Artgerechte Haltung von Katzen

  • Autor des Themas yodetta
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S

Schneeleopard

14.015
135
@yodetta
Ok, und das wäre für mich halt nicht artgerecht und, mmh, nicht schön
für die 3. Sie sind auf deine "Gunst" angewiesen". Sei es das sie raus dürfen, das sie mit dir spielen dürfen.


Katzenklappe wär für mich ein absolutes Muss. Wenn ich einen Freigänger hätte, würde ich keine ruhige Minute haben, ohne Klappe.
 
abvz

abvz

Patin
3.769
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Ich wollte mit meiner Frage darauf hinaus, das
der Freigang vom menschen abhängt. Nur wenn der da ist, Zeit und Lust hat, darf Mietze raus. Sonst nicht.
Nicht falsch verstehn, aber da ja hier fast schon drauf plädiert wird, nur Katzen anzuschaffen die auch freigang bekommen, sollten diese den dann auch frei wählen.
(Vorweg: ich spreche in dieser Diskussion natürlich nur für mich und über meine Ansichten. Wenn ich über andere oder allgemeine Ansichten schreibe versuche ich das deutlich zu nennen.)

Wie ich ja schrieb ist gute Haltung nicht gleich freier Wille.
Und ja meine Beiden würden gerade im Sommer bestimmt mehr Freigang genießen wollen als ich es zulasse. Deshalb versuche ich den Rest der Zeit dieses nicht befriedigte Bedürfnis zu kompensieren. Das obwohl sie täglich etwa 4-6 Stunden Freigang haben. Bedenkt man nun den durchschnittlichen! Aktivitätszeitraum erwachsener Katzen sollte das adäquat sein.
Ich gehe ja auch gerne aus oder habe Besuch, das ist aber nicht 24/7. Auch Katzen die die Wahl haben sind nicht 24h draußen (Ausnahmen kanns auch da natürlich geben).

Meiner Meinung nach ist ein Tier was Freigang braucht als Teilzeitfreigänger deutlich besser aufgehoben als in guter Wohnungshaltung mit Balkon.
Ergänzung ()

Ich habe FÜR mein Sternchen gelebt, war da/ kein Urlaub/
Wir waren im übrigen auch noch nicht länger weg wegen der Katzen. Da eben mal Futter reinschmeißen nicht fair ist Freigängern gegenüber. Für kurzzeitige Aushäusigkeit wohnt ein guter Freund hier den die seit Jahren kennen und der ihnen das Umfeld bietet was sie gewohnt sind.
 
yodetta

yodetta

Moderator
27.759
491
Ok, und das wäre für mich halt nicht artgerecht und, mmh, nicht schön für die 3. Sie sind auf deine "Gunst" angewiesen". Sei es das sie raus dürfen, das sie mit dir spielen dürfen.
Das kannst Du so sehen.

Natürlich sind sie auf mich angewiesen. Meine Kater würden draußen auch wohl nicht überleben.
Zumindest die beiden Oris würden bestimmt verhungern.
Und ansonsten ja, sie müssen "darauf warten" bis ich Zeit und Lust habe, sie zu bespielen.
Gott sei Dank beschäftigen die Oris sich miteinander indem sie sich gegenseitig fangen oder erschrecken, belauern und bejagen und manchmal hier echt das ganze Haus unsicher machen, manchmal den Garten noch mit.
Und Smee verschafft sich eben draußen seine "Bespaßung".

Geknutscht und beschmust werden alle Drei übrigens täglich.
 
S

Schneeleopard

14.015
135
Nicht das man mich falsch versteht ;)
Jede Katze die ein liebevolles Zuhause hat, umsorgt und geliebt wird, ist eine Katze weniger, die im TH ihr dasein fristet oder als Streuner ihr Leben meistern muss.
Egal, ob kleine Wohnung, Balkon oder Freigang.
Wenn ich mir hier die Berichte durchlese, die Fotos anschaue, merke ich doch, wie viel Liebe da drin steckt/ die Sorgen und Ängste/ ect.
Da werde ich nicht hingehn und sagen: Aber es wäre artgerechter wenn Freigang möglich ist. Die Dosis die dahinter stecken, tun alles für ihre Mietze. Und das find ich unheimlich wichtig.
Natürlich kann man keinen Hardcorfreigänger einsperren. Den sollte man natürlich nicht in Wohnungshaltung halten.

