Bei dieser Geschichte hatte ich zwei nützliche Helfer. Natürlich ist die Geschichte viel Länger und würde mit Sicherheit ein komplettes Buch über 100 Seiten füllen. Doch das wollte ich euch nicht antuen. Darum unten die Kurzfassung! Dazu am Ende mehr!
Bitte unbedingt lesen!
Fiehnchen
Wir schreiben das Jahr 1986 und heute ist richtig schönes Wetter. Kurzfristig habe ich mich dafür entschieden mit dem Rad zum Tierheim zu fahren. Auch freue ich mich schon auf meinen Feierabend. Da heute Freitag ist, mache ich zwei Stunden eher Feierabend weil Herbert und ich noch heute zu dessen Eltern fahren wollen. Auch Herbert schließt seine Praxis zwei Stunden eher. Wir beide waren schon lange nicht mehr bei seinen Eltern. Da dieses Wochenende auch noch ein langes ist, Montag ist Feiertag, da lohnt sich auch die lange Fahrt dorthin.
Ich bin noch etwa 200m von der Straße entfernt, die direkt zum Tierheim führt, als ich eine Frau bemerke, die vor mir auf dem Radweg geht. Sie zieht einen Bollerwagen hinter sich her auf dem eine Art Zelt aufgebaut ist. Ich benutze meine Klingel, weil ich sonst nicht an ihr vorbei kommen werde. Sie schaut sich um und macht auch sofort Platz, dabei hebt sie eine Hand als wenn sie mich anhalten will. Darum verlangsame ich meine Fahrt und bleibe bei ihr stehen.
Ich schätze die Frau ist 60-70 Jahre alt. Nachdem wir uns einen „Guten Morgen“ gewünscht haben sagt sie zu mir: „Entschuldigung, das ich Sie so einfach anhalte! Aber können sie mir sagen wie weit es noch bis nach XXXXXXXXXXX ist?“ Erstaunt schaue ich sie an, denn sie ist schließlich gerade durch unsere Stadt gelaufen und dort will sie hin. Sie sieht wohl mein Erstaunen denn sie sagt sofort: „Tut mir Leid, aber Sie können es nicht wissen. Ich kann nicht Lesen und auch nicht Schreiben. Ich bin immer auf die Hilfe von Passanten angewiesen. Ich habe schon mehrfach gefragt, aber alle haben mich nur angeschaut als wenn ich verrückt wäre. Sie sind die erste die Erstaunt schaut.“
Sofort sage ich ihr das sie die Stadt die sie sucht gerade durchquert hat. Dann frage ich sie wo es denn hin gehen soll. Sie antwortet: „Ich suche den Tierarzt oder die Tier Nothilfestation. Ich habe gehört die behandeln auch Tiere von Leuten die kein Geld haben. Wissen Sie, meine beiden kleinen sind sehr krank und als ich hörte das es hier solch sozial eingestellten Menschen gibt, bin ich sofort los. Da ich aber nicht mehr richtig laufen kann, hat es sehr lange gedauert. Seit 10 Tagen bin ich unterwegs um zu diesem Tierarzt zu kommen. Ich habe nur geschlafen wenn es gar nicht mehr ging mit mir. Dann habe ich mich irgendwo ein paar Minuten hingesetzt und bin dann weiter. Seitdem ich los bin zu diesem Tierarzt habe ich keine Nacht mehr durchgeschlafen sondern ich bin immer weiter um hier hin zu kommen. Aber jetzt sagen Sie mir bitte, wie ich zum Tierarzt oder zu dieser Tier Station komme.“
Bevor ich antworten kann, hält ein PKW neben uns auf der Straße. Es ist Peter der auch zum Tierheim will. „Hallo Gerda, ist irgendwas?“ fragt er mich. Ich sage nur „Moment“ zu ihm und wende mich wieder der Frau zu. „Wo sind denn ihre beiden Tiere?“ Da schlägt sie eine Plane von dem Zeltaufbau zur Seite und ich erkenne darunter einen kleinen Hund und eine Katze. Beide bewegen sich nicht, auch wird kein Auge geöffnet. Aber am Schlafen sind die beiden nicht.
Sofort bitte ich Peter darum mein Rad zu halten und greife schon zu meiner Tasche. Nachdem Peter mein Rad hält, entnehme ich aus meiner Tasche das Stethoskop und höre sofort den Hund ab. Er atmet sehr schwer und auch sein Herzschlag ist sehr unregelmäßig. Auch bei der Katze ist es so. Medikamente will ich ihnen aber noch nicht geben. Erst muss ich die beiden genau untersuchen.
