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  • Post aus Bayern Beitrag #301
Spanienurlaub

Dieses Jahr machen wir Urlaub in Spanien. Wir das sind meine 15 Jahre alte Tochter Monika, mein Mann Herbert und ich. Zunächst wollen wir bis Barcelona fliegen und dann mit einem vor Ort gemietetem Wohnmobil 14 Tage durch Spanien fahren. Das Wohnmobil haben wir schon von Deutschland aus angemietet. Da unser Örtlicher Händler sehr gut befreundet ist mit dem Händler in Spanien, konnte auch diesmal ein Sonderpreis gemacht werden. Zwar müssen wir die Miete für die Hauptsaison bezahlen, aber die Kilometer sind komplett frei. Was normal nicht der Fall ist. Zwar gibt es auch in der Hauptsaison frei Kilometer, aber das sind nur 200 Kilometer pro Woche und wir werden vermutlich mehr als diese 400 Kilometer fahren.

Kaum sind wir in Barcelona gelandet und haben unser Gepäck an uns genommen, geht es zum Zoll. Dort schaut eine Zöllnerin nur kurz in die Koffer. Nur meine Sondergenehmigung studiert sie genauer. Auch müssen wir in einen Nebenraum wo genau die Arzneimittel und meine Sondergenehmigung geprüft werden. Dann bekommen wir ein Dokument und dürfen den Flughafen verlassen. Da die Vermietstation für unser Wohnmobil einige Kilometer vom Flughafen entfernt liegt, nehmen wir ein Taxi um dort hin zu kommen. Nach etwa 15 Minuten haben wir die Station erreicht und steigen aus dem Taxi. Nachdem Herbert die Fahrt gezahlt hat, nehmen wir unsere Koffer und gehen zum Büro der Station.

Noch bevor wir die Tür erreichen wird diese geöffnet und ein Mann tritt heraus. Als er uns erreicht, gibt er uns dreien die Hand und sagt, das er Pedro heißt. Dann fragt er, in perfektem Deutsch, was wir wollen. Herbert sagt ihm, das wir von Deutschland aus ein Wohnmobil gemietet habe und auch, das es über unseren Ortsansässigen Händler läuft. Als Pedro das hört, wird er ganz hektisch. Zunächst fragt er, um welchen Händler es sich handelt und als Herbert ihm das sagt, fragt er: „Sie sind also die Frau aus dem Tierheim in xxxxx?“ Da ich nur mit dem Kopf nicke, fährt er fort: „Mein Bruder, der Händler in ihrer Stadt, hat mir schon so viel von ihnen erzählt und als er sagte, das Sie hier hin kommen, habe ich sofort einen Freund informiert um ihm das mit zu teilen. Sie werden nicht glauben was er sagte. Aber das soll er Ihnen selber sagen. Auch er ist gespannt auf Sie, natürlich auch auf Ihren Mann und Ihre Tochter. Ich werde ihn gleich anrufen, aber zunächst erledigen wir das mit dem Wohnmobil. Sie haben zwar eines bestellt, das gerade Platz für drei Personen hat, aber ich werde Ihnen zum gleichen Preis ein Wohnmobil geben, welches viel mehr Platz hat. Dann brauchen Sie auch nicht jeden Abend das Mobil umbauen damit Sie schlafen können. Kommen Sie bitte, ich zeige Ihnen das Mobil, nachdem ich meinen Freund angerufen habe.“

Danach geht er zum Telefon, spricht etwa 5 Minuten mit dem Gesprächspartner, dann legt er wieder auf. „Mein Freund ist in einer halben Stunde da, aber ich zeige ihnen erst einmal das Mobil.“ Dann nahm er mich an die Hand und wir gingen zusammen zu einem Wohnmobil. Dieser schloss er auf und nachdem wir es betreten hatten, erklärte er uns einiges in dem Mobil. Es war ein Mobil, das für 5 Personen gedacht war. An der rechten Seite befindet sich ein extra Schlafraum für zwei Personen und im hinteren Teil ist ein Schlafzimmer mir einem Doppelbett. Monika, Herbert und ich sind begeistert von dem Mobil. Es hat sogar eine Klimaanlage für den Aufbau, die läuft wenn das Mobil nicht fährt.

Gerade ist Pedro mit der Einweisung fertig, als ein weiterer Mann das Mobil betritt. Er stellt sich als Manuel vor als er mir die Hand reicht. Auch Monika und Herbert reicht er die Hand. Dann sagt Pedro: „Manuel, nun sag einmal zu Gerda was Du zu mir am Telefon gesagt hast!“ „Ich habe nur gesagt: Was, die beste TÄ der Welt ist schon da? Mehr nicht. Aber Recht habe ich schon. Vor einigen Jahren hast Du Gerda, einen meiner Hunde gerettet, als wir in Deutschland waren. Wir, das sind meine Eltern und ich. Erinnerst Du dich?“
Nur kurz war ich am überlegen, dann fiel mir der Vorfall damals ein. Manuels Hund hatte sich damals einen Splitter in die Pfote getreten und diese war stark am Eitern. Er kam damals von einem Tierarzt im Nachbarort zu uns ins Tierheim um nach einem Tierarzt zu fragen. Denn der andere Tierarzt wollte die Pfote des Hundes Amputieren, ich hingegen habe den Dorn entfernt und da dieser innerhalb der Pfote auch noch abgebrochen war, die Wunde erweitert und den letzten Rest des Stachels entfernt. Zwar blieb der Hund dann eine Woche bei uns, aber er konnte nach der Woche schon wieder auf allen vieren laufen.

Manuel lud uns zu sich nach Hause ein und wir sagten auch zu. Er stieg zu uns ins Mobil und wir fuhren zu ihm nach Hause. Im Garten lag der Hund den ich operiert hatte. Als er das Mobil sah, fing er an zu Bellen und als das Mobil stand, stieg ich zuerst aus. Der Hund verstummte, legte seinen Kopf schief und dann kam er freudig bellend auf mich zu. Als er mich erreichte, sprang er an mir hoch und versuchte mich durchs Gesicht zu schlecken. Erst jetzt verließ Manuel das Mobil und sofort lief der Hund zu ihm, sprang ihn kurz an und kam dann wieder zu mir. Er sprang an mir hoch und ich streichelte ihn.

Dann gingen wir zusammen auf das Grundstück, umrundeten das Haus und betraten die Veranda. Dort setzten wir uns hin und Manuel brachte uns was Kaltes zu trinken. Auch die Frau von Manuel kam dazu. Wir saßen etwa zwei Stunden zusammen und unterhielten uns, dann fuhren wir drei davon. Die erste Woche in Spanien verlief ohne Zwischenfälle. Die zweite Woche ist eine eigene Geschichte wert.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #302
Spanienurlaub Teil 2

Seit einer Woche sind wir unterwegs in Spanien. Jetzt sind wir etwa 100 Kilometer vor Gibraltar. Dort wollen wir zwei Tage bleiben, bevor wir langsam wieder zurück zur Vermietstation fahren. Da es noch nicht einmal Mittag ist, fahren wir Im Moment etwas abseits der normalen Reiseroute. Wir wollen nicht nur das Meer sehen, sondern auch etwas mehr von der Landschaft. Die Klimaanlage im Mobil läuft in der höchsten Stufe, trotzdem haben wir fast 25 Grad wärme im Mobil.

Schon seit einiger Zeit fahren wir durch eine Gegend ohne das uns jemand entgegen gekommen ist. Selber von hier, haben wir wenn wir auf einen Berggipfel sind eine wunderbare Aussicht auf das Meer. Herbert ist immer wieder am Fotografieren. Bisher hat er heute schon 2 Filme voll geknipst. Aber auch Monika ist begeistert von der Gegend. Immer wieder macht sie ihren Vater auf lohnende Objekte aufmerksam die fotografiert werden müssen.

Gerade sind wir durch eine kleine Ortschaft gefahren und sind am Ortsausgang als Monika, sie sitzt auf dem Beifahrersitz, sagt: „Was ist denn da los?“ Gleichzeitig zeigt sie nach links. Ich kann nichts erkennen weil ich kein Fenster habe, aber Herbert wendet den Kopf und tritt gleichzeitig auf die Bremse. Nachdem das Mobil steht, gehe ich nach vorn und schaue aus dem Fenster. Sofort erkenne ich mehrere Personen und mehrere Katzen und Hunde die um eine Baumgruppe stehen. Eine Frau kniet auf dem Boden und ist irgendwas am Hantieren.

Ich nehme meine Notfalltasche aus einem Schrank und steige aus dem Mobil. Auch Monika und Herbert verlassen das Mobil und folgen mir. Ich bin schon unterwegs zu der Gruppe die in etwa 50 Meter Entfernung sich befinden. Unter den Personen befinden sich auch vier Kinder die alle am Weinen sind, wie ich schnell erkenne.

Kurz bevor ich die Gruppe erreiche, erkennt mich einer der Hunde. Sofort fängt er an zu bellen und auch die anderen Hunde beginnen zu bellen. Dabei kommt der größere Bellend und knurrend auf mich zu. Nun ist Vorsicht angesagt. Ein kurzer Blick zur Seite und ich sehe, dass Monika und Herbert etwa 5 Meter hinter mir stehen geblieben sind. Als ich wieder nach vorne schaue, befindet sich der Hund etwa 5 Meter vor mir. Noch immer ist er stark am knurren.

Schnell gehe ich in die Hocke und halte dem Hund meine Hände entgegen. Gleichzeitig fange ich an mit ihm zu reden. Aber schon kommt ein Mann zu dem Hund und will ihn verjagen. Ich sage jedoch zu ihm: „Stopp!“ Ich hoffe dass er das versteht, denn Spanisch spreche ich nicht, aber das Wort wird wohl jeder verstehen. Auch hatte ich schon an fast jeder Straßenkreuzung in Spanien Stoppschilder gesehen.

Kurz hinter dem Hund blieb der Mann auch stehen. Er sagte kein Wort, sondern schaute mich nur an wie ich mit dem Hund sprach. Kurz darauf stellte der Hund sein Knurren ein, doch jedes Mal wenn ich mich bewegte fing er wieder an. Da mir langsam die Beine, durch die Haltung die ich innehatte, schmerzten setzte ich mich auf den Boden. Noch immer hielt ich meine Arme in Richtung des Hundes. Nach etwa 5 Minuten kam er langsam näher und schnupperte an meinen Händen. Ich rührte mich nicht und machte auch keine Anstalten ihn zu streicheln. Sondern saß nur ruhig da und redete mit dem Hund. Dann kam er näher und schnupperte an meinem Körper. Ich ließ langsam meine Hände sinken und legte die auf meinen Beinen ab. Jetzt ging der Hund um mich herum und schnupperte auch an meinem Rücken. Dann stieß er mich mit seiner Schnauze an und ging wieder zu der Gruppe.

Als ich nun diese Gruppe ansah, bemerkte ich, dass alle mich anstarrten. Auch der Mann der auf mich zu gekommen war, stand mit offenem Mund vor mir. Dabei schüttelte er seinen Kopf. Irgendetwas sagte er dann zu mir, doch ich verstand ihn nicht. Darum ging ich weiter auf die Gruppe zu und Herbert redet den Mann auf Englisch an. Das scheint der Mann zu verstehen denn nun reden die beiden sehr intensiv zusammen. Auch Monika beteiligt sich an dem Gespräch, obwohl ihr Englisch noch nicht sehr gut ist. Aber zu einer Unterhaltung reichte es wohl schon.

Als ich bei der Gruppe ankam, sah ich dass die Frau neben einem Hundewelpen und einer Katze kniete. Sofort kniete ich mich auch hin und holte mein Stethoskop aus meiner Tasche. Wieder setzte ein Gemurmel um mich herum an, doch ich kümmerte mich nicht darum. Da sagte Herbert, der inzwischen neben mir kniete, zu mir: „Die beiden werden seit drei Tagen vermisst. Nur durch Zufall sind sie vorhin von den Kindern gefunden worden. Da lagen sie schon hier. Was passiert ist, weiß keiner der Leute.“

Nun fing ich an zunächst den Welpen genau zu untersuchen. Als ich nach dem Welpen griff, kam der Kopf des großen Hundes in mein Blickfeld. Er starrte mich an und ich fing wieder an mit ihm zu reden. Dabei untersuchte ich den Welpen, der etwa 4 Monate alt ist, weiter. Dabei stelle ich fest, dass er eine große Beule am Kopf hat. Diese Beule kann aber nicht durch einen Unfall herbeigeführt worden sein. Nein! Irgendjemand hatte den Welpen mit einem Gegenstand auf den Kopf geschlagen. Noch einmal setzte ich mein Stethoskop ein. Dabei stellte ich auch fest, das der Herzschlag nur noch sehr schwach ist. Sofort holte ich ein Herzstärkungsmittel aus meiner Tasche und gab dieses dem Hund mittels einer Spritze. Herbert erklärte derweil, auf Englisch, was ich machte. Der Mann übersetzte dann in Spanisch.

Dann kümmerte ich mich um das kleine Kätzchen. Wieder erschien der Hund in meinem Blickfels, doch auch eine Katze trat näher und schaute mich an. Darum streckte ich meine Hände zu der Katze hin und ließ sie daran schnuppern. Nachdem sie geschnuppert hatte, stieß sie eine Hand mit dem Kopf an und ich fing an das Kätzchen zu untersuchen. Auch hier gab es dieselbe Verletzung wie bei dem Welpen. Auch die kleine bekam ein Herzstärkungsmittel, natürlich in diesem Fall für Katzen, mittels einer Spritze von mir.

Nun rede ich auch auf Englisch mit dem Mann und frage nach einer Tierklinik. Erst jetzt erfahre ich, das es sich bei den Personen um Zigeuner (Gitanos) handelt. Diese lebten außerhalb der kleinen Ortschaft in mehreren kleinen Häusern ganz in der Nähe. Bisher hatten Monika, Herbert und ich keine weiteren Häuser gesehen, darum fragte ich danach. Der Mann erklärte mir das ihre Häuser hinter einem bestimmten Berg liegen. Er zeigte dabei in die Richtung. Gleichzeitig sagte er auf Englisch zu mir: „Leider können wir für Ihre Behandlung nichts zahlen, denn dafür haben wir leider kein Geld. Wir alle bedanken uns für Ihre Hilfe, aber lassen Sie es nun gut sein.“

Natürlich ließ ich mich nicht von diesen Worten von meiner Arbeit abhalten. Vorsichtig nahm ich das kleine Kätzchen auf meine Arme und sagte zu Monika das sie meine Tasche mitnehmen sollte. Dann bat ich den Mann, den Hund ebenfalls vorsichtig auf zu heben und zu unserem Mobil zu bringen. Erst wollte er was sagen, doch als ich ihn nur anschaute, sagte er nichts und zusammen mit Herbert trug er den Hund zum Wohnmobil. Dort legte ich zunächst das Kätzchen auf einen Teil der Sitzecke und der Hund kam auf die andere Seite.
Dann setzte sich der Mann auf den Beifahrersitz und wir fahren langsam zu seinem Haus. Als wir dort ankommen sind auch schon die anderen Personen dort angekommen. Nun werden beide Tiere in das Haus gebracht und dort vorsichtig auf mehrere Kissen gelegt. Ein älterer Mann tritt zu uns und redet mich an. Doch dessen Sprache verstehe ich überhaupt nicht und so springt der andere Mann ein um zu übersetzen. Wir erfahren nun, das dieser ältere Mann der Clan Chef ist. Auch er weißt uns darauf hin, das sie für die Behandlung der Tiere nichts zahlen können. Doch ich winke nur ab und sage zu dem Mann der auch sofort übersetzt: „Für die Behandlung brauchen Sie nichts zahlen. Das mache ich umsonst! Die Tiere brauchen äußerste Ruhe! Sagen Sie, gibt es hier in der Nähe eine Apotheke? Ich benötige noch einige Medikamente die ich nicht habe.“

Erstaunt sehen mich nicht nur der ältere der Männer an, sondern auch alle anderen. Bevor sie etwas sagen können ertönt die Stimme von Monika: „Jetzt sagen Sie schon wo es eine Apotheke gibt! Für Erklärungen haben wir nachher auch noch Zeit. Jetzt aber nicht!“ Das sagte sie auf Deutsch und Herbert übersetzte ins Englische. Dieses wurde von dem jüngeren Mann dann in die Sprache des älteren übersetzt. Dieser ergriff meine rechte Hand und sagte in einigermaßen gutem Deutsch: „Danke Frau Doktor! Solch einen Menschen wie Sie habe ich noch nie getroffen.“

Dann sagte er wieder in seiner Sprache etwas und der jüngere zog an meinem Arm, woraufhin wir wieder nach draußen gingen. Herbert folgte sofort und wir stiegen in das Wohnmobil. Dann erklärte Carlos, so hieß der Mann, uns den Weg zur nächsten Apotheke. Sofort fuhr Herbert los, während Monika bei den Tieren blieb. Herbert und ich hatten keine Angst um Monika. Wir wussten, das sie in guten Händen war, obwohl dort ganz fremde Menschen nun bei ihr waren.

Nach kurzer Zeit waren wir in der kleinen Ortschaft und hielten vor der Apotheke. Als wir zusammen die Apotheke betraten kam sofort ein Mann auf uns zu und fing an sehr laut mit Carlos zu reden. Dabei öffnete er die Tür und wollte diesen aus dem Raum schieben. Da schritt Herbert ein. Er sagte auf Englisch: „Ich bin Doktor Xxxxxx! Wir kommen aus Deutschland und meine Frau braucht sofort einige Medikamente für zwei Tiere, die mit Gewalt verletzt wurden. Diese beiden Tiere leben bei Carlos und ich finde es eine große Sauerei, das Tiere für die Dämlichkeit der Menschen leiden müssen!“

Da sagte der Apotheker in fließendem Deutsch: „Endschuldigen Sie! Aber von Ihrer Ansprache habe ich nicht viel verstanden. Vielleicht erzählen Sie noch einmal in Deutsch den Englisch ist nicht gerade meine Stärke.“ Nun schaute nicht nur Herbert verdutzt sondern auch ich, aber dann sagte Herbert noch einmal alles in Deutsch und fügte noch hinzu: „Wenn meine Frau nicht die Medikamente bekommen sollte die sie braucht, werde ich sofort beim Verband der Apotheker anrufen, dessen Vorsitzender ein sehr guter Freund von mir ist.“ Letzteres war zwar geflunkert, aber alle hofften wir das die Ansage hilft um die Medikamente zu bekommen.

„Sie brauchen nicht zu Telefonieren! Natürlich bekommen Sie alles was Ihre Frau braucht. Sie haben aber recht, das geht wirklich nicht die unschuldigen Tiere für das Menschliche Unvermögen zusammen zu leben, herhalten müssen. Nachher ist eine Bürger Versammlung da werde ich einmal ein ernstes Wort mit meinen Mitbewohnern reden. Schließlich bin ich auch der Bürgermeister. Was brauchen Sie Señora?“

Ich sagte ihm genau was ich brauchte. Unter anderem auch zwei Beutel mit Kochsalzlösung. Als es ans Bezahlen ging meinte er nur: „Das sollen die Dorfbewohner bezahlen! Damit die endlich lernen, das auch hinter dem Berg Menschen leben!“ Damit gab er nicht nur mir und Herbert die Hand, sondern er drückte auch sehr lange die Hand von Carlos.

Dann fuhren wir wieder zu Carlos seinem Haus. Dort angekommen bekamen die beiden Tiere sofort von mir einen Zugang gelegt und anschließend bekamen sie die Salzlösung. In der Zwischenzeit erzählte Carlos, was in der Apotheke vorgefallen war. Erst danach fragte ich Monika wie es ihr ergangen war während wir weg waren. Sie sagte dazu: „Ich komme mir vor wie eine Königin! Als ich um ein Glas Wasser bat, stürzte sofort die Hälfte der Bewohner zu einem Brunnen der draußen ist. Jeder wollte mir etwas zu trinken geben. Du musst großen Eindruck auf diese Menschen machen, Mama!“

Kurz redete ich mit Herbert und Monika darüber, das wir zumindest bis zum nächsten Mittag bei den Tieren bleiben müssen. Beide fanden das in Ordnung und hatten es sich auch schon gedacht. Monika schlug sogar vor, noch einen Tag länger zu bleiben. Noch am selben Abend erschien eine Abordnung aus der Stadt und Entschuldigte sich für alle bisherigen Vorfälle. Am nächsten Tag wurde eine Feier zu unseren Ehren gehalten. Auch viele Bewohner aus der Ortschaft waren da und feierten mit. Erst gegen Mitternacht kamen wir ins Bett und fuhren auch erst gegen Mittag weiter nach Gibraltar. Unser Aufenthalt dort war natürlich entsprechend kürzer und wir fuhren anschließend direkt wieder zur Vermietstation wo wir das Wohnmobil wieder abgaben.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #303
Das Maskottchen

Es sind nun vier Wochen vergangen seit unserem Weihnachtsmarkt und Flohmarkt bei uns im Tierheim. Nun sitzen bei mir im Büro an einem Montagmorgen, ein Vertreter der Stadt, ein Vertreter der Geschäftsleute aus unserem Ort, der Getränkestand Betreiber und der Imbissstandbetreiber. Außerdem ist auch noch der Tierarzt und Bernd anwesend. Wir beraten ob noch einmal ein weiterer Markt veranstaltet werden soll.

Zunächst wird über den Termin für den Markt verhandelt. Die Händler aus der Stadt und auch der Vertreter der Stadt einigen sich schnell auf den Termin am zweiten Advent. Gleichzeitig sollen die Geschäfte in der Innenstadt, wo der Markt stattfinden soll, geöffnet sein. Nachdem der Termin feststeht, schlage ich für unseren Markt das dritte Adventwochenende vor. Ich beabsichtige wieder einen Markt über zwei Tage zu veranstalten. Dann macht der Imbissbetreiber den Vorschlag einen zweiten Stand aufzustellen. Auch der Getränkestandbetreiber schließt sich der Meinung an. Nach kurzem Gerede über den Vorschlag, wird dieser angenommen.

Jetzt sagt der Vertreter der Stadt: „Da es sich hier um ein stätisches Gelände handelt, schlage ich vor, das jeder Standbetreiber eine Standgebühr von 15 Mark leistet und jeder der einen Stand auf dem Flohmarkt hat, 5 Mark Standgebühr zahlt.“ Damit bin ich nicht einverstanden und ich antworte: „Davon halte ich gar nichts! Beim letzten Markt wären dann etwa 500 Mark zusammen gekommen. Spenden fürs Tierheim hätte es dann von den Betreibern nicht gegeben weil sie ja schon die Gebühr bezahlt hätten. Nein, an Spenden sind nach dem letzten Markt fast 1300 Mark eingegangen. Jeder hat etwas gegeben. Mal war es mehr, mal weniger. Aber das ist egal. Nein! Auf keinen Fall eine Standgebühr, sondern weiterhin auf Spenden setzen.“ Nur kurz überlegt der Vertreter der Stadt, dann gibt er mir Recht und die Gebühr ist vom Tisch.

Dann wird noch die Einladung an die Standbetreiber besprochen und der Vertreter erklärt sich bereit, diese durch einen Mitarbeiter im Amt entwerfen zu lassen. Natürlich soll die Einladung durch mich im Entwurf abgesegnet werden. Anschließend vervielfältigt werden und mir zur Unterschrift vorgelegt werden. Alle Einladungen muss ich Unterschreiben. Dann trennen wir uns. Der Tierarzt bleibt noch einige Minuten dann geht auch er. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, das es 11.45 Uhr ist.

Gleich danach gehe ich zum Katzenhaus, dort liegen in der Krankenstation 4 Katzen die vor zwei Tagen Kastriert wurden. Ich untersuche die vier und bin mit dem Heilungsprozess sehr zufrieden. Anschließend betrete ich den Aufenthaltsraum und verbringe die Mittagspause zusammen mit den Mitarbeitern.
Es ist 15.00 Uhr und ich sitze wieder in meinem Büro als das Telefon klingelt. Nachdem ich mich gemeldet habe, ertönt die Stimme des Tierarzt: „Gerda, Du musst sofort kommen. Ein sehr schwerer Fall! Ich bin im Moment in der Kaserne. Du wirst am Tor abgeholt. Beeile dich und bringe das Ultraschallgerät mit.“ Sofort sage ich ihm zu und lege den Hörer auf. Dann greife ich zu meiner Notfalltasche und verlasse das Büro. Schnell bin ich im Untersuchungsraum. Unterwegs nehme ich noch Bernd mit, damit er helfen kann. Zusammen bringen wir anschließend das Ultraschallgerät zu unserem Bulli und befestigen das Gerät auf der Ladefläche. Bernd steigt ungefragt auf der Beifahrerseite ein und schon gebe ich Gas.

Als wir an der Kaserne eintreffen, geht sofort die Schranke hoch und ein Soldat tritt an unseren Bulli. „Sind Sie Frau Doktor Xxxxxxx?“ fragt er mich. Ich bestätige, doch sage ich ihm auch das ich nicht Doktor bin. Doch er geht nicht darauf ein sondern sagt: „Folgen Sie meinem Fahrzeug!“ Dann geht er zu seinem Auto und fährt los. Überall stehen Tempo 30 Schilder auf unserem Weg, doch der Soldat vor uns fährt mit Tempo 80 durch die Kaserne. Dann geht sein Blinker an und er biegt auf einen großen Platz ein. Dort stehen etliche LKW. Vor einem offenen Tor bleibt er stehen und ich halte mein Auto neben seinem an. Sobald mein Motor aus ist, steige ich aus dem Wagen, nehme meine Tisch und warte auf den Soldaten. Doch da kommt der Tierarzt aus der Halle und greift mich am Arm. Dann zieht er mich in die Halle. Bernd will folgen, doch der Tierarzt sagt zu ihm, das er das Ultraschallgerät ausladen und fertig machen soll.

Als ich die Halle betrete, es ist eine Werkstatt, sehe ich sofort einige Soldaten bei einer Grube stehen. Die Grube ist ein längliches Loch im Boden über den die zu reparierenden Fahrzeuge fahren und von unten gearbeitet werden kann. Die Soldaten schauen alle in die Grube und sind am Reden. Als sie mich sehen verstummen sie und starren mich neugierig an. Der Tierarzt zieht mich zu einer Treppe und von dort gelangen wir in die Grube. Am Ende stehen noch einmal mehrere Soldaten, aber als sie uns bemerken wird sofort Platz gemacht.

Dann erkenne ich einen Schäferhund der dort am Boden liegt. Fragend schaue ich den Tierarzt an und er erklärt: „Was genau passiert ist, weiß keiner! Aber am Freitag muss der Hund in die Grube gefallen sein, die zum Feierabend im sichtbaren Bereich abgedeckt wurde. Da hat keiner den Hund bemerkt. Erst heute Mittag, vormittags hatten die Soldaten einen anderen Dienst, ist der Hund gefunden worden. Ich habe ihn untersucht und ich meine, das er an der Wirbelsäule verletzt worden ist. Genau kann ich es aber nicht feststellen darum mein Anruf.“

Nun gehe ich in die Hocke und höre zunächst den Hund ab. Er ist ganz schwach am Atmen und auch sein Herzschlag ist kaum zu hören. Zunächst mache ich aber nichts weiter, denn ich bin schon am Überlegen wie der Hund aus der Grube zu bekommen ist. Dabei fällt mein Blick auf ein Brett unter dem mehrere Rollen zu erkennen sind. Ich zeige dem Tierarzt das Brett und er meint, das ist eine gute Idee. Dann bittet er einige Soldaten ihm zu helfen. Ich begebe mich wieder aus der Grube und warte auf den Tierarzt und den Hund. Ich weiß, das das Tier schonend auf das Brett gelegt wird. Das wird natürlich einige Zeit in Anspruch nehmen.
Gespannt warte ich auf die Männer als ich hinter mir ein klackern höre. Es hört sich an, als wenn dort Schuhe zusammen geschlagen werden. Dann ertönt auch schon eine Stimme die fragt: „Wie geht es dem Hund? Ist die TÄ schon geholt worden?“ Dann tritt ein Soldat neben mich und er schaut, nachdem er mich gegrüßt hat, in die Grube. Es dauert noch einen Moment, dann erscheint zunächst der Tierarzt. Hinter ihm kann man vier Soldaten erkennen, die das Brett mit dem darauf liegendem Hund tragen.

„Guten Tag, Herr Major! Der Hund wird gerade geborgen und dann wird sich Gerda um ihn kümmern!“ Dabei zeigt er auf mich und der Major schaut mich doch erstaunt an. „Entschuldigen Sie bitte! Aber ich hatte mir eine TÄ etwas älter vorgestellt:“ Dabei reicht er mir seine Hand die ich ergreife. Da meldet sich der Tierarzt wieder zu Wort: „Darf ich vorstellen? Frau Gerda Xxxxx! Die Leiterin des Tierheim in unserer Stadt und die beste TÄ die ich jemals kennen gelernt habe.“

Da die Soldaten mit dem Hund inzwischen aus der Grube heraus sind, sagt ein anderer Mann: „Sofort mit dem Hund in mein Büro! Dort ist schon das Gerät aufgebaut worden!“ Sofort begeben sich die Soldaten in die angegebene Richtung und ich folge mit dem Tierarzt. Auch der Major kommt hinterher.

Als wir in dem Raum sind, dieser ist etwa 10m2 groß, schließt der Major die Tür. Nun ist es noch dunkler in dem Raum denn nur durch ein kleines Fenster fällt etwas Licht. Bevor der Major das Licht anschalten kann, sage ich: „Bitte lassen Sie das Licht aus. Es müsste sowieso gleich wieder gelöscht werden. Das Licht hier im Raum reicht mir vollkommen.“ Während ich das sage, beginne ich schon mit der Untersuchung des Hundes. Zunächst taste ich ihn vorsichtig ab und bemerke auf seiner linken Seite in Höhe der Rippen eine Beule. Da ich noch mein Stethoskop umgehängt habe, nehme ich dieses zur Hand und höre die Lunge ab. Doch auf der Seite ist kein Atemgeräusch zu hören. Darum kontrolliere ich die rechte Seit. Hier ist schwach ein Atemgeräusch zu vernehmen.

Nun setze ich das Ultraschallgerät ein! Mein Verdacht bestätigt sich hierbei. Der linke Lungenflügel ist zusammengefallen. Warum kann ich noch nicht sagen, dazu muss ich das Tier röntgen. Das sage ich laut und erzähle auch, was ich bisher festgestellt habe. Da sagt der Major: „Moment, ich muss mal eben telefonieren.“ Damit greift er zum Telefon, schaut kurz auf ein Telefonverzeichnis welches an der Wand hängt, dann wählt er die Nummer. „Hier ist Major Gxxxxx! Geben Sie mir mal den Stabsarzt! Hallo Herr Doktor Kyyyyy. Sie haben doch ein Röntgengerät bei sich? Genau, das muss sofort einsatzbereit gemacht werden. Schicken Sie sofort einen Sanka zur Werkstatt, aber mit vollem Konzert! Bis gleich!“ Damit legt er wieder auf und erklärt: „Ein Sanka kommt sofort. Dann wird der Hund in den San-Bereich gebracht und dort kann er dann geröntgt werden. Ah! Da ist der Wagen ja schon! Nehmen sie den Hund und bringen sie ihn raus!“ sagt er noch zu vier Soldaten, die er anspricht nachdem er die Tür wieder geöffnet hat. Dann stürmt er zum offenen Tor der Werkstatt. Er gibt einige Befehle und schon wird der Hund vorsichtig in den Wagen geschoben.
Der Tierarzt, der Major und ich steigen ebenfalls ein. Schon geht die Fahrt wieder los.