Und, es gibt (find ich) keine artgerechte Haltung von Katzen.
Selbst die die meinen ihren Katzen etwas gutes zu tun, in dem sie sie zeitweise rauslassen, halten ihre Katzen (nach der Diskussion) nicht artgerecht.
Aber das würde ich nicht bemängeln oder kritisieren.
Oder sagen, reine Wohnungshaltung ist nicht artgerecht. Das steht mir und keinem anderen zu.
 
_hannibal_

_hannibal_

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Und, es gibt (find ich) keine artgerechte Haltung von Katzen.
(y)

Ich glaube immer noch, dass es nur Artgerecht ist, wenn der Mensch nicht eingreift. Löwen in der Savanne, Eisbären in der Arktis, Papageien im Regenwald.... Das ist für mich Argerecht, mit allem was dazu gehört. Fressen und gefressen werden, natürlicher Tod etc...

Wir Menschen können nur versuchen unsere Tiere gut zu versorgen und darauf hoffen, dass sie zufrieden wirken. Sobald man das Gefühl bekommt, es fühlt sich ein Tier bei einem, bzw in der aktuellen Umgebung nicht wohl (dafür gibts genügend Anzeichen) muss ich was ändern, egal wie, oder auch manchmal einen anderen Platz für das Tier suchen.
 
S

Schneeleopard

14.015
135
Und, es gibt (find ich) keine artgerechte Haltung von Katzen.
Selbst die die meinen ihren Katzen etwas gutes zu tun, in dem sie sie zeitweise rauslassen, halten ihre Katzen (nach der Diskussion) nicht artgerecht.
Aber das würde ich nicht bemängeln oder kritisieren.
Oder sagen, reine Wohnungshaltung ist nicht artgerecht. Das steht mir und keinem anderen zu.
Mir steht zu, über dieses Thema zu diskutieren.
.
Vielleicht das ganze zitieren, was dazu gehört. ;) So ist deine Antwort aus dem Zusammenhang gerissen.

Es steht keinem zu, zu bemängeln oder kritisieren, wenn jemand keinen Freigang gewährt oder ne kleine Wohnung hat. Und da zu zusagen, das ist nicht artgerecht.
Diskutieren, kein Thema. Aber nicht sagen: du hälst deine Katze nicht artgerecht.
 
Ankaa

Ankaa

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Aber genau DAS passiert doch nicht in ausreichender Form. Zumindest kann ich es mir nicht vorstellen.
Anka, bitte sag mir, wie viele Stunden Du Dich am Tag mit jeder Deiner Katzen beschäftigst, sie forderst, sie jagen lässt, Gerüche in die Bude schaffst, die sie nicht kennen und so weiter und so fort. Auch noch unter der Berücksichtigung, dass sie alle unterschiedlich sind und alle andere Vorlieben haben.
Und dann sag mir auch noch, seit wie vielen Jahren Du das schon täglich so machst, um sie "psychisch gesund" zu halten.
Wieso soll ich jetzt STUNDEN jeden Tag meine Katzen bespielen? Das ist Quatsch und das weißt du auch selbst und entspricht auch schlicht nicht dem Naturell von Katzen.

Erstmal spielen meine Katzen auch miteinander (wichtiger Punkt auf meiner Liste: keine Einzelhaltung!). Sie jagen sich, sie prügeln sich auch mal, sie putzen sich, .... sie beschäftigen sich auch selber mit Spielzeug, mit erkunden, ...

