Hier kommt mein Bericht von der letzten Griechenlandreise. Ich bin gerade eben wieder zurückgekommen. Jemand aus dem Forum hat mich begleitet. (Danke!

)
Ich erzähle mal in chronologischer Reihenfolge, was passiert ist.
Hingefahren bin ich mit dem Minimalziel, die drei Minis abzuholen und einen besonders kranken Kater zu finden und einzusammeln, der die Herzen vieler Menschen berührt hat. Samurai ist mager, hat neurologische Probleme und noch dazu riesige Angst vor anderen Katzen und vor Menschen, es sei denn, sie sprechen lange sehr nett mit ihm. Auf der Straße ist das Leben für ihn ein einziger Spießrutenlauf und wo andere Straßenkatzen wenigstens noch den sozialen Zusammenhalt haben, hat Samu nur Angst. Deswegen war er ein Kandidat zum "Mitnehmen". Fraglich war aber, ob er die Zeit seit meinem letzten Besuch überhaupt überlebt hatte.
Und dann direkt am ersten Tag lief er mir in einer Nebenstraße über den Weg. Auto geparkt, Box geschnappt, mit Futter gelockt... eingetütet.
Hier der Bericht:
Samurai lebt. Und ist eingeboxt. Er ist jetzt bei der Tierärztin. Er kommt in Narkose, er ist am ganzen Körper von Wunden übersät, die gereinigt werden müssen, einige Zähne sind rott und kommen raus und kastriert wird er dann direkt auch noch. Großes Programm für einen schwachen Körper, aber Wunden und Zähne sind beides jeweils dringende Sachen.
Er ist superängstlich, faucht und schreit bei jeder Situationsveränderung, aber sobald er merkt, dass man es gut mit ihm meint, fängt er an zu schmusen und treteln.
In die Box ging er von alleine nicht, ich musste ihn dafür in die Hände nehmen und hochheben. Das hat er anstandslos mitgemacht.
Wenn er jetzt alles übersteht, wartet ein Leben in Sicherheit auf ihn.
Samurai bei der Tierärztin:
Am 10. Juli ging es weiter:
Die rote Katze Aliki ist bei der Tierärztin zur Kastration. Morgen Abend hole ich sie ab. Ich weiß wo ihre Jungen sind und kann sie füttern. Sie sind sehr scheu und leider vom Katzenschnupfen sehr mitgenommen.
Später am Tag:
Auf Samurai hab ich vorhin einen Blick geworfen beim Bringen von Aliki. Er hat die Narkose gut verpackt und lag mit unterschlagenen Pfoten in der Aufwachbox, war noch nicht wieder ganz "da", aber machte einen entspannten Eindruck und so als wäre er mit der Situation ganz einverstanden. Ich denke er ist einfach nur froh ein Dach über dem Kopf zu haben. Selbst wenns das einer Tierarztpraxis ist.

Für ihn freue ich mich. Er hatte auf der Straße überhaupt nichts Gutes, nur riesige Angst, Schmerzen und Hunger. Die anderen Katzen haben wenigstens einander und ziehen da auch viel Lebensqualität draus.
Dass Aliki kastriert wird ist ebenfalls gut. Sie ist eine der stärksten Schnupfenkatzen und die Kitten sind entsprechend krank.
Cara habe ich gesehen, die beim letzten Mal kastriert wurde und sie sieht richtig gut aus.
11. Juli:
Gerade bin ich mit den drei Minis und der schwarz-weißen Katze auf dem Weg zur Tierärztin. Die Katze wird kastriert. Ich weiß in welcher Ecke sich ihre Kitten aufhalten und füttere sie in der Zeit.
Die Minis sehen gut aus, sind groß geworden.
Heute Nachmittag bin ich mit A. verabredet. Wir werden von einer ihrer Futterstellen die ersten Katzen holen und kastrieren lassen.
Die Inseltierärztin hat den Preis pro Kastra nochmal erheblich verringert. Ich kann jetzt insgesamt 20 Katzen kastrieren lassen, vielleicht mehr.