Nur kurz ist die Fahrt, dann hält der Sanka vor dem Sanitätsbereich. Sofort kommen mehrere Soldaten und auch ein Mann im weißen Kittel aus dem Haus. Der im weißen Kittel ist der Arzt! Kurz kommt von ihm Protest auf, als er erkennt das der neue Patient ein Hund ist. Als ich aber auch aus dem Wagen steige und neben den Hund trete, meine Tasche hängt wie immer über meiner Schulter, verstummt er und geht in das Haus. Wir alle folgen und ich betrete den Röntgenraum. Dort lege ich den Hund so hin, wie ich ihn liegen haben muss. Insgesamt mache ich sechs Aufnahmen, die anschließend von einem Soldaten entwickelt werden.

Der Hund liegt inzwischen schon auf einem Behandlungstisch und ich bereite ihn zur OP vor. Dabei hilft mir der Tierarzt. Nachdem die Röntgenfotos an einem Röntgenbildbetrachter befestigt sind, werte ich die Bilder aus. Da ich schon durch abtasten festgestellt habe, das die Pfoten und der Kopf ohne Verletzungen sind, habe ich nur den Bereich der Rippen geröntgt. Nun erkenne ich, das der Hund 6 Rippen gebrochen hat und sich zwei davon in die Lunge gebohrt haben. An der Wirbelsäule hat er nichts!

Zunächst frage ich den Stabsarzt ob er bestimmte Materialien da hat und als er bestätigt, das er bis auf eines alles hat, steht mein Entschluss fest. Ich werde sofort operieren trotz der fehlenden Herz-Lungen-Maschine und des fehlenden selbstauflösenden Nahtmaterial. Der Stabsarzt verspricht dieses sofort zu besorgen und eilt schon zum Telefon. Während er in den Apparat spricht, bekommt der Hund von mir eine Narkose. Seine Werte werden von einem Sanitäter überwacht, der mir laufend diese Werte ansagt. Bevor ich den ersten Schnitt mit dem Skalpell machen kann, kommt der Arzt wieder zum Tisch und sagt, das das gewünschte Nahtmaterial in etwa einer Stunde da sein wird.

Ich schicke noch alle Soldaten die nicht gebraucht werden aus dem Raum. Auch den Major. Bevor er den Raum verlässt, sagt er noch, das er noch einmal telefonieren wird, dann schließt er die Tür von außen. Nun sind noch in dem Raum der Tierarzt, der Stabsarzt und drei Soldaten die zur Hand gehen. Dann beginne ich mit der OP!

Zunächst öffne ich den Brustraum und sehe nach den Rippen die sich durch die Lunge gebohrt haben. Da der Lungenflügel schon zusammengefallen ist, taste ich trotzdem zunächst den Flügel ab um festzustellen ob sich die Rippen durch diesen gebohrt haben. Das ist jedoch nicht der Fall. Trotzdem kann ich die Rippen noch nicht herausziehen, da mir noch immer das Nahtmaterial fehlt. Also kümmere ich mich zunächst um die anderen Rippen und richte diese. Da reicht mir der Arzt das Nahtmaterial mit den Worten: „Der Major hat noch einmal telefoniert. Es ist doch besser das er angerufen hat, wie solch ein kleiner Stabsarzt wie ich. Nach seinem Anruf sind die sofort mit vollem Konzert nach hier. Auch ein Chirurg ist mitgekommen. Wenn er helfen kann, macht er das gerne. Obwohl er sehr erstaunt war, als er den Patienten gesehen hat.“

Ich stimme zu, das der Chirurg hilft und kurz darauf betritt ein weiterer Mann den Raum. Kurz stellt er sich vor, dann tritt er neben mich und hilft mir nun die Rippen aus dem Lungenflügel zu ziehen. Anschließend vernäht er sehr schnell die Wunden an dem Lungenflügel. Anschließend wird die letzten Rippen gerichtet und ein Röhrchen eingesetzt, damit die Luft wieder aus dem Raum zwischen Rippen und Lunge entweichen Kann. Mit jedem Atemzug die der Hund nun macht, wird der Lungenflügel wieder neu aufgebaut und die Luft durch das Röhrchen entweichen. Dann vernähe ich die OP-Stelle und lege einen festen Verband an. Anschließend lege ich noch einen Zugang für Medikamente durch den auch gleich ein Herzstärkungsmittel und ein Schmerzmittel eingegeben werden. Außerdem bekommt der Hund einen Tropf mit Kochsalzlösung, dann bin ich zunächst fertig. Die ganze OP hat etwa 90 Minuten gedauert.

Der Hund bleibt noch in dem Behandlungsraum und die drei Soldaten kümmern sich um ihn. Wenn der Tropf durchgelaufen ist, wird der Hund ins Tierheim gebracht, wo ich ihn weiter behandeln kann. Dann verlasen wir alle den Raum und setzen uns ins Büro des Stabsarztes. Auch der Major ist dabei und ich sage ihm, das die OP gut gelaufen ist, jedoch der Hund weiter behandelt werden muss. Er sagt zu mir: „Danke Frau Doktor! Es ist mir klar, das der Hund weiter behandelt werden muss und ich stimme auch zu, das er zu Ihnen ins Tierheim für eine gewisse Zeit kommt. Ich werde ihn dann öfters besuchen. Ich hoffe nur, das er in sechs Wochen wieder soweit gesund ist, das er an der Geburtstagsfeier des Bataillons teilnehmen kann. Sergeant ist unser Maskottchen“

Ich muss lachen als ich nun zum ersten Mal den Namen des Hundes höre und alle stimmen in das Lachen ein. Dann tritt der Chirurg auf mich zu und stellt sich vor: „Hallo ich bin Oberstarzt Prof. Dr. Hemxxxx! Ich gratuliere zur gelungenen OP. Das ich mit bin, beruft sich darauf, das der Major es so dringend gemacht hat. Er sagte am Telefon das es um Leben und Tod gehen würde und wir verantwortlich sind, wenn der Patient nicht überlebt. Nachdem mir das der zuständige Leutnant gesagt hat, habe ich mich kurz entschlossen mit zu fahren. Vielleicht hätte meine Erfahrung ja helfen können, nachdem ich auch noch erfahren habe, das es sich um einen Lungenriss handelte. Erstaunt war ich schon, das solch eine OP in einem San-Bereich stattfinden sollte, aber in einem Notfall muss so gehandelt werden. Sehr groß war mein Erstaunen als ich hier nagekommen bin und feststellte das der Patient ein Hund ist. Aber egal! Ich beglückwünsche Sie ebenfalls zur gelungenen OP.“

Noch größer war sein Erstaunen als unser Tierarzt das Wort ergriff: „Ich bin Dr. YYYYY! Da ich mir diese OP nicht zugetraut habe, ich aber sofort den Notfall festgestellt habe, habe ich die beste Tierärztin angerufen damit diese nicht nur helfen, sondern auch operieren kann. Darf ich vorstellen? Das ist die Leiterin unseres Tierheim hier im Ort und obwohl sie keinen Doktortitel hat, da sie nie eine Uni besucht hat, ist sie die beste TÄ die ich bisher kennengelernt habe. Sie hat alles im Selbststudium gelernt und ich habe sie dabei unterstützt. Ich selber kann immer nur staunen was aus ihr geworden ist.“

Noch zwei Stunden saßen wir zusammen. Inzwischen wurde der Hund von einem Sanka ins Tierheim gebracht, wo er von Bernd in Empfang genommen wurde. Ich weiß, das Bernd sich sofort um den Hund gekümmert hat und sich auch weiter kümmern wird. Nach dem Gespräch mit den Soldaten verlassen der Tierarzt und ich wieder die Kaserne und fahren zum Tierheim. Dort ist der Hund sehr gut untergebracht und Bernd erklärt sich sofort bereit, des Nachts bei dem Hund zu bleiben. So geschieht es auch. Bernd ist ab sofort Nachts im Tierheim und kümmert sich um den Hund und die andere Patienten. Erst als der Hund über dem Berg ist, nach vier Wochen, nimmt er wieder seinen normalen Dienst auf.

Inzwischen ist der Tag an dem das Bataillon der Soldaten seinen Geburtstag feiert. Auf einen großen Platz sind die Soldaten angetreten. Alle Soldaten der Kaserne befinden sich auf dem Platz. Ich befinde mich mit dem Hund in einem Zelt und warte darauf gerufen zu werden. Doch zunächst werden Reden gehalten, vom Bürgermeister, von dem Kommandeur der gesamten Soldaten in der Kaserne und auch vom Verteidigungsminister, der anwesend ist.

Dann ertönt das Kommando: „Soldaten still gestanden! Die Augen rechts! Begrüßen Sie zusammen mit mir unseren Bataillonshund Sergeant und seine Lebensretterin Frau Gerda Xxxxx!“ Nun verlasse ich das Zelt und betrete den Platz. Alle Soldaten rühren sich nicht und verfolgen mich nur mit ihren Blicken. Immer wenn ich an Soldaten vorbeikomme die an der Spitze der Angetretenen Soldaten stehen, wird die Hand zum Gruß an den Kopf gehoben und mich so gegrüßt. Dann stehe ich vor dem ehemaligen Major, inzwischen ist er befördert worden und hat nun einen Stern mehr auf der Schulter, und gebe ihm die Leine des Hundes in die Hand. Auch er Salutiert vor mir, dann tritt er wieder vor das Mikrofon, welches aufgebaut ist. Nun erzählt er was vor ein paar Wochen geschehen ist und nachdem er geendet hat, fangen alle Soldaten, ganz unmilitärisch zu klatschen. Auch der Verteidigungsminister reicht mir seine Hand.

Anschließend, nachdem alle Soldaten den Platz wieder verlassen haben, treffen wir uns, nur die Offiziere und der Minister, in einem Raum und reden noch einmal über den Fall. Nach etwa 4 Stunden verlasse ich die Kaserne wieder. Nachdem Sergeant ein paar Jahre später verstorben ist, wurde ein neues Maskottchen aus unserem Tierheim geholt. Auch diesen Hund brachte ich in die Kaserne.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #304
Puschel

Wieder einmal sitze ich in meinem Büro und erledige den Papierkram. Gerade habe ich mir einen Kaffee eingegossen als mein Telefon klingelt. Als ich mich gemeldet habe, sagt ein Mann am anderen Ende: „Hallo Frau Xxxxx! Ich bin Stefan Kkkkkk. Vom Bauhof. Ich fahre jetzt los um das neue Hinweisschild anzubringen. Sie wollten doch informiert werden, wenn es soweit ist!“ Ich bedanke mich bei ihm für die Info und frage noch wann er da ist. Er sagt, das er etwa 15 Minuten braucht und ich sage ihm zu dann auch da zu sein.
Ich freue mich schon auf das Zusatzschild für unser Tierheim und fahre, nachdem ich einem Mitarbeiter gesagt habe wo ich bin, zur Hauptstraße. Dort stelle ich den Bulli ab. Als ich mich umsehe, erkenne ich sofort den Wagen der Stadt, der am bisherigen Hinweisschild für das Tierheim steht. Bis dahin sind es etwa 100 Meter und ich gehe sofort dort hin.
Beim Hinweisschild erkenne ich zwei Männer die dort Arbeiten. Als mich einer der Männer sieht, steht er, da er bisher gekniet hat, auf. „Hallo, ich bin Stefan und das ist Werner! Das ist das neue Schild! Sind Sie zufrieden?“ Ich schaue mir das Schild an und bin sehr zufrieden. Nun hängt neben dem Hinweisschild für das Tierheim noch ein zweites Hinweisschild dort. Auf dem zweiten Schild steht: „Tier Notfallstation“ Ich rede noch ein paar Minuten mit den beiden, dann fahre ich wieder zum Tierheim zurück.

Das Hinweisschild ist auf meinen Wunsch hin gemacht worden. Da unser Tierheim an einer stark befahrenen Straße liegt, diese ist auch Umleitungsstrecke für die Autobahn, dachte ich mir das es eine gute Idee ist mit diesem Schild. Doch in den nächsten Monaten tut sich nichts.

Drei Monate später sitze ich wieder in meinem Büro und erledige den Papierkrieg, als ein Auto vor meinem Büro hält. Der Wagen hat eine französische Zulassung und aus diesem steigt ein Mann der sofort zur Beifahrerseite läuft und die Tür öffnet. Er greift in den Wagen und als er sich wieder aufrichtet, hat er einen Pudel auf dem Arm. Gleichzeitig steigt eine Frau aus dem Wagen. Beide kommen nun auf den Eingang des Gebäudes zu in dem sich mein Büro befindet. Ich bin schon aufgestanden und gehe auf meine Bürotür zu. Als ich auf den Gang trete, öffnet sich die Außentür und das Paar kommt ins Gebäude. Schnell gehe ich zu ihnen und sage nur: „Bitte folgen Sie mir!“ Da ich auch französisch spreche habe ich das natürlich in ihrer Sprache gesagt. Dann gehe ich schnellen Schrittes zum Katzenhaus in dem sich auch der Behandlungsraum befindet. Das Paar folgt mir genauso schnell. Leise kann man auch ein jaulen des Hundes hören. Also muss er Schmerzen haben. Als ich die Tür zum Behandlungsraum öffne lasse ich die beiden zuerst in den Raum und bitte den Mann, den Hund auf den Tisch zu legen.

Das macht er auch und ich höre zunächst den Hund ab. Doch ich kann keine Unregelmäßigkeit feststellen. Darum wende ich mich an das Paar welches mich ganz erstaunt ansieht. Noch immer auf Französisch frage ich sie dann was der Hund hat. Der Mann antwortet daraufhin: „Wir sind unterwegs um Freunde nicht weit von hier zu besuchen! Etwa zwanzig Kilometer vor der Autobahnabfahrt fing unser Hund auf einmal an zu jaulen. Natürlich sind wir auf den nächsten Parkplatz weil wir dachten das Piere Gassi muss. Doch dem war nicht so, sobald er aus dem Auto war, ist er einfach umgefallen und nicht wieder aufgestanden. Wir sind sofort weiter und an der nächsten Abfahrt runter von der Autobahn. An einer Tankstelle habe ich dann, mit Hilfe eines Translators, nach einem Tierarzt gefragt und man sagte mir, das in ein paar Kilometern Entfernung eine Tier Notfallstation ist. Da wir aber beide kein Deutsch können hat man uns aufgeschrieben wie das Wort heißt und sind dann weiter. Meine Frau hat das Schild, sie hatte den Zettel in der Hand, sofort gesehen und nun sind wir hier. Was ist denn nun mit Piere?“

Ich sagte ihm, das ich das noch nicht weiß und frage nach näheren Umständen. Dabei streichele ich die ganze Zeit den Hund über den Kopf. Noch immer bin ich nicht schlauer, daher fange ich an den Hund zunächst ab zu tasten. Doch dabei stelle ich nichts fest. Das Skelett ist vollkommen in Ordnung. Erst als ich den Hund im Bereich der Nieren abtaste, die Nieren befinden sich im Bereich der Lenden, erfolgt eine Reaktion des Hundes. Denn als ich dort etwas fester drücke jault er auf und versucht mich zu beißen. Nun ist mir klar, das etwas mit den Nieren nicht stimmt.

Da auch ein Mitarbeiter im Raum ist, bitte ich ihn sofort das Ultraschallgerät aus dem Nebenraum zu holen. Während er das Gerät holt, schneide ich schon einmal bei dem Hund die Haare an der entsprechenden Stelle. Als das Gerät dann bei mir und angeschlossen ist, fange ich sofort mit der Untersuchung an. Als ich die rechte Niere Untersuche, stelle ich fest, das ein Blutgefäß der Niere durch ein Blutgerinnsel verschlossen ist und das entsprechende Nierengewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Innerhalb kürzester Zeit muss die Durchblutung der Niere wieder hergestellt werden, ansonsten droht ein Nierenversagen. Und das wäre tödlich für den Hund. Ohne mich um die Frage des Mannes zu kümmern, was sein Hund denn nun hat, gehe ich zum Medikamentenschrank. Als ich wieder zu dem Hund trete, redet mich der Mann wieder an, doch ich verweise ihn auf später, da für seinen Hund Lebensgefahr besteht. Da fängt die Frau an zu weinen und ihr Mann nimmt sie in den Arm.

In diesem Moment betritt der Tierarzt den Raum und fragt was los ist. Schnell erkläre ich ihm alles und er wendet sich an das Paar. Auch er kann fließend Französisch und spricht auch nun in der Sprache mit dem Paar: „Hallo, ich bin Dr. Yyyyyy! Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, denn ihr Hund ist in den besten Händen die ich kenne. Frau Xxxx wird schon das richtige machen damit ihr Hund bald wieder herum springt.“
Er spricht noch weiter mit dem Paar, doch ich höre schon nicht mehr hin und konzentriere mich wieder auf den Hund. Zunächst gebe ich ihm eine Spritze, damit sich das Blutgerinnsel in dem betroffenen Nierenbereich wieder auflöst. Später wird er noch andere Medikamente bekommen, darum lege ich gleich einen Zugang dafür. Durch diesen gebe ich dem Pudel ein Antischmerzmittel. Schon nach kurzer Zeit hört er auf zu jaulen und leckt jetzt sogar an meiner Hand die ihn immer noch streichelt. Dann lasse ich einen Korb für den Hund holen und nachdem dieser gebracht wurde, lege ich den Hund dort rein und der Mitarbeiter bringt ihn nach neben an auf die Krankenstation.

Nun wende ich mich wieder an das Paar und erkläre ihnen, was Piere genau hat. Auch sage ich ihnen das der Hund nun mindestens 14 Tage bei uns bleiben muss, damit die Behandlung nicht unterbrochen wird. Während ich meine Erklärungen abgebe stellt nur der Mann gelegentlich eine Frage und die Frau hört schweigend zu. Als ich fertig bin stellt sie die Frage auf die ich die ganze Zeit gewartet habe: „Ich habe gehört das die Behandlungskosten für Tiere in Deutschland sehr hoch sind! Wieviel wird uns die Behandlung denn nun kosten? Nicht das es ums Geld geht, nichts ist uns für Piere zu teuer, aber wir wollen doch schon wissen worauf wir uns einstellen müssen wegen der Kosten.“

Ich muss etwas Lachen und auch der Tierarzt Lacht kurz, dann sagt er: „Wissen Sie, wenn Sie nur einen Kilometer weiter gefahren wären, dann wäre es sehr teuer für Sie geworden. Nur hier im Tierheim dürfen keine Rechnungen für die Behandlung ausgestellt werden. Das heißt, die Behandlung ist Kostenlos für Sie. Nur die Verpflegung müssen Sie zahlen. Ansonsten dürfen Sie Spenden so viel sie wollen.“

Nun ist das Paar zunächst sprachlos und erst nach ein paar Minuten finden sie ihre Sprache wieder: „Aber Sie sind doch auch TÄ und dann kostenlos? Das gibt es doch nicht! Welches ist denn der Haken bei der Sache?“ Zusammen mit dem Tierarzt erklären wir nun dem Paar, warum die Behandlung kostenlos ist. Zu einem liegt es daran, das ich zwar operieren darf, aber keine Rechnungen erstellen darf, zum anderen sind wir in erster Linie ein Tierheim. Sie bleiben noch etwa eine Stunde bei ihrem Piere, dann fahren sie weiter, nicht ohne zu versprechen in 14 Tagen wieder da zu sein.

In den nächsten Tagen bekam Piere seine Medikamente und täglich untersuchte ich seine Nieren. Piere hatte unwahrscheinliches Glück gehabt, das seine Besitzer so schnell gehandelt hatten, denn bis ich helfen konnte waren nur etwa 45 Minuten vergangen. Bei einem Niereninfarkt kommt es schließlich auf jede Minute an, da sich bei einem kompletten Verschluss der Arterien schon nach zwei Stunden zum Absterben des Nierengewebes kommt. Da aber nur ein Teilbereich der Nieren betroffen war, musste die Hilfe innerhalb von 12 Stunden erfolgen damit keine Schäden überbleiben.

Die Niere des Hundes erholte sich immer mehr und nach einer Woche durfte Piere auch in den Außenbereich für Hunde gehen. Doch das schien ihm nicht zu gefallen, denn schon innerhalb kürzester Zeit war er wieder im Raum und legte sich in seinen Korb.

Da im Krankenbereich kein Unterschied zwischen den Arten der Tiere gemacht wurde, kam es auch vor, das Hunde und Katzen zusammen in dem Raum lagen. Bisher hatte es nie Schwierigkeiten gegeben wenn sich die Tiere trafen. Auch Piere reagierte nicht anders. Zwar sah er die 3 Katzen die zu der Zeit auf der Station lagen und er schnupperte an diesen, doch groß interessieren taten ihn die Katzen nicht.

An einem Montag wurde nun Puschel auf die Krankenstation verlegt. Puschel war ein Streuner der bei einem Unfall sehr schwer verletzt worden war. Er war fast drei Monate beim Tierarzt auf der Intensivstation untergebracht. Inzwischen war er ein kleiner Schmusekater geworden. Nun wurde er auf die Krankenstation bei uns im Tierheim verlegt und soll demnächst vermittelt werden. Aber erst muss er ganz gesund werden. Das er einen Unfall hatte, sieht man ihm noch an. Puschel ist stark am Humpeln, da bei dem Unfall die Hüfte stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Außerdem hat er nur noch ein Auge und hört auch auf einem Ohr nichts mehr. Durch die Behinderung kann er auch nicht mehr so springen und laufen wie seine Artgenossen, aber das scheint ihn nicht zu stören.

Nun wurde er von einer Mitarbeiterin in den Raum gebracht und bekam einen Platz am Außenfenster. Kurz stand Puschel auf und sah sich um. Er sah die anderen 3 Katzen und Miaute einmal, dann schaute er sich weiter um. Auch den leeren Korb von Piere, dieser war im Moment draußen, sah er. Dann ging er aus seinem Korb und ging zu Piere seinem Korb. Dort schnupperte er an dem Korb, dann legte er sich in den Korb. Die Mitarbeiterin wollte Puschel wieder in seinen Korb bringen doch ich, ich kam gerade zur Tür rein, stoppte sie. Kurz schaute mich die Mitarbeiterin, sie war erst seit ein paar Tagen bei uns, an, zuckte kurz mit der Schulter und wollte den Raum verlassen.

Auch diesmal stoppte ich sie, da Piere gerade wieder in den Raum kam. Auch er schaute sich um dann ging er auf seinen Korb zu. Bevor er diesen erreichte, stoppte er noch einmal und ging zu dem nun leeren Korb von Puschel. Hier schnupperte er, da aber nichts in dem Korb war, ging er wieder zu seinem Korb. Bisher hatte er Puschel noch nicht entdeckt, da der Rand des Korbes so hoch war, das eine liegende Katze nicht zu sehen war. Nur an einer Seite war der Rand des Korbes flacher.

Als er an seinem Korb ankam und hinein springen wollte, sah er nun Puschel darin liegen. Verdutzt blieb Piere stehen, schaute uns an und jaulte einmal kurz. Dann schnupperte er an Puschel. Dieser schnupperte ebenfalls an Piere dann leckte er ihm über die Augen. Vorsichtig stieg nun Piere in seinen Korb und legte sich neben Puschel. Danach schleckte Piere über den Kopf von Puschel und legte anschließend seinen Kopf auf seine Pfoten. Puschel rückte ganz dicht an Piere heran und legte ebenfalls seinen Kopf auf seine Pfoten.
Neben mir sagte die Mitarbeiterin: „Das gibt es doch gar nicht! Ein Hund und eine Katze zusammen in einem Korb und beide scheinen sich zu mögen!“ Ich klärte sie darüber auf, das dieses sehr oft in der Natur vorkommt und sie hörte aufmerksam zu. Ganz zum Schluss sagte ich zu ihr: „Lasse die beiden zusammen solange sie es wollen. Ich hoffe, das Pieres Besitzer Puschel auch mitnehmen, denn die beiden kann man jetzt nicht mehr trennen.“ Dann ging ich zu meinem Büro. Immer wenn nun Piere nach draußen ging, kam Puschel mit. Natürlich konnte Puschel nicht herum toben, aber er schaute gern zu, wenn die anderen Hunde zusammen spielten. Keiner der anderen Hunde belästigten Puschel. Nur als Puschel das erste Mal mit Piere nach draußen kam, schnupperten sie kurz an Puschel, dann gingen sie wieder.

Am darauffolgenden Montag erschienen gegen Mittag dann die Besitzer von Piere. Zunächst fragten sie nach ihrem Hund und ich erklärte den beiden, das es Piere inzwischen sehr gut gehen würde, nur ab und an ein Besuch in einer TK oder einem sehr gut ausgebildetem Tierarzt sein muss um die Nieren weiter zu überwachen. Dann kam ich auf das wesentliche zu sprechen: „Ihr Piere kann also wieder nach Hause! Jedoch hat er sich hier bei uns mit einem anderen Tier angefreundet. Wir haben schon versucht die beiden zu trennen aber dann fangen beide an zu weinen, wobei Piere es am schlimmsten treibt. Er springt solange gegen die Tür und ist am jaulen, bis wir seinen Kumpel wieder zurück bringen. Auch futtern beide dann nicht mehr.“
Beide schauten sich an und sagten dann: „Wenn es so ist, nehmen wir den anderen Hund eben auch mit! Wir leben auf dem Land und haben Platz genug bei uns im Haus.“ Nun musste ich doch lächeln und ich antwortete: „Es handelt sich hierbei nicht um einen Hund sondern um eine Katze in der sich ihr Piere verliebt hat!“ Nun waren beide erst einmal sehr erstaunt und schauten sich an. Darum sagte ich zu den beiden das sie mir folgen sollten. Zusammen gingen wir zum Katzenhaus und nachdem wir den Krankenbereich betreten hatten, stellten wir fest das beide Tiere nicht im Korb waren sondern draußen. Darum öffnete ich die Tür nach draußen und wir gingen raus.

Sofort sah Piere seine Leute und kam laut bellend und Schweifwedelnd auf uns zu. Mehrmals sprang er an der Frau und dem Mann hoch die ihren Hund natürlich streichelten. Dann stoppte Piere in seiner Freude und er setzte sich auf den Boden. Leise war er am jaulen und schaute in die Richtung von Puschel. Dieser kam ganz langsam auf uns zu und man konnte auch jetzt sehen, das er am Humpeln war. Als er neben Piere angekommen war, setzte sich Puschel ebenfalls hin und fing leise an zu Miauen. Als erste bückte sich die Frau und streichelte Puschel über den Kopf, dann fing auch der Mann an Puschel zu streicheln.

Nach einigen Minuten sagte der Mann: „ Wenn es geht, nehmen wir auch die Katze mit! Nur müssen Sie uns auch sagen, warum die Katze humpelt und ob sie noch weiteres hat.“ Ich erklärte ihnen dann ganz genau was mit Puschel los ist und das auch er ab und an zum Tierarzt muss. Aber nur zur Kontrolle so sagte ich ihnen. Aufmerksam hörten beide zu, wobei die Frau noch immer Puschel am Streicheln war. Etwa eine Stunde später verließen sie dann unser Tierheim und fuhren wieder nach Hause. Etwa drei Monate später waren sie wieder da, um noch eine Katze zu holen. Auch diese Katze war behindert.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #305
Der Blindenhund