Und dann spiele ich mal mehr, mal weniger. Abwechslung ist das Zauberwort. Es gibt nichts öderes wenn jeden Tag tagein tagaus zur exakt gleichen Zeit für die exakt gleiche Dauer mit dem exakt gleichen Spielzeug gespielt wird. Katzen mögen Routine - aber gerade diese Routine aufbrechen ist das, was ein Katzenleben interessant macht - auch draußen.

Enrichment ist nicht nur die Anzahl an Kratzbäumen oder Gerüchen. Das Konzept von Enrichment umfasst viel mehr.

Ja, sie kann durch die Wohnung pesen und etwas fangen, oder etwas hinterherjagen.
Und dann?
Die Wände der Wohnung sind jeden Tag gleich, der Geruch ist nahezu jeden Tag gleich, der Katzenkumpel hat vielleicht auch schon resigniert, das Spielzeug riecht wie gestern, die Kratzbäume sind gerade zum Schlafen noch geeignet....
Ziemlich viele Annahmen (resignierter Katzenkumpel) - wieso?

Draußen stehen auch nicht jeden Tag plötzlich neue Bäume da (z.B.). Auch in der Wohnung passiert Abwechslung, schon allein die Gerüche die du als Mensch von draußen mit reinträgst. Vorm Fenster passieren verschiedene Dinge etc. etc. Und deshalb wieder enrichment. Man kann Abwechslung schaffen - wieso muss es denn immer das gleiche Spielzeug sein? Es gibt SO viele Möglichkeiten, aber man muss sich auch darauf einlassen (und nein, dazu muss nicht die Wohnung aussehen wie Disneyland)

Du hast Freigänger im gesicherten Freigang. Dir wird doch auch aufgefallen sein, dass deine Katzen auch draußen eine Routine haben, nicht? Alle Freigänger die ich kenne sind ihr Revier nach einem ganz festen Plan abgelaufen. Unser Nachbarskater kommt jeden morgen auf unsere Terrasse, da kannst du die Uhr nach stellen. Siehe Punkt oben: sie mögen Routine. Und nein, das Draußen verändert sich einfach nicht von Tag zu Tag so signifikant wie ihr das vielleicht denkt (sonst würden sie vermutlich durchdrehen oder abwandern) und die entsprechende Abwechslung kann man auch drinnen schaffen.


Einen FUNDAMENTALEN Unterschied wird es vielleicht nicht geben, aber zumindest könnte die Katze sich draußen bewegen.
ICH würde einen Balkon natürlich sichern, ich würde Aussichtsmöglichkeiten schaffen (erhöte Plätze von denen aus viel zu sehen ist), ich würde eine Wiese basteln, ich hätte eine Wasserstelle auf dem Balkon, ich hätte dort Pflanzen und Versteck-Möglichkeiten, außerdem einen Kuschelplatz. Noch dazu würde ich verschiedene Hölzer ranschaffen, mal eine Tüte Blätter ausschütten oder oder oder...
Ich denke, auf so einem Balkon, hat die Katze schon mehr Abwechslung, als auf der immergleichen Fensterbank. ;)
Ich hatte beides. Einmal eine Wohnung, wo nur die Möglichkeit bestand, Fenster auf und Katze von drinnen auf der Fensterbank. Und dann einen (ungesicherten) Balkon.
Das war schon für die Mietz was anderes. Es waren Blumen, Insekten, Vögel da, die beobachtet werden konnten. Es wurde sich an der frischen Luft in der Sonne gerekelt.
DER Unterschied noch: offenes Fenster war EG (viel mehr zu schaun, was draussen denn so passierte) und Balkon in der 2.ET. Da konnte dann nicht soviel beobachtet werden, was draussen passierte.
Da ist es wieder, das "an der frischen Luft die Beine vertreten". Verschiedene Aussichtsmöglichkeiten...die aber trotzdem jeden Tag gleich sind. Gerüche und Geräusche, denen sie ja dann doch nicht nachgehen können. Anderswo schriebst du mal, dass es für Katz doch furchtbar frustrierend sein muss, wenn man jagdspiele mit ihr spielt und sie nie zum Erfolg/Abschluss kommt - kommt sie am Balkon auch nicht. Und ich frag nochmal, Hand aufs Herz, aber was du machen würdest (Blätter, Hölzer, Wiese, ....) machen die alleralerwenigsten.

