Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen

Diskutiere Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Und ich muss dazusagen, dass es auch noch ein extremer Unterschied ist, ob man VOR Schwangerschaft/Trächtigkeit bestimmte gesundheitliche Risiken...
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #141
Das hört aber m.E. bei Vergleichen von Tierzucht mit dem Nationalsozialismus auf.
Denn das relativiert was damals passiert ist.
Das sind Dinge, die nicht vergleichbar sind.
Und ich denke nicht, dass man darüber dann noch diskutieren muss.
Das geht nicht und Ende.

Und ich muss dazusagen, dass es auch noch ein extremer Unterschied ist, ob man VOR Schwangerschaft/Trächtigkeit bestimmte gesundheitliche Risiken ausschließt, z.B. durch Gentests, Ahnenforschung, etc., oder ob man sich wirklich ein Lebewesen "designt" z.B. durch gezieltes Aussortieren von Embryos (Stichwort Pränataldiagnostik), durch bewusste Genmanipulationen (wobei ich nicht weiß ob diese praktisch schon möglich) oder Zwangssterilisationen wie unter dem erwähnten H-Mann.

Ich kenne z.B. durchaus einige Asperger-Autisten, die in glücklichen Partnerschaften leben und einen Kinderwunsch haben, aber bewusst auf den verzichten, weil nach aktuellem Forschungsstand Autismus eine recht große erbliche Komponente hat. Ein anderes Paar das ich kenne, hat sich vorher gezielt auf bestimmte tödlich verlaufende Erbkrankheiten testen lassen, um auszuschließen, ein Kind mit so einer Krankheit bekommen zu können. Was machen diese Paare denn anders als ein seriöser Züchter, der Krankheiten ausschließt? Auf diese Schiene einen NS-Vergleich zu fahren, wäre in meinen Augen für mich völlig fehl am Platz.

Bliebe also nur noch der Bezug auf die Zucht die "Rasse"-Frage, in Hinsicht auf Aussehen und Charakter bestimmter Rassen. Und hier sehe ich einen kleinen oder feinen Unterschied zwischen menschlichen und tierischen Rassen: Bei Menschen haben wir durch diverse Gesetzgebungen und Konventionen eine Idealvorstellung der Gleichberechtigung aller Rassen ohne Diskriminierung. Rasse, Ethnie, Geschlecht, etc. sollen bzw. dürfen keine Auswirkungen und vor allem Beeinträchtigung des menschlichen Lebensweges haben, z.B. bei Berufswahl.

Sowas gibt es bei Katzen nicht. Wenn sich jemand eine bestimmte Rasse ausgeguckt hat und nur diese eine Rasse will, diskriminiert das keine Lastrami und auch keine andere Katze. Und bei Katzen spielt nun mal für viele die Optik eine wichtige Rolle. Ich hatte auch die Wahl zwischen zwei Pärchen und ich gebe offen zu, ich habe mich für die entschieden, die ich persönlich süßer fand. Und ja, vielen Rassen werden eben auch bestimmte Charaktereigenschaften zugesprochen, die teilweise stimmen mögen teilweise auch nicht (BKH = gemütlich, Bengalen = extrem aktiv, Oris = gesprächig, etc.). Und auch danach werden sich manche Menschen entscheiden. Jemand der eine "Sofakatze" sucht die nicht so viel maunzt würde sich dann z.B. vermutlich eher für BKH entscheiden, jemand wie ich, der gerne mit seiner Katze redet, eher für eine Ori, jemand der viel mit seiner Katze toben will für einen Bengalen, usw.

Darum sei mal in die Runde gefragt, ich kann es mir nicht vorstellen: Ist hier irgendjemand, dessen Entscheidung, genau seine Katzen auszuwählen, NICHT von der Frage nach Aussehen ODER Charakter beeinflusst wurde? (ausgenommen sind hier jetzt z.B. zugelaufene Katzen, sprich Katzen wo man nicht die Wahl zwischen mehreren Katzen hatte).