Bernd und ich sitzen zusammen in meinem Büro und besprechen wie die Katzen denn bald untergebracht werden sollen. In zwei Wochen beginnt in unserem Tierheim ein großes Umbau Programm. Es ist geplant ein neues Katzenhaus nebst Krankenstation und Behandlungsraum zu bauen. Krankenstation und Behandlungsbereich sollen dabei vergrößert werden. Für den Neubau wird zuerst die Hälfte des alten Gebäudes abgerissen und der Neubau daran gebaut. Ist der Neubau dann bezogen wird der Rest des alten Gebäudes abgerissen und mit dem Neubau weiter gemacht. Die Finanzierung des Neubaus ist zum größten Teil aus Spendengeldern geregelt. Dabei waren auch zwei sehr große Spenden vom Grafen und von Herberts Eltern. Nur wie genau die Tiere hier aus dem Haus untergebracht werden können, ist noch Schleierhaft.
Gerade unterbreitet Bernd den Vorschlag, ein paar Zelte zu besorgen und darin unser Gerät, welches im altem Katzenhaus lagert, in diese Zelte zu lagern und die frei werdenden Räume so einzurichten, das diese Tiergerecht werden. Ich finde seinen Vorschlag gut und fange auch sofort an zu telefonieren. Zunächst rufe ich beim Roten Kreuz an und nachdem ich von dort die Zusage habe, das ein großes Zelt bei uns aufgestellt wird, rufe ich auch beim THW an. Auch von dort bekomme ich eine Zusage. Schon Morgen sollen die Zelte auf gebaut werden.
Gerade habe ich den Telefonhörer wieder aufgelegt, als das Telefon klingelt. Nachdem ich mich gemeldet habe, ertönt die Stimme eines Mannes: „Hallo Frau Xxxxx! Ich bin von der Autobahnpolizei. Es wurde ein Hund gefunden von einem Trucker. Dieser hat den Hund vor drei Tagen das erste Mal gesehen, sich aber nichts dabei gedacht, weil in der Nähe auch einige PKW standen. Heute ist er wieder auf den Parkplatz und der Hund war immer noch da. Es sieht so aus, als wenn das ein Blindenhund ist. Jedenfalls trägt er solch ein Geschirr. Können Sie den Hund holen?“ Natürlich sage ich zu das wir den Hund holen. Dann lege ich wieder auf. Bernd erklärt sich sofort bereit den Hund zu holen und schon nach kurzer Zeit ist er in Begleitung einer Mitarbeiterin unterwegs.
Nachdem die beiden mit dem Hund zurück sind, untersuche ich ihn. Aber außer einem großen Hunger und Durst hat der Hund nichts. Trotzdem bleibt der Hund bei uns auf der Krankenstation, da noch genau festgestellt werden muss, ob es sich wirklich um einen Blindenhund handelt. Natürlich habe ich auch nach einer Tätowierung bei dem Hund nachgesehen, aber er hat keine. Auch das Geschirr ist nicht markiert oder hat eine Seriennummer. Am nächsten Tag kam ein Ausbilder für Blindenhunde und schaute sich den Hund an. Der stellte fest, das der Hund tatsächlich eine sehr gute Ausbildung hinter sich hat und zu einem Blindenhund ausgebildet worden ist.
Nachdem der Mann wieder gegangen ist, hänge ich mich ans Telefon und rufe bei der Örtlichen Zeitung an und bitte darum, einen Journalisten zu schicken. Etwa eine Stunde später betritt eine junge Frau mein Büro und stellt sich als Mitarbeiterin der Zeitung vor. Ihr schildere ich nun die Lage und sie macht auch mehrere Fotos von dem Hund. Schon am nächsten Tag erschien ein Artikel in der Zeitung in dem nach dem Besitzer des Hundes gesucht wird. Doch niemand meldet sich. Auch das regionale Fernsehen berichtet über den Hund, jedoch auch ohne Erfolg. Also blieb der Hund bei uns, weil wir immer noch hoffen das sich jemand meldet.
Ein halbes Jahr später, die Bauarbeiten sind schon in vollem Gang, sehe ich einen PKW vor mein Büro vorfahren. Aus dem Wagen steigen zwei Frauen und zwei Männer. Sie schauen zu der Baustelle, dann kommen sie auf mein Büro zu. Bevor sie die Außentür erreichen kommt der Polier der Baufirma zu den Leuten und redete mit ihnen. Doch anscheinend zeigte das Gespräch keinen Erfolg, denn alle 5 kommen nun in mein Büro. Der Polier sagt zu mir, nachdem er gegrüßt hat: „Die können ihren Wagen dort nicht stehen lassen! Gleich kommt ein LKW der den Platz braucht. Der Wagen muss also weg, doch leider sprechen die kein Deutsch.“ Ich schaute nun die vier an und reichte ihnen zunächst die Hand. Dann frage ich zunächst auf Englisch ob sie mich verstehen. Doch nur Achselzucken war die Folge. Also wiederholte ich meine Frage auf Französisch, doch auch das verstanden sie nicht.
Ich schaute aus dem Fenster und erkenne am Nummernschild des Fahrzeuges mit dem sie gekommen sind, das der Wagen in der Türkei zugelassen war. Ich drehe mich um und frage den Polier ob er auf der Baustelle keinen Mann aus der Türkei beschäftigt, was er verneint. Er meint aber das er ein paar Brocken Türkisch kann und wendet sich wieder an die vier. Dann versucht er mit seinen wenigen Sprachkenntnissen den Leuten zu erklären, das der Wagen dort weg muss. Doch auch dieses klappt nicht.
Mir kommt eine Idee und ich greife zum Telefon um Herbert an zu rufen. Eine seiner Angestellten ist Türkin! Sobald er sich meldet, schildere ich das Problem und er holt die Angestellte an den Apparat. Kurz schildere ich die Lage, dann gebe ich den Hörer an einen der Männer weiter. Nur kurz redet er mit der Angestellten dann gibt er mir den Hörer zurück und verlässt mein Büro. Nachdem ich mich wieder gemeldet habe, sagt Herberts Angestellte, das sie gleich kommen wird um zu dolmetschen. Dann lege ich auf.
Der Polier verlässt mein Büro und ich war mit den restlichen drei Türken alleine im Raum. Da ich ihre Sprache nicht kann, redeten wir nun mit Händen und Füßen zusammen. Ich bot ihnen etwas zu trinken an, was sie auch gerne annehmen. Gerade hatte ich jedem etwas zu trinken gegeben , betritt der Fahrer des Wagens wieder mein Büro. Auch er bekommt etwas zu trinken. Dann sitzen wir uns wieder gegenüber. Die vier unterhalten sich, wovon ich nichts verstehe, ich mache an meiner Arbeit weiter.
10 Minuten später betritt eine weitere Frau mein Büro. Nachdem sie sich vorgestellt hat, sagt sie das sie die Angestellte von Herbert ist. Sofort wandte sie sich an die vier Besucher und fragt wohl, was sie wollen. Nach einigen Minuten schaut sie mich an und sagt: „Das sind Damen und Herren aus der Türkei! Genauer aus einer kleinen Ortschaft an der Türkischen Adria. Zunächst möchten Sie sich bedanken für die herzliche Aufnahme bei Ihnen. Das haben sie bisher noch nicht erlebt, das versucht wird jemand zu finden, der Türkisch kann.“ Ich bedanke mich und frage dann, warum sie zu uns gekommen sind. Wieder wendet sich die Angestellte an die vier und stellt die Frage.
Etwa 5 Minuten später sagt sie dann: „Seit etwa drei Monaten sind die vier unterwegs, weil sie einen bestimmten Hund suchen. Dieser Hund wurde von einem Bekannten von einem Züchter hier in Deutschland abgeholt und sollte mit dem PKW in die Türkei gebracht werden. Irgendwo auf dieser Fahrstrecke ist der Hund dann abhanden gekommen und nun suchen sie diesen Hund. Der Hund ist was Besonderes. Er ist von einem Türkischen Züchter nach deutschen Regeln als Blindenhund ausgebildet worden und war für den Vater eines der Männer gedacht. Der Züchter ist hier ganz in der Nähe, sie haben aber ab der Türkei in jedem Tierheim entlang der Fahrstrecke nachgefragt. Bisher war aber der Hund nirgends gewesen. Dieses ist nun das letzte Tierheim auf ihrer Suche nach dem Hund.“
Das die vier nach einem Blindenhund suchen, habe ich mir schon gedacht, nachdem die Bemerkung gefallen ist das der Hund eine besondere Ausbildung hat. Aber ich muss sicher gehen das es der Hund ist, der bei uns lebt. Darum frage ich, ob sie ein Foto des Hundes haben. Nachdem meine Frage übersetzt worden ist, holt eine der Frauen ein Foto aus ihrer Tasche und gibt mir dieses. Als ich dieses nun betrachte, erkenne ich sofort unseren Blindenhund. Auch die Frau ist mit auf dem Foto. Also stimmt deren Geschichte.
Ich sage daraufhin zu Herberts Angestellten, das der Hund bei uns ist, sie dieses aber noch nicht an die vier weiter sagen sollt. Ich will erst den Hund holen lassen. Ich sage zu ihr: „Sage denen bitte, das wir einen Ähnlichen Hund hier haben, wir aber nicht wissen ob das ein Blindenhund ist. Ich werde diesen Hund bringen lassen.“ Sie übersetzte, während ich im Hundebereich anrufe um den Blindenhund ohne Geschirr bringen zu lassen.
Schon kurz darauf klopft es an meiner Tür und diese wird geöffnet. Zunächst erscheint Bernd im Raum, dann kommt auch der Hund. Als dieser die Frau sieht, läuft er sofort zu dieser und freut sich riesig. Immer wieder legt er eine seiner Pfoten auf den Schoß der Frau und sie und auch die anderen streicheln den Hund. Dabei waren sie immer wieder am reden und alle reichen mir ihre Hände.
„Die vier bedanken sich bei ihnen und sind froh endlich ihren Hund wieder zu haben. Natürlich kommen sie für alle Unkosten auf, die bisher angefallen sind. Sie sollen nur die Summe sagen.“ sagt die Angestellte. Noch etwa 2 Stunden sitzen wir zusammen, dann verlassen die vier unser Tierheim und fahren wieder in Richtung Heimat. Vorher wollen sie aber am Flughafen vorbei und eine der Frauen und der Hund sollen schon voraus fliegen. Ich wünsche ihnen noch viel Glück, dann verlassen sie unser Tierheim. Auch die Angestellte fährt wieder zur Praxis zurück.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #306
Das Trucker treffen

Wieder einmal sitze ich in meinem Büro und sortiere die Post die gerade gebracht wurde. Es sind mindestens 15 Briefe die heute gekommen sind. Das meiste sind Rechnungen von irgendwelchen Firmen, aber auch nur Werbung ist dabei. Als ich den letzten Brief zur Hand nehme fällt mein Blick auf den Absender. Dort steht: „Verein der Trucker im Fernverkehr“ „Komisch“ denke ich bei mir und lege den Brief erst einmal an die Seite. „Mit Sicherheit auch nur Werbung“ denke ich noch, dann habe ich den Brief schon wieder vergessen. Erst gegen Feierabend, als ich meinen Schreibtisch aufräume, fällt mir der Brief wieder in die Hand.

Diesmal öffne ich den Brief und finde zu meinem Erstaunen eine Einladung zu einem Trucker Treffen darin. Der Brief war zwar ans Tierheim gerichtet, aber das Schreiben ist für mich gedacht. Ich stecke den Brief in meine Handtasche, nehme meine Notfalltasche und verlasse das Büro. Ich will den Brief erst zu Hause lesen. Doch auch diesmal vergesse ich den Brief.

Mitten in der Nacht, ich träume von einem Brief der sehr wichtig ist, wache ich auf. Ich stehe auf und greife zu meiner Handtasche und hole den Brief heraus. Dann beginne ich zu lesen. In dem Brief steht: „ Liebe Gerda! Leider wissen wir nicht deine Privatadresse! Darum haben wir das Schreiben an das Tierheim gesendet in der Hoffnung, das Du dort diesen Brief liest. Hiermit laden wir, der Verein der Trucker im Fernverkehr, dich und Deinen Mann zu unserem Treffen ein. Das Treffen findet auf dem Nürburgring während des Truck Grand Prix statt. Anbei sind zwei Eintrittskarten für Dich und Deinen Mann. Wir hoffen das ihr beiden kommt. Sollte Deine Tochter auch mit kommen, gilt die Einladung auch für Sie.“ Dann folgte noch die Unterschrift von zwei Truckern.

Kurz war ich am Überlegen ob ich Herbert wecke, doch ich ließ ihn weiter schlafen. Das hat auch noch bis zum Frühstück Zeit. Darum legte ich den Brief auf den Küchentisch und ging wieder ins Bett. Doch einschlafen kann ich nicht mehr, darum stehe ich auf und gehe ins Wohnzimmer wo ich den Fernseher einschalte und durch die Programme schalte. Bei irgendeinem Spielfilm bleibe ich hängen und schaue diesen. Doch das Ende habe ich nicht gesehen, denn ich bin wieder eingeschlafen.

Wieder wach werde ich, als das Geräusch der Kaffeemaschine aus der Küche ertönt. Also ist Herbert auch schon aufgestanden. Ich erhebe mich und gehe in die Küche wo ich zunächst Herbert begrüße. Nach einer kurzen Erklärung warum ich im Wohnzimmer geschlafen habe, zeige ich ihm den Brief. Er liest ihn durch und sagt dann: „Dann wollen wir mal zusehen, das wir an dem Wochenende frei haben.“

Ein paar Wochen später ist es soweit. Monika fährt natürlich nicht mit. Sie will lieber mit ihrem Kai zusammen sein. Schon um 7.00 Uhr fahren wir, an einem Samstag, mit dem Wohnmobil los, da das Treffen der Trucker um 12.00 Uhr beginnen soll. Wir kommen gut voran und sind gegen 11.00 Uhr am Nürburgring. Da unser Stellplatz hinter der Absperrung liegt, fährt Herbert zu einer Zufahrt und nachdem er unsere Eintrittskarten vorgezeigt hat, dürfen wir auf das Gelände. Bis zu unserem Standplatz ist es nicht sehr weit und schon nach kurzer Zeit kommen wir dort an. Auf dem Stellplatz stehen schon einige Mobile und Herbert stellt unser Mobil zwischen zwei anderen Mobilen ab. Auch einige LKW stehen in der Nähe.

Gerade als wir aussteigen wollen kommt ein Mann zu unserem Mobil und nachdem er sich vorgestellt hat, fragt er nach der Einladung. Herbert zeigt diese vor. Daraufhin sagt der Mann: „Leider stehen Sie hier falsch. Dieser Platz ist nur für allgemeine Gäste. Wenn ich mitfahren kann, zeige ich Ihnen den richtigen Platz!“ Ich setze mich nach hinten und der Mann steigt auf den Beifahrersitz. Dann leitet er uns zu einem anderen Platz wo er uns einen Platz zuweist. Nachdem das Mobil nun endlich steht, steigen Herbert und ich aus dem Wagen. Natürlich habe ich nun meine Tasche dabei. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Rennstrecke. Ab und zu fährt auch ein LKW mit einem Höllentempo vorbei. Dabei ist es ganz schön laut.
Bei einer Menschengruppe die ganz in der Nähe im Gras sitzt, machen wir halt und setzen uns dazu. Es scheint sich bei diesen Leuten um Trucker mit ihren Familien zu handeln. Auch viele Tiere haben sie dabei. Nachdem wir uns vorgestellt haben, nehmen wir an den Gesprächen teil. Keiner stellt Fragen wegen meiner auffälligen Tasche. Mir ist es recht so. Um kurz vor 12.00 Uhr stehen wir alle auf und gehen zu der Festwiese auf dem ein großes Zelt steht. Auch eine Bühne ist dort aufgebaut auf der sich eine Gruppe Musiker bemüht Lieder von sich zu geben. Dieses klappt auch mehr schlecht als recht.

Peter, so heißt einer der Trucker die wir vorher kennen gelernt haben, geht auf die Bühne und ergreift das Mikrofon: „ Hallo Leute! Für alle die mich nicht kennen. Ich bin der Vorsitzende des Vereines der Trucker im Fernverkehr! Mein Name ist Peter! Ich begrüße euch rechtherzlich zu unserem ersten Treffen und bedanke mich für eure rege Teilnahme an diesem treffen. Ins besondere begrüße ich den Verkehrsminister, den Polizeipräsidenten und den Bundesvorsitzenden der Trucker Gewerkschaft. Es ist mir ein besonderes Anliegen das heute und hier Gespräche stattfinden die den Alltag des Truckers wieder spiegeln. Aber ins besonderes möchte ich eine Person begrüßen, die uns allen bekannt ist. Ich weiß nicht wie oft sie schon geholfen hat, wenn wir Trucker einen Notruf gesendet haben, aber es wird sehr oft gewesen sein. Begrüßt zusammen mit mir unseren kleinen Doktor Frau Gerda Xxxx. Die es geschafft hat heute hier zu sein. Gerda komm bitte auf die Bühne!“

Bevor ich zur Bühne gehen kann, ertönt auf einmal eine Frauenstimme: „Hilfe! Hilfe! Mein Hund!“ Sofort drehe ich mich um, um die Ruferin zu sehen. Doch das ist nicht der Fall. Erst als noch einmal der Ruf ertönt, kann ich die Frau erkennen. Sofort begebe ich mich zu der Frau und als ich bei ihr ankomme, sehe ich einen kleinen Hund der nicht mehr atmet. Sofort kümmere ich mich um den Hund, doch mit dem ersten Blick auf das Tier, sehe ich, das ich nicht mehr helfen kann. Trotzdem höre ich den Hund ab und gebe auch Medikamente. Doch ich kann nicht helfen. Der Hund ist tot! Das sage ich auch nach etwa fünf Minuten zu der Frau und diese bricht in Tränen aus. Nach einigen Minuten nimmt sie ihren Hund auf den Arm und verlässt das Treffen.

Auf die Bühne möchte ich nach diesem Vorfall nicht mehr gehen, aber Peter der neben mir ist, Ermuntert mich doch auf die Bühne zu gehen. Also gehe ich zusammen mit Peter zur Bühne. Dort erklärt er zunächst was vor ein paar Minuten passiert ist und wie ich helfen wollte. Dann sagt er: „Bisher habe ich nur davon gesprochen das eine TÄ helfen wollte, es aber leider nicht mehr konnte. Das hier neben mir ist Gerda, der Engel der Tiere. Immer wenn irgendwo ein Tier krank ist und sie in der Nähe ist, hilft sie. Auch vielen von uns Truckern, die ein krankes Tier gefunden haben, hat sie geholfen. Viele von uns sind extra Umwege gefahren, nur damit Gerda helfen kann und sie macht das immer. Noch nie hat sie abgelehnt zu helfen. Wir im Vorstand haben lange überlegt, was wir für Gerda machen können. Dann kam uns die Idee. Im Tierheim wo Gerda der Chef ist, gibt es auch eine Station und in ihrem PKW hat sie auch eines. Beide Geräte haben nur 12 Kanäle aber wie ihr wisst dürfen wir inzwischen 40 Kanalgeräte haben. Aus diesem Grund haben wir beschlossen Gerda und ihr Tierheim mit den neuen Geräten aus zu statten. Außerdem wird Gerda zum Ehrenmitglied ernannt.“
Nach dieser Ansprache brandete Beifall auf, der nicht enden wollte. Als es wieder ruhiger wurde, trat ich ans Mikrofon und bedankte mich bei ihnen für die Neuausstattung mit Funkgeräten aber insbesondere für die Ehrenmitgliedschaft. Danach ist der offizielle Teil des Treffens vorbei. Herbert und ich setzen uns zu den Truckern und es beginnt ein gemütliches Beisammensein. Bis spät in die Nacht wird gefeiert und erst weit nach Mitternacht begeben Herbert und ich uns zu unserem Wohnmobil.

Am nächsten Morgen treffen wir uns alle wieder zu einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend begeben wir uns alle zu dem kleinen Hügel von dem man die Rennstrecke beobachten kann. Auch jetzt sind schon einige Renntrucks unterwegs und drehen ihre Runden.

Es ist noch ein paar Minuten Zeit bis zum eigentlichen Rennen und die letzten LKW rauschen auf der Rennstrecke an uns vorbei, als wir alle den großen Hund sehen der auf der Strecke herum läuft. Laut fangen viele an zu rufen, aber auch einige rennen los um den Hund von der Strecke zu holen. Doch sie erreichen den Hund nicht rechtzeitig. Er wird von einem der LKW, trotz Vollbremsung, erfasst und fliegt durch die Luft.
Sofort springe ich auf, schnappe mir meine Tasche und laufe zur Rennstrecke. Herbert ist dicht hinter mir. Gerade als ich die Strecke erreiche hält ein Wagen der Streckensicherung bei dem Hund. Zwei Männer steigen aus und bücken sich zu dem Hund herunter. Anscheinend wollen sie ihn hoch heben, doch das dürfen sie nicht. Darum fange ich laut an zu rufen. Doch die beiden hören mich nicht. Aber einige Trucker die schon an der Stelle sind, sehen mich heran gelaufen kommen. Darum hindern sie die beiden daran, das der Hund bewegt wird.

Kurz darauf bin ich neben dem Hund. Sofort kniete ich mich neben dem Hund hin und öffnete meine Tasche. Neben mir entbrannte eine hitzige Diskussion, weil die Rennstrecke geräumt werden muss. Schließlich würde das Rennen in ein paar Augenblicken beginnen. Doch ich kümmerte mich nicht um die Aufforderung den Hund sofort zur Seite zu bringen. Für mich war es wichtig erst einmal heraus zu finden, welche Verletzungen der Hund bei dem Unfall erlitten hat. Also hörte ich den Hund erst einmal ab, dann fing ich an ihn ab zu tasten um eventuelle Brüche fest zu stellen. Den Bruch des rechten Vorderbeines stelle ich sofort fest. Auch einige Rippenbrüche kann ich ertasten. Die Beule am Kopf ist nicht zu übersehen. Noch einmal höre ich den Hund ab. Bisher habe ich ihn abgehört um festzustellen ob er noch lebt. Jetzt höre ich ihn ab um eventuelle Schäden an Lunge und Herz fest zu stellen. Jetzt stelle ich fest, das das Herz des Hundes sehr unregelmäßig schlägt und das ein Atemgeräusch von einem der Lungenflügel fehlt.

Der Herzschlag lässt auf eine Herzprellung schließen und der fehlende Atem Ton auf eine zusammen gefallene Lunge. Darum untersuchte ich den Brustbereich ganz genau um einen Brustbeinbruch aus zu schließen. Jedoch stellte ich genau diesen Bruch fest. Herbert der neben mir Kniete fragte wie es denn aussieht und ich antwortete: „Eigentlich hat der Hund keine Chance mehr. Aber Du kennst mich ja. Der Hund muss sofort in eine Klinik um operiert werden zu können. Dann besteht die Chance das er bald wieder herumtoben kann. Aber die Behandlung wird einige Tausend Mark kosten. Wem gehört eigentlich der Hund?“ fragte ich zum Schluss laut.

Da trat ein Mann von etwa 60 Jahren aus dem Kreis der Zuschauer hervor. „Das ist mein Teddy! Seit 10 Jahren ist Teddy nun mein ständiger Begleiter, zusammen haben wir schon so viel erlebt. Meinst Du wirklich, das die Behandlung so teuer wird? Soviel Geld habe ich leider nicht!“ Ihm standen die Tränen in den Augen. Da trat Peter vor und sagte: „Wenn nur jeder der Fahrer hier 10 Mark spendet wird ein Großteil der Kosten gedeckt sein. Hier ist mein Beitrag!“ Auch Herbert zückte sein Portemanè und gab 20 Mark.

Während dessen überlegte ich schon wie der Hund hier weg gebracht werden kann. Da fiel mein Blick auf die Streckensicherung und mir kam eine Idee. Sofort ging ich zu den beiden und sagte: „Wenn ich nicht sofort einen Krankenwagen hier habe, bleibt die Strecke noch längere Zeit gesperrt. Dieser Hund muss sofort in eine Klinik um dort behandelt zu werden. Ansonsten muss ich hier auf der Stelle mit der OP anfangen und wie lange dann die Strecke noch gesperrt bleibt, kann ich nicht genau sagen. Aber mit Sicherheit 2-3 Stunden wird es dauern.“

Beide sahen mich an, doch rührte sich keiner von den beiden. Entschlossen gab ich daraufhin ein paar Kommandos. „Ich brauche sofort heißes Wasser, dann einige Decken und bringt alles an Verbandmaterial her, was ihr habt! Auch brauche ich zwei Campingtische! Ich fange sofort an!“ Schon drehten sich einige Trucker um, um das benötigte zu holen. Da sagte einer der beiden: „Moment! Sie wollen hier und jetzt operieren? Der Hund muss sofort von der Bahn weg! Dann können Sie machen was Sie wollen. Aber erst muss der Hund weg!“

Inzwischen war schon ein zweiter Streckensicherungswagen gekommen und vier weitere Männer waren daraus gestiegen. Zwei von ihnen hatten Anzüge an. Einer von ihnen sagte nun: „Er hat recht! Der Hund muss weg. Darum habe ich schon einen Krankenwagen angefordert der gleich hier sein müsste. Damit können Sie dann zur Streckenklinik fahren und alles weitere machen was nötig ist um den Hund zur TK zu transportieren.“

Schon war das Martinshorn eines Krankenwagens zu hören und kurz danach hielt er neben uns an. Aus dem Wagen stiegen zwei Sanitäter und ein Notarzt. Nur kurz warf er einen Blick auf den Hund und schon kamen seine Kommandos. Aus dem Krankenwagen wurde eine stabile Trage geholt und der Hund sehr vorsichtig darauf gelegt. Danach wurde die Trage in den Wagen geschoben und ich stieg ebenfalls ein. Herbert kam natürlich mit. Dann wendete der Wagen und fuhr zu der Streckenklinik. Als wir dort waren, wurde der Hund sofort aus dem Wagen geholt und in einen Behandlungsraum gebracht. Herbert und ich betraten ebenfalls den Raum und ich ging sofort zu dem Hund.

Zunächst sagte ich zu dem Notarzt: „Der Hund muss eigentlich erst geröntgt werden, bevor seine Knochen gerichtet werden. Außerdem muss ich genau nachsehen was er an seinem Herz und seiner Lunge hat.“ „Machen Sie nur, Frau Xxxxxx! Hier können Sie alles machen und tun was Sie wollen.“ sagte daraufhin der Notarzt. Nun war ich erstaunt das er mich kannte, denn bisher hatte ich meinen Namen noch nicht genannt. Darum fragte ich: „Woher wissen Sie denn wie ich heiße? Wir haben uns doch noch gar nicht vorgestellt.“
Nun lächelte er mich an und sagte: „Nein ich kenne Sie nicht! Aber mein Bruder, Ihr Tierarzt hat mir schon viel von Ihnen erzählt. Ich wusste sofort das Sie es sind als ich den Anruf erhielt um zur Unfallstelle zu fahren. Schließlich ist nur ein Hund unter die Räder gekommen. Aber nun lassen Sie es uns angehen. Der Röntgenapparat ist schon bereit und auch das Ultraschallgerät wartet auf seinen Einsatz.“

Wieder schaute ich erstaunt. Ich wusste gar nicht, das unser Tierarzt einen Bruder hatte. Aber das kann man später alles klären. Jetzt ist erst einmal der Hund wichtig. Schnell wurden mehrere Aufnahmen gemacht und während diese entwickelt wurden, arbeitete ich schon mit dem Ultraschallgerät. Ich hatte recht ein Lungenflügel war eingefallen und auch die Herzprellung war vorhanden. Bei Auswertung der Aufnahmen stellte ich außerdem fest, das ein Vorderbein zertrümmert ist und mehrere Rippen gebrochen sind. Am Kopf kann ich keinen Schaden feststellen.

Sofort bereite ich die OP vor. Dabei hilft der Notarzt und Herbert mein Mann. Zuerst mache ich einen Schnitt am Brustraum um mir den Brustbeinbruch genauer an zu schauen. Außerdem behandle ich gleichzeitig den Pneumothorax. Beim Brustbein brauche ich nichts machen, das heilt von alleine, wenn der Hund einige Tage in einem Dämmerzustand gehalten wird. Also behandle ich den Pneumothorax indem ich ein Röhrchen setze und somit es ermögliche das die Luft die im Brustraum ist, entweichen kann. Bei jedem Atemzug des Hundes wird sich der Lungenflügel wieder aufbauen und in etwa drei Tagen kann das Röhrchen entfernt werden. Auch die Rippen richte ich und anschließend bekommt der Hund einen festen Verband. Die Herzprellung, dadurch hat der Hund Herzrhythmusstörungen, wird von mir Medikamentös behandelt. Darum bekommt er eine Herzstärkungsspritze. Nachdem das alles erledigt ist, kümmere ich mich um die gebrochene Vorderpfote. Diese ist mehrfach gebrochen und ich setze eine Metallplatte, die mir der Notarzt reicht, ein. Damit kann der Hund in einigen Tagen wieder laufen. Jedoch müssen die Platten für den Rest des Lebens eingepflanzt bleiben. Dadurch wird der Hund zwar humpeln, aber das ist besser wie eine Amputation, was die Alternative wäre.

Dann bin ich endlich fertig. Nachdem ich auf die Uhr gesehen habe, stelle ich fest das die OP fast drei Stunden gedauert hat. Nun muss der Hund sofort in eine TK gebracht werden, damit die Nachbehandlung durchgeführt werden kann. Ich setze mich an einen Schreibtisch und schreibe einen Bericht über meine durchgeführten Arbeiten und was noch notwendig ist. Nachdem das erledigt ist, gehe ich noch einmal zu dem Hund. Der ist aber noch immer betäubt. Ich habe aber mein Bestes getan. Während der Hund mit einem Krankenwagen zur TK gebracht wird, gehe ich in den Vorraum. Dort wartet nicht nur der Besitzer des Hundes auf mich, sondern auch viele Trucker.

Ich erzähle wie die OP gelaufen ist und das der Hund schon zur TK unterwegs ist. Der Besitzer drückt mir stumm die Hand. Dabei laufen ihm die Tränen über die Wangen. Dann geht er schnell zu seinem Wagen, er ist mit einem PKW hier, um zur TK zu fahren. Das Rennen haben wir zwar nicht gesehen, aber Herbert und ich werden zum nächsten Treffen eingeladen. Noch einige Stunden sitzen wir anschließend mit den Truckern zusammen und reden nicht nur über diese OP, sondern auch über andere Fälle die ich erlebt habe. Gegen Abend fahren wir dann nach Hause.

Acht Wochen später klopft es an meiner Bürotür. Auf mein Herein kommt nur ein Hund ins Büro. Als er mich sieht fängt er an zu jaulen und kommt auf mich zu. Als er bei mir ist hebt er seine rechte Vorderpfote und legt diese auf meinen Schoß. Gleichzeitig fängt er an meine Hände ab zu schlecken. Ich weiß sofort beim ersten Blick wer der Hund ist. Es ist der Hund von der Rennbahn. Da kommt auch schon sein Besitzer in den Raum. Er erzählt mir das durch die Spenden der Trucker die Behandlung vollkommen bezahlt werden konnte. Erst seit 2 Tagen ist der Hund wieder bei ihm zu Hause. Er humpelt zwar leicht, aber stören tut ihn das nicht.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #307
Das Amselpärchen und das Lama

Heute will ich schon um 14.00 Uhr Feierabend machen, weil ich zum Arzt muss. Die Tierheim-Leiterin hat das auch schon genehmigt. Ich unterhalte mich gerade mit einer Kollegin über die Arbeiten die ich noch machen sollte und nun sie diese machen muss, als mein Blick zufällig aus dem Fenster des Katzenhauses fällt. Von dort hat man einen weiten Blick in das Gelände, weil dort nur eine Wiese ist, die wir von dem Bauern dem diese gehört benutzen dürfen. Der Bauer benutzt die Wiese nur, um dort Heu zu ernten. Im Moment ist dort vom Zoo ein Lama untergebracht.

Dieses Lama hat vor ein paar Tagen sich ein Vorderbein gebrochen und da sie Trächtig ist, wurde sie auf die Wiese gebracht, damit sie ihre Ruhe hat. Denn im Zoo wurde sie immer von den anderen Lamas bedrängt. Durch das Fenster kann ich sehen das das Lama sich in eine Ecke der umzäunten Wiese drückt. Aber auch zwei Vögel sehe ich dort, die ganz aufgeregt zu sein scheinen. Warum kann ich nicht erkennen. Hoffentlich hat das Lama nicht das junge bekommen.

Schnell verlasse ich das Katzenhaus und gehe um das Gebäude zu der Wiese. Durch ein Tor betrete ich die Wiese und gehe schnell zu den Tieren. Noch immer sind die beiden Vögel da und sind ganz aufgeregt. Auch das Lama ist inzwischen näher zu den beiden Vögeln gekommen. Auch das Tier ist inzwischen aufgeregter. Irgendetwas muss dort am Boden sein, weswegen die Tiere so aufgeregt sind. Bei den Vögeln handelt es sich um Amseln wie ich erkennen kann.

Dann bin ich bei den Tieren. Zwar werden die Vögel und das Lama ruhiger, aber besonders die beiden Amseln weichen nicht zur Seite. Dann erkenne ich was dort am Boden liegt und ich bekomme einen riesen Schreck. Vor mir im Gras liegt ein kleines Kätzchen, welches höchstens eine Stunde alt ist.

„Wo kommt das Kätzchen her und wo ist die Mutter?“ fährt es mir durch den Kopf. Gleichzeitig bücke ich mich und hebe das Kätzchen hoch. Dann drehe ich mich um und Laufe zum Katzenhaus. Das Tor zur Weide schließe ich nicht. Als ich im Behandlungsraum ankomme steht dort Bernd, den ich kurz informiere. Sofort geht er zu der Stelle an dem ich das Kätzchen gefunden habe und fängt an zu suchen. Ich kümmere mich derweilen um das Kätzchen.

Zunächst höre ich die kleine ab dann bekommt das Kätzchen von mir einige stärkenden Medikamente. Während ich einmal hochsehe, erkenne ich am Fenster die beiden Amseln. Auch das Lama steht dabei. Ich muss lächeln, aber gleichzeitig überlege ich schon, wie das Tier versorgt werden kann. Bei uns sind zwei Katzenmuttis die hier ihre Jungen geboren haben. Da beide Muttis in einem Nebenraum liegen, nehme ich das kleine und gehe dort hin. Beide Katzenmuttis schauen mich neugierig an.

Bianca hat vor zwei Tagen drei Kitten bekommen. Sie ist etwa ein Jahr alt. Claudia ist etwa 4 Jahre alt und hat 6 Kitten zur Welt gebracht. Beide sind Streuner, lassen sich aber hier bei uns streicheln. Darum sind sie auch nur ein einem separaten Zimmer von den anderen Muttis getrennt. Als ich auf beide zugehe, schaue ich auch noch einmal zum Fenster. Dort landen gerade die beiden Amseln auf dem Fenstersims. Auch das Lama taucht auf.

Da Claudia mit ihren sechs Kitten genug zu tun hat, wende ich mich Bianca zu. Ich halte ihr das kleine hin und sie schnuppert an dem Kätzchen. Dann schaut sie mich an und nach ein paar Sekunden legt sie sich auf die Seite. Sofort lege ich das Kleine an und das fängt auch sofort an zu saugen. Ich streichele Bianca über den Kopf und diese fängt an zu schnurren.