Die Nase in den Wind halten, Ohren spitzen und lauschen, in der Sonne liegen, .... können unsere auch. Und dann auch noch an unterschiedlichen Fenstern mit ganz unterschiedlichen Aussichten. Unsere kontrollieren so auch ihr Revier.

Ihr müsst euch mal entscheiden, entweder es sind "Tiere" mit Instinkten - welche man umleiten kann - oder sie sind eben doch mehr ("das macht ihnen Freude"), dann kann man aber nicht darauf pochen, dass sie ihre Instinkte ausleben müssen.

Ich glaube im Endeffekt ist es immer eine Beruhigung des eigenen Gewissens und weniger eine WIRKLICHE Befriedigung vermeintlicher kätzischer Bedürfnisse.

Später mehr, muss jetzt erstmal auf Arbeit.
 
yodetta

yodetta

Moderator
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Ich kann erst ab nächster Woche wieder mitdiskutieren, da ich ab morgen bis einschl Sonntag, Spätdienst habe und dann kaum online sein werde.
Heute habe ich keinen Bock mehr.:D

Aber das hier,

Anderswo schriebst du mal, dass es für Katz doch furchtbar frustrierend sein muss, wenn man jagdspiele mit ihr spielt und sie nie zum Erfolg/Abschluss kommt - kommt sie am Balkon auch nicht.
hat sich auf das Spiel mit dem Laserpointer bezogen.;)
 
Ankaa

Ankaa

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Der Vergleich hinkt nicht nur deswegen, weil der Neandertaler nicht unser Vorfahre ist. Auch die verschiedenen Menschenrassen jener Zeit waren schon intelligente Kuturwesen und keine wilden, instinktgesteuerten Tiere. Man müsste da wahrscheinlich eher den Vergleich mit nem Menschenaffen ziehen, die haben zwar nachweislich auch Kulturansätze, aber kaum.
Richtig, der Vergleich zum Neandertaler hinkt, der zu unseren Jäger- und Sammler-Vorfahren, den du gekonnt ignoriert hast, aber nicht ;) Es ging mir konkret um die Aussage, dass Katzen sich genetisch kaum von ihren Vorfahren unterscheiden als Argument, dass sie noch immer wilde instinkt-gesteuerte Tiere sind. Es sind und bleiben domestizierte Tiere.

Ich hab das weiter vorne schon mal gefragt, leider keine Antwort bekommen. Wie würdet ihr das sehen, wenn Menschen wieder anfangen würden sich rein auf ihren Instinkten basierend zu handeln? Wie viele von euch sind für Polygamie? Ja, der Mensch ist ein Kulturwesen...und so sind domestizierte Tiere. Ich schrieb es schon einmal, es sind eben keine instinkt-gesteuerten Maschinen sondern als höhere Säugetiere lernfähige, anpassungsfähige Wesen. Dieses "aber die Instinkte" ist für mich eine biologische Ausrede aus "Bequemlichkeit", die ihnen ihre ganzen nachweislichen kognitiven Fähigkeiten abspricht.

Wie oben geschrieben, ihr müsst euch mal entscheiden, ob es eben nur Roboter sind oder Wesen mit Gefühlen, Bedürfnissen etc.
Ergänzung ()

hat sich auf das Spiel mit dem Laserpointer bezogen.;)
Deswegen is das hier EINE Beschäftigung von vielen, die übrigens sehr geliebt wird und man schon beim leichtesten Klappern laut mauzend angerannt kommt. So frustrierend kann das also nicht sein ;)
 
abvz

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Patin
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Gegenfrage:
Was ist bezüglich Katzen "artgerecht"?