Und im Übrigen gehe ich persönlich ganz stark davon aus, dass auch bei der menschlichen Fortpflanzung, zumindest bei der bewussten Fortpflanzung, Charakter und Aussehen bei der Partnerwahl eine nicht unerhebliche Rolle spielen UND auch gesellschaftlich. Was meint ihr, wie blöd manche Leute heute noch angemacht werden, wenn z.B. ein hellhäutiges Paar mit einem dunkelhäutigen Kind unterwegs ist. Also auch bei Menschen ist die "Rassenfrage" immer noch ein großes Thema. Trotzdem ist so ein Vergleich mit den Taten des NS mehr als verwerflich.
 
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  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #142
Wann wird es denn verwerflich?

Meine Güte, hier wird aber auch jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. ;)

Es ist natürlich überhaupt nicht verwerflich.

Das habe ich schon geschrieben.
Ja, es ist die Optik, es sind die Charakterzüge und da sind die der Orientalen für mich mit keiner anderen Katze vergleichbar und ich möchte möglichst gesunde Tiere haben.
Was mit der Gesundheit gemeint ist, muss ich nicht erklären, oder?

Nein musst du nicht. Danke für deine Ausführungen.
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Darum sei mal in die Runde gefragt, ich kann es mir nicht vorstellen: Ist hier irgendjemand, dessen Entscheidung, genau seine Katzen auszuwählen, NICHT von der Frage nach Aussehen ODER Charakter beeinflusst wurde? (ausgenommen sind hier jetzt z.B. zugelaufene Katzen, sprich Katzen wo man nicht die Wahl zwischen mehreren Katzen hatte).

Die Frage interessiert mich eben auch und für mich kann ich ganz klar beantworten: Bei Fienchen und Willy haben die Beschreibung der PS (ergo der Charakter) und die Fotos (ergo das Aussehen bzw. eher wie sie auf uns gewirkt haben. Fienchen fand ich auf den Fotos z. B. gar nicht sooo hübsch, aber das sind ja immer auch nur Momentaufnahmen. Jetzt finde ich sie wunderhübsch 🙂 ) den Ausschlag gegeben.
Aber ich bin damals auch ohne großartig konkrete Vorstellungen an die Suche heran gegangen. Trotzdem hat mich irgendwas an den Fotos der beiden letztlich mehr berührt als das bei anderen Katzen der Fall war.

yodetta hat außerdem ja noch den gesundheitlichen Aspekt ins Spiel gebracht. Das ist durchaus auch ein Grund, den ich nachvollziehen kann.
 
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  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #143
yodetta hat außerdem ja noch den gesundheitlichen Aspekt ins Spiel gebracht. Das ist durchaus auch ein Grund, den ich nachvollziehen kann.
Und genau das wäre nämlich die Frage, ob Zucht grundsätzlich abgelehnt wird, also auch der gesundheitliche Aspekt, oder ob die Zucht von Rassen abgelehnt wird.

Also wäre Katzenzucht für die Kritiker z.B. akzeptabel wenn nur nach Gesundheit und nicht nach Rasse gezüchtet wird. Also wenn es danach ginge, dass Aussehen und Rasse egal sind, hauptsache alle gesundheitlichen Risiken sind bestmöglich ausgeschlossen. Wäre Zucht dann ok? Dann kann man ja nicht mehr von Eingriff in die Natur hinsichtlich Aussehen und Charakter reden, dann könnte man auch eine gesunde Maine-Coon auf eine gesunde BKH draufsetzen.
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #144
Meine Güte, hier wird aber auch jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. ;)
Na hier geht es doch auch darum, "Rassekatzenbesitzer" mal kritisch unter die Lupe zu nehmen.
Dein Satz, dass daran erstmal nichts verwerflich ist (bezogen auf die Optik) wirft für mich ganz klar die Frage auf, ab wann es verwerflich wird.
Ist das für Dich wirklich so ungewöhnlich oder pingelig von mir?
Das soll auch keine Provokation sein.
Es interessiert mich jetzt wirklich.