Als ich wieder hoch sehe sind die beiden Amseln noch immer vor dem Fenster. Darum gehe ich zum Fenster und öffne dieses. Danach trete ich etwas zur Seite. Die Amseln kommen sofort in den Raum und dann vollzieht sich wieder ein Wunder der Natur. Immer wieder bin ich erstaunt, was so alles möglich ist.
Beide Amseln begeben sich zum Korb von Bianca und setzen sich auf den Rand. Bianca hebt nur den Kopf, schnuppert an den Vögeln, dann legt sie sich wieder hin. Auch Claudia kommt nun zum Korb von Bianca. Sie schnuppert auch nur an den Vögeln, stößt diese leicht mit dem Kopf an, dann geht sie wieder zu ihrem Korb. Auch das Lama steckt den Kopf weit durch das Fenster. So kann sie zwar das kleine Kätzchen sehen, aber sie ist zu weit entfernt um an dem Kätzchen zu schnuppern.

Ich verlasse den Raum und begebe mich wieder zu der Wiese um Bernd zu unterstützen bei der Suche nach der Katzenmami. Ich treffe ihn bei dem kleinen Wäldchen, welches eine Grenze der Wiese ist. „Bisher habe ich nichts gefunden. Jetzt will ich den Wald untersuchen. Auch Klara, Heinz und Stefanie helfen bei der Suche. Sobald wir was entdecken sagen wir Bescheid! Musst Du nicht zum Arzt?“ fragt er noch zum Schluss. Ich schaue auf meine Uhr und stelle fest, das es schon 14.45 Uhr ist. Eigentlich wird es nun höchste Zeit, das ich zum Arzt komme, aber ich bleibe und helfe bei der Suche.

Gerade will ich unter einem Busch nachsehen, als neben mir eine Amsel landet. Ob es eine der beiden Amseln handelt, weiß ich nicht. Der Vogel hüpft zu einem anderen Busch und ist ganz aufgeregt. Sofort gehe ich zu dem Busch den mir die Amsel zeigt und ich finde zwei weitere Kitten die leben. Auch diese bringe ich sofort in den Behandlungsraum wo ich sie untersuche. Beide gebe ich anschließend zu Bianca. Dann bin ich wieder draußen. Dieses Mal habe ich meine Tasche mit dabei.

Ich sehe Bernd aufgeregt winken und gehe deshalb zu ihm. „Hier ist die Mutti! Komm schnell! Ihr geht es sehr schlecht!“ Ich beschleunige meine Schritte und bin kurz darauf bei Bernd. „Eine Amsel hat mir den Ort hier gezeigt. Sie kam auf einmal angeflogen und landete hier bei dem Busch. Dann wurde sie ganz aufgeregt und kam immer wieder auf mich zu. Da habe ich noch einmal nachgesehen unter diesem Busch und da erst das Loch im Boden gesehen. Darin habe ich die Mutti gefunden.“

Als ich mich zu dem Loch hinunter bücke erkenne ich die Katzenmutti, aber ich sehe auch noch zwei Kitten. Noch nicht einmal ihren Kopf hebt die Mutti als ich sie nun anspreche. Vorsichtig greife ich in das Loch und berühre die Mutti. Auch jetzt kommt keine Reaktion von ihr. Ich taste mich zu einem der Kitten und hole das aus dem Loch und reiche es zu einer Mitarbeiterin, die einen Tragekorb dabei hat. Dann hole ich das zweite Kitten aus dem Loch und gebe das ebenfalls der Mitarbeiterin. Dann versuche ich die Mutti hervor zu holen, doch das klappt nicht weil das Loch am Eingang zu eng ist.

Bernd läuft sofort los um eine Schaufel zu holen. Nach etwa einer Minute kommt er wieder zurück und erweitert vorsichtig den Eingang zu dem Loch. Nun kann ich mit beiden Händen in das Loch greifen, aber noch immer ist das Loch zu eng um die Katze daraus hervor zu holen. Meine Arme stören einfach. Also macht Bernd den Eingang zu dem Loch noch größer und endlich kann ich die Mutti aus dem Loch holen.
Nachdem sie nun vor mir liegt, hole ich sofort mein Stethoskop aus der Tasche und höre die Katze ab. Ganz schwach kann ich ihren Herzschlag hören. Die Katze ist total erschöpft, darum gebe ich sofort ein Stärkungsmittel. Dann lege ich die Katze zu den beiden Kitten in den Korb und zusammen laufen wir schnell zum Katzenhaus.

Als wir den Behandlungsraum betreten, stellt die Mitarbeiterin sofort den Korb auf den Tisch. Ich greife mir das erste Kitten und höre es ab. Auch untersuche ich es auf etwaige Verletzungen. Doch die kann ich nicht feststellen. Während das Kitten nun in den Nebenraum gebracht wird, kümmere ich mich um das nächste. Auch dieses kann nach kurzer Zeit in den Nebenraum. Als die Mitarbeiterin wieder zurück kommt sagt sie: „Ist schon komisch! Da sind zwei Vögel in dem Raum und liegen mit in dem Korb von Bianca. Auch das Lama steht immer noch am Fenster. Muss das nicht wieder auf die Weide?“

Ich lächle und sage: „Lass das Lama ruhig am Fenster stehen. Später können wir es immer noch zurück bringen. Jetzt lassen wir erst einmal der Natur ihren Lauf, schließlich ist es sehr ungewöhnlich mit den Vögeln und dem Lama.“ Dann untersuche ich die Katzenmutti. Schnell habe ich herausgefunden warum ihre kleinen über solch eine Wegstrecke verteilt sind. Sie hat beide Vorderbeine gebrochen und konnte deshalb nicht mehr richtig laufen.

Ich mache einige Röntgenaufnahmen und kann feststellen, das es keine komplizierten Brüche sind. Darum werden die Vorderläufe von mir nur stabilisiert, dann kommt sie auch in den Nebenraum. Ihren Korb stelle ich zwischen die Körbe von Bianca und Claudia. So kann die Mutti sehen, wo ihre Kitten sind. Denn ein Kitten liegt auch bei Bianca. Wie es dorthin gekommen ist wissen wir nicht, denn alle Kitten wurden zu Bianca gegeben. Vermutlich hat Claudia sich eines der Kitten geholt.

Der Katzenmutti ging es am nächsten Tag schon erheblich besser, so das wir nun ihre Kitten zu ihr legten. Auch Bianca und Claudia gingen immer wieder zu der Katze und schmusten mit ihr. Die Amseln sind jeden Tag am Fenster und dieses wird dann geöffnet damit sie zu der Katzenmutti können. Auch die kleinen von Bianca und Claudia werden von den Amseln besucht. Das Lama wird jeden Tag zum Fenster gebracht wo sie die Katzen beobachten kann. Dort bleibt das Lama immer ein paar Stunden.

Nach einer Woche legen wir alle Kitten und die Mutti in einen Korb und stellen diesen an das Fenster. Als das Lama kommt, die inzwischen selber ein Kitten bekommen hat, schnuppert es an allen Katzen und schleckt diese ab. Als das Lama ein paar Tage später abgeholt wird, darf es noch einmal an den Katzen schnuppern. Auch dieses Mal werden die Katzen ausgiebig beschnuppert und abgeschleckt. Dann verlässt uns das Lama.
Die Mutti erholte sich wieder komplett. Sie und die beiden anderen Muttis freundeten sich an. Obwohl Claudia und Bianca Streuner waren, wollten sie nicht mehr in die Kolonie, darum blieben sie bei uns. Als es soweit war, wurden nach und nach die Kitten vermittelt. Zwei der Kitten wurden vom Zoodirektor abgeholt und im Freigehege des Lamas wieder frei gelassen. Denn das Lama war in der ganzen Zeit als es ohne Katzen war, sehr traurig. Erst als die zwei Kitten zu ihr gebracht wurden, war das Lama wieder glücklich. Oft tobten die drei herum, wobei es auch schon mal zu leichten Verletzungen bei den Katzen kam. Die Muttis wurden zusammen an ein älteres Ehepaar vermittelt wo sie es sehr gut hatten. Die zwei Amseln die jeden Tag bei den Katzen waren, zogen mit zu dem Ehepaar wo sie auch täglich bei den Katzen waren.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #308
Hilf mir bitte, ich will doch nur leben

Schon seit längerem haben der Tierarzt und ich uns auf einen Wechseldienst geeinigt. Dabei kümmert er sich an dem einem Wochenende auch um kranke Tiere im Tierheim, ich mich dann am nächsten Wochenende um die Tiere die bei ihm stationär liegen. So hat jeder von uns alle zwei Wochen ein freies Wochenende. Natürlich behandle ich in der Zeit in der ich den Wochenenddienst habe keine Tiere die Akut erkrankt sind, sondern ich kümmere mich nur um die Tiere beim Tierarzt.

An diesem Wochenende bin ich mal wieder an der Reihe und da im Tierheim im Moment keine Tiere auf der Krankenstation liegen, sondern es sind nur zwei Hunde beim Tierarzt die Medikamente bekommen müssen. Auch müssen bei diesen Verbände gewechselt werden. Bevor ich zum Tierarzt bin, war ich trotzdem im Tierheim um nach dem Rechten zu sehen. Doch dort ist alles in Ordnung, so das ich nach einem Gespräch mit dem Mitarbeiter der hier ist, weiter zum Tierarzt bin.

Ich habe den Hunden die Verbände gewechselt und ihnen auch die Medikamente gegeben, als das Telefon klingelt. Eigentlich gehe ich nicht an den Apparat aber es könnte der Mitarbeiter, der Tierarzt oder auch Herbert sein. Darum nehme ich den Hörer ab. Nachdem ich mich gemeldet habe höre ich eine aufgeregte Frauenstimme. „Herr Doktor! Kommen Sie schnell! Wir haben gerade beim Spaziergang eine verletzte Katze gefunden. Wir sind auf dem He….weg, kurz vor dem Restaurant dort.“ Sofort sage ich zu dorthin zu kommen.
Da meine Notfalltasche im Auto liegt, brauche ich nicht erst nach Hause um diese zu holen, sondern kann sofort zu der angegebenen Stelle fahren. Ich komme sehr gut voran und nach etwa 15 Minuten biege ich in die angegebene Straße ein. Schon von weitem sehe ich einen Mann und eine Frau, sowie drei kleine Kinder sehen. Zumindest die Erwachsenen schauen gespannt in meine Richtung. Kurz darauf halte ich bei ihnen, nehme meine Tasche und steige aus dem Wagen.

Sofort kommt die Frau auf mich zu: „Ich hatte doch den Tierarzt angerufen! Sind Sie auch TÄ?“ Dann sieht sie meine Tasche und greift nach meinem Arm. Dann zieht sie mich in eine Richtung, die etwas abseits von den Kindern ist.

Dort angekommen sehe ich sofort die etwa ein Jahr alte Katze. Sie scheint von einem Fahrzeug angefahren worden zu sein. Ganz schwach hebt sich ihre Brust beim Atmen. Auch hat sie an den Hinterpfoten geblutet. Doch die Blutung ist inzwischen zum Stillstand gekommen.

Schnell bücke ich mich zu der Katze hinunter und hole aus meiner Tasche zunächst mein Stethoskop hervor. Dann höre ich die Katze ab. Herzschlag und Atmung sind nur noch schwach zu hören. Dann fange ich an die Katze ab zu tasten um festzustellen welche Verletzungen sie hat. Dabei öffnet die Katze ihre Augen und auch ihren Kopf hebt sie etwas an. Sie schaut direkt in meine Augen und ich kann in ihren Augen lesen „Hilf mir! Ich bin doch noch so jung und ich möchte leben!“

Nun fange ich an mit der Katze zu reden: „Das kriegen wir schon wieder hin! Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. In ein paar Wochen läufst Du wieder herum!“ Dabei taste ich die Katze weiter ab. Neben den Verletzungen an den Hinterläufen bemerke ich auch einen Bruch beider Vorderbeine. Hier kann ich nicht viel machen, darum bekommt die Katze zunächst ein Mittel gegen Schmerzen gespritzt und ebenfalls ein Herzstärkungsmittel. Dann hole ich die kleine faltbare Trage aus meiner Tasche und bitte die Frau darum, da ich die Katze vorsichtig hochhebe, diese unter die Katze zu schieben. Dann lege ich die Katze auf die Trage. Anschließend fixiere ich die Katze mittels eines Verbandes auf der Trage.

Als ich aufstehe hebe ich gleichzeitig die Trage mit hoch. Während ich auf mein Auto zu gehe fragt mich die Frau, wo die Katze denn nun hinkommt. Auf meine Antwort, das sie zu uns ins Tierheim kommt sagt sie: „Ist es nicht besser, das die Katze sofort in eine Klinik kommt. Oder zumindest zu der Tier Notrettungsstation die nicht weit von hier entfernt ist. Dort soll es auch eine ausgezeichnete TÄ geben, so habe ich gehört!“
Ich muss lächeln und sage ihr, das die Katze genau dorthin kommt. „Die Rettungsstation ist in dem Tierheim und dort wird ihr sofort nach meiner Ankunft geholfen!“ Als wir bei meinem Auto angekommen sind, lege ich die Trage mit der Katze vorsichtig auf den Beifahrersitz. Die Frau hatte meine Tasche mitgenommen und diese gab sie mir nun. Dann verabschiedeten wir uns und ich fahre sofort zum Tierheim.

Dort angekommen, kommt mir der Mitarbeiter entgegen. Sofort sagt er mir, das Herbert schon mehrmals angerufen hat, weil ich mich nicht gemeldet habe. Ich sage zu dem Mitarbeiter, das er sofort Herbert anrufen soll und dieser hier hin kommen soll. Dann betrete ich den Behandlungsraum und lege die Trage mit der Katze vorsichtig auf den Behandlungstisch. Anschließend lege ich meine Tasche auf einen Stuhl. Danach löse ich vorsichtig den Verband von der Trage und gehe nun in den Röntgenraum. Dort lege ich die Katze unter das Röntgengerät und mache die erste Aufnahme. Noch sechs weitere Aufnahmen mache ich. Dann entwickle ich die Aufnahmen und hänge sie anschließend an den Betrachter.

Bei der Auswertung stelle ich fest, das beide Vorderbeine einfach gebrochen sind. Jedoch bei den Hinterbeinen stelle ich fest, das dort wohl ein Auto über diese gefahren ist, denn die Knochen sind richtig zermalmt. Ich bin erschüttert, den beide Hinterläufe müssten eigentlich Amputiert werden. Dann kann die Katze aber nicht mehr laufen. Muss ich nun zum zweiten Mal die erlösende Spritze setzen?

In diesem Moment betritt Herbert den Raum. Sofort schaut er sich auch die Aufnahmen an. Dann sagt er: „Mein Gott! Was willst Du machen? Ich glaube nicht, das die Katze noch einmal auch nur ein paar Schritte machen kann. Wäre es ein Mensch, dann könnte man Prothesen nehmen aber bei einer Katze?“ Als er das sagt, ertönt hinter uns ein leises Miauen. Als ich mich umdrehe, schaut mich die Katze wieder direkt in die Augen. Auch diesmal kann ich die bitte darin erkennen.

Da geht ein Ruck durch meinen Körper: „Du wirst Leben mein kleiner! Auch wirst Du wieder laufen können. Zwar nicht mehr so wie früher, aber Du wirst laufen!“ Dann wende ich mich an Herbert: „Hier kann ich die Katze nicht behandeln! Auch eine TK kann nur bedingt helfen! Kennst Du einen Orthopäden mit einer sehr gut ausgestatteten Praxis? Noch besser wäre eine Orthopädische Klinik!“

Herbert schaut mich etwa eine Minute an. Dabei ist er am überlegen. Dann greift er zum Telefon und wählt eine Nummer. Als die Gegenseite abnimmt, schildert er den Fall der hier ist. Dann sagt er: „ OK! Wir sind in etwa 30 Minuten da! Bis gleich!“ Anschließend legt er auf und sagt zu mir: „Wir fahren sofort zur Uniklinik! Dort werden wir die benötigte Hilfe bekommen. Komm lass uns fahren!“

Schnell gehen wir zum Auto, nachdem ich die Katze wieder auf der Trage fixiert habe. Kurz darauf sind wir unterwegs und nach etwa 25 Minuten sind wir an der Klinik. Als wir diese betreten, kommt uns ein Mann entgegen. Erst gibt er mir die Hand, dann auch Herbert. Dabei sagt er: „Hallo Herbert! Ich hoffe die TÄ kommt gleich nach. Du weißt ja, das ich nichts bei Tieren machen kann. Das ist eine ganz andere Liga und davon habe ich keine Ahnung! Aber sobald die TÄ da ist, werden wir beginnen. Ich habe schon einen OP der nicht in Gebrauch ist, vorbereiten lassen. Auch warten dort noch zwei Mitarbeiter der Klinik. Das sind ein Anästhesist und auch eine OP-Schwester. Die wollen natürlich helfen als sie gehört haben worum es geht.“
Herbert und ich lächeln nur und folgen dem Arzt. Dieser heißt Bruno und ist ein Arzt der Fachrichtung Orthopädie beim Menschen.

In diesem Moment kommt uns ein älterer Mann entgegen. Als er uns erreicht, stellt er sich als Professor Doktor, Doktor Hxxxxxxx vor. Dann fragt er was wir mit der Katze hier in der Klinik wollen. Bevor der Orthopäde oder Herbert antworten ergreife ich das Wort: „Hier habe ich eine Katze die sehr schwer an den Hinterpfoten verletzt ist. Eigentlich müssten die Hinterläufe amputiert werden, aber dann kann die Katze nicht mehr laufen. Aus diesem Grund habe ich entschieden, das die Katze etwas ähnliches wie Prothesen bekommt. Diese müssen aber eingepflanzt werden und darum sind wir hier. Ein Einschläfern der Katze kommt nicht in Frage, obwohl es in diesem Fall das Beste wäre. Aber das lasse ich nicht zu, denn ich habe der Katze versprochen das sie wieder laufen kann!“

Einen kurzen Moment schaut er mich an, dann fragt er Bruno: „Welchen OP haben Sie vorgesehen? Ich werde Ihnen Assistieren, denn ich weiß wer sie sind Frau Xxxxxx. Also gehen wir es an!“ Dann gehen wir alle gemeinsam zu dem OP-Raum. Dieser soll in nächster Zeit renoviert werden, darum wird er nicht mehr benutzt. Nachdem wir den OP betreten haben und kurz die anderen Personen begrüßt haben, bereite ich die Katze zur OP vor. Dazu lege ich sie in Narkose, dann rasiert die Schwester die Haare in den betroffenen Gebieten ab. Kurz darauf sind wir soweit und die OP beginnt.

Zunächst öffne ich vorsichtig das linke Hinterbein der Katze. Dann entferne ich die zersplitterten Knochen an dem Bein. Nachdem dieses geschehen ist, nehme ich ein starkes Mikroskop und füge die Nerven und die Venen wieder zusammen. Danach setze ich vorsichtig eine Metallplatte, die normalerweise bei Zehenbrüchen beim Menschen verwendet werden, ein. Diese Platten verschraube ich mit den restlichen Knochen. So kann die Katze zwar nicht mehr schnell laufen, aber sie kann laufen! Nachdem die Platten an den richtigen Stellen sitzen, vernähe ich die Haut wieder und kümmere mich um die zweite Hinterpfote. Während der OP gibt mir der Professor einige Tipps, die ich auch annehme. Nachdem die zweite Hinterpfote behandelt ist, kümmere ich mich um die Vorderbeine der Katze. Diese müssen aber nur gerichtet werden.

Über 5 Stunden hat die OP gedauert und als endlich alles vorbei ist, reicht mir der Professor die stumm die Hand. Ich lege die Katze wieder auf die Trage und Herbert nimmt diese und geht in den Nebenraum des OP-Saales. Ich folge ihm und setze mich zunächst erst einmal auf einen Stuhl. Auch die anderen folgen, jedoch sagt zunächst erst keiner ein Wort.

Nach etwa 5 Minuten räuspert sich der Professor und sagt dann: „Ich muss ehrlich sagen das heute ein kleines Wunder geschehen ist. Nie hätte ich gedacht, das die OP klappt! Aber so wie es aussieht, wird die Katze in ein paar Wochen wieder herum laufen. Zwar wird sie nie wieder springen oder Mäuse fangen können, aber wenn sie das überlebt, was ich nicht glaube, wird sie zumindest wieder laufen können.“

Noch etwa zehn Minuten sitzen wir zusammen, dann fahren Herbert und ich wieder ins Tierheim. Dort kommt die Katze sofort auf die Intensivstation und bekommt von mir zunächst einen Tropf mit Kochsalzlösung. Da es inzwischen nach 21.00 Uhr ist, entschließe ich mich dazu im Tierheim zu bleiben. Auch Herbert bleibt bei mir und während der Nacht kümmern wir uns abwechselnd um die Katze. In den frühen Morgenstunden bekommt sie noch eine Bluttransfusion. Danach geht es ihr besser, trotzdem halte ich sie in einen Dämmerungszustand.
Diesen Zustand halte ich auch noch eine Woche weiter, dann lasse ich zu langsam zu sich kommen. Als sie richtig wach ist, bin ich bei ihr. Dankbar schaut sie mich an und fängt an zu schnurren als ich sie am Hals kraule. Als sie nach einer weiteren Woche ihre ersten Schritte macht, bin ich natürlich auch dabei. Sie kommt sofort zu mir und drückt ganz fest ihren Kopf an meinen. In den nächsten Wochen geht es ihr immer besser und nach 7 Wochen darf sie dann zu den anderen Katzen. Sofort wird sie begrüßt und nach einem kurzen Moment kümmern sich alle anderen Katzen um sie. Noch immer, und das wird sich auch nie mehr ändern, ist sie stark am Humpeln, aber das ist mir und ihr egal. Denn sie kann wieder laufen, wie ich es versprochen habe.

Kurz nachdem wir die Katze zu den anderen gelassen haben, klopft es an meiner Tür und die Familie die die Katze gefunden hat betritt mein Büro. Sofort erkundigt sich die Frau nach der Katze. Ich beruhige sie und nach ein paar Minuten gehen wir zusammen zum Katzenhaus. Als die Familie durch die Glasscheibe schaut, die sich zum Katzenraum befindet, sehen sie die Katze sofort. Diese liegt zusammen mit einer anderen Katze in einem Korb und ist am Schlafen. Leise öffne ich die Tür zum Katzenraum aber ich weiß, das nun alle Katzen wach sind.

Auch die Katze, inzwischen hat sie den Namen Benno erhalten, hebt den Kopf. Dann steht sie auf und kommt langsam auf uns zu. Auch die Katze mit dem sie zusammen im Korb gelegen hat, kommt hinterher. Dann sind sie bei der Familie und die Frau bückt sich zu der Katze herunter. Als sie anfängt die Katze zu streicheln, fängt diese an zu schnurren. Auch die andere Katze wird gestreichelt. Nach nur zwei Minuten fragt die Frau ob sie die Katzen haben dürfen. Natürlich dürfen sie und nach ein paar Minuten verlassen wir den Raum um die Papiere fertig zu machen. Etwa 30 Minuten später verlässt uns die Katze zusammen mit ihrem Partner, auch er ist ein Kater, unser Tierheim um in ein neues zu Hause zu ziehen.

Zweimal war ich wegen einer Nachuntersuchung bei der Familie und ich konnte feststellen, das die beiden Kater es sehr gut dort hatten. Zu den Etage des Kratzbaumes ist eine Treppe gebaut worden, so das auch Benno bis ganz nach oben kommen kann. Das er nun statt Knochen nur Metallplatten in den Hinterpfoten hat, störte ihn nicht. Zwar kann er nicht springen, auch kann er nicht die Treppe in die obere Etage des Hauses, in dem sich die Schlafräume der Menschen befinden, hoch laufen aber er wird immer auf den Arm genommen, während sein Partner neben ihm die Treppe hoch läuft.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #309
Einsatz unter Lebensgefahr

Wieder einmal sitze ich hier im Büro mit der alten Tierheim-Leiterin zusammen. Sie zeigt mir alles was ich wissen muss um das Tierheim zu leiten. Denn seit drei Tagen bin ich nun die neue Leiterin. Aber noch wird sie eine Woche hier sein und mich einarbeiten. Schließlich bin ich erst ab dem nächsten ersten die offizielle Leiterin.

Gerade zeigt sie mir, wie die Statistik des Tierheim erstellt wird als das Telefon klingelt. Nachdem sie abgenommen und sich gemeldet hat, reicht sie nach einigen Augenblicken den Hörer an mich weiter: „Das ist wohl für dich! Da kann ich nicht helfen!“ Ich nehme den Hörer und melde mich. Sofort ertönt die Stimme einer aufgeregten Frau: „Hallo Frau Xxxxx! Hier ist Sonja Zxxxxxx! Wir sind hier in der Nähe des Ausfluglokals in GXXXXXXX beim Pilze sammeln. Dabei haben wir mehrere Tiere gefunden die verletzt sind. Es sieht dort aus als wenn eine Bombe eingeschlagen hat bei den Tieren. Können Sie sofort kommen. Ich weiß sonst niemand anderes wie Ihren Tierarzt oder Sie als seine Gehilfin!“

Ich frage sie um welche Tiere es sich handelt und sie sagt: „Es liegen dort mindestens vier lebende Hunde und auch zwei tote. Auch noch etliche Katzen sind dort.“ Dann sagt sie noch, das sie sich im Moment auf einer in der Nähe des Ortes wo die Tiere sind, Tankstelle befindet. Obwohl der Ort an dem die Frau ist, etwa 50 Kilometer entfernt ist, sage ich mein Kommen zu. Anschließend laufe ich zum Katzenhaus wo ich Dieter und Silvia treffe. Schnell erzähle ich von dem Anruf und die beiden sagen sofort zu, mit zu fahren. Während sie nun einige Katzen und Hundekörbe holen und zum Bulli bringen, packe ich noch Medikamente und Verbandmaterial sowie andere Gerätschaften in eine Metallkiste. Nachdem ich soweit bin, hebe ich diese hoch und gehe zum Bulli.

Bevor wir losfahren können kommt noch die Leiterin und sagt zu mir: „Ich habe den Tierarzt noch nicht erreicht! Nur seine Frau! Diese gibt aber alles an Albert weiter sobald er wieder zu Hause ist.“ Dann fahren wir los, wobei Dieter am Steuer des Bulli sitzt. Zunächst geht es auf die Hauptstraße und wir fahren durch unsere Stadt. Kurz nachdem wir die Stadtgrenze passiert haben, fährt er in einen Feldweg. Dabei sagt er: „Ich kenne eine Abkürzung! Da sind wir erheblich schneller am Ort:“

Dieter hat Recht! Eigentlich hätten wir für die Strecke etwa 45 Minuten gebraucht. So sind es nur 35 Minuten bis wir wieder auf die Hauptstraße kommen. Jetzt sind es nur noch zwei Kilometer bis zu der Tankstelle wo die Frau ist.

Als wir auf die Tankstelle fahren sehen wir eine Frau die heftig am Winken ist. Sofort fährt Dieter zu der Frau und hält neben ihr an. Ich steige aus dem Wagen und begrüße die Frau, da sagt sie auch schon: „Kommen Sie schnell! Ich fahre mit meinem Wagen voraus. Wir müssen zu dem Waldstück dort hinten!“ Dabei zeigt sie in eine bestimmte Richtung und ich kann einen Wald erkennen der sich in etwa 2 Kilometer Entfernung befindet.

Gerade will ich wieder in den Bulli einsteigen als ein PKW neben uns hält. Zwei Männer steigen aus dem PKW und sagen: „Wir beide sind TÄ von der TK hier in der Nähe. Albert hat uns informiert das irgendetwas passiert ist. Es soll wohl eine Explosion gegeben haben und dabei sind etliche Tiere verletzt worden. Ich bin im übrigen Peter und das ist Klaus.“ Auch ich stelle mich vor, sage jedoch nur meinen Vornamen. Dann reichen wir uns die Hand und ich steige wieder in den Bulli, während Peter und Klaus wieder in ihren PKW steigen. In diesem Moment kommt der Tankwart an unseren Bulli und sagt: „Ich habe ihrem Gespräch zu gehört! Letzte Nacht hat es einen lauten Knall gegeben. Keiner kann sagen woher der gekommen ist. Wenn es der Wald dort hinten ist, dann seien Sie vorsichtig. Da war im letzten Krieg eine Flakstellung. Es könnte noch Munition dort herum liegen!“ Ich bedanke mich bei ihm, dann folgen wir der Frau die mit ihrem Geländewagen voraus fährt.
Da ich nicht weiß was eine Flakstellung ist, frage ich während der Fahrt Dieter danach. Er klärt mich auf, das dort wohl Fliegerabwehrkanonen gestanden haben, die auf Flugzeuge, aber auch Panzer geschossen haben. In diesem Moment bremst die Frau vor uns und fährt in einen Feldweg. Wir folgen ihr, jedoch bleibt Dieter kurz darauf stehen. „Mit ihrem PKW können die TÄ hier nicht lang fahren. Der liegt viel zu tief. Wir nehmen die mit.“ Kurz darauf steigen die beiden TÄ in unseren Bulli hinten auf die Ladefläche und weiter geht die Fahrt.

Nach etwa einem Kilometer fährt die Frau an den Rand und steigt aus ihrem Wagen. „Hier ist eine Schranke! Jetzt müssen wir zu Fuß weiter! Es sind noch etwa ein Kilometer.“ Dieter steigt aus dem Bulli und geht zu der Schranke. Kurz schaut er diese an, dann zieht er einen Bolzen aus der Verriegelung und öffnet die Schranke. Sofort danach fahren wir alle weiter. Wieder die Frau vor weg. Nur diesmal sitzen auch die TÄ bei der Frau im Wagen.

Kurz darauf bleibt die Frau mit ihrem Wagen stehen und alle steigen wir aus unseren Fahrzeugen. Nun geht es zu Fuß weiter, aber es sollen nur noch 100 Meter sein wie die Frau sagt. Wir holen unser Material aus dem Bulli und ich hänge mir meine Tasche über die Schulter. Die Transportkiste und zwei kleine Tische werden von den TÄ getragen. Sie ruft nach ihrem Mann, der auch sofort antwortet. Dann gehen wir in die Richtung. Kurz darauf sehen wir eine Lichtung vor uns auftauchen und auch der Ehemann ist dort am Rande der Lichtung.
Er begrüßt uns alle kurz, dann sagt er: „Ich war schon bei jedem Tier. Die vier Hunde leben noch! Auch 10 Katzen, das sind die dort hinten, leben noch. Aber sie sind alle schwer verletzt. Hier muss es eine Explosion gegeben haben so wie es aussieht." Ich schaue auf die Lichtung und erkenne eine Vertiefung in der Mitte des Platzes. Auch einige umgeknickte Bäume und ausgerissene Sträucher erkenne ich. Es sieht wirklich so aus, als wenn etwas explodiert ist.

Kurz bespreche ich mich mit den TÄ, sie sollen erst einmal am Rand der Lichtung bleiben, dann betrete ich die Lichtung. Genau schaue ich hin wohin ich trete. Dabei gehe ich zielstrebig auf einen der Hunde zu. Als ich bei ihm bin, entnehme ich aus meiner Tasche mein Stethoskop und höre den Hund ab. Dieser lebt noch, aber sein Herzschlag ist nur noch schwach zu hören. Auch höre ich beide Lungenflügel ab und bei beiden höre ich die Atemgeräusche. Dann taste ich ihn vorsichtig ab. Anscheinend hat er nichts gebrochen. Nur am Kopf stelle ich eine dicke Beule fest.

Neben mir entsteht eine Bewegung und als ich hoch sehe, steht Klaus neben mir und hat einen Korb in der Hand. Zusammen legen wir den Hund in den Korb, dann nimmt Klaus diesen wieder hoch und geht zurück zu den anderen. Ich begebe mich zu dem nächsten Hund. Dieser ist leise am jaulen. Als ich bei ihm ankomme erstarre ich.