Die Minis
Samurai im zusammengebastelten Eingewöhnungskäfig:
11. Juli, 21 Uhr:
Aliki und Eleni haben wir eben von der Tierärztin abgeholt (im Tausch gegen drei Katzen, die wir zur Kastration hingebracht haben). Beide haben im Auto um die Wette gemaunzt, sind noch minimal müde, aber sonst fit. Morgen früh dürfen sie wieder raus.
Ich steh gerade an der Futterstelle und gucke den anderen beim Fressen zu.
12. Juli
Fotos von meiner Futterstelle
Fotos von tiger_bandes Futterstelle:
Mutterkatze mit Kitten
Ein Kitten von Aliki, der roten Katze. Aliki ist jetzt kastriert, heute morgen habe ich sie an die Futterstelle zurückgesetzt. Ihre Kitten haben starken Katzenschnupfen.
Dieses Kitten hat ein stark entzündetes Auge.
Das andere Kitten von Aliki, am wenigsten scheu von allen Kitten
Aliki und Melina teilen sich die Kittenaufzucht. Hier Melina mit einem Kitten von Aliki.
Hier liegt Cara (im Mai kastriert) mit ihrem Freund im Schatten. Sie ist in einem sehr guten Zustand.
Caras Freund hat einen Abszess an der Wange. Abszesse sind hier eine der häufigen Todesursachen bei Katern, wenn sich Blutvergiftungen entwickeln.
12. Juli, abends
Eleni heute Morgen nach der Kastration gestern. Es ist alles gut gelaufen, beide Katzen sind fit. Meinem Eindruck nach macht die Tierärztin eine 1a Narkose, die Katzen sind sehr schnell wieder auf den Füßen. Eleni hat die ganze Aktion auch nicht erschüttert, sie hat direkt wieder angefangen zu schmusen, sobald sie aus der Box raus war. Aliki ist scheu und lässt sich jetzt erstmal nicht blicken.
Samurai
Die Wunden sind gereinigt
12. Juli, abends
Nachdem die Inseltierärztin mir mit dem Kastrapreis so weit entgegen gekommen ist (38,50 Euro pro Katze), habe ich spontan entschieden eine weitere Futterstelle durchzukastrieren. Und zwar aufgrund des schlimmen Zustands in dem viele Katzen dort sind. Dort wird gefüttert, aber nur 3 von 16 weiblichen Katzen sind kastriert. Durch das Futter überleben auch die kranken Katzen und der Infektionsdruck in der Gruppe ist gigantisch hoch.
Gestern kamen von dort die ersten drei Katzen zur Tierärztin. Sie werden kastriert und die Tierärztin checkt auch die Zähne. Aufgrund des Katzenschnupfens haben die Katzen oft Zahnprobleme. Wenn sie dann schon mal in Narkose sind, kann man ihnen wenigstens damit punktuell helfen. Ich habe Fotos von der ganzen Gruppe gemacht.
Teil 1 von 3 dieser Fotos:
Teil 2 von 3:
Teil 3 von 3:
13. Juli
Aliki war heute Morgen auch beim Füttern dabei. Wohlauf und mit Kohldampf.

Drei Katzen sind bei meiner Futterstelle noch unkastriert. Die beiden Bunten sind extrem misstrauisch. Die Augenkatze hat sich noch nicht blicken lassen.
Von der anderen Futterstelle bringen wir gerade weitere drei Katzen zur Kastration. Eventuell vier. Bei einer ist nicht klar ob sie schon kastriert ist, das Ohr wurde gekappt, das ist aber durch Krebs nicht mehr zu erkennen.
Vier Katzen sind bei der Tierärztin, zwei davon rollig. Das lohnt sich.
Die drei von vorgestern sind wieder an der Futterstelle.
Heute Abend geht es mit Fangen weiter. Wenn der Kater mit dem Abszess mir den Gefallen tut und in die Box geht, kommt er direkt mit zur Tierärztin.
13. Juli
Heute haben wir vier Katzen zur Kastration gebracht und drei abgeholt. Diese sind es:
Katze 1 von der zweiten Futterstelle, wird heute kastriert.
Katze 2, gleiche Futterstelle
Katze 3
Katze 4, ebenfalls von der Futterstelle, lief uns auf dem Weg zum Auto in die Arme und wurde direkt eingesammelt.
Und diese drei sind wieder Zuhause.
Noch in der Klinik
Nassfutter-Wasser-Brei zur Stärkung
Wieder Zuhause.
