Ich habe kürzlich Fellproben meiner Kater für eine Organanalyse an eine THP geschickt. Ich muss zugeben: Ich bin sehr skeptisch ob der Aussagekraft einer solchen Methode. Aber ich bin trotzdem auf die Ergebnisse gespannt! Gewisse Werte die man ansonsten über das Blut bestimmt wären hier nur über eine Narkose möglich, ich bin also die erste die Beifall klatscht wenn es so auch möglich ist. Als einzige Diagnostik oder Behandlung würde ich es aber nie hernehmen, ich denke es sollte Hand in Hand mit der Schulmedizin einhergehen. Ich werde berichten wenn die Ergebnisse da sind, schlimmstenfalls habe ich ein paar Euro verloren- wir bekamen einen Mitleidspreis für die Untersuchungen.
Dass sich jeder, der Bock drauf hat, THP nennen darf, ist euch allen aber bewusst? Ich könnte mir das jetzt einfach aufs Revers schreiben und - schwubs - irgendwelche Untersuchungen anbieten, euch Geld dafür aus der Tasche ziehen und euch IRGENDWELCHE Pillchen unterjubeln. Und ich wette, es würde funktionieren. Klar, bei einigen nicht, aber bei vielen würde es klappten, weil ja WEDER
ich NOCH die
Kügelchen ursächlich etwas mit dem Heilungsprozess zu tun haben, es wirkt lediglich der Placebo-Effekt, also das sich-mehr-und-intensiver-um-das-Tier-kümmern und die natürlichen Heilungskräfte des Organismus.
Wenn man ein bisschen Instinkt hat, kann man den Menschen da echt viel Geld aus der Tasche ziehen und das ist es, was mich so ärgert - dass die Not und Hilflosigkeit von Menschen ausgenutzt wird. Für mich ist das ähnlich kriminell wie das, was Kirchen/Sekten im Namen ihres Glaubens anderen antun.
Und nein, ich finde nicht, dass man das den Leuten "lassen" soll, wenn es ihnen doch nicht schadet - denn das ist und bleibt Betrug und das auf Basis einer millionen- wenn nicht milliardenschweren Industrie, die die Leichtgläubigkeit der Menschen schamlos ausnutzt.
Homöopathika sind nachweislich völlig wirkungslos und können daher über den Placebo-Effekt hinausgehend nicht wirken - wie denn auch? Sie enthalten ja KEINERLEI Wirkstoff! Die Gewinnspanne ist unfassbar hoch, zumal man ja auch keinerlei Untersuchungsreihen im Vorfeld braucht, keinerlei Forschung etc. Und trotz gegenteiliger Beteuerungen gibt es bis heute keine reproduzierbare Studie, die die Wirksamkeit von Homöopathika über den Placebo-Effekt hinaus belegt - wieso nicht, wo es doch angeblich so vielen Leuten hilft. Auch dazu steht übrigens etwas in den zuvor eingestellten Links. Und dazu hat ja auch Frau Grams sehr, sehr viel geschrieben.
Und was ich auch wirklich schlimm in dem Zusammenhang finde, ist die Tatsache, dass man z.B. Kinder weismacht, dass sie bei jedem kleinen Wehwehchen nur mal einem schnell "was einwerfen" müssten und schon gehe es ihnen besser. Was lernen diese Kinder? Nicht etwa, dass es körpereigene Heilungskräfte gibt oder dass man mitunter auch mal etwas Schmerzen aushalten kann und sollte, nein, sie lernen, dass man für alles ein "Mittelchen"
braucht. Ich finde schlimm, wenn man Kindern so etwas vorlebt. Hier mal ein Tipp einer Hebamme:
[...] Ist es gestürzt und hat sich verletzt, braucht es liebevollen Trost, ein Pflaster und eventuell ein Cool-Pack. Ist es sehr überdreht und unruhig, hilft vielleicht eine Runde Kuscheln und Vorlesen auf dem Sofa. Hat es unspezifische Bauchschmerzen, nützen womöglich eine Wärmflasche oder das Herumtragen im Fliegergriff.
Wer in diesen und ähnlichen Situationen seinem Kind Globuli verabreicht, wird bei ihm damit letztlich nur den Eindruck erwecken, dass jegliche körperliche Beschwerden der medikamentösen Intervention bedürfen - meiner Ansicht nach eine ausgesprochen fragwürdige Botschaft.
Natürlichkeit neu zu denken heißt für mich aber auch, das in seinem Wohlbefinden beeinträchtigte Kind gut zu beobachten und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann ein Besuch beim Kinderarzt nötig ist:
Ein Kind, das gestürzt ist, könnte z.B. außer der Blessur am Knie auch eine Gehirnerschütterung haben. Unspezifische Bauchschmerzen könnten eine Mittelohr- oder Blasenentzündung kaschieren. Unruhezustände oder Apathien könnten den Beginn eines ernsten Infekts markieren.
Wer seinem Kind in solchen Situationen erstmal Globuli gibt und auf die Wirkungsentfaltung wartet, könnte leider auch unnötig Zeit verstreichen lassen, die das Leid des Kindes verlängert oder seine medizinische Behandlung verkompliziert.
Wer sein Kind liebt, möchte es verständlicherweise vor Unwohlsein und Leid beschützen bzw. solche Zustände möglichst schnell beenden. Leider gibt es aber nicht für jeden Zustand schnelle Abhilfe in Form eines Kügelchens oder einer Tablette – diese Erkenntnis trifft junge Eltern oftmals zum ersten Mal hart, wenn sie hilflos miterleben, wie ihr Baby sich vor Bauchschmerzen krümmt und nichts dagegen wirklich hilft. [...]
Quelle
Wegen all diesen Dingen sehe ich es als höchst kritisch an, anderen gegenüber homöopathische Mittelchen anzupreisen und ihnen zu raten, diese anzuwenden.