Direkt bei dem Hund liegt ein Zylindrischer Körper. Sofort weiß ich, das es sich um eine Granate handelt. Denn die Form kenne ich von den Patronen der Jäger. Nur ist das Teil vor mir viel größer. Nur kurz überlege ich was nun zu tun ist. Dann sage ich: „Sofort alle zum Bulli und ab zur Hauptstraße! Hier liegt eine Granate. Dieter versuche du einen Notruf abzusetzen und alarmiere Polizei und Feuerwehr. Sage denen was hier los ist! Lass ein Handfunkgerät da, damit ich dich erreichen kann. Soweit müssten die Dinger reichen.“

Kurz kommt Protest von Dieter auf, dann erscheinen Klaus und Peter neben mir. Peter reicht mir das Handfunkgerät und ich schalte es, nachdem die Antenne ausgezogen ist, ein. Schon höre ich Peter auf dem Trucker Kanal rufen, doch es kommt keine Rückmeldung.

Währenddessen kümmere ich mich um den Hund. Zunächst höre ich ihn ab um ihn dann ab zu tasten. Sobald ich seine Pfoten berühre, fängt er stärker an zu jaulen. Darum bekommt er von mir eine Schmerzstillende Spritze. Danach lege ich zusammen mit Klaus den Hund in einen Korb, der dann zu dem anderen Hund gebracht wird.

In diesem Moment ertönt von der anderen Seite eine männliche Stimme: „Können wir helfen! Ich habe gehört hier liegt Munition! Wir sind Sondengänger und könnten den Boden um die Tiere absuchen damit nichts passiert.“ Kurz lass ich mir von ihm erklären was er meint, dann bin ich einverstanden. Unter Sondengängern, so erklärt er, versteht man Leute die mit einem Metallsuchgerät den Boden absuchen. Sollte ein Metallteil in den Bereich der Suchsonde kommen, ertönt ein Signal aus dem Gerät. Normal suchen sie dann nach dem Metallteil, jedoch wollen sie hier dann die Metallteile nur markieren.

Sogleich gehen die beiden zu den Ärzten und von dort aus kommen sie zu mir um anschließend einen sicheren Weg zum nächsten Hund zu finden. Ich bin ganz dicht hinter ihnen. Da ertönt Dieters Stimme aus dem Funkgerät: „Achtung! Ein dringender Notruf! Kann mich jemand hören?“

„Was hast Du denn Kollege?“ wird ihm geantwortet. „Hinter mir in dem Wald liegt Munition aus dem Krieg! Daneben jede Menge Tiere die bei einer Explosion verletzt wurden! Auch befinden sich drei Menschen dort! Informiere sofort die Polizei und die Feuerwehr!“ sagt Dieter.

„Wo bist Du denn?“ fragt wiederrum die erste Stimme und als Dieter ihm seinen momentanen Standort erklärt sagt ein anderer: „ Was? Bist Du das mit dem Bulli von Gerdas Tierheim dort in dem Feldweg?“ Dieses bestätigt Dieter. Darauf sagt der andere wieder: „Ich bin gleich an der Tanke und werde den Notruf starten. Sag Gerda sie soll aufpassen. Es ist ganz schön gefährlich mit solch alter Munition.“ Dieter antwortet ihm nur, das er an seinem Standort warten wird, schließlich weiß er, das ich bei meiner Arbeit zu höre.

Ich bin inzwischen schon beim dritten Hund angekommen. Dieser erwartet mich mit Schweifgewedel. Ich untersuche ihn und stelle fest, das er nichts hat, was ich so fest stellen kann. Anscheinend hat er nur den Schreck seines Lebens bekommen, denn sofort geht er mit Peter mit der inzwischen wieder bei mir ist. Ganz dicht an Peters Beinen geht er, solch eine Angst scheint er zu haben.

Jetzt wird es auch wieder lebendig auf dem Funkkanal. „Ich habe die Polizei informiert. Ihr sollt euch nicht von der Stelle rühren. Auch Notdienste und Feuerwehr sind unterwegs. Bestell Gerda wenn Du sie siehst schöne Grüße vom MAN-Trucker. Sie weiß wer ich bin. Sie soll vorsichtig sein.“

Ich kann alles sehr gut hören, doch ich höre nur zu. Später kann ich zum Funkgerät greifen. Jetzt sind nur die Tiere wichtig. Inzwischen bin ich beim letzten lebenden Hund angekommen. Um dort hin zu kommen, mussten, wegen Warnungen der Geräte ein kleiner Umweg gegangen werden. Nun bin ich bei dem Hund und sehe sofort das Stück Holz welches in seiner Brust steckt. Auch Peter, der wieder bei mir ist, sieht dieses Stück Holz. „Da hilft wohl nichts mehr!“ ich antworte ihm nur: „Abwarten!“ Klaus kümmert sich um die Tiere die schon aus dem Gefahrenbereich heraus sind.

Schnell knie ich mich hin und untersuche den Hund. Er atmet sehr schwach, da er viel Blut verloren hat. Aber ich kann ihm hier nicht helfen. Darum wird er sehr vorsichtig in einen Korb gelegt und zu den anderen gebracht. Später werde ich mich um ihn kümmern, jedoch sage ich noch das er unbedingt eine Herzspritze bekommen muss.

Nun gehe ich in Begleitung eines Sondengängers zu den Katzen. Diese liegen alle sehr dicht zusammen. Auch sind schon mehrere Martinshörner zu hören die sehr nahe sein müssen. Gerade kümmere ich mich um die erste Katze, als hinter uns eine Stimme ertönt: „Rühren Sie sich nicht! Sobald der Kampfmittelräumdienst da ist, werden wir sie dort raus holen!“

Ich reagiere nicht darauf, doch bekomme ich mit wie Klaus nun mit dem Mann spricht. Was kann ich nicht verstehen. Ich kümmere mich auch schon wieder um die Katze. Diese ist stark am Zittern, ist aber bei klarem Verstand denn sie schaut mich an. Anscheinend registriert sie aber nicht das ich da bin. Auch als ich sie abtaste und abhöre verändert sich ihr Verhalten nicht. Von daher vermute ich, das die Katze nur einen sehr schweren Schock hat. Das sage ich auch zu Peter und er legt die Katze vorsichtig in einen Korb. Auch bei der nächsten Katze ist es nicht anders, sowie bei dem Rest der Katzen. Insgesamt sind es 10 Katzen bei denen ich keine Verletzung feststelle, sondern nur einen schweren Schock. Noch zwei weitere Katzen legt Peter in den Korb, dann bringt er den Korb mit den Katzen zu den anderen Tieren. Anschließend kommt er sofort zurück und hat diesmal zwei Körbe dabei. In diesen Körben werden die Restlichen Katzen gelegt, dann kommen auch diese zu den anderen.

Als auch ich dort ankomme muss ich doch darüber Staunen, welch ein Aufwand hier getrieben wird. Überall stehen Einsatzfahrzeuge der Polizei und Feuerwehr. Auch sind viele Rettungswagen vor Ort. Ich zähle bisher 6 Wagen. Einige Feuerwehrleute sperren auch schon den Bereich mit Flatterband ab. Da wir nun alle bei den Tieren sind, spricht mich der Einsatzleiter an: „Wie können Sie nur zu den Tieren gehen und sich in solch eine Gefahr begeben? Jederzeit hätte weitere Munition Explodieren können! Und das alles nur wegen ein paar Tieren! Davon hat sowieso keines eine Chance weiter zu leben. Die hätte man auch bergen können, wenn der Bereich gesichert ist! Hey, wo wollen Sie hin? Bleiben Sie hier, ich rede mit Ihnen!“

Während er am Reden war, habe ich mich einfach abgewendet und bin zu dem Hund mit dem Holzsplitter in der Brust. Dieser liegt noch immer in seinem Korb der auf einem Campingtisch, Dieter hat diesem aus unserem Bulli geladen sowie die Körbe, bevor er zur Straße ist, steht. Klaus untersucht gerade den Hund und als mich neben ihn stelle sagt er zu mir: „ Da besteht keine Hoffnung! Bis wir in der Klinik sind, ist der Hund gestorben. Sollen wir ihn nicht besser erlösen. Du hast doch mit Sicherheit die richtigen Medikamente dabei, oder?“

Bevor ich etwas sagen kann, entsteht neben mir eine Bewegung und als ich hinschaue, erkenne ich Franz. Diesen kenne ich schon von einem anderen Einsatz her. „Hallo Gerda! Wenn Du willst, wird sofort ein Wagen für dich bereit gemacht!“ Ich sehe ihn an und nicke nur mit dem Kopf. Nun geht alles sehr schnell. Franz lässt sofort einen Rettungswagen vorbereiten. Währenddessen kommt wieder der Einsatzleiter zu mir und fängt an zu reden. Das beende ich aber sehr schnell indem ich zu ihm sage: „Später können wir darüber reden. Jetzt nicht! Für den Quatsch habe ich jetzt keine Zeit!“ Dann gehe ich zu dem Rettungswagen, während Klaus sich um die anderen Tiere kümmert.

Nachdem ich den Rettungswagen betreten habe, der Hund liegt schon auf einem Tisch und Peter gibt ihm gerade eine Narkosespritze, wird die Tür von außen geschlossen. Ich wasche mir schnell die Hände, ziehe mir Handschuhe an und trete dann zum Tisch. Da dieser Wagen auch ein Ultraschallgerät dabei hat, nimmt Peter dieses zur Hand und legt den Tastkopf in der Nähe des Holzsplitters an. Nun kann man auf dem Bildschirm genau sehen wie der Holzsplitter in dem Hund verläuft. Nur kann ich nicht erkennen ob dabei Lebenswichtige Organe wie Herz oder Lunge, verletzt wurden. Das werde ich aber sehen, wenn ich den Brustkorb geöffnet habe.

Als ich zum Skalpell greife, sagt Peter noch einmal zu mir: „Bist Du sicher?“ Ich antworte nicht sondern führe den erforderlichen Schnitt aus. Nun hilft mir Peter ohne weitere Fragen zu stellen. Bei der OP stelle ich fest, das der Holzsplitter nur die Lunge leicht gestreift hat. Also ist hier keine weitere OP nötig. Ich entferne das Holz, reinige die Wunde und nähe diese wieder zu. Jetzt brauchte der Hund eine Bluttransfusion, welch er aber hier nicht bekommen kann. Das sage ich auch zu Peter woraufhin mir dieser Recht gibt.

Anschließend verlassen wir den Rettungswagen und Franz tritt zu uns:“ Braucht ihr noch was?“ fragt er und ich antworte, das der Hund sofort in eine TK muss weil er eine Bluttransfusion braucht. Auch jetzt ordnet Franz sofort an, das der Rettungswagen in dem der Hund liegt sofort mit vollem Konzert zur TK fährt. Sofort startet der Fahrer den Motor, wendet sein Fahrzeug und fährt zur Klinik. Peter ist mit an Bord. Nun gehe ich zu den anderen Tieren die Klaus inzwischen versorgt hat. Alle Katzen die einen Schock hatten, haben Spritzen bekommen und liegen nun in den Tragekörben. Einige sind auch schon am Schnurren, obwohl es sich um Streuner handelt.

Wieder kommt der Einsatzleiter, diesmal sehe ich ihm an das er sehr wütend ist, auf mich zu. Bevor er mich ansprechen kann, hält Franz ihn auf: „Nun gib mal Ruhe Anton! Gegen diese Frau kommst Du nicht an! Die lässt dich einfach stehen, wie Du es schon erlebt hast. Wenn es um Tiere geht, kann keiner sie Aufhalten. Dann zählt nur noch das Tier und der Mensch ist ihr vollkommen egal. Egal wer es ist. Selbst Präsidenten oder Könige würde sie dann stehen lassen um sich um das Tier zu kümmern. Das kannst Du mir glauben! Außerdem ist doch nichts passiert.“ Der Einsatzleiter schaut Franz an, dann murmelt er etwas und geht davon.

Nun nehme ich mein Funkgerät und Rufe nach Dieter. Der meldet sich auch sofort und ich sage ihm, das er mit dem Wagen kommen soll. Nach einigen Minuten ist er da und zusammen verladen wir die anderen Hunde und Katzen in den Bulli. Dann fahren wir zur TK, nachdem wir Klaus bei seinem Auto abgesetzt haben.
Dort angekommen schaue ich sofort nach dem frisch operierten Hund. Dieser hat inzwischen schon eine Bluttransfusion bekommen und liegt nun auf der Intensivstation. Auch die anderen Tiere kommen dort hin, nachdem sie noch einmal untersucht wurden. Doch bei keinem ist etwas anderes festgestellt worden, was ich nicht schon herausgefunden habe.

Weitere zwei Stunden später sind wir wieder unterwegs zu unserem Tierheim. Alle Tiere bleiben in der TK und werden anschließend in das dortige Tierheim kommen. Nachdem wir in unserem Tierheim angekommen sind, unterrichte ich sofort unseren Tierarzt und fahre anschließend nach Hause. Täglich rufe ich nun in der TK an. Nach vier Wochen erfahre ich, das alle Tiere wieder gesund sind. Keines der Tiere will wieder als Streuner unterwegs sein, sondern werden demnächst vermittelt. Auch der operierte Hund ist wieder vollkommen genesen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #310
Matjes

Nun ist es inzwischen 8 Wochen her, seit dem Bataillonsappell in der Kaserne. In dieser Zeit wurden drei Hunde und sechs Katzen von den verschiedensten Soldaten bei uns im Tierheim abgeholt. Was mich natürlich sehr gefreut hat, denn im Moment sind wir total überbelegt. Das liegt aber auch zum Teil daran das wir sehr viele Tiere hier haben die während der jetzigen herrschenden Urlaubszeit nur vorübergehend bei uns sind. Trotzdem sind es im Moment 73 Hunde und 105 Katzen. Aber in der nächsten Woche sollen 25 Hunde und 48 Katzen weniger sein, da diese wieder von ihren Besitzern abgeholt werden. Aber gleichzeitig sollen auch 30 Tiere wieder für ein paar Wochen zu uns kommen.

Soviel sind im Moment angemeldet. Aber meistens werden es mehr Tiere, da einige auch erst am Reisetag ohne Voranmeldung zu uns gebracht werden. Da heute Freitag ist, bereite ich schon mal die Papiere vor da morgen und übermorgen die Tiere abgeholt werden sollen. Noch ist keine 10.00 Uhr, trotzdem läuft die Vorbereitung für die Neuzugänge auf hohen Touren. Ab Mittag rechnen wir damit, das die ersten Tiere abgegeben werden. Für diese Tiere ist ein extra Bereich vorgesehen und daran wird noch gearbeitet.
Gerade habe ich mir eine neue Tasse Kaffee eingeschenkt als es an der Tür klopft und Bernd herein kommt. Bernd habe ich die Leitung für die Vorbereitung auf die neuen Tiere übergeben. Nun sagt er, das alles soweit fertig ist und die neuen Tiere kommen können. Wir unterhalten uns noch ein paar Minuten, während auch Bernd einen Kaffee trinkt, als mein Telefon klingelt. Ich sage noch: „Aha! Jetzt geht es los!“ und nehme den Hörer ab.

Nachdem ich mich gemeldet habe höre ich eine Aufgeregte Stimme: „Hallo! Sie sind doch die Ärztin aus dem Tierheim?“ Ich bestätige das, jedoch weise ich darauf hin, das ich keine TÄ bin. Der Anrufer geht gar nicht darauf ein sondern fängt sofort an zu reden: „Ich bin Oberfeldwebel Herxxxxx! Wir machen eine Übung hier im Gelände. Dabei haben wir mehrere Katzen überfahren. Einige sind tot, aber mindestens 5 leben noch. Wir brauchen ihre Hilfe. Können Sie sofort kommen?“ Ohne lange zu überlegen sage ich mein Kommen zu, frage ihn aber noch wo ich genau hin muss. Er sagt mir daraufhin: „Sie müssen zum Hohlweg fahren! Am Ende werden sie und Ihr Team von einem Fahrzeug abgeholt, denn bis zu uns können Sie nicht mit ihrem Bulli!“
Kurz überlege ich wie weit es bis zu dem Treffpunkt ist, dann sage ich mein Kommen innerhalb der nächsten 30 Minuten zu. Nachdem ich den Hörer aufgelegt habe, erzähle ich schnell was ich erfahren habe und schon ist Bernd aus dem Raum um das nötige Material zu holen. Auch Silvia wird informiert und sie fängt an eine Transportkiste mit Verbandmull, Schienen und Medikamenten zu füllen. Sie weiß welche Medikamente gebraucht werden, da sie ausgebildete Tierarzt-Helferin ist. Nach 5 Minuten sind wir fertig und sitzen im Bulli. Sofort startet Bernd den Motor und fährt los.

Nach 25 Minuten kommen wir am Treffpunkt an, doch außer einem kleinen Panzer steht dort kein weiteres Fahrzeug. Bernd meint dazu: „Wir sollen doch nicht etwa mit dem M113 fahren. Na schauen wir mal.“ (Anmerkung des Verfassers: Ein M113 ist ein gepanzerter Mannschaftstransport Wagen auf Ketten. In diesem haben bis zu 11 Personen plus Fahrer und Kommandant, Platz. Er hat ein Gewicht von 12,3 to.) Wir steigen aus unserem Bulli aus als uns auch schon ein Soldat entgegen kommt. Nachdem er uns begrüßt hat sagt er: „ Verzeihen Sie bitte! Aber ein anderes Fahrzeug haben wir hier nicht zur Verfügung. Kommen Sie bitte!“ Schnell holen wir unser Material aus unserem Bulli und auch der Soldat und ein weiterer helfen dabei. Dann geht es zu dem Panzer. Nachdem wir hinten eingestiegen sind, sagt der Soldat zu uns: „Am besten ist es sie halten sich sehr gut fest, denn nun wird es ein bisschen holprig.“ Dann steigt er auf den Panzer und kurz darauf geht hinten die Klappe zu. Dann setzt sich schon der Panzer in Bewegung.

Anscheinend fährt der Fahrer sehr vorsichtig denn obwohl es immer wieder hoch und runter geht, werden wir doch nicht sehr herum gestoßen. Die Fahrt dauert etwa 10 Minuten, dann hält der Panzer wieder. In der Klappe ist eine kleine Tür und diese öffnet sich sofort. Dort steht der Kommandeur der Soldaten den ich schon vom Bataillonsappell kenne. Er fordert uns auf den Panzer zu verlassen und entschuldigt sich noch einmal für die ungewöhnliche Fahrt. Darauf meine ich nur: „Hat doch Spaß gemacht und kann jederzeit wieder holt werden. Dann aber bitte in voller Fahrt!“ Anschließend reiche ich ihm die Hand und auch Silvia und Bernd werden begrüßt. Einige Soldaten holen in der Zeit schon unser Material aus dem Panzer.

Da ich nicht weiß, wie ich den Chef ansprechen soll, hilft mir Bernd aus meiner Verlegenheit: „Wo sind den nun die Tiere, Herr Oberstleutnant?“ Dankbar schaue ich zu Bernd, dann folgen wir dem OTL (Anmerkung: Offizielle Abkürzung für diesen Dienstgrad) zu einem riesigen Panzer. Bernd erklärt kurz was das für ein Panzer ist: „Das ist ein Leopard Panzer. Der wiegt mal eben 45 Tonnen wenn er vollgeladen ist. Also mit Munition.“ Direkt neben dem Panzer stehen mehrere Soldaten und drei knien auch auf der Erde. Einer von ihnen ist der Stabsarzt den ich schon kenne. Als er uns bemerkt steht er auf und sagt zu dem OTL: „Bei vieren sieht es einigermaßen gut aus! Jedoch bei der fünften Katze kann ich nichts machen. Dafür fehlt mir das Wissen über Katzen!“ Dann reicht er mir und meinen Mitarbeitern die Hand.

Ich gehe sofort in die Hocke und Bernd holt das Stethoskop aus meiner Tasche. Bevor ich die Katze abhören kann sagt der OTL: „Absolute Ruhe, damit die Ärztin was hören kann!“ Sofort hören alle auf zu reden und es ist mit einem Mal sehr still. Bevor ich nun die Katze abhöre meine ich das leise Miauen einer Katze zu hören. Aber ich nehme an, das es eine der vier anderen Katzen ist. Dann setze ich das Stethoskop auf den Leib der Katze. Schwach höre ich den Herzschlag. Auf einmal legt sich schwer eine Hand auf meine Schulter. Sofort sehe ich hoch. Es ist Bernd der seine Hand auf meine Schulter gelegt hat. Dann legt er seine Finger an seinen Mund.

Nachdem ich das Stethoskop aus meinen Ohren entfernt habe, höre ich wieder das Miauen. Doch wo es her kommt, kann ich nicht lokalisieren. In der Nähe flüstern einige Soldaten zusammen. Auch der OTL ist am horchen, doch anscheinend stört ihn das Geflüster. „Meine Herren! Seien Sie bitte ganz still! Irgendwo Miaut noch eine Katze!“ sagt er und die Soldaten verstummen. Deutlich kann man nun das Miauen hören. Es kommt unter dem Leopard her. Der Panzer steht auf der Katze. Da zwischen Boden des Panzers und dem Sand kaum Platz ist, kann man nicht erkennen wo die Katze ist.

Sofort ordnet der OTL an, das der Panzer dort weg muss und ein Soldat klettert auf den Panzer. Ich rufe jedoch sofort: „STOP! Auf keinen Fall den Panzer bewegen! Wir müssen anders zu der Katze! Bernd, Du hast doch Erfahrung mit solch einem Panzer. Kümmere dich bitte darum!“ Sofort geht Bernd zu dem OTL und redet auf ihn ein. Ich kümmere mich inzwischen wieder um die Katze die vor mir liegt. Noch einmal höre ich sie ab. Auch taste ich sie vorsichtig ab. Dabei stelle ich fest, das der Panzer über beide Beine auf der rechten Seite gefahren sein muss, denn ich ertaste mehrere Brüche in den Pfoten. Außerdem hat sie eine ganz dicke Beule am Kopf. Vermutlich sogar einen Schädelbruch. Doch das kann ich erst feststellen, wenn sie geröntgt worden ist.

Also stabilisiere ich zunächst die Pfoten indem ich dort Verbände anlege, anschließend bekommt sie eine Spritze gegen Schmerzen. Auch lege ich sie in einen Dämmerzustand, damit sie nicht anfängt zu toben wenn sie wieder wach wird. Anschließend kümmere ich mich um die anderen Katzen. Auch bei diesen stelle ich Brüche der Pfoten fest und ich stabilisiere auch diese mit Verbänden. Dabei schauen mich die Katzen ängstlich an, doch wie so oft, rede ich mit den Katzen wodurch sie sich auch wieder beruhigen. Auch diese kommen anschließend in Körbe. Dann stehe ich auf und schaue nach Bernd.

Dieser steht neben dem OTL und redet mit ihm. Einige Soldaten sind dabei den Sand unter dem Panzer weg zu buddeln. Auch am Heck buddeln einige Soldaten. Einer der Soldaten die bei uns stehen sagt: „Da ist ein Schützenloch unter dem Panzer. Ungefähr in der Mitte müsste es sein. Wenn das Loch erreicht ist, schaue ich gerne nach. Ich bin unter Tage im Bergbau! Mir macht es also keine Angst dort nach zu sehen.“ Ohne ihn anzusehen sagt der OTL: „Danke Soldat. Dann machen sie sich mal fertig. Am besten ist es, wenn Sie durch ein Seil gesichert werden, damit wir sie wieder mit der Katze rausholen können.“

Die Soldaten die am buddeln sind, fluchen kräftig weil der Sand an der Stelle doch sehr hart ist und sie nur mühsam vorankommen. Da tritt ein weiterer Soldat auf uns zu der mit einem Geländewagen zu uns gekommen ist. Nachdem er den OTL gegrüßt hat sagt er: „Ich habe zufällig durch mein Fernglas gesehen das hier irgendetwas passiert sein muss. Schließlich laufen 3 Zivilisten hier herum und das während der Übungszeit. Kann ich vielleicht helfen, denn ich habe dahinten zwei Bergepanzer (BPz) stehen?“

Bisher hatte der OTL nur auf das buddeln der Soldaten geachtet aber genau zu gehört. Nun wendet er sich an den Soldaten: „ Zwei Bergepanzer? Damit könnte man doch den Panzer einseitig anheben? Oder was meinen Sie?“ Der fremde Soldat sagt nur, das dieses ohne Schwierigkeiten möglich wäre, aber dafür reiche schon ein Bergepanzer, da er 20 Tonnen heben kann wenn er direkt vor dem Schadpanzer steht. Nur kurz überlegt der OTL dann sagt er das beide BPz kommen sollen. Sofort danach erklärt er auch was hier passiert ist.

Erst schaut der fremde Soldat erstaunt, dann fragt er nach einem Funkgerät. In dem Panzer vor uns ist natürlich eines eingebaut und schon klettert der Soldat auf den Panzer und verschwindet darin. Kurz danach erscheint er in der Luke und ruft wohl seine BPz. Als diese Antworten sagt er: „Sofort alles stehen und liegen lassen! Mit Vollgas hier her zu mir! Eine Wache beim Material zurücklassen. Beide von vorn auf den Panzer zu fahren!“

Nur etwa eine Minute später hört man schon die BPz heran kommen. Ich frage Bernd wie schnell die denn fahren können und er sagt zu mir: „Wenn die richtig wollen und davon gehe ich im Moment aus, fahren die mit 60 Km/h hier hin!“ Erstaunt sehe ich ihn an, denn das die so schnell sind habe ich nicht gedacht. Da sehe ich auch schon die beiden BPz. Diese scheinen wirklich mit Höchstgeschwindigkeit zu fahren, denn kleine Bodenwellen werden von den Fahrzeugen gar nicht wahrgenommen.

Kurz bevor die Panzer bei uns sind, werden sie von dem Soldaten gestoppt. Er zeigt den Soldaten auf den BPz genau wie sie stehen müssen und nur eine Minute später senken die beiden schon eine Schaufel die sie vorne angebaut haben. Nachdem diese richtig in den Boden versunken ist, wird der Kran Arm herum geschwenkt und gleichzeitig der Haken herunter gelassen. Dicke Drahtseile werden vorne an dem Panzer befestigt dann heben die beiden BPz den Leopard langsam hoch.

Als er hoch genug ist, schiebt sich der eine Soldat unter den Panzer. An einem anderen Seil zieht er einen Katzenkorb hinter sich her an dem auch ein zweites Seil befestigt ist, damit dieser zuerst unter dem Panzer hervor geholt werden kann. Dann hören wir seine Stimme: „Au Backe! Die Katze hat auch noch 5 Kleine bei sich und hier ist alles voller Blut. Die Kleinen scheinen gerade erst geboren zu sein. Holt den Korb vorsichtig zurück. Darin sind alle Katzen!“

Nachdem er das gesagt hat legt sich der OTL auf den Bauch und schiebt sich auch unter den Panzer. Dann ruft er: „Langsam ziehen! Ich habe den Korb!“ Gleichzeitig mit dem Korb taucht auch der OTL wieder unter dem Panzer hervor. Dann wird der andere Soldat unter dem Panzer hervor geholt.

Ich kümmere mich schon um die Katzenmutti und ihre Kleinen. Schnell untersuche ich die Katzen, kann jedoch zunächst keine Verletzungen feststellen. Offenbar ist das Blut von der Geburt der Kitten. Als ich aufstehe greift Bernd sofort zu dem Korb und hebt ihn hoch. Dann bringt er ihn zu den anderen Tieren die im Mannschaftspanzer untergebracht sind. Ich sage nur noch, das wir so schnell wie möglich zu unserem Bulli zurück müssen, dann schließt sich auch schon die Tür und der Panzer fährt los. Diesmal fährt er noch vorsichtiger. Trotzdem sind wir sehr schnell an unserem Bulli. Ganz erstaunt bin ich, als ich zwei Bundeswehrfahrzeuge mit Blaulicht bei unserem Bulli stehen sehe. Doch nur kurz ist mein Erstaunen weil mir der OTL, er ist auf dem Panzer mit gefahren, sagt das ist eine Eskorte für unseren Bulli. Nachdem alle Tiere im Bulli sind, geht die Fahrt auch schon los. Auch der OTL sitzt bei uns im Bulli uns Silvia sitzt in einem anderen Fahrzeug.

„Wir fahren quer durch die Kaserne! Da sparen wir etwa 5 Kilometer!“ sagt der OTL als wir los fahren. Die Schranke am Tor wird sofort geöffnet als wir darauf zu fahren und auch die Schranke an der Ausfahrt geht sofort hoch als wir näher kommen. Während der Fahrt fragte ich dann den OTL: „Sicher kannst Du mir sagen was das eigentlich für Fahrzeuge sind vor und hinter uns.“ Als ich geendet hatte, fällt mir selber auf das ich den OTL geduzt habe. Ich will mich gerade entschuldigen als er sagt: „Schon gut Gerda! Bleiben wir beim Du. Ich heiße im übrigen Mathias. Da ich aber gebürtiger Hamburger bin, nennen mich meine Freunde alle Matjes!“ Bei seinen Worten reicht er Bernd und mir die Hand und wir müssen alle über den Matjes lachen. Dann erklärt er, das die drei Fahrzeuge zu den Feldjägern gehören, was so ähnlich ist wie die Polizei. Der Chef dort in der Kaserne ist sein Freund und Nachbar und ihn hat er um Hilfe gebeten.

So schnell wie heute waren wir noch nie am Tierheim denn die zwei Fahrzeuge vor uns, fahren mit vollem Konzert. Auch der hinter uns fahrende Wagen, er kam kurz nachdem wir losgefahren sind dazu, hat Blaulicht und Martinshorn an.

Nach nur 15 Minuten halten wir vor dem Katzenhaus. Sofort springe ich aus dem Bulli und laufe in den Behandlungsraum um mich vor zu bereiten. In dieser Zeit bringen Bernd, Silvia und die Soldaten die Tiere herein. Sofort kümmere ich mich um die schwer verletzte Katze die vom Panzer angefahren worden ist. Ich höre sie noch einmal ab, doch ihr Zustand hat sich nicht gebessert, aber auch nicht verschlimmert. Darum nehme ich sie vorsichtig auf den Arm und gehe mit ihr zum Röntgengerät. Dort mache ich mehrere Aufnahmen von ihr. Beim anschließenden Auswerten stelle ich fest, das am Kopf nur eine derbe Beule ist. Eines der Pfoten muss ich wohl amputieren, doch die andere Pfote wird wieder heilen.

Sofort mache ich mich an die Arbeit, während Bernd alle Personen aus dem Raum schickt die nicht gebraucht werden. Zunächst amputiere ich die vordere Pfote um anschließend die hintere Pfote zu richten und zu stabilisieren. Nach einer Stunde bin ich fertig und Bernd bringt die Katze auf die Krankenstation. Dann schaue ich nach der Mutti mit ihren Kitten, doch hier ist alles in Ordnung. Die Mutti ist auch schon am Schnurren als ich ihr über den Kopf streichele. Im Anschluss werden die anderen Katzen von mir behandelt. Danach kommen alle auf die Krankenstation.

Die Streuner……! Das ist eine andere Geschichte wert!
 
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Matjes Teil 2

Zuerst habe ich mich natürlich um die schwer Verletze Katze gekümmert. Leider musste ich einen Vorderlauf amputieren. Jedoch den anderen Lauf kann ich retten obwohl auch dieser mehrfach gebrochen ist. Diese Pfote richte ich und setze eine Platte ein um die Pfote zu stabilisieren. Anschließend bekommt sie einen festen Verband um. Die Beule die sie am Kopf hat ist nicht gefährlich, nur wird sie ein paar Tage Kopfschmerzen haben. Auch schaue ich nach ob eine Kastration vorliegt. Das ist nicht der Fall! Natürlich werde ich dieses gelegentlich nach holen. Aber erst muss die Kleine, die Katze ist weiblich, wieder soweit gesund werden.