Wenn man sich für ein Tier, wegen verschiedener Charakterzüge entscheidet , muss es ja schon ein gewisses Alter haben oder eben eine Rassekatze sein, auf die diese Charakterzüge höchstwahrscheinlich zutreffen, oder nicht?
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #145
Na hier geht es doch auch darum, "Rassekatzenbesitzer" mal kritisch unter die Lupe zu nehmen.
Dein Satz, dass daran erstmal nichts verwerflich ist (bezogen auf die Optik) wirft für mich ganz klar die Frage auf, ab wann es verwerflich wird.
Ist das für Dich wirklich so ungewöhnlich oder pingelig von mir?
Das soll auch keine Provokation sein.
Es interessiert mich jetzt wirklich.

Streich das "erstmal" aus meinem Satz. Das war einfach nur ein unbedachtes Füllwort.

Wenn man sich für ein Tier, wegen verschiedener Charakterzüge entscheidet , muss es ja schon ein gewisses Alter haben oder eben eine Rassekatze sein, auf die diese Charakterzüge höchstwahrscheinlich zutreffen, oder nicht?

Das stimmt.

Ich muss jetzt erstmal arbeiten (wenn der Kater mich lässt ...)
 
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  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #146
Wenn man sich für ein Tier, wegen verschiedener Charakterzüge entscheidet , muss es ja schon ein gewisses Alter haben oder eben eine Rassekatze sein, auf die diese Charakterzüge höchstwahrscheinlich zutreffen, oder nicht?
Da fände ich es jetzt z.B., wenn man wirklich kritisch (oder "pingelig", wie man es sieht), sein will, interessant zu untersuchen, inwiefern Rassenkatzen auch wirklich rassenspezifische Charakterzüge aufweisen. Weil wenn man dann nach Charakter ginge und rein optische Zucht als verwerflich (wegen Eingriff in die Natur, "Designerkitte") ansehen würde, wäre die logische Konsequenz, dass nur die Rassen mit entsprechenden rassenspezifischen Charakterzügen gezüchtet werden dürften, wenn man nur nicht-verwerfliche Zuchten erlaubt.

Also ich würde es so definieren. Zucht ist für mich in Ordnung, wenn:
- Auf bestmögliche Gesundheit gezüchtet wird (sprich Stammbäume, Untersuchungen, etc.)
- keine Qualzuchten oder gesundheitseinschränkenden Überzüchtungen stattfinden
- Der Verkaufspreis der Kitten kein horrendes Einkommen generiert, sondern wirklich vorrangig der Kostendeckung, evtl. mit minimalem Gewinn dient
- ein klares Zuchtziel definiert wird (sei es Charakter oder optisch, z.B. Katzen mit bestimmten Charakterzügen oder bestimmten Fellfarben zu züchten
- auch Katzen, die dem Zuchtziel vielleicht nicht perfekt entsprechen gut aufwachsen und in gute Hände vermittelt werden
- die Zuchtkatzen gut gehalten und versorgt werden, die Kitten gut sozialisiert aufwachsen, etc.

Für mich käme Züchter auch nicht infrage, aber ehrlich gesagt nur weil eine Rassekatze aus einer guten Cattery mir einfach zu teuer wäre.
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #147
Darum sei mal in die Runde gefragt, ich kann es mir nicht vorstellen: Ist hier irgendjemand, dessen Entscheidung, genau seine Katzen auszuwählen, NICHT von der Frage nach Aussehen ODER Charakter beeinflusst wurde? (ausgenommen sind hier jetzt z.B. zugelaufene Katzen, sprich Katzen wo man nicht die Wahl zwischen mehreren Katzen hatte).
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Vorsichtig den Finger heb - hier, ich. Auswahlkriterium für Samantha war einfach: ungefähr gleiches Alter wie Henry und an andere Katzen gewöhnt (war eine alte Bauernhofkatze)...
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #148
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Vorsichtig den Finger heb - hier, ich. Auswahlkriterium für Samantha war einfach: ungefähr gleiches Alter wie Henry und an andere Katzen gewöhnt (war eine alte Bauernhofkatze)...
Naja gut aber dann hattest du nur eine Katze zur Auswahl? Gab es in dem Tierheim nur eine einzige Katze die das selbe Alter hatte und an Katzen gewöhnt war?

