Ihr hängt euch viel zu sehr an dem "Frischluft" auf während es um "Enrichment" geht. Was machen sie denn draußen, außer ihr Geschäft? Sie vertreten sich die Beine. Sie erleben Gerüche und Geräusche. Sie haben anderen Hundekontakt. All das ist prinzipiell auch in den eigenen vier Wänden möglich. Bis auf Hunde die wirklich fürs Laufen gezüchtet sind, MUSS ein Hund auch nicht JEDEN Tag Stundenlang raus. Man kann auch Kopfarbeit machen. Abwechslung ist das Stichwort. Und ja, man kann Hunde auch überbeschäftigen, das passiert gerade im "Gebrauchthunde"bereich durchaus häufig. Das Gegenteil von gut ist eben manchmal gut gemeint.
Aber genau DAS passiert doch nicht in ausreichender Form. Zumindest kann ich es mir nicht vorstellen.
Anka, bitte sag mir, wie viele Stunden Du Dich am Tag mit jeder Deiner Katzen beschäftigst, sie forderst, sie jagen lässt, Gerüche in die Bude schaffst, die sie nicht kennen und so weiter und so fort. Auch noch unter der Berücksichtigung, dass sie alle unterschiedlich sind und alle andere Vorlieben haben.
Und dann sag mir auch noch, seit wie vielen Jahren Du das schon täglich so machst, um sie "psychisch gesund" zu halten.
Erstmal kann ich meinem 25kg Retriever schlecht in der Wohnung ein Dummy werfen. Meine 3kg Katze kann aber problemlos durch die Wohnung pesen.
Ja, sie kann durch die Wohnung pesen und etwas fangen, oder etwas hinterherjagen.
Und dann?
Die Wände der Wohnung sind jeden Tag gleich, der Geruch ist nahezu jeden Tag gleich, der Katzenkumpel hat vielleicht auch schon resigniert, das Spielzeug riecht wie gestern, die Kratzbäume sind gerade zum Schlafen noch geeignet....
Welcher Katzenbesitzer beschäftigt sich JEDEN Tag mit seiner Katze und zwar so, dass die Bedürfnisse gedeckt sind?
Nochmal, die Frage wurde ja leider ignoriert, aber bei aller Diskussion und Fokusierung auf "Frischluft", warum werden die wenigsten Hunde im Rudel gehalten? Ist das denn überhaupt tiergerecht?
Ich bin darauf nicht eingegangen, weil ich keinerlei Hunde-Erfahrung habe.
Aber da der Hund ja ein Rudeltier ist, ist es wahrscheinlich auch für den Hund nicht toll, allein gehalten zu werden.
Kann der Mensch bzw die Familie das Rudel ersetzen? Ich habe keine Ahnung.
Und mal Hand aufs Herz, denkt ihr wirklich, im Revier eurer Freigängerkatzen verändert sich von Tag zu Tag so signifikant viel?
Ich habe ja nur den gesicherten Garten zu bieten, aber selbst darin ändert sich andauernd etwas.
Vögel, Mäuse und andere Kleintiere können belauert, gejagt, erbeutet werden.
Der Wind treibt unterschiedliche Gerüche in die Nase.
Am Gartenzaun trifft man den einen oder anderen Streuner (man kann sich sogar durch den Zaun kloppen

).
Das Wetter ist unterschiedlich und natürlich bekommen sie die Jahreszeiten ganz deutlich mit.
Sie lieben z.B. die lauen Sommernächte mit uns im Garten und jagen zu dieser Zeit dann auch gerne Motten und Schneider oder sie legen sich unter den Bambus auf die kühle Erde. Im Frühjahr rekeln sie sich in den warmen Sonnenstrahlen, jagen ganz übermütig über die Wiese, suhlen sich im Dreck und rennen mit Karacho den Apfelbaum hoch während sie dabei juchzen, quietschen und regelrechte Bocksprünge machen. Ich habe ein Foto von Smee, da macht er einen Purzelbaum auf der Wiese. Leider finde ich das jetzt auf die Schnelle nicht.
In so einer Zeit, spüre ich förmlich die Zufriedenheit. ♥
Noch was, weil ihr ja immer die Instinkte der Katzen ansprecht und dass diese eben jagend und eine Maus töten wollen. Jeder Hund würde jagen und auch töten, würde man ihn lassen. Allerdings wird das den allerwenigsten (Ausnahme wenige Jagdhunde) erlaubt und trifft selbst bei der genannten Gruppe in der Bevölkerung tendentiell eher auf Ablehnung. Warum eigentlich? Warum pochen wir darauf, dass Katzen ihre vermeintlichen Instinkte ausleben sollen und Hunde dürfen das aber nicht?
Da bin ich teilweise bei Dir und darüber habe ich mir auch schon häufig Gedanken gemacht.
Diesen Artikel fand ich zu dem Thema ganz interessant:
Die Katze und Freigang – Tier mit Sonderstellung | kummerkatze
Aber wahrscheinlich ist es einfach wirklich so, dass der Hund uns tatsächlich gefährlich werden kann. Ich habe auch schon Reportagen gesehen, in der streunernde Hunde, Menschen angegriffen haben und zwar weil sie ausgehungert waren.
Mir ist prinzipiell jemand, der sich keinen großen Garten mit teurem Freigehege leisten kann, dafür seinem Tier aber alles bietet was es braucht (besonders medizinische Versorgung!) und mit ihm spielt, kuschelt, .... tausend mal lieber als jemand, dem es recht ist, wenn die Katze nur zum Fressen kommt und er bloß kein Katzenklo sauber machen muss und die Katze auch sonst so low-maintenance wie möglich ist.
Krasse Aussage.
Würde ich nicht unterschreiben.
Ich würde es gerne sein lassen, was es ist, nämlich ein Tier....
Achja, und wo ein gesichertes (offenes) Fenster und ein gesicherter Balkon jetzt so fundamental unterschiedlich sind verstehe ich wirklich immernoch nicht.
Einen FUNDAMENTALEN Unterschied wird es vielleicht nicht geben, aber zumindest könnte die Katze sich draußen bewegen.
ICH würde einen Balkon natürlich sichern, ich würde Aussichtsmöglichkeiten schaffen (erhöte Plätze von denen aus viel zu sehen ist), ich würde eine Wiese basteln, ich hätte eine Wasserstelle auf dem Balkon, ich hätte dort Pflanzen und Versteck-Möglichkeiten, außerdem einen Kuschelplatz. Noch dazu würde ich verschiedene Hölzer ranschaffen, mal eine Tüte Blätter ausschütten oder oder oder...
Ich denke, auf so einem Balkon, hat die Katze schon mehr Abwechslung, als auf der immergleichen Fensterbank.
