. „Können sie das wieder richten oder müssen wir unseren Urlaub abbrechen?“ fragt sie mich. Inzwischen habe ich durch eine ruckhafte und bestimmte Bewegung die Pfote wieder eingerenkt. Bevor ich antworten kann sagt mein Mann Herbert: „So wie ich das sehe, hat meine Frau schon alles erledigt und die Pfote ist wieder eingerenkt. Jetzt ist nur etwas Ruhe für den Hund angesagt. Ihren Urlaub können sie aber fortsetzen, jedoch müssen sie demnächst mit Ihrem Hund zu einer TK um eine Röntgenaufnahme zu machen.“
Ich stimme Herbert zu und eine glückliche Familie kümmert sich nun um den Hund, der schon wieder aus seiner kurzen Narkose erwacht ist. Wir betreten das Restaurant und Essen etwas. Danach geht die Fahrt weiter.
Am Abend kommen wir in Venedig an und suchen zunächst unser Hotel auf. Dann gehen wir noch ein bisschen durch die Stadt. Morgen wollen wir ins alte Venedig, heute reicht uns aber das neue Venedig. Gerade gehen wir über einen Platz als mich ein Hund von der Seite anbellt. Zunächst bin ich doch etwas erschrocken, jedoch als ich mir den Hund ansehe, stelle ich fest das es der Hund von der Raststätte ist. Auch die Frau und ihr Mann sind dabei. Während ich den Hund streichele, reden wir etwas zusammen und die beiden laden uns in ein Eiscafé ein. Dort sitzen wir noch etwa eine Stunde zusammen, wobei sich die beiden immer wieder bedanken, dann gehen wir wieder zu unserem Hotel.
Am nächsten Tag schauen wir uns Alt Venedig an. Auch hier treffen wir wieder auf das Paar mit ihrem Hund. Ich ermahne sie, nicht zu viel mit dem Hund zu unternehmen. Doch sie beruhigen mich in dieser Hinsicht. Fast den ganzen Tag besichtigen wir Venedig. Auch fahren wir mit einer Gondel durch die Kanäle der Stadt. Besonders sind wir von der Insel Murano wo wir auch die berühmten Glasbläser bei ihrer Arbeit beobachten können
Am nächsten Morgen gehen wir an Bord unseres Kreuzfahrtschiffes. Wir haben 10 Tage an Bord des Schiffes verbracht. Wir waren in Griechenland und haben dort einen Landausflug gemacht. Dabei wurde unter anderem die Akropolis besichtigt, aber auch in Athen wurde an einer Besichtigungstour teilgenommen. Ebenso in der Türkei, wo wir nicht nur Ankara besichtigten, sondern auch mehrere Ausgrabungsstätten. Dann ging es zurück nach Venedig. Viel zu schnell ging die Zeit um, darum schlug Herbert vor, ganz langsam wieder nach Hause zu fahren. Einen Abstecher nach München aber auch noch in andere Städte soll unsere Rückreise versüßen. Beide hoffen wir, immer eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Was auch ohne Schwierigkeiten klappte, da wir immer in kleinen Ortschafften gefahren sind um dort ein Hotel zu finden.
Am frühen Nachmittag sind wir wieder in Venedig und Übernachten noch einmal in demselben Hotel wie vor unserer Kreuzfahrt. Dann geht es langsam nach Hause. Zu einem längeren Aufenthalt kam es noch einmal in der Nähe von Nürnberg. Doch das ist eine weitere Geschichte wert.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #300
Zweiter Versuch einer Hochzeitsreise
Teil 2

Nachdem wir unsere Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer hinter uns gebracht haben sind wir nun auf dem Rückweg nach Hause. Da wir noch einige Urlaubstage haben, machen wir auch noch einige Stadtbesichtigungen. Wir waren in München, in Regensburg und sind nun auf dem Weg nach Nürnberg. Weil vor uns ein Stau war, haben wir etwa 50 Kilometer vor Nürnberg die Autobahn verlassen und fahren nun über Bundes- und Landstraßen weiter. Bisher ohne Probleme.

Inzwischen ist es 12.25 Uhr und Herbert meint, das wir langsam eine Raststätte oder einen Imbiss ansteuern sollten um etwas zu Essen. Ich stimme ihm zu, denn auch ich bekomme langsam Hunger. In der nächsten Ortschaft die wir durchfahren, sehen wir zwar ein Restaurant aber das hat anscheinend geschlossen, denn auf dem Parkplatz vor dem Haus steht kein Fahrzeug. Trotzdem fährt Herbert auf den Parkplatz um nach zu sehen, so sagt er zu mir. Als das Auto steht, verlasse auch ich unseren Wagen und nachdem ich meine Tasche genommen habe, folge ich Herbert.

Als Herbert zur Klinke der Tür greift, wird diese von innen aufgerissen und eine Frau von etwa 25 Jahren steht vor uns. Sie ist am Weinen und will an uns vorbei. Da sieht sie meine Tasche mit den Abzeichen und bleibt stehen. „Sind sie Tierarzt?“ fragt sie Herbert doch der schüttelt mit seinem Kopf und antwortet: „Ich nicht, aber meine Frau!“ Sofort greift die Frau nach meinem Arm und zieht mich in das Haus. Dabei sagt sie: „Kommen Sie schnell! Meine Hunde!“ Immer fester zerrt sie an meinem Arm und kurz darauf haben wir eine Tür im inneren des Hauses erreicht. Sie öffnet die Tür und als ich einen Blick in das Zimmer werfe, zucke ich zurück.