Dann nehme ich die Mutti mit ihren Kitten. Keines der kleinen ist verletzt und auch die Mutti hat alles sehr gut überstanden. Nur scheint sie doch einen Schock bekommen zu haben. Ich entschließe mich dazu, die Mutti nicht mit Medikamenten zu behandeln. Schließlich könnten Bestandteile des Medikamentes über die Muttermilch an die kleinen weiter gegeben werden. Darum kommt die Mutti mit ihren Kitten, nachdem ich auch diese untersucht habe, ebenfalls auf die Krankenstation. Dort gibt es auch einen Raum für Muttis mit ihren kleinen.

Anschließend fange ich an die anderen vier Katzen zu untersuchen. Eine hat den rechten Vorderlauf gebrochen und dieser wird von mir nur mit einem Verband stabilisiert, da dieser auch so wieder zusammen wachsen wird. Diese Katze ist, wie ich feststelle ebenfalls nicht kastriert und ein Kater.

Auch die nächste Katze ist ein Kater. Dieser hat nur eine Prellung am linken Hinterlauf, welche ich nicht behandle. Das wird auch so wieder heilen. Auch die nächste Katze ist ein Kater. Dieser hat jedoch den Schwanz gebrochen. Ich gebe dem Kater darum Medikamente die die Nerven wieder aktivieren. So kann vielleicht eine Amputation verhindert werden. Das wird sich aber erst in ein paar Tagen zeigen.

Als ich zu der letzten Katze greife, faucht mich diese an. Also fange ich mit ihr an zu reden und nach kurzer Zeit stellt sie das knurren ein. Dann fange ich an die Katze zu untersuchen. Diese hat eine Prellung an den Rippen, die natürlich sehr schmerzhaft ist. Darum bekommt sie von mir, die Katze ist weiblich, eine Schmerzstillende Spritze. Auch dieser Katze ist wie die anderen Katzen nicht kastriert. Das wird sich aber bald ändern, aber zunächst müssen alle wieder gesund werden. Darum werden die Kater und die Katzen getrennt untergebracht. Ich will, außer der Mutti und der schwer verletzten Katze, diese in einer Woche kastrieren. Die beiden anderen sollen später kastriert werden. Ebenso die Kitten.

Am nächsten Tag, es ist Samstag, kommt ein Ehepaar zu uns ins Tierheim. Sofort erkenne ich den Soldaten der unter den Panzer gekrochen ist, und die Mutti und ihre Kitten gerettet hat. Zuerst kommen wir ins Gespräch dann sagt er mir: „Schon immer wollte ich ein eigenes Tier haben. Zwar habe ich die Katzen unter dem Panzer hervor geholt, doch wir hätten lieber einen kleinen Hund!“ Auch die Ehefrau stimmt zu. Also gehen wir zu den Hunden und schon bald haben die beiden ihren Hund gefunden. Es ist ein Spitz Mischling, der seit etwa 6 Monaten bei uns im Tierheim ist. Als dieser das Ehepaar sieht, fängt er sofort ein Freuden Gebell an. Der Hund wird natürlich sofort mitgenommen.

Auch am nächsten Tag werden zwei Hunde und zwei Katzen vermittelt. Diesmal sind es die Fahrer der BPz die Hunde und Katzen zu sich holen. So geht es immer weiter. Immer wieder kommen Soldaten und holen ein oder zwei Tiere aus unserem Tierheim.

Eine Woche später kastriere ich die vier Katzen, die nicht so schwer verletzt wurden. Noch drei Wochen bleiben sie bei uns. In der Zeit werden sie nur von uns gefüttert und bekommen ihre Medikamente. Ansonsten gibt es nichts. Nachdem sie soweit wieder genesen sind, wollen wir diese wieder in ihr altes Revier entlassen.

Als es soweit ist, die vier wieder in die Freiheit zu entlassen kommen sie in Transportkörbe und Bernd und ich fahren zu dem Übungsgelände. Nachdem wir die Körbe aus dem Bulli genommen haben und die Türen daran geöffnet haben passiert nichts. Ich schaue nach was los ist und erkenne, das sich alle vier Katzen in die hinterste Ecke ihres Korbes gedrückt haben. Auch als ich einen Deckel abnehme von einem Korb, macht sich die Katze ganz klein. Schnell komme ich, aber auch Bernd zu dem Ergebnis, das die Katzen nicht mehr in die Freiheit entlassen werden wollen. Darum laden wir die Körbe wieder in den Bulli und fahren zum Tierheim. Als wir dort die Türen an den Körben öffnen, kommen alle Katzen sofort aus ihrer Box und gehen wieder zu ihren Liegeplätzen die sie vorher schon hatten.

Bernd sieht mich an, dann sagt er: „Dann wollen wir mal die vier so erziehen das sie in gute Familien kommen. Oder was meinst Du?“ Ich gebe ihm Recht und er beginnt auch sofort sich um die vier zu kümmern. Alle die im Tierheim arbeiten versuchen nun das die Katzen sich an Menschen gewöhnen. Viel Arbeiten die nun gemacht werden müssen, finden nun in dem Raum statt wo sich die Katzen befinden. So gewöhnen sie sich schnell an die Anwesenheit von verschiedenen Menschen. Nach einer Woche ist es soweit, das versucht wird mit den Katzen zu spielen. Hierfür wird eine Pillendose die an einem Band befestigt ist, in die Nähe der Tiere geworfen und langsam zu sich gezogen. Immer wilder wird dieses Spiel, dabei kommt es auch zu Berührungen mit den Menschen. Erst schrecken die Katzen zurück, doch nach ein paar Tagen gibt sich das und es stört sie nicht mehr, wenn die Menschen sie berühren.

Eine weitere Woche später lassen sich alle vier streicheln. Das gefällt ihnen so gut, das, wenn man mit dem streicheln aufhört, sofort Protest von den Katzen aufkommt. Trotzdem können wir uns nicht nur um die vier kümmern, aber jedes Mal wenn ein Mitarbeiter oder ich den Raum betreten, ist erst einmal kuscheln angesagt.
Auch Matjes, äh Mathias, kommt des Öfteren um sich nach den Katzen zu erkundigen. Als er zum ersten Mal ins Tierheim kommt erzählt er mir, was nach dem Vorfall passiert ist. Er ist zum Kasernenkommandanten befohlen worden. Dort wurde er dann gefragt, was der Einsatz mit den zwei BPz sollte und was das sollte, zwei Zivilisten während der Übungszeit mit einem Panzer durchs Gelände zu fahren. Nachdem er dem Kommandanten alles erzählt hatte, war die Sache erledigt. Der Kommandant segnete den Einsatz aller Beteiligten Fahrzeuge ab.

Auch seine Frau und seine zwei Kinder bringt Matjes mit. Dabei lernt er auch meinen Mann Herbert kennen. Beide verstehen sich sofort und so kommt es, das irgendwann eine Einladung von Mathias kam um ihn und seine Familie zu besuchen. Was wir auch machten. Schon bei dem Besuch merke ich, das die Kinder und auch die Frau von Mathias gerne die Katzen zu sich nehmen wollen. Doch ich sage dazu nichts.
Da die verletzte Katze inzwischen über dem Berg ist, wird auch sie von mir Kastriert und darf bald darauf zu den anderen vier Katzen. In dem Raum in dem die Katzen sich überwiegend aufhalten, durch eine Klappe können sie auch in einen abgesicherten Bereich nach draußen, ist auch ein großes Fenster durch das man in den eigentlichen Katzenraum sehen kann. Bisher wird das aber von den ehemaligen Streunern nicht wahrgenommen.

Es ist am 26 Tag nachdem der Vorfall im Übungsgelände passiert ist. Ich bin gerade zusammen mit Steffie, einer Aushilfe, in dem Raum der Streuner. Zufällig fällt mein Blick auf das Fenster und ich sehe Bert davor sitzen. Bert ist ganz aufgeregt als er die Fünf beobachtet.

Bert ist ein ehemaliger Streuner, der inzwischen 15 Jahre alt ist. Die ersten 3 Jahre seines Lebens war er Streuner und lief eines Tages einem älteren Paar zu. Diese brachten Bert sofort zu uns ins Tierheim, wo er einige Wochen blieb. Dann wurde er wieder in die Freiheit entlassen, war jedoch noch am selben Tag wieder bei dem Paar. Dort blieb er dann die nächsten 10 Jahre. Zuerst starben der Mann und etwas später auch die Frau. Darum kam Bert wieder zu uns ins Heim, wo er nun seit fast zwei Jahre lebt. Bert wollte wohl nie vermittelt werden, denn an jedem Besuchstag fauchte er die Menschen an die sich für ihn interessierten. Darum blieb Bert bei uns im Heim.

Nun sitzt er am Fenster und beobachtet die Streuner in diesem Raum. Ich gehe in den Katzenraum und rufe nach Bert. Dieser antwortet mir aber nur mit einem Miauen und schaut weiter durch das Fenster. Darum geh ich zu ihm und fange an mit ihm zu reden: „Bert, dich interessieren wohl die Katzen dort in dem Raum. Was hältst Du davon, wenn ich Dich nun mitnehme und Du zu den anderen kommst?“

Da dreht sich Bert um und springt vom Tisch der am Fenster steht. Ich gehe sofort zur Tür des Katzenraumes und Bert folgt mir. Als ich die Tür öffne geht er raus und wartet im Gang auf mich. Ich gehe an ihm vorbei und öffne die Tür zu den Streunern. Langsam geht Bert an mir vorbei und ich schließe die Tür nachdem ich auch den Raum betreten habe. Bert setzt sich mitten in den Raum und schaut die anderen Katzen an. Diese kommen sehr langsam näher und die erste Katze schnuppert an Bert. Dieser rührt sich nicht, sondern wartet auf die anderen Katzen. Alle kommen nach und nach und schnuppern an Bert. Erst dann rührt er sich wieder. Durch die Klappe in der Tür geht er nach draußen, miaut dort einmal und rennt dann zum Zaun der um den Auslauf errichtet ist. Alle Streuner folgen ihm und sie toben draußen herum.

Als ich mich wieder der Tür zuwende, sehe ich dahinter Mathias stehen. Er schaut durch die Scheibe in der Tür. Ich gehe wieder aus dem Katzenraum und begrüße ihn. Zusammen schauen wir einige Minuten den tobenden Katzen zu. Auch unser Dreibein tobt mit herum. Dann gehen wir zu meinem Büro, wo ich erst einmal eine Kanne Kaffee ansetze. Wir unterhalten uns über die Katzen und als der Kaffee durchgelaufen ist, schenkte ich zwei Tassen ein. Nachdem wir den ersten Schluck getrunken haben, sagte Matjes: „Noch drei Monate, dann werde ich versetzt. In Bayern ist dann mein neuer Wirkungsbereich. Ich hoffe Du bist bei der Übergabe des Bataillons mit dabei!“ Noch eine Stunde reden wir zusammen, dann fährt er wieder in die Kaserne.

Inzwischen sind fast diese drei Monate um und ich öffne die Post, die heute gekommen ist. Mir fällt ein Brief auf, der nach dem Absender zu urteilen aus der Kaserne ist. Als ich ihn geöffnet und gelesen habe, rufe ich sofort Herbert an. In dem Brief ist eine offizielle Einladung vom Kasernenkommandanten zur Bataillonsübergabe. Auch Herbert ist eingeladen und nachdem ich ihm das am Telefon gesagt habe, freut er sich sehr über die Einladung. Auch Bernd ist wurde eingeladen.

Am nächsten Tag kam die Ehefrau von Mathias und holt das Dreibein und die Mutti ab zu sich nach Hause. Auch Bert, der sich mit dem Dreibein angefreundet hat, darf mit. Die Kitten sind schon bei den anderen Katzen im Katzenhaus.

Dann kommt der Tag der Übergabe des Bataillons von Mathias an seinen Nachfolger. Zusammen mit Herbert und Bernd stehe ich in einem Bereich, der nur für Leute mit Einladung vorgesehen ist. Dann erscheint zunächst Matjes, der einige Kommandos gab und der Kasernenkommandant erscheint. Leise flüsterte mir Bernd zu: „Der Chef von Matjes ist ein General! Er hat einen goldenen Stern auf der Schulter ist also Brigadegeneral. Falls Du nachher mit ihm ins Gespräch kommst, rede ihn nur mit Herr General an. Das ist so üblich in der Bundeswehr.“

Die Übergabe erfolgt, nachdem einige Reden gehalten werden, sehr schnell. Dann tritt der neue Bataillonskommandeur an das Mikrofon. Auch dieser ist ein Major. „Herr General, Herr Oberstleutnant! Ich wurde gebeten als meine erste Amtshandlung in diesem, nunmehr meinem Bataillon eine besondere Beförderung aus zu sprechen. Auch das Verteidigungsministerium hat sein OK dafür gegeben. Aus diesem Grund möchte ich nun Herrn Obergefreiten der Reserve Bernd YYYYYY und Frau Gerda Xxxxx bitten, zu mir zu kommen. Sind schließlich Zivilisten und denen kann ich nichts befehlen, nur bitten kann ich.“ Bernd und ich schauen uns erstaunt an, dann gehen wir beide zu dem Major. Unterwegs flüstert Bernd: „Ich weiß auch nicht, was die wollen. Befördert werden kann ich nicht mehr, schließlich bin ich schon über 10 Jahre weg vom Bund.“

Als wir bei dem Major sind, begrüßt er uns zunächst, dann tritt er wieder ans Mikrofon: „Bataillon still gestanden! Hiermit befördere ich den Obergefreiten Herrn Bernd YYYYYY zum Unteroffizier der Reserve für seine kompetente Beratung bei der Rettung von Tieren die unter einem Panzer eingeschlossen waren. Ohne Ihren fachmänischen Rat hätte die Katzenmutti und ihre Kleinen mit Sicherheit nicht überlebt! Außerdem ist es mir eine besondere Ehre, sie Frau Gerda Xxxxx zum Ehrengefreiten des Bataillons zu ernennen! Bataillon rührt euch!“

Nachdem er das gesagt hat, reicht er uns wieder die Hand und überreicht uns die entsprechenden Urkunden. Dann tritt er wieder ans Mikrofon: „Die Ernennung zum ehren Gefreiten erfolgt aus zwei Gründen: Der erste ist Sergeant, der auch heute hier dabei ist. Aber nur weil Frau Xxxxx ihm das Leben gerettet hat, als er sich sehr schwer verletzt hatte. Zum anderen ist es auch die Rettungsaktion während einer Übung als mehrere Katzen von einem Leopard angefahren wurden. Auch hierbei leistete sie vorbildliche Arbeit. Herr Unteroffizier, Frau Gefreite Gerda Xxxxx, ich gratuliere Ihnen beiden zur Beförderung.“

Auch der General und Matjes geben uns die Hand und gratulieren. Dann ist die Übergabe vorbei und wir fahren alle zum Kasino der Offiziere. Dort werden Bernd und ich mit Beifall der Anwesenden Offiziere begrüßt. Noch lange sitzen wir mit den Offizieren zusammen, wobei immer wieder nach meinem Wirken gefragt wird. Als die Frage auftaucht warum ich denn nur ein Tierheim leite und keine TK muss Herbert laut lachen: „Wissen Sie meine Herren. Vor ihnen sitzt alles andere als eine ausgebildete Tierärztin. Vor ihnen sitzt eine Frau die nie in ihrem Leben in einer Uni studiert hat, sondern sich alles selber beigebracht hat. Sehen Sie, hier ist ihre Sondergenehmigung das sie operieren darf.“ Als er das sagt hat er meine Sondergenehmigung aus meiner Notfalltasche geholt, die auch diesmal über meiner Stuhllehne hängt. Alle die die Genehmigung gelesen haben sind doch sehr erstaunt darüber.

Am nächsten Tag erscheint der Major bei uns im Tierheim und holt zwei von den Streunern. Auch die restlichen Streuner werden innerhalb der nächsten fünf Tage abgeholt. Der General erscheint persönlich um die Tiere zu holen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #312
Mandy

Ich war gerade damit beschäftigt die Hundeboxen zu reinigen, als die Tierheim-Leiterin zu mir kam.
„Gerda! Gerade habe ich einen Anruf bekommen das auf dem Friedhof eine herrenlose Katze herum läuft. Wenn Du gleich Feierabend hast, fahr dort doch mal vorbei und schau dich um. Oder hast Du was anderes vor?“ Natürlich hatte ich nichts anderes vor und etwa eine Stunde später war ich mit meinem Fahrrad unterwegs zum Friedhof. Die Leiterin hatte mir noch gesagt, das die Katze im hinteren Bereich des Friedhofes sich aufhalten soll.

Da mein weg nach Hause immer am Friedhof vorbei führt, war es kein Problem dort einmal nach zu sehen. Nachdem ich etwa 30 Minuten auf dem Friedhof gesucht und nichts gefunden habe, fuhr ich nach Hause. Am nächsten Morgen erzählte ich dann der Leiterin von meiner Suche und dem Ergebnis. Anschließend ging ich wieder meiner Arbeit nach.

In den folgenden Wochen erhielten wir immer wieder die Nachricht von einer Katze auf dem Friedhof. Darum wurde eine Lebendfalle dort aufgestellt wo die Katze gesehen wurde. Doch auch nach drei Wochen war keine Katze in der Falle. Langsam glaubten wir alle, das es sich um eine Geisterkatze handelt, dort auf dem Friedhof. Das einzige was uns wunderte, war das das Futter welches wir in die Falle legten immer weg war.
Nun habe ich eine Woche Urlaub und da mein Verlobter Herbert auf einer Weiterbildung ist habe ich mich zu dem Urlaub entschlossen. Ich will jetzt jeden Tag am späten Nachmittag auf den Friedhof gehen und in der Nähe der Falle sein. Dabei werde ich natürlich auch aus meinen Büchern lernen.

Es ist schon der dritte Tag, das ich in der Nähe sitze. Bisher habe ich keine Katze gesehen, jedoch ist jedes Mal das Futter, welches morgens neu in die Falle gelegt wurde, verschwunden. Das dabei die Falle nicht ausgelöst wurde, begreifen wir alle im Tierheim nicht.

Gerade werfe ich wieder einen Blick zu der Falle die etwa 10 Meter von mir entfernt steht, als ich eine Bewegung im Gebüsch hinter der Falle bemerke. Sofort lege ich mein Buch zur Seite und schaue genauer hin. Ich sehe den Kopf einer Katze die zur mir schaut. Da ich mich nicht rühre kommt sie vorsichtig aus dem Gebüsch in dem sie bisher war heraus. Als ich sie nun richtig sehen kann, muss ich doch hörbar die Luft einsaugen. Die Katze ist total abgemagert, richtig klapperdürr. Sie hat mit Sicherheit seit Tagen nichts mehr richtig gefuttert.

Da ich nun hörbar die Luft eingesaugt habe, hat sich die Katze erschrocken und ist wieder ins Gebüsch geflüchtet. Jedoch kann ich sie immer noch sehen. Wieder schaut sie zu mir, dann kommt sie wieder hervor. Diesmal hat sie etwas im Maul und ich meine eine kleine Katze zu sehen. Außerdem kommen auch noch drei Kitten aus dem Gebüsch. Ganz langsam geht die Katze auf die Falle zu und die Kitten folgen. Die Katze geht an eine Seite der Falle und legt das Kitten welches sie im Maul hat vorsichtig auf den Boden, während sich die anderen Kitten ebenfalls hinlegen. Die Mutti versucht inzwischen durch die Stäbe der Falle hindurch an das Futter zu kommen welches in der Falle liegt. Sie muss fürchterlichen Hunger haben und auch ihre kleinen sehen nicht so aus, als wenn sie genug zu futtern bekommen.

Ich muss diese Katze und ihre kleinen noch heute mitnehmen ins Tierheim! Nur muss ich dazu die Katzen in die Falle bekommen. Kurz überlege ich, während die große Katze inzwischen ein Stück des Futters aus der Falle geangelt hat und dieses nun frisst, wie ich die Katze in die Falle bekomme. Dann steht mein Entschluss fest! Wie so oft werde ich es zunächst mit meiner Stimme versuchen.

Also fange ich an mit der Katze zu reden und stehe dabei ganz langsam auf. Die Katze schaut mich einige Sekunden an, dann fängt sie wieder an nach dem nächstem Stück Futter zu angeln. Während ich rede, bewege ich mich langsam auf die Katze zu. Diese angelt schon wieder nach dem Futter, sieht aber auch ab und zu in meine Richtung. Die drei kleinen sind aber schon wieder zu dem Gebüsch gelaufen, von wo aus sie mich nun beobachten. Als ich etwa einen Meter von der Falle entfernt bin, bleibe ich stehen und gehe in die Hocke.

Noch immer rede ich als ich meine beiden Hände zu der Katze hinhalte. Ein ganz leises Miau ist von ihr zu vernehmen und sie schaut mich an. Mit der linken Hand deaktiviere ich die Falle und greife in die Falle. Dann hohle ich das darin befindliche Futter aus der Falle und lege es zu der Katze. Die Katze fängt sofort an zu fressen und schon nach kurzer Zeit ist nichts mehr da. Nun kommt die Katze näher und sie schnuppert an meiner Hand. Dann dreht sie sich um und geht zu der kleinen die neben der Falle liegt. Vorsichtig nimmt sie das kleine ins Maul und kommt wieder auf mich zu. Ich drehe eine Hand so um, das nun die Innenfläche nach oben zeigt und das kleine wird in meine Hand gelegt. Danach ertönt wieder ein leises Miau und die Katze schaut mich an.

Ich erkenne eine tiefe Traurigkeit in dem Blick aber auch einen leichten Anflug von Hoffnung. Auch die kleinen die bisher bei dem Gebüsch waren, kommen nun wieder näher. Noch immer habe ich auch das kleine in meiner Hand. Das kleine ist sehr viel kleiner als die anderen drei Kitten. Aber es lebt noch und nur das zählt im Moment für mich.

Kurz entschlossen lege ich das kleine in die Falle. Ich hoffe das die Mutti ebenfalls hinter her geht. Doch zunächst gehen die drei anderen kleinen zu meiner Überraschung in die Falle. Nun fehlt noch die Mutti. Doch diese zögert. Also spreche ich sie an: „Mein kleines Kätzchen! Auch Du musst in die Falle gehen! Nur dann kann ich Dir und deinen kleinen helfen. Also komm mein Mädchen, geh in den Käfig!“ Während ich das sagte, schaute die Katze mir direkt in die Augen und ich hielt ihrem Blick stand. Noch einmal Miaute sie, dann ging sie in die Falle. Bevor ich die Tür schließen konnte, streckte sie noch einmal ihren Kopf heraus und wieder legte sie mir das kleine in die Hand.

Nachdem ich die Tür der Falle geschlossen habe, nehme ich diese hoch und gehe zu der Bank wo meine Sachen liegen. Aber ich habe ein Problem. Das Buch welches ich mitgebracht habe, passt nicht mehr in meine Tasche. Also muss ich es wohl an Ort und Stelle lassen und später holen. Ich schreibe noch schnell einen Zettel auf dem steht wem das Buch gehört und das es liegen gelassen werden soll, dann hänge ich meine Tasche um, nehme die Falle und gehe in Richtung Ausgang. Unterwegs überlege ich, wie ich mit dem Fahrrad zum Tierheim komme, denn ich habe in der einen Hand die Falle, die zu groß ist um auf dem Fahrrad befestigt zu werden, und in der anderen Hand immer noch die kleine Katze. Also muss ich wohl gehen und auch mein Fahrrad später holen.

Ich habe gerade den Ausgang erreicht als ich angesprochen werde. „Hallo Gerda! Ich habe dich weggehen sehen als ich den Müll in den Abfallbehälter werfen wollte. Auch dein Buch habe ich gesehen und dieses gleich mitgebracht. Willst Du zum Tierheim?“ Die Frau die mich angesprochen hat ist Gisela. Das ist die beste Freundin meiner Mutter. Gisela war auf dem Friedhof um das Grab ihres Mannes zu pflegen, als sie mich gesehen hat. Da das Grab ihres Mannes genau neben dem Platz ist, wo ich die ganze Zeit war, konnte sie natürlich auch mein Buch sehen. Ich erkläre kurz was los ist und schon sind wir unterwegs zu ihrem Auto. Nachdem die Falle auf dem Rücksitz abgestellt ist und ich Platz genommen habe, fährt sie sofort los.

Während der Fahrt erzähle ich genauer was dort auf dem Friedhof passiert ist und nachdem sie die kleine Katze gesehen hat, gibt sie richtig Gas. Um Geschwindigkeitsbegrenzungen kümmert sie sich nicht! Auch das Rotlicht einer Baustellenampel ist ihr egal. Selber als hinter uns ein Martinshorn aufheult, bleibt sie nicht stehen. Die ganze Zeit folgt uns die Polizei. Gisela meint nur dazu: „ Darum werde ich mich gleich kümmern. Zunächst müssen wir zum Tierheim. Und wenn es meinen Führerschein kostet, aber die Katzen sind wichtiger!“ sprichst und gibt noch mehr Gas.

Erst als wir in die Straße zum Tierheim einbiegen, wird das Martinshorn ausgestellt, jedoch folgt uns die Polizei weiter, wie mir Gisela sagt. Dann fahren wir durch das Tor und kurz darauf hält der Wagen vor dem Katzenhaus. Gisela springt sofort aus dem Wagen und holt die Falle aus dem Auto während ich schon zum Behandlungsraum laufe. Dort lege ich das kleine Kätzchen vorsichtig auf einen Behandlungstisch und fange sofort mit der Untersuchung an. Verletzt ist die Kleine nicht, aber total unter ernährt.

Gisela hat inzwischen die Falle ebenfalls auf den Behandlungstisch gestellt und die Tür geöffnet. Aber bisher schaut nur die Katzenmami aus der Falle. Auch eine Mitarbeiterin ist zu uns in den Raum gekommen. Neben der Tür erkenne ich auch zwei Polizisten, die aber nichts sagen. Beide kenne ich sehr gut. Ich grüße sie kurz und sie grüßen zurück, dann kümmere ich mich schon um die Katzenmutti. Auch diese wird untersucht. Auch sie ist schwer unterernährt, so das sie wohl nicht genügend Milch für die kleinen produzieren kann. Schnell greife ich zu den nächsten Kitten. Auch dieses ist unterernährt, sowie auch die anderen beiden Kitten.

Zurzeit haben wir fünf Katzenmuttis im Tierheim mit ihren Kitten. Diese sind in einem Nebenzimmer untergebracht. Ich lasse mir einen großen Korb geben und lege die Katzen in diesen. Dann gehe ich mitsamt dem Korb in den Nebenraum zu den Muttis. Jedem der fünf Muttis zeige ich den Inhalt des Korbes. Alle schnuppern zuerst an der Mutti, dann an den vier kleinen. Ich hoffe durch mein Vorgehen, das die anderen Muttis die kleinen mit versorgen.

Nachdem der Inhalt des Korbes genau von den Katzen untersucht wurde, stelle ich diesen auf den Boden. Wenn die fünf Muttis helfen wollen, werden sie zu dem Korb kommen. So ist es auch. Zuerst kommt Berta langsam auf den Korb zu. Noch einmal schnuppert sie an den kleinen, dann drückt sie ihren Kopf an die Mutti die ich im Gedanken schon Mandy getauft habe. Nun erfolgt ein leises Miauen von Berta und sie nimmt vorsichtig das kleinste Kitten in ihr Maul. Dann geht sie wieder zu ihrem Korb und legt sich hin. Noch immer hat sie das kleine im Maul. Nun lässt sie es los, jedoch rührt sich das Kleine nicht. Darum greife ich ein und lege das Kleine bei der Mutti an. Aber die Kleine ist zu schwach um an den Zitzen zu saugen.

Das sieht auch die Mitarbeiterin und schon holt sie eine mit Katzenmilch gefüllte Spritze heran und gibt die Milch vorsichtig der kleinen. Jetzt fängt sie an zu trinken. Dabei liegt die kleine immer noch bei Berta mit im Korb. Als die Mitarbeiterin die Kleine aus dem Korb nehmen will, damit sie das kleine besser füttern kann, fängt Berta leise an zu knurren. Also bleibt das kleine im Korb liegen und die Mitarbeiterin füttert die Kleine so weiter.

Inzwischen sind auch die anderen Muttis aus ihren Körben gekommen. Alle haben sich zu Mandy in den Korb gelegt und die drei kleinen sind schon fest am Saugen. Mandy schleckt dabei immer wieder über die Köpfe der anderen Katzen. So bedankt sie sich bei ihnen. Zusammen mit Gisela hebe ich nun den Korb hoch und wir stellen diese zu den anderen Körben. Ich gehe nach nebenan und hole auch für Mandy etwas zu futtern. Diese macht sich sofort über das Futter her.

Erst jetzt räuspert sich einer der Beamten, dann sagt er: „Es muss sich wohl um einen Notfall gehandelt haben als Sie das Rotlicht der Ampel überfahren haben. Auch das sie nicht auf das Martinshorn reagiert haben, scheint an dem Notfall zu liegen. Trotzdem muss ich Sie verwarnen. Aber wir lassen es bei einer mündlichen Verwarnung. Komm Peter, unser Job ist getan!“ Damit drehen sie sich um und verlassen den Raum.

Nun kümmere ich mich um Mandy. Ich will feststellen ob es eine verwilderte Katze, oder eine Katze ist die von zu Hause weg gelaufen ist. Also suche ich nach einer Tätowierung bei ihr und werde auch schnell fündig. Ich notiere mir den Code und frage dann die Tierheim-Leiterin, die inzwischen auch den Raum betreten hat, ob ich telefonieren kann. Natürlich kann ich das und sie sagt mir noch, das das Telefon schon nach hier umgestellt ist.

Ich rufe bei der Registrierungsstelle an und gebe den Code durch. Nach einigen Augenblicken weiß ich wo die Katze hin gehört. Auch die Telefonnummer bekomme ich und nachdem ich aufgelegt habe, wähle ich sofort diese Nummer. Doch ich höre nur das unter dieser Nummer kein Anschluss besteht. Ich entschließe mich dazu, zu der Adresse zu fahren. Aber erst muss ich mein Fahrrad wieder haben und Gisela fährt mich wieder zum Friedhof. Ich bedanke mich bei ihr und radle dann zu der angegebenen Adresse. Das ist ein Mehrfamilienhaus und ich schaue auf die Klingelschilder. Doch nirgends ist der Name aufgeführt den ich erhalten habe. Darum klingele ich einfach bei irgendjemand. Als die Haustür geöffnet wird, gehe ich die paar Stufen hoch und eine Frau erwartet mich an der Wohnungstür. Nachdem ich mich vorgestellt und auch den Grund genannt habe warum ich hier bin, erfahre ich, das die Frau, zu der die Katze gehörte, schon vor vier Monaten verstorben ist. Als damals die Tür geöffnet wurde, ist die Katze sofort nach draußen und kam auch nicht mehr zurück. Verwandte hatte die Frau nicht.

Ich fahre zurück zum Tierheim und unterrichte die Tierheim-Leiterin. Anschließend schaue ich noch einmal zu den Katzen. Doch diesen scheint es gut zu gehen. Die drei größeren Kitten liegen bei ihrer Mutti und schlafen. Nur das kleinste Kitten ist bei Berta im Korb. Ich streichele allen Katzen über die Köpfe und dabei greift Mandy nach meiner Hand. Ganz fest drückt sie ihren Kopf dagegen und ist dabei am Schnurren.