Auch Aliki hat sich heute wieder blicken lassen.
Und was fürs Herz: Eleni mit ihren drei Kitten.
Die nächste Katze von der zweiten Futterstelle ist gerade bei der Tierärztin angekommen. Sie ist unifarben grau getigert und hat wie so viele da ein Matschauge.
Die vier von heute morgen sind schon kastriert.
Eben habe ich Star gesehen und eingepackt. Sie muss jetzt über Nacht in der Box bleiben und kommt morgen früh zur Tierärztin. Ich bringe sie früh und setze sie dann spätabends/nachts wieder raus. Sie hat Kitten und ich weiß nicht wo sie sind, deswegen versuche ich die Zeit so kurz wie möglich zu halten, aber trotzdem muss Star natürlich sicher ausnüchtern. Ich mache das so nicht gerne, die Kastration aufzuschieben kommt wegen ihrem Auge aber auch nicht in Frage.
Der Kater mit dem Abszess kommt morgen dann auch mit. Heute Nachmittag war er nicht da.
14. Juli, 7.30 Uhr
Wir warten mit Star vor der Praxis. Man hört den Katzenschnupfen bei jedem Atemzug, sie röchelt und hustet.
Eine der vier Katzen, die gestern kastriert worden sind, ist wieder an der Futterstelle 2 (
Schildpatt, siehe Foto), die anderen drei nehmen wir gleich mit.
Die Getigerte von gestern (Foto) und Star holen wir heute Abend ab.
Der Kater mit dem Abszess ist nicht dabei, heute morgen hat ein Hund die Katzen verscheucht. Wir gucken heute noch ein paar Mal zur Futterstelle, wenn er da ist packe ich ihn ein.
Die Getigerte von gestern Abend - Katze 8 von Futterstelle 2
Die Schildpattkatze (Katze 4) zurück an der Futterstelle
Star bei der Tierärztin
Das eine Auge ist verrutscht und müsste entfernt werden. Da Star ja aber Kitten hat, die ich nicht finden konnte, muss sie schnell wieder raus gesetzt werden. Daher kann das Auge erst beim nächsten Mal operiert werden.
14. Juli, nachmittags
Ich habe eben den Kater mit dem Abszess in die Box verfrachtet. Das ist ein echter Brocken, aber ein liebes Kerlchen. Er kommt direkt zur Tierärztin.
Die beiden heute kastrierten Katzen nehme ich dann wieder mit. Star lasse ich heute Nacht raus, die Getigerte morgen früh.
Star hat ihre Jungen irgendwo weiter weg untergebracht. Sie ist selbst auch nur selten bei der Futterstelle.
14. Juli, abends
So, der Kater ist versorgt, der Abszess gespült und weil er einmal in Narkose war, wurde er direkt kastriert. Das sollte ihn von weiteren Revierkämpfen abhalten. Ich find es immer wieder beeindruckend, was für eine Masse an Eiter aus solchen Abszessen kommt. Und ziemlich zufriedenstellend, dass der Sabsch jetzt raus ist.
Die Schleimhäute sind bei ihm schon gelb, die Tierärztin hat ihm Antibiotikum und Steroide gespritzt, letzteres damit er wieder ans Fressen kommt.
Die beiden Katzen habe ich mitgenommen. Auch hier gibt's eine gute Nachricht: Das Matschauge der Getigerten kam durch einen Splitter im Auge. Der ist raus und das Auge wird sich wieder komplett erholen.
15. Juli
Fotos von Futterstelle 2
ungefähr die Hälfte der Katzen an Futterstelle 2
Nach dem großen Nassfutter-Futtern ist allgemeines Putzen angesagt:
Kinderteller:
Familienleben:
Meine neue Freundin.
Ihre Ohren halten die Sonne nicht aus.
Der Abzess-Kater von meiner Futterstelle
Der Abzess wird in Narkose geöffnet und gespült
Ich erspare euch den Zwischenschritt

Danach sieht's so aus. Kastriert wurde er auch direkt.
Heute morgen an meiner Futterstelle:
Wir haben offenbar gestern Blutskatzen/menschschaft geschlossen
Er frisst auch wieder und hat jetzt den Namen Elias.
