Ich bin nicht so der Anhänger von platten Slogans wie "Katzenfutter muss getreidefrei sein" ... ich weiß, damit ecke ich hier öfters an, denn viele Leute merken sich lieber ein paar Slogans, anstatt sich wirklich zu informieren
Wenn man nicht grade eine Katze mit Glutenunverträglichkeit hat, dann ist es ziemlich wurscht, ob Weizen, Kartoffeln oder Erbsen als Kohlenhydratlieferanten im Futter sind. Es kommt nur auf den Kohlenhydratgehalt an, der dabei rauskommt. Denn Katzen können mit großen Mengen Kohlenhydraten nur sehr schlecht umgehen, da ihr Stoffwechsel von Natur aus an fast kohlenhydratfreies Futter gewöhnt ist.
Klar ist Getreide der Kohlenhydratlieferant Nr. 1, weil am billigsten. Aber wenn ein Hersteller das Getreide nur 1:1 durch Kartoffeln ersetzt (und dann werbewirksam "getreidefrei" auf die Packung schreibt), dann ist in Sachen Kohlenhydrate nix gewonnen. Gemüse enthält zwar weniger Kohlenhydrate, aber wenn genug davon drinnen ist, dann kommt genauso Mist raus.
Und wie gesagt, der Kohlenhydratgehalt (genauer gesagt, der Anteil verdaulicher Kohlenhydrate oder NfE) in diesem Futter liegt grob bei 25%. Das kann man ausrechnen, indem man den Rohprotein-, Rohfett-, Rohfaser-, Rohasche- und Feuchtigkeitsgehalt zusammenzählt und das Ergebnis von 100% abzieht. (Wenn der Feuchtigkeitsgehalt in den Analysewerten nicht angegeben ist, dann kann man 10% als handelsüblichen Wert annehmen.)
Ein Kohlenhydratgehalt von 25% ist für ein Trockenfutter so mittlere Qualität. Besser als die KH-Bomben aus dem Supermarkt mit 40-50% KH, aber schlechter als Futter, bei dem ausdrücklich ein niedriger Kohlenhydratgehalt angestrebt wird. Guck dir mal die "Natural Cat"-Produktlinie von Power of Nature an (
http://www.cats-country.de/de/fuer-Katzen/Katzentrockenfutter/Power-of-Nature-Natural-Cat ), die kommen auf 3-6% runter - das sind dann Regionen, die für Katzen "natürlich" sind.