Obwohl ich noch ein paar Tage Urlaub habe, bin ich jeden Tag im Tierheim und schaue nach den Katzen. Von Tag zu Tag geht es ihnen besser und nach drei Tagen kann das kleinste schon selber Milch bei Berta trinken. Mandy ist eine richtige Schmusebacke geworden. Immer wieder will sie gestreichelt werden, was natürlich auch gemacht wird.

Nachdem alle Katzen soweit sind werden sie Kastriert und ein paar Wochen später werden sie vermittelt. Gisela holt Mandy, Berta und das kleine zu sich. Die anderen kleinen von Mandy werden von den Polizisten geholt. Dabei wird auch noch eines von Bertas kleinen mit vermittelt.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #313
Petra

Heute Morgen bin ich irgendwie nervös. Ich kann mir nicht vorstellen warum. Immer wieder sehe ich auf die Uhr. Also erzähle ich Herbert von meiner Nervosität. Doch auch er kann sich das nicht erklären. Zusammen räumen wir dann noch den Frühstückstisch ab. Kurz darauf fährt Herbert zu seiner Praxis. Er fährt immer 10 Minuten vor mir los, da er es bis zu seiner Praxis weiter hat, wie ich zum Tierheim. Ich höre noch einmal den Wetterbericht im Radio und erfahre so, das es ab Mittag anfangen soll zu Regnen. Also werde ich heute mit meinem Auto zum Tierheim fahren.

Kurz darauf verlasse auch ich das Haus. Als ich in meinem Auto sitze ist meine Nervosität schlagartig weg geblasen. Ich starte den Wagen und fahre langsam los. Dort wo wir wohnen ist eine 30er Zone. Als ich die Hauptstraße erreiche gebe ich mehr Gas. Kurz vor dem Abzweig zum Tierheim sehe ich Hugo, wie er sein Rad schiebt. Hugo ist seit etwa 12 Jahren bei uns im Tierheim. Er hat eine Halbtagsstelle bei uns und eine Halbtagsstelle beim Tierarzt. In einer Woche arbeitet er drei Tage bei uns im Tierheim und zwei Tage beim Tierarzt, in der anderen Woche sind es drei Tage beim Tierarzt und zwei Tage bei uns.

Etwas weiter ist eine Bus Bucht und in die fahre ich und halte mein Auto an. Als ich aussteige ist Hugo nur noch 50 Meter entfernt. Ich erkenne das er etwas auf dem Arm trägt. Darum greife ich wieder ins Auto und hole meine Tasche hervor. Dann gehe ich auf Hugo zu und erreiche ihn kurz darauf. Auf dem Arm hat Hugo eine Katze!

Nachdem wir uns begrüßt haben erzählt Hugo wie er zu der Katze gekommen ist: „Die Katze lief auch in diese Richtung. Nur hatte sie eine Vorderpfote angehoben. Darum habe ich sie angesprochen und sie kam auch sofort zu mir. Vorsichtig habe ich nachgesehen warum sie die Pfote nicht benutzt und ich glaube, das die Pfote gebrochen ist. Darum habe ich sie erst einmal mitgenommen, damit wir sie röntgen können.“ Während er erzählt, habe ich schon die faltbare Trage aus meiner Tasche geholt und Hugo hat die Katze darauf gelegt. Anschließend habe ich die Trage hoch gehoben und wir beide sind zu meinem Auto gegangen. Nun öffnet Hugo die Beifahrertür und ich lege die Trage mit der Katze auf den Beifahrersitz. Ich steige in meinen Wagen während Hugo mit seinem Rad weiter fährt. Kurz darauf bin ich am Tierheim und Hugo erscheint kaum eine Minute später.

Ich nehme die Trage mit der Katze aus dem Auto und gehe zum Behandlungsraum. Dort röntge ich die Katze, wobei ich von Hugo unterstützt werde. Beim Auswerten stelle ich nun einen glatten Bruch der linken Vorderpfote fest, der schnell behandelt ist. Dazu braucht es nur einer leichten Narkose für die Katze, dann richte ich die Pfote und anschließend bekommt die Katze einen festen Verband. Hugo legt die Katze nun in einen Korb und bringt diesen anschließend zur Krankenstation, wo die Katze nun einige Zeit bleiben muss.
Bei der Behandlung habe ich natürlich auch festgestellt, das die Katze Kastriert ist. Auch das das Kätzchen weiblich ist, stellte ich fest. Außerdem trug sie ein Geschirr. Von da her gehe ich davon aus das die Katze irgendwo weg gelaufen ist. Mit Sicherheit wird sie schon vermisst und bald wird angerufen ob die Katze hier ist. Doch den ganzen Tag bleibt mein Telefon wegen der Katze still.

Auch am nächsten Tag erfolgt wegen ihr kein Anruf. Aber wir stellen fest, das sie eine Schmusekatze ist. Immer wenn jemand zu ihr kommt fängt sie an zu schnurren und wirft sich auf den Rücken. Natürlich kann dann keiner wieder stehen und es wird mit ihr geschmust. Auch stellen wir fest, das die Katze immer ihr Geschirr umhaben will. Dann scheint sie glücklich zu sein, darum bekommt sie ab sofort ihr Geschirr Übertrags angelegt.

Besonders Hugo kümmert sich viel um die Katze. Auch nimmt er sie oft an die Leine und geht mit ihr spazieren. Die Katze kuschelt auch viel mit ihren Artgenossen. Sehr oft ist es Bruno mit dem sie Kuschelt. Auch Bruno hat dieselbe Farbe wie Petra. Beide sind fast ganz schwarz. Nur am Bauch sind beide weiß. Zusammen liegen beide fast jeden Tag auf der Fensterbank in der Sonne. Dort fühlt sich Petra wohl. Wenn sie nicht am Schlafen ist, schaut sie immer aus dem Fenster und ist dabei am Schnurren. Das macht sie dann Stundenlang. Jedoch ist auch nach 4 Monaten noch keine Anfrage wegen Petra gekommen.

Nach weiteren 2 Monaten entschließen wir uns daher Petra zu vermitteln. Nun gibt es aber Schwierigkeiten mit Petra. Jedes Mal wenn sich jemand besonders für Petra interessiert, fängt sie an zu knurren und zu fauchen. Auch schlägt sie nach dem Interessenten. Darum entschließen wir uns, Petra bis auf weiteres nicht zu vermitteln. Aber frei herum laufen lassen wie wir es mit Schneewittchen gemacht haben, wollen wir noch nicht.

Inzwischen sind weitere 3 Jahre vergangen. Hugo weilt leider nicht mehr unter uns. Petra hat mehrere Tage getrauert. Noch immer liegt sie zusammen mit Bruno auf der Fensterbank und schaut hinaus. Auch ihr Geschirr hat sie jeden Tag um.

An diesem Wochenende veranstalten wir wieder einen Tag des Tieres. Dabei untersuchen der Tierarzt und ich Tiere von Besuchern des Tierheim auf eventuelle Krankheiten. Diese Untersuchung ist für die Tierhalter vollkommen kostenlos. Sollte eine Krankheit bei den Tieren gefunden werden, erfolgt ebenso Kostenlos eine Beratung was nun geschehen muss. Diese Behandlung ist dann natürlich nicht mehr Kostenfrei, jedoch gerade bei älteren Leuten wird dann gern ein Sonderpreis durch den Tierarzt gemacht, oder ich übernehme die Behandlung, weil ich keine Rechnungen ausstellen darf. Somit ist die Behandlung die ich mache natürlich Kostenlos.

Gestern und heute haben der Tierarzt und ich zusammen etwa 50 Tiere untersucht und nur bei vieren ist eine Nachbehandlung nötig. Jetzt ist es 16.00Uhr und es sind keine Untersuchungen mehr vorgesehen. Der Tierarzt und ich sitzen vor dem Bürogebäude auf einer Bank und ruhen uns etwas aus. Dabei reden wir natürlich über die vier Tiere die behandelt werden müssen. Eines der Tiere werde ich behandeln und schon morgen soll es zu uns ins Tierheim kommen. Bei zwei weiteren hat der Tierarzt einen Sonderpreis ausgehandelt und nur ein Tierhalter muss den vollen Preis bezahlen.

Gerade schaue ich zum Tor und mir fällt ein Paar auf. Der Mann sitzt im Rollstuhl, der von einer Frau geschoben wird. Die Frau spricht einen Mitarbeiter an und dieser zeigt auf uns. Daraufhin schiebt die Frau den Rollstuhl mit dem Mann in unsere Richtung. Ich mache den Tierarzt auf das Paar aufmerksam und zusammen warten wir auf die beiden.

Nachdem wir uns begrüßt haben erzählt der Mann: „Vor drei Jahren hatte ich hier auf der Autobahn einen schweren Unfall. Ich bin LKW Fahrer und hatte immer meine beiden Katzen dabei. Sie sind sehr gerne mit gefahren und wenn ich eine Pause gemacht habe, sind wir immer zusammen spazieren gegangen. Wobei die beiden dann an der Leine gegangen sind. Dann hatte ich den Unfall und erst jetzt bin ich aus der Klinik entlassen worden. Vielleicht haben Sie etwas von meinen Katzen gehört obwohl es nun schon drei Jahre her sind.“

Ich erinnere mich an den Unfall. Damals hat es eine Massenkarambolage auf der Autobahn gegeben. Neben 12 PKW waren auch noch 5 LKW in den Unfall verwickelt. Es hatte drei Tote gegeben und sehr viele Verletzte. Das jedoch auch Tiere verletzt oder getötet worden waren, ist mir nicht bekannt. Jedoch kommt mir ein ganz komischer Gedanke. Sollte etwa Petra eine der Katzen sein? Immerhin kam sie kurz nach dem Unfall zu uns ins Tierheim.

Ich antworte ihm darum: „Vor drei Jahren kam eine Katze zu uns ins Tierheim die ein Geschirr umhatte. Eine Vorderpfote war gebrochen die natürlich behandelt wurde. Jeden Tag will sie an der Leine spazieren geführt werden und immer liegt sie auf der Fensterbank.“ Bevor ich weiter reden kann unterbricht er mich: „Und wohin habe Sie die Katze vermittelt? Vielleicht kann ich sie ja mal besuchen.“

Ich sehe ihn und die Frau einige Augenblicke an, dann sage ich zu ihnen das sie mir folgen sollen. Da unser Tierheim seit Hugo behindertengerecht ausgebaut wurde, nehme ich die Rampe zum Katzenhaus und öffne ihnen die Tür. Im Haus sage ich dann: „Wir kommen gleich in den Katzenraum! Bitte sagen sie erst einmal kein Wort, denn wir haben die Katze noch hier. Sie wollte nicht vermittelt werden. Wenn sie es ist, dann hoffe ich das Sie erkannt werden. Aber Sie müssen dann auch den Freund von Petra, so haben wir sie genannt, mitnehmen. Die beiden sind ein Herz und eine Seele.“

Ich öffne die Tür die in den Katzenraum führt und wir betreten den Raum. Petra und Bruno liegen wie immer auf der Fensterbank. Neugierig schauen beide zu uns hin. Langsam steht Petra auf und fängt leise an zu Miauen. Auch heute hat sie ihr Geschirr um. Etwa zwei Minuten schaut sie zu uns hin und ist am Miauen, dann springt sie von der Fensterbank und kommt angelaufen. Mit einem Satz springt sie auf den Schoß des Mannes und ist sofort am köpfeln. Der Mann streichelt die Katze und sagt dabei: „Das ist meine kleine Petra! Schauen Sie nicht so, aber sie heißt tatsächlich so. Wie heißt denn der Kumpel von Petra?“

Ich sage ihm den Namen und sofort ruft er nach Bruno. Dieser hat die ganze Zeit neugierig zu Petra und dem Paar geschaut. Nun steht er auf und kommt langsam heran. Vor dem Mann setzt er sich auf den Boden. Nun springt Petra vom Schoß des Mannes und stößt Bruno mit ihrer Nase in die Seite. Dann springt sie wieder auf den Schoß und auch Bruno springt hinterher. Auch er wird von dem Mann gestreichelt und nach einem kurzen Moment fängt auch Bruna an den Mann zu köpfeln. Erst jetzt fängt auch die Frau an die beiden Katzen zu streicheln.

Im Büro mache ich die Papiere für die beiden Katzen fertig. Anschließend holt die Frau ihren Wagen mit dem sie gekommen sind. Dieses ist eine sogenannte Großraum Limousine mit reichlich Platz hinter der Windschutzscheibe. Nachdem die Frau die Beifahrertür geöffnet hat, springt Petra sofort in den Wagen und legt sich auf das Armaturenbrett hinter die Windschutzscheibe. Auch Bruno legt sich dazu. Der Mann reicht mir die Hand und seine Frau hilft ihm anschließend dabei auf dem Sitz Platz zu nehmen. Dann verstaut sie den Rollstuhl im Wagen und steigt ebenfalls ein. Der Mann sagt zu mir: „Nie hatte ich damit gerechnet Petra noch einmal wieder zu sehen. Leider ist ihre Schwester, die ja auch mit im LKW war, nicht auf getaucht. Ich hoffe das sie einen guten Platz gefunden hat. Aber Bruno sieht genauso aus wie die Schwester von Petra. Das gleicht es wieder aus. Recht Herzlichen Dank, das Sie so gut auf Petra geachtet haben.“ Noch einmal drückt er meine Hand, dann fahren sie davon.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #314
Unglaubliches Wunder

Wie so oft sitze ich in meinem Büro, obwohl gerade ein Tag der offenen Tür bei uns stattfindet. Trotzdem kann ich mich nicht nur um die Belange kümmern sie solch ein Tag hervorruft. Im Moment muss ich mich auch darum kümmern, das ich einen Platz für ein Frettchen finde, das bei uns im Tierheim abgegeben wurde. Was gar nicht so einfach ist. Aber heute habe ich eine Telefonnummer bekommen an der ich vielleicht das Tier unterbringen kann. Darum versuche ich seit etwa 30 Minuten dort an zu rufen.

Gerade versuche ich wieder unter der Nummer eine Verbindung herzustellen, als es an meiner Tür klopft. Auf mein „Herein“ betritt ein sehr alter Mann mit seinem Rollator mein Büro. Sofort biete ich ihm einen Sitzplatz an und nachdem er diesen Dankbar angenommen hat, fängt er an zu erzählen: „Hallo, mein Name ist Rolf Ge….! Ich bin hier, weil ich leider meinen heiß geliebten Kater Paul zu ihnen bringen muss. Leider darf ich ihn nicht mehr halten, da in dem Heim wo ich hinkomme keine Tiere erlaubt sind.“

Ich frage ihn wo den der Kater ist, den er bei uns unterbringen will und er antwortet: „Im Moment befindet sich Paul bei mir in der Wohnung. Aber schon in zwei Wochen gehe ich in ein Heim und bis dahin muss ich einen Platz für Paul finden. Paul ist mir vor zehn Jahren zu gelaufen. Auf einmal war er da! Ich habe ihn bei mir aufgenommen nachdem sich kein Besitzer gemeldet hat.“

Noch einige Minuten reden wir zusammen, dann verabreden wir, das wir den Kater am Tag bevor er ins Heim geht abholen werden. Dann verlässt er wieder mein Büro. Zwei Wochen später fahre ich zusammen mit Bernd zu dem Mann und wir holen den Kater ab. Dieser ist eine reine Wohnungskatze und lebte allein bei dem Mann. Darum werden wir ihn im Tierheim auch zunächst in einem extra Raum unterbringen und in ganz langsam mit den anderen Katzen zusammen führen.

Nachdem wir mit dem Kater im Tierheim angekommen sind, wurde er zunächst in den Untersuchungsraum gebracht. Dort will ich ihn zunächst untersuchen. Denn eines wundert nicht nur mich, sondern auch Bernd. Der Kater ging ohne Probleme in den Transportkorb und legte sich hin. Während der ganzen fahrt hat er nicht einmal Miaut, sondern ruhig in der Box gelegen. Auch als ich die Tür des Korbes öffne, kommt er ganz langsam aus dem Korb und setzte sich hin.

Bei der Untersuchung stellte ich fest, das der Kater etwa 10 Jahre alt ist sowie kastriert und Tätowiert. Ich notiere mir den Code um später bei der Registrierungsstelle an zu rufen. Das der Kater eine Erkrankung hat, kann ich nicht feststellen. Trotzdem kommt er zunächst ins Krankenzimmer. Dort befindet sich zurzeit nur Berta. Berta ist ebenfalls 10 Jahre alt und wurde zu uns gebracht nachdem der Besitzer verstorben ist. Sie hat sich bei einem Sprung von einem Tisch den rechten Vorderlauf gezerrt und ist deshalb hier. Nun hebt sie den Kopf und schaut neugierig als wir Paul in das Zimmer bringen. Sie steht auf und schnuppert an Paul der sich ganz klein macht und versucht aus seinem Korb zu flüchten. Doch Berta gibt ihm keine Chance.

Sie legt sich einfach auf Paul und drückt ihn so an den Boden. Paul gibt auch bald seine Versuche auf zu entkommen. Als Berta dieses merkt, geht sie von Paul herunter und legt sich neben diesen. Dann fängt sie an ihn ab zu schlecken. Dieses scheint Paul zu gefallen, denn er fängt an zu schnurren. Leise schließe ich die Tür von außen und gehe wieder zu meinem Büro. Dabei sage ich zu Bernd, der neben mir geht: „Da schein sich wohl Berta ihren neuen Freund ausgesucht zu haben. Na lassen wir die beiden erst einmal zusammen. Mal sehen wie es morgen ist.“

Als ich mein Büro betrete klingelt mein Telefon und nachdem ich mich gemeldet habe, teilt man mir mit, das der alte Mann von dem Paul ist, vor ein paar Minuten gestorben ist. Nun hatte ich einen Grund bei der Registrierungsstelle an zu rufen. Als abgenommen wurde, nannte ich meinen Namen und den Grund des Anrufes. Dann gab ich den Code durch und erfuhr, das der alte Mann nicht der erste Besitzer gewesen ist. Sondern eine Frau bei uns aus der Stadt hatte Paul angemeldet aber auch, das Paul schon vor 10 Jahren verschwunden ist. Auch die Telefonnummer und den Namen der Frau gab man mir. Jedoch mit dem Hinweis, das die Nummer vielleicht nicht mehr stimmen würde.

Trotzdem rief ich dort an. Als am anderen Ende abgenommen wurde, meldete sich jedoch ein Mann, der die Frau nicht kannte. Auch sagte er mir, das er die Nummer erst seit etwa 3 Jahren hatte. Ich nahm ein Telefonbuch und suchte nach dem Namen der Frau. Ich fand zwei Einträge unter dem Namen und rief sie der Reihe nach an. Jedoch war es jedes Mal die falsche Frau, wie sich nach einem kurzen Gespräch heraus stellte. Darum gab ich mein Vorhaben auf, nach dieser Frau zu suchen.

Berta und Paul ließen wir zusammen, denn die beiden waren ein Herz und eine Seele. Ich wollte beide zusammen vermitteln, obwohl ich weiß wie schwer es ist, zwei alte Katzen zu vermitteln. Meistens werden Katzen die sehr jung sind. Aber auch die älteren Katzen haben eine Chance in ein neues zu Hause zu kommen. Meistens klappt das bei einem Tag der offenen Tür. Dieser ist in drei Wochen geplant.

Als der Tag der offenen Tür ist, versuchen wir auch Berta und Paul zu vermitteln, aber leider wollte keiner die beiden haben. So war es an den normalen Tagen und auch bei zwei weiteren Tagen der offenen Tür. Paul hatte sich auch inzwischen mit den anderen Katzen angefreundet. Nie gab es Streit wegen ihm. Immer war auch Berta dabei. Wenn Paul am Toben war, tobte sie mit und wenn Paul keine Lust mehr hatte, hörte auch sie auf.

Inzwischen war über ein halbes Jahr vergangen, seit Paul bei uns war, als es an einem Mittwoch an meiner Tür klopfte. Auf mein „Herein“ betrat eine etwa 50 jährige Frau mein Büro. Nachdem sie sich vorgestellt hatte nannte sie mir den Grund des Besuches: „Nachdem ich mich endlich durchgerungen habe wieder eine Katze zu mir zu holen, wollte ich fragen ob sie mir eine oder auch zwei Katzen geben könnten. Ich weiß, das heute kein Besuchstag ist und Tiere abgeholt werden können, aber anders geht es nicht. Ich will nämlich genau aus diesem Tierheim Katzen haben, aber ich wohne fast 200km von hier entfernt und bin extra heute hier hin gefahren.“
Als ich ihr antwortete konnte ich es mir nicht verkneifen sie erst zu enttäuschen. Aber bei uns im Tierheim kann man an jedem Tag die Tiere besuchen und auch mitnehmen. Nur das schien sie nicht zu wissen. Also sagte ich: „Nein, heute ist kein Besuchstag. Da haben Sie recht!“ Ich sah die Enttäuschung in ihrem Gesicht und sprach darum sofort weiter „aber bei uns im Tierheim gibt es keine starren Besuchstage. Hier bei uns können an jedem Tag der Woche Tiere besichtigt werden und natürlich auch sofort mitgenommen werden. Aber sag einmal, Du hast ..Oh! Entschuldigung! Sie sagten gerade das Sie sich durchgerungen haben wieder Katzen zu sich zu nehmen. Was meinen Sie damit?“

„Das Du ist schon OK Gerda! So heißt Du doch oder sind die Urkunden von jemand anderes. Also ich heiße Ivone! Also! Vor 10 Jahren hatte ich schon einmal zwei Katzen. Ein Geschwisterpaar! Von heute auf Morgen waren die beiden verschwunden. Ich habe wochenlang nach ihnen gesucht. Doch nirgends eine Spur gefunden. Bis vor etwa 4,5 Jahren habe ich hier in der Stadt gelebt und nie die Hoffnung auf gegeben, das ich meine beiden Schätze wiedersehe. Doch leider war es nicht so. Erst jetzt kann ich wieder Katzen bei mir aufnehmen.“

Schon als sie mir den Vornamen nannte, horchte ich auf. Darum fragte ich nach ihrem Geburtsnamen. Als sie mir den sagte, stellte sich heraus, das ist die Frau die ich suchte. Trotzdem stellte ich noch einige Fragen nach ihrem damaligen Wohnsitz und nach ihren Nachbarn. Sie war sehr erstaunt über meine Fragen, beantwortete aber alle. Dann klärte ich sie auf: „Vor etwa 6 Monaten kam ein Kater zu uns der Tätowiert ist. Da der Besitzer noch am selben Tag verstorben war, rief ich bei der Registrierung an und erfuhr deinen Namen. Doch ein Suchen nach dir hatte keinen Erfolg. Jetzt bist Du hier und wir gehen sofort zu deiner Katze!“

Ich erhob mich, jedoch blieb Ivone sitzen. Sie konnte es wohl nicht fassen, das ihr Kater bei uns ist. „Was mein Paul ist hier? Das gibt es doch gar nicht. Wie konnte das denn passieren?“ Ich setzte mich wieder, denn nun war ich am Staunen über den Namen der Katze. Kurz erklärte ich von wem wir Paul bekommen haben und sie meinte dazu: „Das war ein Nachbar der nur einige Häuser weiter wohnte. Oft hat er bei der Suche geholfen. Dabei hatte er die ganze Zeit Paul bei sich. War auch Berta bei ihm?“

Nun war ich erst einmal sprachlos. Berta war ihre zweite Katze. Ich erklärte ihr, das auch eine Berta bei uns ist. Aber die war von einer Frau zu uns gekommen. Daraufhin sagte sie: „Das war die Schwester von dem Mann. Auch sie hat bei der Suche geholfen. Wenn die beiden noch leben würden, könnten sie jetzt aber was erleben.“

Zusammen gingen wir beide dann zum Katzenhaus. Bevor wir den Raum betraten sagte ich noch zu ihr, das sie sich ganz ruhig verhalten soll. Dann Betraten wir den Katzenraum. Berta und Paul waren gerade am Futtern und schauten auch neugierig zu uns hin. Dann futterten sie weiter. Doch man merkte das Berta nicht mehr ganz bei der Sache war. Immer wieder schaute sie zu uns hin. Dann miaute sie leise und auch Paul fing an uns zu mustern.

Dann kam erst Berta langsam auf uns zu, während Paul noch bei den Näpfen blieb. Auf einmal Miaute er laut und kam zu Ivone gerannt. Diese ging sofort in die Hocke und Paul sprang mit einem Satz in ihre Arme. Nun kam auch Berta angelaufen. Auch sie Miaute und sprang in Ivones Arm. Sofort wusste ich, das die beiden die Katzen waren, die Ivonne vor ein paar Jahren verloren hatte.

Inzwischen saß Ivonne auf dem Boden und schmuste mit beiden Katzen. Dabei war sie am Weinen. Langsam und leise ging ich aus dem Raum, ging zu meinem Büro und trug Berta und Paul aus der Kartei aus. Dann ging ich wieder zum Katzenhaus wo ich auf Ivonne traf. Sie hatte den katzenraum verlassen und stand mit den beiden Katzen, die sie auf dem Arm hatte, im Flur. Beide Katzen waren am Schnurren und auch ich streichelte die beiden über den Kopf.

Natürlich durfte Ivonne ihre beiden Katzen sofort mitnehmen. Diese legte sie einfach auf den Beifahrersitz und stieg dann selber ein. Bevor sie davon fuhr danke sie mir noch einmal und versprach mich öfters an zu rufen. Was sie auch machte. Die beiden Katzen waren sehr glücklich wieder bei ihrer Besitzerin zu sein, wie sie mir mehrfach sagte. Bei einem Besuch ein paar Monate später konnte ich mich persönlich davon überzeugen. Die beiden Katzen waren wirklich sehr glücklich und bedankten sich auch bei mir auf ihre Art. Beide knabberten an meinen Fingern während ich sie streichelte.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #315
Der verwilderte Hund

Endlich Urlaub! Herbert und ich sind schon seit etwa einer Woche mit unserem Wohnmobil unterwegs. Monika wollte nicht mit, sie wollte lieber bei ihrem Kai bleiben der auch im Moment Urlaub hat. Herbert und ich haben heute Morgen Pompeji besichtigt. Seit etwa 14.00 Uhr sind wir wieder unterwegs weiter in Richtung Süden. Wir wollen bis zum äußersten Zipfel des italienischen Festlandes fahren. Das ist in Kalabrien die Stadt Reggio. Ob wir noch nach Sizilien mit einer Fähre übersetzen wissen wir noch nicht.

Seit Neapel kostet auch die Autobahn keine Maut mehr. Bisher haben wir viele Fahrzeuge mit deutschem Kennzeichen gesehen, das ist nun anders. Nur noch wenige Fahrzeuge aus Deutschland sind unterwegs. Immer wenn uns ein PKW überholt, wird gehupt und freundlich gegrüßt. Natürlich grüßen wir dann zurück. Heute wollen wir noch bis Cosenza. Dort ist ein mit uns befreundetes Ehepaar zu Hause und wir können bei denen übernachten. Dieses Ehepaar hat bis vor etwa einem Jahr in unserer Stadt gewohnt und ich lernte sie kennen als sie sich bei uns im Tierheim einen Hund holten. Jetzt ist das Ehepaar im Rentenalter und darum wieder zurück in die Heimat.

Wir haben uns an einer Autobahnabfahrt verabredet, da wir nicht wissen wo sie jetzt wohnen. Es wurde zwar erklärt, aber es ist doch zu kompliziert. Als wir an der Abfahrt ankommen verlässt Herbert die Autobahn und biegt am Ende der Ausfahrt rechts ab. Etwa 200m weiter ist ein Parkplatz auf dem wir unsere Freunde treffen wollen. Es wurde zwar eine Zeit abgemacht wann wir uns treffen, aber so genau kann man die Zeit nicht einhalten. Wer von uns zuerst da ist, wartet auf den anderen. So haben wir es verabredet.

Da wir etwa 30 Minuten zu früh sind, stellt Herbert das Mobil im Schatten eines großen Baumes ab und wir warten auf unsere Freunde. In der Zwischenzeit hole ich was Kaltes aus dem Kühlschrank und während wir das trinken, unterhalten wir uns über unsere weitere Fahrt.

Wir warten schon etwa 15 Minuten als ein PKW auf den Parkplatz fährt. Direkt hinter unserem Mobil hält der Wagen an und Francesco und Maria steigen aus dem Wagen. Freudig begrüßen wir uns und nach etwa 5 Minuten folgen wir mit unserem Mobil dem PKW. Etwa 30 Minuten dauert die Fahrt, dann haben wir das Domizil von den beiden erreicht. Das ist ein großes Weingut.

Nachdem wir ausgestiegen sind begrüßen wir uns noch einmal, dann setzen wir uns auf die Terrasse des Hauses. Jetzt erfahren wir, das die beiden das Weingut schon seit etlichen Jahren gehört. Sie haben es von Marias Eltern geerbt. Nachdem wir uns etwa eine weitere Stunde unterhalten haben, steht Maria auf und geht in die Küche des Hauses. Ich folge ihr und zusammen bereiten wir etwas zu Essen vor. In einem weiteren großen Topf kocht sie Nudeln. Dazu sagt sie, die Nudeln sind für die Hunde. Weiter geht sie aber nicht auf das Thema ein. Als das Essen fertig ist, bringen wir es gemeinsam nach draußen. Dazu gibt es einen selbst hergestellten Rotwein, der ausgezeichnet schmeckt.

Nachdem wir gegessen haben reden wir noch weiter, bis Herbert mich in die Seite stößt. Als ich ihn anschaue, zeigt er in eine Richtung und ich erkenne einen Schäferhund. Dieser hat eine hintere Pfote angehoben und humpelt so auf uns zu. Auch Maria hat den Hund bemerkt und sie steht auf um die Nudeln für den Hund zu holen. Während sie das macht erklärt uns Francesco was es mit dem Hund auf sich hat. „Das ist ein verwilderter Hund. Er kommt jeden Abend um die Zeit und bekommt von uns was zu futtern. Immer nachdem er gefuttert hat, gibt es einen Nachschlag für ihn, doch diesen futtert er nicht, sondern er nimmt etwas ins Maul und geht damit davon. Etwa zehn Minuten später ist er wieder da und holt den Rest aus dem Napf. Dann sehen wir ihn bis zum nächsten Abend nicht mehr. Was er an seiner Pfote hat, kann ich leider nicht sagen, da er uns nicht nachsehen lässt. Immer wenn wir zu nahe kommen zeigt er uns die Zähne und fängt an zu knurren. Gerne würde ich ihm helfen, aber was soll ich machen? Unser Tierarzt war auch schon da und hat es mit einem Betäubungspfeil versucht. Leider hat er nicht getroffen, obwohl er 5mal auf den Hund gefeuert hat.“

Da meine Notfalltasche auch diesmal neben mir steht, nehme ich diese und gehe langsam auf den Hund zu. Dieser ist inzwischen am Futtern, da Maria schon einen großen Napf mit Nuddeln hingestellt hatte. Als der Hund mich bemerkt, fängt er an zu Knurren und zeigt mir die Zähne. Ich lasse mich jedoch nicht beirren und gehe weiter auf den Hund zu. Dabei fange ich an zu reden, wie ich es immer mache mit unbekannten Tieren.
Bis etwa einen Meter komme ich an den Hund heran, dann fängt er wieder an zu knurren und seine Zähne zu zeigen. Sofort bleibe ich stehen und gehe in die Hocke. Dabei strecke ich meine Hände zu dem Hund aus. Bei dieser Bewegung zuckt der Hund zurück, kommt jedoch sofort wieder näher als er merkt, das ich mich nicht rühre. Dann schnuppert er an meinen Händen. Da ich diese bisher ganz ausgestreckt hatte, legte ich nun meine Ellenbogen auf meinen Knien ab. Auch jetzt kam der Hund näher und fing an meinem Körper zu schnuppern. Anschließend setzte er sich leise jaulend vor mich hin.