In dem Raum sind neben 2 großen Hunden noch vier Welpen und auch 12 Katzen. Alle liegen auf dem Boden und sind sehr schwer am Atmen. Ohne lange zu überlegen betrete ich den Raum. Die Frau hinter mir sagt dabei: „Nur die Hunde gehören mir! Wo die Katzen her kommen weiß ich nicht. Als ich die Tür vorhin öffnete, lagen schon alle in dem Raum. Eigentlich sind die Hunde draußen im Zwinger, aber nun sind sie hier und ich weiß nicht wie sie rein gekommen sind, da alle Türen und Fenster geschlossen sind!“

Nachdem ich das alles erfahren habe, kümmere ich mich zunächst um einen der großen Hunde. Als ich ihn abhöre, stelle ich fest das sein Herzschlag stark erhöht ist. Darum höre ich sofort einen der Welpen ab. Auch hier ist der Herzschlag stark erhöht. Genauso bei den nächsten drei Katzen. Die Tiere scheinen einen Schock zu haben. Darum fühle ich die Pfoten, die Ohren und die Schwanzspitzen der Tiere ab. Bei allen Tieren stelle ich fest, das sich diese kühl anfühlen. Außerdem stelle ich fest, das alle Tiere am Zittern sind und auch die Schleimhäute sehen sehr blass aus. Darum vermute ich einen Schock bei den Tieren. Doch was hat diesen ausgelöst und wie sind die Tiere ins Haus gekommen. Aber das ist erst einmal alles Nebensächlich.

„Rufe sofort in einer TK an und sage denen, das sofort ein großer Wagen kommt um alle Tiere ab zu holen! Sage auch, das für alle Tiere Lebensgefahr besteht, ausgelöst vermutlich durch einen Stromschlag.“ Sofort greift die Frau zu einem Telefonbuch und sie sucht die Nummer einer TK, dann ruft sie dort an. Inzwischen lasse ich, von einem Mann der inzwischen auch den Raum betreten hat, einige Wolldecken holen damit ich die Tiere zu decken kann. Während ich das mache, bitte ich Herbert darum draußen beim Zwinger nach zu sehen ob dort Spuren sind.

Schon kurz darauf kommt er zurück und auch die Frau legt den Hörer wieder auf. Sie sagt: „In etwa 30 Minuten sind die von der TK da. Sie sollen erst einmal weiter machen!“ Auch Herbert stellt eine Frage an die Frau: „Hat es hier gestern ein Gewitter gegeben?“ Als die Frau das bestätigt, redet Herbert weiter. „Ganz in der Nähe des Zwingers ist ein Blitz eingeschlagen. Entweder ist der Stromstoß bis zum Gitter des Zwingers gelaufen oder die Tiere haben sich derbe erschrocken. Wie jetzt aber die Katzen davon betroffen sind, kann ich Dir auch nicht sagen. Auch wie die Tiere ins Haus gekommen sind habe ich nicht festgestellt.“

Inzwischen kommen auch der Mann und noch zwei weitere wieder in den Raum. Ich hatte darum gebeten mir Kissen zu besorgen, damit ich die Hinterteile der Tiere höher legen kann. Nachdem das erledigt ist, fühle ich noch einmal nach dem Puls bei den Tieren. Dafür suche ich am Innenschenkel die Oberschenkelschlagader in der Beinfalte und zähle 15 Sekunden lang die Pulsschläge mit. Anschließend nehme ich das Ergebnis mit 4 mal und habe so den Pulsschlag des Tieres. Dieser sollte bei den Hunden zwischen 80 und 100 Herzschlägen liegen. Bei den Welpen sollen es sogar bis zu 210 Herzschläge sein. Auch die Katzen werden von mir untersucht. Hier sollte der Pulsschlag bei 110-130 Schlägen pro Minute sein. Bei allen stelle ich einen erhöhten Pulsschlag fest.

Herbert hat alles notiert und zu jedem Tier einen entsprechenden Zettel gelegt. Gerade sind wir fertig als draußen mit quietschenden Bremsen ein Transit hält. Es ist der Wagen von der TK, denn kurz darauf kommen zwei TÄ in den Raum. Sofort werden alle Tiere auch von ihnen untersucht. Dann werden die Tiere in Körbe gelegt und zum Transit gebracht. Auch die Zettel die Herbert geschrieben hat, werden mitgenommen. Dann tritt einer der TÄ zu mir und wir unterhalten uns über die Tiere. „ihre Diagnose scheint richtig zu sein. Irgendwie haben die Tiere einen Stromschlag bekommen und sind dann ins Haus. Jetzt nehmen wir die Tiere erst einmal mit und werden sie versorgen. Anscheinend schweben sie aber dank ihres Eingreifens nicht mehr in Lebensgefahr Frau Kollegin.“ Danach spricht er noch einige Minuten mit der Frau und dann geht er auch nach draußen und fährt mit dem Transit davon.

Herbert und ich redeten noch einige Minuten mit der Frau und den Männern, dann fahren auch wir weiter. Kurz darauf sehen wir einen Imbiss und Essen dort etwas. Dann fahren wir weiter, besichtigen noch Nürnberg und am nächsten Tag fahren wir nach Hause. Zwei Wochen später ruft die Frau aus dem Restaurant mich an und teilt mir mit, das es allen Tieren wieder gut geht. Nur in den Zwinger gehen sie nicht mehr und dürfen jetzt auch im Haus leben. Die Katzen sind alles Streuner die wohl vor dem Gewitter Schutz bei den Hunden gesucht haben. Auch diese leben nun im Haus der Frau, denn sie wollten nicht mehr von den Hunden weg gehen.
 
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