Es geht hier ja um die WAHLund für eine Wahl muss es ja mehrere Katzen gegeben haben.
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #149
Ich erzähl mal wie ich zur Rassekatzenbesitzerin wurde.

Meine erste Katze war eine wunderschöne Bauernhofkatze, ein Tigerchen mit viel weiß.
Hier im Ort laufen jede Menge Verwandte von ihr herum, der Bauernhof ist ganz in der Nähe meines Hauses.
Sie war kastrierte Freigängerin und Einzelkatze, ich dachte das wäre das normale Leben für Katzen.
Sie hatte ein zum Glück gesundes Leben, bis kurz vor ihrem 20.Geburtstag.

Einige Wochen später fuhr ich mit meiner Tochter ins Tierheim.
Dort marschierte ein kleines graues Kätzchen schnurstracks auf uns zu und kletterte auf meinen Schoß.
Sie war ausgesetzt worden als die Besitzer weg zogen.
Wir nahmen sie mit, und merkten schnell dass sie komplett anders war, als unsere liebe, aber bei Fremden sehr scheue Sternenkatze.
Sie war ruhig und gemütlich, und folgte mir wie ein Hündchen.
Sie ging auf jeden Menschen zu, und die Vorstellung sie in Freigang zu lassen war für mich undenkbar.
Beim Googeln stieß ich auf Fotos, die ihr total ähnlich sahen, nämlich BKH, die Beschreibung dort erklärte ihr ruhiges Wesen.
Da sie im Haus und (in Windeseile) gesicherten Garten leben sollte, musste schnell ein passender Kamerad her.

In den umliegenden Tierheimen waren im Februar keine Kitten verfügbar, aber eine Ragdoll-Züchterin hatte Kitten abzugeben.
Sie meinte, BKH und Ragdoll passt gut, und so fuhren wir die über 400 km und holten unsere Penny.
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #150
Darum sei mal in die Runde gefragt, ich kann es mir nicht vorstellen: Ist hier irgendjemand, dessen Entscheidung, genau seine Katzen auszuwählen, NICHT von der Frage nach Aussehen ODER Charakter beeinflusst wurde? (ausgenommen sind hier jetzt z.B. zugelaufene Katzen, sprich Katzen wo man nicht die Wahl zwischen mehreren Katzen hatte).