„Kommen Sie! Zur Station sind es nur noch ein paar hundert Meter. Dort wird den beiden dann sofort geholfen.“ sage ich zu ihr. Sie antwortet: „Sind Sie etwa die Frau die dem Tierarzt immer hilft? Übrigens ich bin Fiehnchen.“ Ich muss lächeln und sage ihr das ich genau die Frau bin. Ich nehme mein Rad und gehe los. Doch schon nach ein paar Metern merke ich, das Fiehnchen wirklich nicht gut laufen kann. Darum sage ich zu Peter der gerade wieder in seinen Wagen einsteigen will: „Peter, hole schnell den Bulli. Wir warten hier.“ Peter versteht sofort, denn auch er hat gesehen wie schlecht die Frau laufen kann.
Sofort fährt er los und ist nach kurzer Zeit mit unserem Bulli wieder da. Peter und ich heben den Bollerwagen mitsamt den Tieren auf die Ladefläche und während Peter den Bollerwagen darauf befestigt, helfe ich Fiehnchen in den Bulli ein zu steigen. Dann schwinge ich mich wieder auf mein Rad und fahre schnell zum Tierheim. Da ich schneller da bin wie die beiden, fange ich schon einmal an den Behandlungsraum vor zu bereiten. Ich bin noch damit beschäftigt, als unser Bulli vor dem Haus hält.
Da ich schon Bernd gleich bei meiner Ankunft gesagt habe, das mit unserem Bulli Patienten gebracht werden, ist er sofort bei dem Wagen und hilft den Bollerwagen von der Ladefläche zu nehmen. Während Peter anschließend Fiehnchen aus dem Bulli hilft, kommt Bernd mit dem Bollerwagen in das Haus. Vor dem Behandlungsraum bleibt er stehen und nimmt zunächst den Hund aus dem Aufbau und bringt ihn zu mir. Dann geht er wieder und holt die Katze. Diese legt er zunächst in einen Korb den ich auf dem Schreibtisch gestellt habe.
Noch einmal höre ich den Hund ab. Nichts hat sich verändert. Darum entnehme ich dem Hund etwas Blut und gebe die Spritze sofort an Bernd weiter. Dieser gibt das Blut in einen Reflotron und drückt die Starttaste. Dieses Gerät analysiert nun die Blutprobe und druckt anschließend die Werte aus. Bei jeder Blutprobe muss ein neuer Teststreifen mit Blut benetzt werden. Dabei werden die verschiedensten Werte analysiert. Anschließend kann schon sehr schnell eine Diagnose erstellt werden.
Während das Gerät arbeitet, entnehme ich auch der Katze etwas Blut. Auch dieses wird, wenn das Gerät fertig ist untersucht. Fiehnchen sitzt derweil am Schreibtisch und kann es anscheinend nicht fassen, das so unkompliziert und ohne Fragen geholfen wird. Aber Fragen kann ich auch nach der Erstbehandlung stellen, denn ich habe viele Fragen an Sie.
Als das Gerät fertig ist, gibt mir Bernd den Ausdruck und bereitet sofort das Gerät für die nächste Probe vor. Noch während ich mir den Ausdruck anschaue, ist er damit fertig und gibt die Probe der Katze in das Gerät. Ich kontrolliere alle Werte des Hundes und stelle fest: Harnwerte stark erhöht was auf eine Nierenkrankheit hindeutet, die Zuckerwerte sind auch erhöht und ich vermute eine beginnende Diabetes aber auch die Entzündungswerte sind stark erhöht. Also muss der Hund auch irgendwo eine Entzündete Stelle haben. Vielleicht auch eine Lungenentzündung oder aber auch eine Entzündung im Körper.
Als mir Bernd den Ausdruck der Katze gibt sehe ich auch hier die erhöhten Zuckerwerte und den erhöhten Harnwert. In diesem Moment betritt auch der Tierarzt den Raum und fragt sofort was los ist. Schnell erzähle ich ihm das und er kümmert sich sofort um die Katze. Sofort gibt er die Notwendigen Medikamente während ich mich wieder dem Hund zuwende. Ich muss feststellen welche Entzündung er hat.
Darum greife ich wieder zum Stethoskop und höre noch einmal seine Lunge ab. Doch die hört sich völlig normal an. Also ist es keine Lungenentzündung! Ich fange an, den Hund genau von außen zu untersuchen, vielleicht hat er ja eine offene Wunde. Doch auch hier finde ich nichts. Da der Tierarzt inzwischen mit der Versorgung der Katze fertig ist, fängt er nun an mir zu helfen. An einigen Stellen fängt er an den Hund zu rasieren, während ich das Ultraschallgerät vorbereite.