Ich kann es ehrlichgesagt nicht beantworten. Denn mit den Lebensbedingungen von Wildkatzen wäre es aufgrund des Dosmetikationsfaktors nicht mehr konform.

Mir stellt sich ernstgemeint die Frage ob man da nicht bei bestimmten extremen Ausprägungen von Rassemerkmalen nicht sogar demnächst mal von verschiedenen Arten sprechen müsste...
Ergänzung ()

Und ich finde die verschiedenen Ansichten nach wie vor spannend.
Das finde ich auch! Auch wenn es recht Zeitintensiv ist mitzuhalten so ist die Diskussion recht konstruktiv. Ab und an wird es emitionsbelastet und doch haben wir schon lange keine so detaillierte und ausgefüllte Diskussion mehr geführt.(y)

Später mehr, muss jetzt erstmal auf Arbeit
Am anderen Ende der Welt ist Bettzeit.:LOL:
 
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virra

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Ne Katze, aber auch ein Hund ist kaum mit dem Menschen vergleichbar. Auch nicht mit dem Jäger und Sammler (kleine Anmerkung: Die Aborigines sind traditionell Jäger und Sammler, ebenso die Buschleute). Die Tiere handeln instinktmäßig. Selbst, wenn sie ein "modernes Leben" führen. Eine Katze MUSS das Ding fangen, wenn es sich bewegt. Ein Hund MUSS seinem dominanten Rudeltier gefallen. Der Mensch konnte und kann sich entscheiden nach dieser oder jener Regel zu leben. Natürlich gibt's durchaus auch instinktive Reaktionen beim Menschen, zb MÜSSEN wir hingucken, wenn wir Augen sehen (könnte ja ein gefährliches Wesen sein, was uns gleich anspringt) - allerdings nur, wenn wir nicht drüber nachdenken und uns dagegen entscheiden... :unsure:

Aber auch ein Mensch benötigt dringend paar Dinge für seine "artgerechte Haltung", zB ohne Ansprache und Artgenossen leidet er, weil das nicht seiner Art gemäß ist.

Natürlich gehen Lebewesen nicht sofort kaputt, wenn sie nicht artgerecht leben können. Aber sie leiden oder schöpfen doch zumindest nicht ihr Potential zum Glücklichsein aus. Wäre das nicht so, würde es wahrscheinlich keine Gefängnisse in ihrer gegenwärtigen Form geben.
 
yodetta

yodetta

Moderator
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Es steht keinem zu, zu bemängeln oder kritisieren, wenn jemand keinen Freigang gewährt oder ne kleine Wohnung hat. Und da zu zusagen, das ist nicht artgerecht.
Diskutieren, kein Thema. Aber nicht sagen: du hälst deine Katze nicht artgerecht.
Ich habe jetzt eine Weile überlegt, ob ich darauf antworte, weil speziell wir Zwei häufig aneinander vorbeireden.
Jetzt habe ich mich aber entschieden doch zu antworten.

Ich sehe das eindeutig anders.
Natürlich darf ich bemängeln, wenn in meinen Augen nicht tiergerecht/artgerecht gehalten wird.
Ich darf doch meine persönliche Meinung dazu sagen.
Warum denn auch nicht?

Meinst Du in einem Kaninchen-Forum wird nicht laut aufgeschrien, wenn ich mich da jetzt anmelde und kundtue, dass ich mein Kaninchen in so einem handelsüblichen Käfig halte?
Und der Aufschrei wäre zu Recht sehr groß.

Wenn ich sage, dass Du, in meinen Augen, Deine Katze nicht tiergerecht hältst, weil Du sie, sagen wir mal als Beispiel, Tag und Nacht in nur ein Zimmer Deiner Wohnung sperrst, dann hat das auch nichts damit zu tun, dass ich Dich als Mensch nicht schätze. Dann sage ich Dir lediglich was ich von dem halte, was Du da machst.

