Puuuh, was für ein Tag.
Heute morgen schellte es - innen. Das hört man ja, ob es Wohnungstür oder Haustür ist. Wir haben uns schon gewundert, was nun los ist. Ausnahmsweise waren mal keine Pakete für Nachbarn hier.
Ich mache die Tür auf, steht da ein etwas verzweifelt schauender, junger Nachbar mit einer Katze auf dem Arm.
"Ist das eure??"
'Äh... Nein. Wo war die?'
"Auf meiner Terrasse. Und dann plötzlich in meiner Wohnung. Ich muss in 15 Minuten zur Arbeit. Was soll ich jetzt machen??

"
'Okay, äh... Wir haben selber eine Katze, daher können wir sie jetzt nicht einfach mit reinnehmen... Die sieht recht jung aus, aber vielleicht ist sie gerade alt genug, um Freigang zu bekommen. Setz sie vielleicht einfach wieder nach draußen und sie findet ihren Weg schon nach Hause.'
"Okay...okay. Danke."
Er setzt sie also nach draußen. Wir gehen auf die Terrasse und müssen erst einmal reflektieren, was gerade passiert ist. Plötzlich mauzt es herzzerreißend von der Terrasse nebenan. Die Katze versucht durch unser Katzennetz zu uns zu kommen.
Mein Freund sagt: ".......... Was ist, wenn sie entlaufen ist? Es wird sehr kalt nachts..."
Alles klar. Also Netz ein Stück weg, Katzi drunter her und da streift sie um unsere Beine und schnurrt und fühlt sich wohl. Hm. Was tun? Na gut. Erst einmal doch reinholen. Katze auf Arm, schnell schnell zum Flur, bevor Mimi....
..... Uuuund Mimi guckt ganz neugierig, tapert vom Kratzbaum herunter und guckt uns hinterher.
Fremdes Katzi erst einmal in Flur/Schlafzimmer verfrachtet und ihr Wasser gegeben. Schildi läuft herum, als wäre sie hier Zuhause. Direkt aufs Bett gehüpft und kurz alles untersucht, dann hingelegt und: Zeit zu streicheln, Hooman.
Tierarzt macht erst in einer Stunde auf. Also Tierheim anrufen.
"Hmmm... Ja, also ich muss mit meinen Katzen erst zum Tierarzt. Dann komme ich zu Ihnen, wenn Sie selbst nicht fahren können. Schauen Sie erst einmal, ob sie jemand aus der Umgebung kennt."
Na gut, also suchen, Aufruf starten und warten. In der Nachbarschaft kannte sie niemand. Wir selbst kennen einige Freigänger hier, aber sie war uns völlig fremd und wollte unbedingt rein.
Nach ihrem Schläfchen läuft Lady
Schildpatt zur Glastür, vor der Mimi ganz neugierig hockt und durch den Schlitz versucht zu schnuppern. Andere Katze gesellt sich dazu und fängt an zu knurren.
'Neeeee, Madame. Du bist hier zu Besuch und knurrst jetzt nicht unsere Mimi an.'
Ein kurzer Blick über die Schulter, dann war sie ruhig und kam wieder angelaufen, um sich streicheln zu lassen.
Während mein Freund also die fremde Katze betreute und ich mich beim Aufruf "Wer kennt diese Katze?" anpampen lassen durfte, da ich wegen einer 'Freigängerin' das
Tierheim verständigt habe, bin ich rüber zu Mimi. Die war wahnsinnig verwirrt - nicht ängstlich, nur neugierig und verwirrt, weil sie den Besuch nicht begrüßen darf

Sie fing an am Rand der Glastür zu kratzen und schnupperte und mauzte wehleidig, wie Mimi es nun einmal tut, wenn sie ihren Willen nicht bekommt.
Dann lag sie wieder ganz entspannt auf dem Kratzbaum, die Fremde lag ganz entspannt auf dem Bett
und macht ein weiteres Schläfchen, während wir auf die Dame vom Tierheim warteten.
Leider keine Freundin für Mimi, nur ein kurzer Besuch. Aber aufregend und wir haben wieder ein wenig über Mimi lernen dürfen