Huhu, ja hier ,

bei meinen Jungs war es tatsächlich so, dass ich vorher weder wusste, wie sie aussehen noch wie ihr Charakter war/ist. Ich hatte nach dem Tod meiner Sternchen im Tierheim angerufen und gefragt, ob dort zwei zusammen gehörende Kater auf ein neues Zuhause warten. ( keine Kitten, sondern schon etwas älter ) Unsere damalige Tierheimleiterin hat uns sofort Rasmus und Emil ans Herz gelegt. Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht weiß, wie ich mich entschieden hätte, wenn wir einfach so ins Tierheim gefahren wären und uns umgeschaut hätten. Aber darüber habe ich nicht mehr nachgedacht, als wir bzw. mein Göga Rasmus sofort auf den Arm bekam und dieser dort schnurrend 30 Minuten liegen blieb 😂 Da war die Sache klar und das Aussehen völlig egal. Bei meinen Sternchen bin ich allerdings schon auch nach der Optik gegangen. Ich wollte schon als Kind immer unbedingt eine schwarze Katze. Dann wurde uns Carlo angedient, der aus einem bekannten Privathaushalt kam und aufgrund seines fehlenden Auges nicht vermittelt werden konnte. Warum verstehe ich bis heute nicht. Er war ein bildschöner Kater. Nach seinem Tod sollte es wieder ein Schwarzer sein. So kam dann Joschi und vier Jahre später als Gegensatz sein weißer Kumpel Rambo. Mein Göga wollte, wenn überhaupt gerne eine weiße Katze dazu.
Kuhkater hatte ich eigentlich nicht wirklich auf dem Zettel, bin aber sehr froh, dass wir uns für die Jungs entschieden haben.
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #151
Aber das sind ja eben die Situationen, wo man nicht so die Wahl hat. Ich meine wirklich Situationen wo man quasi mehrere Katzen vor sich sitzen hat, sagen wir 10 Katzen, 5 Rassekatzen, 5 Tierschutzkatzen. Wonach entscheidet man denn dann wenn nicht nach Aussehen oder Charakter? Ene-Mene-Muh?
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #152
Wir hatten durchaus die Wahl zwischen damals ca. 40 anwesenden Katzen. Darunter auch ein schwarzes Katerpärchen sowie ein grauer BKH mit seiner Schildplatt -Kumpeline ( 3 und 4 Jahre alt )
Zudem unzählige Tigerkatzen und ein schwarzer Maine Coon ( sogar mit Papieren )
Ich hatte mich damals ganz bewusst dafür entschieden die Wahl meinen Tierheimleitern zu überlassen und ein Überraschungspaket zu nehmen. Habe es auch nie bereut.
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #153
Ja gut, da hast du die Wahl jemand anderes überlassen. Ist halt die Frage nach welchen Kriterien sie dann entschieden haben.
Dann hätten wir als Auswahlkriterien also bisher:
- Gesundheit
- Optik
- Charakter
- Fremdentscheidung
- Verfügbarkeit der Wunschkatze (nach Steffis Beispiel)

Abgesehen von dem Punkt Fremdentscheidung sind das auch alles Punkte, die für mich sogar eher Pro Katzenzucht sprechen als Contra Zucht. Denn bei einem Züchter kann ich noch am ehesten sicher sein, dass die Kriterien erfüllt werden als im Tierschutz, zumindest wenn ich konkrete Ansprüche habe, wie die Katze sein soll.
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #154
Hätte ich nur nie "verwerflich" geschrieben. 😅
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #155
Da fände ich es jetzt z.B., wenn man wirklich kritisch (oder "pingelig", wie man es sieht), sein will, interessant zu untersuchen, inwiefern Rassenkatzen auch wirklich rassenspezifische Charakterzüge aufweisen. Weil wenn man dann nach Charakter ginge und rein optische Zucht als verwerflich (wegen Eingriff in die Natur, "Designerkitte") ansehen würde, wäre die logische Konsequenz, dass nur die Rassen mit entsprechenden rassenspezifischen Charakterzügen gezüchtet werden dürften, wenn man nur nicht-verwerfliche Zuchten erlaubt.