Von Futterstelle 2 kam heute Morgen die Getigerte zurück an ihren Platz. Wird auch Zeit!
Im Auge war ein Splitter, der entfernt wurde. Jetzt sieht es schon viel besser aus.
Komm, ich zeig dir meine Welt!
17. Juli
Ich bin heute wieder in Berlin angekommen.
A. und A., die die Futterstellen betreuen, haben vor die Kastrationen weiter durchzuziehen.
Die Minis sind bei mir im Bad zur vorläufigen Quarantäne. Nach
FIV und
FeLV-Test ist eine Vergesellschaftung zumindest von einem Mini mit Liza vorgesehen. Erstgeimpft gegen Katzenschnupfen und -seuche sind sie bereits.
Es gibt aber auch taktische Randüberlegungen, denn: Liza hat zwei Anfragen. Wenn sie zeitnah auszieht, würde ich kein Mini mehr zu ihr setzen. Dann bleiben die drei Minis bis zur Vermittlung zusammen. Wenn aber aus den Anfragen nicht sehr bald eine Vermittlung folgt, bekommt Liza Gesellschaft. Es wird jetzt wirklich Zeit.
Das entscheidet sich in dieser Woche.
Die Minis sind gesundheitlich fit, haben die Reise größtenteils gemütlich verschlafen und toben jetzt gut gelaunt im Bad. Sie sind gegen Flöhe, Milben und Würmer behandelt, fressen Nassfutter wie kleine Fressraupen, sind unbekannten Menschen gegenüber etwas vorsichtig, aber wer sie mit Kaustangenstückchen besticht, den_die schließen sie sofort in ihr kleines Kittenherz. Alle drei sind kleine Schnurr-Schmusetiger und haben den Liebreiz natürlich für sich gepachtet.
Protest beim Reiseantritt
Schlummern in der Reisetasche
Toben im Bad
Samu (kurz für Samurai) kommt nach D, sobald seine Tollwutimpfung greift. Er hat einen Einzelplatz bei einer Pflegestelle in Dresden, dort kann er am Alltag teilnehmen und mit im Bett schlafen. Samu hat große Angst vor Artgenossen und ist sehr menschenbezogen. Daher ist das für ihn im Moment ideal – in Sachen mögliche Vergesellschaftung gucken wir dann weiter, wenn er fit ist.
Er hat starken Juckreiz, kratzt und putzt sich selbst blutig. Der erste Verdacht zielt auf Parasiten, dagegen ist er nun behandelt. Ich habe den Eindruck, dass es besser geworden ist. Die Gleichgewichtsschwierigkeiten sind noch da, aber milder als ich sie im Juni beobachtet habe. Vielleicht hängt es auch mit dem starken Milbenbefall zusammen. Katzenschnupfen hat er nicht, die Zähne sind nun saniert – bis auf den Juckreiz ist er fit und muss nur ein paar Kilo zunehmen, aber da er einen riesigen Appetit hat, sollte letzteres wirklich kein Problem sein.
Hunde von Andros, die ein Zuhause suchen (bei Interesse bitte melden, dann erfrage ich mehr Informationen):
Streuner, Rüde, ca. 9/10 Monate alt, wird auf der Straße gefüttert:
Hündin, ehemalige Streunerin, von tierlieben Menschen vorerst aufgenommen, ca. 5 Jahre alt, freundlich, verträglich mit Katzen:
Und das Abschiedsbild dieser Reise:
Aliki (kastriert, siehe frische Kennzeichnung am Ohr) mit Sohn Elias (kastriert) und Töchterchen vom Mai.
Für mich beginnt jetzt eine intensive (Job-)Arbeitszeit, ich werde mich also etwas rar machen (müssen). Bitte habt Verständnis, wenn ich möglicherweise mit ein paar Tagen Verzögerung antworte.
Es gibt auch noch einiges von der Reise aufzuarbeiten, ich versuche das so bald wie möglich zu machen.
Das war es für dieses Jahr mit Griechenland-Reisen. Ich werde mich jetzt um die anstehende Vereinsgründung kümmern. Und natürlich um die Versorgung und Vermittlung von Liza, Haribo, Destiny, Muppet und Samu. Anfang nächsten Jahres geht es dann mit der nächsten großen Kastrationsaktion weiter.