Nachdem der Tierarzt mit der Rasur fertig ist, setze ich den Tastkopf des Ultraschallgerätes zunächst in Höhe der Lungen an. Doch hier ist nichts feststellbar. Danach setze ich den Tastkopf im Bauchbereich an und finde nach kurzer Zeit die Ursache der Entzündung. Der Hund hat eine Rippenfellentzündung!
Schnell gebe ich die entsprechenden Medikamente und dann kommt der Hund zusammen mit der Katze auf unsere Intensivstation. Anschließend erklären wir beide Fiehnchen genau was ihre Tiere haben und nachdem sie gefragt hat, was die Behandlung den kostet, schließlich waren zwei TÄ am Behandeln, können wir sie beruhigen. Denn die Behandlung ist kostenlos. Danach geht der Tierarzt wieder und ich setze erst einmal Kaffee an. Dann setze ich mich zu Fiehnchen und stelle einige Fragen.
Als der Kaffee durchgelaufen ist, gieße ich den Kaffee in zwei Tassen und gebe eine davon Fiehnchen. Nachdem sie den ersten Schluck genommen hat, fängt sie an zu erzählen:
„Ich bin Jüdin und wurde 1927 in ccccccc geboren. Bis zum Jahr 1933 hatte ich eine sehr schöne Kindheit. Ich wurde eingeschult, jedoch schon nach drei Monaten durften keine Juden mehr zur Schule gehen. Meine Eltern, mein Vater war Goldschmied, haben anschließend versucht mir Rechnen und Schreiben bei zu bringen. Doch schon nach weiteren fünf Monaten brachte mich mein Vater zu einem Bekannten auf einen Bauernhof. Der Bekannte versprach meinem Vater mir das Rechnen und Schreiben weiter bei zu bringen. Doch das machte er nicht. Ich musste von morgens bis abends auf dem Hof arbeiten. Nach zwei Jahren wurde ich zu einem anderen Hof gebracht, da der erste Bauer Angst bekam. Dort blieb ich drei Jahre, dann musste ich auch diesen Hof verlassen. Nun stand ich mit 11 Jahren alleine da. Ich schlug mich bis zum Haus meiner Eltern durch, doch dort war inzwischen ein anderes Geschäft und keiner wusste wo meine Eltern sind. Auch meine fünf Geschwister waren verschwunden. Da bin ich weiter gezogen. Hab mal hier und mal da beim Bauern geholfen und als die unglückselige Zeit endlich vorbei war, bin ich in der Nähe von Leipzig gewesen. Immer wieder habe ich versucht nach Hause zu kommen, aber ich durfte es nicht. Die Behörden der damaligen Regierung waren dagegen. Wenig später habe ich dann Theo, meinen Mann, kennen gelernt. Er kam aus dem Krieg wieder und hat fürchterliches Erlebt. Nachts ist er oft wach geworden und hat schreckliche Angst gehabt. Irgendwann sind wir dann nach Ungarn. Im ersten Winter sind wir bei Zigeunern untergekommen. Dort habe ich zum ersten Mal Herzenswärme und Menschlichkeit kennen gelernt. Während der langen Abende wurde Theo einmal gefragt wie lange wir schon verheiratet sind. Das waren wir aber noch nicht, weil wir beide keine Papiere hatten. Theo sagte das auch. Schon bald lief im dem kleinen Dorf das Gerücht um, das bald eine Hochzeit gefeiert wird. Theo und ich halfen bei den Vorbereitungen damit es für das Paar eine schöne Hochzeit gab. Da wir keine Kleidung hatten um an einer Hochzeit teilzunehmen, gab man uns Kleidung. Am Tag der Hochzeit zogen dann alle durchs Dorf. Wir waren in der ersten Reihe. Warum wussten wir damals noch nicht. So ging es zum Haus des Sippenchefs. Erst dort erfuhren wir, das wir beide das Hochzeitspaar waren und der Chef traute uns dann. Es war die schönste Hochzeit die ich mir vorstellen konnte. Leider wurde diese Heirat von keiner Behörde anerkannt. Trotzdem war es schön!“
Bei den letzten Worten fängt sie an zu weinen. Ich stand auf und nahm sie fest in den Arm. Nachdem sie sich beruhigt hat erzählt sie weiter, von ihrer Flucht aus Ungarn, die ein paar Wochen später erfolgen musste, weil die Behörden sie als unerwünschte Ausländer suchten, von ihrem Leben während der acht tägigen Flucht bis sie endlich über die Grenze nach Österreich gingen. Ihr Leben dort und wie sie endlich, nach Wochen, wieder in Deutschland ankamen. Doch dieses mal in Bayern! Sie erzählte von ihrem Leben entlang der Straße und wie glücklich sie mit ihrem Theo war, trotz der widrigen Umstände. Während sie am erzählen war, unterbreche ich sie nicht ein einziges Mal. Es scheint ihr gut zu tun, endlich einmal ihre Geschichte zu erzählen.
