Lieber Helmut ,
auch mir tut alles sehr leid , ich würde auch gerne die Zeit zurückdrehen .
Eine kleine Geschichte :
Im April 2011 streunte eine Katze um das Haus , schaute immer wieder zur Tür herein , traute sich aber nie herein .
Mein Vater damals 84 und pflegebedürftig , saß in seinem Nachtstuhl ( ähnlich wie Rollstuhl ) . Er rief mir , immer wieder : laß doch das Kätzle rein .
Ich machte die Tür auf , doch jedesmal verschwand sie . Er vesuchte sie immer mit Miau - Rufen zu locken , das war lustig , doch das Kätzle kam nie .
Am 9.9.2011 um 2 Uhr 30 fand ich nachts meinen Vater tot im Bett , alle Wiederbelebungsversuche schlugen fehl , der Notarzt wollte noch etwas tun aber wir lehnten ab . 84 Jahre und ein Pflegefall was soll da noch besser werden , also liesen wir meinem Vater die Ruhe die er sich wünschte .
Mein Mann setzte sich ins Wohnzimmer weil er es nicht begreifen konnte .
Auf einmal rief er : schnell kuck das Kätzle ist da .
Sie kam so selbstbewußt zur Tür herein , machte einen Rechtsschwenk und lief zu meinem Vater unter sein Bett . Sie kam erst wieder hervor nachdem mein Vater morgens um 7 Uhr geholt wurde .
Seit diesem Tag folgte sie mir auf Schritt und Tritt . Wir alle waren ein Herz und eine Seele ,die bedingungslose Liebe . Am Sonntag vor drei Wochen wurde sie nun ,von einer zweibeinigen Kreatur , mit
E 605 vergiftet . Sie ist nun bei meinem Vater und meinen anderen , so vermissten Tieren . Einen Tag nach Ihrer Beerdigung fanden wir eine Feder auf der Hecke , die gleiche Zeichnung wie ihr Gesicht .
Glaube mir sie ist nicht nur im Herzen , sie ist hier , nur auf anderer Ebene .
Ein in Trauer mit Dir Verbundener .
Wir müssen leider damit leben .