Genauso wird hier doch auch gesagt, dass es nicht in Ordnung ist, wenn man nur Trofu füttert, seine Katze unkastriert in den Freigang schickt und und und.

Für mich ist eben die Haltung auch ein wichtiges Thema, dass wirklich EHRLICH besprochen werden darf.
 
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virra

virra

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Ich möchte mal einen neuen Gedanken einbringen, nämlich den der Verhältnisse. Vorsicht, das wird wieder ziemlich zwiespältig.

Wenn ein Tier aus schlechten Lebensumständen kommt und nun nicht ideal gehalten wird - ist das dann nicht immernoch besser, als wenn es in den schlechten Verhältnissen geblieben wäre? Muss ein Streuner, der keinerlei Auskommen hatte, weder futtertechnisch, noch von der Unterbringung her, keine ärztliche Versorgung, nicht "dankbar sein", wenn er nun einen Menschen hat, der ihm Obdach, Futter und Betreuung gibt, selbst, wenn er sich ein langweiliges Zimmer mit anderen teilen muss?

Versteht mich nicht falsch, wenn ich sage: Es gibt auch viele Menschen, die sich mit einem Minimum an Existenz zufrieden geben müssen. Es ist zwar nicht wünschenswert, aber sind bei einem solchen Tier die Maßstäbe nicht anders zu setzen, als bei einem, welches aus einer vorbildlichen Zucht in schlechte Hand vermittelt wird? Ist ein Goldfisch, der sein Leben in einem runden kahlen Glas fristen musste nicht gut dran, wenn er in ein kleines Aquarium kommt, wo er ein paar Pflanzen und 2 Kumpel hat? Ist der Goldfisch, der im Park im Teich wohnen durfte, mit Seerosen und vielen Fischen, mit Sonne und soweiter nicht eine arme Sau, wenn er in das selbe kleine Aquarium umziehen muss?

Das ist jetzt schon irgendwie philosophisch, aber der Gedanke kommt mir manchmal.
 
abvz

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Patin
3.769
165
Doch jedes bisschen besser ist ein Gewinn. Das macht es ja so schwierig Grenzen zwischen Gut und Schlecht zu ziehen. Die extremen Ausprägungen sind schnell definiert, das dazwischen ist aber genau das worüber man sich ewig streiten kann ohne einen gemeinsamen Konsens zu finden.
 
Isis Bastet

Isis Bastet

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Ist ein Goldfisch, der sein Leben in einem runden kahlen Glas fristen musste nicht gut dran, wenn er in ein kleines Aquarium kommt, wo er ein paar Pflanzen und 2 Kumpel hat? Ist der Goldfisch, der im Park im Teich wohnen durfte, mit Seerosen und vielen Fischen, mit Sonne und soweiter nicht eine arme Sau, wenn er in das selbe kleine Aquarium umziehen muss?

Das ist jetzt schon irgendwie philosophisch, aber der Gedanke kommt mir manchmal.
Das ist hohe Philosophie, gepaart in meinem krausen Hirn mit Technik, Medizin, Modellierung von Lösungsgedanken....

Dazu müsste man erst mal wissen, ob ein Fisch überhaupt solche Gefühle entwickeln kann. Oder beschränkt sich das „Gefühlsleben“ nur auf elementare, triebgesteuerte Grundfunktionen wie Selbsterhaltung und Vermehrung? Und wenn dem so sein sollte, wo und nach welchen Kriterien ist die Grenze zu ziehen (irgendwo zwischen Mensch und Bakterium/Virus?)