„Vor vier Jahren ist mein Theo dann ganz überraschend gestorben. Er lag als ich wach wurde neben mir und war gestorben. Ich weiß noch nicht einmal den Namen der Stadt in der er Beerdigt liegt. Ich habe nur ein Foto von der Kirche dort. Aber wie ich jemals dort wieder hin komme weiß ich auch nicht, weil ich nicht weiß wie die Ortschaft heißt. Also bin ich alleine weiter gezogen. Vor zwei Jahren liefen mir dann meine beiden Lieblinge zu und gingen mit mir mit. Als sie jetzt so Krank wurden habe ich überall gefragt ob mir jemand helfen kann, doch keiner machte es. Bis ich einen Freund von der Straße getroffen habe. Er sagte ich solle nach hier gehen. Schließlich sind es nur 130 Kilometer gewesen. Er malte mir dann auf einen Zettel auf, welche Straße ich nehmen musste und auch den Namen der Stadt. Leider habe ich den Zettel verloren, aber den Straßennamen habe ich mir merken können. Es war die Bundesstraße XXX! Und die bin ich nun seit 10 Tagen gelaufen um endlich hier an zu kommen. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben es jemals rechtzeitig zu schaffen. Ich bin Ihnen so dankbar!“
Wieder fing sie an zu weinen. Sie hatte so viel von ihren Geschwistern erzählt und auch von den Eltern, das in mir eine Idee heran wuchs. Denn der Geburtsort von ihr, war derselbe wie der Ort in dem Herberts Eltern wohnten. Ich griff zu einem Zettel und sagte zu ihr:
„ Ich bin Gerda und Du bist Fiehnchen! Lasse es dabei bleiben! OK? Du sagtest das Du in ccccccccccc geboren wurdest. Da wohnen meine Schwiegereltern. Ich werde die Fragen ob sie etwas herausfinden können über dein Eltern und deine Geschwister. Aber nun zeig mir erst einmal das Foto der Kirche und dann erzähle mir von deinen Geschwistern und deinen Eltern.“
Zuerst gab sie mir das Foto, welches eine Postkarte war und auf der Rückseite stand der Name der Stadt wo die Kirche steht. Also war das schon einmal geklärt. Auch zeigte sie mir ein Foto ihrer Eltern und Geschwister auf dem alle drauf waren und auch dieses nahm ich an mir. Dann erzählte sie von ihren Eltern und Geschwistern. Sie nannte mir die kompletten Namen, die Geburtsdaten der Geschwister und der Eltern und auch die alte Adresse wo sie geboren wurde.
Anschließend bat sie darum zu ihren Tieren gehen zu dürfen und ich stand auf, holte einen Sessel aus dem Aufenthaltsraum und stellte diesen in das Zimmer in dem ihre Tiere lagen. Noch einmal hörte ich die Tiere ab und da alles soweit in Ordnung war, ging ich nachdem ich Fiehnchen davon erzählt hatte, in mein Büro. Aber mir fiel noch eine Frage ein und ich ging nochmal zur Krankenstation. Dort hielt Bernd mich auf: „Sie schläft! Ich habe sie mit einer Wolldecke zu gedeckt. Das hat sie noch nicht einmal bemerkt.“ Ich bedankte mich bei Bernd und ging wieder zu meinem Büro.
Nachdenklich schaute ich auf den Zettel den ich dabei hatte, dann griff ich zum Telefon und rief Herbert an. Kurz schilderte ich ihm von Fiehnchen dann meinte er, das ich doch einfach seine Mutter anrufen soll denn die befindet sich schließlich im Stadtrat und könnte so mit Sicherheit einiges erfahren. Da ich nicht die Nummer aus der Praxis von Herberts Mutter hatte, gab er mir diese und ich sagte ihm noch, das es bei mir etwas später werden könnte, denn inzwischen war es nach 13.00 Uhr. Trotz ihres hohen Alters, praktizierten die beiden noch immer. Jedoch wollten sie bald aufhören, da sie einen Nachfolger für ihre Praxis gefunden hatten.