Weniger ausgeprägt als bei Hunden, aber durchaus vorhanden. Den Orientalen sagt man nicht umsonst einen sehr speziellen Charakter nach, Maine Coon werden nicht ohne Grund als der Hund unter den Katzen beschrieben. Für wirklich beständige Charakterzüge die sich in jedem Wurf wiederfinden lassen ist jedoch, in meinen Augen, die gezielte Zucht noch nicht weit genug. So gezielt werden Katzen, im Gegensatz zu Hunden, einfach noch nicht gezüchtet, was auch damit zusammenhängt, dass sie keinen wirklichen rassespezifischen Nutzen für den Menschen haben. Katze sollten lange Zeit Mäuse fangen - das konnten aber auch alle von ihnen. Hunde hingegen wurden seither (ähnlich wie Pferde) mit unterschiedlichen Schwerpunkten gezüchtet. Jagd, Hüten, Schutz. Das hat auch maßgeblich die Charaktereigenschaften und Leistungsschwerpunkte der unterschiedlichen Rassen geprägt.
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #156
Also ich würde es so definieren. Zucht ist für mich in Ordnung, wenn:
- Auf bestmögliche Gesundheit gezüchtet wird (sprich Stammbäume, Untersuchungen, etc.)
- keine Qualzuchten oder gesundheitseinschränkenden Überzüchtungen stattfinden
- Der Verkaufspreis der Kitten kein horrendes Einkommen generiert, sondern wirklich vorrangig der Kostendeckung, evtl. mit minimalem Gewinn dient
- ein klares Zuchtziel definiert wird (sei es Charakter oder optisch, z.B. Katzen mit bestimmten Charakterzügen oder bestimmten Fellfarben zu züchten
- auch Katzen, die dem Zuchtziel vielleicht nicht perfekt entsprechen gut aufwachsen und in gute Hände vermittelt werden
- die Zuchtkatzen gut gehalten und versorgt werden, die Kitten gut sozialisiert aufwachsen, etc.

Für mich käme Züchter auch nicht infrage, aber ehrlich gesagt nur weil eine Rassekatze aus einer guten Cattery mir einfach zu teuer wäre.

Das kann ich für mich so unterschreiben. Wobei es für mich durchaus ok ist, wenn ein Züchter auch ein wenig Gewinn macht. Es sollte halt im Rahmen bleiben (und nein, den kann und will ich nicht festlegen :p)
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #157
Aber das sind ja eben die Situationen, wo man nicht so die Wahl hat. Ich meine wirklich Situationen wo man quasi mehrere Katzen vor sich sitzen hat, sagen wir 10 Katzen, 5 Rassekatzen, 5 Tierschutzkatzen. Wonach entscheidet man denn dann wenn nicht nach Aussehen oder Charakter? Ene-Mene-Muh?
Also ich finde alle Katzen schön, in dem Fall würde ich nach Bauchgefühl entscheiden.

Damals im Tierheim hat Fily mir die Entscheidung abgenommen, als ich ins Katzenzimmer kam.
Sie kam sofort auf mich zu, also hab ich die anderen Katzen kaum bemerkt.

Ansonsten ist für mich der Charakter einer Katze ausschlaggebend, nicht das Fell.
Der Charakter muss zu meiner Lebenssituation passen, damit die Katze und ich glücklich miteinander werden.
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #158
Ja gut, da hast du die Wahl jemand anderes überlassen. Ist halt die Frage nach welchen Kriterien sie dann entschieden haben.
Dann hätten wir als Auswahlkriterien also bisher:
- Gesundheit
- Optik
- Charakter
- Fremdentscheidung
- Verfügbarkeit der Wunschkatze (nach Steffis Beispiel)

Abgesehen von dem Punkt Fremdentscheidung sind das auch alles Punkte, die für mich sogar eher Pro Katzenzucht sprechen als Contra Zucht. Denn bei einem Züchter kann ich noch am ehesten sicher sein, dass die Kriterien erfüllt werden als im Tierschutz, zumindest wenn ich konkrete Ansprüche habe, wie die Katze sein soll.

Und genau das ist in meinen Augen der springende Punkt. In einer idealen Welt wären die Tierheime leer und Leute würden ihre Tiere nur noch über seriöse Züchter erwerben. Auch die Wald-und-Wiesen Katzen wie sie hier gerne genannt werden, die in den meisten Fällen dem Phänotyp der EKH entsprechen. In einer solchen Welt leben wir aber leider nicht, weshalb es immer Tiere geben wird, die durch willkürliche Verpaarungen, unkastrierte Streuner und unglückliche Lebensumstände im Tierheim landen. Und diesen Tieren tut man, ganz unbestreitbar, einen Gefallen mit der Adoption. Entsprechend greifen die oben genannten Punkten nur eingeschränkt. Man tut etwas Gutes, oft auch unabhängig der eigenen Vorlieben und Ansprüche die man vielleicht eigentlich an sein Haustier stellt. Gleichzeitig unterstützt man mit der Adoptionsprämie Einrichtungen die ebenfalls gutes tun. Gesundheitliche und äußerliche Ansprüche stehen hinten an, da die Tiere eben in Not sind.
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #159
Also ich finde alle Katzen schön, in dem Fall würde ich nach Bauchgefühl entscheiden.

