Naja Heike bei Katzen kann man rational denkende Menschen überzeugen.
Aber eine Krankheit ist nicht rational.
Da geht es um Ängste, Hoffnungen und manchmal auch Versuche darauf zu reagieren.
Das mag bei manchen Menschen ein Grund sein, dass sie alle möglichen Dinge ausprobieren und jeden Strohhalm ergreifen. Aber ich glaube nicht, dass dieses Argument auf jeden zutrifft.
Ich denke durchaus, dass ein Punkt (nicht in allen Fällen, aber doch immer wieder) der hier schon genanntewurde, ist, dass man einfach nicht weiß, was Homöopathie eigentlich ist, sondern sie mit Kräuterheilkunde oder allgemein Naturheilkunde in einen Topf wirft.
Mir ging es zumindest so.
Man hört und liest nur (Beispiel): Zur Wundheilung hilft Arnica. Genauso, wie man irgendwann erklärt bekommen hat: wenn du Kopfschmerzen hast, dann nimm eine Aspirin Tablette. Ich habe das nicht hinterfragt und bin lange davon ausgegangen, dass es sich hier um den Wirkstoff aus der Pflanze Arnica handelt, der eben die Wundheilung unterstützt (... und das Pflanzen eine heilende und beschleunigende Wirkung bei der Heilung haben können, habe ich nie in Frage gestellt). Genauso wenig habe ich jemals hinterfragt, wie und warum denn nun die Aspirin bei Kopfschmerzen helfen sollen.
Kurz und gut: ich habe es also erst einmal so hingenommen, dass Homöopathie wirkt.
Irgendwann habe ich mich dazu entschieden einen Fernkurs in Katzenverhaltenstherapie zu machen und dieser Fernkurs enthielt dann auch eine Einführung in die Homöopathie und die Bachblütentherapie.
Ich bin ehrlich, ich habe ziemlich schwer geschluckt und konnte mich mit dem Prinzip der Wirkweise nicht wirklich so recht anfreunden.
Ich habe das Thema für mich dann erst einmal auf die Seite gelegt (und Punktabzug bei meiner Abschlussprüfung kassiert, weil ich darauf verzichtet habe bei den fiktiven Verhaltensberatungen Bachblütenmischungen zu empfehlen

).
Letzens bin ich aber zufällig über das von Heike verlinkte Buch gestolpert und habe mir gedacht, jetzt will ich aber doch mehr wissen.
Also habe ich mir dieses Buch und ein Buch pro Homöopathie bestellt und mich ein bisschen eingelesen.
Und naja, was soll ich sagen: Mit ein bisschen Hintergrundwissen bin ich mittlerweile mehr als skeptisch. Allerdings ist das durchaus nur eine persönliche Meinung, denn wenn man nur lange genug sucht, dann findet man die Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie belegen, die, die belegen, dass sie nicht über den Placebo-Effekt hinausgehen und die, die beide Arten von Studien als falsch durchgeführt oder (im Falle der Metastudien) als falsch zusammen gestellt und ausgewertet hinstellen.
Meine persönliche Logik kann den Kritikern der Homöopathie auf jeden Fall für den Moment mehr abgewinnen und ich persönlich empfinde es auch als durchaus richtig, dass ein Medikamentenhersteller erst einmal die Wirksamkeit (inklusive Nebenwirkungen) eines Medikaments belegen muss, bevor es verkauft werden darf.