Nun streckte ich wieder eine Hand aus und legte diese auf den Kopf des Hundes ab. Von diesem erfolgte keine Reaktion und ich fing an den Kopf des Hundes zu streicheln. Auch jetzt erfolgte keine Reaktion. Ich brachte den Hund dazu sich hinzulegen und tastete nun vorsichtig seine Pfote ab. Dabei stellte ich einen Bruch des Beines fest. Ich musste den Hund behandeln, jedoch hatte ich auch im Kopf, das er immer wenn er fertig war mit futtern, etwas ins Maul nahm und weg ging um nach kurzer Zeit wieder zu kommen um noch mehr zu holen.

Ich ließ ihn jetzt also weiterfuttern und bat Maria für den Nachschub zu sorgen. Als diese nun näher kam, fing der Hund wieder an zu knurren. Darum bat ich Maria den Topf auf den Boden zu stellen und holte ihn selber ab. Anschließend füllte ich den Napf wieder auf und der Hund futterte weiter. Kurz darauf war er fertig, nahm einen großen Bissen ins Maul und drehte sich um. Noch einmal schaute er mich an, dann humpelte er davon. Sofort folgte ich ihm und wie ich merkte, folgte auch Herbert, Francesco und Maria. Diese blieben jedoch mit etwas Abstand hinter dem Hund und mir.

Kurz darauf humpelte der Hund auf einen Baufälligem Schuppen zu und verschwand darin. Auch ich ging in den Schuppen, hatte zuvor aber eine Taschenlampe aus meiner Tasche genommen. Herbert rief mir noch zu, das sie draußen warten.

Dann schaltete ich die Taschenlampe an und betrat den Schuppen. Sofort sah ich den Hund wieder, wie er in eine Ecke des Schuppens ging. Als ich dort hin leuchtete sah ich noch einen Hund der dort lag. Aber auch die sechs Welpen erkannte ich. Nachdem der Hund das Futter vor der Hündin hingelegt hatte, fing diese sofort an zu futtern und der Hund ging wieder nach draußen. Er kam aber nach sehr kurzer Zeit wieder in den Schuppen und legte weiteres Futter zu der Hündin. Da wusste ich, das Maria die Nuddeln mit genommen hatte.

Wieder ging der Hund raus und kam nach kurzer Zeit zurück um weiteres Futter zu der Hündin zu legen. Aber auch Herbert betrat den Schuppen. Er hatte den Topf in der Hand und stellte diesen sofort bei der Hündin ab. Jetzt sah ich auch drei Katzen die sich auf den Topf zu bewegten. Da Herbert noch neben dem Topf stand, schüttete er die Nuddeln einfach auf den Boden. Was sollte er auch machen. Es gab keine andere Möglichkeit.
Katzen und die Hündin waren stark abgemagert. Darum machten sich die Katzen sofort über die Nuddeln her und fingen an zu futtern. Mit einem kurzen „Komme gleich wieder!“ ging Herbert aus dem Schuppen und ich ging zu der Hündin. Diese schaute mich nur an und selbst der Hund legte sich zu der Hündin auf den Boden. Auch die Katzen störten sich nicht daran, das ich nun so dicht bei ihnen war, sondern futterten weiter.

Nun Untersuchte ich kurz die Hündin. Beim Abtasten stellte ich dann fest, das beide Vorderpfoten gebrochen waren. Da Herbert inzwischen wieder im Schuppen war, teilte ich ihm das Ergebnis der kurzen Untersuchung mit. Sofort ging er wieder raus und kurz darauf erschien Maria im Schuppen. „Die beiden Männer holen eben zwei Karren damit die Tiere zu uns auf den Hof können!“

Nun näherte ich mich den Katzen. Diese blieben einfach sitzen und ließen sich auch von mir untersuchen. Bei keiner stellte ich eine Verletzung fest, nur waren sie stark Unter ernährt. Auch die Welpen untersuchte ich sofort. Bei ihnen stellte ich fest, das sie etwas unterernährt waren. Maria fragte mich was die Tiere haben und ich klärte sie über den Zustand auf.

In diesem Moment kamen die beiden Männer in den Schuppen. Vorsichtig hoben die beiden die Hündin hoch. Da diese sofort anfing zu knurren, nahm ich eines der Welpen und ging zum Ausgang des Schuppens. Nun stellte die Hündin ihr knurren ein und ließ sich anstandslos nach draußen bringen. Dort legte ich den Welpen in einen der Wagen und die Hündin wurde vorsichtig dazu gelegt. Auch Maria kam mit einem Welpen und legte diesen zu der Mutti. Herbert und Francesco waren schon wieder im Schuppen und holten die nächsten Welpen. Auch diese kamen in die Karre.

Maria und ich holten die letzten beiden Welpen und legten diese in den zweiten Karren, da im ersten einfach kein Platz mehr war. Anschließend wurde der Hund zu den beiden Welpen gelegt. Auch dieses geschah ohne das der Hund Knurrte. Ganz zum Schluss wurden die drei Katzen aus dem Schuppen geholt. Auch die ließen das geschehen und wurden in den Karren gelegt. Dann ging es zum Wohnhaus.

Unterwegs sagte mir Herbert, das der Tierarzt schon informiert ist und dieser auch sein sofortiges kommen zu gesagt hatte. Als wir auf das Haus zugingen sahen wir einen Wagen der sich schnell näherte und noch vor uns beim Haus anhielt. Maria beschleunigte ihre Schritte und rief auch nach dem Ankömmling. Der kam auf uns zu und stellte sich, nachdem er bei uns war, als Tierarzt vor. Er reicht uns allen die Hand und sagt dabei das er Franco heißt. Auch wir stellen uns vor, wobei Maria übersetzt. Erstaunt schaut Franco auf meine Tasche, sagt aber zunächst nichts.

Dann sind wir beim Haus angekommen und gehen sofort zur Terrasse. Vorsichtig werden die Karren auf die Terrasse gehoben, dann wird die Hündin als erstes aus der Karre genommen und auf den Tisch gelegt. Maria sagt dem Tierarzt das sie beide Vorderpfoten gebrochen hat. Der Tierarzt nickt nur mit dem Kopf, dann sagt er auf Deutsch: „Du brauchst nicht alles übersetzen Maria. Eigentlich müsstest Du wissen das ich in Deutschland studiert habe, bevor ich mich hier niedergelassen habe. Also Frau Kollegin! Habe ich den Namen richtig verstanden? Gerda ist er wohl und das ist ihr Mann? Wo ist den Monika?“

Dabei lächelt er mich an und ich bin zunächst sprachlos. Bevor ich antworten kann sagt er wieder: „Lassen wir das erst einmal. Die Tiere sind wichtiger!“ Damit kümmert er sich wieder um die Hündin. Auch ich trete nun zu dem Tisch. Zusammen richten wir beide Vorderläufe und legen einen festen Verband an. Dann kommt der Hund auf den Tisch und auch bei ihm verfahren wir auf die gleiche Art und Weise. Auch die Welpen und die Katzen werden noch einmal untersucht, doch wiederum bestätigt sich das diese Tiere nichts haben. Anschließend werden die Tiere alle in den Kombi des Tierarzt gebracht und dieser fährt mit ihnen zu seiner Praxis. Dort will er alle gesund Pflegen. Francesco fährt mit ihm mit.

Nach etwas über zwei Stunde sind die beiden wieder zurück. Nun klärt mich Franco auf, woher er mich kennt. Er hat von Maria erfahren wer wir sind und das Herbert und ich kommen wollen. Sie sagte zu ihm, lange bevor wir gekommen sind: „Demnächst kommt eine TÄ aus Deutschland zu Besuch. Auch ihr Mann Herbert ist dabei. Ob die Tochter Monika mitkommt weiß ich noch nicht.“ Auch Maria stimmte den Ausführungen des Tierarzt zu, dann sagte sie einen sehr entscheidenden Satz: „ Francesco, wenn die Tiere alle wieder in Ordnung sind, lasse sie nicht einfach wieder frei. Bringe sie zu uns auf den Hof! Wir werden auch die Kosten für die Behandlung übernehmen. Egal wieviel es kostet!“

„Das habe ich mir schon gedacht Maria! Natürlich übernehme ich die Hälfte der Kosten. Schon Morgen bringe ich die Katzen zu euch, denn die sind vollkommen gesund nur sehr schlecht ernährt. Das sind glaub ich Streuner. Hoffentlich bleiben sie dann auch bei euch beiden.“ antwortete der Tierarzt.

Noch lange saßen wir zusammen bevor der Tierarzt wieder weg fuhr. Auch Herbert und ich gingen kurz darauf in unser Wohnmobil, das, so sagte Francesko, auch am nächsten Morgen lange im Schatten steht. Erst gegen 9.00 Uhr verließen wir wieder unser Mobil und wir Frühstückten zusammen mit Maria und Francesco. Gegen Mittag kam dann Franco und brachte die drei Katzen. Maria hatte schon Futter und was zu trinken für die drei Katzen bereitgestellt. Nachdem die drei gefuttert und etwas getrunken hatten, legten die drei sich in eine Ecke der Terrasse und fingen an sich zu putzen. Maria stand auf und ging zu den dreien. Die drei hatten keine Angst und ließen sich Streicheln. Als Maria wieder zu uns zurückkam, folgten zwei der Katzen und sprangen auf den Schoß von Maria. Da wussten wir alle, das diese Katzen ihr zu Hause gefunden hatten.

Am nächsten Tag fuhren Herbert und ich weiter. Dieses ist aber eine eigene Geschichte wert.

Wochen später, wir waren schon wieder zu Hause rief Maria bei uns an. Auch die Hunde waren inzwischen auf dem Hof und fühlten sich dort wohl. Immer wenn sie die Tiere rief, kamen sie sofort angelaufen. Auch die Katzen kamen sofort.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #316
Der verwilderte Hund Teil 2
oder
In der Schweiz

Gegen Mittag sind wir weiter gefahren um die letzten 180 Kilometer nach Reggio zu fahren. Da nicht sehr viel Verkehr herrscht kommen wir sehr gut voran. Schon nach weniger wie zwei Stunden sind wir in Reggio und fangen zunächst an einen Übernachtungsplatz zu suchen. Zufällig sieht Herbert ein Hinweisschild zu einem Campingplatz und sofort fährt er dort hin. Zum Glück kann der Betreiber sehr gut Deutsch und schon bald haben wir einen Stellplatz bekommen. Von dort aus kann man nicht nur Sizilien sehen, sondern auch den Ätna. Doch der ist ruhig, denn keine Rauchwolke ist über seinem Gipfel.

Als wir aussteigen nehme ich natürlich meine Tasche mit und Herbert und ich gehen etwas spazieren. Wir gehen zum nahen Strand, schauen uns aber auch die nähere Umgebung an. Als es Zeit wird, betreten wir ein Restaurant und bestellen uns etwas zu essen. Nach dem Essen gehen wir wieder zu unserem Mobil und holen zwei Stühle aus dem Stauraum. Auch mit Nachbarn kommen wir ins Gespräch, denn die meisten können deutsch, weil sie in Deutschland wohnen und nun bis zum nächsten Tag warten um nach Sizilien über zu setzen. Auch wir entschließen uns dazu.

Am nächsten Morgen fahren wir zum Fähranleger und müssen auch nur eine Stunde warten, dann können wir auf die Fähre. Schon nach kurzer Fahrt sind wir in Messina und verlassen die Fähre. Nun steuert Herbert in Richtung Ätna. Wir wollen uns den Vulkan ansehen. Dort nehmen wir an einer geführten Besichtigung teil. Diese wird zwar auf Englisch durchgeführt, aber wir beide haben damit keine Probleme. Danach fahren wir noch hier und dort hin, besichtigen Ausgrabungsstätten aber liegen auch nur faul am Strand. Doch irgendwann geht jeder Urlaub einmal zu Ende und wir machen uns auf die Heimreise. Wieder gibt es bei der Fähre keine Probleme und schon bald fahren wir auf dem italienischen Festland in Richtung Deutschland.

Wir werden etwa 3- 4 Tage brauchen bis wir wieder zu Hause sind, trotzdem fährt Herbert mit der zulässigen Hochgeschwindigkeit. Das ist auch sehr empfehlenswert wie uns schon in Deutschland erklärt wurde. Überall auf den nicht Mautpflichtigem Autobahnstück kann es Radarkontrollen geben und selber bei den Mautpflichtigen Teilen ist es möglich die Geschwindigkeit anhand der Belege fest zu stellen. Schließlich wird auf diesen die Uhrzeit mit aufgedruckt und wenn man zu schnell ist, kann es sehr teuer werden.

Drei Tage später haben wir endlich Schweizer Gebiet erreicht. Herbert und ich haben uns auf dieser 1500km langen Strecke des Öfteren beim Fahren abgelöst. Heute soll es noch bis Luzern gehen, dort wird übernachtet und Morgen soll es dann weiter gehen um die letzten paar Hundert Kilometer hinter uns zu bringen. Schnell haben wir auf einem Campingplatz einen Stellplatz gefunden. Der Vermieter meinte noch: „Aber spätestens Samstag müssen Sie den Platz wieder räumen! Dann ist er für die nächsten drei Wochen fest vermietet.“ Da heute erst Mittwoch ist, beruhigt ihn Herbert mit den Worten: „Wir haben nur vor eine Nacht zu bleiben! Vielleicht noch eine zweite, aber Samstag sind wir garantiert schon wieder zu Hause!“

Nachdem unser Mobil auf dem Platz steht, schauen wir uns ein wenig die Stadt an. Gerade schauen wir uns die Auslage in einem Fotogeschäft an als hinter uns der Ruf ertönt: „Hasso, bleibst Du hier! Dein Herrchen kommt gleich zu uns!“ Als ich mich umsehe, erkenne ich einen Labrador Hund der gerade laut bellend auf die Fahrbahn rennt. Ich sehe aber auch das Auto das mit hoher Geschwindigkeit heran kommt. Und schon ist es passiert: Der Hund wird von dem Auto erfasst und durch die Luft gewirbelt. Laut kann man den Hund jaulen hören. Dann prallt er auf die Straße auf und ein zweiter PKW kommt nur kurz vor ihm zum Stehen. Noch immer ist der Hund am jaulen, verstummt aber kurz darauf. Sobald ich gesehen habe, wie der Hund auf die Straße rennt, bin ich schon unterwegs zum Hund. Herbert ist dicht hinter mir. Bisher bin ich auf dem Bürgersteig gelaufen, doch nun kürze ich den Weg ab und renne einfach auf die Fahrbahn. Gleichzeitig höre ich wie stark auf die Bremse getreten wird. Doch ich kümmere mich nicht darum. Dann habe ich den Hund erreicht, bei dem schon ein Mann und eine Frau knien.

Der Mann tastet den Hund vorsichtig ab, aber ich sehe sofort das er aus dem Maul und den Ohren blutet. Auch sehe ich den verformten Brustraum wo er auch am Bluten ist und das zumindest zwei Pfoten gebrochen sind. Als ich meine Tasche absetze, sieht die Frau kurz hoch, dann steht sie sofort auf. Auch ich knie mich hin und hole sofort mein Stethoskop aus der Tasche. Damit höre ich den Hund ab. Wie ich schon vermutet hatte, ist auf der linken Seite des Hundes kein Atemgeräusch zu hören. Auch hat er einen stark schwankenden Herzschlag. Der Hund hat neben den Brustverletzungen auch eine Herzprellung und die muss sofort behandelt werden.

Als ich eine Spritze und das richtige Medikament aus der Tasche hole höre ich wie eine Frau sagt: „Oh mein Gott! Bitte nicht!“ Da ertönt die Stimme einer weiteren Frau: „Machen Sie sich keine Sorgen. Mein Mann und ich sind zwar beide TÄ, aber jetzt ist jemand da, bei dem Ihr Hund die größte Chance seines Lebens hat. Und wenn die Chance eins zu einer Millionen gegen ihren Hund spricht, ich glaube nicht das Gerda, so heißt die Frau dort, die erlösende Spritze setzen wird ohne nicht alles unternommen zu haben, damit Ihr Hund lebt! Zwar kenne ich Gerda nicht persönlich und auch mein Mann kennt sie nicht, aber sie ist die einzige die immer eine Tasche dabei hat in dem sich alles befindet damit sie helfen kann. Sehen Sie! Die Spritze ist gesetzt und nun legt sie einen Anschluss für weitere Medikamente. Das heißt doch wohl, das sie weiter kämpfen wird!“

Während sie das alles erzählte habe ich mich weiter um den Hund gekümmert. Nachdem ich die Herzspritze gesetzt und danach sofort einen Zugang für weitere Medikamente gelegt habe, untersuchte ich den Brustbereich. Ich stelle wenigstens 5 gebrochene Rippen fest, die operativ behandelt werden müssen. Eine ist auch durch die Haut nach außen gedrungen. Danach ist erst der Kopf an der Reihe. Auch hier stelle ich einen Bruch des Schädels fest, wobei dieser mehrfach gebrochen ist und sich die Knochen übereinander geschoben haben. Als ich hochsehe schaut mich der fremde Tierarzt an und meint: „Eigentlich hat er eine noch geringere Chance wie meine Frau meint. Aber auch ich weiß das der Hund seine Chance hat. Meine Praxis ist hier ganz in der Nähe. Meinen Sie das wir den Hund dorthin schaffen können, ohne das er dabei stirbt?“

„Wir brauchen eine stabile Holzplatte die unter ihn geschoben wird. Dann muss er ganz vorsichtig transportiert werden. Nur so wird es klappen. Aber zunächst muss ich die Blutung an seinem Kopf und seinen Rippen zum Stehen bringen. „Besorge bitte die Platte, ich mache weiter! Moment noch! Wie weit ist es bis zu deiner Praxis?“ Als er sagte das es etwa 300 Meter sind fand ich es doch ein bisschen weit, aber was soll ich machen. Ich hoffte nur, das er schnell mit einer Platte wieder kommt damit der Hund schnell operiert werden kann.

Während der Tierarzt die Platte suchte, kniete sich die Frau und auch Herbert zu mir. Jedoch stand die Frau sehr schnell wieder auf und redete noch einmal mit anderen Personen. Anscheinend mit der Polizei: „Hören Sie, für die Unfallaufnahme brauchen Sie mich und schon lange Gerda nicht. Nein ich habe Gerda noch nie gesehen aber ich weiß wer sie ist. Sie ist die einzige Frau die immer eine Notfalltasche dabei hat und sie wird wenn es sein muss, auch hier auf der Straße operieren damit der Hund überlebt. Fragen Sie doch einfach den Besitzer des Hundes wie es zu dem Unfall gekommen ist und belästigen Sie nicht Leute die helfen wollen. Ich bin Frau Doktor Reixxxxxx, mein Mann holt gerade etwas um den Hund darauf zu legen und das ist der Mann von Gerda. Und nun lassen Sie mich in Ruhe!“ Schon kniete sie wieder neben mir und half mir dabei die Pfoten zu richten.

Als sich eine Hand auf meine Schulter legt, schaue ich hoch und erkenne einen Mann im weißen Kittel. „Brauchen Sie Kochsalzlösung? Ich habe gleich welche mitgebracht!“ Bei dem Blutverlust die der Hund bisher hatte, ist sowas nicht verkehrt. Dankbar nehme ich den Beutel und schließe ihn sofort über den zuvor gesetzten Anschluss an. Damit der Beutel höher ist wie der Hund, drücke ich einem Mann neben mir einfach den Beutel in die Hand und fordere ihn auf, den Beutel immer höher zu halten wie der Hund liegt. Das es ein Polizist ist, stört mich überhaupt nicht.

Da kommt auch schon der Tierarzt mit einer Holzplatte wieder angelaufen. Als ich deswegen hochsehe, bemerke ich, das auf der Straße kein Verkehr mehr läuft. Fragend schaue ich Herbert an und er meint: „Die Straße ist voll gesperrt worden und der Verkehr wird umgeleitet!“ Da die Holzplatte, es ist ein Schalbrett von einer in der Nähe liegenden Baustelle, schon neben dem Hund liegt, heben der Tierarzt und seine Frau sowie Herbert und ich den Hund vorsichtig hoch und ein weiterer Mann schiebt das Brett unter den Hund. Dann legen wir den Hund wieder ab. Nun muss nur noch der Weg zur Praxis zurückgelegt werden.

Da meldet sich eine weitere Frau: „Brauchen Sie meinen Kinderwagen? Er ist sehr gut gefedert und ich kann mein Baby solange auf den Arm nehmen. Auch dieses Angebot nehme ich an und zusammen wird die Platte mit dem Hund auf den Kinderwagen gelegt. Dazu wird der Sonnenschutz einfach herunter geklappt und so entsteht eine fast gerade Auflagefläche. Als wir nun in Richtung Praxis gehen, bemerke ich das wir über Kopfsteinpflaster laufen und somit doch Erschütterungen zu dem Hund gelangen. Das ist aber nicht gut und ich frage nach einem Weg ohne Kopfsteinpflaster. „Den gibt es nicht, es sei denn wir benutzen die Fahrbahn.“

Der Polizist, der noch immer die Flasche mit der Salzlösung hoch hält, sagt dazu: „Also ab auf die Fahrbahn! Mein Kollege wird mit unserem Dienstwagen mit eingeschaltetem Blaulicht hinter uns bleiben!“ So geschieht es dann auch. Wir betreten die Fahrbahn und gehen dann in Richtung Praxis des Tierarzt. Die TÄ ist schon voraus gegangen um alles vor zu bereiten. Immer wieder wird kurz angehalten weil ich den Hund abhöre. Aber es gibt keine Veränderung und so legen wir den Weg in etwa 10 Minuten zurück.

Bei dem Haus angekommen in dem die Praxis ist, wird die Platte von dem Kinderwagen herunter genommen und der Hund zunächst in den Röntgenraum gebracht. Dort mache ich mehrere Aufnahmen von dem Tier. Bei der Auswertung, auch der Tierarzt und seine Frau, sowie Herbert mit dabei. Folgendes wird festgestellt: Schädel mehrfach gebrochen, wobei die Knochen sich übereinander geschoben haben. Insgesamt sind sechs Rippen gebrochen, wovon sich eine durch die Haut gebohrt hat. Zusammenfall des linken Lungenflügels. Ob durch das durchbohren des Flügels durch eine Rippe, kann nicht auf dem Bild geklärt werden. Beide Pfoten der linken Seite sind gebrochen, wobei auch hier sich bei der Vorderpfote der Knochen durch die Haut gebohrt hat.

Auf einmal werde ich grob zur Seite geschoben und ein Mann sagt zu mir: „Gehen Sie mal zur Seite! Davon haben Sie doch keine Ahnung! Lassen Sie lieber die Experten da ran! Wo ist eigentlich die deutsche Spezialistin?“ fragt er noch zum Schluss. Auch ich kann rabiat sein und weil ich kurz vor dem Platzen bin schiebe ich den Mann ebenfalls einfach zur Seite: „Die Spezialistin ist da und schaut sich gerade die Röntgenaufnahmen an. Nun machen Sie mal Platz, damit ich weiter machen kann!“

Die Frau des Tierarzt flüstert mir leise ins Ohr während der Mann mich sprachlos anschaut: „Das ist Professor Doktor Heiyyyyyyy! Er leitet hier eine TK in der Stadt. Ich hatte ihn informiert!“ „Mir egal wer das ist! Soll sich gefälligst hinten anstellen!“ antworte ich laut. Da tritt der Professor zu mir, reicht mir die Hand und sagt: „Sie gefallen mir! Mit Ihnen könnte ich Stundenlang zusammen arbeiten. Das gäbe mit Sicherheit einen großen Spaß. Ich heiße übrigens Walther. Mit Tierheim!“ Ich sage auch kurz meinen Namen dann schaue ich schon wieder auf die Aufnahmen. Auch der Professor schaut sich diese genau an.

Dann sagt er: „Wie es aussieht müssen wir wohl die Spritze setzen! Da ist nichts mehr zu machen! Aber Moment mal. Ihr Name ist Gerda und Sie kommen aus Deutschland. Irgendetwas war da doch? Natürlich! Jetzt weiß ich es! OK, fangen wir an mit der Arbeit! Ich helfe gerne bei einer deutschen Spezialistin! Stabilisieren wir ihn hier und bringen ihn dann zu meiner TK? Oder machen Sie hier alles? Aber dazu fehlen noch einige Geräte wie zum Beispiel eine Herz Lungen Maschine!“

Damit tritt er an den Tisch auf dem der Hund inzwischen liegt. Ich ziehe mir einen Kittel an der mir vom Tierarzt gereicht wird. Dann trete ich auch an den Tisch und sage dabei: „Wir müssen es hier machen. Sonst überlebt er nicht!“ Der Professor nickt nur mit dem Kopf, dann setzt er eine Narkose. Nach ein paar Augenblicken beginne ich mit der OP, wobei mir nicht nur der Professor sondern auch der Tierarzt nebst Frau und Herbert helfen.
Zunächst behandle ich den zusammengefallenen Lungenflügel und nachdem ich damit fertig bin, werden die Rippen gerichtet. Ein starker Verband wird aufgelegt dann ist die erste Baustelle versorgt. Als nächstes kommt der Schädelbruch dran. Dazu muss die Kopfhaut fast vollständig abgenommen werden. Nur an einem kleinen Hautzipfel bleibt sie mit dem Rest verbunden. Anschließend untersuche ich peinlich genau die Brüche der Schädelbasis, damit kein Knochensplitter ins Gehirn gelangt. Auch untersuche ich die Haut, die das Gehirn vor direkter Berührung mit den Schädelknochen schützt, ob diese irgendwo Schaden genommen hat. Doch das ist zum großen Glück für den Hund nicht der Fall.

Nachdem die Schädelknochen wieder an der richtigen Stelle sind und die Kopfhaut wieder vernäht ist, kommt ein verband um den Kopf des Hundes. Anschließend richten wir zusammen die Pfoten des Hundes. Auch hier werden anschließend mit Verbänden die Pfoten stabilisiert.

Nach fünf Stunden sind wir fertig. „Wenn der Hund die nächsten 72 Stunden übersteht, hat er es geschafft! Aber trotzdem muss er die nächsten Wochen in einem Dämmerzustand verbringen. Jetzt kann er aber erst einmal in die Klinik!“ Da der Wagen der TK schon seit ein paar Stunden vor der Tür steht, wird der Hund auf eine Trage gelegt und vorsichtig zum Wagen gebracht. Kurz darauf fährt der Wagen davon.

Dann wendet sich der Professor an mich: „Entschuldigen Sie vielmals mein Verhalten als ich gekommen bin! Aber Sie sind mir ein bisschen zu jung gewesen als das Sie als Spezialistin gelten. Erst nachdem ich mich erinnert habe wer Sie sind, wusste ich, jetzt kann alles gut werden. Trotzdem war ich erstaunt wie Sie alles gemacht haben und das ohne Spezialgeräte. Ich vermute mal, das der Hund nun überleben wird. Nur wie lange soll er denn in einem Dämmerzustand bleiben? Zwei Wochen werden wohl nicht reichen, nehme ich an?“

Ich nehme seine Entschuldigung an und sage ihm das ich den Hund mindestens 4 Wochen im Dämmerzustand lassen würde. Wieder nickt der Professor mit dem Kopf. „Ich werde es so machen wie Sie es für nötig halten! Wollen Sie noch einmal nach dem Hund sehen?“ Natürlich will ich und so gehen Herbert und ich zu unserem Wohnmobil und fahren, nachdem wir den Professor abgeholt haben, zur TK. Dort legt der Professor noch einen Zugang zur Ernährung des Hundes, dann kommt er wieder auf die Intensivstation.
Da auch die Besitzer des Hundes inzwischen in der TK sind, setzen wir uns zusammen und klären das Paar auf. Auch sagen wir ihnen, das der Hund noch nicht über den Berg ist. Doch ich verspreche ihnen bis Sonntag bei dem Hund zu bleiben um mich um den Hund zu kümmern.

So geschieht es dann auch. Nachdem der Hund über dem Berg ist, untersuche ich ihn noch einmal dann entferne ich das kleine Röhrchen aus der Brust, da sich die Lunge wieder voll ausgebildet hatte. Anschließend redete ich noch etwas mit dem Professor, dann fahren Herbert und ich nach Hause. Spät abends haben wir es endlich geschafft und nachdem ich noch einmal in der TK angerufen habe, gehen Herbert und ich endlich ins Bett. Täglich habe ich mich nun nach dem Hund erkundigt und erfuhr so alles über den Krankheitsverlauf.

Drei Monate später sitze ich in meinem Büro und bin gerade am Telefonieren als es an der Tür klopft. Kurz unterbreche ich mein Telefongespräch und sage „Herein“ als auch schon die Tür auf geht und ein Hund ins Büro stürmt. Laut bellend kommt er auf mich zu. Ich beende mein Gespräch, verspreche aber mich gleich wieder zu melden, dann kümmere ich mich um den Hund. Es ist der Hund aus der Schweiz. Immer wieder legt er mir seine Pfoten in den Schoß und versucht mein Gesicht ab zu schlecken.

Auch die Besitzer des Hundes sind in meinem Büro und erzählen mir, nachdem der Hund sich beruhigt hat, das der Hund vollkommen genesen ist. Nichts hat er von dem Unfall über behalten. Lange haben wir uns Unterhalten. Während der ganzen Zeit saß der Hund bei mir und ließ sich von mir streicheln. Bevor das Paar wieder ging, verabschiedete sich der Hund von mir, indem er mir nun doch durch mein Gesicht schleckte.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #317
Liebe Fans von Gerdas Geschichten

Ich habe ein kleines Problem, bei dem ihr mir sicher helfen könnt. Alle Geschichten die bisher veröffentlicht wurden, sind von Gerda Korrektur gelesen worden. Soll heißen: Einschließlich der Geschichte vom letzten Wochenende hat Gerda alle vorab gelesen und für gut befunden. Die letzten dreißig Geschichten sind ohne Änderung durch Gerda so eingestellt worden wie ich sie geschrieben habe.

Doch die nun folgenden Geschichten, ab der nächsten, konnte Gerda leider nicht mehr vorab lesen und ihr OK dazu geben. Gründe sind bekannt. Ich habe aber noch jede Menge Aufzeichnungen von Gerda, die für Geschichten in den nächsten paar Jahren reichen würden.

Wie schon geschrieben, habe ich noch Material welches von Gerda im Laufe ihrer Zeit niedergeschrieben wurde. Dieses brauche ich nur in lesenswerte Geschichten umwandeln, was ich auch schon teilweise gemacht habe. Nur eben ohne das OK von Gerda. Auch die Tochter Monika kann nicht helfen. Denn Gerda hat selten über ihre Arbeit zu Hause gesprochen. Daher kennt Monika nicht alle Geschichten genau.

Nun meine Frage an euch:

Soll ich auch ohne Gerdas OK weiter schreiben oder soll ich aufhören?

Auf eure Antworten bin ich gespannt und werde natürlich euren Wunsch befolgen.

Gruß Helmut
 
  • Post aus Bayern Beitrag #318
schreib :cool:

l.g.
werner
 
  • Post aus Bayern Beitrag #319
BITTE weiterschreiben!!!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #320
Jaaaa, schreib weiter
 
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