Möglicherweise kann uns die IT und Sensortechnik in Zusammenarbeit mit Medizintechnik (EEG,MRT...) bei der Beantwortung dieser Frage irgendwann mal von Nutzen sein. Im Humanbereich bahnt sich sowas an(*).
Poppy Crum (der Name ist schon qualitativ geil, sie selbst aber auch), Neurowissenschaftlerin aus der seriösen Edelzüchtung Havard und Chefwissenschaftlerin bei Dolby, beschäftigt sich mit der Analyse von Sprachsignalen in Bezug auf Empathie. Sie (und NN) will also herausgefunden haben, dass es allein durch eine selbstlernende Mustererkennungssoftware der Sprache möglich sein soll, den aktuellen Stimmungszustand (traurig, lustig, gelöst…) UND potentielle, psychische Irregularitäten der Birne UND einige somatische Abweichungen vom Normal (etwa erhöhte Atemfrequenz => Herzprobleme) besser als der Mensch zu erkennen. Dazu sind wohl auch Versuche mit Katzen (N>1000) durchgeführt worden, interessiert mich brennend, aber ich finde keine Literaturstelle oder Vorträge.
Sensoren (Mikrophone, kontaktlose Temperaturmessgeräte, Digitalkamera) sind vorhanden, Modelle müssen entwickelt und soft- und hardwaremäßig so implementiert werden, dass real-time Verarbeitung möglich ist. Die Schwierigkeit liegt aber beim Kern des Ganzen, nämlich bei der Entwicklung eines funktionsfähigen Modells, aber es wird zeitnah realisiert werden und wir können uns auf eine leuchtende Zukunft einstellen.

(*) Obwohl faszinierend, graut es mir vor solchen Geräten und einer solchen Zukunft. Die absolute Durchleuchtung in Richtung gläserner Mensch, die dann auch noch die Gefühle mit einbezieht. Aber die ersten Schritte sind ja schon lange gemacht worden. Google analysiert ja schon das äußere Verhalten, schreibt schon vor, was man als Suchergebnis serviert bekommt, und mittels Alexa & Co sind die Serverfarmen und Datenbanken auch schon im Wohn- und Schlafzimmer.
 
Tinaho

Tinaho

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Hallo IB,
vielen Dank für deinen super tollen Beitrag.
Den verlinkten Artikel habe ich mir mit Interesse durchgelesen.
Ich weiß warum Alexa mir nicht ins Haus kommt.
Diese ganze Entwicklung finde ich sehr beängstigend und ich frage mich: Wozu das Ganze? (Mir ist klar das es u.a. um das Konsumverhalten geht).
Wo führt das Alles hin?
Wer genau ist "der große Bruder" der Alles über mich wissen will?
Mir graut es auch vor einer solchen Zukunft.
 
DreiMaeuse

DreiMaeuse

2.991
23
Huhu Andrea :love:

Interessante Überlegung.
Meinst Du, dass Rassekatzen noch weniger Drang nach "Frischluft" haben?
Hejjjj Melli :love:
Auf jeden Fall empfinde ich es so, ob s tatsächlich so ist kann ich sagen:unsure:
Fast mein ganzes Leben lang hatte ich (richtige) Katzen, seit vergleichsweise wenigen Jahren die "verpäppelten" Rassehühnchen und ja da sehe ich eine Riesenunterschied, was das Frischluftverhalten angeht.
Und leider leider muss ich sagen, dass meine Sternchen viel viel glücklicher/entspannter/ausgeglichener wirkten als meine jetzige Rasselbande:confused:
 
Linette

Linette

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Hejjjj Melli :love:
Auf jeden Fall empfinde ich es so, ob s tatsächlich so ist kann ich sagen:unsure:
Fast mein ganzes Leben lang hatte ich (richtige) Katzen, seit vergleichsweise wenigen Jahren die "verpäppelten" Rassehühnchen und ja da sehe ich eine Riesenunterschied, was das Frischluftverhalten angeht.
Und leider leider muss ich sagen, dass meine Sternchen viel viel glücklicher/entspannter/ausgeglichener wirkten als meine jetzige Rasselbande:confused:
Ich habe zwar nur eine Rassekatze und einen Hauskater als Forschungsobjekte aber die Somalikatze ist viel stärker am draußen sein interessiert als der Hauskater. Also denke ich nicht, dass die Rasse da eine große Rolle spielt sondern eher die individuelle Vorliebe jeder Katze.
 

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