Da ich weiß, das Gerda, so heißt auch Herberts Mutter, immer Freitags keine Mittagspause in deren Praxis gemacht wird, hob ich den Hörer ab und wählte die Nummer. Nur einen kurzen Moment musste ich warten, dann wurde am anderen Ende abgenommen und die Helferin meldete sich. Ich nannte meinen Namen und aus welcher Stadt ich anrufe, damit diese nicht glaubte das sich jemand einen Scherz machte, denn Gerda und ich heißen schließlich genauso. Ich fragte nach Gerda und bekam sie auch sofort an den Apparat.
Kurz schilderte ich die Geschichte von Fiehnchen und bat darum, doch einmal in den Akten der Stadt nach zu sehen ob etwas über die Familie bekannt ist. Sie sagte sofort zu und fragte nach den Namen der Familie. Als ich diesen nannte fragte sie noch dreimal nach ob sie sich nicht verhört hatte. Dann fragte sie nach den Namen der Geschwister und als ich den ersten genannt hatte sagte sie: „Gleich habe ich einen Patienten der genau diesen Namen trägt. Nenne mir bitte alle Namen und ich werde ihn dann gleich fragen, ob es dieselben Personen sind.“ Ich nannte die anderen Namen und auch die Geburtsdaten. Auch die Namen der Eltern und deren Daten gab ich Gerda. Anschließend sagte sie: „Du weißt ja, das wir in einer kleinen Ortschaft leben. Hier bei uns in der Stadt sind wir die einzigen Zahnärzte. Und alle Namen die Du nanntest sind unsere Patienten. Naja, die Eltern von Fiehnchen lassen wir mal außen vor. Aber auch die waren mal unsere Patienten bevor sie dann ein Gebiss bekamen. Ich melde mich nachher wieder. Bis dann Gerda!“
Ich wünschte noch Grüße an Walter und das wir uns ja heute Abend sehen werden, obwohl ich schon wusste, das daraus wohl nichts werden kann, dann legte ich auf. Noch einmal rief ich bei Herbert an und erzählte ihm, was ich bisher erfahren hatte. Auch sagte ich ihm, das es wohl nichts mit der Fahrt wird, worauf er antwortete: „Das habe ich mir schon gedacht! Mach dir darum keine Sorgen! Wir fahren eben ein anderes Mal.“ Dann beendeten wir unser Gespräch und ich ging noch einmal zur Krankenstation. Doch Fiehnchen war immer noch am schlafen und ich ließ sie auch. Ich ging zurück zum Büro und wartete auf den Anruf von Gerda.
Etwa eine Stunde später klingelte mein Telefon und als ich abnahm war Gerda am Apparat. „Hallo, meine Lieblingsschwiegertochter! Moment ich gebe dir mal eben Herrn Aaron Wwwwwwwwww!“ Ich konnte hören wie sie kurz mit einem Mann sprach, dann meldete sich dieser am Telefon. „Ja Hallo Frau Xxxxxxxxxxxx! Ihre Schwiegermutter erzählte mir gerade das jemand bei ihnen ist, den wir vielleicht kennen. Wer ist es denn?“
Ich erzählte noch einmal alles, was mir Fiehnchen gesagt hatte, auch nannte ich die Daten die ich von ihr bekommen hatte. Als ich von dem altem Foto erzählte bat er mich darum die Personen darauf zu beschreiben, was natürlich nicht einfach war, weil das Foto schon so alt war. Aber ich beschrieb die Personen auf dem Foto so gut es ging.
Es war nach meiner Beschreibung einen Augenblick ruhig am Telefon, dann ertönte wieder die Stimme des Mannes, ich hörte das er mehrmals heftig schlucken musste: „Das muss Fiehnchen sein. Als damals alles vorbei war, haben wir sie gesucht. Doch ihre Spur verlor sich auf dem zweiten Bauernhof. Wir dachten alle, das sie ums Leben gekommen ist. Das muss ich sofort meinen Eltern erzählen und meinen Geschwistern. Wenn Sie nichts dagegen haben, rufe ich Sie heute Abend wieder an. Die Nummer von Ihnen zu Hause hat mir Gerda schon gegeben. Recht herzlichen Dank!“
Ende Teil I
Geht sofort weiter