Damals im Tierheim hat Fily mir die Entscheidung abgenommen, als ich ins Katzenzimmer kam.
Sie kam sofort auf mich zu, also hab ich die anderen Katzen kaum bemerkt.

Ansonsten ist für mich der Charakter einer Katze ausschlaggebend, nicht das Fell.
Der Charakter muss zu meiner Lebenssituation passen, damit die Katze und ich glücklich miteinander werden.
Sehe ich auch so. Wobei das bei Kitten (und ich denke es gibt viele Menschen, die gerne Kitten hätten bzw. sich eher Kitten holen wollen, mich eingeschlossen) ja eben etwas schwierig ist, weil man da den Charakter ja nicht unbedingt sehen kann.

Ich hatte ja auch mehrere Zur Auswahl. Einmal im Münsteraner Tierheim gab es eine Wurf Tigerkitten, die aber iwie gar nicht mein Fall waren. Dann die beiden Katerchen-Kitten von Taskali und meine beiden Mäuse die jetzt bei mir sind. Verliebt hatte ich mich ja in meine schwarzen Wuschels sofort, da war aber ja lange nicht klar, ob das logistisch und zeitlich passt, darum standen eine zeitlang die Kater von Taskali auf dem ersten Platz. Aber als ich dann hörte, dass es doch mit meinen Wunschkatzen klappt, habe ich mich sofort für die beiden entschieden....
 
  • Diskussion über Tierschutzkatzen und Rassekatzen Beitrag #160
Und ich muss dazusagen, dass es auch noch ein extremer Unterschied ist, ob man VOR Schwangerschaft/Trächtigkeit bestimmte gesundheitliche Risiken ausschließt, z.B. durch Gentests, Ahnenforschung, etc., oder ob man sich wirklich ein Lebewesen "designt" z.B. durch gezieltes Aussortieren von Embryos (Stichwort Pränataldiagnostik), durch bewusste Genmanipulationen (wobei ich nicht weiß ob diese praktisch schon möglich) oder Zwangssterilisationen wie unter dem erwähnten H-Mann.

Ich kenne z.B. durchaus einige Asperger-Autisten, die in glücklichen Partnerschaften leben und einen Kinderwunsch haben, aber bewusst auf den verzichten, weil nach aktuellem Forschungsstand Autismus eine recht große erbliche Komponente hat. Ein anderes Paar das ich kenne, hat sich vorher gezielt auf bestimmte tödlich verlaufende Erbkrankheiten testen lassen, um auszuschließen, ein Kind mit so einer Krankheit bekommen zu können. Was machen diese Paare denn anders als ein seriöser Züchter, der Krankheiten ausschließt? Auf diese Schiene einen NS-Vergleich zu fahren, wäre in meinen Augen für mich völlig fehl am Platz.
Es wird eine blonde, blauäugige Frau mit einem blonden, blauäugigen Mann zusammen in einen Raum gesperrt, in der Hoffnung, daß die Kinder noch hellblonder werden und die Augen so richtig meerblau.
Es wird eine Frau mit schwarzen Kraushaaren und dunklen Augen mit einem ebensolchen Mann zusammen in einen Raum gesperrt, in der Hoffnung, daß die Kinder noch krausigere Haare bekommen und richtig tiefschwarze Augen.
Genau DAS macht der Katzenzüchter.
 
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