Also, dass ich jetzt sogar auf Grund dessen was ich schreibe für jung gehalten werde, gibt mir doch sehr zu denken...

Aber man ist tatsächlich immer jung genug, um seine Einstellung zu ändern, wenn man das bloß will.
Na ja, liebe Claxx, nicht dass ich dir nicht Recht geben würde, aber ich weiß nicht, ob man mit einer Grundsatzdiskussion irgendwohin kommt. Grundsätzlich lassen sich Ideale nie mit der Wirklichkeit vergleichen, aber gibt man sie auf, nur weil man sie nicht umsetzen kann, hat man auch keine Ziele mehr und die Messlatte sinkt. Setzt man die Messlatte hoch (Ideale), ist man zwar permanent unzufrieden (schlecht für den Seelenfrieden und auch für die Mitmenschen), aber das ist auch ein wesentlicher Antrieb weiterzukämpfen.
Zufriedene Menschen kämpfen kaum noch. Ist zwar auch ein erstrebenswerter Zustand, aber auch einer, der nichts verändert.
Der Weg ist - meiner Meinung nach - sich nicht komplett runterziehen zu lassen sondern einfach weiterzumachen.
Ich will auch nicht der Erlöser sein und alle Inselkatzen retten. Ich vergleiche mich nicht mit einem Ideal. Aber ich lese die vielen PS-Threads hier im Forum und sehe, wieviel andere tun und dass ich das alles nicht kann. Ich weiß für mich, dass ich auch nicht dafür gemacht bin. Ich habe weder das Wissen noch die Kompetenz noch die Mittel (Platz usw.), um das alles zu geben, was viele andere hier im Forum tun. Ich würde gerne, aber ich weiß, dass ich es nicht kann. Das schützt mich aber nicht davor, dass es mir nicht leid und weh täte.
Wenn ich zum Beispiel an den kleinen Ginger-Boy denke. Ich könnte ihn nur richtig pflegen, wenn ich ihn mit in die Wohnung nehmen würde. Aber das kann ich nicht. Ich habe keinen Platz dafür und ich würde meine eigenen drei Katzen gefährden. Doch selbst wenn ich ihn aufnehmen würde und mit aller Hilfe vom
Tierarzt auch diesmal retten würde, er würde immer eine kleine empfindliche Katze bleiben, empfänglich für alle Krankheiten. Er war von Anfang an der Schwächste und ich glaube einfach, dass sein Immunsystem nicht stark genug ist. Ich sage nicht, dass diese kleine Seele es nicht wert wäre, dafür zu kämpfen, aber ob ich das leisten kann, das ist halt meine Frage. Kann ich nicht. Dass ich aber die Macht habe abzuwägen, das bleibt einfach ein moralisches Problem und das tut einfach weh. Ist ja nicht so, dass ich der Realität gegenüber blind wäre... Ich kann aber auch nicht mit einem zufriedenen Gewissen sagen: dies kann ich und jenes kann ich nicht. Ich sage, jenes kann ich nicht; das schlechte Gewissen habe ich trotzdem. Und damit muss ich leben.
Und nun muss ich leider los. Würde gerne noch mehr Gedanken aufschreiben, aber wir sind zum Abendessen eingeladen. sorry!